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Sturz u. dergl. [übricn zunächst zu keinem Ziel, endlich ergab fich aber, daß, das junge Mädchen vor Monaterz oder Jab- ren_ einen Schlag durch einen Kastendeckel, der beim Herunter- dücken ibr ans den Kopf gefallen war, erlitten batt_e._ Es fand fich sch1ixßlich aycb eine kleine schmerzhafte oder beschadrgte Stelle am Schadel. Dre eingehende Untersuchung von Mupck nab dem Augen- arzt und dem Chirurgen die Ueberzeugung, daß d1_ese Stelle denemgen Stelle des Kopfes entsprach, wo nach den Munck'1chen Untersuchungen der Centralfiß für die Sebtbätigkeit trat, und sie myßtcn also arz- nebmen, daß durcb den Schlag des Schlosses eit! Eindruck in die Hirnhaut veranlaßt war. Sie entschlyffen fich zy einer Trepanation. Die Operation war besonders schwierig, weil eme Anwacbsung der Hirnhaut bireits cinaetreten war. Die Operation gelang so vollkommen, das;, als die junge Dame aus der Narkose erwackte und der Arzt_ibr “2 Finger vorbielr, sie das Wort „zwei“ aussprach, und nach wenigen Wochen war fie vollkommen gesund geworden wie je vorbrr und fit ist es noch heute. Meine erren, werden solche _Eltern nicht den Namen Muncks und den A en segnen, an dem die bahnbrechenden Versuche vorher gemacht sind. _
Dieser berühmte Muncksche_Affe befindxt_fich meines Wissens beute noch im, Aquarium, und ich habe ufalltg gehört, _daß, wenn Herr Munck ibn besucht, der Affe an er ck vor Freude tft. _ _
„„keine Herren! Sie müssen ni t glauben, daß solche thsekty- rische Vcrsrcbe mit der Gxausamxcit ausgeführt werden, wie der Laie es zu vcrai-uihrn geneigt ut. Dieser kostbare Affe, an_ dem die Ver- suche gemacht sind, ist stets nark_otifirt. Er ist Trepamrt, xr ist antl- feptisch behandelt, und Wenn die .Herren irgend einen Chirurgen be- fragen, dann werden fie überall d e Uebcrzeugung aussprechen hören, daß bci einer richtigen Behandlung schmerzhafte Empfindungen nur
ering oder meist gar nicht vorhanden sind, ctrvas, nas der Laie rüber eigentlich gar nicht verstehen konnte. __
Nun will ich Ihnen einmal das Geaentbeil erzahlen und Ih nen cinen Faß voxtraaen, der einen Prinzen betraf. _
Cs _1st cm Prinz zweiunddreißig Mal trepcmirt Worden, rrctl nach der tucbtrgenDiagnose derSijZ desUebels innerhalb des Schadelß war, und weil immer die Aerzte hofften, fie würden endlich den Saß des Uebelél finden. Sie haben ihn nicht gefunden. Damals gab es rZocb nicht einmal eine Narkose. Der Prinz hatte 32 Löcher un Schadel ur-d fein Leiden behalten. Heute liegt die Sache so, _daß nach den Munckschen Versuchen cine Jrrung in Bezug_ auf den Stix. drs Uebeis nur ungefähr auf das Spatium eines anttmeters znöqlicb rst. Ste Werden mir chbt geben, daß durch diese Beschrankung schon ein großartiger Erfolg erzielt worden ist. _
Ich will ein anderes Gebiet berühren, ein Gebiet, welcbxs noch mehr in die allgemeine Verwaltung bmubergrcift. Ick) monie die Lehre von den Seuchen. Sie wissen, daß das Reicbs-GcsgndbUtSartit eine der wichtigsten Thier-VersuchSanstalten ist, ich weiß nicht, ob dre Herren fick) die Freude gemacht haben, die maßgebenden und bahn- brechenden Kochschcn Untersuchungen über die Bacterien zu [Neu; da werden Sie finden, daß eine große 5anzabl voix _Tbieren, Mäuse , Ratten, Meechbweinchen, Kanmckcn Reichmm mit ihren Biographien angefü rt werdeii mit ihren * ummern , unter genaueste!) Angabe der Erscheinungen, an dencn sie in 9 bis 14 Tagen zu Grunde gegangen smd. Meine Herren, wenn Sie mit solchen Versuchen die physiologischen Thier- veriucbe yxrgleickx-n, so werden Sie mir wobl zugeben, da[; oft die vafiolygtjcbext Tbierversuche viel schonender fich gestalten, und doch, glaube ich, Wird keiner von Ihnen den Muth haben zu verlangen, daß nachdem das Problem der Seuchenerforscbung hingestellt und |er Lösung begonnenist, das Reichs-Gesundbeitsamt nicht auf der bctrctcnen Bahn fortjcbreiten soUe. Mein Herr Vorgänger und auch ici) in Verbindung mit dem Herrn Minister für LandwixWschast bach seit Jahren die cingebrndsten Versuche über die_Per[1ucht anstellen laffen._ Die große Frage, mit der wir uns befcbaftigcn, ist dir, in wiewett_1st die Milch perliücbtiger Rinder ansteckend, scdädiich fur den “m_enschltchen Organismus? Es ist dies eine Frage, die fur die Er- «gbxung unseres Volkes von hervorragender Bedeutung ist. Ich kann mcht lc__ugne_n. einige Duyend Kälber und andere Thiere haben wir schon fur diesen Zweck geopfert. Wollen Sie nun sagen, wir thun Unrrcht? Wir haben das Rätbsel noch nicht gelöst, aber das Problem ist em _bercchttgics, und doch bin ich der Meinung, da[; die1e Ver- suchsthterc oft mehr leiden, als wenn ein Physiologe odcr patho- logische Anatom ein Thier in seiner Weise anäsicsirt und dann tödtct. Eine andere Frage, meine Herren. EI geben in Europa jährlich Zchntaysendx von Thieren am Milzbrande zu Grunde. Wir quälen im.? mtt Hulfe der Pasteurscben Versuche, cin Antidot gcgen dcn Milzbrand z_u finden und ein Mittel zu erkennst), welches dre Haustlnere immun macht. Wir baben_ (me ganze inbe von Thieren auf diesem Gebiete geopfert, sie smd elmpft, es smd nicht selten Reciditxe gekommen, str sind zu
rund? gegangen. _ _Jst ein solcher Vcrmcb nun unberechtigt"? ist es :!icbt vrcimcbr zulanig niébt allein vom Standpunkt der Erhaltung des Nattonalvetmögcns, sondern auch vom Standpunkt ch W911- wdllexis gegen die Haußtbierc im Allgemeinen, daß wir derfucdcn, Ztcilctcht unt Aufopferung von hundert Thieren jährlich Tauicnde von Udteren vor der Seuche zu retten?
Lassen Sie_ mich, meine .Herren, auf die Arzencimittckicbrc _cin- acheri. Auch hier ist dem Laien die Bedeutung des Thierrcrmckos 1cbr 1.191): klar zu machcn. Das Chloralhvdrat 3.23. ist einfach bergcstelit «1:1 dcm chc_pdarmakologischer Forschung. Wie kann man ein 1D großes Mittel ix_n Chloralbydrat, wie Saiicvlkäurc in die Arznei- miticllehrc, in die Therapie einführen, wenn nicbt in sebr wrgfaltiaer „Weise an T_bieren vorher Versuche gcmacbt und gelungen find? Die Probleme [tegen ja auf der flachen Hand. Ick will ein anderes nczmcn,_ Emes de_r wichtigsten Mittel für die Heilung von manchen L*.[td-sn _1st das Chinin. Nur die Woblbabcnden find _bcutc im Standc, tmr Huch kcffciben Genesung zu crlangcn. In unsren Kliniken ist es allerdings unter Umständen auch im Gedramb, abcr der arme Mgnn m der gcwöbnlickocn Praxis muß des Chinins ermangcin. Nun (11101811 fich unscre Gclebrten auf diesem _Gcbiet seit langer Zeit, ein Mittel zu _findcn, Welsch ähnliche Eigcmcdaften wie das Chinin kat i_md crl*cbltch biliigcr ist, und n'esdalb? doch nur im Intercsix un- er-cr a_1*_1_nen Mitbürger. Nehmen Sie nun eine andere Ausgabe. («._[c w111en, daß Cbloral, Chloroform, Salicpisäure verschiedenartig, o.“: gewalttbatig auf_vcr1chiedcneOrga11i§men rrrrkcn; sic [übren sogar zum Tode. Alle unxcre Aerzte wcrden dckunden, daß keine Eriab- LMU. in dcr Praxis _schrecklicbcr ist, als der piößlicdc Krod in _dcr Chloroformnarkoxc, indcm das Cblxroform heizt ein un- crirbcbrlnbxr Begleiter des kranken Mcnicbczi i1t. Nun it! es aucb d;;rcb Forwdqngcn dcr Pbarmatologen und lediglich unter Anwendung ch Tbiervcr1uch§ und zwar wesentlich in unicrcr Berliner Anxtalt, gslungcn, _aucb 11'1_r dcn allersckxwicrigsten Fal] dcr lctalcn Cbld_rr_iorm- qrarkNe cm Antrdot zu finden, also nicht bloß für die frukcrcn Skadien dcr (Zbloroformnarkosc, [ondern auch in den allerleytcn Siadt_um_; da i'“: es gelungen, _ noch nicbt mit adfcbließendcr Grjvißdcit, akcr doch mit einer solchen,_ daß die Anwendung der G-Igcnmrttel kcrcits mit Recht erlaubt er1chcinx - ein Mittel zu entdeckcn, Welches die lädmcndcn Erschcinungen dcs Cdlrrrwrxys 111 dem Herzen aufhebt. Jab gcbeüdcrxu dem Kapitel der Bleirkrgtsmng, n*-:1ck_e§ fur unsere gewerbliche Entwickelung r*?n unendlicdcr Bcdcunxng uxéd m_r das pharmakologische Institut fortgeießt Gegxunand dcr em- Jsdenditen Unicriucbungm ist. Man hat eme Reid; ren S_egen- t:1_:rnln gefunden. die alierdings noch nicbt allen Umvnzcken gcnztgers; odcr bchnxltcb wird es dem Fleiß? dcuticber FoUcbcr gtlmarxi, äLl-ß *OZejes Ziel zu crrcicben. - Wie ako; wellen _Ste drew bier _ nur angedeutrtrn Probleme im Jntereiic drr leiden- drr. M§n1chdät LMV im Intercffe jedes Staat§körrcr§ _löxen, "**-3an 1115121 * immer in :*ctftändiger Weise - aus rte Tkicrrrclt zwrr:ckgegrrffen wird!
Nun noch emxas, und das soll der Sckzluß diescr Beiirixlx icin. "::-Z die Petenten m der färärfften Weise verwerfen, die Zuführung
b;"? PboZpbor in den lebenden Organismus. Ick kenne scidft zuxäaig d_73_betrencnden YrapZZatc in unserem anawraischeu Justitut. Ste ['.er kik BWIN fur _die erfolgreichen Vcrsuche über das WCW?- tixsm der KWON". Fur das Thier ist «5 ja m::ri-z, wenn
es Zu solchen Versuchen gebraucht wird; aber die Eltern, die nack: er Vortheil von diesen Experimenten haben, welche [eben und erkennen, da ihre skropbulöseu, in der Entxvickeluna zurück bliebeneu und ungesun ernährteu Kinder wieder zu einem gesunden nochenbau gelangen, die werden sicherlich die Versmbe der Forscher, die zuvor mit Thieren operirt haben, gewiß segnen.
Meine_Herren! Jeb erwähne al_1e diese Beispiele mit einer ge- wiffen Warme, derzn, weil ich em Laie _bm, weil ich als solcher die Berechtigung und den praktischen Vortheil eines verständigen Tbterv uch erkannt zu haben glaube und es für meine Aufgabe alte, das Licht auch einmal auf die andere Seite zu stellen und die Beleuchtung auch einmal von einer andern Seite auf den Gegenstand (allen zu lassen. Darin sind wir im Uebrigen alle etyig, daß Mißbrauchs? vorkommen können. und die Herren mögen fich uberzeugt ba ten, wenn mir solche Missbräuche vorgeführt und nachgewiesen werden, daß es mir dann weder an dem Mutbe noch auch - und das sage ich namentlich Hrn.Reichensperger gegenüber - noch_auch an dem Erfolge eines Entgegentretens fehlen wird. Aber, mejxte Herren, St_e werden mit darin Recht geben, wenn Sie sich 111 die Lage eines verantwortlichen Unierrichts- Ministers versexzen, daß ich er die tbatsächliabe Vorfrage entschieden wissen muß und daß es mißli ist, der veraniwortlicben Stelle gegen- über mit einer einfachen peritio principii aufzutreten. Und nun zu Ehren unserer preußischen wiffenscbaftlicben K_or- scher nocb Eines: Wir kennen die Frage der Vivise on und die Beunruhiguxig, welcbe diesel_be in Laienkreisen seit Jahren hervorruft, und es giebt keinen preußischen Institutsvorsteber, welcher diese Gefahren überfiebt, unterscbäyt und der nicht mit allem ihm zu Gebote stehenden Einfluß dahin wirkt, daß der Tbierversucb sich in der richtigen Direktion bewegt und soweit zurückgescbraubt wird, wie es im Interesse einer verständigen Problemlösung möglich ist. Und ich kann unter der Hand [agen - Sie können es meinetwegen auch weiter erzablen - da manche Versuche, die in anderen Ländern zur Bestürzung des Zu likums gemacht find, bei uns durch die eigene Initiative der Jnjtiiutsvorsteher selbst aus den Instituten hinaus gedrängt md.
Und nun zum Schluß. er letzte Herr Vorredner gab der Besorgniß Ausdruck, unsere junger) Medizi_n_er müßxen verroben, ein Außdruck, den ich seit Jahren in diesen Pettironen gefunden habe und der am!) wieder eine petitjo pkinaipii ist. Es ist für mich in meiner Stellung, wo ich doch einigermaßen die Lage des ärztlichen Standes in der gcsammten Monarchie übersehen kann, sehr [chwer zu entscheiden, ob diese Behauptung eme wahre oder auch nur 11 einem gcwiffen Grade eine berechtigte ist. Soll ich rin aligemeines Urtbeil fäÜen, so möchte ick) im Gegentbcil eber zu dem umgekehrten Schluß kommen und will Ihnen dies Urtbeil auch etwas näher begründen: Den Maßstab, den ich an diesen Gegenstand anlege, entnehme ich vor Allem der Statistik über die Erfol e umerer Heilanstalten und, meine Herren, Sie mögen noch so mißgünJLig über eine Reihe von Versuchen denken, so müssen Sie doch zuseben, daß in großartig steigender Pro- reffion die Todesfälle in unseren Anstalten im Abnehmen _begriffcn md. Früher batten wir in Deutschland in den äußern Kliniken mit 50. zuweilen bis zu 600/9 als Abgang durch den Tod zu rcchn_en, ohne daß wir auch nur eine Ahnung davon batten, welcbe Einfiuffe_dies bedingten oder wie wir die erkannten Schädlichkeiten ixber- winden konnten. Wenn Sie heutzutage die divbteriti1chen Kinder abziehen. die häufig in den leßten Augenblicken des Lebens erst zum operativen Eingriff den Kliniken zugeführt werden, so sind jetzt die Sterblichkeitszablen außerordentlich herabgedrückt wvrde_n, und die ungünstigsten Ziffern belauen fich gegenwärtig auf ungefahr 10%, auch auf 8, , vielleirbt unter Umständen sogar auf 50/9. Meme Herren! Wäre das Alles möglich, Wenn nicht eden durch die Fort- fcbrijte der Wissenschaft in der Behandlung is_mner schonenden Me- thoden erfunden worden wären, Wenn nicht die Schmerzen gelindert, die Kranken schonender behandelt würden? Und gebe ich über - m Beziehung auf die Chirurgie ist der Laie eher geneigt, etxvas nacb- sichtiqer zu urjbeilen - gebe ich über auf die innere Medizin: aucb da liefern unsere Krankenhäuser günstige Resultate, und warum? doch wc1entlicb deshalb, weil man immer mehr auf die Vorbedin- gungen der Diätetik, auf das Fernbalten sÖädliÖer Einfiüsie iiber- geht, auf die bcfferc Unterbringung u_nd Ernährung der Kranken, auf die schmerzstillendc Behandlung. aus die Fernbaltung m_affenbafter Mcdizincn; Auch hier sind großartige Fort1chritte gcmacbt worden, und das iii dock) nur möglich gewesen, Wenn man eben daran fest-
dält, daß der Mensch ein Manch ist, der kein Versuchöobjekt ist, der
vor allen Dingen geheilt, nicbt ausprobirt werden soll. Ich möchte Sie nicht weiter mit Anfübrung von Beweismaterial delästigen, aber wenn Sie den Vortrag von Volkmann in London gelesen haben, dcn Vortrag Bergtnanns in Eisenach, ädnlickoe Kundgebungen anderer maßgebendcr und Schule macbender Aerzte, so Herden Sie fagen, dax"; die ärztliche Wiffcnscbaft sich auf einen) gc1u1_1den Wege bewegt; Die gesunde Vervegung finde ick) darin, daß die arzt- licbc Wiffemchast ihren Beruf darin erkennt, dem Menicdcn zu helfen, _ und darin wird fie, wie ich vertraue, nicht nacblanen.
Der Abg. ])1'. Thilenius erklärte, das Heins werde idm zugeben, daß die Sache nun wirklich erschöyft sei, und er könnte, wenn er noch irgend ein Wort hinzuxügen wollte, die wirklich durchschlagenden Worte des Ministers nur adschwächen. Der Abg. von Minnigerode könne zu seinen Auskührungen nur dadurch gekommen sein, daß derselde noch nie eme Vivisektion mit eigenen Augen ge1ehen habe. Er erkenne _deffen Bestrebungen ja als _ berechtigte an, insofern 1ie den Thieren Schmerzen erwaren wollten, aber der Abg. von Minnigerode soUte nicht über Dinge sprechen, die deiielbe nicht aus eigener Anschauung kenne. Hätte der Abg. von Minnigerode persönliche Erfahrungen darüber, so würde derselbe wissen, daß die meisten Thiere durch einen Stich in das verlängerte Mark vorher empfindungslos gemacht würden. Während vor 30 Jahren zur Heilung der Lungenent ündung Blutentziehung für nötbig gehalten sei, sei man Zeute durch die Kenntniss, die man der Vivisektion verdanke, dahin gelangt, das Blut dem krankrn OrganiSmus zu erhalten. Er empfehle den Kom- misfiondantrag und bitte, denselben möglichst mit Stimmen- einheit anzunehmen.
Mr Abg. Dr. Windthorst erklärte fich für die Anträge von Minnigerode und Janssen, selbst auf die Gefahr hin, für einen Finsterling angesehen zu werden. Beide Anträge ver- langten durchaus nicht, daß die Vivisektion sofort überall ver- boten werden solle, alle Argumente, die vom Ministertiscb bei- gebracht seien, seien dahin Jganaen, daß ein absolutes Yerbqt unzweckmäßig sei. Ob die ivisektion wirklich nothwend1gse1, und ob in der That aÜe die Fälle, die der_ Minifxer anführe, auf die Wirkungen der Viviscktion zurückzuführen 1eien, müffe er für den Augenblick dahingeßellt sein lassen, und er be- haupte nur, daß sehr an esehene Aerzte des In- undAuk- landes durchaus nicht der einung seien, wie der Munsier
und seine Rätbe; Zu diesen differtirenden Gelehrten gehöre,
der berühmte Yk“ in Wien. Es sylle aber über die Noth- wendigkeit der ivisektion jest gar mchte ausZemacht werden - es ergebe fick) aber aus diesxn sehr divergirenden Armch- ten die Nothwendigkeit, durch e_me Enquete, die eine Folge der beiden Anträge wäre, die Sache richtig zu stellen. Das Ausland werde deShalb kein mißliebiges Ut1heil über dies Haus fällen, sondem die Humanität loben, die in der Annahme dieses Antrages zur Erscheinupg komme. Züge die Sache so klar, wie der Mixtister und sexue Räthe fie hinsiellen, so würde er nicht begreijxn, wieso m_!) eine so weitverzweigte und ausdauernde Agitation gegen die
Vivisektion habe entwickeln können. Die Enquete würde ent- weder die Grundloßqkeit dieser Agitation zeigen, oder te würde ergeben, daß dre Veftrebungen derselben gerechtfert gt seien; um zu diesem Re[ultatgkx: gelangen, bitte er, einen der Un- träqe Jansen und von nnigerode anzunehmen - welchen, sei ihm gleichgültig.
Damit schloß die Diskusfion. Der Antrag Jansen wurde abgelehnt; der_ Antrag von Minnigerode dagegen angenommen. _ Eine Petition des Magistrats und der Stadtverordneten m Schwedt bittet um Aussesialtun des daselbst besiehenden Progymnafiums zu einxm Gymna um; der Minister für geistliche 2c. Angelegenheiten habe [eine Genehmigung dazu versagt, troßdem die Stadt_ bereit und im Stande sei, die Kosten dafür zu tragen. Dre Kommission beantragte. dieselbe der Staatsregierung zur Berückficbtigung zu überweisen.
O_er Abg. von Riffelmann unterßüste den Antrag der Kommission. Die Uebetproduktion an akademisch Gebildeteu könnx nicht_durch solche Maßregeln unterdrückt werden, wie fi_e die Regierung _hier vorfchlage. Wenn die Centralbebörde die Absicht hege, em Prygymnafium nicht zum Gymnafium zu machen, so müsse sie diese Absicht schon bei Gründung „der Anstalt zii erkenne_n geben während hier das Gegentheil von dem vorliege. DLL der Étczdt Schwedt benachbarten Städte, welche Gymnasien hkztten, se_1en zu entfernt, um benuvt werden zu können, guck) die dortigen Gymnaßen meist überfüllt. Schwedt verdiene als große Garnison, als Siß einer reichen Bürgexscksaft und eines umfangreichen Tabackbandels um so eher em _Gymnafium, als auf ]eden StaatSzuschuß von Hause aus verzichtet werde.
_Der Abg. Seyffardt (Crefeld) betonte, daß zur Abhülfe dxr immer schwerer empfundenen Uebervroduktion an Leuten, die das Gymxiafium besucht hätten, die Entwickelung der sechs- kiasfisen_latemlosen Schule und ihre Ausstattung mit mög- ltchft wextaehenden Berechtigungen nöthig sei.
Der_Regierungskomminar, Geheime Ober-Regierungs-Ratb 1)r__. Bomß ermiderte, daß durch die jüngst au5gegebenen Lehr- piane d1e Entwickelung dieser Schulen gefördert sei, und daß die Unxerhandlungen über die denselben zu gewährenden B_erecht_1gunaen noch schwebten. Der vorliegende Fal] solle mcht el_ne Bevorzugung der Progymnafien darstellen, sondem m_tr zeigen, daß ein Ort, für_den ein Progymnasmm nöthig [ei, darum noch keines Gymnasiums bedürfe; die benachbarten Gymnasien seien-nicht so überfüllt, wie der Abg. von Riffel- mann es dargestellt habe. Kein deutsches Land habe so viel Vollgymnafien wie Preußen, aber wo ein solches nicht hinge- höre, könne nzan es nicht einrichten, und darum habe die Behörde zu eige_nem lebhaftem Bedauern die Wünsche der Stadt Schwedt mcbt erfüllen können.
Nachdem der Abg. Dr. Peters als Referent der Kommission betpnt h_atte, daß eine Ueberproduktion an Studirten so allge- mxtg mcht empfunden werde, wurde der Antrag der Kom- mtsnon angenommen.
_Cs folgte der zweite Bericht der Agrarkommisfion über Petitionen. Eine Petition der Bewohner der Ortschaften Pferdsfkld, Daubach, Rehbach, Winterburg, Jppenschied, Winterbach und Cckweiler bezieht fich auf Meinungsverschieden- h_eiten, weiche zw1schen den Gemeinden einerseits und der König- lichen Regierung andererseits bezüglich der Kapitalifirung und Verwendung der Zinsen dsffelben für abgelöste Waldgerecht- same entstanden find. Die Petenten beantragten, daß ihnen das vorenthalten_e Ablösungskapital oder wenn das nicht ge- schehen könne, d1e_5 Jahre lang vorenthaltenen Renten zur Auszahlung an die Haushaltungsvorstände, welcbe urkundlich berechtigt gewesen seien, zugewiesen werde.
Die Kommisfion beantragte, die Petenten hinsichtlich des Anspruches auf Verth_eilung der Ablösungskapitalien auf den Rechtsweg zu verweiren, im übrigen aber die _Petition der Königlichen Staathegierung in soweit zur Berücknchtigung zu überweijen, als die Vertheilung der Zinsen der Ablösungs- kapitalten uyter die vormals Forst-Sewilutberechtigten auch ohneGrnehmtgung der Bezirkßregierung als rechtlich begründet zu erachten sei.
Der_Regierungskommiffar, Geheime Regierungs-Rath Noeil erklärte nch gegen diesen Antrag, der gegentheiis von dem Refererzten, Abg. Knebel, zur Annahme empfohlen, und schließlich auch vom Hause genehmigt wurde.
Das Haus erledigte dann noch zwei Petitionen von lokalem Intereffe, diese betrafen Bitten von Käthnern in Groß-Semlig auf Weitergewährung der Waldweide, m_id Bitten betrenend Forstbercchtigungen mehrerer Gemeinden m Hobenzoüern. Das Haus genehmigte die Komtmsfionß- vorschläge ohne Debatte.
_ __?ierauf vertagte fich das Haus um 4Uhr auf Dienstag 1 :.
Archiv für Post und Telegrapbie._ Nr. 6. -;I*nbalt_: Aktenstücke und Auijächr Die Stadt-Fernipreckzemrichtung zu Berlin (Säpluß). - Dcr PoitpackeZd-ienst in Niederland. - Besttmmunczen über die Annahme und Angtcliung von Anwartcrn als Beamte tm Post- _und Telegrapbendiemt in rankreich. -_- Kleine_Mthbei1unaer_r: Mutblges Verhalten eines Posti ions. - Eine .Och1enpost“ in Ost-
indien. Merkwürdige Briefkasten in älterer Zeit. - Einfluß dxr Xällzeit auf die Güte und Dauer des HolzeF. - Kleiderkanen m rankreicb. - Trajektanstalt auf dem Bodemee. - Teleanen-
drähte in den Straßen von New-Q orf. - Literatur des erkehrs-
wescns: 1päiear0re koswls 419.1 nguo (1'1m1ia 1181 1883. Komp.,
111101211113 Freäj 130123. - Zeitschriftenüberscbau. Marineverordnungsblatt. Nr. 8 -Inbalt: Flaggen-
beißen von Kaxffabrteisckziffen. - Zulagen für _Büch1enmachers- maate :c. - Immxktion für Kommandanten. - Hetmatb- 2c. Zab- lungen. - Unter1uchung§arrestatm an Bord S. M. Schiffe. -- Torpedos bei den Schießübungen. - Schwimmuntemcbt. -- Karten- rermerke. - SÖiffsbüÖerkistrn. - Re_viswn d_er 3,7 cm Patronen. - SÖiffsartiUeriezeiÖnungen. - Perjonalveranderungen. - Bo nacbricbtigungen.
Central-Blatt der AbgabenzGesetzgebung uxd Ver- waltun in den Königlich preußischen Stauden. M&- analt: nzeige der in der Gefeysammiung und nu RetWieyblatte ersrbienenen Gesetze und Verordmxngen, - Allgemeine Verwaltungs- gcsmstände: 11deng des Kaiserlichen. Hauptzollcxmts m Brezuen in ein _Königlub preuß'qcbes Haypnollamt; __DeSJleuben des Kaiser- lichen Hauptzollamts m Lübeck m ein Lubeck1ches__;Hauptona“mi. “- Veränderungen in dem Stande und in den Befugnmev der Zoll-_und Steuer!":ellen, -- Von den GerthSscbreibern aufzußellende K_osten- rechnunsrn. - Von den Behörden der vaale der. indirekten Steuern ihren obfiegenden Gegnern zu erkattende Proz“:ßkoften_. - anirekte Steuern: Zolidek,and[ung von Talg gewerblichen
wecken. -- S_temvelväixbtiß“leit der 1. g. Lenomand Öen Wadwaze- karten. -* Perionaluacbricbtm.
“Fasem- für den Deutschen Nei-bs- und König! Preuß. Staats-Ameiger und das Central-Handels- register nimmt an: die Königlich Mit!“
de- duts-hen Kei-bj-Auzeigm jmd jöuiglié;
Umsis-hen Raati-Quzeiom: Berlin "s., Wilhelm-Straße Nr. 32.
1. Makbn'efe 111111 Untersuebuoxs-Zubeu.
2. Iubbxatukoneo, zafgebote, 7071“!!!an u. erg .
3. ssrvas, ferpaebmugau. meizziousa sto.
4. sulooauog, &mortisation Zinszahlung u. s. '. 70a dikaurliabsu kapieren.
Oeffentlicher Anzeiger. *
5. jnäruekielle kubüsaamants , 178117111211 untl Grossbauäel. 6. senebjeäens Zekaummcbuuxeu. 7. Utsnriaabs &meixso. 'l'bnm-Queigen.
8. 111 sst 86111611- 9. kamilieu-d'aebriebteu.
beilage.
Inserate nehmen an: die Annoncm-Expediüonen des „Invalideudauk“, Rudolf Mose, Hufenßeln & Vogler, G. L. Danke & Co., C. Schlutt, Büttner & Winter, sowie ale iibrigen größeren
Annoncen - Burma:. ck
“Subhaskatumen, Aufgebote, Vor; ladungen u. dergl.
[17033] Oeüentliäe Zußelluug._
Dec Tagelöhner IobanneöBrenner m Ulm, vcr- treten durch Nechtöanwalt Letpbeimer von da, klagt gegen seine mit unbekanntem Aufenthalt abwesend: Ehefrau Ursula, geb. Keller, von _Söflingm._ Ob'er- amis Ulm, wegen _Ebebrucbs, benebungkweüe bös- 1icher Verlaffung nut deux Anfrage auf Scheidung der xwischen den Partetext bestehenden Che dem Bande nach, und ladet dre Beklagte zur münd- lichen Verhandlung des Rechtsstreits vor die zweite (Zivilkammer des Königlichen Landgerichts zu Ulm an
den 13. Juli 1883. Vorrxtittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen der dem gedachten Ge- xichte zuaelaJenen Anwalt zu bestellen.
Zum Zwe e der öffentlichen Zustellung wird dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
Sekr. Renner,
Gerickytsschrribcr des Königlichen Landgerichts.
[17025] Oeffentliche Zufiemmg.
Der Partiknlier Loos zu Altona), vertreten “durch den Recht§anwalt Löwentbal bieryelbst, ladet in [einer Prozcßsache gegen den ehemaligen Erb- päebter Otto Nr. 9 zu Picker, icht unbekannten Aufenthalts. Beklagten. i_vegen Kaufbandels, den edacbten Beklagten zur _werteren mündlichen Ver- Jandlung des RechtsFtrUts vor die zweite Civil- kammer dcs Großherzoglichen Landgerichts zu Schwerin auf
den 26. Juni 1883. Bormitta s 10 Uhr, in welchem Termme er beantragen w rd:
den Beklagten_ zu verurtbeilen, dem Kläger 3100 .“ mit Zinsen zu 4% p. 8. seit der Zu- stellung der Klage zu bezahlen, eventuell den im Termin vom 8. November 1881 unter a. und b. gestellten Klaganträgen gemäß zu erkennen, mit der Aufforderung, einen bei_ dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anwalt zu bettellen.
Zum Zwecke der öffentlichen Zusteliung wird dieser Außzug der Ladung bekannt gemacht.
Schweriu in Meckl., den 13. _April 1883.
S t r e s o w , LandgericbtUekretär, Gerichtsschreiber des Großb. Meckl.-Scbwerin[chen Landgerichts.
[17022] Oeffentlithe Justellung.
Der zu Paris Rue du eurembourg Nr. 40 wob- ncnde 1)r. der Rechte Octav_ Heurtev, handelnd als definitiver Syndik des Fallrments über das Ver- mögen der zu Pgris, Boulevard Hausmann Nr. 13 bestehenden Aktiengesellscbaft „Le Crédit Rural de France“, vertreten durch_Rech1§anwa[tWagner, klagt gegen die Susanna Latiiy, Ehefrau von Johann Burger, mit demselben tn Amerika nobnbaft, obne näher bekannten Aufenthaltsort, und deren Bruder Johann Laiffv zu (Swingen, als Erden ibrcs Bruders Nicolaus Laiffy, lebend Pfarrer in Groß-Hettiygen, aus einem von diesem resv._drffen Rechtsxorganzzer Jacob Samama Sohn, betbatigten Ankaux ron vier Aktien des Crédit Rural de France, mit drm An- frage auf Verurtdeilung zur Zablnng von 800,00 ..ck mit Zinsen seit dem Klagetaae an Kiäger m mmer gedachten Eigenschaft und ladet die_ Beklagte zizr mündlichen Verhandlung das_Necbtsttreits _vor dre ]. Civilkammer dcs Kaijerlicben Landgerichts zu
Me? auf en 2. Juli 1883. Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, einen bei_dem gedachten GL- ricbte zu claffenen Anwalt zu bejtéilen. _ _ _
Zum wecke der öffentlichen Zustellung Wird dtc1er Auszug der Klage bekannt gemacht.
Meß, den 14. April 1883. _
Der Landaerichts-Sckretar:
M e 13 g e r , _ Gerichtsscbreiber des Kaiserlichen Landgerichts.
[17035] Oeffentliche Juftellnng.
Die Schuhmachersrau ' nna Kreu adler, geb. Wermke, hier, vertreten durch den . echt6anwalt Bahr, klagt gegen den Ehemann Carl Johann Kreuxzadler, unbekannten Aufenthalts, wegsn Ehe- scheidung, mit dem Anfrage: die Ehe der Partxicn zu trennen, den Beklagten für den all_em [(buldtgen Theil zu erklären und demselben dre Kosten des Rechtsstrsits aufzuerlegen und ladet den Bxklagten zur mündlichen Verhandlung des Rechtsstreits _vor die ;.weite Civilkammer des Königlichen Landqxrtcbts zu Königsberg 1. Pr., Theaterplatz Nr. 3/4, Zimmer Nr. 49, auf
den 6. uli 1883, _Vormittags 10 Uhr, mit der Au orderung, emen bei dem gedachten Ge- richte zu klaffenen Anwalt zu bestellen. _ _
Zum wecke der öffentlichen Zustellung Mrd dieser Auszug der Klage bekannt gemacht.
Königsberg. den 5. April 1883.
H e m 1) el , _ Gerichtsschreiber des Königlichen Landgerichts.
[17024] Oeffentliije nßellung. _
Der Johann Filliung, teinhauer zu Hellertngen, klagt gegen den Johann Renauld Wölfinger, Schub- macber, früher zu elleringen, 1th ohne bekannien Wohn- und Aufent altSort, aus einem Schuldstbxme v_om 6. April 1859, für baares Darlehn nebst funf- jabrigen insen, mit dem Anita e auf Vcrurtbxr- lung zu „sé, mit weiteren Zinken vom 14. Marz 1883 an, und ladet den Beklagten zur mitnd- l_icben Verhandlung des Rechtsstreits vor das Kaiser- liche Amtgericbt zu St. Avold auf
den 6. Juni 1883, Vormittags 9 Uhr.
Zum Zwecke der 5 entlicben Zustellung wird dieser Ausmg der Klage be annt emacht.
Drank, urg, Gerichtsschreiber des Kaiserlichen Amtßgerichts.
117030] D eutlickxe Zußellmt .
Die Ehefrau chneider Heinrich Ikiese 1u Dort-
mnnd, vertreten durch den Zustizrath Keller zu
Men, kla t gegen ihren Ehemann, den Schneider nrich Nkese, früher in WUten wohnhaft, jetzt
unbekannten Aufenibaltorts, auf Grund der §§. 670, 689 ff. Tb._11. Tit. 1 des Allgemeinen Landrecbts wegen bosltcber Verlaffung, mit dem Antrage auf Trennung der zwischen ihnen bestehenden Ehe, und ladet den Belklagten zur mündlichen Verhandlung de? _R_echtsstretts vor die Erste Civilkammer des Kontgltchen Landgerichts zu Hagen ayf den 26. Juni 1883, Vormittags 9 Uhr, uztt der Aufforderung, einen bei dem gedachten Ge- richte zuaela enen Anwalx zu bestellen.
Zum Zwe e der öffentl1chen Zustellung wird dieser AUSzug der Klage bekancxst gemacht.
(1 er.
S P Gerichtssthreiber des Königlichen Landgerichts.
[17020] * Oeffxutliche Zustellung.
Der Maurermeister Friedrich Wilhelm Jacob zu Hßchst a./M., vertreten durch_Rcchtsanwa1t Dr, E. Le1_sler bixr, klagt gegen _den Rtemenfabrikanten Job. Wilh. Krieaer von Höch1t ::./M. dermalen mit un- bekanntem Aufenthalte abwesend, bebauptend, daß er dem Le teren auf vorherige Bestellung in der Zeit voin _ nfang Juni 1882 _bis Ende Dezember 1882, die m der _Klztgescbrift naher bezeichneten Ar- bxiten, zu den betge!_eßten event. aucb üblichen und billigen, nach Fertigstellung der Arbeit fälligen Preisen von zu1ammen 1484,10 „sé. gelicfert und dieserbalb die Anordnung des_dinglicbcn Arrests auf die vom Beklagten in Höch1t zurückgrlaffenen Ob- jekte bei dem Kgl. Amtsgerichte in Höchst (:./M. erwirkt habe mit dem Antrags auf Verurtbeilung des Beklagten zur Zahlung von 1484 .“. 10 „] nebst 50/9 Zinsen vom 1. Januar 1883 sowie zur Zahlung der Kosten des Haupt: und _Arrestverfabrens und ladet den Bt_klagten zur mundlicben Verhandlung des Rechtsstreits vor die erste Civilkammer des Königlichen Landgerichts zu Wiesbaden auf
den 9. _Juli 1883,_ Vormittags 9 Uhr, mit der Aufforderung, emen bei dem gedachten Ge- richte zugelassenen Anxalt zu bestelien.
Zum Zwecke der öffentlichen ZusteÜung wird dieser Au§zug der Klage bekannt gemacht.
_ Meder, Gerichtéjchreiber des Königlichen Landgerichts.
[17015] Markentheiluugssackje. Oeffentliche Ladung.
In Sachen der Tbeilung der Verbtclcr : Lonner- bccker Mark, Amts ürstenau, betreiiend, wird zur Publikation des die teiie des Receiie-Z zugieich mit vertretenden, von der Königlicherz General-K'ommif- sion in Hannover genehmigten Tbetlungsplans Termin anberaumt auf
Mittwoch. den 23. k. Mis. Mai, Mor eus 9 Uhr, _ in der Wohnung der ittwe Naber m Lonnerdecke, Amts Für1ienau.
Zum Er1cheincn in diesem Termine und zur An- gabe ihrer Rechte werden nach Vorschrift des §. 110 des Gesetzes über das Verfahren in Gemeinheits- Theilungs- und Verkoppelungsmckoen vom 30. Juni 1842, die upbekannten Pfandglöubiger und diejenigen dritten Pcr1onen, Welchen als Gut:-, Dienst-, Erben- zins- und Lehnskerren, (xls chns- und Fidcikommiß- folgern oder aus sonstigem_ Grunde nz Beziehung auf die Ausführung der vorliegenden THeilung Rechte zustehen möchten_, urxter Freikteiiung einer vorgängiqen Einsicht yder ad1christlichen Mittheilung dcs Rezeffes dciStrase des Auöschluffe-Z _nxit tbren e_twaigen Ein- wendungen gegen die Planmäßige Ausfuhrung dieser Tbeilung hierdurch aufgefordert.
OLnabrück, den 13. April 1883.
Der Special-Kommiffar. , F. v. Stender, Oekonomie-Kommtsfionskatk).
[17042] Oeffentliche Zustellung
an die Eheleute Tagelöhner Jakob Lacher, und Elisabeth, geborene Will, früher zu Worms wohn- haft, jest ohne bekannten Wohn: und Aufent-
baltSort. Subhastationspatent.
Auf Anstehen der Saarbrücker Knapxsbaftsßlffe, rrpräsentirt durch den Vorstand de5_ Saarbrucker Knappschaftsvereins zu St. Johann, dieser vxrtreten durch seinen Vorsitzenden Bergrath TaegllbeÜeCk- Ber Werksdirextor zu Heini , und den KnapP1_chaiks“ dire tor Mümcher zu St. Johann, Extrahenim,
gegen die Erben und Rcchtönacbfolgcr des zu Elversberg verstorbexien Bergmannes Franz Will, als:
1) desien Wittwe, Marta, geborene Peter, ohne Gewerbe, zu Elversberg,
2) deYn Kinder bezw. Enkel, als: a.. Jobayn Will, ergmann zu Elversberg, 1). Anna Marta Schiffmann, Ehefrau Niko_laus Loch, zu Elversberg in eigenem Namen als gittergemetne Ehefrau und als Vormünderin ihrer in erster Ehe mtt_ dem__vex- lebten Taglöhner Jakob Will erzeugten mmderxaert- gen Kinder, Namens Marta und Mathias Will, die Kinder als Erben ihres Vaters Jakob Wil], o. die Elisabeth Will, ohne GeWerbe, und__ deren Ehemann Jakob Lacher, Taglöhxier, Beide fruher zu Worms, dann in Elversberg, __zeyt ohne bekannten Wohn- und AufenthaltSort, ä, iargarctba Schmidt, obne Gmerbe, Wittwe des vcrlebten Bergmannes Peter Will zu Elversberg in eigenem Namen als gütergemeine Ehefrau und_als Vormünderin ihrer mit dem gedachten Peter Will erzeugten noch minder- jährigen Kinder, als: 1) Johann, 2) Catharina, 3) Jakob, 4) Georg, 5) Maria, 6) Mar aretba, 7) eter Will, die Kinder als Erben ihres aters, 0. Elisabeth Welsch, obne _Stand, WittWe von Franz Will, Bergmann zu Dtcdenbofen, in eigcu__em Namen als giitergemeinc Ehefrau und als Vormun- derin ihrer mit dem gedachten Franz Will er eugtxn noch minderjährigen Kinder. als: Anna, acta, Franz und Johann Will, die Kinder als Erben ihres Vaters, Subhastatcn,
soll das nacbbczeichnete, den Schuldnern zugehörige, emäß Verfügung des Königlichen Amtsgerichts Jierselbst vom 13. Januxrr 1882 in gerich1lichane. schlag genommene Immöbcl
_ anz 30. Juni 1883. Vormittags 9 Uhr, un St_ßungßsgale _des Königlichen AmtSaericth zu Neunhrchen offentitch versteigert und dem Meift- und Leßtbretenden zuge1chlagen werden, nämlich: [ur 4 Nr. 10, früher Flur 7 Nr. 34833 ix lveréberg, Gebäudefläcbe mit aufstehendem Wohnhaus und allem sonstigen An- und Zube- bor, 6 a 39 m,_ neben Johann Feld Wittwe und Mathias Nicolaus, jährliche Gekäudesreuer 3 als Erstgebot der Extrabentin 300.44 Dieses Wdhnhaus, welches_ an der Straße nach Friedrichsthql lizgt, ist massiv auI Steinen cr- baut und mit Ziegeln gedeckt, einstöcki , hat in der vorderer) Fronte dic EingangSt üre und 3 Fenster, in der hinteren Fronte 4 Fenster. In der rechten Giebelmauer befindet sich eine qus- u_nd eine Stalitixürc und mit dem linken Giebel ist da_s Haus an da;“; des Johann Fell Yekaut. Hinter dem Haun befindet sich der t en.
Das vyrbescbriebene Haus liegt auf dem Banne der_Gemeixide Elversberg, Bürgermeisterei und Amts- gerichtsbezirk Neunkirchen, Kreis Ottweiler und ist m der Parzellar-Mutterroüe der Gemeinde Elvrrs- der_g unxer Art. Nr. 216 auf den Namen des Franz Will zu Clversderg _eingetragen und wird von den M1terbcn resp. M1t1ckuldneru Johann Will, Berg- mann, und Wrttwr Peter Will und dem jeßigen Ebemaxnxe Jakob Lacher benwdnt 11 denn t.
_Vqllstandxger Auszug aus der enerro e sowie die Kaujbedtngungen liegen in der Gerichtsschreiberei de_s Königlichen Amtögerichts hiersclbst zu Jedermanns Einsicht offen.
Neunkirchen, den 7. März 1883.
Der Könichiche Amtsrichter: __ _ gez. larenb cb. _ ;_Fur gleichlautende, der Ertrahcntin ertlxeilte Aus- er tgung: Der Königliche Gerichtsschreibergedülfe: _(1..__8) _ Grosche.
“1313“; offentltchc Zustellung des Patentes wird bc- wt tg.
Neunkirchen, 13. April 1883.
Der Königliche AmtSrichte'r: gez. Clarenbach. Bcglaubigt:
_ _ Grosche, Gertckptsscbretbergeh. ch Kgl. Amt.?gecichts.
[17051] Verkaufs-Anzeige nebst Edictalladung.
In Sachen dcs Doppelkotbsaffen Friedrich Tegt- meyer zu Nettch,_Glaubigers, gegen den Schlachter August Buchheister zu Bockenem, Säxrrldix-cr, soll die dem Le*te_ren gehörige, zu Bockenem 8111) Nr. 56 be- legene 5 eibebürgerstelle nebst Gebäuden und allem Zubehör, insbesondere Ho_lzberechtigung und 1 8. 80 qm Hofraum zWangsweije in dem dazu auf
Montag, den 4. Juni d. I., _ Vormittags 10 Uhr, allbier anberaumten Termine öffentlick) versteigert werden._
Kaufltebbaber werden damit geladen.
Alle, Welche_ daran EigentbumS-, Näher-, leben- recbtliche, fideikommiffarifcbe, Pfand- und sonstige dingliche Rechte, insbesondere Servituten und Real- berecbttgungen zu haben vermeinen, werden aufge- fordert, selbige im obigen Termine anzumelden und die darüber lautenden Urkunden vorzulegen, unter dem Verwarnen, daß im Nichtanmeldungs- faUe das Recht im Verhaltnis; zum neuen Er- werber des Grundstücks verloren gebe.
Bockenem, den 10. April 1883.
Königliches AmtsTericbt. Abtheilung 1. (gez.) Pf ngstborn- AuSgeferngt:
G e r n s , Gerichtsschreiber des Königlichen Amtögerichts. [17018] Verkaufs-Anzeige und Aufgebot.
In Sachen der städtischen Spar- und Leihkaffc -
zu Lingen, Gläubigerin,
gegen die WittKve dcs Böttchers Johann Beryhard Ströing, Margaretha, geb. Schoo, zu Lingen,
Schuldnerin,
wegen Forderung, sollen die Band 117. Blatt 505 des Grundbuchs der Stadtflur Lingen auf den Namen der Schind- nerin und deren Kinder eingetragenen Grundstugke:
a. Ein Stück Ackerland _auf der Stadtilm: Lm- gen, auf Hofmeier?) Kamp belegen, Nr, 330 der Grundsteuermutterrollc Kartenlzlatt 5, Parzelle 121, groß 41 a 13 qm, Remcrtrag 161/100 Thaler,
b. das Wohnhaus Nr. 17 (1. auf der Stadt ur Lingen an der Mühlenstiegc belegen, ( e- bäudesieucrrollc Genicindcbczirks Lingen 5.111“. 336, Grundftcucrmutterrolle Artikel 330, Kartenblatt 6, Parzelle 180/139 mit 86 4111 Flächeninhalt und 60 „M Nutzungswcrid
in dem auf
den 31. Mai 1883,
Vormitta s 10 Uhr,. _ _ an hiesiger Gericlotöstclc anberaumten "dcrmtn zwangsweise öffentlich meisibictxnd werkanfj werder).
Die Kaufbedinxmugcn können in dcr Gcrubtsscvrw bcrei 11. hicrsclbs ringcfclwn werden. _
Zu leich werden Alle, 1vc1ckc an den vorbezet-bne- ten rundstiicken Eigcntbumöo. Näbcr-, lcbnrecbr- liebe, fideikonmtiffarisebc, Pfand- oder andere dim".- licbe Rechte, insbesondere auch S_crvrtuttn und Real- berccbli ungen zu bach vermemcn, aufgefordert, solche ?pätcstcuv im obigen “.Ccrminc anzumeldcn, widrigenfallo für den sieb 111ch1 Meiderich im Ver- bältmß zum neuen (Erwerber das Viech Verloren cbt, (111111, soviel dic ringethcucn Gläubiger an- Jctri 1. dem McUtbictcudm ui : um der 3111ch1ag ertl)ci 1. sondern auch naa) gerichtlicher Erlcgung das
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Kauncbillings die Löschung der sämmtlichen einge- tragenen me aucb der leer ausgehenden Forderun- aen, und zwar der_lexztcren, ohne das; es zu diesem Zwrck der Produktion der Instrumente dcdarf, vcr- fuat werden soll. Lingen. den 11. April _1883. Königliches Amikcgertchj. Abtheilung 11. Eichel.
[170381
0. _20 _83. Das_ Königliche Landgericht zu Amber: bat m_1emxr Sxßung_der 11. Civilkammer vom 16. Marz 1883 die zwiychen der gewerblosen Catha- rma Wtrs xu Daten und ihrem daselbst wohnenden (The_manne Franz Hyuden, Handrlsmann, bestandene cbxltche Gutergemem1chaft für aufgelöst erklärt, GuteJrYnnung arxSJc11)r_1)_ci)eni Karteien zur Aus- eman er et,:ng_ vor en öniß. otar eidegger in Aachen verwteftn und Bcklagten in diZHKosten ver-
urtbcilt. Der Gerichtssckceiber: B e w e c. [17036] Bekanntmachung.
Durck) Urtbeil der Abthlg.1. der (Zivilkammer des Kaiserlichen Landgerichts zu Colmar vom- 13. April 1883 wurde die Gütertrennung zwischen den Ebelcxrten Marte Fonne, in der Irrenanstalt zu Stephanßseld untergebracht, und Andreas Schierer, Redmann in Vennweier, ausgesprochen. Dem Ehe. mann wurden die Kosten zur Last gelegt.
Der LandaeriDtI-Sekreiair: Jansen.
[17054]
Lage: Die Vormünder der minderjährigen Kinder drs vcrjiorbcxtcn Tischlcrs (Christian Siek Nr. 122 dies. haben die Erd1chast nur mit der Wohltbat des ngßntars angetreten. Es Werden daher antrags- maßtg Alle, welcbe Anspruch auf Befriedigung aus dersslben zu haben de_rmcinen, zur Anmeldung imd Klarstellung ihrer Amprüchc auf
Mittwoch, 6. Juni 1883,
_ Morgen; 10 Uhr, hierher chrgeladen._ Ntcht angemeldete Ansprüche werden spater nur msoWeit noch berücksichtigt, als die Erben zur Herausgabe_ des aus der Erbschaft Cmpfangencn na_ch aUaememcr Rechtsyorfthrift noch überhauvt Verpflichtet smd.
Dr_e Schuldner der Nachlaßmasse werden hiermit zugleich aufgefordert, Zahluna an die Vormünder Schuhmacher Fr. Siek und Kaufmann Brune hies. zu leisten. _ _
Die hier bekannten mgrqßirten Gläubiger des Versiorbenen Werden benachrtch1i3t, daß sie zu dem ange1eßten Termine noch nicht anzumrldsn brauchen, 11111) daß der Verkauf der Grundgüter erst im Spät- herbst d. J. sigttfinden wird, Wo besondere Auß- forderung fiir 119 zur Anmeldung erfokgen soll.
Lage, 6. Avril 1883. _
Fürstlich Ltpvisckhes Amtsgericht. g;. Nieländer. Zu:: Beglaubigung: A. Burr, GerichtHWrcibcr.
[17011] kroolama.
17. 1“. 1/83. Die am 17. August 1831 geÖorrne Tochter des Drechslermeisiers Carl Webs und dessen Elwfrau Johanna, geborcne Suchy, Johanna Webs aus Ratibor, angeblich _im Jahre 1855 nach Phila- delphia auSgewandert, ist verschollen. Auf den An- traci ihres friiheren _Vormundcs, Drechslers Eduard Webs zu Ratibor, rst das Aufgebotöverfahrew zxvecks' Todeserklärung der Vcrscdollenen. cingeleitrt. _ _
Die Johanna Webs wrrd aufgefordert, fich spa- testcns in dem am
2. Februar 1884, Vovm. 11 Uhr. vor dem unterzeichneten Gericktc anstehenden Ter- mine zu melden, widrigenfails auf Anirag ihre Todeskrklärung erfolgen wird.
Ratibor. den 10. April_ 1883.
Königliches AmtherxchR. Abtheixrmg, 117.
[17017] *
Nach beute erlaffenem, scixxcm ganzes- Inhalte" nach durch Anschlag an die Gerichtstafrl _bckarmr gcmachtcm Proklam finden zur Zwanqsxxrstcmsxung des dem Brauer A.Vdixit biciclbxt 112111381111“:iner- grundstiicks mit Braueni Nr. 156 dicscidst mrk Zubehör Termme: _ _ _
1) zum Verkaufe nacb znvqrtgcr endlicher.- Rca gulirung der Vcrkaufdbcquunaen am Montag, den 2. Juli 1883, Vormißdags 10 Uhr,
2) zum Uchcrbot am Montag, den 23. “ uli 1888, Vormittags 1 Uhr, statt.
Auslage dec Vckkaufsbcdingmmen vom 15; Imi d. „I:. an auf der Geriwtsssdrcidcrci _uxd bet drm um chucstcr bestellten Stadtjckrctar _Carowbic- ?clbft, welchcr Kaufliebbabcrn nacb voxza'ngtgce A1» meldung dic Vesicbtigung des Gmmdßuäs mit Zu. bebö'c gestatten wird. __ _ Sülxe, den 14. April 1883. _ _ Großherzoglich Mccilcndurg-chrmxche Amtögcrndt.
[17058] Vcrmögenö-Brsäzlagnabme.
1) Fluri], Car], acb- ".'9.,_T_i. 1859 _m Wartnküwr; 21911111“, "“Johann PM!!" ged. 1.4.1861 311 Kindberg: 3) Liuyer, ""Na-xd Pivyont. god. 18.3 1859 dajclbst, ist dumb Dr] 11111 dcr Stradwmmcr des Kais. Landgeriibtö bm Vom 7. Avril 1»: wcarn Vcrlcymtg dcr Skoi'vrpüixdt dir RW:!“- nahme des im Demscbeu Reim dt 1111le Vermögen! der *Ilnzenagtcu bis „mc HM »» [ck 1000 ..“-1 vcrdän 11 ".*vrden. (Islam:, den 13.211211 1883. Der K. “. Staatöomwn.
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