1853 / 230 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

linamiindungcn ist bewirkt worden, daß die Donausürftenthümcr, welche sch ebenfalls im Besse ausnehmenv großer Getreidevorräthe befin- den und im heutigen Jahre nicht ungünstiger Ernten sach erfreu- ten, allerdings nicht wie früher mit gleich gutem Erfolge die Con- curtenz auf dem Schivarzcn Mcere mitmachen können. In Folge dieses an (ich mißlichen Umstandes ist übrigens für Oesterreich die cht unvor- theilhafte Folge eingetreten, daß die Tendenz des dortigen Getzetdehgndels fich neuestens Oesterreich zuwendct und den Zug donauaufwarts m das Auge gefaßt hält. Nachrichten aus Braila vom 12. d. M. melden, daß starke Vcrschiffungen von Getreide nach de'"! Banate th„etls,schoxt stattge- funden haben, theils noch bcvoxßehrn und daß ahnen thetlweese mcht sofort aus Mangel an hinreichenden FahrzcuZen entsprochen werden konnte.

Alexandria, August 1853. Dae Prodttktx„Aegyptens Fxnd bekannt- 1ich dermajen noch von keiner großen Bedeutung ZurYenpreußx1chen Handel.

Tie gcriugchuantétäicn, welcbeman x_oondcn Y'port-Arnkcln(Baum- wolle, Wolle", Gummi, Trogurn'») fÜr d1e„euroya1sche Industrie bedarf, geht"" noch immer theils iib_cr Triest, thrils pber England, Wo jene Pro- dukte in großen Massen ausgestapelt und soth Werden,

Bci kleinen Versuchen, die angestellt worden smd, hat es sich indessen erwiesen, daß diese Produkte auf direktem Wege voriheilhaftcr als auf iyrirektcm zu beziehen smd.

Von größexcr Wichtigkeit rst dagegen der Zmporthandcl.

Obwohl die Prxise in checker Zeit durch die steigc-nde Konkurrenz auch hier herabgcdrückt worden sind, so bleibx dieser Handel doch immer beachtungswnth, da die Cousumtion in europaischen industricllcn Erzeug- niffcn bei normalrnZußändcn nothwendigcrtveise zunehmen muß, denn nicht alicin vcmnchrt sich die europäische Kolonée "fortwährend, sondem auch der (Hesckmakk ktr einheimischen Bcvölkcmng gewinnt immcr mehr Termin an den Fabrikatcn ch Occidcnts.

“5" Folge der Bestrebungen, die Fabrikanten in direktcre Verbindung mit hier ctnblirtcn Häusern zu bringen, haben die Geschäftsreisendcn dyn hiesigen Kommissionshäuscm , die gewölzuliä; auch nach Mustern Bestel- lungen aufnehmen, thrilWeise weichen munen.

Mit den Ansprüchen und dem Geschmacke des Landes genauer vcr- traut, und durch ihre fortwährende Anwkscnhcit am Platze in den Stand gesetzt, die Fabrikanten im Zollverein stets in Kenntnis; von den Verände- rungen und Fortschrithn der rivalifirenden fremden Industrie zu halten, sind diese Kommisfionaire, Wenn ste sonst die nö:higcn (Haranticcn darbieten, gewiß dcn Handlungöreisendcu vorzuziehen. Ucberdics wird es ihnen leichter, von den Vermögensverhältnissen Det hirstgcn Abnehmer sich bestimmter zu unterrichtcn, als es den Reisenden, dix alle Jahr fich nur auf kurze Zeit hier aufhalten können, möglich sein dürfte.

Bei allen überseeischen Verbindungen ist ein längeres Kreditgeben nn- vermcidlicl'). Diese Uebelstände kreten daher auch hier, und viclicicht in angedehmcrem Maße, als an anderen übersceöiéhcn Piäßcn hcrvor.

Die Geschäfte mit dem Bazar wickeln fick) in neuerer Zeit häufig erst in 12 bis 16 Monaten ab. '

Jm vetsloffenen Jahre ist ein mit industxiellcn Crzcugniffeu béladencs Schiff direkt aus Danzig hier cingctroffm. Die Ladung bestand aus (He- Wehrcn, Möbeln und Brettern. Für gewöhnlich gelangen jedoch ,Zollvcx- eins-Llrtikrl über Amßerdam, London, Triest, Maxscille und Livvrno nach Aegypten. Diese Waamt Werden daher als holtändische, englische, österreichische 2c, Wanken chstcncrt und als so-“che in die darüber von der Douane geführten Register eingetragen.

Aus diescm Grande ist es dahcr auch sehr schthr, sich eine genaue und detaillirtc Ucbeificht von den importirtcn ,Zollv:reinE-Artike'ln und dcm: Werth zu verschaffen. Nur im Allgémeincn und annähernd ist Folgendes zu bemerken:

Eingeführt Wurde im Jahre 1852 m: Zollvereins-Artikcln:

an Tuchen und anderen wolleneu Stoffen Piaft. Aeg, 1,390000, an Strumpfwaaren do. 600,000, an Seidenzeugcn ' do. 200,000, an Posamentierwaaren do, 400,000, an Quincaillerieen do. 2,000,000, an anderen Artikeln _Zo. 600,000,

' Summa 5,100,000.

Ueber die Fortschritte, Welche in diesen Verbindungen in der lkhten Zeit gemacht worden, und Über dic Aussichten, die noch vorhanden sind, ist Nachstehcndes zu bemerken:

Bekanntlich ist in Prsußen und den Zollvkreinsstaaten der ausgebil- deiste Industriezweig die Fabrication von onenen Waaren, und sind be- sonders die Tuchmanufakturcn bedeutend vorangeschritten. Preußische Tuche nehmen fast auf allen neutralen Märkten die erste Stelle ein. Mehreren preußischen Fabrikanten ist es gelungen, auch a;:f den ägyptischen Märkten ihre Tuche in Ansehen zu bringen. Im verflossenen Jahre hat fich der Absaß von Tuchen in erfreulicher Weise vermehrt.

Es fangen die Araber in neuerer Zeit wiedcx an, mehr Tuche zu tra- gen. Jene Fabrikate werden von den Mittelqualiiätcn an, Wegen der Ap- prxtur, c'zußrren Ausstattung und billigen Preisen allen übrigen vorgezogen. Dte ordmaircn Qualitäten, die indes; im Preise fchrheruntkr gegangen sind, lieferte 730ch Frankreich. Der Absaß hierin nimmt jedoch von Jahrzu Jahr ab. Disse" ordinairen Tuche von ganz grober Wolle und einer brettigen Appretur durften durch eine ähnliche Quajität, in Preußen angefertigt, leicht zu erfeßen sein.

Muster, so wie detaillirte Preise diescr groben Stoffe smd schon mehr- fach Ungesandt worden. Wollene Hosenzeugc (Buckskimz, Satins) wurden von Brunn und Frankreich bezogen. Leider hat der Hampel mit ferlixzcu .sKleidenx detx nxnsaxz in Tuchen besonders bei dcr europäischen Bevölkerung Zrirxcexyetrßckxngt. Boy anderen glgtten Stoffen werden auch hich und in 1852 ? “MUM sachstschm __Thtbets gxkaufx und Jelangten tm Jahre

JLelbfk bedeutendere Quantitateu, wie m fruheren „zahren, hierher,

" gemusterten, gewebten wvllencn Kleiderstoffen ist der Verbrauch

no 11“ ., gekYuftherlZéneWnd“ da dieselben nur von den Wohlhabenderen Europaern

Abnehmer! und es stellte sich heraus, daß die französtschen wollenen Kleider- stoffe far Europäer durch entsprcchxnde sächfische Fabrikate, die billiger als jene stud, nach und nach ganz aus den htefigcn Magazinen verdrängt werden könnten,

. wcnn “stets neue Muster recht zeitig hierher gelangten, und dann die aufge-

nommexxen Bestellungen schnell und nach Bors rift aus rt "

Cs gehorxn daeje vxrschicdene wollenen Kleiderzeucxe der Mdee Lm, wann??? jeder Satson erschemcu sie mit neuen Dessins auch öfter mit Veränderung des éeWches und upter ganz anderen Namen.

(„3 rst daher m Betreff der Qualität und Muster dieser Phantafie- Z-ruge nxur m_)ch hervorzuheben, daß sie durchaus nach den neuesten franzö- mcheu Crscheznungxy angestrtigi Werdrn müssen, wenn sie hier von Damen dte fich an dre partjer Toilette gewöhnt haben, gekauft werden sonen. , * Zn gedruckten-onenen Kleiderstoffcn, so wie gedruckten Mousselines dc laxne m Gayz- und Halbwolle sind dagegen von Zollvereins-Fabrikan- ten htcx noch kcme Relationen eingeleitet worden.

Wenn Zollvereins; Fabrikanten in Mode- Artikrln für die seine Welt auftretcrz wollen, so muffxu ste bei der Anfertigung vrn dergleickyen Luxus- Gegenstandxn darauf Rucksicht nehmen, daß diese nicht für ökonomische beyjelTn'xcrdjm Vdc'tterllxnde5 so??“? für ein verschMnderischcs Publikum be-

mm m , um da er cm «eu eren “olckn'r Modc- ' ärmWeés Justy?" geben. ! , Waaren em nicht 311 " Ya e e, was über bedruckte wollcnc Kleidern: e bcmek ' laßt sich auch auf bedruckte wollcne xmd halbWollexer/üchcr arnxv§1odre?k.n 'Es? lZlexbt 111deffxzx dc-nUngrikanten überlassen, durch Mustersendungen an hie- ßgx Komnymojzjshxnljcr Vcrsuche anzusicllen, und würde es nur sebr cr- wunscht sem konnen, Wenn irgend einer der Industrjxllcn, die sch auf dem égkchtc d,er Moya bew§gen, die UnvollkOMMenheiten des gedachten Zn-

. z'“ - "WZTJchWJtYUt der «are m der Hand recht bald abzuhelscn unter- 0 HalbwUche 'La-(_hsmche J)jöbrl-Da111aste und Tischdecken, die seit einiqcn «ghrcnxcxz [ranzosnchcn vorgezogen wcrden, wurdcn auch im Jahre “18752 Wied?!“ m ““W“, Quantitäten eingefiihrt.

Umprc Serdenzenge des Zollvereins hier nach und nach einzttführen, wurdcrx_1m vxrflossenen Jahre von mehreren Reisenden und hier etablirten Komunjfionmren ,durch „Muster aufs Neue wieder Versuche angestellt. Es hat fich jchch mxt Bksnmmtheit herauSgestellt, daß fie in glatten schwarzen gnyAkouleuxten Taffctca, welche fast nur von den Frauen, die fich lcvan- tm11c9_,klctdcn, gekauft Wkldkn, mit den florcntinischen und selbst franzoWchen Jabxikatcn zyt Zkit noch in kcincr Qualität konkurriren kön- nen. ane Fabrtkatc, entWrx-chen nämlich in Betreff dsr Qualität, Appre- tur, Brett; und sozxsttgcr äußerer Ausstattung den hicsigcn Anforderunqcn noch tn kexncx Wetye; anch waren die Preise durchgehends zu hoch, Üm selbst nnr tlcmc Bestellungenpach jenen Mustern versuckzötvcise anfzunéhmen.

, Wemusterie setdxne chtdcrstoffs, faxonnérte, gestreifte nnd gcblümte leichtseßltlaffl,“ so ww andere scxdene Stoffe in sch1vcreren Qualitäten, scr- mr xetdcne xmt Gold und Silber dmchwirkte Stoffe, tvklche ebenfalls nur voz: den Damen der Harems nnd den Levantincrinnen in oxicnmlischer T1acht gekaufx werken, wztxdcn anch im vergangenen Jahre wicdcr r-on Lyon„ wo dteskr Jxxdnstrtkztvcig bkkanntlich skit qcranmcr Zcit die höch|L A,:tsbxldung crl-atzgt hat, aussch1icßlich bezogen, 'Die Versuche, Welche Von hier aus, sk|t rungen Jahren vielfach gkmacht w::rdcn, nm durch Anleitun- gen kahm zu,!)ewlg-„xn, gedachte Stoffe den hiesigen Anforderungen genii- gxend «*:nzgfcrtjgm, jmd noch bis zur Stunde erfolglos geblieben. Erst vor ;Kurch smy mehreren Fabrikanten Qualitäts-Mus'tcr Nebst dctaiilirtcm Motöchrzmchmß kurch Orc hicsigxn Vertreter zugesandt worden.

(Hajnz !etchte s-“jdenc Zeuge, wic Marzcllinc Und Florcnze, Werden bcjkanntlxch m kcmcm 339er6 so béllig fabrizist, als in dcr (Schweiz, und FYxchnch der Bedarf m den Zollvereinsstaatcn noch immer von dorklm

An dcm Absaye von gemusterten, modernen Scidcn cu en in Glace; yuv Taffct ins dcn Mittchnalitätcn für europäische DaUJcn? dürften die krefeldcr Fabrckapten „ck mit der Zeit bcihcéligcn können, denn diese An- Luhme rech_tfer:1gx fich aus dcn I)“?ustcrsendungen, die im Laufe des xzahres „1802 htcrhcr gesandt wurden, Es Waren die Muster zwar mehr neu!. abcr" [Wohl die Preise als die Qualitäten l1eßeu nichts zu, wunsixhen ubmg, und Wenn dieselben von der leßten Mode ?c'lvesen und hxer fruher angelangt wären, so würde es Wohl gelungen em, Bestelltmgmen xmmch aufzunehmen.

Ruhl ungunsttge, Versuche Wurden in letzterer Zeit mit geblümken und chstxctsten Gaze-Kxctdern von Elberfeld gemacht. Andere halbseidcne Yletderzeugc von dxcsex Stadt und ihrer Umgegend würden hier vielleicht .),Lbsaxz finden, wenn dte betreffenden Fabrikanten von ihren neuen Sachen

„zu jeder Saison vollständige Mnstcrsammlnngcn hcrsendeicn.

Erncucr-te Ve'rsuche, mit halbseidcneu und ganz scidenen Möbelzmtgen des Zollercms hter und in Kairo aufzutreten, mißlangen, da diese Stoffe deu sraztzostschcn Fabrikatcn in jeder Beziehung uachstanden.

Dax ganz scidcncn Vrokat-Möbcxzcuge warm in zu geringer Qualität angeferttgt und auch zu schlecht apprctirt, Wodurch die schönen, brillanten, dcn Lyonern nachgeahmtm Dessins ein ganz ärmlickch Ausftyen bekommen WFT- Dazu |:lltkn sich die Preise noch 20 szcnt höher, als die fran- zot rn.

Erfreulich bleibt cs aber immer, daß Sachsen sich daran gclvagt hat, diesen rcichm, Weltberühmtcn Stoff (Lyon) zu imitiren.

Was die halbseidcncn (Seide und Wolle) sächsischen Möbe]stoffc, wo- Von hier Muster vorgezeigt Wurden, betrifft, so läßt sich über diesen Artikel ungefähr dasselbe bcmcrkcn, was eben iibcr die ganz skidcnen angeführt tvorden; fie crschienen theuercr als die franz'o'stscheu, Weil djc Qualität, welche man zu den antiken brillanten Mustern vemvandt, zu 'on-sen in kei- nem richtigen Verhältniß skand. Die Dejsins nehmen |ck WWW "ick," Ml eleganter aus, als die halbwollenen Möbelstoffcy tvclcke Sachsen vortrefflich zu “fabriziren versteht. -

Glatte, gebleichte und nngcbleichte bamnwollcne Stoffe (Shirting- Greycloth), so wie Tülls, glatte und gcxnUftcrkc MOUssslme, bedruckte Kleider- und Möbel-Kattune wurden in dem letzten Jahre fast ausschließ-

EssandenSÜW?sächstsche,sogenannteCachemirs (franzöfischeImitationenUich aus England be "sogen.

1619

Frankreich lieferte elnjge bedrucktx Mousselinxx. Jaconets mxd Cattune.

Die Schweiz konfiZmrte nux germge Quayntaten yon gestackten Gar- dincn „Moussclinen, femen gesitckten und gewtxkten weißen und cotxleurten Mouffejjn . Kleidern; „dagegen fanden 'schkVUZSr Gmghams, 1chmale 18 Zoll breite gestretfte, stark apprenrte Stoffx, Hier u„nter dezn Namen Printaniére, Cuttge, Moreas bekannt, worm fruher hte: und m Kairo so bedeutende Geschafte gequht Wurdcy, ,kaum noch Abnehmer.,

Man zieht die gedruckten engltjchen ordmmren Kattuye Wegen threr Billigkeit und Weil fie demselben ZWeck entsprechen , jenen schMizcr Stoffen vor. , , -

Wiewohl die Baumwollen-Jndusfrte m den Zollverems- Staaten fich zu heben anfängt und die großartigen Spitmcreien und Druckereien, Welche man am Rheine in's chen zu rufen beabfichtigt, so wie die gleichfalls beabsichtigten öffentlichen Desstnateur-Schulen diesem Industrieztveige noch eine größere Bedeutung zu geben Versprechen, so dürfte dennoch ein län- gerer Zeitraum noch vergehen, ehe man auf neutral»: Märkten in dikskk Industrie zu konkurrircn Vermag. _

Der Bedarf an Luxus-Artikcln, die zur eleganten Toilette cnropäijcher nnd arabischer Frauen gehören, als baumwollene und seidene Tülls, Stickereien, alle Arten seidkncr Bänder, Hauben und Hüte, fertige Sachen ((*-)Us-xctikxnvés), Blumen und andere Coiffnr- Gegenstände wird auch hier wie überall, wo die Mode und der feine nnd pikante (Hxschmack bezahlt tvcxden, aus Frankreich bezogen.

Ordinaire baumwollenc Tülls und Spiyen liefcrte England.

Rothe türkische Mützen (Fcß, Tarbusch) Mrdcu gegenwärtig in Kon- siautinopcl, Tawis, Frankrcich, “talicn Und Oesterrcick) fabrizirt nnd“ Wurde der Bcdarf auch im Jahre 1852 aus genannten Ländern bezogen. Das Fabrikat von Tunis ist zwar das thcnerste, aber zur Zeit immer noch das beliebteste und gesuchtes“.

In Frankreich (OrtsanS) hat man in neuester Zeit in der Anfertigung Dicscs Artikelso große Fortschritte, besonécxs in dcr Faxbc und Qualitäk, gemacht, so das; die frmxzöfischcn Tarbusche denen von Tunis in vielen Bcziehxmgen cht schr Nahe kommen, Der Umsatz) in dikskm NUikkl ist sehr bedkutcnd.

Hm1dschnhe, Sonnen- und cheuschirnw, Spazierstöcke, Krawatten, Gilets, fertige Wäsche für Herren UNd Damen, Parfümerie?" 2c. lieferte größtentheils Frankreich.

Einige scidene Herrcn-Kravatten wurden von Elberfeld bezogen. Auch warden kleine Quantitäten Sammete von der Rheinprovinz geliefert.

Von lackirten und andcren Lcdersorten gelangtcn wieder einige Quan- titäten aus München, die nach Mustern bestellt worden, hierher. Man War mit Preisen und Qualitätcn zufrieden. Frankreich und die Schwciz bkhanptctcn friiher auSschlicßlicl) die lcvantinischen Märktl.

Dic Tkppich-Fabriken in Berlin und Crefeld haben ZWar eincn bcbcu- tcndcn Aufschwung genommen und sich auch bcrcits cinen Absatz nach Außen angebahnt; hier sind aber mit dergleichen Waaren noch keine Ver- suche gemacht Worven.

Indessen haben cht die englischen Tcppichc mit ihren chhaftcn, pracht- vollen Dessms sich hier vollständig Bahn gebrochen, und drohen die Smyr- 11acr großen Teppiche zu verdrängen. '

Zu den gedruckten Tischdecken wird hier Wahrschcinlich cin Absatz) zu ,

erzielen sein.

Einen Hauptabsaßgcgeustand nach den Ländkrn des Orients bildetcn noch immer die Quincaillcrinaarcn von Solingen, Rcmschcid, Iserlohn 2c. und noch bis vor Wenégcn Zahlen bchauptctxn fiese Städw in ordinären Eiscn-, Stahl- und MeZsing-Waarcn sämmtliche Plätze der Levante. Zn

ucucsicr Ztit hat fich dieses giinstige V:“thälinis; leider schr geändert.,

England, Frankreich und Bel ien treten ' ' ' '

angstrteen auf. So liefertge im voriglzerjaeineLHÉÄLZ-L'Yéxiexßmxx

Schlosser,“ Holzschrauben, Tischmeffer nut Elfenbeinschalen .aUe o?

Meß? mtkt PÉranxttebr, 713€)? s?Htreichhölzerbüchsen, t en ran ret : c“tu en 6 er, kleine cl mit " . *

all,: Soxtenoeiserner Nägel. Auch Amerikc? fängt YetaYonLeLZmBZZTkt-jci

mtt Qumcaftllrrieen im Orient zu betheiligm.

Anch_f1nd'cn hjxr ganz feine Quincaillerieen ihre Käufer. Frankreich Versongt 91erm1t alljährlich die hiefigen Magazine.

, s )| bekapnt, wie geschmackvoll und verhältnißmäßig billig 'cergleichen Aztxkel m Parts angefertigt werdcn, und wie thäjig die Franzosen smd, kexne, fremde Kynxmrcnz “aufkommen zu lassen. Dennoch versuchten öster- re1ch1sche Korymtsstons-Retsende mit ähnlichen wiener Fabrikaten aufzutreten. Der Erfqlg dteser Bemühungen fiel indessen ungünstig aus, denn man „über- zexxgte sxch baxly, daß es doch mehr konvmire, jene Artikel, als: feine Bursten und Kammc, Papetericcn, feine leenbeinsacheu, Nippsachm in Bronze zmd guderen Composikionen, Brieftaschen, Postemonnaics, aller- hand ULM? nguren 2c. in Zukunft wieder von Paris kommm zu lassen,

Mit den bekannten steycrschrn Nasirmessem, die hier in Masse abge- sclxzt erchMWmag Wohl kein Land dcheit znkoukurrirkn. Das Dußend wnd [)!-kr mxt 40-45 Kreuzern verkauft.

, D1e_ nurnberger Waarcn genicßen hier noch immer den alten Ruf. Dje- Prctsc dxrselben smd so billig, raß so leicht keine Konkurrenz in diesem Artxkel zu beslirchtcn steht.

Ju Bernstrin-Pcrlcn wurden einige, doch nicht bedcutcnde, direkte Ge- schafte _ gemacht.

Mix Erfolg sind Goldleistsn direkt von Berlin hirrher gesandtwordcn.

Kleme Besuche in Möbeln haben heraUsJestellt, daß die bcrliner Mybel, bei größerer Billigkeit, au Eleganz und Geschmack den pariser Mobcln nicht nachstehen.

Der Vcdarf an GoldsuBsn ist beträchtlich, es ist jsdoch bisher noch mcht gelungen, aus den Vkrkinéstaaten eine WWW zu licfexn, welche den an Je gcstelltcn Aufoxdcmngcn entsprochen hätts“.

JÖuégléxZ-xe éIÜaUspieiy.

Freitag, 30. Ssptcmdcr. Jm Schauspielhausc. “USW Abon- ncments-Vo1'stc['lung. Zum ersten Male: Magnetisch Kuren, Lnstspicl in 4 Aufzügen, von F, W. Hackländer.

Besetzung: GrafSc'l)ön11mrk, Hr. Rott. Die Gräfin, seine Frau, Frau Hoppé“. Gräfin Anna, seine Tochter aus erster Ehe, Fräul, Arens. Baron Steinbach, Hr. Crüscmann. Dic Baronin, Feine Frau, Frau von Lavallade. Eugen von FMM, Neffe des Grafen, Hr. Commcnxz. Ferdinand von Rahden, ein junger AD- vok'at, Hr. Liedtke. Der Kmmnerdicner Des Grafen, Hr. Düffke, Jacob, Bedienter, Hr. Hilfl. Ein Jäger, Hr. Grohmann DieULrWaft. Ort Der HanDlung: Auf “oem Gute des Grafen Schönmaxk.

Kleine Preise: FremDen-Logk 1 RM:; “W Sgr. xc,

Sonnabend, xl. Oktober. Jm Opernhause. (164ste Vorstel- lung): Fidelio, Oper in *..) Abtheilungcn, nach chm anzö'séschmt, von F Treitschkc. Musik von L. van Bccéhovcn. Zwischen Dem ersten und zweiten Akt: OUVkrtiiW zn; Opsr: „Lconore“, von L. van Beethoven, (Fran Röster: Leonore.)

Frcmöcn-Loge “2 RWK, 2c.

Öeééeuxlicher Anzeigex.

5 *x,“-'_„'-'Ye* _.- ,. _...

[1336] Steckbrikf.

Der Schmidcr Gottfried LcSke (auch Leeske genannt) an?- Schwachcnwmde ist eines , _ Diebßahls und der Theilnahme an einem wiffent- 1) dic Parzelle Nr, :I

ck [1264]

lichen Meineide dringend vrrdächtig. ' 2) » ,.

Seiner Vcrhafkuug hat er sich durch die Flucht entzogen.

! )) )) )) 62 » )) » ();-) 5 ) ck.! )) )) 71

Bekanntmachung.

Folgende dcr Königlichen Scehandlnng gßhörige, zu Potödam in Yer Brßndxnburger Vor- , stadt im Bürgkxfcldc an 11211) in der Nähe der Lomserzstmße bélegene Ackerstucke, namltch: 2 des neuen VcrmessungS-Regtstexs von dxr Stadtkarte von 13 M, 30 [IN.

*„ » » » » » » » 2 » 46 » ), » » » » » » » -- » 151 » » » » )) )) » » )) 4 » 32

» » )x » » )) » Z » 103 »

_ Die Behörden wcrden “Wbt- “Us N" LW“ sollsn im Einzelnen öffensliéy meistbietend verkauft Werden, wozu wir einen Termin auf

vigiliren, ihn im Bctrcnmgsfallg scsthaktcn u,nd in das Gefängnis; drs hiesigen Kdn1gl1chcn Krms- gcrichts ab!iefcrn zu lassen.

Dieußag, den 8, Nowember d., J„ Vormittags WM», in dem Ecsckmästélokale u:;sm's Dampfmühlen- Ctablixscnmxts zu. Pytödam anbermxfmt haben, Kans- 1ustégc, Welche hiermit da;» eingeYladcn Werden, können dtc Ltzttatwus- nnd Ve*raußc-rungs-Bcdin-

Zugleich wird Jedermann, chckxr von DM gungen in dcr Gcheémcn Scekyandlungö -Negistramr in dcm Sechandltmgs -(§Zebäude, Jägetstraße

Aufcnthalte dcs Leske Kexxntniß h(1t„zrtr ung?- säumten Anzeige bei dcr nächsten (Hertchts- oder Pölizci-Vchörde aufgefoxdcrt.

Friedcberg i. d. N, M., 26, September 1853,

Der Königliche Staats-Anwalt. Hauschtkck.

zx: cs'thcilcn.

Personal-Bcschreibnug. Der Leske ist kleiner, unterscytcr, ziemlich starker Figur, 35 Jahre alt, hat schwarze Haare [1205] und Augenbrauen und starke Lippcn. Beklcidct

Tuchweste und blauer Tuchmüßc.

Bekanntmachung,

Folgeyde der Königlichen Scehandlnng gehö-

ist er wahrscheinlich mit einem schwarzgriinen rige Grundstücke, nämlich:

Tuchrock, Weißlcinencn Vcinkleidcrn, schwarzer 1) das in der Brandenburger Vorstadt zu i PotSdam auf dem Kiewitt Nr. 1 belegen?-

Nr. 21 [;ck-', so wie b-ci dcr Administration unsers MKL)lcn-Ctabliffcuwnts "in Potsdam,“ eiuschezt. . Dic katere ist ami; beauftragt, die in Rede stchxukßrn Grundstrxcke Kaufxztfixge11, we ste vorhcr in NUJMsÖ-“M nehmen Wollen, nachancis-cn nnd dre MW dmubkr geWunsthe Auskunft,

Boxlin, den 12, Septembcr 1853.

General - Directiop. dcr Scehcmdltmgs Sozjctät. gez. Bloch. Wentzel.

südlich an die Havel und nördlich an die» x Chaussee gränzcnde Grundsiück, besteheud * aus Wohngebäude, Scheune und Stall mic cinem Arxal von 6:1. 18 Morgen 4 IN:!» then Acker, Wiesen und Baustelle;