1883 / 146 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 25 Jun 1883 18:00:01 GMT) scan diff

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§. 14.

Die in §. 6 iffer 2, 3, §. 7, §. 8 Ziffer ?, §. 10 5. Ytffer 2,

3 und §. 13 vorge cbriebencn Aufgaben werden durch das 005 be-

stimmt. Zu diesem Zweck hat die Kommiifion Aufgabxnsdmmlunaen,

welche die betreffenden Prüfungsfächer „möglichst roliitandig umfasst),

anzulegen und jährlich vor dem Beginne der Pruiungen zu reor- diren.

Dem Examinator steht es frei, an die Erledigring der gezogenen

Aufgaben einige weitere Fragen aus dem Gcsammtgcbteic dcs Prufungs-

facbs anzuschließen. §. 15.

Zu den drei ersten PrüfungSabickonitten unc drm siebenten Prüfungsabschnijt ist den Studirenden der Medizin, zu dcn klimstben Prüfungen denjenigen Studirenden der Zutritt ge*tattet,„w„elche als Auskultanten oder Praktikanten an der betreffen'xcn Klinik theil-

ncbmen. H. 16.

Für jeden Kandidaten wird übcr jkden Prüfungsabsxbnitt ein be- sonderes Prrtvkdll untcr Anfübrung dcr Prüfungrxgrgcnftande und der ertheilten Ccnsurcn, bei der Ccniur „ungcriügcnd“ oder „schlecht“ unter kurzer Angabe der Griinde, Yigenommen.

Die Aufgaben und die Kranken sind dem Kagadrdatcwfur jeden Abschnitt erst bei Beginn deffclbcn zu iibcrwciye'n. Zwischen den einzelncn Prüfungsabichnittcn darf in der Regel wr cm Zeitraum von acht Tagen liegen. Nach Beendigung eines jeden" Prufung?- abscbnijts find die Examinatoren rerpilicbtet, dcm Voriichnden dlc Prüfungsakten unbcrwcilt zuzuicnden.

Zu dem Abschnitt 11. wird nur zugelaffcn, “.rar dcn Abschnitt 1., und zu den Abschnitten 111. bis 711. nur, wer die Y_bicbmtte 1. und 11. bestanden hat. Dir Reibenfolgc, in wclrhcr die Abichmtte 111. bis 711. zurückzulegen find, bestimmt dcr Vorsitzende. Jedoch darf niemals gestattet Werden, daß Abscbnitt 71, sofort nach Abschnitt 111. "begonnen wird. Wer in einem der Absrbnittc 111. bis YU. nicht vollständig besteht, hat, so rvrit cs die Umstände gestatten, die Wahl, ob er fick) der Prüfung in einem der anderen Abicbriixtc oder “„dem späteren Theile deiirlben Abschnitts sogleich oder erst nach Wieder- holung des nicht bestandenen unterz1i§hen will.

K-

Ueber den Ausfall der Prüfung in den Abschnitten 11, Und 711, sowie in jedem Theile der übrigen Abschnittr wird eine beirndcre Censur unter ausschließlicher Aannbung dcr Pradikate schr 3111 (1), gut (2), genügend (3), ungenügend (4)„und schlecht (5) crthcilr.

Wenn von zwei an einer Pkü'sUnJ kai)Llligifcn Cramrriaidrcn einer die Ccnsur .ungcnügerrd“ odcr „]chlciW“ crihcilt, so enticheidrt seine Stimme. 8 _

. .9.

Ist ein Prüfungsabschniit iwllständig bestanden. so wird für den ganzen Abschnitt von dem Vörsiizrndcn dic Gcsamrniccninr ermittrlt, indem die Zahlchrthe “drr Einzelccnsurcn (§. 18 Ab], ]) addiri und durch die Anzahl dcr Theile dibidirt Werden. Ergcbcn firb bei der Tbeilung Brüche, so werden dirsclbcn, wcnn sir iibcr 0,5„bc- tragen, als cin Gänzes gcrcrbiiet, midrrenfails blcibcn sic 1111beruck- fichjigt. 20

§

Ist ciriPriifungsabscbniit oder ein Thri1 eines Prüfungsabschnitts ungenürirnd odcr scblrcbt bestanden, so muß er wiederholi'Werdcn.

Die Censur .ungrnügcnd' fiir einrn go.!izrn Prüiungsgbschmir hat zur Folge, daß erst iiarh “drei Monaten, die Ccnsur „ichlccht“, das; erst naii) sechs Monatsn die Wiederholimg staitfinden dars.

Handrlt es sich um Theile eiiies Prüsuxißsabirhnitis, io gechn für die Wirrerhrlung die Fristen ron mindciicns ischs Wochen, bcr zichungLWeisc von mindestens drei Monatsn.

In allen Fällen muß die Wiederholung spätestens in dem nächsten Priifunngahrc stattfinden, widrigcnfrlls auch die früher be- standenen Prüfungen zu rvirdcrhylcn find. (Eine AuSnahme kann nur aus besonderen Gründen gcstatict werdcn._ ...*ie Frist zur Wieder- bolung wird bsn der Behörde (§. 1) iestgcieizt und durch den Vor- fißenden dem Kandidarcix mii-Zrthcilt, Dr'chhiörde werden zu diesem Zwecks die Prüfungénktcn mii Zuiarbtlicheirz BLUÖÉ ciUFLWZÖk.

_Die zwcitc Wiederholung eines Priirxmxxxiabschnitis Oder eineL Theiss desselbrn findet in chicnwari des Vbriixzxnderi statt.

Wer auch Öli der zirciicn Wicdrrholimg r.:rbt besicht, wird zu einer weiteren Prüfung nich zurirlaffen. Airsnahmri: brrrhrii können nur aus brsondrrcn Grübdcn iicstaiiri ircrdrn.

H,. 21. _ _ , .

Hat 'der Kandidat sämmtliche „Priifungsarichiiittc bxiianden, (1) wird aus dyn fiir die Prüfungßabichmrir „ertheiltcn Pradtkrrren bie (Gesammtcensur ebenso irstgeieyr, „wir diss in J. 19rorgcicbrreben ist.

Der Vorsitzende übcrrrich die Priifungsakten drr Beborde (§. ])

ur Eri“ci"*i: dcr Ar robdiion. z k) m 0 P 8 22

Wer sich nicht rechtzriiig (§. 4) peribniich„ bei dem Yorfihrndcn meldet, die Termine oder Fristcr obnc hinreichende Entiéhuldigung versäumt, kann arri“ Antrag des Vorsiizenden von der Bebbrdc (J. 1) bis zum folgendrn Prüfungkjahxe zLUJruckgc-steUt Werden.

Die Prüfung darf nur bei der Kowmiiiion fortgeir “"t oder wieder- holr Werden, bei welchcr sic begonnen lst. AuMahmen onnen nur aus besonderen (Gründen gestattet Werden.

Die mit drm Zulaiiungsgesuch eingereichten Zeugnisse (§. 4 Ziffer 1 bis 4) find dem Kandidaten erst iiach besiandener Gesammi- prüsnng zurückzugeben. Verlangt er fir friiher zuruck, io smd vor der Rückgabe sämmtliche Behörden (§, ]) durch Vcrrmtteiung des Reichs- kanzlers zu benachrichtigen, daß der Kandidgi die Prufung begonnrn, aber nicht beendigt hat, und daß ihm auf„1etnen Antrag decugnZffL zurückgegeben worden smd. In die Urschrrft des leisten Umberiri'dtß- Abgangschgniffcs ist ein Vermerk Über den Ausfall der bisherigen

rüiung einzuiragen. P . Ö 24

Die Gebühren für die gesammte Prüsunrz bciragen 200 «16 Davon smd zu _bererbnen: für den Prüfungsabikbnitt 1. . . . . . . . . . . . . und zWar für Theil Z . . . . . . . . . 6 „M, . . 3 , . . . . . . . . für den PrüfungSabschnitt 11. . . . . . . . . . . . 12 für den Prüsungßabschriitt 111. . . . . . . . . . . . 16 ., und zWar für Theil Z . . . . . . . . . ]„0 „M, , . ' . . . . . . . . . ) für den PrüfungSabscbnitt 117. . . . . . . . . . . , 57 und zwar für Theil 1a. und 1b., , . . . . 25 „M, 2 . . . . . . . . . 10 ., ., 3 , . . . . . . . . 10 . .. 4 . . . . . . . . . „12 . für den Prüfungsabschnitt ?. . . . . . . . . . . . 35 und zwar für Theil Zsa. und 1b.. . . . . . “FZ «16, für den PrüfungMbscbnitt 171. . . . . . . . . . , . 24 und zwar für Theil Zu. und 1b. . . . . . 12 „74,

. . . 12 . "r den Prüfungßabickoniif 711. . .

6 .

für sächliche und Verrvaltungskosten . . . . . . . . . 30 . zusammen . . 200 «ji»

Prüfungöakten eingereicht. Die leyieren werden der Behörde zurück- gesendet.

§. 20 Absaß 4 und 6, §. 23 Absatz 1 „vorgesehenezi uSnabmxn „eni- scheidet der Reichskanzler in Uebereinstimmung mit der zustandrgen Landcs-Centralbehörde (§. 1).

die ärztliche Vorprüfung bestanden haben, smd zur Priifung zuzulassen, Wenn sie auch nur die Erfüilung der nach den bisherigen Vorichriftcn

Bei Wiederholungen kommen für den betreffender": Abschnitt oder Theil eines Abschnitts außer den anzusetzenden Gebuhren ichs- mal vier Mark für sächliche Außgaben und Verwaltungskosten zur nochmaligen Erhebung. § %

Wer von der 5Yriifung zririickiritr oder zurückgestellt wird, erhält die Gebühren für "die noch nicht “)e_gon„rienen Prüfungsabsckxnitte ganz, die sächlichen Gebuhren nack) Ve§rhc121ft3mß zurück.

(3. Dinensationen. 27

§- ' Ueber Zulaffung der in §. 4 Absatz 3, Absatz 4 iffer 1 und 2,

1). Schluß- und UeLchZangsbestimmungen. Vorstehende Bestimmungen tier???" am 1. November 1883 in Kraft. Diejenigen Kandidaten, welche bereits vor dem 1.Dezemker 1883

hierfür erforderlichen Vorbedingungrzi naehweisen.

„. 0 . „„ . AÜc„irüherrn, dieser Bekanntmachung entgegenstehenden Bcsttm- mungen iiber *die ärztliche Priifung smd aufgehoben.

F o r m u l a r. Nachdem Herr ......... aus ....... " . . . am tcn ...... 18 . . die Prüfung vor der ärztlicbcn Prufungskommijfion zu ......... mit dem Prädikat ., ....... bestanden hat, wird ihm hierdurch die Approbation als Arzt mit der (H„eltung vort) bezeichneten Tage ab für das Gebiet des Dcutscheri Reichs gemai- §. 29 der Gewerbeordnung vom 21. Juni 1869 ertbetlt. ........ ,den..tcn 18.. (Siegel und Unterschrift der arprobircnden Behörde.)

Approbation für

'" *ai? * “" Arz; __" Berlin, den 2. Juni 1883. Der Reichskarzlcr. In Vcrtretung: von ;Woeiirckycr.

Bekanntmachung.

Einfiihrung des Postaustrags-Verfahrens im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn.

Vom 1. „Juli ab kann im Verkehr zwischen Deutsch- land und Oesterr-Zich:Ungarn diy. Einziehung von Geldern bis. zum Betrage“ von, 400 „75 bez. 200 (8111de österr. Währ. im nge des Posiauiirags stattfindén. Zu Postausträgen nach Ocsterrrich=Ungarn isi das für d-zn in 11 eren VerkehrDeutschlands vorgeschriebene Formul-„xr zu bMUHLU JU demirlben ist die einzuzirhende Summe 'in östsrreichischer Währung anzugrbrn. Bei den Postauiirägen nach Ungarn muß das Formular besonderé- deutlich außgeiülit werden; die Namen find in lateinischen Buchstabenzu schreiben. Die im Voraus zu Sutrichcende Taxe fiir den Postauftrags- brief beträgt, wie für Einschreibbrief-Z 11achOesterreich-Ungarn, bei Briefen bis 15 Yl' (einschl.) 30 „5, bsi schwrreren Briefrn 40 „5. Der eingezogene Betrag wird dem Auftraggeber, nach Abzug der Postanweisimgsgebühr, mittelstPostanweiiung übersandt. Die Aninahme von Wechselprcztrsten bez. die Weitergabe der Postauiträge an dritte Perionen wird im Verkehr mit Oesterreich-Ungarn postscitig bis auf Weitrreß nicht vermittelt. Uebrr die sonstigen näheren Bestimmnrigen ertheilen die Postansialten aui Vriragen AuBkunst.

Berlin W., den 22. Jimi 1883. Der Staatssekretär drs Reichs-Posiamtxs. Stephan.

Bekanntmachung.

So lange dir durch Hochwasser beschädigte Kurzstsrrahe Glaß-Uilersddrf-Lander'r (Schl.) uriighrbar ist, kursirrn die sechs Täglichen Personenrdsien ;wiichrr. (Slax. 11110 Lqrtdeck, Bad, auf dem 12 km weiteren Wege iibrr R21chLU1WM. Tic Posten behaiten in Glatz die: unmittelbaren „Anschlüsse .in aÜe Eisenbahnziige nach und von Brrslau imd thlfurt -- Berlin. Die mit direktrn Biliris iiach La'ndrck, Bad, der_- iehenen Reisenden finder. iiach wre vor von GlaH cms Unaui- gehalten Writerb-xförderung.

BrSHlau, drn 23. Juni 1.883. _

Drr Kaiserliche Ober-Vostdirekror. KÜhb

Das im Jahre 1872 in St. Johns, N, B., erbaure, Öl?;-

Yr unter briiiicher Flagge grfahrene Voliicbiff „„Theodor liger“ (friihsr „Lightnirxg“) von 1629,36 Registertoris „La- dungsfiihigkeit hat durch den Uebergarig m das ausschließliche Eigemthum de:?- dentschen NeichSangehdrigen Hrrmann Wessels 11 Bremen das Recht zur Führung der dLUUChLU „Flaggx er- iangi. c..?.)em bezeichneten Schiffe, für welches der Eigenthumer Bremen ;.um ißdeimathézhafen gewählt hat, ist am 21. Maid. I, vom Kaiserlichen General-Konsulat zu New-Ydrk em Flaggen- attest crtheilt worden.

Königreich Preußen. Se. Majestät der König habxn Allrrgnädigst geruht:

Höfer. zu ernennen. Se. Majestät der König haben Mergnädigst geruht:

fiir Domänen und Forsten zu ernennen; sowie als Geheimer Medizinal-Nafh, und

Rath zu verleihen.

Ministerium der geiftlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

den LegationE-Rath und Kammerherrn von T_hirlau, seitherigen Gsneral-Kdnsul in Budapest, zii Alierhöchftihrem außerordentlichen Gesandten und bevamachtir_.-.ten Minisier am Großherzoglich oldenburgischen „Und „beni; H„erzdglich braunschweigischen Hofe, sowie ber den Fiirstiich lippischen

den Forstmeisier Constantin zu Berlin zum Ober- Forstmeister und Mitdirigenten Einer NegrerungS-Abtheilung

dem ordentlichen Professor der Medizin, Medizinal-Nath ])1'. Ernst Neumann zu Königsberg 1. Pr., drn Charakter

dem KreicZ-Wundarzt des Kreises Lüdinghausrn, Vr. moch.

Der Privatdocent Dr. Max Ruediger hierselbsi isi zum außerordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Königlichen Universität Berlin ernannt worden.

Am Falk=Realgymnasium in Berlin ist die Beförderung des ordentlichen Lehrers Dr. Paul Lehmann zum Ober- lehrer genehmigt worden. _

Beim Gymnasium zu Duisburg ist die Beförderung des Titular-Oberlehrers 1)r. Feller zum etatsmäßigen Oberlehrer genehmigt worden.

Ministerium für Landwirthschaft, Domänen- und Forsten.

Dem Ober-Forstmeister Constantin ist„ die durch den Tod des Ober-Forstmeisters Nobiling erledigt? Ober-Forsi- merßerstelle bei der Königlichen Regierung zu Trier übertragen wor en.

A n g e k o m m e n: _ Se. Excelienz der StaatS=Minister und Minister fürLandwirthichast,Domänen undForsten, Dr. L u c i u s , aus der Provinz Pommern.

Bekanntmachung.

Dic U("UM Zin§ichcinc zu dem vormals Herzoglick) nassauischer. 40/0igcn Siaai§anlcbcn ron 1000000 Fl., c]. (1, 1. Oktober 1851, Reihe 17. Nr. ]--8, nebst Zinsschcinauweisunßcn werden vom 2. Juli [. II. ab bei dem Bankhause der Herren M. A. von Rolf)- ichild u. Söhne in Frankfurt a. M. angercickyt Werden. Es können dieseZinsscb-xine auch durch die Königlichen Regierungs- Fauptkaffen nnd die Königlichen Bezirks-Hauptkaffen zu Hannober, üneburg und OHriabriick brzoacn Werden. Wer die Zinsscheinc durch eine diescr Kassen beziehen will, hat derselben die alten Zinsschein- Anweisungen mir cincm doppcltcherzeichniffc einzureichen. Das eine Verzeichnis; wird, mit einer Empfangsbescheinigung versehen, sogleich zurückgegeben und ist bei Llusreichmig der neuen Zinsscheine wieder abzuliefern. Formulare zu dissen Verzeichnissen find bci den genannten Pro- vinzialkaffen unrntgcltlicb zu haben. Der Einreichung der Schuldberschreibungcn bedarf es zur Er- langung dcr ricUcn Zinsirbciiir nur dann, Weim die ali?" Zinsscbein- Anweisungen abhanden gckommrirsind. Ju diesern Falle sind die betreffenden Dokumente an das Königliche Regierungs-Präsidium zr: Wiesbaden mittelst besonderer Eingabe einzureichen. Dic cniftehcndrn Portokosten haben die Empfänger der neuen Zinsscbcine zu tragen. Miesbach, drn ]. Juni 1883.

Der Rciiicrungs-Präfidcnt:

bon Wurmb.

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 25. Juni. Se. Majestät der Krise r u n d nir: empfingen, laut Meldung des „W. T. B.“, am Sonnabend in Enxs drm Besuch Sr. Königlichen Hoheit des Kronprinzen vori Sckxwedrn, wxlcber Mittags daselbst ein- traf und auf dem Bah21h0f2 1.101! Sr. Majestät drm Kaiser, dem Prinzen Nikolaus von Naffau und distinguirtenSchweden begriißt Und sodann VOU Sr. Majestät nach dem Kurhauie geleiiet wurdr. An dem Diner bei Sr. Majestät nahmen der Kronprinz. vor'- Schwrdcn wii dem Kamnwrherrn von Rosenblatt, die Grnerale von Scheliha "iii) von (H(MLU, die Obersten Schüßler und Freiherr von BilddéUiUDck cms Coblenz Theil. Abends reiste der Kronprinz von Schwoden, nachdem ihm Se. ?.Najcsiät der Kaiser das Gelrit zum Bahnhof gegeben hatte", nach RippoldSau weitrr. Se. Majestät wohnten Abend?: der Vorstellung im Therter bei. „„ „„ G9stsrn Morgen setzten Se. Ma1estat dre Brunnenkur fort und wohnten Nachmittach mit großem Gefolge von „der Veranda des Kuriaals auI dcr Regatta boi. Den Kaiser: lichen Ehrenprsis errang die Frankiurter RUdsrgeieÜschast „Germania“. „„ „_

Geitern Mittag statteten Ss. Ma1estat der Kurier Ihrer

] Majestät der Kaiserin in Coblrnz einen Besuch ab.

Zu. dem Dinar hatten u. A. der Fürst v„on„ Rheina- Wolbeck, der frühere niederländische Kolomal-Mimster, ban (Hollstein, die RegierungsPräsidrnten von CölU, Aachen und Tricr, von Vrrnurh, Hoffmann und Nasse, sonne drr Kurator, Weseler und 'der Rektor der Universität Bonn Einladungen rr UULU.

h Nach dem Dinsr nahmen Se. Majestät den Vortrag des- Wirklichen Geheimen Legations-Raths von Bülow entgegen und besuchten ipäter das Theater.

Heute friih hörten Se. Pkaiestät nachbeendigter Kur und einer Promenade die Vorträge des Hoimarichgü§, Grafen Verponcher und drs Chefs de-xz Civilkabmets, Wirkrichen Ge: heimen RathH von WilmowHki.

_ Jhre Majestät die Kaiserin und Königin empfing am Sonnabend in Coblenz den Besuch Sr. König- lichen Hoheit des Kronprinzen von Schweden und Norwegen, * der sich von dort nach Ems begab. _ „„

Gestern empfing Ihre Maxstät den Besuch Sr. Maxestai des Kaisers und Königs.

- JhrsKaiserlichen undK'c'xniglirhenHoheiden der Kronprinz und die Kronprinzessin begabenSich, begleitet von den Prinzessinrreri-Töäztern, gestern Morgen 9 Uhr zum Gottesdienst nach der Kirche von Borriftedt.

-- Der Ober-Ceremonienmrisier Graf zu Eylenburg hat fich nach Sonnenburg begeben, um daselbst im Einver- nehmen mit den Organen des Zohannrter-Ordßns die- jenigen Vorbereitungen zu treffen, wrlche durch die bevor- stehende Anwesenheit Sr. Kaiserlichen und Koniglichen Hoheit des Kronprinzen, als StelivertretersSr.„Ma„xe- stät des Kaisers und Königs, der dsr Justaaation Sr.

F r a nz H o e o e n e r zu Werne den Charakter als Sanitäts-

Dem Königlichrn Musikdirektor Bierking, Mitglied „der Königlichen Akademie der Künste zu Bsrlm, ist daS Vradikat

Dem Reichskanzler rrrrden “1011 der Behörde (§. 1) Verzeichnisse der in dem abgelaufenen Prufungsiahre Approbirten mit den

Professor beigelegt worden.

Königlichen Hohait des Prinzen Albrecht als Herren- meistrr des Iohanniter-Ordens geboten erscheinen.

- Die vereinigten Arxsschüffe des Bundeßraths für Eisenbahnen, Post und Telegraphen und„für Justizwesen so- wie die vereinigten Ansschüff-Z desselben für Handel und Ver:-

kehr und fiir Justizwesen hielten heute Sißungen.

- In der heutigen (R.)Sisung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Vize-Präfident des Staats- Minifterinms und Minister des Innern von Puttkamer, die Staats=Minister 1)r. Friedberg und von Goßler, sowie zahl: reiche Kontmiffarien beiwohnten, theilte der Präsident mit, daß, nachdem das Haus sich mit dcr vom Minister des Innern vorgescklagenen Konferenz einverstanden erklärt, eine solche Konferenz am 28. April stattgefunden habe. Dabei sei konstatirt worden, daß für das Herrenhaus ein Bedürfnis; der Beschaffung neuer Geschäftsräume nicht vorliege, daß also der Neubau eines Landtagsgebäudes nur die Bedürfnisse des Ab- geordnetenhauses zu berücksichtigen brauche. Zur Frage des Bauprogramms und der Vertheilung der Geschäft6räume auf die einzelnen Geschosse seien gegen seine Vorschläge keine Ein- wendungen erhoben worden. In Betreff des Bauplaßes sei zunächst die Herstellung einer Bauskizze nöthig erschienen; er habe daher eme solche anfertigrn lassen und sie am 6. Mai dem Minister des Innern und den andern an der Sache Ve: theiligten übersandt. Später seien dem Minister des Innern und dem Minister der öffentlichen Arbeiten noch andere Bau- ikizzen zuxiesteUt worden. Die zuerst angefertigte Skizre sei später durch Eiiizeichnnng der sämmtlichen nöthigen Räume ergänzt und liege im Vurean zur Einsicht aus.

Hierauf trat das Haus in die TagecZordnung ein, deren erster Gegenstand die dritte Vrrathung dess Gefeßentwurch, betreffend Abänderungen der kirchrnpolitischen Ge: setze war.

Zu der Generaldiskussion war der erste Redner gegen den Entwurf der Abg. Götting, Derselbe? gab eine Uebersicht über bis Veranlassung zu den Maigeseßen und die Geschichte des Kulturkampfes bis zu dem ]"th vorgelegten Grieß- entwurf. Man müsse denselben mit dem §. 5 des vorjährigen Geseßes zusammenhalten. Preußen werde 1th auf mindestens ein Menschenalter mit Geistlichen überschwemmt werden, die nur die einzige Bedingung erfiiÜten, daß sie drei Jahre auf einer deutschen Universität siirdirt haben, und selbst dieser Grad der Vorbildung sei Rom noch zu hoch. Man werde 1th wieder die Zustänre der Zrit ror den Maigeießen wieder bekommen, nur noch schlimmer9, wril seit zwölf Jahren die ultramontane Presse die katholische Geist- lichkeir gegrn Preußßn verhetze. Daß die Maigeseßgebung über- all gleich das richtige getroffen habe, behaupxe Niemand, aber das jeßige Vorgehen des K_ultus-Ministers und das freche Ve- nehmen katholischer Priester bez. der Mischehen müsss doch die prdtrstantischen Gesnhi? verletzen. Der Syllabus brrdamme Alles, was den Protestanten theuer und heilig sei, der genrnwärtige Pabst bezeichne den Protestantiswus als einen p„estile*nzialischen Jrrthum und spreche vor: i'eßerischrri, luthe- rischrn Betrügereien. Wer schütze die Protestanten dann gegrn solche „Aeußerungen? Er bitte, doch einmal auch das pro- testant1fche Gewissen zu berücksichtigsn. Der Abg. Windt- horsi habe die Hoffnung angesprochen, daß die diss: ]ährige Lutherfeier einen würdigen Verlauf nehmen werde. Die ultramontane Preise aber thus alles, um das Gegenthril zu bewirken. Ein Artikel der „Germania“ brhaupts, daß drr hrrvdrstechrndfte Zug drs Lnthsrthums die fleisch: liche Sinneslust gewesen sri. Für ein solches Blatt habe er nur ein „Pfui!“ Ulid er brdausre dir Partei, derrn Hauptorgan eZ sri. Man rnüffe von d.»:m prkußischcn Minister verlangen, daß er nicht die Wäile einreißs, die grgen die Uebergriffe des Vatikans errichtet seien, 1,1110 nichr drnPrd: tLsÉaUÜImUS und damit dis Kultur drs Abendlrmdes der Jesuitsnlrhrr preisZaebe.

_Drr Abg. Stöcker führte aus, daß man, Um zu einem konicssioneljsn Friedrr'. zu gelangen, sich in mäßigerer Weise, als bisher geschehen, der Polemik bxfleißigcn müsse. Er bestreite der linken Srite das NICHT, (113 Vertreter des Vrotesiantichus aufzutrrten. Am wrnirisirn ssi dir national: liberal“. Partei berechtigt, den Konservativen vorzuworfen, daß sie 'die protosiantische Kirche an Rom allkvgéliEfLrThäka]. Das Centrum müsse ]cßt im Jr-terei'ie drs Friedrriö seiirr Forde- rungen hercibirsrn. Er schließe mit dem Iipch (Mi (1118 YSTEM", zum Wohls der drutschen Nation den Fricdrn zu wr LM.

Der Abg. von Eynern vrrtheidigte die nationalliberale Paxtri gegrn die in der zweiten Lesung g-xgrn dieselbe gc- richteten Angriffe. Nach den Ansführungrn des Abg. Stöcker könnte es fast scheinrn, als ob der Kulturkampf von der Linken ausgoganhen wäre. Er bitte doch, bis Geschichte der lrßten zehn Jahre nicht ganz zu VLkgLssLU ; Urhebrr des Wortes „Reichs- feinde“ sei dsr FiirsiRcichskanzler selbst gewesrn. Wenn die jetzige Vorkage vom Volke ohne Entriistungssturm aufgenommen w:»rde, so sei dies:; nicht den konservativrn Rednern zu danken, auch nicht der glatten, diplomatischer: Rede dec."- Kultus- Ministers, sondern dym Umstande, daß der Name drr. Fürsten BiéZmarck mit der Vorlage verbundsn sei. Das Volk erkenne, um mit dem Abg. von Cum) zu reden, den Fürsten Biswarik in dieser Vorlage riicht wieder. Dieselbe sei ein Schritt ins Dquele, und diesen Schritt könne er (der Redner) nicht mit- ma 611.

Der Staats-Minister bon Goßlcr erklärte, daß er selbst eine stark au-depriigte protestantische Natur sei, aber aus diesem „Bewußtsein. heraus dürfe er uicht die Politik eines paritätischen Staatrs leiten. Die schwarzen Bilder der Abgg. Götting und von (rynern weise er zixirück. In Bezug auf die Schulaufsicht “befinde er sich auf dem Boden des Schulaufsichts- geseßes, und mit diesem Programm srrhe und faÜe er. Wenn er. die geistliche Lokalinfpektion wieder habe eintreten lassen, so bewege er sich damit noch immer in den Grundsätzen des Ministers Falk. Wenn der Staat den Zusammenhang zwischen den _ Maigeseßen und dem seelsorgsrifchen Nothstand anerkennr, dann müsse Lr auch versuchen, hier Aenderungen eintreten zu laffen. Die vorgeschlagenen Rezepte seien sehr mannigfaltig. Die so oft genannte Trennung von Kirche und Staat sei ein iehr unklarer und ]ehr verschieden aiifgefaßter Begriff. Ein konkreter Vorschlag in diesem Sinne sei nicht gemacht wordexi, der vom Hause ab: gelehnte Antrag Virchow nähere sich dem noch am meisten. Ob die Vorlage,? der Regierung zu dem erwünschten Ziel, fiihrsn werde, sei ja ungrwiß, aber er sei Überzeugt, daß weite Kreise der katholiichen Vevölkernng dies ernstlich hofften.

„_ „Der Abg. Bachem bezeichnete die Reden der Abgg. Golling und von _Eynern als einrn Anachroniswus. Der erstere habe vomAriiang desKulturkampch an alles zusammen- getragen, was geeignet sei,„ die religiösen Leidenschaften zu Erregen. Nach den Reden dieser Herren könnte es scheinen, “YS ob nach dem Inkrafttreten der Vorlage 'der preußische. Staat in allen Seiten krache. Aber es handele srrh doch hier nur darum, der katholischen Kirche das kummerlichsie imd nothdürsttgfte Maß der Religionsfreiheit

zuriickzugxben, das ibr„ vor zehn Jahren unter Führung der nationalliberalen Partei genommen worden sei. Er hoffe, daß der Staat, nach Beendigung der konfessionellen Streitig- keiten fick) andern Wichtigen Aufgaben werde widmen können. Der Abg. 1)r. Virchow erklärte, daß es nach der Rede des Herrn Stöcker scheine, als ob man sich schon mitten im„Fr1eden_befinde. Er könne diese Vertrauensseligkeit nicht theilen. Die Vorlage befriedige nur zum Theil die Wünsche der„ ka_thol1sche_n Bevölkerung; in Bezug auf die fest angestellten GELssllcheU blieben alle Forderungen derselben bestehen. Redner waxidte sich darauf „gegen mehrere Aeußerungen des Abg. Stocker Und schloß mit dem Bedauern, der Vorlage nicht zu- stimmen zu können. Der Abg. Dr. Windthorst wandte sich zegen den Abg. von Eynern und bat, die konfessionellen Streitigkeiten zu unter- lassen. qu solle die Duldung nach allen Seiten üben. Als ersten Schritt auf drm Wege zum Frieden nehme er die Vor- lage an, und bitte urn möglichst einstimmige Annahme der- selben. Damit schloß die Generaldebatte. (Schluß des Blattes)

__Na„ch Mittheilungen aus dem Auslande sind folgende Submissionen ausgeschrieben worden:

1„) von der Artillerie-Direktion des pyrotechnischen Labo- WWUUMÖ zu „Capua für den 2. Juli 11. Z. bis Vormittags 101,22 Uhr FWU Submissionen auf Lieferung von 69 000 [(Z und 116 000 kg Meiiingplatten im Taxwerth von 151800 resp. 255 200 Lire;

„„ 2) von drr Artillerir-Direktion "drs Arsenals zu Neaprl fur 0211 4.„Jult dJ. bis 1 Uhr Nachmittags eine Submission aui Eisen in Draht-, Stab- und Kettenform im Tarwerth von 47 138 Lire;

3) von der_AriiUerie-Direktion der Gießerei zu Genua i_ur den 16. „FULL d.„ I. bis 3 Uhr Nachmittags eine Submis- sion anf Stabrissn in versch'edenen Dimensionen im Taxwerth von 18 962 „Lire.

Ueber die spszicUsn Bedingungen ist das Nähere an Ort und Stelle emzrisehrn.

„„__- Amtlicher Nachricht „zufolge wrrd die am 30. b. M. erdnnete Madrider Ausstellung von Erzeugnissen drk. Bergbaues 2c. _(c0ut“, R. 21. Nr. 106 von 1883) für die Zeit von Ende Juni bis Anfang September geichloiserr wrrden.

„„ -„- Der gewaltsame Widerstand gegen einen siadtrichen Beamten, wrlcher auf Anordnung drs Bürger: meriters,„ als des Polizeivrrwailers, zu polizeilichcm Einschreiten befugt ist, ist nach einem Urthrii des Reichsherichts, l_i. Straisenats, „vom 24. April d. I., bei der Vornahme von .Yandlurigen Seitrns dieirs Beamten,. welchs nicht ein polizei: liches Einschreiten, sonderii Brsißhandlimgen des Magistrats darstellen, nichr „als Widerstand gegrn eincn Beamtrn aus §. 113 des Straigeskßbuchß zu bestrafc-U,

«_ An Zöllen und gemeinirhaftlichen Vexr: brcruchssteuern sowie audrren Einnahmen sind im Reiche für 010 Zert vom 1. April 1883 bis zum Schluss? des: „„ Monats „Mai 1883, Einschließlich der krcditirten Vqtrage (verglichen mit der Einnahme in demselben Zditraum des Vorjahres»), zur Anschreibung gklangt: „Jolie 30963 245 „75 (+ 2357 705 „W), Tabacksisusr 120 973 «15 (-- 67211 ..(4). Rüberizuckersteuer »- 26 177 686 443 (_ 4 758 167 «(H) , Salzsteiter 5 056 874 .Es: (+ 27 673 .I.), Vranntweinstcuer 5 211 086 „15 (+ 674 617“ 345), U::ber- gangsabgaben von Branntwein 15 896 «75 (+ 933 „;(-.), Bran: steuer „3 353 090 „45 (+ 226 487 „Fr.), Uebergangsabgaben von Bier 240 737 (74. (+ 28 130 ..ck-„); Summs 18 784 215 «45 7 574 480 «(l.). Spielkartenstrmp-Zl 112 590 „75 (+ 4591 «(L), Wechselstemprlftener 1 125 814 «(5 (+ 54 015 „FH), Strmprl- abgabr, für Wcrthpapisre, Schlußnoten, Rechiirmgsn und Lottrriclodie 2 107644 «45 (+ 050 035 «((-,), 23011: und Toke- graphéiwerwaltung 25 215 (:40 «(5 (+ 1 632 908 .li-.).

„Die zur Rricthaffe *:;elangte Ist : Einnahme, ab- zirglich der Bdnifikatwncn und Verwaltungskosten, be.- tragt ber den nachbezricbnrt€n Einnahmen bis EUR Mai 1883: Zölie 27 928 067 «(ck (_ 207 642 046), Taback- steuer 52190 .76 (+ 37 532 .Fr?) , Riibeniuckérstruer 22 323192 «15 ("" 2 475 471 «M), Salzsteurr 5 963 726 „45 (+ 106 791, 315), Vrmxntweinsieurr und Uebergangsabgabe von Branntwein 6858 352 «(5 (- 896896 „%), Vrausteuer Und Uebrrgangsabgabe von Bier 3 054 736 „((-,'. (+ 215 540 315)“ Summe 6618026325. (- 3 295210 ..ck-3). Spielkartcnstempei 189 406 24 (+ 5088 24).

- Der Kaiscxrliche Botschafter Fürst von Hohenlohe ist nach Paris zurückgekehrt und hat die Geschäfte drr dortigen Botschaft wiedar übernommen,

-- Der Königliche Gesandte Graf "3011 Dönhoff ist 11011) Dresden zrrriickgekehrt und hat die (H::ichäfte dsr dortigen Gesandtschaft Wieder übernommen.

"„ 58er. „Chef der Admiralität, Gen-eral-Lieutenant von Caprivi, ist zur Vornahme von Juspizirungen nach Wil- helmshaven und Kiel abgereist.

_- Der O_ber-„Landsiallmeister, „General-Lieutenant Lü- deriß, u ]a §u1t€ der Armee, hat sich zur Besichtigung der Haupt: und Landgestüte auf Dienstreisen begeben.

Sonne_nburg, 25. Juni. (W. T. B.) Se. König- l_1cheHo_he1t der Prinz Albrecht ist heute Vormittag 91/2 Uhr im hiesigen Schlosse eingetroffen und dort von dem Statthalter des Iohanniter-Ordens, Grafen Stolberg-Werni- gerode, empfangen worden. Mittags 12 Uhr wird der Prinz m der Ordenskirche das Abendmahl nehmen.

„Sachsen. „Dresden, 23. Juni. (Dr. Z.) Der Prinz UUd die Prinzessin Friedrich zu Hohen- zolxsern sind gestern Abend 9 Uhr nach Regensburg ab- «UNd

Elsaß-Lothringen. Straßburg, 22. Juni. (Els.- Lothr. Ztg.) Der Kaiserliche Statthalter hat durch Erlaß vom„ 17.„Juni d. I. auf Grund der von der Optionxxkom- mission in ihrer achtzehnten Sißung abgegebenen Gut0;chten brstimmt, daß 219 Personen als elsaß:lothringische Staats- angehörige nicht zu betrachten sind.

Oefferreicthgaru. Wien, 22. Juni. (Pr. Abdbl.) Dsr Kais er wird sich am 26. Juni direkt von schl in das Zzlrucker Lager begrben und am 27. d. M. nach ien zurück- e)ren.

Die Hochwassergefahr dars als beseitigt angesehen

werden; doch ist der InundatwnSrayon im Prater noch immcr unter Wasser. „_ __ 24. Juni. Die amtliche „Wiener eitung“ ver- offentlicht folgende Ernennungen: Gustav raf von Thurn zum Landeshauptmann ron Krain, Peter Graselli zum Stell- verxreter desselben, Georg Conte Vojnovic zum Landtags- Prafidenten von Dalmatien und Michael Kapovic zum Stell- vertreter des Letzteren.

Sckzweiz. Bern, 23. Juni. (Schw. M.) Die Erganiung des Bundesstrafrechts, wodurch inskünftig kantonaie Gericht§verhandlungen wie in dem Stabiohandcl unmöglich gemacht wcrden sollcn und die Rechtsprechung dem BundeSgericht übertragen werden kann , wurde im Nationalrath mit 63 gegen 43 Stimmen angenommen.

Großbritannien und Irland. London, 23. Juni. (Allg. Corr.) Dir Königin kehrte heute von Schottland nach „Windsor zurück. Nach kurzem Aufenthalt daselbst wird die Monarchin nach Osborne übersiedeln und von dort ite dix langgeplante Reise nach dem Kontinent antreten. Ihre Majestät wird sich zuvörderst nach Coburg begeben, um dort mit dem Herzog von Eoinbnrg und dessen Familie zusammen: zutrrffen, und gegen August einrn AquluZ nach Italien machen, wo [ie die ihr von der Gräfin von Crawford und Balcarres zur Verfiigung grstelite prächtige Villa Palmieri, unweit Florrnz, bewohnen wird. Dir Aerzte haben der Königin in Folge ihres leidsndrn Zusiaxides für geraume Zeit einen brständigen Lust: Und Ortswechsel anempfohlen.

In der bdrgestrrn abgehaltenen Sißung des Kanal- tunnel-Außichufses erklärte sich der als Sachverständiger yernommene General Lord Wolseley vom militärischen Ge- yichtspunktedus entschieden gegen den Ban des Tunnels, da da- durch eine irindliche Invasion sehr. erleichtert werden würde, während die Verthsidigung eine äußerst schwierig? und kostspielige Sache sein wrrde, ixidrm die bei Dover zu errichtenden Be- festigungßwe'rke eine ständige Garnison von mindesisns 8 bis 10 000 Mann haben müßten, das Terrain bei Dover der Errichtung solchrr Werkr aber durrhaus nicht giinstig sei. Gegen- wärtig sei Dover nnr eme Festung dritten Ranges und hgbe nur_ zwei Kanonen, deren Geschosse im Stands seien, Panzerschiffe zu dnrchbohrrn. Die Garnison von Dover in Friedenszsitrn sri nur 1500 Mann stark, und es sei dort überhaupt nur Kaisrnenmum fiir etwa3000 Mannvorhanden, während die Normalstiirke von kdntinr'ntalen Festungen ersten RangecZ WiS Paris, Meß, Straßburg, Antwerpen und Ehren“- breitstrin in FriedenHzeiien 7000-10 000 Mann sei. EH wiirdß LiULk brirächtlichcn Vsrmrhrung drr englischen Armor bediirien, nm die Gariiisdn von Dovsr so zu verstärken,

. das; €?» 61116 Festung erstén Rangés wrrde. Lord Wolseléy drückte

auch dir _VLfÜkckWMg an?», das; im Falle 61119?“- Krirges die Re- gierung iich zu spät Entschließrn diirfte, den Tunnel zu zer: iiören. Die Invasion Englands diirch Sirio von Frankreich kommende Armee bozeichnete Lr ab?. eiiie mögliche“ Operation, wenn die britische Armee so klein bieibr, wie sie gegenwärtig fei. Irgend ein abentsurrlicher Geist könnte mit 2: oder 3000 Maxim durch “8111611 pldhlickwn Handstwick) von Dover Brsiß er- grSifcn. Er warritc schließlich davor, die 0011 drr Natur selbst errichtete (Hrrnze zu zrrstörrn imd wegrn eiiier; bloßen kdiiimerziellen Vorthéil-Z (Mr um rinizicn stiUVÜckWLrViJLU Personen di- Seekrank- hrit zu erspar-in, dass Lund dcr (Hsiahr 911161“!klöglichénJUVasion ÜUSZUsLZEU. Der zrrriiichst VErUOXUm-IUL Sir Patrick Mc Tougal, Chrf des Zntriligenz-Depariewrnts, bezeichnete eine Uebi-„rrumprlnng von Dr-Wr mittrlst des Timnch bsi nur gewöhnlichrr Wachsamkéit als unmöglich und drückte die Mei- UUUJ (11163, daß sick) dir Miindnmg dss Tminels ohne lange Vorbéréiixmxi leicht vrrtheidigen [riss. Driiiiit schloß das Ver- hör drr Sériciwyrsiändigsri, Und der Ansichnß gehr mm an die 21'31csarbeitmxx; srinrs Berichts.

Frankreich. Paris, 22.5310. (Köln.Ztg.)Der Fürst b011__21101118negr0 ist„in Paris ringrtroffen. + Die mada- gai111ch61l Botschafter habrn Paris wisder verlassen, nachdem ihnsn bedeutet worden, das; dir Vrrhandlungen auf Madaßaskar selbst stattfinden wiird-xn.

_5- 23.311111. (Köln.,Ztg.) Jm hsrrtigcn Ministerrath im Elyiezhtheiltc Hr.„GrGVr) das 011 ihn gerichteteSchreiben des Papstes“ 89001111, mit. Das Aktenstiick ist ganz von der Harid des Papstes in italistiiicher Sprache geschrisben. Hr. („Hrsvy lrgts dasselbe dcm Conicils-Präsidenten Ferry vor, um es übrrsrßen 3141 lassen. F?rri) wird als drrzeitiger Minister des Auswärtigen beauftragt wrzrden, dem Papst zu antworten. Der Mxmsirrrrath nahm keine amtliche Berathung des Akten- itr'icks vor, aber, wi-z verlautct, wird FWU) in der höflichsten Form antworten, dh das Kabinrt, wenn möglich, mit dem Vatikan in Frieden [Ebru wil].

„„-- 23. Juni. (WTB) Die Deputirtenkammer erklarte heute 013 Wahl Calla's (Legitimift) für gültig. Tirard wurde mit 157 von 191 Stimmen zum lebensläng- lichen Senatq r gewählt.

Mr Präiident der Republik hat das ihm jüngst zugegangene Srhreiben des Papstes dem Ministerrath mitgetheilt. Dieser wird in seiner nächsten Sißung darüber berathrn. 5.7er ZFournale sind drr Meinung, daß die Regie- rung in Yehrrersöhblirhem Sinne antworten wird.

Es gilt iüx„:vahri'cheinlich, daß drr Srine-Präfekt Orisiry von isi'riem Amte zurücktreten und das; ihn der Prafekt von Lyon„Massicault, oder Clamagcran «rießen werde.

Das„ Urtheibgegen Louise Michel und Com- p1„ice5„n 1st„heut„e_geiprdchen wdrden: Louise Michel wurrr zu 61ahriger Einschließung u„nd 101ähriger Polizeiaufsicht, der Mit: angxklggte „Ponger zii 81ähriger Einschließung und 10jähriger Voliz-siaufsicht verurtheilt; drei Angeklagte erhielten geringere Strafen, die übriger, Angeklagten wurden freigesprochen.

Der Kassritionshof hat die Berufung Bcvntmrx“ und Federer: gegen das Urtheil, durch welches dieselben zu je zweiiäxhrigem Grfängnisz verurtheilt worden, verworfen.

-- 24. Jurij. (W. T. B.) Wie der „Tenws“ mittheiLt, hat der chinesische Gesandte, Marquis Tieng, vor sei- ner Ulbreiie nach London an den Minister-Präsidenten Ferri) em Schreiben gerichtet, worin er sagt, daß seine Reis? dorthin ausschließlich durch Riicksichten aui seine Familie be- gründet sei„ und daß 21: beim ersidn Ruf nach Paris zurück- kxhren werde. _ Aus Saigun wird gemeldet, daß der dor- tige„ Gouverneur die anamiiischen Konsuln aus Cochinchina ausgxwiesen habe, weil dieselben Überführt seien, gegen die französische Herrschaft daselbst zu konspiriren. Der Kolonialrath hat beschlossen, ein Kabel von Saigun narh „Haiphong zu legen imd die gesammten Kosten dafür aus „swb zu richmcn, wenn Tonkin und Cochinchina für immer vereinigt bleiben.