soweit fie der _statistiscben Wiffenschaft bisher zugänglich geworden, angefügt. Dre kleine Schrift, welche die erüe Abtheilung der _vor- tberlbaft bekannten größeren Arbeit des Verfassers ,Stansnszbe Skizze der europäischen Staaten“ bildet, ftexlt fich unt dres_er als eine ErgänzunEzu der siebenten Auflage von Steuzs und Wappaus' Hand- bucd der eograpbie und Statistik dar. Wu verfehlen nicht, auf die1e n_eue Auflage alle Diejenigen aufmerksam zu_mache_n, welcbe zu_verlä1fige und einaebende statistijche Mttxbejlungen uber die Oester- rerch11ch-Ungarische Monarchie zu haben wunsch.n._ _
_ Der General-Arzt 1)r. Publmann_ hrnterlteß_außer der berühmten Menzel-Sammlung (von der KömgltKen Nattynalgalerie erworben) auch eine kleine aber wertthlle ollekt_1on vorz Manuskripten, Autographen, Drucken, _dte am 8. Men d. J b_et
rn. Rud. Levke bierselbst zur Versteigerung kommen. Wir "bren als beachtenSwertb an: Wach€ta1csn mit Rechnungen (1119 der:! 14. Jahrhundert, eine Anzahl „11117168 ä'beure“, _zum Tbetl mit schönen Miniaturen, eine Sammlung von Predigten tn dxr Mecboacan- sprache, Manuskript aus dem 16. Jahrhundert, Kostumwerke, zum Theil Handzeichnungen, einiae der feyr 10 selten gewordenen Stamm- bücher, Handexemplare dcs Horaz, Livius und Florus aus dem Be- fiy3dcs Reformators Melanchthon, mit eigenhändigenRandbrmerkungen, alle Spielkarten, Drucke von Fust, Schocffer, Koburger. aYte Scbrdt- blätter, intereffante_E-inbände, wie der der Marie de Medicis. Erne große Kostkarkcät 111 auch di? Quartaußgabe der 06117168 116 1715116110 16 6131171 in 33 Bänden mit den Illustrationen von Menzel, dre me in den Handel kam. Ferner enthält der Katalog unter den ca. 1000 Nummern viele alte und neuere Kupfer- und Holzschnittwuke. EML Likbbaberei des Dr. Pukzlmann waren alte medizini1che und 01661;- 1111111171112 Werke, wovon ca. 100 verzeichnet find. Unter den Büchern der romanissben und 1171111111131“ Literatur befindet fick) manche Seltenhert.
_ Von der iUustrirten Prachtangabe ron Tbxoddr Körner? sämmtlichen Werken, berausaegeben 11011 Hernrtck) Lane (Vexlag von Sigmund Bens'mger in Wien, Leipzig u_nd Prag) 171110112 Lieferungen 9-11 er!chienen.' Nr. 9 und_ 11 bnngon dte TorUcßUng und_ dcn Schluß der vermischten G2d1chte (Bgnd 1.), 211; 10 die Forthung ch Zrinkk (Band U.). Die _cinzelpc erferung die1e§ mit Illustrationen reich geschmücktcn und 111 reichster Aus- stattung dargcbotcnsn Werkes koster nur_50_-Z oder 30 Kr. _
_ Vr-n Brockhaus' Konver1a_trons-Lexiko_n, das 111 neuer roUftändig umgearbeiteter 13. A111lage mit zahlreiäoen Abbil- dungen und Karten in 240 Heften von je 4 Bog.Textod1-ri_n16 Vdn. von je 60 Bog. Text erscheint, find wiederum 5 Hefte, HUT 61-65, vor Kurzsm 0118138075611 worden. Dieselben führen den Text 0011 „Deidesheim“ bis .Dicbitsch-Sabalkansky' fort_ und enthalten außer- dem 4 Karken (Bevölkerungsdickxtigkeit im DLUUÖLU Rerche_ nacb dxr Volkszählung von 1880 _und in den Grenzgebieten; geo_[ogi1che Karte von Deutschland; politi1che Ueberfichtskarte des Deut1chen Reiches; historische Karte von Degtsckoland, _1) zur Zeit der Karolinger, 2)unter den 1ächfischen und fränki1ch€n Kai1crn, 3) unterYen Hohenstaufen und dcm Jnterregrum 1138_1273_, 5) um die Mitte des 14. Jahrhun- der1§) und 4Bildertafeln (Fo1fike Thisre aus der Silur- und vaon- formation, Drainirung, Destiklation, Einhufcr). Aus den Artikeln, welche diese 5 Hefte bringen, bebcn wir die über Deut1cbland (deytscber Krixg von 1866, deutychcZ Hexeren. d. Litergtur, d.Mufik, d. Recht, d. Sprache, d. The_ater, deut1ches Volk, deut1ch-franzöfischer Krieg von_1_870-71, Deut1chland __und Deuxfcbes Reich i11 geogra- vbisch-stati1ri1cher Hiyficbt, in Vérfanung, Ge1e§gebung, Rexchs-Ver- faffungsrecbt und (8610117121?) be10nder8 hervor.
Gewerbe und Handel.
Im Jahre 1884 findet 111 TurinKine aklgcmeine italienisckoe National-Ausstellung 11011, _Zu der Abtheiluyg für Elek- trizität Werden auch ausländi1cbe Aussteller zugelassen.
_Der Cours für die 1th hier zahlbarer: Oesterreickpiscden Silbe_r-Coupons ist 71111 170,50 „16 für 100 Fl. österr. Silber berabqewßt worden. _
Dortznund, _23. Avril. (E11. Zia.) Auf dem Robeisen- markt bc1tebt_die 1e1te Stimmung der Vorwocben fort und ist auch kaum cine Vöranderung zu Ungunsten der Produzenten zu erwarten, da die Prqdakrion im Einklang mit dem Bedarf steht und somit eine Anbäumng von Vorräthcn vkrmieden wird, die einen Druck auf die Notirunsen 0118175211 könnte. In Walzfabrikaten nimmt die Nachfrage in erreulicher Weise_im Ailgemeinen zu, namentlich in Stabeisen und Bauxi1én,_ 11) das die Werke wiedkr längere Liöfer- fristh bei 71611611 „2161151611211 hedingen. Die Preise werden daher fest behauptet, aucb 1111d die Kaufer williger, die bestchcnden Nr*tirungen anzulegsn. Zn Feinklxchen _ ist ebenfalls ein reger Verkehr 311 konstatirxn, während m ver1chied€nen GrobbleÖsorten, insbesondere adsr in Ke11elblkchen, emZ Verminderung des Bedarfs eingetreten ist, was wohl zu dem SÖlUUL berechtigen dürfre, dax“; manche Werke mit der Ernkuerung und Erweiterungibrer KeffelanlaZenzu Ende find. Die Drakywalzwerkemsmd _mei_st stark engagirt, guch gsben neue Besteünngen ziemlich regelmäßig ern, 19 daß fie (“rn bestehenden flotten Betrieb für längere Zsi_t 101111215611 können. Leider find die Preise wie überhaupt di? Wal_zei1ennotirungen gegmüber den Prcisen der Rohmaterialirn zu niedr1g und dgber _rvcnig lohnend. _Auch in dér Stahldrancde dauert ein; [617110116 B91cka1xtgung 011 und i1t namentlich uoch immer viel in Ei1€_11babnmatertal, 11:13 S10511chiencm Lang: und _Querscbrreklen, Räder, Ack1en, Bandagen _:c., zu thun. que Submi1fionen auf Lieferung von _Oderdaumatermlien smd inde11en noch imm3r sekten. Die Ma1chinen-,_ L_qxomotiv- und Waggonfabriken sind meist besriedtg_end be1cha1trgt, 1797!) wird wie auch bei den Gießereien über zu nisdrrge, 1561119 lobne_nde Prei1e geklagt. _ Jm Koblengescdäft dauert xine gunstige Stimmung an,_ da die Nachfrage rege bleibt und der 2110015 denjenigen in _dsr en_t1prcchenden Periode des Vorjabrcs weit Übertririt. Die Prei1e_ smd 1611 und dürften auch wegen der im Allgkmxinen _ günstigxn Ne1ultate der kürzkicb abgehaltenen großen Kohlen1ukmi1fidnén 111 Hannover und Elberfeld eine Abschwächung niÖt leicht erfqbren.
_ Wien, 24. Avril. (W. T. V.) Die Generalversammlung der Landerbank genehmigte einstimmig die Anträge des Verrvaltunas- ratbs, betreffs der Verwendung des Reingéwinns ron 3240261 Fl. Zur Erhöhung des Aktienkavitals werden 2373 750 Fl. r*rrrvandt, zur
Oxirung deß Reservefonds 82 768 Fl., für Tantiémen ebenfalls 82 768 F1. Von den restircnden 700 974 F1. wird eine Super- dividende von 36 Fl. rer Akxien-Jnterimésckyein gezahlt und der Rest- betrag von 36 324 F1. au1 die neue Rechnung 0011131759211. Die beantragten Statutsnändsrurggen, Welche fick) 0111" die Organisation der Verwaltung und die Verzimung ch außerordentlichen Reservefonds beziebcn, wurdsn ebenfaUs einstimmig angenommen.
Ankwcrpcn, 24. _April. (W. T. B.) Wollauktion. Anzebotsn 2440 B. diver1er WOUen, Verkauft 1547 B. Preise un- verandert.
New-York, 23.210111. (W. T. B.) Weizenverschif- fyngen der leßten Woche von den atlanti1chen Häfen der Ver- e1_nigten Staaten nach Großbritannien46 000, do. nach Frank- re1ch__40 000, do. nach anderen ("1er des Kontinen1815 000, do. von Kch1111rrmen und Oregon nacb roßbritannien 40000 Qrtrs.
Verkehrs-Anftalteu. _Öämkixrg, 25. eril. _ (W. T. B.) Der Hamburger YO'WÜMUWY .Fr_i1ia* 111 bcufe früh in der Elbe und der amburger P91tdamr1er ,Borussia' am 18. April in Hayti an- gekommen. Soutb_am1:ton, 25. April. (W. T. B.) Der Dampfer des YTTFKFLUUÖM Lloyd „Donau“ ist bcutx früh 7 Uhr hier ein- New-York, 24. Aprix. _(_W. T V.) Der Hamburger Postdamp1er „Hammonta' 111 [_:eute Morgen 8 Uhr hier einge-
troffen, _ __ Samtatsuwsen und Quarantänewesen.
Nach amtlichen_Nachrichten 501-.der e*y tische Gesund- beitsratb keschlo11en,__die_j_cnigen von derULZestküste der Insel Sumatra kommendcn ;“;cbme, die keine Pilger an Bord haben und Weder ron Baros rr'ch Einem anderen durch die Cholera infizirten
Hafen kommen, bei ihrer Ankunft in einem egyptiscben Haken ledig- lich einer ärztlichen Untersuchuna zu untemexfen. Jm klebrigen bleiben die früher angeordneten Maßnahmen“) tn Kraft.
Nach emem weiteren Beschluffe derselben _Bebörde sollen alle_ aus Shanghai und Bombay kommenden Scbtffe weaen der in_dresen Zäfen herrschenden Blatternepedemie und ferner Schiffe, die dem
esundbeitSamt Grund zu Zweifel_ in Betreff des Gesundheits- zustßxdes an Bord geben, einer ärztltcben Unter1uchuua unterworfen wer n.
') Ekk- „Reichs-Anzeiger' vom 12, d. M. Nr. 86.
Berlin, 25. April 1883.
Der Deutsche Verein zur Beförderung _der Fluß- und Kanalfcbiffabrt, der z. Z. 1000 Mttglteder 301111 und der aüein im [exten Jahre deren 102 neu aewoxmen_bat. hielt gestern Abend seine 15. Generalversammlunq ab. dre, einer Anre?ung des Hrn. Emil Meyer Folge gebend, einstimmtg dre Anyabme olgender rom Ober-Büraermeister Fürbringer-C'mden formu_lrrten Resolution beschloß: ,Die Versammlung des Centralvxreins tntt dem Beskbluffe des Ausschusses vom 15. November v. I_, m Bezug auf den Geseß- entwurf über die Anlegung eines Schiffahrtskanals _von Dortmund nach de:) Emsbäfen bei und begrüßt dte1e Vorlage mri szden als den ersten wichtigen Schritt zur_An!age 9911 _großen Schtffabrts- kanälen, und zwar troßdem, dax; dte lercbzcrttge Ausfuhrung des Binnenlanals zur Verbindung de_s beins mit_ der _Weser und Elbe zur Zeit nicht zu erreichen gervesen _1st. Ste be- dauert die Ablebnung der Regierungsvorlczge von Seiten der Kanal- kommisfion des Abgeordnetenhauses, und btttet _das boxe Haus, deffen ungeachtet die Regierungkvorlage anzunehmen, m der 11chercn Erwar- tung, dar"; die Regierung die Vorarbeiten für dix Fortsetzung des Ka- nals nach der Weser und Elbe sofort _in Angriff nehmen und thun- lickst bald einen Geseßentwurf über die1e Kanallrnie vorlegen werde.“ Dem alsdann erstatteten Kassenbericht war zu entnehmen, daß einer Einnahme von 7813 „44 eine Auégabe von 6701 .“ gegenülZerftand, so daß der Verein, der außerdem 8000_ 916 Effekten besißt, 1111er em Baarvermögen von 1112 „46 zu verfugen bat. N0_chdem dre 111 Mitglieder des_Aus1“cbuffrs den proponirtcn Vorschlaaen gemaß_ge- wählt waren, 1Prach Prof. Schlichting in längerem Vortrage uber die Mittel gegen Ueberschwemmungen der Flußthalkr.
2118 r. Gust. H. Schulze im Juni 1882 seine erste Broschüre .Denks rift über die Anlegungxineß Nordkanals in Berlin“ veröffentlichte, hatte er damit cine Verbindung der Spree, etwa gegenüber dem Eierhäuschen, mit dem Tegxler See tt__n Auge. Nach den öffentlichen Diskusfionen, die im Herbst v. J. uber das erste Projekt stattgefunden haben, hat fich der Yerfaffer nunmehr in sriner weben er1chienenen zweiten Publikatwn: , Generelles Projekt zur Anlage eines N_ordkanals vo_n Berlin' (Berlin bei Fr. Luckhardt) für eine k1_1rzere Strecke ent1chie_de11. Die Gesammdlänge des Kanals würde brernack) 14? 17111, 0110 nahezu zwei deut1che Meilen betragen._ _
Die Haupt1chwierigkeit die1er Anlage besteht darm, daß es fich dabei dczrum handelt. das Diluvialplateau der Mark Brandenburg zu durch1chneiden. Man sieht fich deshalb vor die Alternatwe gesteat, ennreder Profileinschnifte zu macher), Mlzbe _die Höhe eine8_f1"1nf- stöckigen Wobngehäudes erreichen, al1o_Stetlbö1chunZen yon der uns ungekannter Tie1e ux1d Brückcnübergange von ri_e1enmaßiger Lcane, oder, wie 16 Hr. Gust. H. Schulze gethan bat, emen unterirdi1chen gemauerten Kanaltunnel von _ in diesem Falle _ neun Kilometer Länge zu projektiren.
Es ist rn. Gust. H. Schulze der Einwand nicht vorenthalten worden, da es in technischer und finanzieller Beziehung übxraus schwierig sei, sein Projekt aUSzufübren. Er_bemübt sich, in 1einer zweiten Publikation das Gegentbeil zu errr*ei1en. Der Kanal beginnt nach seinem Plane am Rummelßburaer See, Über1chreitet, nördlich "rcb erstreckend, die Schlefische und Ostbahn sowie die Frankmrter
[lee, Hier beginnt der Tunnel, welcher sich nach Nordwestan unter- halb der Land:“;berger Allee, der Greifswalder Straße, der Prenzlauer und Schönhamer Aklee bis zur Stettiner Bahn binzisbt, Wo der „Kanal wieder zu Tage tritt, um 41 17111 _westlicb und 1üdwestxich bis zum Spandauer Sckoiffabrtskanal 1711; brnzuzéeben. Die Ge1ammt- anlage würde 28 MiUionen Mark kosten.
Gestern wurde die große Kaskade a_m Haurieingange der Hygiene-Au_s stellung zum ersten Male 111 Betrieb gesetzt. Das Ergebnis; war1ebrbefriedigerzd. 60001 Wa11er per Minute führt ein 70 111 entfernter Neubaus1cher Pulwmeter _dem oberen Reservoir zu, von welchem aus die Wassermenge fich „111-Urban Felsblöcken in den vor dem AussteÜungsgebäude gelegenen Teigk) «gießt. _ Prof. Hertel (Berlin _ist_seit einigen Tagen mit der Au11tellung 1einer Panoramen- bilder _e1chaftigt. Sein Gastein mit den beiden Nebenthälern ist vorzügltcb gelungen. _ Den Gartenanlagen Mächtigs fehlt zu ibrer Entfaltung Warmer Regen und milde Nacht_[uft. Die gärtnerische Ausschmückung dss weitr-n Ausstellungsterrams konkurrirt mit den schönsten Schmuckp_lä8en der Stadt, _ Jm 2'11xsstellungsgekäude sind hunderte von Men1chen mit der inneren _Ausstattung beschäftigt; an Umfang und Inhalt wird die neue Au§1tellung die vor Jahresfrist zerstörte weit ükerbolen.
Seit langen Jahren wird zum ersten Mal wieder die gegen- wärtig_ bevorstkbende Kunstausstellurxgx dem Berliner Publikum ein an1ebnliches Werk der lange vernachla111gten Holzbildhauerei vor- führen. Es ist die überlebensgroße Figur e_mes M01es, in dem Mo- ment mzfgefaßt, in wélcbem er, vom Sinai nieder1teigend kommend, den 2161011 seines Volkes vor sich sieht. Zn lang berabfließender Ge- Wandung, über die sich der Maqtel in reichen Faltenmaffen drapirt, das inden Nacken fallende Kopftuch vqn ei11e_r Stirnbinde gehalten, schreitex die Gestalt zürnenden Blickes m krastiger BeWegung daher, die Ge1eyestafel mit beiden Händen zum zrrschmetfernden Wurf boch üker dem Haupt Emporbebend. Die gelungene Erfindung stammt von dem Bildhauer Herter, die meisterlich vollendete Ausführung in Holz nach dem in halber Größe bergesteüten Giy§modeü dagegen von deffen Kunstgenoffen Matthias Vordßrmqver, exnem früheren Schüler des Kunstgßwerbe-Mmeuxns, der dre 1n_Suddeu11chland_ niemals ganz erlo1chene Vorliebe und Befäßtgung für die Holz- bildhauerei aus seiner bayeri1chen_ Hetmatb mit nach Berlin brachte. Bisher nu_r in cngcren_Krei1cn als tüchtiger Künstler be- kannt, wird er bei_1ei_ner vielver1prechenren Begabung vorausficbtlicb bald zu unseren ge1ch_aßtesten Meistern_ zählen. _ Beruht bci der eben volLendeten Arbeit sem Verdienst nur in der mrt gründlichem (Geschick und Verständniß durchgeführter) Uebertragung des _Modells in das heutzutage f_ur größere ftatuari1che Aufgaben_tn erlm wenig gewohnte Material, 10 hat er in der prächtigen, unt frischem und kübnym Wurf komponirten Figur des posaunenk-lasenden_ Engels, der seit Kurzem die Orgel der re1taurirten Neuen Jrrche 1chmückt, fick) doch auch berertß al_s selbständig schöpferischer Kunstler in glücklicher Weise eingeführt. Em anderes, in seinem Atelter eben in der Ausführung begriffenes Werk (15er, denen noch upferttger Zustand Gelegenheit giebt, die HdlzscbntYerei in den verschtxdenen Stadien der Arbeit zu verfolgen, zetgt schon 111 dem kleinen Gtvsmodell nicht minder deutlich, 11609 der noch junge Meister in einer maleri1ch bewegten, im besten Sinne de_s Worts dekorativ wirksamen Plaßjk im Charakter der beu- tigen Munxbener Schule,_ eine:“; Eedon, Setß u. A., zu leisten ver- mag. Es rst dre mxt ge1chloffenen Füßen_ und vorgegeigtem Köpfchen zierlich dastehende Frgur eines eben aufblrzhenden Madckyens, das mit der Rechten den _Spmnrycken gegen die Hufte stüßt und in der Linken den mit der Spmdel_be1chwerten Faden dreht. In ein keck drapirtes ideales Gewand gekleidet, das die jugendlichen ormen nur um so anmutbiger zur Geltung bringt, mag sie als eine llegorie häuslichen Fleißes angesehen werden; rhre eigenfte Bedeutung aber beruht in der
liebenswürdigen Frische der Erfindung, in dem zarten und dabei durchaus gesunden Reiz der raziösen G alt. Die bez dem Moses und bei 'enem Engel, so ve chmäbt der ünstler auch hier als echter l?olxbild auer in der Ausführuu? “Jede schwäcblicbe RaSpelarbeit; er esrbränkt fich vielmehr ansscb ießlicb auf das Schnipmeffer, mit welchem er die elastische Spannung des blühenden Fleisches ebenso lebendig zu cbarakterisiren versteht, wie das leichte Gelock des Haare xmd dte flüssige Btw: ng des feinen, die Glieder weich um- 1chmiegenden oder in fa tigem Gebauscb zurückflaüernden Getrandes.
Der Vere_in zur Förderung des Kunstgewerbes in Braunschwet schreibt eine Konkurrenz zur Erlangung stilvoller Entwürfe zu ei1gernen Zimmeröfen aus, für welche die Eisen- butte Westphalia bei Lünen an der Lippe zwei Preise von 400 und 200 „Fi mit der Bedingung ausseßt, da die prämiirten Bewerber die fur dre Fabrikation etwa erforderlichen enderungen nachkräglicb vor- nehmen. Die Ausführung der Oe1en soll ausschließlich in Gußeisen erfolgen und nut ihnen eine Zimmerventilatiog verbunden sein. Für dre Formengebung wird der Stil der Renainance und die Rücksicht darquf gefordert, daß die Entwürfe dem Guß keine Schwierigkeiten bxrnten. _Dte Ze1chnu1xgem eine Vorder: und eine Seitenansicht, ein Langßsxbmtt und ein Grundriß über dem Rost, km Maßstabe von 1 : 4, Rd hrs zizm 15. Juni an den Schriftführer des Vereins, Bankier
aaxus m Braunstbweig, einzuxenden und mit Motto und ver- schlo11enem Convert mit der Adrene des Autors zu begleiten. Nach der Beurtheilung durch die Jury werden sie öffentlich aus eftellt Wer- den. Den Ankauf geeigneter me'btprämiirter Entwürfe be ält sich die obengenannte Firma vor.
Im Aprilbeft von Petermanns Mittheilungen auI Jystus Perthes' _Geographiscber Anstalt in Gotha _bespricht F. von Rtgbtbofen die bisher fast unbekannt gebliebeneHand1chrift des Reise- berichts des Venezianers Marco Polo in dcr Königlickpen Bibliothek zu Stockholm, nxxlche der bekannte Polarforscher Frhr. von Nordenskjöld 111 Heltograpbychepr Facstmile (in 200 Eremplaren) veröffentlicht hat, und gelangt m d1e1cr Kritik zu dem Resultat, daß der Stockholmer Coder als Manuskript durch sein hohes Alt_er fast alTen anderen vor- anstebt, 7118 Text 613er in Bezug a_uf Vollstandigkxit eine der besseren Stellen xrnmmmt. dre nur durch dre etwas nachlä1figeWiedergabe der gedgr'priscben Na_1_nen von dem ungelebrten KoPist_en beeinträchtigt wird. Der Verfaner stellt in_ darzken§1verther Wei1e Proben aus 4 and-Zrerz bemerkenHWerthen Hand1chri1ten der Stockbolmergegenüber und ermoalubt dadurch_ den unmittelbaren Vergleich der verschiedenen Texte. __ In dem zwetten_Beitrage handelt H. Rink, _eines der Mit- glredex der Kommi11ron zur Leitung der geo|og_i1ch-geoarapbischen U11_ter11_1chnrzg_en in Grönland, die neueren däni1chen Forschungs- rxr1en m d1_e1em noch so wenig bekannten Lande. Er bespricht zuerst dxe aUgemezge Geographie auf Grund der bisherigen Resultate, dann die Ergebmme der Beobachtungen, welche die eigenartigen Eisbil- dungen Grönlands, die Gletscher, das Binneneis und die schwim- nrenden _Ctsberge zum Gegenstande batten, endlich die Botanik und die Arcbaolcygre. Was die Flora Grönlands betrifft, so dürfte es von Intercffc sem, zu erfahren, daß das vermeintlich so öde Land dennoch 378 §Ybanerwgamen und etwa doppelt soviel; Kryptogamen aujzuwersen bat. Prof. Lange, welcher mit der Bear- hettunxx der 171019, (1161118116169 beschäftigt ift, hofft dieselbe m nachster Zeit der Oeffentlichkeit übergeben zu können. Am_Sch!Y des Y_ufsaßes entwirft Rink einen Plan zu einer 9109001111111 en Unter1uchung der Ostküste. Bekanntlich h_at man es 113911 sejt 50 quxen, und zwar besonders auf die Re1ultate der Re11e des Kaprtans Graab gestüyt, als erwiesen betrachtet, UTZ Oesterbygd, jene östliche Kolonie der alten Skandinavier, westli vo_m Kap F_a_rerve[l gelegen habe. In neuerer Zeit smd nun aber wteder Zwenel dagegen erhoben wordey. Man hat gemeint, daß die gefqndenen Ruinen nicht genug Bewei1e lie1erten, und verlanat In- 1'ch_rtften oder _ andere unzweideutige Kennzeichen zur Identi- fizjrung der in den _ uralten Sagas erwähnten Lokalitäten. O_bgletch diese Zweifel bis_ jexxl nur Wenig T_lnklang gefunden haben, mrd dock) aller1eits eingeraumt, daß die Fortxeßung der vom Kapitän Graab begonnenen Unter1uchungen der Ostküste Grönlands und na- mentlich deZ. Island am n_ächsten liegenden, noch völlig unbkkannten Theils derselben, eine Au1gabe sei, der man fich bei dem jeßigen Stande der geographischen For1chung nicht mehr entziehen konne. anwi1chen bat Lieutenant Holm auf seinen in1en in den Jahren 1880 und 1881 Erkundigungen für die projektrrte Erpedition einge- zogen. _Es gelang ihm dgbei. bis zum Eingange in den Fjord Kan- aerdlugmatfiak an der_O1tküste vorzudringen. Ferner fügte es der Zufall, daß der Mi_1swnär Brodbeck von der Herrnhuter-Station
riedrichsthal in dem1elben Sommer d.7_s Innere dieses Fjordes be- FUcbte und, trie seiner Zeit mitgethcikt, 11) glücklich war, daselbst eine 1kak_1dinavt1cbe Ruine, die erste auf der Ostküste, aufzufinden. Auch die1e intereffante Entdeckur-g wird den Eifer für die wet- teren Unicr1uchungen dieser unbekannten und Island doch so nahe liegenden Gegenden das Jbrige anfeuertz. _ J. Kuijper im Haag legt sodann in dem darauf folgenden Auf1atz den Plan der Anlage einer neuen Maaémündyng dar. Für dieses Pro- jekt sind bereits 131 Millionen Gulden ge1eßlich bewilligt, und m_a_n bofft mittelst dieser Anlage die Ueberschwemmungßgefabren zn bem- tigen, denen die nördlichen Distrikte von Nord-Brabant dauernd aus- gesetzt find, da bisher die Maas und der Hauptarm des Rheins. der Waal, fich in einen genxeinfamen natürlichen Abfiußkanal, die Mer- wede, ergießen und die1em un ebeure Waffertxrassen zuführen. Der Lauf des neuen Mündungskangs der Maas ift aus einer in den Text eingedruckten Karte zu er1eben. _ Wxiter_finden wir in diesern Heft die Fortseßung der interessanten Be1chre1bung_,_ Welche ]_)r. B. Hagen über seine 1881 in Central - Sumatra ausgcmhrte Rei1e nach dem Tobah-See verfaßt hat. Wie aus dem .Geograpbiwhen Monqts- bericht“ erhellt, wird übrigens 91“. Hagen 98 bei dieser Rei1e nicbt bewenden lassen, 1ondern derselbrn_ eine_zweite Expedition an den Tobab-See und zwar nach dem 1üdöstl1chen Theil desselben folgen laffen, wozu ihm die BatavjascheGenootstbap bereitwiüigst die Mittel gewährt hat. _ Dem Hest, Welches grwobntermaßen mit der geo- grapbi1chen Literatur-Ueberficbt schließt, ist eine Karte der Westküste von Grönland, zwischen Godbavn und Pröven, nach den Aufnahmen von Hammer und Steenstrup, beigefügt.
Bremen, 24,_ April. (W. T. B.) Die Station K_ux- baven der Deut1chen Gesellschaft zur Rettung Schiff!“ brüchiger telegrapbirt: Aux 24. April von dem deutschen (_Ewer . Emanuel", Kapitan Hau1childt, gestrandet auf Kleinvogelmnd, drei Personen, dgrunter eine Frau, gerettet durch das Rettungsboot des 3. Elbleucht1chiffe8 Wind stürmisch. Schiff unter Waffer.
Stockholm,_25. _April. (W. T. B.) In der gestrigen Ver- sammlung der Ge1ell1cbaft für Anthropologie und Geo- graphie wurde die aus Anlaß der Rückkehr der ,Vega' gestiftete Vegamedaill e dem Afrikareisenden Henry Stanley zuertberlt, Der anwesende amerikanische Gesandte empfing dieselbe_1ür ibn. _ Per Postdampfer .Sofia', Welcher Norden1kjölds Gron- landSexpedition (24 Personen) an Bord nehmen soll, Zebtgm 20. Mai von Gothenburg ab. Nordenskjöld selbst schifft fi spater im nördlichen Schottland auf der .Sofia' ein und hofft im Oktober mit der Expedition zurückkehren zu können.
Redacteur: Nie 11 el.
Verlag der Expedition (Kes 1“ el). Druck: W. ElSner. - Sechs Beilagen (einsÖließlick; Börsen-Beilage).
Berlin:
zum Deutschen Reichs-Lln
„ZH 96.
E r | e B e i l a g e zeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.
Berlin, Mittwoch, den 25. April
1883.
Deutsches Reich.
R . der Einnahme an Wechselstempelfteuer im Deutschen Reiche erchdT eZetits 111:11:11;
1. 2.
_ Einnahme rm Monate Marz.
.“
Obn-Poft-Direktions-qurke.
_ Hierzu Einnahme m den Vomonaxen.
3.
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4. Zusatumen.
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5. Berichtigte Einnahme in dem- selben Zeitraum: des Vorjakéres (Spalte 4).
.“ „!
Jn 1882/83
6.
+ mehr
_ Weniger
6 1. April 1882 bis zum Schluffe des Monats März 1883.
1. Im Reichs-Poßgebiete.
1) Königqberg .
2 Gumbinnen
3 Danzig .
4 Berlin . .
5 otSdam . . . rankfurt (:./O. , c*tektin . . .
Z) JöHlin . o1en . .
10) Bromberg .
12 318
3011 „ 11856 * 59 211
2965 ? 6419 J 7285 Z 1783 ' 4110
3213 ; 15 309
8159 ' 5078 F 15229 : 7742 , 10650 * 5037 F 5423 ; 1443 . 4497 - 17048
4267 ' 28102* 14 560
7125 * 3103 , 34 803
3217 5 11197 ' 39 231 ' 16966
5256
11602 ; 3289
3197 ' 5644 - 16 449
11 Breslau
12 Liegni .
13 Oppen. .
14 Ma deburg
15 0 e (:.-'S.
16 rfurt .
17) Kiel . .
18) annover .
19) z'mster
20) Mmden .
21) Arnsberg .
22) Caffel_. . . .
23) rank1urt (:./“M.
24) 5111 . . . .
25) Aachen . . .
26) Coblenz .
27) szffeldorf .
28) Tuer . .
29) Dresden
30) Leipzig . .
31 KarlSrube .
32) Konstanz .
33) Darmstadt . .
34) Schw-Irin i./M. .
35) Oldendurg
36) Braun1chweig ZBremen . .
38 amkzurg . . .
39) traßburg i./E.
ZZZ: . 21782 20 40 Mey . _
3815 .
653 497 ? 48
174 279 ' 303 039 - 160 347 - 390 656 : 10 128 936 1
402269 ;
197 609 1 80 123 692 ! 40 168 842 90
64 887 * 10 723141 _ 197 009 _
139071 3 70 29 650 . 60 135 501 ; 65
33 451 Z 40 68314 * 25 78130 * 25 17 491 s 80 47 557 : 05 35 355 ? 50 157131 x 90 79 877 „ 60 57 588 ' 20 161175 ; 15 78474 x 25 110518 3 90 65 551 ? 40 55 941 50 20277 1 30 50539 ! 90
; 30 40 544 ; 20
' 10
; 45 77 746 60 35 023 1 40
25 520 F 70 20 85 60091 60 24676 _
35 738 1 60 57 293 ; 30
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151390 55 32661 ;70 147357 ,75 7127085 58 36417 „30 74734 505 85415 1 55 19275 ; 60 51667 ck85 38568 180 172441 "45 88037! - 62666 ?50 176405 §05 86216_185 121169 730 70588 60 61365 535 21720 .: 50 55037 '40 191327 j45 44811 530 331141 Z40 174 907 95 84871 180 38126 ;50 425459 150 28737 Z “ 1401341 441501 " 214576 65347) 135 295 [ 27965. 41936' 62937; 185292' 7880285 2187911 47011;
! 158713 ( 15 35 337 ; 90 144 595 * *. 746 507 - _ 36 364 90 76499 ' 50 90974 65 21091 75 53706 75 37 480 40 173 341 25 86764 ' 75 72 888 Z 35 197 589 . 25 79 296 . 80 118 932 ; 20 72516 5 75 69058 ; 10 21609 ; 90 66 710 ,- 40 181830 ; 60 43112 ; 75 317064 1 70 174 331 ? 15 85 705 5 95 36193 : 35 420730 : 75 25064 1 35 144626 „ 95 426541 - _ 194 686 „ 65 66 303 10 126 291 , 20 25 036 ; 10 45 972 - 70 60610 * 95 207 519 . 10 822023 z _ 209102 75 48127 30
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Summe]. 11.Bayern. . . . . . . . 111.“ Württemberg .
5447751 . 28 459932 ? 40 210104 ! 65
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66 806 z * 05
22 687 10 070
52 85
U6567b6up1 Berlin, im April 1883.
569190 , 50 6
117" 788 _ 33
6 686 978 ;
Haupt-Bucbhalterei des Reichsschay-Amts. B iest e r.
YichfamMcHeS.
Preußen. Berlin, 25._April. Im weiteren Ver- laufe _der gestrigen (71) Stßung des Reichstags wurde dje zwerte Berathupg des Entwurfs etne6_ Gefeßeß, betreffend die Krankenverscherurxg der_Nrbettex 0111 Grund des Berichts der 1'111._Kon1mis110n Mit §;_13 1ortgefkßt. §. 13 lautet nach den Be1chlüffen der Komm111ion:
_ Die Gemeinden smd berechtigt, für die in ibrcm Bezirke be- 1chäftigten vcrficberungspflichtigen Perwnen Ortß-Krankenkayxn zu errichten, sofern die Zahl der in der Kasse zu verfichernden Perwncn mindestens ein Hundert beträgt. _ _ _ _ _ Die Orts-Krankenkafien folien 111 der Regxl _fur d1c rn e_mem GewerbSZWeige oder in einer BetriebSart be1chafitgten Per1onen
errichtet werden. __ _ Die Errichtung gemeinsamer Orts-Kranfenkanen fur meHrere
(Herverbszrreige oder Betriebsarten ist zuläsfig, wenn kie_Zahl der in den einzelncn Gewkrbszweigen und Betriebsarten be1chäftigten Personen weniger als ein Hundert beträgt. _ Gewerbszweige oder Betriebsarten, in welcbcn cmk-undert Per- sonen oder mehr beschäftigt Werden, können mit anderen Gewerks- zweigen oder Betriebsarten zu einer gemeinsamen Orts-Kranken- kaffe nur vereinigt werden, nachdem den in ihnen keschäftigten Per- sonen Gelegenheit zu einer Aeußerung über die_Err_ichtung der gemeinsamen Kaffe gegeben worden ist. Wird _1_1_1_ d1_e1em Falle
Widerspruch erhoben, so entscheidet über die Zula11tgkett der Er-
richtung die höhere Vcrwaltungsbebörde. __
Die zu dem ZH. 13 eingebrachten Antrage Blas und
Ausfeld waren zurückuezogen worden.
_ Der Abg. Dies (Hamburg) führte aus, man habe gerade dte Paragraphen, welche die Orts-Krankenkaffen betreffen, ge- macht, ohne die betheiligten bereits bestehenden Jnsnxute zu befragen. Mit solchen Bestimmungen_ werde man nxcht dre Sympathien der Arbeiter gewinnen, diejelben _sete_n mcbt nn S_tande, einen Zwan auSzuüben, und standen i_n ihrer Orga- msation dén freien affen weit nach. _Auch htex xvolle sern? Partei nicht die Mitwirkung dxr Axbengeber. Eeme__Parte1 habe aus Nüßlicbkeithründen 1th ihren Antrag zurnckgezo- L_en, sei aber überzeugt, daß man über kurz oder_lat_1g auf dxese Vorschläge zurückkommen werde, daß man namltch an Stelle der Orts-, Berufs-Krankenkaffen_trete_n [affen werdx.
Der Abg. 131. Hirse!) erklärte, es se: zweifelhaft, ob dre fotimmung, daß eine Orts-Kranxenkaffe von dem Vorhaydey- sem von mindestens 100 zu versrcherndenPersopen abhangig gemacht werde, fich auch auf Personen beztehe, dre bxrens ver- sichert seien, oder überhaupt auf VerficherungSpfltchnge. N_ach semer Meinung dürfe die leßtere Auffassung durchaus mcht gelten, und bitte er um Bestätigung ferner Ansicht vom Regne- rungsüsch.
„ Der Geheime Qber-Regierungs-Rath L_ohmann entgegnete, kze Regierung theile diese Auffassung mckzt. AUSgenommen konnten nur Diejenigen werden, welche emer der vom Ver- ficherungszwang aUdeschloffenen_Kafsen angehörten.
§. 13 wurde nach dem Kommtsfionsvorschlage angenommen.
Die
bezeichnen.
lifcbt, wenn sie die Beiträg lungsterminen nicht geleistet haben. Der Abg. Dr. Hirsch wollte im vierten Absatz statt „Rech- uungöxahres“ saßen „Quartals“. Dre Abgg. 1)r. Gutfleisch und 131. Paasche woÜten am
ean
6 721 02745 |
L14
§. 14 9.
34 048
_62
D*.e §§. 14 und 143„ 1081616 nach dém Kommissions- beschluffe lauten: d' .
Durch Anordnung der bökeren Verwaltungxkekörde kann die _Gememds verpflichtet werder), für die in einem Gewerbszweige 01:61 111 emxr Betriebsarx be1chä1tigte11 Psrsonen eine Orts-Krankenkaffe zu ernwxen, Wenn diss von Betheilégten beantragt wird und dicsem Antrag:, nachdem sän1mtiiche11 Bexßeiligten zu einer Aeußerung daruber Gelegenheit gegeben ist, mehr als die Hälfte dcrsélben 11170 mindestegs ein Hundsrt beitreten. Da11s_l_be__g1[r von der Errickt-tung einér gemeinsamen Orts- Krankrnkane 111r meHrrre GeWerbszweige oder Betriebsarten, 1151111 116171 Antrags _mebr als _die Hälfxe dsr in jedem GewchT-zweige oder 111 12er Betriebsart be1chäftig13n Personcn und im Ganzen min- destens em Hyndert _bcitretcn. Graxn d1e_Ver1Ügung der 561171611 Verwaltungsbebörde. durck) welébc d1e_Er11chtung eincr gcmeinsamen OrtH-Kranksnkaffe 011- 960701161 w1rd, stckx der Gemeinde innarlxalb vier Wochcx'. die B;- 1chwerde (111 die Centralbeldörde 1,11. _ Gemamden, Wklck€ dieser VsrrflichtUUg innerhalb der von der hoöeren_Vcrwaltungsbebördc 511 besiimmendén Frist nicht nacbkr'm- men, d11r1en von denjenigen Personen, für Welche die Errichtung emer _OrtszKrankr-nkaffe angeordnet ist, Verficherungsbeiträge 3117 Gememde-Krnnkenverfickzemng (§. 5 Absaxz 2) nicht erbeden.
_ Be1rägt d_i_e_Zahl der in einem Gewerßszweige oder einer BL- tnelzsart bescha1trgten Perwnen wenZIEr als ein Hundert, 19 kann die Emchtung _emer _Orts-Krankenkaße_gestattet werden, wenn die dauernde Let_stungs1_ak)1gkeit der Kaffe 111 einer von der höheren Var- waltungsbeborde fur ausreichend erackZteten Weise sichergestkllt ist.
wurden nach dem Kommtsfionsvorjchlage unverändert ohne
Debatte angenommen. §. 15 lautet nach dem Kommisfionsbeschlusse:
_ GewerbszMige und Betriebsarten, für voclche einc
Orts-Krankcnkaffe errichtet wird, sind in dem Kaffenstaknt 317
Die in diésen Gewerbszweisex und Bériebsartcn 132111351101th Xcrsonen werden, [owxit fie ver11ch§x11ngspflicbtig sind, mit dem age, an welchrm 1_1e m_ die Be1chast_1gun_g eintreten, Mitglieder der Kaffe, _soFern ste mcht nachwetéltch emer der übrigen in §. 4 benannten _Kanen an ebören. SWM fie 111 t verfickoerungsvflichtig find, Haben fie das Recht, _der Kaffe berzutreten. Der Bettritt erfolgt durch schriftliche oder mundl1che Anmeldung bei dem Kassenvorstande oder der errich- teten Meldesteae. D__er Austritt ist verficberunxÖvflichtigen Personen mit fem _belune des_ Rechnungßjabres zu gestatten, wenn sie denselben 1patestens drei _Monate zgvor bci_ dcm_Vorstande beantragen und por dem Anstatt nachwei1en, das; ne Mitglieder einer der übrigen m §. 4_ bezeichneten Kgffen geworden 11nd. Dte Mitgliedschan ni
ckKVerfichxrungspf1ichtiger Personen er-
zwet auf einander folgenden Zah-
Ende des dritten Alineas hmzufügen: „gewährt aber keinen
Y_nspruch auf Unterftüßung im xalle einer bereits zur Zeit dteser Anmeldung eingetretenen rkrmxkung.“
Dex 911111. Lohxen beantragte, 211111113 4 ganz zu streichen und Abmß 2 w e 1olgt zu formuliren:
.Die in diesen Gerrerszw-xigen und Betriebsarten k-esÖäftig- ten Perwnen werden, soweit fie versicherungsrklicbtig find, mit dem Tage, _gn xvxlckem_ sie in die Beschäftigung eintreten, Mitakieder der Kaye, 'otcrn _112 _nicht_nacbwäélicb einer Jnnunuskaffe (§, 67) odxr _emer Knarr1chaxtska11e (§. 68) angehören. Mitglieder ein- gc1chr1362112r _ydcr _au1 Grund landesrecrbtlicber Vorschriften errich- tetec Hul1§ka11rn (F; 69)_1“i11d nur dann von der Beitrittspflicht zur Or19-Jxankrnxa1xe bc1reit, wenn 1,71€ nachweisen, daß 11111711 111 Krßnkßcttéwüen 1rere ärztlixbe Bsbandlung, Arznei und sonstige Hermttex nacb den Vor1chri1ten der §§. 6 und 7 von der HAW- ka11e Zewaßrt werden.“
Der Abg. 901)an befiirworfete seinen Antrag. Dieser Paragraph 56517116 11711 6111 dax Verhälkniß der freien Hülfs: kaffen zu den neuen Zwangskaven, namentlich zu den Orts- Krankenkaffen u_nd dßr Gemände-Krankenversxcherung. Asle Bemühungen, dre Mmdestleistungen der Hülfskaffen denen der Orts-Krankenkaffen gleichzusteuen, seien vergebens gewesen. DW HirsckY-Dunckerschen Gewerkvereine, gegen wslche sein An- trag stck) mchte, zahlten als Krankengeld-Entschädigung nur 1/5 des ortsüblichen Tagelohns, also etwa 25 «*, was nicht ent- fernt__a1161_eiche, um Recept und Apotheke zu bezahlen. Er 1121116116 nicht, wie die Regierung den Anspruch auf ärztliche Behandlung für diese 25 -:3 an die Hirsch'schen Gewerfvereine [1098 0311161106111 können. Fabrik-Embliffsments, Knappschaft;- _kaffen 11. 1.11). zahlten mindesten91,40 28 täglich Krankengéld für rhre 211021161. Was hätten nun diese freien Hülfskaffen Gr0ß9§ gr: [311120111009 Vatexland, um 1" 01chS§ Privilegium zu beam" 1311101611 ? Im großen Halberjtädtsr Knappschaftsverein hätten die Außga: h_en 1111: Arzt 11110 Arznei im Jahre 1873 zweimal soviel als 019 Ausgqben 1111: das Kranksngeld bstragsn, 1875 1011111: 21/5 Mal so 0161. In andersn Kaffen würden für Arzt und Medizin 14,5 Mal10 01e1 als für Krankengeld au6gegeben, 1111?) es 131116 0076116 hxrvor, daß der Saß von einem Sechstel ein 001111011019 ver1chwindender sei, der für die Arbeiterverhält- 111112 überdaypt nicht in Betracht kommen könne. Die Kosten 111191151 111111 Arznei hätten bei dem Halberstädter Gewerk- 1cha11608rex11e durchschnittlich 1,40 7.15 Pro Krankentag be- txagen,_611o etwa die Hälfts eines Tagelohne-S. Auf Grund 019161: 0110111111113 möchte er fragen, ob das Haus in der Lage _151,_d_19_Wohltvaten des Geseßes für 1.5.3 des Betrages an_ 016 Y1r1ch:Dunckerschen Vereine zu übxrlaffen. Starke 211311611911 in Politik und bei Strikes könne man diesen Ver- eme_n 111611 ab1prechen, 119 seien aber keine Krankenkaffsn, sonst 1111113th fie doch 6131111311206 1 916 pro Tag an Krankengeld geben, 0118 thäten ne aber nicht. 3806 andere Kasse zahle 1119131: als dtß1reie Hülfskaffe, und solckzen-miserablsn Leistungen gegenübér habe der Abg. 131. Hirsch die Kühnhsit, hisr zu be- haupten, daß die Lsistungen der Fabrikkaffen nur mit Vernes): tung 311 bshandeltr seien, daß 11in 061: Zustand objektiver ÖSUÖLLL! vorwalte, habe er die Kühnheit zu verlangen (der Präsident bat d6n Redner, das Wort „séühnheit“ zu unter- la11en), habe er den Muth zu verlangen, aß die Fabrikkaffen 130115 1161501611 werden soUten. Die sch1€chtesjeFabrikkaffeleiste 11103110 wenig als die Gewerkvereine des Abg. Hirsch. Die 2111161161“ Über 40 Jahre nehme man in diese Vereine nicht 9u1._ Das Angeln nach gesunden jungen Arbeitern sei hier 111 em System gebracht. Die Kassen kämen nicht den kranken 211119116111, 101106711 der Verwaltung zu Gute, die sehr 11121121: 11650511 würde. Die Basis dec“- ganzen 0818866 761 0211 Zwang 1111 0116 Thsile, Dieses Prinzip werde 1116! durchbrochen zu GMULLU 9011 Vsrsinsn, wie er sie gekennzeichnet habe; 018163 311 verhindern, empfehle & dis Annahme 1311166 Antragss.
Mr Abg. Dr. LaSker bemerkte, die Angriffe des Vor- redULkS auf die Gewerkoereins-Öülfskaffsn könnten ihn R1chk bewege11,_ die Freiheit in der Auswahl der Kaffen, die die Kommimonsbeschlüffe noch bestehen kaffe, aufzuheben. Wärsn die Gewerkvereine so schlimm, wie der Abg. Lohrer: fis schil- 0916, so würden die Arbeiter sich selbst von ihnen abwenden 11110 in die Zwangskaffen eintreten. Der Schrecken, dsr bei Annahme des Antrages Lohren durch Beseitigung der fréien Kaffén angsrickztet würds, wäre so groß, daß 06113156 durch 061“. Nußsn, den 1109 (536168 den Arbeitern gewähren werde, mcht aUÖJLZUTLJ-Lkl würde.
Der Abg. 01. Hirsch erklärte: die Heftigkeit der Angriffe des Abg. Lohren gegen die von ihm geléiteten Gewerkvereine bswiesen schon, daß sie sachlich nicht begründet seien. _ Dsr Abg. Lohren babe Unrecht, denn derselbe werde zornia. Die xragikomische Rede deffélben sei imUebrigen geeignet, Rsklame 1111: die Gewerkvsreine zu 1110111211, und die Arbeiter übér die Bestrebungen und wahre Gefinnung gswisser Parteien aufzu- klären. Der Angriff gelte wohl hauptsächlich seiner be- scheidenen Person, obwohl das, was der Abg. Lohrcn Über die Gewerkkassenvereine gesagt habe, auf die meisten anxern freien Kassen 3111178173. Der Abg. Lohren gehe von dem Saße aus, daß die Gewährung freier ärztlichsr Be- handlung und freier Arznei für den Arbeitér wsrthvoller ski, als baares GEW, das die Gewerkvereinskaffen böten. Ec sage dem Abg.Lohren aber, die Arb-eiter lsgten Werthdarauf, ihren Arzt selbst zu bezahlen, um damit sslbst zu e11t1cheioen, ob und was für einen ste zu Raths ziehen onten. Die Sta- tuten der Hülfskaffen seien doch nicht theoretisch konstruirt. Die Arbeiter selbst hätten sie crwogen und festgeseßt. Warum habe der Abg. Lohren von der Statistik der Knappschafts- vereine des ganzen préußiscben Staates, die dem Hause vor- liege, nur eine cinzigc, die Halberstädter, herau-Z-gegriffcn? Es habe dem Abg. Lohren eben nicht gepaßt, denn hätte derselbe es gethan, so hätte er gefunden, daß Arzt und Kurkosten fich pro Woch? auf 4 „16, nicht 7 „46 belaufen hätten. Der Abg. Lohren sei also hiermit eines groben Jrrthums überführt, und es stelle sich heraus, daß die Gewerk- vereinskassen mehr leisteten, als die Gemeindekaffen leisten wür- den. Der Abg. Lohren habe_ die Gewerkoereinskaffen ange- griffen, weil fie nicht nur 1ür Krankheit, sondern auch für Strikss und andere Zwecke Unterstüßung gewährten. E: fordere den Abg. Lohren hiermit auf, ihm einen Fall zu nennen, wo die Gewerkoereinskaffen einen Strike unterstützt hätten.
Der Abg. Lohren habe, wenn derselb: eine solche Behauptung