1883 / 53 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 02 Mar 1883 18:00:01 GMT) scan diff

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3.1 Z 1“- 1

Noibwcndigkeit zu begründin, daß, nacbdém die Véräizderung dc: GescH-gcbung im Jahre 1875 eingetreten sei, der Staat jedenfalls im Intccc-"se der Bildung unserer_Taudfiummen und_Blindcn_, bei der Lehrerbildung und in der Revijion der Anstalten Wirksam einzugreifen dcn Bcruf babe. . _

Bevor ich nun auf die beiden Punkte, Welxbe der _accbrie Herr Vorredner angeregt bat, übergebe, möchte ich noch, gewäsermaßen in Parentbcie. anführen, daß das Svstcm, n'clckoes der Herr Adcxeordnete im Eingang seiner Rede so warm empfahl, das deuxsc'oe ut. Wir 'wolicn uns Deuische den Ruhm, diese?: System ausgebildet zu haben, nicht nebmen laffcn, und können es mtt Stolz verzeichnen, daß es auf dcm Mailänder Kongreß io warme Ankrkennung gefunden hat. Ich habe vor ciniacn Jabren in dem Ccnttalblatt i_ür Unterrichtsverwal- Luna einen größeren Uisatz veröffentlichen lünen, iu welchem die maß-zebendcn GesichtsUmkte und Erfahrunget), welcbe m_!f d_e_m Mat- !ändcr Kongrcffe zu Tage getreten sind, _zmdmmengefaßt [ind. und bitte, kiefcm Aufsatz di-x geneigte Aufmerkmmkeit zu;,u'venden. Ueber- aebend auf die beid-én Punkte, weiche die spezicllcn Wünsche des Herrn VorrednerI entbiekicn, so ist cntichieden der wichtigste yon ihnen der Sri-ulmmna Der aecbrte Heer Abgeordnete wird m1ch nzcht_mrfz- Beisieben, worm ich ibm darauf erwidere, daß er sich durch dre gunsti-

gen Verbä[::=.iffe seiner Höimatbsx'rovinz vielleichi etrvas_ bat Bkäjudiiircn lasén. ZT!) habe hier in meinen Handen die iic-beriickx't über die Zahl der Taubstummcn, Welche

auf den awédrückiiäzcn Wunq'ä,» dcr linierricbtsvexwalturzg bei _Gelegxn- beit dsr [(T-im Volkszäbluna attfgesteüt kwrden ist, _rvetl eYimr bcreits damals Bedürikis; War, die Zahl der nicht vollfinmgen Ktqdcr kcnn_en zu Lcrncn. Wii? haben nach dicser Ucbcr1icht unxer _dcn Kindern im Alter von “6 bis 14 Jahren. also im ichulpfll_chitgen§llter, unter 5503 970 Kindern 7294 taubstumin. Sie vertheilcn [[ck aber 1111- Nemcin nngleitbmäßig auf die einzelnen Provinzen. _Jn der Provrnz „Hannover, dercn Verhältnisse dsm Hrg. Abg. (_Hötimg wobb anz ge- naucsicn bekannt sind, ist das Verhältniß allgemein ein recht gunsitges; es find n("nniicb dort unter 417 273 Kindern im Alter Von 6 bis 14 34151611 355 taubstumm. Nehmen wir abcrandcrc Provinzen und vor allen die PkÖVikiZON, dieich aus eigencruximitielbarer Pra is kennen gelernt habe, so gcsinixki sicb [eidcr das Verhältnißdort erde lich ungünstiger; wn: baben in Osiprcußen unter 400617 Kindern 1001 taybstumme und in WOsÉOWUßen uwicr 303 657 Kindern gar 1176 taubstgmme. Die Herren, Mladen die dortigen Verhältniss: näbcr channt_ imd, werden “sicb ('t11*[“inncn, dai"; Cndc der SeÖSziger Jahre d1e_epi_dem1sche (HZ?- nickstaxre dis furchtbare Ausbreitung batte, wi-“lchcr wrr im Osten die enorme Zabl ta'abstummcr Kinde; zuschreiben müssen. Die Genick- starre trat zu-ersi auf in den Krci[en links der Weichsel und drang nachbs-“x in den Kreis binkin, dcn ick) damals zu verwalten bcxtie. Ick “kann kcrsickxcrn, fcbmcrzlichere Erfahrungen, als ich auf die7cm Ge- biete sammeln mußte, werden kaum je andeer gemacht sein. Und noch sch1émmcr stand es in meinem Nachbarkreise Anger- bUrg, wo Weit über 100 Kinder durch diese Epidemie taubstumm wurden. Wir müssen dankbar anerkenven, das; die Gesetzgebung und 'die Energie Unserer Provinziaiverbändc diesem Ucbelstande ein offenes Au-Je 410191de Hat, aber bei allem Entgegenkommen der Provinzial- itände ist es nicht möglich gemescn, sofort so viel Aqstaktcn ins Leben zu micii, daß alle Kinder im bildungsfäbigen Alter einer solchen hätten überwiesen werden können. Das; darin ein gro er Uebelstand lag, wird Niand verkennen wollen. Aber diesen Uebe siand io rasch zu heben, als die Kinder noch im bildungsfäbißen Alter [ich befanden, war auch bki äußerster Anstrengung aller Kräfte nicht möglich. Ich gebe dcm errn Vorredner die Versicherung, daß es mir unendlich trauria gcmeien ist, die zahlreichen Kinder in Ostpreußen zu sehen, die nicht entwickelt Werden konnten, nicht etwa rveil es! an Bereit- wiliigkcit Sciiins der Eltern und Gemeinden gefcblt hätte, sondern weil es einiU-É) unmöglich war; Weil es an Anstalten feblte, an Lcdrern u. dergl. Ick erwähne das einmal, um mein Jntercffe für den ngMitand hier noch einmal zu bekunden, zweitens aber aucb, um den Herrn Vorredner darauf auimerkmm zu machen, daß ein Wizwang - angenommen, ich könnte ihn rcglcmentarisch ein- führen - bei “den gegenwäriigan Vsrhältniffcn noch an der Unmög- lichkeit der “Einführung scheitern müßte. Die Provinzen, in denen es steht Wie in Ostpreußen, find heute noch genöthigi, in umfang- reichcr Weiie die Privatwohlibätigkeit insofern in Ans *rucb zu nehmen, als nébcn chi "Anstalten der Provinz noch Vereine 1 äiig sind, die in privater F*Iirwrcw die von der Provinz nicht zu versorgenden Kinder in ihre 'Obkbu-É nebmen. Wie die Provinzen ihre Taub- stummcnvcr'idrgungen eingerickotet haben, beruht zum Theil auch auf _dcr gsfchickxilichen Entwickelung, welchc gerade in dcr onvrnz_ Haynober. Wo Sie das Glück haben, mit großen Anstalten zg opcxircn, iich“bc;io:1ders giinsti gestaltet hat. In anderen Pro- vxnzcn bai sieh “das anders gema t, ich erinnere an Sckylcsikn, wo die Taubitummenfü-rsdrge im wesentlichen eine Vercinstbätigkeit isi, ivo noch gcgenwäxrttg im großkn (Ganzen die Provinzialverival- “tung “iich ÖTWUf bcscbränkt, Unterstüyungen an die Vereine zu__Zewäbrcn. Jr) der 5Y_rovinz Brandenburg werden auch Zu- fchune _an “Vcremc getrabrt, es sind auch vielfach Kinder eincm emzeknen Lehrxr zur Ausbildung überwiesen, und es wird ja der Natur _dcr_E_achc nach immer noch Jahrzsbnie dauern, bis sich cm trieb“: *NnHU-Lllcbek Zustand aus diesen Verschiedenen Anstrengungen cntn*1ckeli. Saivcit Cs irgend möglich gewesen ist - und ich danke den "Provixzialvexbänbxn das dabei bcwicseiie Entgegenkommen -- hab? ich “durcb Re:wifioxen, _die ick) nicht ailein dnrch meinen Raik), der daxitt bcmchiragt_worden ist, sondern auch in dessen Begleitung durck) beiondcrs „quairfizarteUUd auSgezeichnete Direktoren von Provinzial- Ta1151tu_m;na:xcznitc-11en babe vornehmen laiscn, doch vielfach schon dabii: Wirkzz: konnex, daß mehr nach einbeitlichen Prinzipien verfahren wxrd. Ick könnte einc__.Reil)e von Provinzen nennen, welcbe in ent- gegxxiüßmmeiiixfter ?Wene__ den dici[eitigen Rathscbläg-en und An- ibc'tsungcn nachg_e'kommcn :“;md und dir: Unterrichtsanstas1en so einge- rtÖt-Zt Haben, Wie ich und diejenigen Techniker, deren Rath ich mich dabei e*cfreute, “für d,:ts 'RiÉTige erachteten.

DST Schiuß MinerB-"emxrkungen man nocb die Frage berühren, obs?- noibwendig rrst, ww fruher, eine Generalinfpektion für das Taubiimnmenwi'ien_ewtreten zu lassen, darauf wies, wie es schien, “O_er Ox. Abg. GHW" hin. Ich bemerke daxu, daß dikse ganzeFragc fur m_tcb m:1_Gegent_a:nd des Versuchs ist, Es kdmmt natürlich stets “daraux M, im" dte_TrchUge Sche den ricbiigen Mamu zu finden, und Wenn 191) mm ix_) uberblicke, wie ich in den leßien 2 Iabren doch WesentTixe vorrr-czris gckomnzen Bin auf diesem Gebiite, so glaube ich, dqß de_r 192,6 !)cstxkycnde Zustand im Allgemeinen sicb bewährt. Jcb 113111 rxtcbt uneZwabni lumen, daß ich mich keineswegs beschränke auf "_dte[_enjge41 K*raste,_d1e mich unmiÉtelbar umgebcn, smidcrn da?“; mir in jechn 2111964151th a41ch die besten Kräfte zur Verfügung stehen, welcbe m_ den Provinzen auf diesaxn Gebiete tbätig sind. Sollte ich durch mcme spateren Erfabmngcn dahin kommen, daß ein Spezial- beamter _ (i_nßeft-xllt werden mxß, so ist _ allerdings mein Ideal 11951): emen _ spezteiien Tgubstummenimpcktor zu haHen “sondern crnxn (Hanlmsvektor für “den Unterricht aller nicht 9911- 7m_nrgen KMOLZ. ich rechne dazu die Blinden und auch die Idioten. Sie werden nach nicht mißverftehin, wenn ich Ihnen sage, daß ich etn_e “dazu vonommen qualifizirte Persönlichkeit bis dahin noch nicht auxgefnnden bcibe._ Sollte der Hr. Abg. (Götting mir hervorragend geemnete Perfonltcbkeiten nennen können, so würde ich ihm sehr dankbar sem. _Jedeniails babe ich in der ganzen Angelegenheit nur den Witnsch,_dtx großesiIntereffen, die mir mit unterstellt sind. zu iöédern, personliche Beziehungen können daßei nicht den Ausschlag ge en.

Dieser sowie TitelZL „für Waisenhäuser 94 201 . 4“ wur- den bewilligt.

Den Tit. 33, „Zuschüsse für Fartbildungsscbuken 182 000 24“ beantragte die Budgetkommission unverändert zu genehyngen. Der Referent Abg. Gxaf zu Limburg-Stirum gab die _Gesammtstequenz dieser Schulen auf 68 766 an, eine Zahl, die den geforderten Zuschuß gewiß rechtfertige, wenn derselbe auch Wiederum, nachdem man ihn im vorigen Jahre

bikeits um 20 000 „44 erhöht habe, ein“", Mehrfordcrung von 19 849 „14 enthalte. _ -

Der Abg. Wißmann bat den Minister, die Fortbildungs- schulen und speziell die seiner Heimat!) Nassau, die fich vor- trefflich bewährt haben, auch fernerhin in ihrer weiteren Aus- breitung durch Zuschüffe unterstützen zu wollen.

Die Mehrforderung wird bewiÜigt.

Kapitel 122 enthält für Kunst und Wissenschaft eine Ge- sammtsorderung von 2 782 434 9-14, 43 974 „[ck mehr als im Vorjahre.

Im Titel 1 sind an Veamtengehäliern fiir die Kunst- museen in Berlin 195 095 „44 auMeworfen.

Dcr Abg. Kauffmann bemerkte, daß den Mißständen, die früh-sr beim hiesigen Kupferstichkabinet gehsrrfcht hätten, bereits in erfreulicher Weise abgeholfen sei, Fahre die: Verwaltung mit derselben Energie fort in der Einführung besserer Einrichtun- gen, dann werde das Kupferstichkabinet in einigen Jahren allen gerechten Ansprüchen genügen. Man müsse dem Endziel zustreben, das Kupferstichkabinet in ein großes Archiv aller graphischen Künste zu verwandeln. Jm höchsten Grade anerkennenswerth sei der Erwerb der Hamilton- schen Sammlung, welche geradezu unschäßbare Handschriften und Kunstwerke enthalte. Er spreche der Verwaltung für diesen Erwerb und für die Energie, die sie dabei unter Leitung Sr. Kaiserlichen und Königlichen Hohsit dLS Kronprinzen entfaltet habe, seinen wärmsten Dank aus, und könne nur noch wünschen, daß die Botticeüi'schen Dante-Zeichnungen durch Publikixtion des Werkes auch weiteren Kreisen zugänglich ge- macht würden. .

Der Abg. Graf zu Limburg-Stirum regte die Frage an, ob es nicht mit Hülfe des elektrischen Lichts gelingen wiirde, die Kunstmuseen auch Abends dem Publikum zugänglich zu machen. Es wäre damit einem weitgehendc-n öffentlichen Be- dürfniß abgeholfen.

Der Staats-Minisier von Goßler erwideite, die ganze Frage der Anwendung elektrischer Beleuchtung spiele für sein Ressort eine entscheidende Rolle. Er habe sieben oder acht Konnnissarien aus den verschiedgnen Zweigen der Unterrichts: verwaltung auf die leßte Ausstellung für Elektrizität nach München gesandt, habe bei elektrischem Licht malen und zsichnen lassen und hoffe, namentlich fiir den Kunstunterricht werde diese Beleuchtung ein entschdidender Fortschritt sein. Der Wunsch einer elektrischen Beleuchtung der Museen habe aber in diesem C'tat noch nicht verwirklicht werden können. Dem Abg. Kauffmann danke er für seine freundlichen Worte. Die Publikation des BotticeÜi'scben Dante aus der Hamilton- schen Sammlung sei bereits im Werke.

Der Abg. Schmidt (Stettin) erwiderte dem Minister, daß schon lange_ die Räume des British-Museum in London auch ohne echktrischßs Licht zur Bsnußung Abends geöffnet seien. Es empsehle sich ferner zur Erwägung, ob nicht auch die Archiv: und das Lesezimmer der Königlichen Bibliothek in Berlin des Abends zur Benutzung nestellt werden könnten. Zn_ den StaatHarchiven solle sich bis jéßt keine einzige Lampe befinden; gewxß müsse dabei _an die Feuergeiährlichkeit bei Abendbenußung besonders Rücksicht genommen werden.

_ Der Abg. Freiherr von Heerkman bemerkte, daß die elek- txifck)? Erleztckztung der Museen sehr kostspielig und auch ge- fahrlick) sem würde; deshalb möge man diese Sache genau prüfen und e_rwägen, ob es nicht besser sei, die Sammlungen gxößexen Kreisen durch längere Besuchsieit an Sonntagen zu- giinglicl) zu machen. Zu Studienzwecken sei das Betrachten der elektrischem Licht überhaupt nicht genügend.

Der Titel wurde bßwilliat. '

Hierauf vertagte das Haus um 81/2 Uhr die weitere Berathung auf 71/2 Uhr Abends.

_ In der gestrigen Abendsißung des Hauses der Abgeordnxten, welcher dsr Minister der geistlichen 2c. leigelegenheiten von Goßler sowie mehrere? Kommissarien bexwohnten, wurde die zweite Berathung des Staatshaus- haltsthaxs pro 1883/84 mit der Diskussion des Etats des Ministeriums der geistlichen 2c. Angelegenheiten (dauernde Ausxxaben Kap. 122) fortaeseßt.

Zum Kap. 122 Tit. 4 (zur Vermehrung und Unter- haltung der _Sammlungen der Berliner Museen.“- svrach der Y_bg, Dr._Retchknfperger (Cöln) zunächst seine“ Bedenken gegen die elektrische Beleuchtung der Museen aus, und äußerte dann den Wunsch, daß aus der Bkrliner Gemäldegalsrie eine An- zahl von minder bedeutungSvoUen Gemälden entfernt werden moge,_ damxt fü; neue Acquisitionen Plaß gewonnen werde. Er _wünsche, daß 111 Zukunft nur immer dio bestsn Kunstwerke 1x: [edeni Genre erworben würden. Redner machte schließlich eme Reihe von Vorschlägen, wie man am wirksamsten die Kunstbestrebungen fördern könne.

Der Abg. von UechtriY-Steinkirch wünschte Erwyrbungen Zeréchtetdener Werke neuerer Meister für das Kupferstich-

a me.

Aizf bezügliche Anfragen der Abag. Kaufmann und ])1", Reichenspxrger (Cöln) erwiderte der Regierungskommiffar Geheime chrerungs-Rath 1)r. Jordan, die Regierung suche 11111 allen Kräften die Monumental- und Architekturmalerei zu fordern_ und_ vxrwende die hierfür zur Verfügung stehenden Fonds m weitesten! Umfange.

_ 59er Abg._Spahn wünschte Beschleunigung der Vorarbeiten im,“ die Renovirung des Schlosses zu Marienburg. Es handele slch luer um em wahrhaft nationales Weck.

Dey Abg. Frhr. von Minnigerode betonte die Noth- mendxgkett, daß a_uch eine lebhafte Vrivatthätigkeit für den Y_usvau der Marienburg geweckt werde. Die Marienburg ist des allgemeinen Interesses ebenso würdig, wie der Cölner und Hilmer Dom. 1) M __

ierauf nahm er ini er der geistli en 2c. An ele en- heiten von Goßler, wie folgt, das Wort?!) g [3

Meine Herren! Die warmen Worte, Welche die beiden Herren Vorrxdner dem Projekt der Wiederherstellung des Hochschloffes von Mcxrtenburg genzidxnct haben, haben mich auf das Sympathiscbste beruhrt. Soweit ich in diesem Jane meine Person von der Staats-

":mniges Herzensbedürfniß ist, an der Wicderentstehun die s - zr_tigen_Bauwerkes unseres Vaterlandes an meinem besckéeidch; WHA W'Wlckenit H R d :“ [cht v ß er er e err e ner wm , (: ich ihm Auskunt ebe, n' augcnlzlicklich die Arbeiter) liegen. Ick glaube, wenn der Leesbrte Heikx die Gute_gehabt hatte, die ausliegenden Pläne einzusehen, würde er fich vieUeuht noob eingehender informrrt haben, als ich das im Augen- bltbck thun kann, ohne die Geduld des Hauses zu sehr in Anspruch zu ne men. Die Mittel sind erbeten und bewilligt im Extraordinarum für den theilweisen' Ausbau des sogenannten nördliclyen Theils des Hoch- scbloffes, Das Hochschloß, meine Herren, tri ein gewaltiacr, vier-

eckiger Zicgelbau, welcher im fortifikaiorisÖen Sinne gewissermaßen

(J"egierung loslösen kann, kann ich nur saaen, daß es mir persönlichein *

]

die Citadelle darstellt“ es ist der größte Vertbeidigungsbau, den wir überhaupt im Osten baden. In diesem Nordtheile befindet sich aus- gebaut nach unten hin die sogenannte AnnakaVelle, in welcher sich

eine Reihe von ochmeister-Begräbnißstelien befinden; darüber die große Marienkape e, und zwar die alte und in ihrer Ausdehnung die neuere, jetzt in einem einheitlichen Bau vereinigt. In diese Mgrien- kapelle tritt man ein vermittelst eines zweistöckiaen Kreuzgangsflugels, welcbex vermittelst der sogenannten goldenen Pforte unmittelbar in das Kirchenschiff einführt.

Die AnnakaveUe, die Marienkapelle, dieser Kreuzgangflügek und- die goldene Pforte mit der binauffübrenden Treppe sind diejenigen Objekte, für welcbe Sie im vorigen Jahre die erste Rate bewilligt haben, und für deren Ausführung wir jeßt die zweite Rate erbitten.

Sclbstverständlich ist bei diesem ßroßaitigen Werke, ich möchte sagen schon vom kunsthistoriscben Standpunkt und vom historischen Standpunkt überhaupt aus das Bestreben gewesen, Klarheit zu schaffen über die Konstruktion dieses großartigen Baues. Die Zerstörungen, die zum Theil durch UtilitätSbautcn, welcbe bincingefügt wurden, herbeigeführt sind, sind so großartig gewcsén, daß es sehr schwer ist, sich nach allen Richtung2n von vornherein ein klares Bild zu machen, nne es früher geroesen ist. Es find nichtnur die Gewölbe zerstört, es sind nicht nur die Etagen neu durcbgelegt wvrden, sondern es sind soaar eine große Reibe Fundnmcntfteine entfernt worden. Dem bingebcnden Fleiß des früheren und des jeyigcn Baumeisters ist es gelungen, ein ziemlich klares Bild zu bekommen, und ich kann nur so viel versichern, daß die frühere Besorgniß, als ob wir in dem großartigen BefestigungÖbau nicht:? haben als Etagen, zu dem Zwecke errichtet; um große Truppcnmaffen aufzusteiicn, daß diese Besorgniß als beseitigt zu betrachten ist. In den oberen Swckwerfen befindet. 1"in eine _so große Anzahl der schönsten angemessen konstruirten Räume, Wie wir fie n_ur in dem Hochmeisterschloß haben. Unmittel- bar anschließend an die Marienkapeue hat man den großen Rcmter entdeckt, in Welchem die Wahlen und Huldigungen dcr Hochmeister“ stattgefunden haben, einen Remter, welcher mittelst des Kreuzganaes er zweiten Etage in Verbindung steht mit der Marienkapelie. So laßt sich noch eine große Reihe Von anderen großartigen Bauten rekon- struiren. Im Anschluß an den Rentier findex sicb mittelst eines sehr inter- essanten verdeckten Ueberganges der sogenannte .Danziger“, einer der- wesentlichsten Vortheidigungsthürme, der besonders charakteristisch für die alte Marienburg ist.

Ick könnte bei dem hohen Interesse, w21ches ich an der Sache Habe, noch stundenlang darüber svrechen, ick) will aber nur andeuten, daß alle Mittel versucht wvrden sind, um die Rekonstruktion hcrbei- zufubxen, daß es auch gelungen ist, sehr Werthvoile, kunsthistorische und literarische Notizen herbeizuschaffen, W;“[Öc dan Versuch, dieses große Bauwxrk wiederhcrzustelicn, erleichtern. Die Entschließung, ob und was ivctter zu geschehen bat hinsichtlich dcr Restauration des Hochmeisterscbloffes, muß vor der Anmeldimg des nächsten Staats- haushaltOEtats stattfinden. In diesem Stadium Werden Sie mir“ zu n11tebaiten,_Wenn tch auf die FWJL, was die Staatsregierung beabfichttg_t, _ eme unmittelbare Antmort nicbt eriheile. Wie- tcb_ perwnlcck; zu der Sache siehe, werden Sie aus meiner) Worten entnehmen, aber ich bin doch ein Mitgiied der Stacitsregierung und muß mich nach der Decke strecken, txebche finanziell über uns gcbreitet ist. Wie sich die An- gxlkgenbett m den nachsten Monaten regelt, kann ich daher nicht w1ffen,_ aber daß kann ich versichern, daß das Interesse an diesem Binz enz sehr weitgehendcs ist und in außerordentlich hohe Kreise" bincmrktcbt. Meine Herren! Die biiden Comiiés, von denen der Herr_Vorredner [;_esprocben hat, sind in voller Thätigkeit, die Orga- nisation dcs Marienburger Vereins, seine Bestrebungen sind mir be- kcznnt, und ich habe eingehend mit ihm verhandelt. Auch mit dem hiesigen Ost- und Westpreußenverein babe ich persönlich Berührung gewonnen, und ich hoffe, daß es mir in nächster Zeit gelingen wird„ 11111 etwas_fesi_eren Vorschlägen bervorzutreten. Ick bedarf dazu noch einer Exmacbttgung, über_ die ich mich jetZt nicht aussprechen kann, aber Ste_wexden dus meinen Mittheilungen den Eindruck gewinnen,. daß bes tmr em dringendes Bedürfnis; ist, an diesem Werke theil- zune ,mcn.

Was die Bedeutung des Werkes anbetriffi, so ist es das größte Profanbauwerk, von dem ich im Norden unseres Vaterlandes Kunde babe,_emProfanbau von so großartiger Bedeutung. so charakteristisch fiir etnen_ großariigen, nie wiederkehrenden Kunststil, für eine geschicht- liche Periode, die ganz abgeschlossen hinter uns liegt und niemals wiedexkommen kann, das;, wer den Bau nicht kennt, ihn sicb nicbt ausreichend vorstellen_ kann und man muß schon weit gehen in Europa, um eme Parallele_fitr diesxs Bauwerk zu finden.

Ich glgube hiermit den Wünschen des geehrten Herrn Vor- redners ent1prochen zu haben und schlieFe damit.

Der Abg.1)r. Reichenfperger (Cöln) dankte dem Minister für- dessen _Worte und bemerkt; dabei, daß diemodernen Architekten sehr v1el_ von dem Baumeister der Marienburg lernen könnten,. und_e_r1hnen dieses Bauwerk daer zum recht eingehenden Stadium erztpiehle. _

Der T_ltCZl, sonne das Kapitel bis zum Schluß wurde darauf bemilligt. _ _

Zu Kap. 123 (Technisches Uxiterrichtswesen) bemängelte. der Abg.Frhr. von Mmmgerode die bisherigen Bestimmungen über die Zulassung zum Besuch der technisch211Hochschulen. EH müsse namentlich _der_Ueberschwemmung dieser Anstalten mit Ober-Realschgl=21b1tuxienten entgegengewirkt werden; der Zudrang zu txchmschen Fachern sei an_ sich schon erheblich.

Der Regierungskozmmffixr Geheime Ober-Regierungs- Rath 1)r. threnpfenmg ertyiderte, dsr Minister gehe nicht von der Ansicht aus, daß die OberWealschulen im Vergleich 315 qnderen Schuleri -mit neunjährigem Kursus Anstalten niedriger Ordnung seien, auch sei das Kontingent der Ober- Reglwhul-Abrturienten auf den technischen Hochschulen nur sehr gering.

_ Der Abg. Dr. MJA? (Breslau) bemerkt?, er könne nur eme Erweiterung der erechtigungen für die Ober-Realschulen wünschen. Leßtere_ müßtsn überhaupt im Wesentlichen mit den Gymnasien gleichgestellt werden.

D_er Abg.1)r. Windthbrst trat dem Vorredner entgegen, der- selbe fuhrte aus, daß er_ 1ür_Ybschaffung der Realgymnasien sei. Diese Schulen zögen viele [111199 Leute an und brächte sie uns in das Bazifach, daher der iibermäßige Zudrang zu diesem Beruf: Diese Art Schüler seien überhaupt der sogenannten qubbildqng fehr aysgesxßt. Wer das Baufach studiren wolle, miz_sse mindestens in einer gltdn Sprache seine Verstandes- scharfe geübt haben. Durch dte 198191: zu große Matinigfaltig- ke.t der_Schulen meide Flachheit und Oberflächlichkeu nur zu sehr befördert. _ _ _ _

O_as quitel bis T1tel19 inkl. wurde bemiuigt, und hier- auf die weitere Berathung um 101/2 Uhr bis Freitag 11 Uhr vertagt.

R anseraie für den Deutschen Reichs- und Königl Preuß. Staats-Anzeiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königliche Expedition

des Drumhen Reicbs-Juzeigerx uud königlich preußischen “.'-t aats-Anzeiger- : Berlin ZW., Wilhelm-Straße Nr. 32. R

Steckbriefe und Uutersuchungö=Sachem

Steckbrief. Gegen den unten beschriebenen Ar- beiter OSear Heinrich Carl Schiele, am 20. April 1855 zu Seifersdorf geboren, welcher sich verborgen hält, ist die Untersuchungsbaft_ wechn wiederholten Diebstahls und Unterschlagung m aotjs 84. (3. 479. 83. .1. 117.9. 670. 82. verbangi. Es wird ersucht, denselben zu de_rbaften und_m das Untersuchungsxzefännnif; zu Berlin, 'Uli-_Moabtt 11/12, RW„ abzuliefern. Verliu,_Al_t-Moabit11/12(_1§197.), den 26. Februar 1883. .Kömgltches “lmtßgericht ]., Abtheiluna 84. Beschretbuug:_A1tec 27 Jahre, Größe 1,72 111, Sjatur krafttg, Haare braun, Stirn bock), breit, brauner Vollba_r1, Augenbrauen blond, Augen braun, Nase_ kurz,_dick, Mund groß, Zähne vvÜsiändig, Kinn brett, Ge11cht oval, Gesichts- farbe blaß, Sprache: deutsch. Besondere Kennzeichen: Auf dem Kinn 2 bobnengroßc Leberfleckc.

Steckbriefs-Erlcdigung. Der aegen den Dach- decker Carl Albert Gustav Senswher _aus Brandenburg a. H. Mgen wiederholten einfachen Dzeb- stahls unter dem 22. Januar 1883 erlancne Steckbrief wird zurückgenommen. PotSham, den 26. Februar 1883. Der Untersuchungsrichter bei dem Königlichen Landgericht.

Subhastationen, Aufgebote, Vor- laduugen u. dergl.

[9434] Oeffentlnhe Zustellung.

Die Kleinkinderbcwabranstalt zu Orb, vertreten durch den Viagistratsratb quob Walter daselbst, klagt gegen die Eheleute Tagldbner Adam Schreiber und Eva, geb. Weisbecksr, fruher zu Orb, [etzt un- bekannten AufenthaltSoris, _

wegen rückständiger Zinsen aus einem Hypotheken- kapitale von 300 „M mit dem Anfrage auf Ver- urtbeilung der Beklagten zur Zahlung yon _15 ck zur Vermeidung der Ziyangsvolljireckung m die ver- pfändeten Grundstücke Pl. Nr. 4624, 7533 u. 6843 Wiese in den Wegwiesen bez_w. Acker am Kaffelberg und Molkenberq, und ladet dic Verklagien zur mund- 1ichen Verhandlung des Rechtsstreits vor das Königliche Amtöaericbt zu Orb auf

den 9. Mai 1883, Vormittags 9 Uhr._

Zum Zwecke der öffentlichen Zustellung wird dieser Au6zug der Klage bekannt gemacht.

Orb, den 16. Febtuar 1883.

Rosenbaum, Gerichtsscbreiber des Königlichen Amtsgerichts. [9667] Oeffentliche Zustellung. _ __

Der Nikolaus Mayer, Eastwirtb und Bterbandler zu Forbach, klagt gegen den Nikolaus Altmayer, Wirth, früher zu Merlenbach, jeßt obne bekannten Wohn: und Aufenthaltsort, aus Kauf und Ueber- lieferung von Bier, mit dem Antrage auf Verur- tbeilung des Beklagten zur Zahlung von 144,72 „14 nebst 50/0 Zinsen vom Tage der_Klagezustellung an und ladet den Beklagten zur m_txndlicben Verhand- luna des Rechtsstreits vor das Kaqerlicbe Amtsgericht zu Forbaäj i. Lothringen auf

Donnerstag, den 19. April 1883, Vormittags „9 Uhr.

Zum Zwecke dex öffentlichen „Zustellung wird

die1er Aakzug der Klage bexannt gemacht,

ctrl, Gerichtsschreiber dcs Kaiserlichen Amtsgerichts.

[9645] Oeffentlickjc ustelluug.

Der Sattler Wilhelm iese zu Rellingbausen, als Vollstrecker des Testamsnis der Wittwe Johann Lindcmann, Helene, geb. Schulte, von Steele und Vertreter von deren Erben, vertreten durch den RechtSanrvalt Bendix zu Werden, klagt genen ? die Eheleute Schreiner Carl Schmidt und Cbritina, geb. Wiek, zu Fischlakcn, 2) den Steiger Friedrich Rolland in Kray, 3) die Eheleute Bergmann Johann Rose und Christine, geb. Rolland, in Kray, 4) die Eheleute Fabrikarbeiter Fricdrick) Baty und Wil- hxlnxine, geb. Rolland, in Stcele, 5) die minder- ]abrtge Bertha Roliand, vertreten durch ihren Vor- mund Anton Kleinscbnittger in Kupferdreb, 6) den Yergxnmzn Heinrich Rolland in Amerika, weaen ruckstandtger Zinsen für die Zeit vom ]. NoVember 1881 bis dahin 1882 aus Daxlebnsforderunaen, welcbe aiif ds_n v_erpfändetcn Grundstücken der Beklagten für die klagertsche Erblasserin, Wittwe Lindemann, ein- getragen stehen, mit dem Antrage auf Verurtbeilung der) Beklagten zur Zahlung von 116,25 .“ bei Ver- meidung der_ ZwangSvoUstreckung in die im Grund- buch vvn Hmeeck Band 18.13. Blatt 48 LTFZKQ' genen (Grundstücke Hinsbeck; Flur ]. Nr'Üi? 747 441 442 443 .“ 147- 146,147,153 und 147, 153 ""d ladet d“ Beilagten zur mündlichen Verhandlung des Rechts- streits vor das Königliche Amtherichts zu Werden a. d. Rubr auf

den 30. Mai 1883, Vormittags 10 Uhr.

Zug: Zwecke der öffcnilicheu Zustelluna an den

cinrtcb Roliand in Amerika wird dieser Außzug der Klage bekannt gemacht.

_ E i ssi n g , Gerichtsscbreiber des Königlichen Amtherichts. [9647] Oeffentliche Zustellung.

( uszua.

In Sachen der ledigen Dienstmagd Margaretha Bloß vor) Regelsbacb und der Curatel über deren außereheliches Kind Anna Regina gegen den Bauern- sohn Georg Wolfgang Kretschmann von Rebdorf, nun unbekannten Aufenthalts, wegen Vaterschafts- anerkennung und Alimentleistung 2c. wurde durch _Beschluß des Kgl. YmtSJericbts Cadolzburg vom 25. Februar enn". gemaß §§. 186 11. ff. der R. E. P. O. offentlickoe Zm'ieliung der Klage vom 13. dieses an den Beilagten bewilligt.

___Jn dieser Klage ist beantragt, nacb verbandelter Sache den Beklagten zu verurtbeilen:

1. 8158014511817; 111141 Untersuehuan-Zacbsn. 2. Zudbastat-ioueu, Qufgcxbote, Porlaäuanu 11. (1er1. 3. 7611151116, serpaebtuug'sn. meissiouen ata. 4. Uerloosung, .4m01t18at1011 211182611111113' X 11. 8. "'. 7011 6116110105611 kapieren.

kennen und demselben dgs gesetzlich besébränkte Erbrecht in den deremsttgen Nachlaß des Be- klagten nach den Bestimmungen des preußischen Landrecbtcs einzuräumen;

2) einen, in vierteljährigcn Fristen vorauszabl- bar, bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahre des Kindes zu entrichtenden Ylimxntationsbeitrag von zivei Mark fünfzig Pfennig wöchentlick] zu zahlen; _ _

3) das seinerzeitige Scisulgcld zu bestreiten, sowie die Kur- und Begräbnißkosten zu tragcn, faUS das Kind innerhalb der Alimentationspcriode erkranken oder sterben sollte; ferner der Kindes- muiter _ _ _ _

4) eine Kindbeitkostcn-EnUchadtgung Von sechzg Mark, sowie _ _

5) eine persönlickxe Eniscbadtgung von sechshundert Mark zu bezahlen; _

6) sämmtliche Kou'en des Richtssireties zu tragen.

Dies wird dem Beklagten mit dem Eröffnen be- kannt gegeben, daß zur mündlichen Verhandlung

Kieser Kxage Termin beim K. Amtögerichte Cadolz-

urg au

Mittwoch, den 25. April lf._Js._, früh 9 Uhr,

anberaumt ist, zu weichem er Hiermit geladen Wird.

Cadolzburg, am 26. Februar 1883. Gerichtsschreiberei des K. Amtsgerichts Cadolzburg. 5 eichenbecher, K. Sekretär.

[9776] Landgeriäjt Hamburg. Oeffentliche thstellnn . _ _ Die Fabrikarbeiterin Roje Cat arma Marta Jeffel, geb. Blom, zu Hamburg (vertreten durch Rechtsanwalt 131". E. Patow), klagt gegen den Arbeiter Johann Friedrich Wilbeln) Jeffcl, un- bekannten Aufenthaltes, Wegen Ebe1cheidung, und ladet den Bcklagtcn zurmiindlichen Verhandlung dks Rechtsstreits vor die 11. Civilkammer des Landgerichts zu Hamburg (Ratbbaus) auf den 19. Mai 1888, Vormittags 91 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei dem gedachten Gi- ricbte zugelassenen Anwalt zu bestellen. _ _ Zum Zwkcke der öffentlichen Zustellung wird dieser AuSzug der Ladungsschrift bekannt gemacht. Hamburg, den 1. März 1883. Schlieckau, _ Gerichtssckorcibcr des Landgerichts, (Zivilkammer 11.

[9666] Oeffentliche Zustellung.

Charlotte Forchheimer Wittwe von Thüngen kün- digt ein vaoibckendarlebcn zu 200 744 vom 20. No- vember 1879, zu 50/0 verzinslich, ihren unbekannt wv abwäenden Sckouldnern Kaspar und Elisabetha Jäger von Rcßstadt zur Heimzahlung binnen 1- Jahresfrist.

Karlstadt a./M., am 27. “ebruar 1883.

Gerichtsschrciberei dcs . Amtsgerichts. Walther.

[9779] Aufgebot. _

Auf Antrag des Kaufmanns Albext Winkelmann in Hamburg als General-Bevollmä_cht1gter_seixier Mutter, der WiitWe Joi). Sophie Friedextcke Winkelmann, geb. Garber, zu Hamburg, Glaubtger, soll das dem Jnstrumentenmacher Joh. _Carl Schie- bener bier gehörige, in der Grapengteß;rstxaße_2 dabier belegene WohnWesen sammt Zubehör 111

dem auf Freitag, 13. April 1883, Vormittags 11 Uhr,_ anstxbenden Termine öffentlich meistbietend verkauft Wer en.

Zugleich Wcrden alle Dicjsnigcxn, Welche an diesen Immobilien Nä[)er-, [Lbnrecbtlicioa fideikommiffarisM, Pfand- und sonstige dingliche Rechte, insbesondere auch Scrviintcn und Realberecbttgungen zu Haben vermeinen, bikrdurch aufgefordert, selbige unter Vor- legung der darüber lautenden Urkunden, im obigen Termine cmmmelden, unter dem Verivarnkn, das; im Nichtanmeidungsfalle das Recht im Verhältniß zum neuen Echtber des Grundstücks verloren geht.

Lüneburg, den 11. Februar 1883.

Königliches Amtdgericht. 1. (gez.) Jocbmus: Für richtige Abschrift: Lossau, Wsistent, _ Gerichtsschreiber-Geb. Königlichen Amtsgerichts ].

[9797]

Verkaufsanzeige nebst Aufgebot.

In ZwangSvoÜstreckungssaÖen des Bxcnxierei- besiyers Julius von CöUn zu Beven1en,Glaubtgers, gegen

den Arbeiter Heinrich _SÖröder aus Bevensen, ÉZZÉU in Hamburg, Spitalstrasse Hof 85 Haus 3, * u ner,

soll die dem Lehteren gebörigeBüraersielle Nr. 39 zu Bevensen, bestehend aus einer:) Wohnhause und Stall und den dazu gehörigen, tm Flurbuchc von Bevensen unter K. 231.5 Nr. 198/6 und 197/7 aufgeführten Grundstücken in der Größe von zu- sammen 11 a, zwangsweise in dem dazu auf

den 5. Mai 1883,

Vormittags 10 Uhr,_ _ alibtier anberaumten Termine öffentlich versteigert wer en.

Kaufliebbaber Werden damit geladen._

Alle, Welche daran Eigentbums-, Nabcr-, lehn- rechtlicbe, fideikommiffarijcbe, fan_d- und sonstige dingliche Rechte, insbesondere ervttutcn und Real- berecbtigungen zu baben vermeincn, Werden aufgefor- dert, selbige im obigen Termine anzumelden und die darüber lautenden Urkunden vorzulegen unter dem Verwarnen, daß im Nichtanmeldungsfalie das Rxcht im Verhältniß zum neuen Errverber des Grundstucks verloren geht. .

Medingeu, den 26. Februar 1883.

Königliches Amtsgeriibt.

Schlemm.

Oeffentlicher Anzeiger. ..

5. Xuäustrjens Ztabii§8€w0nt8, kabriksu uncl (1105511311681. 6. ?Grßdbisäeus Zßkanntmacbnngsn. 7. l-itezrarjscba .411261Z811. . “l'bezater-InxeiZsu. 111 (19! 13615911-

bLjiuZS, Q?

A')

s

Jnseratonebmen an: die Annoncen-Erpeditionen des „Juvalidendank“. Rudolf Muffe, Haasenftein & Vogler, G. L. Danke & Co., E. Sckjlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

Annoncen - Vureaux.

LL.„

Z. Familien-Radbrjchsu. VerkaustAnzeige Aufgebot.

Jn Sackyen,

betreffend die Vormundschaft für den abwcscnden

Diedrick) Dobkmann aus Otterstcdt,

soll auf Antrag der Vormüdder mit cbcrvormund-

schaftlicher Genehmigung die unter vormnndschaft-

lickr Verivaltur-g stehende AnbausicUc H§.-Nr. 81

in Otterstedt, besteheiid aus:

1) einem Wobnhause von Fachwerk mit Stroh- bedacbung, verzeichnet unter Nr. 81 der Gebäude- steuerroile von Otterskdt,

2) 84 a 89 ([m Weide und Lickcriand :c. auf Artikel 79, Kartcvblatt 2 und 7, Parzellcn 9, 19, 91, 92, 93 der Grundsteuermutterrolic von Otterstedt verzeichnet,

in dem dazu auf

Sonnabend, den 26. Mai 1883,

Nachmittags 2 Uhr,

im Grubc'ichen Gastbausc in Ottkrstedt ansiebenden

Tcrminc öffcniliä) meistbietend vsrkaust ivcrdcn, Wo-

zu Käufer damit geladen iverdsn,

Die Verkaufsbedingunaen sind 14 Tage vor dem

Vßrlkaufé-terminc auf hiesigkr Gcricht§1chreiber€i ein-

zu s ):n.

Zugleich Werden Akio, Welcksc an dcn Vcrkaufs-

Objekten Eigenibum§ch Näbcr-, lebnrcäxtiicbe, fidei-

kommissarische, Pfand- und andcrc dinalicbe Rckbte,

insbesondere auch Scrviiuten und Rcaibcrecbiixiungen zu haben vcrmeinen, aufgefordert, ihre Ansprüche so gewiß spätsstcns im obigen Termine arxxuwcidcn, als

widriaanfalis für den fich nicbt Mcldcndcn im

Verhältniß zum neuen Erwerber das Recht verloren

ge . Aäjim, den 16, Februar 1883. Könialicdcs Amtöxikricht, Abtbkiluna 11. gcz. von Hahn. Auögeicrtigi: Ack]int, den 16. Februar 1883. DLL" Gkrich191chreiber._ Scrg-zl, A.-G.-Sekrciar.

[9404] Aufgebot.

Der Kaufmann J. Baumann-Frey in Zürich hat das Aufgebot eines Verloren gegangenen von Cle- mens Lorenz auf Fran Julie _Lorcnz in Plauen i. V. gezogenen, von dieser acceptirtc", am_ 20. Juni 1882 an die Ordre Paul Soxge & Co. 111 Plauen zahlbar gervesenen Wechsels uber 91,50 „14 (1. (1. Plauen, „den 11. März 1882, wchl_cher_ zuerst an Bbd. Kock), dann an die Spinnerei Adlijchwetl, so- dann an die Schweizer Creditanstalt,_wcitcr_ an den Antraasteller und endlich an Aug. Peril gcrtrt ivor- dcn, beantragt. Der Inhaber der Urkunde wird aufgefordert, spätestens in dem auf

den 13. November 1883, Vormittags 11 Uhr, vor dem unterzeichneten (Gerichtc,_ Zimmer Nr, 2, anberaumten Aufgebotstermine semc_Rcchti§ anzu- melden und die Urkunde vorzulegen, wrdrigenialls die Kraftloserklärung der Urkunde erfolgen wird.

Plauen, den 26. Fcbruar 1883. Königliches Amtsgericht. Steiger.

Aufgebot zum Zivecke der Kraftloserklärnng

9643 von Urkunden. _

Nachdem der Häusling und BabmvartcrIob-ann Heinrich Lampe in Baffum [ux sic!) bezw. im Auf- trage der betreffenden Berechtigten, (113: Edefrau Anna Margarethe Mannes, geb. Lampe, 1x1 Brcxxicn, Wittwe Catharina Lampe, geb. Stöver, tn BMW." und Heinrich Lampe, Füsilier im_11. Garde-cht- ment zu Fuß in Berlin, den Verlust der nachst_c_k)erzd bezeichneten Quitiungsdlichcr der Ath-Sparkane m Bassum, als:

1) Quittungsbuck) Nr. 1700 (301. 4149 Häupl- buchS) mit einem Guthaben m] 1244 „16. 97 „5, angcstellt auf den Namen dcs Hauélmgs Jo- hann Heinrich Lampe in Apclstcdt,

2) Quittungsbuck) Nr. 1701 (11014830 des Haupt- buchs) mit einem Guthaben mi 313 «jk. 74 ,.3, außgestellt auf dcn Namen der Anna Marga- retbe Lampe in Apelttedt,

3) Quittungsbuck) Nr. 1492 (1101. 3887 des Haupt- buchs) mit einem Guthaben ac] 392 9-4 07 „3, aus estellt auf dcn Namen des Heinrich Lampe in ' pelstedt und _ _

4) des für die Lamve'1cben Erben in Wedeborn außgefertigten Quittungsbucbes 315. 867 [170]. 2059 des Hauptbucbs) mit einem Guthaben ml 601 „46 61 43,

glaubhaft gemacht und deren Aufgebot beantragt

hat, so Werden die unbekannten anabY: der Zorba-

zeicbnetcn Quittungsbücber de_r Amth-Svarka_11e zu

Bassum aufgefordert, solche swatestens tm Tcrmmc am

Sonnabend, den 28. Juni d. J., Morgens 10 Uhx, _

bier vorzulegen, widrigcnfalls dtejclbcn fur kraftlos

erklärt werden sollen.

Bassum, den 23. Februar 1883.

Königliches Amtßgertcht. 11. v. Harling,

In der Bekanntmachung des Königlichen Amts- gerichts 11. zu Brieg vom 27. Januar 1883, be- treffend Generalaufgcbot verlorener Hypotheken-Dd- kumente 2c., abgedruckt unter Nr. 7544 m der 2._Be1- lage der Nr. 45 pro 1883 d. Bl. mgx es heißen:

9. zu 4. 1. 1: das Hauptdokument 11 er urjprung- lich 6000 Thlr. Kaufgeld - nicht Aufgeld,

1). zu .4. 1. 4: für den Handelsmann Bernhard Gadicl - nicht Gadid.

Berickjtiguna. In der Bekanntmachunxi des Kgl. Amtsgerichts Miinchen l., Abtbl. 4. fur Civil- sacben, vom 7. Februar cr. - betreffend Aujgebot Stbmittinger - abgedruckt unter Nr. 6862 _m der 2. Beilage der Nr. 52 pro 1883 d. Bl., _tst der Name des Kgl. Advokaten nicht Topp [ondcrn

[9638]

]) die Vaterschaft zu dem vorbenannten, am 10. December v. 38. gebotenen, Kinde anzuer-

Popp zu lesen.

[4074] Auf ebot.

Auf dcn Antrag des ' einrad Mcd von Straß-

berg, wird dessen Mündel T'tttnar Med von “ca,

geboren am 15. November 1812, welcher im Jabkc

1861 nacb Amerika geqaxmkn und seiidem verschollen

ist, o_ufgcfcrderr, ['i-ck) spätestens in dcm Aufgeboks-

termine

Donnerstag. den 8. November 1883,

Vormittags 10 Uhr,

bci dcm unterzeichneten Gerichte zu mciden, widriZcrx-

fails seine Todcécrklärung erfolgt.

Sigmaringen, den 13, Januar 1883.

Königliches A:ni§gericht.

Veschluß.

Auf Antrag der Könixiliäzen Stadt*?anwaitscbaft und in Annwndung des Geseyis vom 14, Mär:. 1850 §. 1 wird _die Beschlagnahme des Vermögens des Matro1en. Franz Caspar Kreutz, gkbdren am 14. August 1859 zu Vingst, Landkreis Cöln. an- geordnet, genen welchen durch das Kaiseriicbe Gcricbt dcr Marinesiaiidn dsr Nordsee 311 Wilhelm-Zbafcn das VcrsäumnißMriabren chikn Fabncnfluibt cr- Yffnet ist und dcffcn man Risk)! habhast Weid?" ann.

Cölu, den 29. Dczembcr 1882.

Königliches Landgericht, Strafkammer. LandgeriOTZ-Dircktor. Langsricivtsraii). gez. Mitfcher. _ gsx. Wirth.

Ji'ß. Beiyke,

Landricdtcr.

Für die Ricbtigkeit ddr Auchriigung: Sass ?,

Gerichtssäyrciber des Königlichen Landgerickyis.

[9651] Verkündet (1111 22. Februar 1883. gez. Hummel, Geriävisicbrciber. Im Namen des Königß!

Auf den Anima der Wiitw: Forstverwalier «. D. Franz Böhm, Maria, geb. Renikcr, zu Münficr, vertreten durch den Justiz-Ratb Möser zu Dort- mund, betreffsnd das öffknilikbc Aufgebot verldrcn siegangener Hippdtbekenurkunden zum Zwecke dcr K*raftloserklärung,

erkennt das Königliche AmiSaeriÖi zu CJstklP durch den Amtsrichter Gummis!) fü; Recht:

Die über folgindc Hypotichn gebildeten Ur- kunden: _

&. Eintauscnd Thaler Darlehen für den Forst- verkvalter Franz Böhm zu Münster aus ch gerichtlichen Urkunde? vom 28. Mai 1874, cingctragcn gervesen Band 1. Art. 6 Abthei- lung 111. Nr. 2 G. B. Msngede,

b. Neunbundcrt Thaler Darlehen für den Forst- verwalter Franz Böhm aus der Urkunde vom 26. Sepicmber 1865, eingetragen ge- wesen Band 1. B1. 237 G. B. Mengede, Abtheilung 111., Nr. 5,

c:. Einbundert Thaler Darlebcn aus der Ur- kunde vom 16. Mai 1866, eingetragkn gc- Wesen Band ]., Bl. 237, Abtk). 111.. Nr, 6,

resp. Hypothekenbriefe vom 18. Juni 1874,

21. August 1867 und 21. August 1867 rvcrdcn

für kraftlos erklärt. _

Die Kosten werden der Antragstellerin zur

Last gese it. 1“ G 11 m m i ck).

[6647] Verkündet am 25. Janxmr _1883. Giersberg, Gerichi§1chrctbeu Pn Namen des Königs: _ Auf den * ntrag dss Wirtbs Gottlieb Sadowski (ius Gorlen, Eigenthümcr des Grundstücks Gorlcn Bd. 117. Blatt 67 erkennt das „Königliche Amiéi- gericbt zu Lyck durch dM Gericht§aff€ffor DrocU, fiir Rékhf: die Über die im Grundbuche von Gorlcn Bd. 117. Blatt 67, Abtheilung 111. unter Nr. 31). 7111“ Charlotte SadowÖki, verebclichte Wirth Samuel Bendzko auf Grund dcs Erbrkzemcs vom 10. Juni 1854 und der Verfügung vom 22. N0- vcmber 1854 eingetragcnen 92 Thaler 15 Ssr. Vatererbtbeil gebildcicn Hypothekcndokumcntc wird für kraftlos erklärt. Luck, den 25. Januar 1883. _ Königliches Axntsgericbi. D r o e1e.

[9641]

In die Liste der beim _biesigen Amtsgericht zuzo- 1affenen Rechtsanwälte itt heute der Rscht§an11)alt Alfred Karl Isidor Wilke eingetraacn, was in_cr- durch gemäß §. 20 der Rcchtsanwaltsordnung :c- kannt gemacht wird.

Brakel, den 17. Februar 1883.

Königliches AmtEgericht.

[9613] Bekanntmachung-

Der Gerichtsaffcffor Georg qul Brunyer axis Naumburg a./S. ist heute in die Lxste uber die beim unterzeichneten Gericht zugelasienen Neidis- anwälte eingetragen worden.

Elftermerda, den 24. Februar 1883.

Königliches Amtsgericht.

In dcr Liste der beim [)icsxgen _Königlicben Land- gericht zugelassenen Rechtßanwalte ist der unter Nr. 5 eingetragene Recht§m11_valt_ und Notar, Iusiizraih Aßmann in Ehrenbreitstein, nachdem derselbe_ am 10. dieses Monats verstorben ist, heute gelöscht worden. '

Neuwied, den 28._ Februar 1883.

Königs! es Landgericht. [9799] Bekanntmachung.

Durch Beschluß der Strafkammer bier vom 24. d. M. ist die am 14. Februar v. J. crfo_[gie Ve- sckxlagnalxme des VermöZeus des Cbxrstof Her- mann Barth von Dobel, . A. Neuenburg, auf- gehoben worden.

Tübingen, den 26, Februar 1883.

K. Staatsanwalifaizaft.