1883 / 92 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 20 Apr 1883 18:00:01 GMT) scan diff

sehe er keine genügenden Gründe. müßten wie jede andere Uebertretung bestrqft werden. _ gerichtliche Verfahren sei allerdings komplizirter als das hier vorgeschlagene polizeiliche. _ _ _ auf die Richtigkeit als am dre Einfachheit an. schreibe auch die Strafprozeßordnung vor, _

zu garantiren. quentlich die_ stellten die Eltern jedem Mißgrt ohne jede Garantie blos, und im Lande wundern wiirde, überhaupt diskutirt würden.

3 jjmjna abgewiesen werde,

der Unterri tskommi "ion überwiesen zu sehen. ck vYn StablewSki bekämpfte ebenfalls den

zeffualischen Gang

das Geseß

Der Abg. Dr. GesetZ-Intwurf, der nur

sckerSchulkinder weiteren Vorschub leisten _würde.

Der Abg. Dr. Windthorst bezetchnete die Vorlage als den Schulzwanges, aufheben wolle. die Tyrannei des Staates; _ _ wünsche er, daß der Gesehentwurf der Unterrichtskommrsfion

Exzcß d-s Kirche ganz

überwiesen werde; von keine Rede sem.

Der Abg. Westerburg erklärte, _ _ _ eine Ueberweisung der Vorlage (m_eme besondere Kommission Er halte den Ge1esentwurffiir sehrunglitck- lich abgefaßt; wenn derselbe die Kritik des Justiz-Ministers _ deffen Unterschrift er vermiffe _ ebenso wre die des Ministers des Innern pasfirt hätte, würde er wohl eine bessere Fassung erhalten

stimmen wiirden.

haben. Die Vorlage ordnung, der zufolge

bestimmten Ausnahmeii _vor _ So wie das Geseß redigirt ser,

unamiehmbar ; es miiß

Der Regierungskommiffar daß eine Prüfung der Vorlage durch den durch das ganze Staats-Mirxisterium alier- dings stattgefunden habe. Ferner bestritt der Kommrffar nochmals,

Tappen versicherte,_ Iustiz-Minifter sowre daß der Gesehentwurf stehe. seien von der Schulver

Hicrauf wurde 11

mission überwiesen. Damit war_ _

Der Präsident schlug vor„ die nächste Sitzung Montag, 10 Uhr, abzuhalten und auf die Tagesordnung derselben dre VerwaltungSgesehe zu sehen. __ _

Der Abg. Dr. Hänel beantragte, das Prafidium zu er- mächtigen, die nächste Sißung nach ReichStags anzuberaumen. der Rücksicht, die man dem Reichstag

Windthorst _trat dem Vorschlage drs mit dem die Rückricht am den Reichstag_wohl Er nehme aÜerdings an, daß der Prändent, wenn der Reichstag sitze, hier die Sißungen schließen werde.

dem Präsidenten des Zäéziguxig entspreche u ig 121. Der Abg._ ])r. Präsidenten der, vereinbar sei.

Der Abg. Rickert redners.

Der Abg. von B

Vorschlage des Präsidenten in Bezug auf die Montagsfißung Man müsse in die Berathung der Ver-

anschließen könne. _ waltungsxieseße wemg einigen Tagen das

lasten, eventueü ob eine Vertagung des Landtages noth-

wendig sei. Der

tage den morgigen

1)r. Hänel bei_. Der Prästdent erk

Präsidenten anf längere Zeit hinaus sehr schwierig sei. Mög-

lich sei nur eine Be

Vräfident des Reichstages ihm erklärt habe, aussichtlich seine Sißungen nicht vor 1 Uhr beginnen und Woche einen Tag wahrscheinlich freilassen werde,

in der so habe er darauf den aus

tungsgeseße. Bedenken des Abg. Der Abg. Dr.

zuträglichkeit “des Zus

in helles Licht gestellt weitheilung

zuzustimmen.

Abg. Hänel zurückweisen,

der Verwaltungsgeseß

die sämmtlichen anderen Redner des Hauses stch für Vornahme dieser Berathung ausgesprochexi hätten.

Der Abg. Dr. Hänel erwrderte, die Berathung der Verwaltungsgeseße würde die Situation

sehr erschweren. _ Nach einigen wei

“Frhr. von Zedliß und Neukirch und [)x-. Hänel wurde der ZBorschlag des Präsidenten von Köller angenommen.

11/4 Uhk-)

_ Nach Mittheilungen aus dem Auslande find folgende Submissionen außgeschrieben worden: _ ' 1) von der Direktion der Artillerie-Wafxen-

fabrik_ zu Torre 30. April d. I. bis

an die Lieferung von “Stahl, Eisen, Messing und eisernen Drahtstiften zum Taxwerthe von 48 140 Lire;

2) von der A

fabrik zr; Turin für den 30. April d. I. bis 2 Uhr Nach: mittags eme Submission auf die Lieferung von 41000 schmiedeeisernen Barren xu Gewehrläufen zum Tax- werthe von 86 100 Lire, von 1500 MUSLetenschäften _zum Taxwerthe von 73950 Lire und von 22000 Gewehr1chäften zum Taxwzrch von

47 300 Lire;

Die als rigoros bezeichneten Bestimmungen des §. 10

Er richte frrner an den Abg. von Zedlis die Bitte, den von ihm versprochenen Vorschlag nunmehr zu machen.

Abg. Dr. Windthorsi vertheidigte sich dem Abg. Rickert gegenüber gegen den Vorwurf der Jnkonsequenz.

Der Abg. Frhr. von Zedliß und _Neukirch erklärte, daß der von ihm besprochene Vor1chlag darm bestehe, Sißungstag frei zu lassen. Der Abg. Dirichlet trat dem Vorschlage des Abg.

die Morgenstunden beziehungsweise den freien Wochentag ür seine Sißungen benußen soUe zur Berathung der Verwal- Durch diese Erklärung sei, so glaube er, das Hänel beseitigt.

Hänel dankte_dem Präfidenten für seine Erklärung, durch die von ganz obxektiver Stehe aus die Un-

der Sißungstage für unpraktisch und auf die auer unmöglich. Er halte an seinem Antrag fest. Der Vize-Präfident des Staats-Ministeriums von Putt- kamer erklärte, das Haus icheine _ fidenten bezügLich der Montagsfißung mit großer Mehrheit

Die Schulversäumnisse Das

komme doch sicher mehr Deshalb einen befiimmten yro- um die Untersuchung möglichst

Bestimmungen des §. 10 ff auch des züngsten Lehrers seien so ri oros, daß man fich wenn hier olche Bestimmungen Am liebsten wäre es ihm, wenn eventuell wünsche er, es

Aber es

der gewaltsamen Germanisirung polni-

der den Einfluß der Eltern und der Damit komme man ganz unter damit dies recht deutlich werde, Annahme desselben könne wohl

daß seine Freunde für

einer

widerspreche der Reichs-Strafprozeß- jede strafbare Handlung rnit nur ggnz den ordentlichen Richter gehore. sei es völlig unhaltbar und te vollständig umgearbeitet werdrn.

Geheime Regierungs =Rath

mit den ReichSgeseßen in Widerspruch

waltung sehr genau gepriift wordrn. er Gesetzentwurf der Unterr1chts_kom- die Tagesordnung erledigt.

seiner Verständigung mit Diese Er-

bedauerte die Jnkonsequenz des Vor- ennigsen glaubte, daß man fich dem

stens eintreten; dann werde sich in Schicksal dieses Entwurfs bestimmen

dem Reichs:

lärte, daß eine Vereinbarung der beiden

rßändigung im Ailgemeinen. Da der daß derselbe vor-

Plan gebaut, daß das Abgeordneten-

ammentagens von Land- und Reichstag worden sei. Er halte die vorge1chlagen3

dem Vorschlage drs Prä-

woÜe nur die Behauptung des _ daß eine Vornahme der Berathung e 1th ganz unthunlich sei, während doch

daß er nur gesagt habe,

teren persönlichen Bemerkungen der Abgg.

(Schiris;

Annunziata in Italien für__den 12 Uhr Mittags eine Submis1ron

rtillerie-Direkti on der W uff en-

24000 Gewehrsehäften und

3) von fabrik zu

von 77 360 kg 41680 Lire;

fabrik zu

144 000 Lire.

den 30. April mission auf

in der Zweiten Beila

Monat Februar d. Ausschlud

fjoß auf freier Bahn

von Fuhrwerken, anders Betriebs-Creig [th worden smd).

beschädigt. derten Reisenden 2

der Königlichen Eisen ([inksrheinisch) und Verwaltungsbezirke Hannover); von

Ba nbeamten und

Fälle, darunter die Verwaltungsbezrrke

eiienbahnen (14);

vorgekommen. Betriebslängc

unter die größte An die Ostpreußische Eisenbahn (3); auch genannten Bahnen

kommen. (3. Kleinere

länge und 8 723 122

bruar d. J.,

herausholt,

pfändeter Sachen an

ist, nach einem Ur serials, vom 16. Febr eides zu bestrafen, wahrheit bezeugt.

_ Nach einer

aus der

den Jägern 360 bei den Pionieren

nieren 700 Mann,

ßatt. des bestimmt: 3. Aügemeinen bei

in eine Compagnie in ein Detachement

W

Uebungsorte für di

der Artillerie:Direktion der_ Waffen- Terni in Ibalien für den 1. Mai 3 Uhr Nachmittaas eine Eisen in Barren zum Taxwerthe von

4) von der Artillerie-Direktion der Waffen- Turin für den 4. Maid. mittags eine Submission auf die Lieferung von 50000 Gewehrriemen zum _ 52 800 Säbelkoppeln zum Taxwerthe von 190 080 Lire und von 60000 Patronentaschen zum Taxwerthe von

Ueber die speziellen Bedingungen ist das Nähere an Ort und Stelle einzusehen.

_ Nach Mittheilungen aus dem Auslande ist von der Direktion der Militär-Werkstatt in Turin für

d. .

die Lieferung von verschiedenen Mi lität- Ausrüstungsgegenständen zum Taxwerthe von 323 710 Lire ausgeschrieben worden. _ _

Ueber die speziellen Bedingungen ist das Nahere an Ort und Stelle einzusehen.

_ Nach der im Reichs-Eisen bahn-Amt aufgestellten, deutschen Eisenbahnen _ ausschließlich Bayerns _ im

der Werkstätten) vorgekommenen Un f älle waren im Ganzen zu verzeichnen: 5 Entgleisungen uZisz Zusammen-

stöße in Stationen und 131 sonstige Unfälle (Ueberfahren euer im Zuge,

Bei diesen Unfällen find im Ganzen, und zwar größten- theils durch eigenes Verschulden, _ _ sowie 39 Eisenbahnfahrzeuge erheblich und 112 unerheblr Es wurden von den

je 1 Tödtung auf die Bahnstrecken im Verwaltungs-bezirke

Bahnbeamten und Arbeitern im Dienst beim eigentlichen Eissnbahnbetriebe _ verleßt und bei Nebenbefchäftigungen 21 verleßt; von 1remden Personen (einschließlich der

sowre bei Selbstmordversuchen 10 Personen getödiet. _ Von den sämmtlichen Vrrunglückungen _ mit Ausschluxz der Selbsimorde _ entfaUen aut:

s.. Staatsbahnen und unter Staatsverwal- tung stehende Bahnen (bei zusammen 24241,54 [im Be- triebslänge und 583 639 118 geförderten Achskilometern) 104

Bromberg (16), Hannover (14) und die Badischen Staats- verhältnißmäßig, fichtigung der geförderten triebe gewesenen, Längen _ Staatéeifenbahnen und der) Bahnstrecken im Verwaltungs- bezirke der Königlichen__ Eisenbahn und Cöln (rrchtßrheimxch)

13. Größere Privatbahnen _ mit je Über 1501111 _ (bei zusammen 4100,79 km BetriebSlan und 63127 708 geförderten Achskilometern) 19 Fäue, dar-

Südbahn (3) und die Braunschweigische

15015113 Betriebslänge_ (beizusammen 1445,66 ](m Betriebs-

zwar auf der Stargard=Cüstriner Eisenbahn und der Nord- hausen=Erfurter Eisenbahn.

_ Bei einem Exmissionsverfahren hat, nach einem Urtheil des Reichsgerickyts, 1]. Strafsenats, vom 13._ Fe- der Gerichtsvollzieher hinter dem rxmitttrten Miether die Wohnungsthür, auch wenn in der Wohnung das vom Vermiether für die Miethsschuld rückgeblieben ist, nicht zu verriegeln. streckungsbeamte auf den Wunsch des _ über das Schlüsselloch, so macht sich der Miether, welcher unter Verlsßung dieses _ öffnet und sein Mobiliar wider den Wihen des Vermiethers nur des strafbaren Straigeseibuchs schuldig, dagegen ift er nicht wegsn Verleßung des Ymtssiegrls cus §.

_ Ein Zeuge, welcher fich der zu bekundenden Thatsache nicht mehr erinnert und diejenigen Hülfsmittel zur Berichti- gung seines Gedächtnisses, welche sich ihm darbieten und die ein gewiffenhaster Mann

u den Uebungen der Ersaßreservisten für das Etats- 1ahr 1883/84 einzrxberufen: Erjaßreserve 1, Klasse &. (10wöchigen) Uebung: bei Mann, 980 Mann, zusammen 16000 Mann; 1). zu einer zweiten (4wöchigen) Uebung: Mannschaften, welche im Etatsjahre 1882/83 und zwar: bei der Infanterie 11400 Mann, bei den Jägern 350 Mann, bei der Fußartiüerie 1250 Mann, bei den Pio-

Bei dem GardxCorps finden _derartiae Uebungen nicht Für die 10wöchige Uebung Wird im Besonderen Folgeri- Die übenden Ersaßreservisten werden im

bei jedem Regiment, bei der Fußartillerie und den Pionieren

d. . bis

Submission auf die Lieerung

I. bis 3 Uhr Nach- Taxwerthe von 47 500 Lire, von

bis 3 Uhr Nachmittags eine Sub-

ge veröffentlichten Nachweisung der aus I. beim Eisenbahnbetriebe (mit

, 18 Entgleisungen un usammen- Keffel-Explofionen und

niffe, wobei Personen getödtet oder ver-

135 Personen verunglückct6

12 969 924 Überhaupt beför- getödtet, 1 verleßt (davon entfallen bahndirektionen zu Bromberg und Cö_ln 1 Verleßung auf die Bahnstrecxen _im der Königlichen Eisenbahn:Direknon 24 getödtet und 61 nicht im Dienst befindlichen Arbeiter) 10 getödtet und 6 verkehr,

größte Anzahl auf die Bahnstrerken _im der Königlichen Eisenbahn : Direktion

d. h. unter Berück- Achs-kilometer un!» der im Be- find jedoch auf “den Badischen

= Direktionen Bromberg

die meisten Verunglückungen

zahl auf die Hessische Ludwigsbahn (8),

verhältnifzmäßig sind auf den vor- die mriften Verunglückungen vorge-

Privatbahnen _ mit je unter

geförderten Achskilometern) 2 Fälle und

retinirte Mobiliar zu- Legt dennoch der Vol]- Vermiethers einen Siegel

Amtsfiegels die Wohnung von Neuem Eigennußes aus §. 289 des

136, oder wegen Beiseitefchaffung ge- 2 §. 137 des Str. (H. B. zu bestrafen.

benußt hätte, zu benußen unterläßt, theil“ des Reichßgerichts, 111. Straf- uar d.J., wegen_ fahrlässigen Falsch- wenn er demzuxolge irrthümlich eine Un-

AUerhöchsten Ordre vom 12. d. M. sind

zu einer ersten 'der Infanterie 13 340 Mann, bei bei der Fußartillerie 1320 Mann,

zum ersten Male geübt haben,

zusammen 13 700 Mann.

der Infanterie in eine Compagnie

bei jedem Bataillon, und bei den Jägern

sonorte dieser Waffe beftimmt._ c. Die Ersaßreserviftxn der

er und Pioniere üben bei deri betreffenden Vorarllonen. . Die Uebungsorte für die FußarttUerie beshmmx die Gen- ral-Insoektion der Artillerie im Einverständnis; m_rt den bezüg- lichen General-Kommandos. e. Die Zeit fxrr dre Uebungen aller Waffen ist, soweit es unter Berücksichtigung des §. 15, s. 3 der Kontrol-Ordnung und des _ §. 18, 3. 2 der Land- webr-Ordnung angängig isi, durch die GeneralzKommandos auf die Herbstmonate seYusesen, und zwar möglichst so, daß die Uebungen mit der 'n ellung der Rekruten beende_t sind; für die Schiffahrt treibenden Mannschaiten finden dieselben im Winterhalbjahr 1883/84 statt. Gleichzeitig ift eveizt._eine Nachübung anzusehen. Die zu e_mer zweiten (4wochigen) Uebung einzuberufenden Erfahresermften find, spwett es unter Berücksichtigung der zu s. angezogenen Bestimmun en arz- gängig ist, während der lesten vier Wochen der _r die 10wöchige Uebung festgeseßten Zeit einzuziehen. Die zum zweiten Male übenden Ersaßreservisten smd bei der Infanterie m besondere Compagnien zu formiren, bei den Jägern der Fußartiklerie und den Pionieren aber den vorhandenen Érsah- reservedetachement bezw. Compagnien zuzutheilerx. Aus dert hohenzollernschen Landen üben die Ers reservrstext 1_. Klasse mit denen des 1117. Armee-Corps gemein am. Die im _Be- reiche des Wk. Armee-Corps kontrolirten Ersaßreserviften 1. Klasse üben bei den preußischen Truppentheilen dieses ArmexCorps und dem Herzoglich Braunschweigischen Infan- terie-Regiment Nr. 92.

_ Die Bevollmächtigten _zum Bundesrath, Hernglich sachsen-meiningischer Staats-Mmister Freiherr von Gisele und Senator der freien und Han estadt Hamburg, Dr, und der Großherzoglich

S ch r o e d e r , find hier angekommen, mecklenburg=schwerinsche Qber-Zolldirektor O l d e n b u r g ift nach Schwerin abgereist.

Bayern. München, 20. April. (W. T._ B.) Im Auftrage des Königs hat fich der GeneralZAdxutant und Commandeur des 1. Armeecorps, (_Heneral-Lieutenant_ von Horn, zu den Beiseßungsfeier1ichke1ten nach Schwerin be- geben.

Baden. Karlsruhe, 19. April. (W. T. B.) Die Großherzogin ist heute Nachmittag 21/2 Uhr nach Wies- baden abgereist.

Schwarzbur Sondershausen. Sondershausexi 18. April. (Lpz. Ztg.) Der Landtag des Fürstenthums ift zum 30. April hierher einberuxen.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 19. April. (W. T. B.) Im Abgeordnetenhause wurde heute der Minoritäls- antrag, über die Novelle zum Schulgrseß zur Tages- ordnung überzugehen, mit 174 gegen 158 Stimmewabgelehnt und der Antrag, in die Spezialdebatte der Vorlage einzugehen, in namentlicher Abstimmung mit 174 gegen 164 Stimmen angenommen. _ _ _

_ 20, April. (W. T. B.) Die „Wiener Zeitung“ ver- öffentlicht ein Kaiserliches Patent, durch welches der galizische Landtag aufgelöst und die sofortige Vornahme von Neu- wahlen angeordnet wird.

Schweiz. Bern, 19. April. (W. T. B.) Der Bun- desrath hat heute beschlossen, dem Antrage auf Verstaat- lichung der Centralbahn und der Bözbergbahn seine Zu- stimmung zu versagen.

Großbritannien und Irland. London,_19. April. (W. T. B.) Das Oberhaus beendete_ heute die Spezial- berathung über die Novelle zum Medtzinalgeseß. Auf den Antrag der Regierung wurde ein Amendement angenom- men, wonach fremde und in _den englischen Kolo_nien heimaths- berechtigte Aerzte auf die m dem neuen (HMH _gewährten Privilegien nur dann Anspruch habxn, wenn ihr Heimalhsland englischen Aerzten entsprechende Prwrlegien gewährt.

Die folgenden in der Dynamit-Affaire verhafteten Personen: Wilson, Dalton, Curtin, Ansburgh, sowie Thomas und Bernhard (Hal]agher erschienen heute zusammen tt_nt Whitehead, welcher von Birmingham hierher tranSpornrt worden war, vor dem Polizeigericht von Bowstreet. Der verhaftete Norman ist Kronzeuge geworden. Der Staats- prokurator legte die Gründe dar, welche zur_ Erhebung der Anklage gegen die Verhafteten geführt hatten, und erklärte , daß dieselben des Hoch- und Landesverraths angeschuldigt seien. Norman bszeugte,_das Dynamrtkomplot sei durch eine Briiderschaft der Fenier m New:York gebildet worden , deren Mixglieder Thomas GaUagher und er gewesen seien. Gallagher habe _ eine herrschende Stellung innerhalb der Brüderschaft eingenommen und O'Donnovan Noffa eine zeitlang an de_xn Verathungen derselben theilgenommen. Galiagher sei es gewesen, wrlcher ihn (Norman) beordert habe, nach London zu kommen und ihm das nöthige Geld zur Reise gegebrn habe. Als er nach London gekommen sei, habe Gallagher ihn mit aklen In- struktionen versehen nach Birmingham grsandt, von wo er nach London mit der Schachtel Nnro-Glycerm zurückkehrte, ohne indeß von dem Inhalt der Schachtel etwas gewußt zu haben.

_ 19. April, Nachts. (W. T. V.) Das Unterhaus nahm nach 51/2ftündiger lebhafter Debatte mrt 217 gegen 85 Stimmen in zweiter Lesung die Bill an, _durch welche dem Lord Alcester (Admiral Seymour) eine Leibrente von_ 2000 Pfd. Sterl. gewährt wird und ebemo mit 108 egetx 55 Stimrnen in zweiter Lesung die Bis], betreffend die ewahrung einer Leibrente an den General Wolpeley.

Liverpool, 19. April. (318- T. B.) Der_ i_mter de_m Verdacht der Theilnahme an de_n Morde_n im Phomxpark _hte_r verhaftete Kingston ist heute m Begleitung irischer Polizei- beamten nach Dublin aebracht worden. Seitens der Behörden und der Polizei wird versichert, das; derselbe zu den Führern der sogenannten „Unüberwindlichen“_gehöre und an m_ehreren Verschwörungen gegen den ehemaligen Qber-Sekretar von Irland, Forster, Theil genommen habe.

Dublin, 19.April. (W.T.B.) Der Prozeß g_egen Timothy Kelly, den dritten des Mordes im Phömxpark Angeklagten, hat heute begonnen._

Quebeck (Canada), 19. Yprrl._(W. T. B.) Das Par- lamentsgebäude ist gänzlich niedergebrannt. Ueber die Ursache des Brandes ist noch mchts ermittelt worden. _

Bombay, 20. April. (W. T. B.) Gestern brach in Delhi eine große Feuersbrunst aus, welche 2000 Hauser

bei jedem Bataillon iormirt. b. Al_s eZInfanterie werden in der Regel Garm-

vernichtete.

Frankreich. Paris, 19. April (W. TB.) In der heuti- en S_ißung der Deputtrtenkammer legte der Finanz- jnrßer den Gesehenlwurf,_betreffend die Konvertirung der 5prozentigen Anleihe in eine 41/2prozen- tige, vor mid verlas das_ Exposé der Motive. In demselben wird auf die Oppdrtunxtat der Maßregel sowie auf das Recht des St_aates hingewiesen, welcher dadurch eine Ersparniß von 34 Millionen Francs erzielen werde. Man dürfe an- nehmen, daß die neue 41/ yrozentige Anleihe einen günstigen Cours eriangewwerde. Öte Vestßer der 5prozentigen Anleihe würden eme FUft von 10 Tagen erhalten, um die Einlösung zu verlqngezi. Nach Yblauf dieser Frist soll von denjenigen, welche die Emlösung _mcht verlangt haben, angenommen werden, daß fie der Konverttrung zustimmen. Diese sollen für die Dauer von_ 5 Jahren éßén die Eventualität einer Einlösung egen Pari ficher qxfi- t werden. Der Minister meint, das; die Aniräge auf Emlösuzig der_5prcz» Anleihe wenig zahl- xejch_sem werden. Uebrigens seien Maßregeln ergriffen, um nöthtgenfalls die Emlosung mittelst Schahbons oder Vor- schüffen der Bank _zu bewrrken. _ Die Kammer beschloß, morgxt_;_eme Kommission zur Vorberaéhung des Gesehentwurfs u wa en. * .- 19. April, Abends. (W. T. B.) Deputirten- kamm_er. In der Vorlage über die Rentenfonverti- rung 1_ft ferner bestimmt,_daß die Renten, die in 41/23rozentige konverttrt werdeii, noch bis zum 16. August 1). Z. im Genuffe 5proz. ansen bleiben. _ Der Deputirte M a r c o u (radikal) legte einen Geießentwurf vor, welcher darauf hinaußgeht, die 5pro- zentige antr in eine beständige 3prozentiae Rente um zuwandeln._ Der Minister des Innern, Waldeck = Rousseau, brachte einen Gefeßentwurf em über die Unterdrückung von Straßenkundgebungen, bei denen aufrührerische Rufe vorkommen und_a1_1frührerische Abzeichen gebraucht wer- den. _ Von dem Minister des Auswärtigen. Chal- lemel-Lacour, wurde eine Kreditforderung von 370 000_Frcs. zur Bestreitung der für die Vertretung Frank- reichs bei der Kaiserkrönung in Moskau erforderlichen Kosten eingebracht. Die nächste Sißung der Kammer wurde auf nächsten Sonyabend anberaumt.

_ 20. _April. _(W. T. B.) Verschiedene Morgen- bléitter_ memen,_ die Konvertirung sei nicht weitgrhend gering; eme Reduzirung auf ZProz. wäre vorzuziehen gewefen. - Das „Journgl des Débats“ greift den von dem Finanz-Mimster Tirard eingebrachter! Geseßentwurf heftig an und FWT denselben schlecht abgsfaßt, schlecht vorbereitet und unpo 11 .

Tunis, 20. April. (W. T. B.) Das amtliche Blatt veröffentlicht das _Geseß über die Organisation der neuen franzdsischen Gerichtshöfe. Leßtere werden ihre Funktionen am 25. d. M. beginnen.

Italien. Rom, 19.?1pril. (W.T.B.) Die Anklage- kammer hat, entsprechend dem Antrags des General-Pro- kurators, a11e wegen der Oberdazik-Demonftrationen am 6; und 7. Januar d. J. verhasteten Personen vor die Assmeri verwiesen. _

Udine, 19. April. (W. T. B.) Heute begann unter sehr starkem Andrangs des Publikums der Prozeß gegen Rggosa und Giordani. Ragusa gab zu, daß er mit Oberdank gereist sei, leugnete aber, irgend welche Mordabfichten gehabt zu haben. Giordani gestand ein, daß er Oberbank imd Ragusa Beistand geleistet habe, damit die- selben über dir Grenze gelangten, steUte absr jrde Kenntnis; von deren Absichten in Abrede. Nach der Verlesung der An- llageakte wurden noch 17 Zeugen verhört.

Türkei. Konstantinopel, 19. April. (W. T. V.) Der Fürst von Bulgarien hat heute den Botschaftern Besuche abgestattet. _ Die Libanonkonferenz hat sich auf unbesnmmte Zeit vertagt.

Rußland u_nd Polen. St. Petersburg, 19. April. (W. T. B.) Die Kaiserin hat heute der Prinzessin Therese von_Leuchtenberg, geb. Prinzessin von Olden- busrg,tt rtvelche mcht unbedenklich erkrankt ist, einen Besuch ab- ge a e.

_ 20. April. (W. T. B.)_ Gestern Abend um 101/2 Uhr starb nach längerer Krankheit die Prinzess in The- resa Petrowna Romanowskaja, geborene Prinzessin von Oldenburg, vermählt seit 1879 mit dem Herzog Georg von Leuchtenberg.

_ Nach_einer Meldung des „Regierungsboten“ sprach die przialsession des dirigirenden Senats in dem Prozeß der 17 wegen Zugehörigkeit zur russischen Sozial- revolzrtionspartei Angeklagten folgendes Urtheil: Bog- danowrtsch, _Tellalow, Slatopolsky, Grafschewsky, Klimenko urid Vußewrhch zum Tode durch den Strang; Stephano- wU1ch und die Iwanowskaja zu Zwan sarbeiten in den Berg- merken resp. _in den Fabriken, ohne risibestimmung; Anna Korda zu 201ähriger Zwangsarbeit in den Fabriken; Boreisch, K_almsky, Privyleff, die Liffowskaja, Hassia Grünberg, Smir- m kgm, Juschkowa, Raiffa, Pribylewa zu 15jähriger Zwangs- _ar Ut, und zwar die Männer in den Bergwerken, die Frauen m_den Fabriken unter Entziehung der Standesrechte für alle. Die allerhöchste Begnadigung wird befürwortet für die Jusch- kowa und Pribylewa; für Erstere wird eine Strafminderung aus 4 Jahre Zwangsarbeit, fiir Leßtere eine 3jährige Depor- tation nach den entferntesten Gegenden Sibiriens erbeten.

Sckxweden und Norwegen. Stockholm, 14. April. Nach dem heute veröffentlichten amtlichen Ausweise haben im ersten Quartal d. I. die StaatSeinnahmen betragen: Zöhe 6 517 931 Kronen (gegen 5665 261 Kronen in der gleichen Zeit des Vorjahres), Branntweinsteuer 5066 868 Kronen (6 133 220 Kronen), Staatseisenbahnen prov. Ermitte- lung 5 050 000 Kronen (4 685 920 Kronen defm.), im Ganzen 16 634 799 Kronen gegen 16484403 Kronen im ersten Quartal des vorigen Jahres.

Es ist lange in Schweden als ein erstrebenswerthes Ziel be- trachtet worden, die für die Landesverlheidigung nöthigen S_tahlkanonen im Lande selbst verfertigen zu können, aber die früher in dieser Richtung mit geschmiedetem Beffemerstahl Jemachten Versuche find mehr oder weniger mißglückt und eshalb aufgegeben worden. Seit den leßten zwei Jahren _find nun aber, wie aus Finspong berichtet wird, hier in Schweden Versuche gemacht worden , aus dichtem, Ungeschmiedeten Martinstahl, hergestellt nach der so- genannten Terre : noir - Methode, Kanonen zu fabriziren und diesmal mit glänzendem Resultat. Die Stahlkanonen werden in Bofors in Rohguß hergestellt, und das Aeußere ist dann ziemlich übereinstimmend mit der äußeren Form der

Kanonen, so daß dieselben vor der Bearbeitung nur des

Glühens und des Härtens bedürfen. ViSher find in Vofors 10_Kanonen aus Martinßahl gesoffen und mit 6 Stück Probe- schreßen veranstaltet worden. Das Probeschießen der Artillerie mit den lestxn 4 Kaponen, die nur zur Untersuchung des neuen Materials bestimmt waren, wurde derartig vorge- nouzmen, daß aus einer Kanone 1060 Schüsse und aus den übngen xe 2000 Schüsse abgegeben wurden. Schließlich wurden 3 Kanqneti gesprxngt und erfolgte das Zersprengen bei allen erst der einein mneren_Druck von 5000 Atmosphären und darüber. _Die ausgezeichneten Eigenschaften des Stahles und hierbei unter anderem dadurch vouftändia dargethan, daß die Kanonen nach den abgegebenen 2000 Schüssen fich noch ebenso voleommen verwendbar zeigten wie neue, und daß _fern_er bet_ den] Sprengschießen der Stahl sich nach und nach in einem fur dieses Material ungewöhnlichen Grade ausdehnte, bevor _dre Kanone zersprang. Durch die Spreu- gung wurde bew1e_sen, daß keine Undichtigkeiten vorhanden und daß die Gescbuße überall gleich stark waren, selbst auf den Stellen, wo fie den meisten Druck aussehalten hatten.

Zeitungsftimmeu.

Die in München erscheinende „Allgem eine eitun sagt über d_i_e Kaiserliche Botschaft: Z Z

_Dte KMLÜ'ÖS. Botschaft, mit welcher der Reichstag dazu auf- gerufen ivtrd, "ck die ra1chcre Förderung der sozialpolitischen Vor- lagen angelegen jcm zi; lauern bat die Berathung der Novelle zur Gewerbeordnung als rm ernncr eindringlicher Mahnruf unterbrochen. Das neue Memenry deZ ehrwürdigen Hauptes des Rriches macht einen um 19 _MQÖUJLWU Eindruck, als sich die Verband- l_ungen des Retrbßtags in der [ersten Zeit schon des Gegen- standes wegsn, _aber auch durch die Art und Form der Debatten und Abstxmmungen nicht auf jener Höhe bewegten, welche man _rori der Nationalrertretung mit um so größerem Rech er- roartel. je mehr man von der Größe .und Schwierigkeit der sozialen Auxggbe dcr Gcgenwart ukerzeugt und von der sittlichen und roltttichrn Verantwortung durcbdrungrn ist, welche den berufenen O_rganen dcr _(Yéxengebung _und besonders deujeniqen zufäUt, die W. der “("F“-UTZ? ZZZ". drutscben Volkes und Reiches für dre Sie!:crung und_Kratt1gung der Grundlagen der staaxlickoen. burgcrltkben imd gsiellxcbaftliibsn Ordnung und für die Hei- lung der mnrrrn i_md äußeren sozialen Schäden Sbrge zu tragrxx _und Mitarbxtr zii bethätigen haben. In ergreifenden Wbrrexi irrigbr drr grrii_2__Kat1-:r in seiner neuen Botschaft das Be- rrußtxrm diejes 'lerér'tgesubls aus, und seine vertrauensvoUe Mahnung an_ die Bolßrertrerung wrrd gewiß inncrhalb derselben wie in rrertwterz Kremer. Wrederball und Behkrziguna finden. Die Kaiserliche thycbzzxt wrrd zugleich _aucb pe1fimistischen Auffassungen der inneren Sitnatiqn und nairientitch_der _rarlamentarischn Aussichten gegenüber dazu bertragen, rte Bexorgmß vor neuen Konflikten, die an dre_ Bebwndlung _ dcr legislatorischen Vorlagen Seitens des Reich§tggcs geknurxr worden find, zu zerstreuen oder doch Weyrntlicb _zu vsrmmdrrn._ Die Hoffnung, das; der Reich§- tag _nbrh in der gegenwartigen Session die Vorlage bezüglich der Pdnkenkgffenqzur Erlsdizung bringen Werde, dürfte fich wohl mit Sicherheit erxuertx, imd die_konstitutione[len Brdenken gegen die Berathung des_nach1t1ahrrgen Reichshaushalts Werden Angesichts des von maß-Jebendyter Stelle _aufgejteilten legissatcxisckocn Arbeitspro- gramms 1edcnsall§ an (errcht verlieren. Die Wirkungen der Bot- 1chast werden wohl schon in kurzer_Frift ans Licht treten, zugleich aber au_ch von nur_bhgltiger Dauer mb erWeisen und der legislatori- schen Lomng der wztalen Aufgabe zu Statten kommen.

_ D_te Wiener „P_res_se“ spricht von der Kaiserlichen Bdtsghaft in dem Leitartikel ihres Morgenblattes vom 17. d. M. mit so_lgendext Worten: _

Dir Botjcbasr des inxers Wilbrlm an den deutschen Reichstag hat in unerwarterer Wem: m die' Verhandlungen der nationalen Vrrtrctung etygrgrtffrn, um_derselben in Erinnerung zu bringrn, daß der bcderttendrte T_hetl _des 1ozialpolitischen Programms diescr Legis- thurperwre noch im Ruckstande begriffrn und bei der beliebten Art der Ycrbandlung kaum mehr zu erlrdigcn sei. Auf der Tagesordnung] stand am Sonnczbend ehen drrGewkbcnoveÜc ; seit vierzehn Tagen wird Über dieselbe de_batttrt, der Besahtguannachquis fiir Huxbescblag, die Freiheit der ngeltange_1_ dre Berechtigung zur Kolportage von buchhändlcrischem und znrralt1chenx_Sr_bund riefen Debatten hervor, wie sonst nur arundzegcnde kon1t_ttu_tr_onelle Fragen, und noch ist kein Absehen einer Erledigung, Maxbrxtaten von zwei, drei, vier Stimmen geben dxn Y_usychlag _hn1uhc_r _ und herüber. Das Krankenkassengeseß laßt eme ebe_n1o iveitlaufiae Diskuhion ertvarten, das Unfall- verfickoerungsngeJ so erst von dcr Kommission zugestaltet werden, die _.lltersversorgung und Jnvalidenversicbcrung find m_ Vergehenbeit gerathen. Da erinnert der greife Kaiser an so_rne Bohrhaft vom 17. November 1881, in welcher diese Gesetze auf die Tagesordnung gestellt worden, und legt dem Reichstage dringend ans Herz, daß er Angesichts seines hohen Alters doch noch einige Er- folge 1813121; fUr das Wohl der niederen Klaffen besorgtsn Politik zu 1ehen _nwmchtc. In zwei Jahren und fünf Monaten hat der Reichs- tag Nichts zu Stande gebracht, und wenn der Monarch endlich, nach- dem q[[_e Hdffn_ung auf Arnderung der Situation verschwunden lst_, dte1e _Thatxczcbe ko_nst_atirt, nennt der Fortschritt das einen Eingriff in die _Ge1cbaftSc7rdnung! In Weiten Kreisen drs dru_t1chen Volkes_ wird man finden, das; dicse Mahnung keiner _(Érorterung bedarf, weil _fie nur selbstverständlicb ist und nur gerade in der_leßtexi Stunde die sozial politische Frage aus dem Sumpfe h_eraYSzteht, m welchen_fie durch die Taktik der radikalen Fraktionen hmemlavgt wurde. Die Opposition konnte die soziale Reform nicht von der Lagesordmrng absehen, abrr_fir zu verschleppen, hatte fie die Macht. Da ents_chlreßt sich der Kader, vor der Nation die Vrrant- wortltchkctten fe!tzust_eUen._Es War das Mindeste, was geschehen konnte. _D-Jr gewaltige Eindruck, den die Botschaft gemacht hat, spricht fur thren Erfolg.

_ _ Auch die_ Stuttgarter „Deutsche Reichs-Post“ Fidßtxiet der „Kaiserbotschast“ einen Artikel. In demselben ei es:

Ein mézchtiges, _rveitbin schallendes Wort, deffeu Wiederhall sich in des Drutjcben Reiches Süden am Fel1en bricht, wie im Norden an des M_eeres Brandung und das eindringt in jeden Palast, wie in jede Hutte Deutschlands, ist am 14. April ausgesprochen wor- den. Der Deutsche Kaiser, der _Schtrmherr und Begründer des Reiches, hat es gesprochen. Seit jenen Tagen düsterer Sorge, als Deut1chland von einem mächtigen Feinde bedroht war , und der ritterliche Preußenkönig seine Proklamation erließ, seit jenem Tage, da de_r neue Deutsche Kaiser dem deutschen Volke die Erricko- tung des Reiches verkundetx und dabei versprach, er one sein ,aÜzeit ein Mehrer des Reichs, nicht durch kriegerische Eroberungen, sondern durch Förderung der Wohlfahrt und der _Gesrttung des deutschen Volkes in Werken des Friedenö' _ seit jener Zeit ist das ganze deutsche _Volk gewöhni, von seinem Kaiser in Zeiten der Gefahr und Weltgeschichrltcber Eremniffe ein männliches, klares und wahres Wort zu hören, em ernstes Wort zur rechten Zeit.

Am 17. November 1881 hat der Deutsche Kaiser jene berühmte erste Kaiserbdvchqft an den Reichstag erhoffen, worin er in unver- gleichlich maxestatiscber Sprache es als _Ziel seines Lebens ankündigte, zur Hebyng der Wohlfahrt der produktiven und notbleidenden Stände des deutjchen Volkes Ceetgnete Einrichtungen zu treffen. Dieser Bot- schaft, die durch ebenso einseitige als leidensxbaftitcbe Parteibestrebun- gen nach und nach aus des Volkes Gedachtntß schien aussewiscbt

Deutieblan'rs greiser Heldenkaiser spielt nicht mit dem Wo Wenn er _ficb veranlaßt sab, abermals an die deutsche Nation 3:5 deren errxablte Vertreter sicb zu wenden, so mußte er eine sehr emße Veraxlavunz ck39. gxbabt haben und er fprickot fie aus diese Ver- (m_lanurz? niit Ka:!rrltcher Milde und Güte in der Form, aber W mit Kai etlichen: Ernst und ritterlicber Würde. Es schmerzte offen- bar_ den gretyen KZUSk, daß er selbst mit seinen großen Zielen hinaus- ZLJIFf FirdÉdaZUman dihnCnxixstseinber Forderung einer im Geiste

_en run agen 25 „kt en! um:? auf u .“: *" ' Reform drlatorücb bxbandelt ..... z k nenden MAM

. . . . Der_Kai'er Zinerkennt dankbar daxjenige, was zur An- bqhnung der sozialen Reform bereits geschehen ist. Aber e-F- ist ihm war a_l1en wabrxn Frrunden des Vrlkéwoblré- nicht genug. Von den Ylemltcben Be!trebungen,__dre Parteiberrscbaft und deren meisten! 1ebr unlautere Zwecke__zu irrrern, ruft der Kaiser den Reichstag znr ernsten Arbeit, zur LojunZ wahrhaft großer Aufgaben an die Arbeit und weg WZ der_Tandßlei .....

. _. . er e rwür ige Kaiser tritt mit einrr ebenso ern ten als h_erechtigxen Mahnung an rex“. Rsiébxrag heran. Er wird sies bebe:- ztgen_mr_rffen, denn dgs _drunzbe Volk hat diese Mahnung rerstandet. ZZYuthg,__aber sebenx) srcebudr_g al? ikkktändiz betet das deursche Volk;

__ r a_ eun no re t an*r, an*s unsern k 'r Kaner Wilhelm. 3 3 * I W n Md guten

_ Der „Düsseldorfer Anzeiger“ s reibt“

_ Dre Botscbaxt, welche des Kaisers Majestät Zu die Vertreter ferne;t Volkes gerrcxtet hat, wird in gleicher Weise wiedie A(lerhöchfte Bo_t1chaft vom 14. November 1881 fÜr aUe Zeiten ein Denkmal h_lerben von der_[andesrätcrlicben Fürsorge unsers? erhabenen Kaisers fur das Wohl 1_etner- VolYes und insondrrbeir dsr arbeitrndrn Klassen. Die ne_ue__Bot1rbafr ergzrnzt, bestätigt und bekräitigt die frühere und kc1eitzgt _alle Zwersel und __Jrrrhümer, welcbe das rasch- lebtge Gedacbtmß imd dar? Inforama der Parteien an dem soziale»! Neformdrogramm dss Katirrs batte aufkrmmen laffen. Nur bei wichtigen hochbcdxutrnden Gelegenheitrn pflegt der Monarc!) fick) ver- wnltch und in fctrrltcber Kundgebung an 5311 Reichstag und sein Volk ;_u Wenden. Wenn er is_ßt ron Nrucm dic Notbwendigkrir von Re- wrxnen, welckxr der_c] Wohle der Arbeiter förderlich und die Lage derU'lben zu bcnern und zu fiebern Zeeignct find, in mz_bnendrri Wrrten _drm Reickxsraqr ans Herz [sgt. so be- irriit drrs,_ sUr_ wn“_ wichtig Se. Majestät gerade die Er- rxtÉu-YZ dir'cs erls? kalt und wie skin: ganze Fürsorge vor Allem bter3u7_g€rrchwr nt. DieBotscbast, welcbe dcm Reichstage empfiehlt, zur Béiiexiinaxsr sze drr Arbeiter Und znr Förderung des Friedens ?_rr Berussklamen imxer rinanrcr auch seinerseits kein Mittel“ zu ver- 1aumen und alle _:1_nk_2_rrn Jntsrri'icn und Rückficbtrn in den Hinter- grund zu stellen, Ut tur das Volk, ist für die Arbeiter in Wahrheit LME frohe Bbticbzft._ Wa-F- hat das Volk von den Kämrfcn der Parteien, von dcm ngrn derselben nacb Parlamentariscben Erfolgen, ron dem Strrtt_ um Maihrbcfugniffc zu rrwartcn“? Das Alles mwg 1a auxb seme_r1_ Zwrck und seine Bekehrung haben, Wie weir aher strbrn dxk1e doch rerbältnißmäßig kickmn Sorgcn hinter derxi hohen Ziel znruck,__ das Wohl der arbeitenden Kkaffen Und den thrden der Bsxufdklamen _ uxiter einander durch praktische, in ihrer

uHsuhrUng wogltcbe, wirkiamr Maßregeln _ nicht nur durch theorexrxckerrrrterungen _ zu fördern! Indem der Kaiser dicses Zick als tetris Lebexisaufgabe hrzeirbnct und dem innersten Bedürfniß Aus- druck giebt, ietnc hierauf gerirhteten Absichten noch während der Zeit [emos W1rke_n_s zu_em_cm chmirn Abschluß gebracht und bcthätigt zu 1chen, bat_cr1em_xnachtigr§ Wort zu Gunstcn der Arbeiter erhoben und fich nachdrucklrcb dasrxr rcrrrandr, raf; denselben aucb cbcmöglickost das in Wirklicbkxit gekrahrx wrrd, worübcr schon so viel gestritten, deffen Y_erwwklrckxxrrzg aber unter dem Katndf der Meinungen und unter dem Einfluß _ab1etts liegender Politischer thtcreffcn in eine fernere Zukunft hinausgeirboben zu Werden drohte. Hierin zeigt fich so recht _dte_ Bedeutung des Königthums für die friedliche und wrrkiame Lösung der sozialen Frage. Nur wenn die K_rrne das dolle _Gewicbt _ihres Ansehens zur Förderung d1e1er_ Ziele in _dte_ Waag1chale lsgt, läßt fich erhoffen, dgß die chormarbcxt nicht auf Abtrege gcräth, sondern mit Eifer ge- fordxrt erd. _Der Reichstag wird nun zu beweisen haben, ob er ein Verstandnis; fur dre hohen Ziele hat, die sich der Kaiser gestellt, ob er im Stande ist, Entsagung zu Üben, und ob er Willens ist, Alles zu thun, was_ der Erreichung dieses Zielés förderlich ist. Irgend Welck)? ErnWande (38583 die V0rschlägc dcr Kaiserlickxen Bot- scha_fr _zu erhrben, (Trnwände, die vielleicht aus sogenannten korixrixutwneilrn _Throrien hergeleitet Werden und in dem O_oiitixchrn Partetixitereffe ihren Grand finden, würde wahr- lich nichr _klUg icin. Der Kaiser hat nicht Mein zum Retchstaas, 1orzdern_ _auch zum _Volke gesvrocben, und in dem gapzen Volk wrrd drew frohe Bot1chaft mit Dank, Freude und Be- geisterung aujgenommen. Daß im Reichstage andere Gefühle herr- schen und die Oberhand gewinnen “oklten, halten wir für unmög- lich; fur thn__q:ebt es nur cine ntwort: in dankbarer Anerken- nung drr unahlasigen. von Neuem bethätigten berzlicbcn Fürsorge des Katxrrs fur das Volk aucb seinerscits zu zeigen, daß dic Bestre- bungen fur das _Wohl der arbeitenden Klassen auch im Reichstage allen anderen Zielen und Jntereffen voranstehen.

Neithötags :Angelegenheiteu.

Dem Reichstage liegt folgender Entwurf eines Gesetzes, betreffe_nd die Aumahme einer Anleihe für chcke der Vechrltungen des Reichsheeres, der Marine und der ReichSeisenbahnen, vor:

Wir W i l !) elm, vvn Gottes Gnaden Drutscber Kaiser, König von Preußen 2c.

verordnen im Namen de_s Reichs, nach erfolgtrr Zustimmung des Bundesraths und des RUÖItags, was folgt:

§. ].

Der Reichskanzler wird ermächtigt, die außerordentlicben (Geld-

mittel. welche in dem Reichshaushalts-Etat für das Etatsjabr

1884/85 zur Bestreitung einmaliger uSgaben:

;. der Verwaltung des Reichshceres im Be- tragevon. . . . . . . 11832834.“

8197900 2500W ,

b. der Marineverwaltirng' ini Betrage von

o. der Eisenbahnverwaltung im Betrage von

_ _ im Ganzen bis zur Höhe von 20 280 734 „x

vbrgejehen fitzd, im Wege des Kredits flü1fig zu machen und zu

diesem Zweck tn dem Nominalbetrage, wie er zur BeschaffurZ ener e

Summe erforderlich sein wird, eine verzinsliche, nach den m- mupgen des Gesetzes vom 19. Juni 1868 (Bundrs-Geseßblatt Settx 339) zu verwaltende Anleihe aufzunehmen und Schas- anwetsungen auSzugeben.

§. 2

Die Bestimmungen in den §§. 2 bis 5 des GeseYeZ vom 27.34:- nuar 1875, betreffend die Aufnahme einer Anleihe fur weckeder Marine- und Telegraphenverwastung (Reichs-Geßßblaü eite 18), finden auch auf die nach dem gegenwärtigen Gejeß aufzunehmenbe Anleihe und außzugebenden Schahanweisungen Anwendung. Urkundlich 2c.

Gegeben LC.

Statistische Nachrilhten.

Nach Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin sind bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 8. April bis inkl. 14. April cr. zur Anmeldung gekommen:

;vcrden zu sollen, ist am 14. April 1883 eine zweite gefolgt, die wir ennen.

445 Eheschließungen, 828 Lebendgeborene, 25 Todtgeborene, 618. Sterbefälle.