1854 / 58 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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i n ei e, da die Regierung in Betracht derZeitumstä'nd-e Zieeeznweditee 22l3ezrlegsung ßer Reform-Vill bis zum 27. April zuber- tagen beabsichtige; er te „indeß in Erwide'rung' auf eine Anfrage Lord Derby's ausdrücklth hMZU, daß es kitcht in der Absicbt der Re ierung liege, die Bill aufzugeben, “d,? die Kriegs-Calamttat, so nathhet'lig sie auch den sozialsn Verhaltnissen im Allgemeinen zu werden drohe, doch kein Hindernis: nothwendtger innerer Reformen ein dür e.

s _- me Unierhause kündigte gestern Lord John Russell zum 10. März eine Bill wegen Reform der Universität Oxford an und gab dann die versprochene Auskunft über die Absichten der Regierung in Betreff der Parlaments -Reform-Bill für England. Dieselben laufen darauf inaus, die auf den 18. März angeseyte zweite Verlesung dieser ill bis zum 27. April auszuseyen, an welchem Tage dann die Regierung auch die Reform -Bil1 für Zr- iand und Schottland einzubrinqen gedenkt. Dßr Minister erinnerte Taran, daß von verschiedenen Seiten mit Riickyicht auf die orienta- 1ische Frage die Ausseßnng dcr Beratbung dcr Reform-Bill bean- tragt worden sei und erklärte, daß die Regierung, dadurch zu aber- majiger Erwägung der Sache veranlaßt, zu de:: Ueberzeugung gelangt sei, daß es Vor allen Dingen erforderlich sein Würde, jetZt, nachdem die Voranschlägc so bereitwillig votirt worden seien, dem Hause iiber dkn Stand der Finanzen des Landes Nachricht zu geben, zu weichem Zwecke der Kanzler der Schaykammer am 13011 T*. Mis. sein Finanz-Exposé vorlegen werde. Natürlich könne daher jedenfalls an dem Tage nicht auch die zweite Ver- iksung ker Reform-Bill stattfinden, doch solle dieselbe nicht lange aufgeschoben werden. Die Regierung habe alle Bemühungen erschöpft, den Frieden zu erhalten, aber ohne Erfolg; unter diesen Umständen sei es nöthig geworden, Rußland anzu- zeigen, wie auch schon bon Seiten Englands und Frankreichs ge- schehen sei, daß die Besißnahme der Donausürstenihiimcr einer Kriegserklärung gleichkomme. Gegen Ende des Monats, nach dem Eintreffen der Rückantwort Rußlands, Werde es daher die Pflicht der Regierung sein, dem Parlamente eine Botschaft der Krone iiber die Beziehungen zwischen England und Rußland borzulegen. Unter diesen Umständen erscheine es wünschenswerti), Die Berathung iiber die zweite Verlesung ber Reform-Biil bis zu einem Zeitpunkte aus- zuseßen, wo man dieselbe mit größerer Ruhe Vornehmen könne, und er beantrage daher die Vertagung Der zweiten Verlesung bis zum 27. April. Sir John Shelley erklärte diese Anzeige für einen bloßen Vorwand, um die Bill ganz failey zu lassen. Ehe aber das geschehe, sei die Regierung verpflichtet, die Berufung an das Land zu stellen, da die Viki in manchen Punkten die Genehmigung des Volkes bereits erlangt habe; er verlangte daher von der Regierung eine Erklärung, ohne Umschweife darüber, ob sie Die Bill aufgeben woÜeoderuichi. Auch Lord Edw ard L enn o x betrachtete bie Bill schon als todt und meinte, Lord John Russell habe sich durch s eine Erklärung nur als den Haupt-Leidtragenden kundgeben wollen. Herr La- bouchére rechtfertigte das Verfahren des Ministeriums als vcr- siändig und den Zeitverbältnissen angemessen. Jeder echte Refor- mer müsse der Regierung beistimmen; man stehe 1“th am Vorabende des Krieges und alle Kräfte müßten darauf bertvenk-et werden, den Krieg mit Nachdruck zu führen; weniger bedeutende Maßreqeln müssen für den Augenblick in den Hintergrund treten und dieser Ansicht sei auch das ganze Land.. Oberst Sibthorp tadc'lte das schwankende Verfahren der Regierung, äußerte sich aber einverstan- den mit der Veriagun der Maßregel, von Weicher er glaubte, daß sie der Besorägni entsprung-kn sei, mit der Reform nicht durchdringen zu konnen. In ähnlicher Weise sprach Sir J, Pakington, der insbesondere noch an die Worte Lord J. Ruffell's bei Einbringung der Bill erinnerte, daß die Regie- rung schon aus dem Grunde die verheißene Parlaments-Reform nicht vfxrschoben habe, um das Vertrauen des Landes unter den gegenwartigeq kritischen Umständen zu stärken. In Bezug auf den Krieg, obgletch auch dieser nur der schwankenden Politik der Re- gierung seinen Ursprung verdanke, Werde die Opposition derselben ihre Unterstiißung nicht entziehen, sie bcharre aber bei ihrer Ansicht, daß die Reform-Bill ]“th überhaupt nicht hätte eingebracht werden sollen. Hr. Hume erklärte das Verfahren der Regierung für weise und diskret. Er sei ein alter Reformer, er billige die Reform- L W Großen, und Ganzen und schenke der Aufrichtigkeit Io ,Russell's vblles Vertrauen; deshalb werde er auch

thun, um dre Minister auf dem von ihnen einge-

Wege zu beirren. Sir (H. (Hrey tadelte die Inkon-

sequenz Str I. „ngington's, we1cher vm-fichere, die Regie- ;UUS ""t“ 75? ießtgen Umständen untersiiiyen zu wollen, und och durch seine OYJOVsition darauf hinarbeite, das Vertrauen JU Herselbcn zu sckWachen. Herr Disraeli äußerte, daß er die Mot")? ber Vertagung ker zWeiten Verlesunq där Reform-Bili "icht kenne, sich derselben inbeß nicbt wideiseßen werde. Das Haus habe mit einer Schnellixzkeit, auf welche Sie Regierung sich WWYÜMUUS habe machkn können, die Voranschlägc votirt und W" hütte erwarten sollen, sie Werde nun auch eine schnelle Er-

Den Kriegszustand, wie er fich ]“th darstelle, hätte man schon bei Eröffnung des Parlatyents vorxersehen und daher schon in der Thronrede anzeigen können, da in Jolqe des Standes der orientalischen Frage die verheißene Reform: ill ausgeseßt Wer- den müsse. Die Regierung “habe das Haus in eine falsche Lage verseyt. Es sei nicht anzunehmen, daß der Volks- Enthusiasmus sich während der ganzen Dauer des beborstehenden langen und schwierigen Kampfes stets auf seiner jeyigen Höhe halten werbe; sollte sich aber Unzufriedenheit äußern im Verlaufe des Krieges, so werde man zweifelsohne der nicht genügenden Vertretung des Volkes im Pariamente nile etwa éintretenden Unfälle zuschreiben *und daher „ware es, besser„ man käme über diesen Punkt schon jest ins Reine. , Dt? Regtcrung behaupte, ihre Politik auf vier sehr liberale Prinzipien zu bafiren: die Entwickelung des Frei- handels und des Volks-Unterrichts, rie Erhaltung des Friedens und die,?)arlamenis-Reform. Er seinerseits wisse nicht, Welchen dieser vier Grundsaße sie bis ]"th zur Ausfiihrung gebracht habe. Welches auch das Verhalten des Kaisers von Rußland sein möge, so bleibe es wünschenswerth, bor Ende April zu wissen, ob Eine allgemeine Parlamentswahl eintreten Werbe oder nicht, und ob das Haus wirklich im Stande sei, die Angelegenheiten des Lan- des zu ,berathen, obgleich sich in Demselben, nach Eingeständniß dxr'Regxerung selbst, 100 Mitglieder befinden, wclche entweder un- fahtg odcr unwürdig sind, Dasselbe zu Vertreten. Lord John Russell meinte, daß die Kritik des Herrn Disraeli mit der vor- liegenden Sache in icht schwacher Verbindung siche. Sir John

thlley seinerseits scheine zu glauben, daß das ganze Reform- proxekt nichts„als eine Finte sei. Ein solcher Vorivurf würde ihn (Lord J. Ruxsell) schmerzlich bcrühren, wenn er etwa von Herrn Hume ausgesprochen worden wäre; da er aber von einem Manne komme, der gar kein Recht habe, im Namen der Reformer zu reden, so sei ihm dieser Vorwurf vollkommen gleichgültig. Er babe nicht im Mindesten im Sinne, sein Verfahren nach den Aeußerungcu des ehrenwertlxn Baronet zu regeln, und werde fortfahren, den Weg zu verfolgen, den er für würdig und niiizlich halte. Das Haus Fenebmigte daxauf die Vertagung der ziveiten Verlesung der Re- ormbill und konstituirte sich zum (Hencral-Comité, in welchem die Supdplementar-Kredite fiir das Heer ohne Opposition botirt wur en.

-- Das Rundschreiben, welches die englische Regierung an ihre diplomatischen und Konsular -Agenten im Auslande gerichtet hat, lautet folgendermaßen:

Answärtigks Amt, 23. Februar 1854. „Mein Herr! Aus der Ihnen vor Kurzem mitgethciiien Korrespon-

"DTJUUI Ur RifUUU- Nikl Mid Uikht reren Veriagung wünschen.

denz iiber die orientalische Angricgenhcit, die beiden Parlamentshäusern borgeiegt wurdc, tvcrdcn Sie erfahren habkn, wir äußerst wahrscheinlich cs asi, daß sehr bald Feindsliigkkiten zwischen England und Frankreich liner- scits und Rußland. audlrcrscits bcgiumu diirften. DieseKorrespondenz wird Ihnen fe_rn,er gezeigt habxn, das; die englische und französische Regierung in den schwierigm 'Und bexwtckelten Verhandlungen, welche dem gegenwärtigen Stande der Dinge vorhergtngen, ernstlich und herzlich ein gemeinsames Vexfahrcn b . nglück eines Krieges abzutve'nden, und ,daß' fieUeben, so bereit find, mit demselben Ernste und derselben Herzlichkeit flix dte Erhaltung des oitomanischen Reiches zu handeln, iscrin der Katxxr „von Rußland noch immer nicht geneigt sein solite, auf billiger und chxltchxr Vafis zum Zwsckc des Friedens zu untcrhandeln. Yer Zeitpu'pit, :|,zcst da, wo es d-sn beiden Regierungen obliegt, fich fur alle Moglichkeiten dss K_riegss vorzubereiten, und in dieser Beziehung Mußt?" s? UthMUdig au! die Gefahren aufmerksam werden, denen ihre _Unxerthanctz und ihr Handel auf offener Sec durch die Mgchmattonen ihres“ Feindes ausgesetzt werden diirften -- eines Feindes, . der _vermoge seiner eigcnen Hiilfsmitiel zwar nicht im Stande 1st„_, dcin einen oder anderen wesentlich zu schadcn, der ]cdoch bcmuht sm durfte, sich Mittel zum Angriff in solchen Staaten zu vexschaffx11, dcrcpregierungen sich an dem durch ihn hervorgerufenen KMW“? mchk bßthklllgkxi. Es isi einc nothcudige Folge der engen Ver- bindung und Allianz, die zwischen Großbritannien und Frankreich besteht, daß-Nußland tm Fglle des Krieges die Wirkung ihrer Verbindung in allen Thezlctz der Weit fabio, daß ihre Entschließungen, Heere und Flotten uicht allem m der Osisce, auf dem Land- und Seegebiete der Türkei zu offen- siven Ulti) dksktdstbep Zwecken gegen Rußland einig seicn, sondern daß der- selbe “Geist der Emtgicit in alien Theilen der Erde herrsche, und daß, mag es An,g,rtff,s- oder Vertheidigungsmaßrcgein betreffen, die Hülquucllcn des Civils, Militatrs und der Fiotten beider Staaten dem ihnen gemeinschaftlichen ZWCckc dienen s lien, um die Unterthanen und dem Verkehr Englands und Franfrcichs vor rusfischen Attgxtffen zu schüyen und dcr'russischen Regierung die Mittel zu nehmen, dxmxmen oder dem andern zu schaden. Aus diesen Gründen ist Ihr„“ Malestat Regierung mit der Sr. Majestät des Kaisers der Fran- zosen uberemgekbmmen, ihren Civik- und Seebehörden im Außlande zu be- deuten, daß ste rhxe respektiven Unterthemen ais gleichberechtigt zum Schuße gegen rusfi'sape Feindseligkeiten zu betrachten haben; daß sie zu die'st'meecke entweder einzeln, bdcr gemeinsam fiix die Wahrung und Vertheidigung briti- scher und sranzoßscher Interessen gleichmäßig einßchen sollen. Eskönnte fick) "?ffM- daß “Uf "Ww cinem Punkte blos einc derbeiden Mächte durch eincn CZthbcamten ober ctnc Skcmackzt Vertreten ist; in diesem Falle müßte der Einfluß und die Macht der Einen z::m Schutze der Unterthanen und Zn- tsressen der Anderen eben so eifrig undwirksam verwendet werden, als ob dicse anerthgncn und Interessen ihre eigenen wären. Ich habe Sie daher anzuwetsen, m Uebereinstimmung mit diesen Grundsäßen zu handeln. Sie wsrde'n es als Jbre Schuidigkcxi cxacbi-zn, dic Unterthancn und Intereffktt

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frei s anz so wie die Englands, insoweit es Ihnen möglich ist, zu „J:;Wm Jg"? die Folgen voti Feindseligkeiten, in welchen England und Fraiki- „jch bald mit Rußland berwackelt sein dürften, und Sie werden den fxanzösc- scheu Civil- und Seebeh'orben, mit denen zu kommuniziren Sie die Mittelbe- üßen, jede Gefahr„ der die Interessen eines der beiden Staaten aUSgeith “sein könnten, odcxzcde Ihnen bekannt gewordene Gelegenheit, dem geznem- schaftlichen Feinde Schaden zuzufügcn, ohne Rückhalt anzeigen. Diejelben Jnstructioncn wird die französische Regierung ihren Civil- und Seebehor- den im Auslande zuschicken (siehe das gestrige Blatt Des Staats-Anz.), und Ihrer Majestät Regierung theilt die Ansicht der französischen, irivexn sie von dieser entschiedenen Darlegung der zwischkn ihnm bestehenden mm- qen Verbindung, die ihrcm aufrichtigen Wunsche nach auch ihk,“ Agenten in allen Theilen der Erde in einem Momente befreien soli, wo sie an! dem Punkte stehen, den Kampf mit_Rußiand wkgen der für Europa so"übc,raus wichtigen Erhaltung des türkijchen Reichks zu beginnen, die gunsttgsten

N? uitate erwartet. s Ich bin "' Claréndon,“

Spanien. Madrid, 27. Februar. Ein Königliches Dekret ernennt den Grafen von Quinto, rcr interimistisch Diesen Posten bereits bekleidete, zum Civil-(Houverneur der Hauptstadt. Bermudkz De Castro, der auf der_Polfzei-Präfcktur gefa'ngcxz saß, :bard gegen Caution freigelaisen und _soli nach Cadtx abgefahrt Zberdcn. Bei dem Verhaftcten Brigadier Vargas hat ma): angeblich wichtige Papiere gefunden. ." Dey |General-Capr- rain bon Aragonien hat dem Kriegs - Minister * berichtet, Daß in Saragossa und dem ganzenVezirke fbrtWahrenD vb'llkommenc Ruhe herrschte. Dic Jnsurgenten hatterx stel), nachdem _716 am 21. zu Luna iibernacbtct, iibcr Biel und Enejta auf Mgnlcs gewendet, zwo sie Tags darauf sich befanden; nach Aussage eines, Ikorporals und eines Soldaten, welche den Haupttrupp Dcr Aufstandisxhen zu Erla verlassen hatten, und zurückgekehrt warcii, suchten dieselben Dic französische Gränzc zn gcwinncn. (Wgs einem'Trupp derselben gelungen zu sein scheint.) Um ihnen bench rabm zu bxi'spxrxen, war der Gcneral-Capitain von Navarra aus Yampeluna tmr LUUgen Truppen in der Richtung nach Ober-Aragomen abgkzbgep. _

Türkei. Die ganze walachischc Infantexte'1stxeßtbe- i'eits mit der neuen preußischen Pickelhaube bckleidet. Die Lreferunanon Lederhelmen für diesen Zweck, welche Dem Jabrxkarxtcn Hrn._zager in Elberfeld übertragen war und die nuit be'endet ck,“ hat 11th der lebhaftesten Anerkennung von Seiten des furstlich xvalachisében Kriegs- Departements zu erfreuen gehabt“, die HUM? “smd sowvhl m Hm- schi der Qualität als des Maßes und Der Foxm den Erwartungen Vollkommen entsprechend befunden wordfen. (Pr. C.) *

Dänemark. Kopenhagen, 3. Mqrz. Das Landes- ihinq verwies in seiner gestrigen Stizung dic GrunbgeseH-Ange- leqenbeit nach einer längeren Debatte, mi Micher„stch unter, _An- déren der Premier-Minister Oerstcd, so Ms dis frxzi)ercn Minister Mabvig und Bardenfketh betboiligten und Dre f„ur emen desintttven Beschluß zu Gunsten der Regierungs - Vorschlage bon Sett'en bes Things keine besonders befriedigenden AUEfichth eroffnete, emsttm- mig mit 44 Stimmen zur zweiten Berathung. Das Land - Kom- Miinalgkskß wurde mit 35 Stimmen gkgen 7 angenommen und goht

an bas Volkstbing zuriick.

Telegraphischc Depeschen.

Der Eissnbahn-Schnellzug aus Vcrlin hat am 0. März in Oderberg den Anschluß an den Zug nach Wien nicht erreicht.

Der Cisenbahnzug aus Frankfurt a. M. hat am 6. Miirz in Gerstungen ken Anschluß an Den zweiten Zug nach Berlin nicht crreicht.

Köln, Den 6. März. Dem gestern um 11 Uhr Vormittags von Verviers abgegangcncn Schncliznge ist in Folge des Bruches Der Vorderachse der Lokomotive in der Nähe bon Landen cin ernster Unfall zugestoßen. Maschinist und Heizcr sind getödtet, Zugführer “and Packmeister und Z Reisende sind erheblich berxvundet, 5 andere Weniger. Dcr Bagage- und Postwagen und 1 „Wagen Lier Klasse sind zertrümmert. Die Trümmer Dieser «'i Wagen gcrictbcn in Brand, allein die (Heider und Dcpkschen sind gerettet.

Wien, Dienstag, 7. März, Vormittags. (Tel. Dep. d. C. B.) Das neue Anlehcn Von 50 Millionen Gulden ist bis 17. Marz zur Subscription und zu einem Emissionspreis von 00 pCt. offen

gelegt. Es wird aus 4000 Serien T* 50 Nummern bestehen und di? Sericnziehung der Nummernziehung bormtsgehen.

Paris, Montag, 6. März, Morgens. (Tel. Dep. d. C. V.) Der heutige Moniiknr enthält ein Cii'kular Drouvn ÖL l'Huys an Die diplomatischen Bcboilmächtigtcn, betreffend das Antwortschreiben des Kaisers von Rußland. In diesem Cirinlar

Frankreich noch England beabsichtigten einen Kampf gegen das

Christenthum, sondern es Werde ihre Anwesenheit im Orient die

Lage der Christen viel mehr Verbessern, als dies durch die revolu-

tionairen Jntriguen Rußlands geschehen wäre, das in seinem

eigenen Lande die katholischen Unterthanen bedrüäe.

- Nachmittags. (Tcl. Dep. d. C. B.) In heutiger Sißung

der Kammer brachte die Regierung eine Vorlage ein, durch welche

dieselbe ermächtigt werden solle, eine Anleihe von 250 Millionen

Franken zu den von ihr zu bestimmenden Bedingungen zu nego-

zircn. Zur Prüfung dieses Antrages ist eine Kommission ernannt

worden und wird schon morgen die Abstimmung über denselben erfolgen.

London, Montag, 6. März, Abends. (Tel. Dep. d. C. B.)

Lord Russell wiel) einer bestimmten AntWort dariiber aus, ob die

Räumung der Donaufiirstentbümer die alten Verträge wiederher-

steilen wiirde; er sagte, dieselbe wiirde und könnte ken Krieg nicht * beendigen, sondern es müßte die Angelegenheit jener Verträge den

Gegenstand besonderer Unterbandlungen bilden. (H labstone "legte das Budget vor, er Veranschlagte die Einnahme auf__56,656,000 Pfd. St., die Ausgabe auf 50189000 Pfd. St. Einkommensteuer bis Oktober 1,750,000 Pfd. St. Es sollen Schayschcine ausge- geben werden. '

Gewerbe- und HanDels-Nachrickxtexi.

Berlin, 5. März. Das Königliche Minißerium fiir Handel, Ge- werbe und öffentliche Arbeiicn hat den Kammern einen vierten Bericht iiber den Stand der Bauten aus der Ostbahn, der westfälischen und der saarbrückcr Eisenbahn “bis zum November 1850 zugehen lassen, Welchem wir folgende Notizen entnehmen: Die Ostbahn war zur. Zeit des vorsährigen Berichtes nur in den Streäen von Kreuz iiber Bromberg und Dirschau bis Danzig und von Marienburg bis Braunsberg dem Betrieb übergeben. Zwischen Brauns- berg und Königsberg wurde der Bau lebhaft betrieben, und für alle bisherigen Arbeiten an derselben war im Ganzen die Summe von 11,316,629 Nthlr. 17 Sgr. 7 Pf. verausgabt worden. Im Laufe des verflossenen Jahres Wurde der Bau der 8,21 Meilen langen Strecke zwxschen Braunsberg und Kbningerg vollendet, so daß die- selbe am 1. August 1853, nach feierlicher Eröffnung durch Se. Majestät den König, dem Betrieb übergeben werden konnte. Zwischen Dirscbau und Maxienburg wurden die zu den Brücken über die Weichsci und Noch er- forderlichen Erddämme und anderen Vorarbeiten begonnen, außerdem abcr noch auf den im Betrieb befindlichen Strecken mchrere vexvollsiändigende Bauten aUSgefiihrt. Dic Gesammt-Ausgabcn fiir bcn ganzen Bau steuern sich bis zum 1. November 1853 auf 14,310,270 Rthlk. 16 Sgr. 11 Ps., und bis zum 1, Januar 1854 auf 14,591,520 Nihil. 25 Sgr. 9Pf. Die Bahn ist, mit Ausnahme einer nicht bedeutenden Störung durch Karle Schneefälle im vorigen Winter, ohne Unterbrechung im Betriebe ge- wesen. Abgeschcn von den Dammrutschungen in der Nähe von Miastcczko und bei Legnittxn haben alle iibrigen Stellen der Bahn eben so wie sämmtliche Brücken sich gut gehalten. Der Oberbau der Bahn und die Conßxuction des gehenden Zeuges bewähren sich gleich- falls. Die eicctro-magnetische Telegraphen-Einrichtung ist, mit Einschluß einer pxoviso-isckyen längs der Chaussee angelegten Leitung auf der nicht vollendetcn Strecke zivischen Dirschau und Marienburg, auf der ganzen Bahn hergestellt. Fiir die Durchführung durch die Weichsel und Nogat smd die mit Guttapercha überzogenen Kupferdräbte in starke Seite von Eisendraht eingesponnen, wodurch fie einen kräftigen Schuß gegen Beschädigung durch den Strom rrbaiten. Fiir die im Betriebe bcfindlichen Bahnstrecken, Welche zusammen in runder Zahl eine Länge von 60 Meilen haben, smd 50 Loko- motiven beschafft, (worunter 14 Schnellzngmaschinen), welche mit Auönahme einer einzigen, aus inländischen Werkstätten hervorgegangen find. ,Die bisher erzielten Betriebsresultate stillen sich über Erwarten beskkkktgknd horaUs. Für den Bau der Brücken über die Weichsel "yd Nogat sind vom 1. November 1852 bis dahin 1853 729635 Nthlr. ? Sgr. 10„„P_f. zur Verwendung gekommen, Die großartigen Banton schZZ1MZ planmaßxg - vorwärts, so daß, wcim nicht unvorhergcsrhcne Hindermnc eintrctsn, die Beendigung der Weichselbrücke zum Schiriß des Jahres 1856, die der Nogaibrücke im Laufe des Jahres 1857 m Ausßcht K?hk- Dic Snom,- und Dcichbautcn an der Weichsel und Nogat zerfalien m 3 Hauptabthet- lungen, nämlich 1) Coupirung der Nogaj mit detp Bau eines masfivm Siels, 2) Bau “des Weichscl-Nogat-Kanals nebß den Erswchren, ,und 3) Normali- sirung dcr Deiche auf einer Gesammtlänge von 19 Meiien. Es wiirden bis zum Schiaß des vorigen Jahres ausgegeben: 1) fur die:, Coupjrung 4x8,183 Rihlr. 22 Sgr. 10 Pf., 2) fiir den Kanal 729,84- Rthlr. 20 Sgr. 2 Pf., 3) für die Dkichbauten 1,611,905 Rtblr. “24 Sgr. 6 Pf., also mit Einschluß der in diescs Kapital gehörigen 46,985 Nthlr. 4 Sgr. :) Pf. beim enden F?rschüffc und Verwaltungskoßcn im Ganzen 2,826,922 Rl ik. 12 gr. 3 .

hAnf dcr Wcstfälischcn Eisenbahn waren am Schluß? des Jahres 1852 die Aibeiten so weit vorgcschriiten, daß-dlk Eroffxung des Bct-icbcs auf der ganzen Bahn für die erste Hälfte des „zah- res 1853 in Ausficht gcstclit werden konnte. Obgleich der itang an- haltende Winter in Verbindung mit den starken Schneefallcn die Vollendung dss Baues Wesentlich verzögerte, so gelang ks Dock),- alle Mk“ gegenstehenden Schwierigkeiicn so weit zu iibcritzxndLn„ daß__,dec GTU???“ sirccke zwischen Warburg und Paderborn am 21. I"" 185)“ Wich "-

wird che Verantwortlicbicit abgelehnt Und bedauert, daßx der Kaiser WU Rnßiand DSU Wligiiiscn Faxraiismnis syizii'Mit'W WMI"

' Maisstät den König feierlich eröffnet Wcrdcn konnten Dis n;:nmcbr vollm-