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Die Königliche Regierung wird darauf aufmrrksam gemacht, daß diesen fernerhin sorgfältig zu beobachtenden besonderen Vor- schriften in An ebung der zum Verschlusse sowohl aid zur Perihei- digung der St die bestimmten Anlagen die allgemernr Be umzumg im §. 50 Nr. 2 der Städte-Ordnung vom 30. Mai v. . hinzu- getreten ist, wonach zur Veräußerung oder wesentlichen, Veränderring von Sachen,
* welche einen besonderen wiffens aftlichen, historischen oder Kunst- werth haben, namlecrztliéß) von rchwen, die Genehmigung der Re ierun er orderi . '
LemgeLiZnäßf hat die Königliche Re iermtg, außer Beachtung der speziellen Vorschriften der Allerh chsten, Kabinetöordre vom 20. Juni 1830 und der Ministerial-Jnstructwn vom 31. Oktobxr 1830, überhaupt eine sirenge Aufsicht wegen Erhaltung aller im
' §. 50 Nr. 2 der Städte-Ordnung vom 30. Mai v. 3. aufgeführ-
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Zu1cht§zi4esem Zweck wird es fich empfehlen, daß die Komgliche Regierung, insoweit es nicht schon Zksckxhkn- sich. eme Ugltchß Houßändigr Urhericht der in den St ,' , handenen, der entliehen Aufsicht unterliegenden egenYä'nde, die einen besonderen wissenschaftlichen,v historischen oder nnsiwerth haben, verschafft, und da :: namentlich auch die Zagerbüchrr, welche nach §. 71 der Städte- rdnung vorn 30. Matr. I. aber alle Theile des Vermögens der Stadtgemeinde und die dariii vorkvm- menden Veränderungen zu fiihren sind, angemessen einrichten und derWendcn läßt. . , „
Die durch den unterzei neten Mintfier der geistlichen xc.“ An- gelegenheiten (zunächst als ersuck) in zwei Regierungs-Bezirken) eingeleitete Jnventarisation der im Staate vorhandenen Kunst- denkmäler wird in Zukunft die vorßehend bezeichnete Uebersicht noch weiter zu fördern geri net sein.
Ferner wird die iinigliche Regierung darauf zu sehen haben, daß die auf möglichste Conservation jener Sachen gerichteste Absicht des Geseßes, namentlich in Ansehung älterer Bauwerke nicht durch Vernachlässigung rechtzeitiger Reparaturen_ in dem Yrspriinglichen Styl, vereitelt Werde, und nöthigenfalks seitens der KoniSlichen Re- gierung auch bei Priifung der ihr nach §. 66 der Siadte-Ord- nung einzureiéhenden städtischen Etats rind der ihr nach „C. 78 zu- stehenden Ergänzung derselben die geeignete Einwirkung wegen Br- schaffung der Mittxl stattfinden könne. .
Nicht minder ist es jedoch wiinscheriswerth, die im Privatbesiß befindlichen Bauanlagen, welche den Stadien oder ganzen Gegenden einen geschichtlichen Charakter verleihen, oder auch nur als verein- zelte Beiträge zur allgemeinen kunsthistorischen Haltung zu be- trachten sind, - mögen sie einen speziel] künstlerischen Werth haben oder nicht, erhalten zu sehen. Dahin gehören ganze Bauwerke der Vorzeit, wie einzelne Theile derselben, als: Erker, Freitreppen und andere Vorlagen, deren Anlage bei Neubauten nicht mehr stattfinden, Wesentlich aber dazu beitragen, in den Städten die uniformeNiich- ternhcit moderner bürgerlicher Architektur zu entfernen; massive Dachfenster, thurmähnlicbe Bauten, hohe mittelalterliche Dachgiebel im Rohbau, welche abzufärben, mit Kalkpuxz zu überziehen und zu modernisiren öfter Neigung voer'e'l, um den Häusern ein ver- meintlich schöneres Ansehen zu geben; Ruinen aqunhöhen, die oft um geringen Gewinn an Material abgebrochén werden, selbst Holz- architekturm des Mittelalters und dergleichen.
Die Veränderung oder gar die Beseitigung derartiger Anlagen, welche die monumentale Geschichtedes Landes bilden und mindestens nach dieser Richtung hin von Werth sind , möglichst zu verhüten, wird Aufgabe der Lokalpolizei sein.
Zß dies nicht innerhalb der polizeilichen Befugnisse zu er- reichen , so wird so viel als möglich auf die Vesißer einzuwirken und erforderlichen Falles auch wohl eine Beihiilfe zur Erhaltung zu beantragen sein.
Was endlich die Erhaltung städtischer Urkunden und Archive betrifft, so wird die Königliche Regierung auf die entsprechenden Bestimmungen des in v, Kampß Annalen (A.)LU]. 666 _ 3.50.) abgedruckten Cirkular-Reskripts dom 3. März 1832 verwiesen.
Berlin, den 5. November 1854.
An die KöniZlichen RFierungen in den sechs osilichen rovinzen. (excl. Stralsund),
Abschrift vorsiehender Verfiigung erhält die Königliche Regie- rung, um dem darin ausgesprochenen Zwecke, 0 weit derselbe nach den dort besiehenden Bestimmungen erreichbari , ebenfails Vorschub MiYsxxstxn'? ifinsdbleixndeJ auch kdeZhCrhaltung der bezeichneten, im
e, e 11 en auwer e re Fürsor e u uwenden. D ?);Üwsi dex 5. November 1854. J z 3 er ini er iir Handel, Ge- Der Mini er der ei li en Un- werbe und öffentl. Arbeiten. terrichtsst- und Ykßdixlinaié . Angelegenheiten.
„ “ „ „ „ Der„Mniisier des Innern.
An sammtltche ubrtge Komglréhe Regierungen.
dtean des De ,arxtements dor- *
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Die Ziehm der Listen Klasse 111tcr Königlicher Klassen- Loiteric wird na planmäßiger Bestimmung den 10ten d. Mis. friiZcZ Uhr ihren Anfang nehmen; das Einzählen der sämmtlichen 90, Ziehungsnummern aber, neb den4000 Gawinnen gedachter 1fier Klasse schon heute, Na mittags 3 Uhr, durch die Königlichen Ziehungs :.Kommissarien öffentlich ,und im Beisein ,der dazu besonders aufgeforderten hiesigen Lotterie - Eimtehmcr Stadi- rath Seeger, Maydorff und Securius im Zichungösaal deo Lotte- riehauses siattfiuden. . „ Berlin, den 9. Januar 1855.
' Königlichr General-Lotierie-Direction.
Tages-Ordnung der Kammern.
. ErsteKammer. 8tc Sixzung am 10. Januar 1855, Vormittags 12 Uhr. 1) Wahl des Präsidenten und der beiden Vice-Präsidentcn fiir die iibrige Dauer der Sißung. * , 2) Zweite Absiimmun iiber denAntrag res Grafen von Iyen- yliß, we en Au? chung der Artikel 42 und 114 der Ver- sassitngs- rkunde.
.
Angekommen: Se. Durchlaucht der Prinz Hugo von Schönburg-Waldenburg,-von Stettin.
Abgereifi: Der Gencral-Major und Juspectrur der 1sten Artillerie-Jnspection, von Putikammer, nach Stettin.
Berlin, 8. Januar. Sr. Majestät der König haben Aller- nädigst geruht: Dem Ober-Ingenieur und Betriebs-Direktor der erlin-Anhaltischen Eisenbahn, Karl Königk zu Berlin, die
Erlaubuiß zur Anlegung des von Sr. Hoheit dem Herzogs von Anhalt -Deffau ihm vorliehencu Ritterkrruzes zweiter Klaffc vom Herzoglicl) Anhaltischen Gesammt-Haus-Orden Albrechts des Bären zu ertheilcn. .
Nichtamtliches.
Preußen. Berlin, 8. Jammr. Die Ausfiihrung dcs (Heseyes vom 2. März1850, betreffend rie Ablösung drr Real- lasten, ist so weit vorgefehritten, daß es der Staatsregierung an der Zeit erscheint, die zur Schließung der chtcnbanken erforder- lichrn Vorbereitungen zu treffen, um der Staatsgarantie fiir die Rentenbriefe ein Ziel zu seßcxi und zugleich die Staatskasse sii bald als möglich von den Kosten der Rentenbank-Verwaltung zx: befreien. Zu diesem Behuf ist ein (Hesexzentwurf, betreffend die
chließung der Rentenlranken, ausgearbeitet worden, welchkr auch “bereits der zweiten Kammer vorliegt. (Pr. C.) '
- Auf Veranlassung mehrerer Anträge des Königlichen Ober- Tribunals ist im Justiz-Ministerium ein Gcscßcntwurf, betreffend einige Abänderungen des Civil- Pi'ozeß-Verfai)rens vor dem Ober-Tribunal, so wie des Instanzenzugcs in Be- schwerdesachen, ausgearbeitst worden, welcher nach der bereits er- folgten Allerhöxhsten Genehmigung Sr. Majestät des Königs durch den Zustiz-Minisier der zweiten Kammer Vorgelegt WALKMK
_ » (' l'. 2.)
Bei der am 5. Januar in Weißenfels" stattgefundenen Er- saßwahl an Stelle des verstorbenen Abgeordneten der zwriten Kam- mer, Appellationsgerichts-Präsidenten Kisker zu Naumburg fiir die Kreise Naumburg, Weißenfels und Zeiß ist der Landrath Ulrici zu Weißenfels Von 307 Wählern mit 252 Stimmen ge- wählt worden.
Lübeck , 5. Januar. Durch eine gestern publizirtc Verord- nung wird bekannt gemacht, daß der Senat im Einvernehmen mit der Bürgerschaft, zur Bestreitung der diesjährigen öffentlichen Aus- gaben die Erhebung einer anßerordentlichen, in vier Terminen: am 1. Mai, 1. Juni, 1. Juli "und 1. September zu erhubenden Steuer nach folgenden Bestimmungen bcschloisen hat: Die Steuer wird nach den Grundsäßen der Verordnung vom 2. April “1817, die ordentliche direkte Steuer betreffend, so wie der Verordnungen vom 3. Juni und 19. August 1843, die Erhebung der Militairsteuer betreffend, erhoben, und bctr-ägi für jeden Steuerpflichtigcu die Hälfte des ihn in diesem Jahre nach Maßgabe jener Verordnungen treffenden Ansaßes zu den gedachten Steuern. Das Steuer- und Stempel-Depariement ist mit der Erhebung diescr Steuer beauf- tragt, und wird dabei iibcraik nach den Vorschriften der gedachten Verordnungen verfahren. “
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He ou. Darmstadt, 6. Ianuarh 9 Uhr 15 Min. Vorm, Dao heut e Biiilerin über das Befinden Sr. Majesiat des Königs Ludwig outet: „Se. Majeßät der KöniSHLudwig hatten eine sehr gute MM und befinden Sich im anzen wie gestern. vr. v. Siebold. ])r. Becker.“ (Darms. Ztg.)
Frankfurt, 5. Januar. Gestern fand die xrße Bundestags- Sißung in diesem Jahre siatt, in welcher die Abstimmung über den von der Militair -Kommi sion auSgsarbeitetcn neuen Entwurf der ersien füanbschniite der undeskriegs-Verfas urigserfolgte. Wie wir hören, sind dieselben in der von dem iiitatr-Aus- schuß vorgelegten neuen Fassung angenommen worden. Dem Vernehmen nach 1 auch nach dem Antrqge der Redariions. Kommission beschlo *n worden, die Biblwrhek der fruheren deutschen National-Ber-sammlu dem germanischen Museum. zu Nürnberg zu überlassen. -- ATZevdem, erfoigtenameyrere „Anzeigen von Regierungen, untcr anderen von Lippe in' sciiirr Austragalsache mit reußen wegen der katholischen Kirche in Lippstadt und von den reien Städten in einer Aufirägalfnche zwrsxherr Hannover und Lippe, in welcher lchteres zur „ZahlunNerurthetlt ifi.“- Von dem englischen Gesandten beim deutschen ' nde wurde dix Aufhebung der Blokade der russischen Ostseeyäfen angezeigi. - Schwarzburg- Rudolstadt ließ seine militairische Standedltste vorlrgrii, und endlich fand die Wahl einer neuen Reclamations-Kommrsston statt.
r. .) (F Zaiern. Miinchen, 6. Januar., Neuerer Nirchrichteu zu- folge wird, wie die „N. M. Ztg.“ vernimmt,„ die Ruäretsr Ihrer Majestäim des Königs Max und dir Komgiu Marte don Darmstadt erst übermorgen, Montag, ersolgrn. „ .
Aus der Schwüz, 4. Januar. Wu unsere beytunterrich-
teten Blätter versichern, hat die enÉische Gesandtschaft nunmehr :
definitiv vom Bundesraiy die freie erbung fiir YUSUÖLDÜMÜL im Orient begehrt. Es wurde der Ab laß eines foertchenTrak- tats verlangt, Man wünscht 10, Mann, wovon dre Hiilfte Scharfschiich sein soUirn. Pensionen nach Ablauf “des Kriegs wiirden nicht versprochen Werden, aber A'nßedeiungxn fur eizglische Gelder in Auseraiien. Den Offizieren rst hoher «vid zugciask annkreickx. Paris, 5. Jaquar. Der Kaiser hat heute den' Vorfiß im Siaatsrathe gefiihrt, m welchem 73“ Geseßentwmf in Bezug auf die Militairpenfionm und eine Armeedotation be- ratyen wurde.“ -- Baron“ Bourqueney iß Heaufnßßk- N,"? Kük- ser Franz Jvsrph das Großkreuz der Ehrenlegion zu überreichen.
Der „Moniteur“ berichtet aus Athen, daß die Hindernisse, Welche die Versöhnung der Pforte und Griechenland störien, bald beseiti t sein werden. Es soll ein Haudelsverirag und kme Ueber- einkun?t wegen dcr Räuberbanden an den Gränzen zwischen beiden Regierungen abgeschlossen sein.
Der Kaiser hat erklärt, er werde die Indußtie-Ausstelluxig nicht alleiy zur bestimmten Zeit, sondern auch zur festgeseßken Stunde eröffnen. Der Zimmermeister des Louvre hat schon ein Akiensiiick unterzeichnet, in welchem er sich zur Zahlung von Stra- fen verpflichtet, wenn das Louvre nicht am 1. Mai von alien Gc- riisien-befreit ist.
Die Gesellschaft des «*Mit mobi|ier hat fiir 60 Millionen auf die Nationäl-Anieihe unierzcichnet, und Gebrüder Baring in London haben es übernommen, dort Unterzeichnungen dafiir anzu- nehmen. Der Vice-Präsident jener Gesellschaft, Herr von Cichthal, war Zu dem Behufe nach London gereist. Der Fräsideni derselben Gasriischaft, Isaak Pereire, war zu derselben den Eisenbahn-Vertrag zu unterzeichnen.
Der Krie sminisier hat nachstehende vom 30. Dezember datirte Depesche des eneral-Geuvemenrs Von Algier erhalten: „Nach- dem Vu-Baghia sieh brreits mehrere Male scheinbar unterworfen hatte, erschien er pléiylich am 26. Dezember vor dem Vordsch von
Tammlt und suchte sich dcffeiben zu bemächtigen. Der Kaid von
Lakaar, Sohn des Mokrani, warf die Nngreifendcn kräftig zuriick und Bu-Bagbla, welcher in dem Kampfe unterlag, Wurde sofort enthaupket. Der Schnee verhindert zwar die Verbindung zwischen Aumale nnd der Arkia, aber die Thatsache ist gewiß und krönt die koppelxe Niederlage von Selman und Mohamed ben Abdallah, die Wkgnaymc von Tuggurt und die glücklicher: Ereignisse VVK Uargla.“
Die „Presse“ veröffentlicht folgende Privat-Depeschc aus Mar- seill'e vom 5. Januar: „Das am 21. Dezember aus Konstanti- nortel abgegangene Schiff „Amsterdam“ ist endlich angekommen, nachdem es zweimal in Sardinien an elegt [Mtr. Am Bord des- selben befindet sich der Adjutant des Kaiécrs, General von Monte- bello, und der Generalstab des „Henri 17.“ Der Admiral Hamelixx Wird nächstens erwartet; er kehrt auf einer Dampffrc- satte zuruck. Die englischen Schiffe „Vit-lcan“ und „Ripon“ siiid gestern aus Nr Krim hier angekommen, um Truppen an Bord zu Nehmen. Der „Mpon“ hat auf Malta die Leiche des General AdWK SMM)“ UDMA":- GMero-i Cardigan, zwci Obersten und andere en?*lifch“e Offiziere nach Marseille gebracht.“
Tou on, 3. Januar. Es liegen auf der hiefigen Rhede
IeSMWÉkkkg 5 Dampf-Linienschiffe und 5 Dampf-Jregatten und das -
Linienschiff „Louis UKW“ ist demnächst erwartet. Außerdem be-
eit in Wien, um"
nden sich noch eine große Anzahl von “e “ u im a a. Im Laufe die es Monats werden hier zur Cgirtrzssci? ug na? Öfen: Oriente fiinf atterieen Aviilierie und dre wei Divisionen Infan- terie, welche im Lager von Lyon organi rt werden, „eintreffen. Bis zum 9. d. wrrdrn dem Vernehmen 11 etwa 1000 Mann der kaiserlichen Garde hier nach dem Oriente emgeschifft werden.
Spanien. Die madrider Zeitung vom 31. Dezember mgcht schon den Anfang mit den verheißenen Abschaffungen iiber- flirssiger Beamten-Stellen. iir dieses Mai sind es mehrere Hate- gorieen von Beamten des inanz-Miuisieriums, die dadurch ge- troffezi werden. _ Nach einer madridet Korrespondenz soll nur so viel über den von der Cortes-Kommission vorzulegenden Verfassmr-gS- Entwurf, sesisiehm: 1)" Aufstellung des Prinzips der National- Souvemneiatz'2) ErklarunYder katholischen Religion als einziger Staats 7 Religion „nebfr erpflichtung, fiir den Kultus und srine Diener aus offentlichen Mitteln zu sorgen; 3) Verantwort- lrchmachunß jedes Beamten, der von den Cortes nicht votirte Steuern erheben wurde. -,-_Unter den Mitteln, die der neue Jinanz-Miuister, Herzog _von Sevrllano, zur Herstellung der Finanzen anwenden will, nennt dieselbe Quelle die sogenannten Grundstücke von Barcelona, die Güter der Geistlichkeit, die Gemeindegiiter, vortheilhafte Unter- handlungen 111 den Kolonieen und bedeutende Schmälerungen der Ausgaben. - Die Königin machte am 3. Januar am Arm ihres Gemahls eine Promenade auf dem Prado mitten unter der Menge, -- eine demokratische Neuerung in der spanischen Etikette.
Dem „Coristitutionnel“ wird aus Madrid vom 2. Januar Leschrieben, daß der “Finanz - Minißer auf eine an ihn gerichtete
rage erklart habe, die projektirte Steirer von 8 pCt. auf die in- nere_Schuld könne niemals auf die im Jahre 1841 creirte aus- wärti e Zprozentige Schuld angewendet werden.
, » Falten. Turin,_2. Januar, Die Journale veröffent- lichen die Antwort des Konigs an die Dcputationen der Kam- mern. Es wird darin gesagt, daß Piemont vielleicht in Kurzem'an, großen Ereignissen Theil .zu nehmen be- rufen s er, die W) 1th in Europa gestalten. Der König erwartet die volle UnterstiiHung der Nation und blickt mit Vertrauen in die Zukunft.
„ Verona, 3. Sanuar. Das Theater Jilarmonico ist wegen sturm1schen, mehrere h_ende fich wiederholenden Mißfaliens der Opern „Trov'iataZ“ und „Polmto“ bis auf Weiteres geschlossen worden. Aus ahnlichen Griinden ward das Theater in Bredcia geséhloffen.
' Genua, 3. Januar. Als Nachfolger des Generals Jilangieri wrrd Serra Capriola als Statthalter Siciliens bezeichnet. Die Communication iu Piemont ist durch Schneefäl1e sehr gehemmt.
. Florenz, 30. Dezember. Die 2000 Oesterreicher, welche in Livorgo die Garnison bildeten, werden diese Stadt am 2. Januar verlernen und durch 2700 Mann toskanische Truppen ersrßt werden. Diese (Harmxon wrrd aus zwei Bataillonen Linie, einem neugebil- deten Bataillon Bersaglieri (Tirailleur), einer Batterie Artillerie, einer Juß-Cvrnpaguie Artillerie von der Küstenwache und der bis- her schon mHLiVorno gewesenen Gendarmerie, bestehen. Der zum Brigade-Ches ernaynte Oberst Rouffelot wird diese Truppen komman- drr-en und der Oberit Bracci die Stelle als Kommandant des Plaßes be- ilZiden. Die Ernennung des General Roussrlot ist Von der Be- volkerung Lidorno's mit Freudrn begrüßt worden, und man erwartet von ihm, daß er jede Unordnung mit Energie unter; drücken „werde..
Turkei: Aus Trapezunt, 19. Dezember, meldet der „Oserv. Lrieftino“: „Man hat Zweifel dariiber gehegt, ob die Runen noch immer Bajazeth beseyt halten. Neuerlich wird mir
“ Bestimmtheit versichert, daß sich noch immer 6000 Mann rufßfchcr
Truppen daselbst befinden und die persische Gränze bewachen. Das aite Fort Bajazeth isi von ihnen gänzlich demoiirt Worden. Es kormte dieses russische Corps bis Yan oder Erzerum vor- dringen, da diese Gegenden von ottomanischen Truppen ent- blößt find. In der Gegend von Kars haben starke Schneefälle stattgefunden, die zu dem Glauben Anlaß geben, es werde vor Der Wiederkehr der beffrren Jahreézeit zu keinem Konflikt zwischen den feindlichen Heeren kommen können. Tie Ruffen haben Wintrr- quarkiere in Alexandropol, die Türken in Erzerum bezogrn. Der neue türkische Oberbefehlödaber ist noch nicht angekommen. Aus Jelengik angelangte Kauffahrer verschern, daß SUIUk UND Anapa von den russischen Garnisonen, die sich demFiirstrn Ment- schikvff zur Disrvsition gestellt hätten, verlaffrn worden seren.
*- Neneren Nachrichien drr „Pr. C.“ von der MUMM
, Donau zufolge, hatte sich, wenigstens bis zum 21. Dezember, die
neulich erwähnte Depesche Sadyk Pascha's an, deri Gouve" mmr von Gaiacz noch nicht erfüllt, nach welcher sich angkbkä) dteturkisthenoTrup- pen wieder nach der Moldau in Marsch reizen soiktm; es dauerte, im Ge- gentheil, der Uebergang der Türken bei Braila vom linken auf das rechte Donau-Ufer noch immer fort." Dir Landßraßen waren iibrigens in der untermMokdau durch mrhrwocheniiiche anhaltendeRegengiiffe so rundlrs geworden, daß Truppenbewegunqen in, diesen Gegenden ?asi ganz unmöglich schieneu. Um die Mitte Dezembers wurden von zwei russischen Kriegsdampffehiffen aue Wachthäuser und Ba-