1883 / 88 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 14 Apr 1883 18:00:01 GMT) scan diff

Die .Jrauenverband-Zeitung“ hat _ganz vorzugsweise den Zweek, die Cirkulare und sonstigen amtlichen _Kundgebungen des Vaterland:- scben Hauptvereins. sowie des preußncben und_ deutschen Central- comités zur Kenntniß der Mitglicder der Zweigvereiye zu bringen und ihnen als Sammlung 1olcbcr Aktenftucke zu dzenen._ Dies Organ soll ferner über die Jntereffen drr Fraqenvereme onentiren und von ibncn selbst zu Aeußerungen und Mittheilungen benutzt

werden. _

Deshalb erscheint es uns nothwendig, daß das B_lai_t von allen Seiten gehalten und rächt blos unter den Vyrstandsmitgjtedern, _son- dern, wenn irgend möglich, im_größeren Krei1e der Vereinsmitglieder zur Einsicht in Cirkulation (191th werde. _ __ _

Auch für den Generalberichx dcs auvtvereins, w_elcb_er anabrlich, nacb Abhaltung der Gcneralreriamm_ung “e_es Vaterlandifchen Frauen- vereins, über dessen Gesammitbätigkeif vero_ffxntlicht_wrrd, ware eine solche Cirkulation sehr wünscherxswertb. Die1e ausfuhrliche Publika- tion erfolgt in der Absicht, _um uber das große_Ganze unseres Vereins- wesens einen möglichst umfassenden und_zuverlasfigeqYufschlus; zu ge- währen und ist deshalb mit einem_ rerckolichen statgtrfchew Material angestWet. Sie. cntkält ein Verzeicbmß der Vorstande sammtltcher Vaterläadiicben Frauenrereine in Preußen (nach Proyinzen und Re- gierungsbezirkcn aerrknet), sowic derjentaen_de_r Yerbundeten außer- preußischen Vereine, ferner eine Vereinésigtistik_fyr _das beschlossene Jahr in Bezug aur das Vermögen i_md d1e_Tbatia_ke1t der Vereine, eine Zusammensteljung der mit den1elben in Verbindung stehenden Woblthäiigkeitsansialten und deren Leistungen. Endlich den Abdruck der wichtigsten auf die Gesammtorganisation dcr deut1chen Frauen- vereine bezüglicksen Aktenstücke. _ _ _ _

Dcr Hauptverein versendet an alle Zweigvereinc diesc u_1_ufang- 1iche Druckschrift in einem oder mehreren Exemplaren. Cr 11t (_lbkk nicht in der Lage, die Sendung ans die große Anzahl aller 5)*Ferems- mitglieder auIzudebnen und aiebt_fich deshalb der T_wffnung [nn, daß die Vorstände der ZweiJVereine 1ür die Bxkanntge ung_d_es Inhgltes irgend cinr praktische Vorkehrung treffen werden. In etxitgen umerer größeren Zwrigvereinc ist dies in der That auch schon ge1chehen._ Der Generalbericbt wird von iimen nicht nur_durch C1r_k_ulation bei den Vorstandsmitgliedcrn, sondern auch in weitererr Kreuen dadurci) zur Kenntniß gebracht, das; die wichtigsten Mittheilungen deffelben m den Generalversammlunaen zum Vortrag kommen. _

Mit der vorjäbriaenDeleairtenversammlung war von_uns emeAus- stellung der Hausindustrie dcs Vaterländischen Frauenvereins verbunden worden, deren Hervorraaendstc Vertreterinnen die Vorfixerden der_Vex- eine Tost-Gleiwit; und Sor uitien sind. Aqunregran Ihrer Maxesiat der Kaiserin und Königin, .lÜerböchstwelckye den Leistunaen_ buldvolie Anerkennung zu Theil werden ließ. wurde in _unserem Vqr1tcznde die Gründung einer Central-Verkauisstelle für diese Industrie in Au?- sicht genommen und in dem Formular des Jahresberichts an die Zweigvereine die Frage gerichtet, ,ob und in welcher Weise sich die- felben an einem solchen Unternehmen zu berheiligcn gedachten.“_ _ Die Antwprtrn der Vereine [affen bis jetZt keine bedeutende Betheilxguyg erwarten. Auch hat sich für die Enrwickelung der Hausindustrie_m unseren Vereinen nur hier und da ein fruchtbarer Boden gezeigt. Die Provinz Schlesien tritt dabei außnabmsweise bervqr, und wdllen wir hier im Vorübergehen erwähnen, daß u._A. die o_ltbewabrte Industrie unseres Zweigvereins in Ratibor, die Knopfhakrlet,_ sich eines foridauernden Aufschwungs erfreut. Das Abfaßgebret dafur ist Amerika und der Arbeitßverdicnst des vorigen Jahres nahezu 10 000 «ja

Bemerkenswert!) ist, daß aus den Jabreövenchtcn eine sehr ge- tbeilte Ansicht über die Vortheile drr Hausindusirie hervortritt. In einem Falle Werden ihre bedenklichen Seiton fur die la_ndltche Berol- kerunn da, wo sie nicht aus dem dringenden Vedürfnrffe_ des Noth- erWerbs bervvrgcbt, mit großer Wärme_besprochcn. Es wird nam__ent- licb außgeführt, daß fie Frauen und_§.))iadcben den Aufgaben des baus- licben Heerdes, also ihrem eigentlichen Beruf entfremdet uzid die Ausbildung der weiblichen Jugend für diesen Zweck_ und_ fur den Dienst in den Haushaltungen verhrxidere. Auch_ auf die Manner_ube fie leich den Einfluß, fie von den Weinbar mmder lohnenden land- lichen Arbeiten ab uzieben. _ _ __ _ _ _ _

Bei dem Geiammiiiberblick der Vereinsibgtigkirt er1chem_t die Belebung der Beziehungen unserer Zweigwercme zu den Mariner- vereinen vom Rothen Kreuze diesmal rech_t beachtenswertl)._ Sie _1st hervorgerufen durch die für den M0bili11rung§pian _an die Vereine beraugetretenen Aufgaben. In Magdeburg hqben dre Heiderseittgen Provinzialverbände durch eine besondere Vereinbarung 1[)re gemein- same vorbereitende Thätigkeit für den Krieg gcre_,1el_t. Jr) HannOVer hat fich die Vereinigung nicbt blos in den Provmzralverbanderi, son- dern aus!) in mehreren Zweicwcreinen O_ollzogcn. Aehnlich scheint sich das Verhältniß im Bezirk Castel und m Siblefien zu gestaitcn. Die Anzahl der Zweigvereine, vorzüglich in de_n alten Provmzen, welche ihre Kriegsleisjungen schon jetzt in_Vcrbindunxx n_nt den _Manner- vereinen in Aussicht nahmen, ist nicht unbctrachtlicky. Diese Ver- bindungen innerhalb dcs preußischen Landesvereins, weicher em orga- nisches Ganzes zu bilden hat, sichern immer mehr die Grrzndlagen der Organisation des preußischen Rothen Kreuzes. Ehenso wird dazu beitragen der fich fortwährend vermehrende Grundchß der Vereine, ihrer Anstalien und Stiftungen und der Erwerb der Korporqiwns- rechte fiir diese Anstalten oder die Vereine selbst. _ Daffclke Ziel der

Befestigung unseres Vereinswesens verfolgen un1erc unausgeschen Bemühungen um dessen Außdcbnung und_ Gliederung._ _ _

Seiidem Ihre Majestät die Kgiscrm und_ K_ömgm tm thre 1876 einen besonderen Impuls zu dieser_Organisat_wn gegeben, 1md darin wesentliche Erfolge erreicht. Provrnzial-Vcreme strid m Han- nover, Sachsen, Westfalen, Brandenburg, Schlesien, Bezirksverbaiide

in Gumbinnen, Cassel ins Leben getreten und in Danzig, Marien- werder, ElsasJ-Lothringen_ in der Bildung begriffen. _

Von uns ist unabläffig danach gestrebt worden, druch _Grundu_ng von Fonds innerhalb dieser Verbände_das Interesse fur die gemein- same Thätigkeit zu fördern und zu starken. YieLandtage, die Pro- vinzial- und Kreißausscbüffe, aueh gndere standische Korperichxa1ten haben, wie wir mit Genugtbuung erivahnrn können, unseren Verbunden für ihre provinziellen ZWrcke namhafte Unterstutzungen zugehen lassen und wenden fie ihnen auch noch zu. _

Es liegt bisher nur ein Fall vor, m_ welchem, und zwar ganz vor Kurzem, eine solche Zuwendung auédruckltch abgelehnt worden__ist von Seiten des Landtags einer Provinz, _wo_ wir unserem neubcsrun- deten Provinzialverbande, um seiner Thatigke1t_e1ne fruchtbare Grund- lage zu geben, aus Mitteln des Hauptvereins emen Fonds von 5000.36 bewilligt batten. _ _

Die Zahl unserer Vereine bat fich tm vorigen Jahre: um 10 vermehrt und beträgt jeßt 532, wogegen die Mitgliederzahl um mehr als 5000 gestiegen ist und fich auf 56 422 belauit. _ _

Ihr Vorstand war unauSgefc*t bemiiht, neue Zweigverein: 1133 Leben zu rufen. Es boten sich i m Anlaffe dazu in der Regei in Gegenden, welche besonderen Heimsuchu_ngen ausgeseßt und_wo 13111 e_re bestehenden Vereine nur wenig zahlreiciz waren. Neuerdings ist em solcher Versuch, und zwar mit Unterstutzung _der Königlichen Land- raibsämter, in der Rheinprovinz und der Provinz HeffewNaffau ge- macht worden. _ _

Es ist ein charakteristischcr Umstand, der unsere Aufmerk1amk_e1t wobl verdient. das; die bei weitem überwiegendeAnzablunsererZwetg- vereine dem Osten unseres Vaterlandes angebqrt, ritzd daf; die_H_rr- vorrufuna ron Zweigvereinen im Westen m1_t viel großeren Schwierig- keiten verbunden ist. Der Grund liegt nieht nur in der großeren Woblbabcnbcit und der größeren Dichtigkeit der Bevölkerung im Westen, sondern vorzugsweise in dem Umstande, das; außer den zal)!- reicben aitbxgründetcn Stiftungen die Städte YUV auch das _Land mrt

Wobltkrätiakeitkvereinen aller Art in rcicher Fulle_yerseben sind.

_So wird es erklärlicb, daß in mehreren _Kret1en und Orten der crwahziten Provinzen die Gründung vaterländi1cher Frauenvereine sich aus dicser _iirsache geradezu als unausfiibrbar erwies. Wir nennen beispielsweye Gersfeld, Hersfeld, Saarburg. Mulkxeim a. Rb; Zur letzten Kreise _besteben nicht weniger als 55 WobltHatigkeitsvereme bei

einer verbaltnißmäßig wohlbalxenden Bevölkerung.

114 Zweigvereine bestehen hier und bcxben b_ei den un i'znftigen Kul- turverbältniffen, bei der Armut!) des ubenvxegenden T eils der noch dazu in größerer Zerstreuung lebextden Vevqlkerung Aufgaben zu er- füllen, die mit ihren Mitteln in gar _ _ Hieraus erklärt sich die aus den Jahresbxrrcbtxn bin und wieder nur zu deutlich ersichtliche Lähmung der Vereinstbatigkeit.

zu die Klage böten, da" keit fehle, liegen in O preu _ da auch in den Nacbbarprov nzen dringende Anforderungen der Noth meist vielgestaltiq vor.

Lage unserer Vereinéentwickelnng nicht allein _vom Hauptverein ins Auge gefaßt werden. Es ist dazu vor Allem em engeres Zusammen-

ketnem Verhältniß stehen.

Während wir von einzelnen Vereinen im Wester) wobl ab _u_nd es ihnen an Aufgaben fur ihre Woblibatrg- en und nicht bloß dort, 1ondern hier und

Ein Außaleicb solcher Verhältnisse kann in der gegenwärtigen

schließen der Kräfte innerhalb des Provinzialverbandes und eme arößere Belebung des Gemeinsinnes _1m großen Ganzen unseres Vaterländischen Frauenvereins erforderlich. Dem l_eßteren Zwecke besonders zu dienen ist die Bestimmung unseres Veremöorgans, des .Frauenverbandes', welches deshalb nicb_t bl_os yon allen Vereinen gehalten, sondem aus ihrer Mitte auch mit ortent1_renden Nachrichten über die VereinSzustän're versebey werden muß. Wir empfehlen diesen Gefickotspunkt unseren Zweigverernen reibt angelrgcntlick);

Der ftatisti_s_che Theil unseres Generalberichts entbglt den Nack)- weis der Cinna,men urid AuSgaben und des Vermogensbestandrs unserer Zweigvereine pro 1882 nach Provinzen geordnet. _ Die Gesammteinnabme der Zweigvereine betrug danach cm- ichließlicb des Restbestandes von 1881. . . . . . 1806011 „M, die Gesammtausgabe. . . . . . . . 743705 ,

so das; ein kaarer Vrrmögenßsiand von . . . . 1062 306 .“ am Schlusse des Jahres 1882 vorhanden war. Dazu kommx der allerdings nur unroüständig eingegebene Wertb_ von Grundstucken, Anstalten und Einrichtungen nut 1166 254 „M, 19 daß _11ch das _V_er- mögen der Ziveiavereine auf etwa zwei und eme yiertel Mr_Üwn Mark scheißen läßt. Von diesem Vermögensbetrage_ fallt aur dre i_n Norddeutschland uns verbündeten_ 35 außerpreußUchen Vereine unt ihren 5237 Mitgliedern ein Ambers von 323 453 «115 Der Hauptwerein Hatte im Jahre 1882 eine Einnahme von

37 207 «M 12 „3, seine Außgabe betrug . . 52712 51 so daß eine Mehrausgabe von . . . . . . _ 15 505 ck 39 „z und damit eine Vermögenßverminderung zu verzeichxen ist. _ Von den Ausgabesummen des Hauptvereins i1t der weitaiis_be- deutendste Betrag unmittelbar den Zweigvereinen und deren Aniial- ten zugeflossen, nämlich die Samnre von_ 35 69] „M _20 .,8,_ wogeaen an Beitraasquoten von den ZweiaVeretncn noch nicht die Halfte, nämlich 17 104 „M 40 „3, an den Hauptverein gezahlt worden _11nd. Der statistische Theil enthält die Cinzelnberten. Eine Ynzabl von Zweigvereinen entzieht sich noch immer der statutenmaßigcn Leistung dieser Beitragsquote, “über deren Verekbnung an manchen Stelien Unsicherheit obwaltet. Wir kemerkcn deébczlb,_daß na_ch §. 15 der Statuten nur von den Jahresbeiträgrn der_Mttglreder, nieht von anderen ordentlichen oder außerordentlichen Einnahmen der zehnte Theil an den Hauptverein abzufubren ist. _ _ In seiner Eigenschaft als Ortsvereanur Berlin hat der Haupt- verein für die Armenpflege folgende Vertrage bewiüigt: _ Dem Verein für vericbämte Arme 500 „16, dem FrauenzGrmÖW- verein 1200 «16, dem Paul Gerbardtstiff 500 „FE, dem (S_luaxyxthitnt in Pankow 300 „M., der Kinderpfieaeanstalf Zionshulfe_ in Schone- berg 200 «16, dem Verein zur Unterstiitzung von Wöchnermnen 300 „46, für Kinderpflege an den Verein für die _Kinderberl_statten an den deutschen Sceküsten 150 „M, Kurkosten der Kinder Hennig und Pankrath 231 „M, in Summa 3381 “ckck Wie in früheren Jahren Versammelien fick) die yrdentlichen Mit- glieder des HauptVereins an den Donnerstagezi in den von der kurmärk"chen Ritterschaft gütigft bewiÜiatle Rauwen_ und beschaf- tigten fiib mit Anfertigung von Kleidunßsstuckxn, Leibwajcbe und Ver- bandmitteln. Arme Frauen erhielten er diesen Yrkzeiten Beschas- tigung" und von den angefertigxen gegen _4000 Stuck betragenden Gegenitänden kam cin_ großer Theil an Berliner Arme und Armen- anstalten zur Vertheilung. ' _ _ Der Preußische Frauen- und Jungfrauen-Verem und der Verein zur Unterstüßung armer Handwerker haben uns 111 der Wdhltlyattxz- keitspflege aus eigenen Mitteln beigestandet]. Wir sagen ihnen_Wte den anderen uns zu gleichem Zweck verbundeten Vereinen un1eren herzlichen Dank. _ _ _

Aus der Stiftung .Frauentrost“, dem acmemscbaftltrhen Eigen- thum aller deutschen Frauenvereine rom Rothen Kreuz, smd im vorigen Jßbre dieVJabrekzinsenlmiY 1960 «46. zum dritten Male talutenmä ig zur ert ei ung ge ang .

f Das Vermögen des Hauptvereins belief am Schlusse des Jahres 1881an . . . . . . . . . . . 3688909181445 und beträgt nach Abzug der Mehrausgabe _ _ fiir1882tnit. . . . ...... 15505 39 , am Schlusse dcs Rechnungsjahrcs 1882 . 353384 „ck 75 „5 Der Reckonunasabschluß ist Ihnen gedruckt vorgelegtworden, und be- antrage ick) Namens des Vorstandes auf Grund drc1er _Vorlage die Decharge, Wenn kein Widerspruch erfolgt; durfenwrr_aus deren Er- theilung schließen ..... Ick konstatire dicselke [nerrnitx

Jbr Hauptvorstand war im vergangenen_Verctnswbre zu x_ieun Siyungen vereinigt; außerdem haben mehrere Siyungen res Geschaftö- auIschuffes stattgefunden. An den Vorstandsfißungew bcebrten uns mit ihrer Gegenwart von drn auswartigen Mitgliedern: Frau

erzogin ron Ratibor Durchlaucdi, Frau Landesdirektor ron Ledeßow, Frau Major Gotthardt aus Hannover, Frau Pra1idcntm No[dechen aus Maadeburg, Frau Kommerzien-Raib Henscb_e_l_ aus Cassel. Zu den wichtigsten An11elegenbcite31,_ welcbe uns bescha1_tigtcn, gehorte die von Ihrer Majestät der Kai1erm und Körzigin wrederholi angeregte Frage der HersteUuna einer einheitlichen (Hinrixbtung fur dre siatuterz- mäßige gemeinsame Thätigkeit des Vaterlandi1chen Frauenverein? unt dem preußischen Centralcomi1€ zur Pflege rerwyndeter Kricaer. Diese organische Einrichtung wird, wie der badr1che Landcs1chuß- Verein, in einer ständigen Kommission _besteben._ Ja der g_estrige_n Delegirtenversammlung find einige vorlaufige Mittheilungen uber die noch im Gange befindlichen Verbaydlungen gemacht worden, deren günstiger Verlauf wobl gesichert er1cheint. _

Die zuerst in der Delegirtexwersammlung vom 19. Marz_1880 von Seiten des Hamburger Zweigvereins angeregte Frage: _,Wie der Mißbrauch des Vereinsakzcicbcns des Rothen Kreu1es in) weißen Felde beseitigt werden könne?“ ist durch dr_n_ Schriftwech1ex des deuncbezi Central-Comiiés mit dem Reichs-Iuftrzamt zur voriaufigen Erledi- gung gelangt. _ _ _ _

Nach einer Mittheilung des letzteren Wild em geseßltchex Schutz jenes, von der Genfer Konvention eingeführten Ab1e1cheiis _nrcht c_)b_ne eine vorberige Verständigung der" Vertragsstaatexi berherzufuhrcn1em. Die geeigneten Schritte dazu 11nd dcm Aukwariigen Amte anheim- gestellt worden. _ _ _ _ _ _ _ _

Von dem Kai1er1ichen Militarmipecteur der freiwilligen Kratzken- pflege ist nunmehr über die festge1r15_tch Uniformen der Delegaten und des Sanitätspersonals des freiwilligen Rothen Kreuzes dem deutschen Ceniral-Comitä cine definitive Mittheilunci gemacht wvrdezx. Ueber die Tracht der Krankenpflegerinnen des ?)irthen Kreuzes ist danach jedoch eine Bestimmung nicht getroffen. Vielmehr hat Ihre Majestät die Kaiserin und Königin eine solche vorbehalten; sofern es nicht bei den von den verschiedenen Vereinsinstrtuten ctngefgbrten Trachten und Abzeichen sein Bewenden bal;_e_n köpnie, die nur fur den Kriegsfall einer anerkannten Tracht anzupa11en smd. _ _

Unser Zweigverein in Montreal ((Canada) hat uns mitzetbeilt, daß dort ein wvbltbäriger Verein zum Schuxze der nach_Canada _aus- wandernden Frauen und Mädchen gegründet wo_rden 111, dex einem dringenden Noibstande abbilft. Derirlbe sorgt fur den Empscgrg “O_er Einwandernden in Ouebeck und _bebait fie 1odann unter Yufitcbt in einer Heimstätte in Montreal, bis _sich eine paffende Be1cha1tigung für sie gefunden hat. Wir haben d1e1e Einrichtung bereits durcb den

bei der Bedeutung der Sache für Deutschland jedoch nicht, hier noch. mals darauf hinzuweisen. _ _

Die Verbindung der Kriegerveremc mit den Vereinen vom Rothen Kreuz ist von dem preußischen Central-Comixß geregelt wo:- den. Ihr Vorstand hat deshalb auf_A'-trag des Geichäftßausschußes von ciner weiteren Verhandlung daru_ber abseben können. Es bleibt nacb unserer L_lnsicbt am beste_n den einzelner) Vereinen anbeimgesieat, inwiefern sie in gegeb_ene_n Fallen, namentlich bei außerordentlicben Nothftänden, cine Mitwirkung der Kriegervereine, ähnlich wie “bei anderen uns verbündeten Vereinen, in Anspruch nehmen woüen.

Von Seiten Ihres Vorstandes_ hat mit dem Herrn Minister der geistlichen, Unterrichté- und Medizinal-Angelegenheiten ein Schrift. wechsel darüber stattgefuxiden, oh in den Fällen, wo staatlicherseits die Bildung von Satzitatskomtmsfionen angeordnet wird. eine Tbeil. nahme der Vaterlandisckxen Frauenvereine wünschenswmb erscheine. Der Herr Minister hat eme olcbe Verbindung qutgebeißen und die Königlichen Ober-Präfidenten davon in Kenntniß gcseßt, Jbr Vor- stand beschloß in Folge deffen, den Zweigvereinen das möglichste Ent. aegeqkymmen (i_nzuempfeblen, falls bezüglich der Bildung derartiger Sanitatskqmmisfionen Ansorderungen an fie gestellt werden sollten.

_ Als eine seiner bedeutendsten Aufgaben betrachtet Ihr Vorstand dre dauernde Sicherstellung_uns_eres großen Vereinswesens dnrch feste Grundlagen _m der Organisation. Jbre Majestät die Kaiserin und- Köniqm hat in der Srßung vom 14. März d. I., zu welcher Aüer. höchstdieielbe ken Hauvaorstand um sich versammelte, die maßgeben- den Gefichtspunkxe dafur eingehend darzulegen gerubt. Der Schwer- punkt der Organisation wird danach in die Provinzial- und Bezirks- Yerbände_zu legen und deren Aufgabe, die Entwickelung einer inten- 11ven Thatigkeit der hier zuiammeygefaßtm Vereinskräfte, vom Mittel- punkt des Hagptvcreins aus möglichst zu fördern icin. Der letztere findet seinerseits in der_ organischen Vereinigung mit dem Preußischen ?x?xtraxxokmté, als zWeiies Glied des preußi1chen Landesvereines, scinexx . en a t-

Bci dzr Gründung der größercn_Verbände de? Vaterländischen Frauenvereins werden nicht nothwendig die administrativen Eintbei- !ungexi in Provinzen uiid Bezirke den Au81ch_!ag zu geben haben. Es 1oll vielmehr den Vereinen die Freiheit bela11en werden, alte Tradi- tiotxen urid gewohnte _Verbmdungen bei ihrem Zusammenschluß zu berucksicbxigen. Die Stritungqn won Fonds in den fich bildenden Ver- banden fyrgbre gemeinschaftltckxen Zwecke und Jntereffen, welche mit den provmzreilen und Bezirksintereffen in der Regel zusammenfaüen, wird vom Mittelpunkt des Hauptpereizts möglichst zu unterstüßcnsein. Da_s sind, kurz _angedcutet, die leitenden Gedanken Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin _ nach dieser Seite hin. Wir wollen uns der Ausführung derselbeiz _mrt ernster Hingebung widmen.

Möchte _uns bei diejem Werke noch_ recht lange die ungebcugte Kraft des machtig belebenden Geistes un1erer erhabenen Protektorin zur _Seite stehen, deren tiefgreifende Einwirkung auf die Gesammt- enLW1cke1unq des Rothen Kreuzes weit über die Grenzen Deutschlands hinaus_ in ihrer roUen Bedeutung gewürdigt wird.

_ Eine ehrenreicbx Friedenspalme neben dem Kriqulorbcer bedeutet diese Anerkennung fur unser deutsches Vaterland. Uns aber wird fie dazu antreiben, in dem deutschen Rothen Kreuze ein Werk schaffen zu __Han_,__Welchcs dauernder ist, als ein Denkmal von Erz! Das wa e - o . '

Der unier denz Protektorat Jbrer Kaiserlichen und Kö- niglrchen H?heiten _d_er Kronprinzlichen Herrschaften stehende Verein füthnderheilstätten an den deutschen Seekusten bielt beute Vormittag im Saale des Architektenhauses unter Vorsitz *des rofeffors ])r. Cwald-Berlin seine dritte General- versanxmlung ab. er Verein zählt zur Zeit 512 Mitglieder und hat seit seiner Gründung eine Einnahme von 165 126 „M und eine Auß- gabe von 111996 „M zu verzeichnen, so daß ihm augenblicklich ein Vermögen von 53130 „16. zur Verfügung steht. Zur Zeit unterhalt der Verein ZAnstaltrn: Das provisorische Kinder-Hospiz zu Norderney ist am 1. _Juni v. I. eröffnet worden; in ihm wurden bis zum 16. Oktober m_ drei sechswöchcntlicben Kurperiodrn 73 Kinder ver- pflegt. Die meisten _der Kinder litten an Skropbulose. Gcbéxlk wurden 39%, Wesentlich gebessert 580/(», nicht gebeffert 30/0. Fur die Gesammtzabl der Verpflegten kommt annähernd daffelbe' Verbältniß herqus. Auch im Winter wurden hier einige Kranke rer- pflegt. Die beiden Kurperioden der WHcker Kinderbeilanstalt dauerten je 4 Wochen; ix_n Ganzen kamen 34 Kinder zur Aufnahme, 14_ Kna- ben und 20 Madchen. Auch hier sind gute Erfolge zu verzeichnen. Das dort im Bau begriffene definitive Hospiz ist im äußeren Aufbau vollendet. Die dritte Stajion in Groß-Müriß in Mecklenburg wurde im leßten Sommer zum dritten Mal seit ihrer Gründung bcnuézt. Auf- nahme in der ersten vorjährigcnKurperiodefanden 8Mädcben, l_i der_2. 11 Knaben und 2 Mädchen. In allen Fällen hat fick) auch bier eme wesentliche Besserung krnfta1iren laffen. Der definitive Bau de_s Hospizes wird noch in diesem Jahre begonnen irerdrn. Zur Zeri schweben Unterhandlungen, die bezwecken, in Zorpot cir-e 4, Station zu begründen. An Sthe des verstorbenen Prof. Dr. Benecke wyrde von der Versammlung der kan1eatische Ministerrefident 131". Kruger zum Vorsitzenden gewahlt.

In dem Garten des Belle-Alliance-Tbecxters Herrickxt ein reges Leben. Maler, Tapezierer, GaEarbeiter, Gartner, Ttxchlék find aufs Eifrigfie beschäftigt, die Toilette deffelben fur seineAnsaan Mai bevorstehende Eröffnung so glänzendxals möglich herzusteUen_. Im Theater selbst bleibt der unterhaltende Schwank „Der Zugvogel vorläufig auf dem Repertorre.

Jm Wilbelm-Tbeater findet morgen, Forstellung stati; zur Aufführung kommt die Posse: urger“.

Sonntag, die leiste „Dic Moiken-

Gestern gab der auf der Rückreise von St. Petersburg hegrtficne Hr. Francis Plants in der Sing-Akademi_e ein zweites Con- cert, in welchem seine cminente Begabung nocb glanzender bervortrat als in dem ersten. Hr. Plants verbindet in der That mrt voilendctsk Technik eine außerordentliche Feinheit_ im Schatttren und Porntiren- und wie er sicb in seinem ganzen be1cheidenexi Auftreten von »Mein Gesuchten fernbält, so meidet er auch im Spiel Alles, weis d_en _rem musikalischen_Genuß durcb Effekt oder Aeußeriickkeiter) beemtracbttgkn könnte. Des Künstlers Veranlagung enisprechen die bepmfckoen Kompost“ tionen am besten, und deshalb trug gestern auch Chopins_1D-w011-Concert den Preis des Abends davon, so gewaltig auch der Eindruck war, den Mendelssohns (3-m011-C0nrert und die anderen Nummern_ dcö_Is' wählten Programms durch den meisterbiften Vortrag auf die Horex machten. Dem stürmischen Beifa_l1, Welcher den Kunstler lohnte,15ch1111'ke derielbe in liebenswürdicxer Wei1e durch die Zugabe von ich INKU“ mern zu dem ohnehin schon rcichen_Programm. Das J)!)rlk1arm17r-l_1_ch,e Orchester führte unter des Profestor Karl Klindworth _fixberer „(l' tung die Orclxesterbealeitung mit Verstandniß und Prazrfiow aus, konnte aber dem Meister auf dem Flügel nicht immer m die feintc" Tonnuanzirungen 1olgen.

Redacteur: Ried el.

Verlag der Expedition (Kessel). Druck: W. Elsner-

Fünf Beilagen (einschließlich Börsen-Beilage).

Berlin:

In welchem Geacnsaße steht birrzu das Bild. Welches unser Ureinsir'esen m der Provinz Ostpreußen bietet! Nicht weniger als

.Frauenverband' zur Kenntnis; unserer Vcreine gebracht, unterlassen

„214€ ZZ.

_ E r st e B e i l a g e zum Dent1chen Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Sonnabend, den 14. April

1883.

Yichtamtkiches.

Preußen. Berlin, 14.April. Im weiteren Ver: laufe der gestrzgen (65.) Sißung des Reichstags wurde dle zweite Berathung des Entwurfs eines Gescßes, betreffend die Ahanderung der _Gewerbeordnung auf Grund der Berichte der 171. Kommission (Art. 5 §. 44) fortgesest. _ _ _

Nach dem Abg._§119_e ergriff der Bundeskammtffar Geheime Regierungs-Rath Bodik e_ r das Wort:

Meine .Herren! Ich bitte Sie", die _Vorlaqe dcr verbündeten Regierungen m_ der, -Fass11x1a dcr Kommiffionsbescblüffe annehmen zu wollen. „Hiermit entfallt bereits em Haupttbeil der Ein- wendungen des_ Herrn Vorredners gegenüber der Vorlage, info- fern dieselbe namlich dahin hatte gedeutet werden können, als ob die verbündetcn_ Regtcrmigew e__s_ dem_ einzelnen Kaufmann verwehren wouren, in ver1chtexenen G81cha1t§zwctgen ihr Geschäft zu betreiben. Es wird na_ch wie ryr dem Kaufmann freistehen, Thee, Holz, Klaviere, Spielzeug 11, 1. w., wovon der „Herr Vorredner spraä), in seinen Handel_ aufzunehmen; _dcn Kapitäncn wird es nicht verwehrt sein, alle die1e Sackcn zu 1ammclu, uiid an die Malaycn abzu- setzen; die Feste der Malayen werden al1o auch nicht durch die Vor- lage rcrkiimmcrt Werden. 2151.12; 3 des §. 44 lautet:

„Das Aufkaufen von Waaren bei anderen Personen als Hei Kaufleuten oder solchen Perwnen, ivel_che dic Waaren vroduzircn, oder an anderen Orten, als in _offenen Verkaufsstellen, sowie das Aufsuchen von Bestellungen arif Waarcn bei anderen Personen als bei Kanileuten und Gewerbjretbenden, in dean GeWerbebetrirb die Waarcn der angebotenen Art Verwendung finden, unterliegt den Bestimmungen des Titels 3.“_ __

Damit sind also die kaufmannUcben Betriebe, wie sie fick) bisher entwickelt Hgben, nach der" vom Hrn. Abg. Rée angedeuteten Richtung vollständig iret. _ _ _ _ _

Dem Hrn. Abg. Buhl erimdere tch_1m Amrbluffe hieran, daß cs gar nicht darauf ankommen kann, emen_ Betrieb untersagen zu wollen, einen Gewerbebetrieb ..todt zu 1cklagrn“, eir-en Stand berabzndrücken urid die besseren Elemente vonden11r[ben auszuschließen. Ick habe in dieser Hitzficht Bezug _zu nehmen auf die von mir vorgestern verle1ene Erklarung des fruheren Gewerbeordnungs-Refc- renten Hrn. ])r. Friedenthal vom Jahre 1869, w.[cke diesen Punkt näher erörtert. _ _

Dann hat Hr. Abg. Bulil _zwci Prinzipielie Einwendungen gcgen den §. 44 erheren, die eine nahere Erörterung erbeisckxen.

Ein Einrvand i1t bergenommcn aus den Handelsverträgrn, und der andere aus Artikel 26 des Zollvcrtrags vom 8. Juli 1867. Meine Herren! was den Einwand, der auf den Handelsverträgen basirt, anbetrifft, 10 kommt zunachst der Handelßvcrtrag mit Oester- reich in Frage. Nack) §. 10 dr-r Österreich3i1ckcn Gewerbeordnung vom 20. Dezember 1859, welche ja_ ;.u _Recht beitand, als der HandelSver- trag vom 23. Mai 1881 abge1_ck[o11cn wurde, ist die Zulassung von Handelsrciwnden für auslandiicbe _ Handels- und Industrie- Unternebmungen durch eine be1ondere Vorschrift geregelt. Diese Vorschrift kcfindet fich in der Verordnung des Handels- Mini- steriums vom 3._November 1852, betreffend die wandernden Han- delsagenten. Zusolge dieser Verordnung ist den Handelörei1enden der Geschäftsbetrieb mit Personen, welche dem Handel- und Fabrikstande nicht angehören, _also den bei uns sogenannten Detailreisenden, ver- boicn. Hinsichtlich der inländischen österreichischen Handelskeisenden ist das Verbot dnrch §. 50 der Gewerbrordnuug vielleicht als auf- gehoben zu betrachjen. Nack) §. 10 der (Herverbeordnung aber bestrbt dieses Verbot für die auxländi1chcn „Handelsreiwndcn fort, Und so erklärt sich aucb die auf der Rückseite des die11citigen Gewerbekegiii- mationékarten-Formulars befindliche Notiz, indem nach Art. 19 des HandelSvertrages vom 23. Mai 1881 die Angehörigen der vertrags- ichließenden Theile [Kinsichtiich ch Gewrrbebetricbes im Umber- zicben einschxiißiicd dcs Haufirhanch gegen1citig drn Jnländcrn nicbt gieicbgcsiellt smd. Der Gewerbebetrieb der ausländisrben Dctailreisenden aber gilt in Oeiterrcickv als ein Gewerbebetrieb im Umberzieben, als cin Haufirbetricb, und insoweit find dicOesterrcickyrr nach dem Wortlant der Handelsreriräge an der Hand ihrer eigenen Ge1eygcbunx1durch die «HandelÖvrrträge L1icht gehindert, dic Detail- rcisenden als Hausircr zu bebandeln, 19 wie die Vorlage es thim wil]. Und wir werden das Gleiche unbe1chadet des _HandclSrerirages thun dürfen. Die angezogene österreichische Bestimmung _lautet wisrtlicb: „(Fin Handcisagent ist nicht berechtigt, in AgentiegUchäite 11111 Personen zu treten, welche dem Handels- odcr Fabrikstande mehr angeöörcn.“ _ _

Aéhtilich liegen die Verkältniste in Betreff der Schweiz. Dort wird der Geschäftsbetrieb derer, die wir Deiaiireisrnde nennen, nickt als ein (Gewerk'ebctrieb eines HandelSrei1enden an_§7_cseh211;_ die Schweiz "besteuert den GeMrbebetrirb des Detail- ret1eNden 1ei)r hoch in ihren (HeselZen, die vom Hau1iren Handeln. Ich habe z. B. das ©61er vor mir, - ici; könnte noch andere an- iuhren_ - des Kantons St. (Halien,_ in Kraft getreten am 13._ Jäimer 1879. Da beißi es Abkckmitt ]: „Marktverkebr“, *?bxchnitr 11: „Haufircr“. In diesem Abichnitt11., Art. 4 heißt ? ann:

_ _ „Als Hausiren oder Gckverbebetriel) im Umherzieben ist aufzu- 1511512) das Aufsitckzen Von Bestellungen bei anderen Personen als iolchen, welcbe mit dem betreffenden Artikel Handel treiben oder dcmelben in ihrem Gewerbe Verwenden.“ _

Diese Personen unterliegen nach Art. 16 einer Steuer YU 10 bis 40 Frcs. motmilich. Es ist klar, daß, Was in drr Schwciz ger.,rxiiber den eigenen Landsleuten bier Rechtan sein soll, an der Hand der HandrlSvrrträge Und neben den Handelsverträgen auch für die Auöländer, die in die Schweiz kOMMen, Rerhtcns ist. Daß die letzteren nicbt günstiger gesteiit sein können, als die eigenen Landeskinder, liegt auf der Hand,

Der zweifc Einwand ist bergenommen aus Arr. 26 des Vertrages vom 8. Juli 1867. 5215171113 dieses Artikels lautet:

„DeMicichcn sollen Kaufleute, Fabrikanten und andere'Gcwcrbe- treibende, welche sich darüber ausweisen, daß sie in dem Vereins- st__aate, wo sie ihren Wohnsitz haben, die geseleichen Abgaben fxxr das von ihnen betriebene Geschäff entrichten, Wenn sie per- sönlich oder durch in ihren Diensten stehende Reisende Ankäufe machen oder Bestellungen nur unter Mitfübrung von Mustern suchen, in den anderen Staaten keine weitere Abgabe hierfür zu entrichten verpflichtet sein."

Was hier unter den Kaufleuten, Fabrikanten und anderen Ge- erbetreibenden zu verstehen ist, sagt der Art. 26 nicht: Der Art. 26 sVUcht einen Grundsaxz aus zu (Gunsten der kaufmännischen Betriebe.

enn man die Interpretation des Hrn. Abg. Dr. Buhl gelten lassen Wollte, so könnte die"elbe auch geltend gemacht werden zu Gunsten der Haufirer im isherigen Sinne. Auch die Haufirer kynnen zu den Kaufleuten u. s. w. gehören, welche im Umberziehen eine Bestellung aufsuchen; es ist aber Niemandem _bisher eingefaÜet], auf Grund des Art. 26 einen Hausirer, der in einem Staate dle LandesstEUer entrichtet hatte, in einem anderen Staate baufix- steuerfreiIZ? lassen. Es giebt in der That Hausirgeschiifte. die in Yoßem aßstabe kaufmännisch betrieben werden,_ die z. B. in keUßF-n besteuert werden mit einer Steuer, die derjenigen der großen Geschafte nahe kommt. Was unter diesen Art. 26 fällt oder nicht,

was Hausirer sein_ioll oder nicbt, darüber sagt dir Vcstimmungrxicbt-Z, und es handelt iich je t gerade darum, zu bcickiließen, daß ein Handlungsrei1ender, wel er bei Privaten Geschäfte von Haus zu Haus macht, den Haufirbestimmungen_unterliegen soll.

Der Hr. Abg. Dr. Buhl sagte, die Schäden, die in den Motiven hervorgehoben 1eien, 1eien etwas zu schwar; dargestellt. Die Motive 1r_nd entxwmmcn aus Eingaben, die unter Angabe von Thatsachen an die vcrbundetcn Neßicrur'gcn gelangt sind. Eine Schädigung der Be- treffenden tn gc1chaftlicher Hinficht k_ann nur iiiioweit zugestanden werden, 5le etwa die Haufirsieuer fur die betreffenden Kreise cine bo_l§ere fem könnte, als die jetzt auf den Handlungsreiicnden laitende. N_temar_id_cm wird_ rerivcbrt auf Grund des §. 44 der Vorlage, dem- n_achst 1em_ Ge1ckaft nach wie vor fortzuseHc-n, Keiner wird gcschäft- lick) mqteriell geschadigt. __

Dre Abhülfcvyrscbläge des Hrn. Abg. 131", Bubi bestanden in steuerlichen_Auskun1tsmitteln. Er hatte zwei Steuerauswcge. Meine Herren! Dre 89685 materjas dieser Frage ist nun aber die Geircrbe- ordnung. und ich _stelle anheim, ob Sie auf dem Gcbiere drs (He- werbcrechts durcb 1tenrrliche Maßnahmen der Sacre einen beffrren Anstrich gehen wollen. Ich glaube, wir la11en [icber die Gewerbe- ordnung _sclbit, als das; wir einen Steuerflicken auf da:“; Lowseyen.

Mr_mc Herren, [ck kann im Anschluß Hieran nickt unierlaffen, noch _nnt zwci Worten auf .die_Entstehung§ge1'chichte unserer Vor- lage eiyzugebcn. Die Vorlage, wie sie jetzt lautet, entirricht in ihrer Jnthtwn der Vorlage der verbündeten Regierunsen rom J.:Or 1869. Es Hiss; dgmals:

„Die Landengsexßebung kann bestimmen, das; dcrsel're (Hand- lungéreUende) Bestellungen nur bei Gewerbetreibendcn inchen darf. Bestellungen (1111 Wein diirfen jedenfakls auch bei anderen Per- 1onex_t als waerhrtreibenden gesucht werden.“

_ Die Motive 1agen zur Erläuterung dieser Bestimmung auf Seite 72: '

_ „Die_czm_Schluß des Paragraphen vorbebaltenen landwsgesey-

lichen Bestimmungen finden sich für Preußen in der Kabinctsdrdre

vorn 8. Dezember 1843, für Oldenburg in Art,51 "res (Herverbe- ge1e13es_vx_)m 11. Juli 1861. Sie sind hervorgerufexi durch Kiagen

ch Pizblifums Über Brlästigung durch Handelsreiiende, und es

kann fur ihre Wiederaufbebung ein Bedürfnis; um so weniger an-

erkannt werden, als bei der Heutigen Entwickelung dsr srrbrnden

Gemerbe cine au§__dcr in Rede stehenden Beschränkung hervor-

gehende BenaÖTHciitgung der Konsumenten niÖT roraaxgcsrßi

werdeii kann."

Meine Herren! Es ist das also ein altes Recht, und wenn der Hr. Abg._1)r. Rée das o_lte Recht aufrecht erhalten wissen onte, so geht die Vorlage nur emen Schritt weiter zurück auf das wirklich alte Recht, welches in Preußen seit dem Jahre 1843 bestanden bat, mich z.B. in Oldenbixrg gegolten Hat. Der Hr. Abg. Dr. Réc wird _alw gestaiten,_raß der Ruf nach dem alten Rechte durchaus acceptirt, nur em wirklich altes Recht aufgenommen wird, wäbrend er ein neues chht nimmt. Meine Herren, die Beséimmung fand d_a111al§_mchtd1e Billigung des hoben-Hauses. Warum? Weil man 11_ch, wre_d_ie Debatten klar ergeben, vorsteilte, es handle *sich um die Geschastsreürnden großer Firmen. Es ist bei den Verhand- lungen immer die Rede Von den Prinzipalen, von den Chefs 11.1. w. Man ahnte gar nicbt, wel_chc Ausdehnung der Gewerbebetrieb auf Grund _des §_. 44 nehmen wurde, in _anderer Gestalt. Es hat sich namenxlrch en_1e große Anzahl von Paufirern, die bis dahin einen Hausir1chein nicht bekommen konnten. dieses Paragraphen bemächtigt und, vom Hausrrgewcrbe aqueschlosten wie fie find, gingen fie nun nach §. 44 als Handlungsreiwnde in das Land.

Nieine_Herren_! Es kann das nicht scharf genug "betont und es kann nicht dringend genug darauf aufmerksam gemacht Werden, das; es s1ch_grradc darum handelt, die Elemente, die zu schlecht 1_1nd, um 6111811 Hau1ir1chcin zu erlangen, von dem Stande der Handlungschenderi, der Kaufleute, aUszuschließen. * Wenn Sie der Aenderung, die Hier vorgeschlagen ist, nicht zustimmen, so wird der „Erfolg der 12111, daß sich (ikke diese Elemente, Welchen dcr Hau1rr1cheiri versagt wird, sei es, weil fir. aus dem Zuchthaus: kommen, _1ei__cs au§__anderen Griinden, jeyt als ihre eigenen Reisenden oder al€z_Rei1endc 1ur Hei1er§helser, die ebenso schlecht sind, wie sie, xe11cn konnen._ ES braucbj Jemand nur irgend einen Laden fiirirdcnes Zeug _o__der 1011| etwas aufzujbun, um für alle möglichcu Gegenstande bei aller Weir Bestellungen aufzusuchen. Ick h_abe _den_ Fall erlrizi, daß einem Mann, der einen Legi- timgtwn§1cbcin als Rei1cndcr verlangte, der eben wegen Kuppelei bc- stra1t worden war, eincm Manne, der den Srbein unter chn Umstanden jriißbraucben woÜtc -- das wußten wir ganz 11cher - daß diesem Manne der Schein nicbt Versagt werden __kormte. Der Mann bekam den Schein; cinen Hansi]:- schein batte cr 1111111 bekommen. Wie ist es nun möglich, Angesichts die1er Sachlage, chm fie in den betbciligtcii Krei1en bekannt wäre, daß dic1c_1aaen:_ dieBest'immunaen sind “bestimmt, unsercnStand herab- zudrizcken? Vierne .Herren, es kann 11le angenommen werden, daß die Krci1e, aus denen die1e Acußerungen vcrlautbaren - und sie werden in in gufem (Hlmzben 1165 so äußern -, daß sie Über die Be- stimmungen, wie1_ic Vorliegen, vöUig im Unklaren sind. Wer die Brstimmuygcn liest und kennt, kann nur 1agen: die Bestimmungen nüßcn un1ercm Stande, und die verbi'mdctcn Regierungen find sich bewußt, dem Stande als solchem, cinem ebrcriwerthen Stande, nur dienen zu wollen._ Aber dahin zu kommen, zu sagen, weil einige schlechte Elemente [ollen ausgeschlossen werden können, darum sei der ganze Stand gc1chadigt. Meine Herren, dabei Hört die Logik auf.

Meine Herren! Auf den §. 44a. will ich in dieser Hinficht nicht weiter eixigel)en. Da der Herr Vorredner diesen Paragraphen aber mit hineingezogen hat, Habe ich doch nicht die Gelegenheit voriiber- gehen las1en zu sollen geglaubt, seiner Darstellung die Auf- fas1ung der verbündeten Regierungen sofort auf dem Fuß: eni- gegenzuseßen, in der Hoffnung, daß die Erklärung, die ich Namcns der Regierungen hier abgegeken Habe, auch von Seiten derer, die bis- her aus solchen Gründen die Vorlage bekämpft haben, gewürdigt werde. Die Erklärung stcHt lediglich auf dem Boden der Vorlage.

Meine .Herren, das; eine Aenderung eintrete,_ ist ein allgemeines Verlangen. Dic Entwickelung, die die Verhältniste genommen haben, war, nach den Erklärunßen zu schließen, die die Herren im Jahre 1869 abgegeben [m en, von diesen selbst nicht vorausgesehen. Ich will Sie nicht damit belästigen, Ihnen zahlenmäßig nachzuweisen, wie sehr, gerade zum Theil mit in Folge der 121318211 gese1zlichen Be- stimmungen, die Zahl der Handlungsrcüxndea gestiegen ist. Die Steigerung ist eine außerordentliche, cine 1Prunchise, weil man er- kannte, daß mit den Legitimationskarten das zu erreichen ist, was mit den Hausirscheincn nicht zu erreichen ist.

Meine Herren! Das Verlangen, daß eine Aenderung cintrcte, ist ein aÜgemeines. Ich habe hierfür keinen klassischeren Zeugen, als den Herrn Vorredner selbst. Auf Seite 21 der Motive des Kommissionsberichtes finden Sie einen Antrag, und dieser Antrag rührt von dem verehrten Herrn Vorredner ber, _ Welcher lautet:

„Die _Dctailreisenden haben sich in denjenigen Gemeinden, in denen sie tbr Geschäft betreiben wollen, bei der Gemeindebehörde zu melden und können zu den Gemaindcstcuern wie die Eingescfscncn herangezogen werden.“

eine Herren! Das ist also ,die Meldung der Detailrciscndcn

bei der Gemeindebehörde“; der Herr Vorredner geht also bezüglich der Detailrciscnden so weit, wie die verbündeten Regierungen nicht

einmal_ wegen der Hausircr haben geben wollen. Der Herr Vorredner, dem die englischrn Vcrléältniffc genau bekannt sind, hat damit einen Gedanirn angeWrocben, der ibm von den englischen Vcrbältniffen ber nabe liegt,_ indem in England die Hausircr in der That bei der Ortsrolizeii'ebörde fick) melden müffen, und er [vrt damit in seinem Gedankengangc cine Gleichstellung der beiden Arten ron Gewerb- treibcnden vorgenommen.

_ __Meitie Herren! Die Regierungßrrrlage wili nur die Gerech- tigkxit aus die1em Gebiete herstellen, und das lediqlicb aus sachlichen Grunden, obne ails politischen Ncbcnabfichten. Bisher ist Turck) die §_§. 42, 44 uiid 55 der Gewerbeordnung ein solche§ Durcheinander ctxigeireien, dar; irgend welche Scheidung nicht mehr zu erkennen ist; wn: _befitiden 11113 gcwimermaßcn in einem Urwald, wo Alles rer- wach1en 11_t. EI 1_oUc_1x_nUr gewiffe Schneusui geschlagen, ein gewisses Zieht 11_1_d1e ?_QLTÖQÜWUL gebrgkbt werden, wodurch die materiellen Jntxxcmcn nicht weiter gc1chadigi werden, als W die (Icrcckiiigkcit crher!ch_t._ Di." _GcrrÖtigkeif rcrlangi aber, daß nicht länger die Fikiwn _ aurrerdt erhalten werde, das; Jemand (1113 dem _Grunde, weil er irgend eirt stLÜLnd-LJ Gewerke -trei1*t, nunmebr m AUSUbung des stebcnden Gcwerch alle möglichen Befugnisse im [l_niberzieben bai, Befugnisse, die mit dem siebrnden Gewerbe an uud fur 116) in keinem Konner steben, die Befugnifz, iiberall geschäftlich Liniberzuziebrn, bci alien Privatpersonen Bestellungen auf „ich Mög- l_iche xxx 1uchen,Be1"ngniiic, die früher niÖt bestanden und die erst ira1_t einer durch das Gescx; ausgestellter: Fikkion in daI Lrbcn ein- gefukiri worden 1ind.

__ _Mcinc Herren! Ick sagte, daI Vcrlangcn nacb Aenderung 1er em ailgetncincs, und ich bezog miri» dabei auch auf den Hrn. Abg. ?_siée. Ich könnte mich an der Hand des PctitionÖberiÖTcJUUd son- stiger Vorlagen auch beziehen auf die Eingdbexi von Augsburg bis Firmstrg, von Halberstadt bis Braunsck»weig,Liineburg und OIriabriick. Das find Alles Handelskammer-Eingaben bezw. Eingaben von „Der- tretuxxsien größerer kaufmännischer Korporationen, die dem dringenden Wumxbc Arisdruck geben, es möchte eine Aenderung eintreten. Diese Yenderung 1chlagen Jlmen die verbündeten Regierungen vor, indem 11e davon aquck-en: AUE Gewerbtreibcnden haken AnspruÖ aiif gleieher! SMW; __28 kann der eine Theil verlangcn, daß nicht die nqturlicbe (Hr1ckmfls- und Konkurrenzlagc_ durri) eine grseßlicbe Ftknon zu Gunsten des anderen Theiss Mr1chobrn werde.

Wenn der Herr Vorredner vorhin sagte, „die Probcirndungcn werdeii nicht ambören“. so ist das richtig; darum Handelt 05 sich Jar medi. EZ Handelt fich ja überhaupt nich1 um Konkurrcxizrück- sichtrir,_ 10ndern Um die Herstellung der Gleichheit vor dem (3561913, um glelÉLI 81.111 und gleiche Sonne für alle Betheiligicn, um die Beseitigimg einer, kraft dcs Gescxxes bestehenden Begünstigung durch das (He1eH:in Folge der Beschwerden mid Klagen Drrer, die auf den SWH des Gesetzes denselben Anspruck) Haben, wie Diejenigen, welcbe das_Gcsey mir dieser Fiktion, niit diesem Privilegium zu ii)rcn Guwten aufreci't erhalten wissen wwllen.

Ick) bitjc missionsantrages.

DerAbg.1)1'.Bam[1erger erklärte, es sei nicht zu leugnen, daß dre Abstimmungen in dieser Beratbung mehr oder minder Zufallsabstimmungen seien, es sei höchst bedenklich und be- klagenswerth, daß gerade bei Bestimmungen von der aller- höchsten Bedeutung die Würfel mit so schwachen, schwankenden Mawritäten fielen. Die Aenderung einer so großen Arbeit wie der Gewerbeordnung bei so schwack1en Mehrheiten soÜte eigentl1ch nicht angezeigt erscheinen. Vieles werde hier ge- macht, worüber das Leben später lachen und svotten werde, - es sei doch im Allgemeinen jammervoller Kleimkram, um den_ das Haus 1th verhandele! Eigenthiimlich sei ihm in die1rr Art der Geießgcbuna, in dieser Rückkehr zum Kleinen und Kleinlichen, eine Rückkehr vom Großstaat zum Kleinstaat, ein indirekter Protest gegen die Entwickelung Deutschlands zu einem großen Kulturreich! Das sei recht deutlich bei jener Verhandlung hervorgetreten, wo es sich darumgehandelt habe, ob die Verordnungen der Eiwzelstaaten vom Reichstage ge- nehmigt werden müßten. _Möck)ten doch Diejenigen, welche ein Deutsches Reich mit erkämpft hätten, sich Überlegen, ob sie mit dieser Art der Gesetzgebung sich nicht in eine. Linie mit Deren steUten,“ die das Zustandekommen eines Deutschen Reiches überhaupt beklagten! Jm §. 44 handele es fick) um drei Bestimmungen, welche man beseitigen molie; einmal, daß der Reisende nichx nur eine bestimmte Waare, nicht nur bei einer bestimmten Kategorie von Kaufleuten, nicht nur an be: stimmten Orten solle aufsuchen können. Gründe für die be: ab1ichtigten Beschränkxmgrn habe er nicht in den Motiven, nicht in dem Kommissiousbericht gefunden; es sei ja auch, alle diese Einzelheiten gesondert zu besprechen, kaum möglich. In den Motiven heiße es, das Publikum werde delästigr; sei denn die Gewerbeordnung ein Geseß zrnn Schurz des Nach- mittagsschlafes der ruhigen „Hürger, der (Hrnndbrsißer im Be: sonderen? Schicke der General-Postmeister in senior Dienst: willigkeit fiir die ruhigen Bürger den Briefträger nicht acht: mal täglich ins Haus? Das seien selbstverständliche Folgen des immer immenser sick) anfsckzwingenden Verkehrs; wer in schauriger Einsamkeit verharren WOUL, müsse sick) heut zu Tage einen großen Plaß aussuchen. Fiir die Weinreisenden folie man eine Aur-nahme beabsichtigen; warum nicht für drn Cigarrenreisenden und die anderen? Erst neulichhabe dcr Abg. W111dth0rst betont, daß es sehr wünschensvwerth sei, daß die Militärkasinos sich direkt versorgten; werde das mit diesem Paragraphen etwa begiinstigt? Man stehe leider noch sehr vielfach auf dem naiven Standpunkte einer Zunftgeseßgebung, wo eine von Gott und Rechtswegen alles besser wiffende Be: hörde Käufern und Verkäufern vorschreibe, was gut und schlecht sei. Leider hätten sich auch einige Handclßkannnern auf die Seite der Gegner aeschlagen, so die wust 1rcisinnige Braunschweiger Handelskammer. Aber wie liege denn die Sache? Die Braunschweiger Handelskanuner rülime sichihres Eintretens fiir den kleinen Mann; er und seine Freunde kämpften hier im eigentlichsten Sinne für den kleinen Mann. Gerade die kleinen Geschäfte seien es, wie die Württemberger Petitionen zeigten, die, um nicht ganz von der Konkurrenz erdrückt zu werden, für ihre Gefpinnste Bestellungen von Haus zu Haus aufsuchten, sie würden Mit der Annahme der neueren Bestimmungen erdrückt werden. Es werde immer von einer Berechtigung gesprochen, daß derjenige, der ein Ge- werbe betreibe, nicht beeinträchtigt werden solle. Der Reichstag sol1e mithelfen , im Interesse Einzelner ihre Konkurrenten, ihre Nebcnmensckoen 1u hindern, ihrem Gewerbe nachzugehen. Nicht bessere Leistung folie

al:"o nord cinmril um die Annahme der; Kom-

mehr entscheiden, sondern die haste Art, sich bei der Regierung lieb Kind zu machen. Jetzt 10111.“ plößlich das stehende Ge: