1855 / 241 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

1796

Baiern. München, 11. Oktober. Die verwittwete Gräfin Henriette von Giech, Tochter des verstorbenen preußischen Staats- Ministers Freiherrn von und zu Stein, ist heute im 60sien Jahre ihres" Alters gestorben. (N. C.)J

Großbritannien und Irland. London, 12. Oktober. Die Admiralität ist noch immer damit beschäftigt, die Zahl der Riesen:Schrauben-Linienschiffe zu vermehren, obgleich deren _be- schränkte Brauchbarkeit wenigstens in dem gegenwärtigen Kriege eklatant genu daxgethan ist. Auf den Werften in Portsmouth wird noch einig an der Vollendung des Schrauben-Dreideckers „Royal Sovereign“ gearbeitet, und doch werden zugleich alle Vor- kehrungen getroffen, um den Kiel zu einem neuen Riescn-Dreideckxr zu 1egen, der den Namen „Victoria“ erhalten soll. Außerdem 1st in Devonport gestern der Kiel zu dem Dreidecker „Donegal“ gelegt worden, der so schnell wie möglich vollendet weiden soll. -

In PortSmouth werden heute 1100 Of_fiz1ere und Soldaten der britisch-deutschen Legion von Shornclisfe erwartet, um an Bord der „Jmperatriz“ nach dem Orient befördert zu Werden.

Spanien. In der Cortes-Siyung vom 8. Oktober waren nur 66 Deputirte anwesend. Der Bauten-Minifter verlas cinen Geseyentwurf bezüglich der Fabrik-Jndustrie, der an die Vüreaus verwiesen wurde und eine Art von organischem Geseß bildet, worin man Regeln aufstellt fiir die gegenseitigen Beziehungen zwischen Fabrikanten und Arbeitern; die Freiheit der Industrie und der Kontrakte wird darinanerkannt. Die Diskussion über 'die Artikel der Verfassung ward sodann eröffnet; über Art. 10 konnte aber nicht mehr abgestimmt werden, weil zu Wenig Deputirte anwesend waren.

Eine Depesche aus Madrid vom 10. Oktober lautet: „Die Aufständischen von Catalonien sind bei Morgucfa geschlagen und zerstreut worden. Die Führer Poful und Ferrer sind getödtct, Rengos und Lerides gefangen genommen worden; sechsundzwanzig Aufrührer wurden erschoffen. _ Der Kommandant Forges hat die Bande des Tristany zerstreut. Man kennt die Richtung nicht, welche lehterer eingeschlagen hat.“

Unter dem 12. Oktober wird gemeldet: In ihrer heutigen Sixzung haben die Cortes den GeseH-Entwurf angenommen, welcher den Armeebestand für 1856 auf 70,000 Mann festseßt. Auch haben sie die Ernennung des Generals San Miguel zum Befehlshaber der (Harde-Hellebardiere genehmigt.

Italien. Ans Turin wird über das Befinden Sr. Majestät des Königs gemeldet, daß dasselbe zwar erfreuliche Fortschritte mache, nichtsdeßoweniger aber die Rekonvaleszenz eine lange und mühsame sein dürfte, daher man an dem Antritt der Riise Sr. Majestät zu zweifeln beginnt, -

Turin, 11. Oktober. Die Parlamentssißungen soilcn am 11. November d. J. eröffnet Werden. _

Die Einschiffung der nach der Krim besttmmtcn Truppen in Genua ist am 81111 d. M. sistirt ivorden. So meldet die „Gazz. di Milano“.

Türkei. Die „Pr. C.“ erhält Nachrichten aus Konüan-

tinopel vom 1|en d. M., aus denen hervorgeht, daß erst in Folge neuerer Bcrathungen zwischen der Pforte und ihren Verbündeten eine veränderte Verwendung des englisch-tiirkischen Kontingents beschlossen Worden ist. Eine Abtheilung desselben hatte sich bereits nach Schumla in Bewegung geseyt, als sie zurückberufen wurde, um narh Kertsch und Jenikale geschickt zu werden. Es Werden 7000 Mann direkt dahin abgeschickt werden, während 2000 .Mann, Welche sick) séhon in Varna befinden, von dort aus sich nach derselben Richtung in Bewegung setzen sollen. Andere Mannschaften werden sich mit den Baschi-Bozuks dcs (Henc- rals Beatson vereinigen, um gleichfalls nach der Krim zu qehen. In dem Lager zu Bujukdere bleiben 4000 Mann zurück. _ In Bezug auf die Abseyung des griechischen Patriarchen erfährt man, daß eine ,m't; mehr als 2000 griechischen Unterschriften bedexktc Petition gegen ieselbe an den Sultan geri'chtét wurdc. Derselbe verwies jedoch die ganze Angelegenheit an den hohen Rath, welcher, dem Anfrage der griechischen Synode gxmäß, die Absehnng des Patriarchen beschloß. ' -

Auf dem englischen KriegSministerium ist folgende Depesche des Generals Simpson eingetroffen:

„Sebastopol, den 29. September.

Mylord! Seit meiner leßtcn Depesche waren täglich 9500 Mann beim §Bau des Weges von Balaklava nach dem Lager beschäftigt, und da, Wenn es ein paar Stunden geregnet hat, die ganze Strecke in eine einzige große Masse tiefen Schlammes derivandelt ist, so wird die zu verrichtende Arbeit aus diesem Grunde soivohl, wie Wegen der großen Entfernung, aus Welcher die Steine herbeigeschafft Werden müssen, ein Werk großer Mühe und Schwierigkeit. Starke Arbeiter-Compagnieen sind täglich in der Stadt damit beschäftigt, Bauholz und anderes Material aus den Trüm- mern zu entfernen, vermittels- dessen ich einem „roßen Theile der Truppen

vor Eintritt des schlechten Wetters Obdach zu chaffen hoffe. Der Feind hat aus den Baiterieen der Nordseite auf die Arbeiter in der Stadt ge-

Feuert; doch haben dieselben. obgleich sie einigermaßen dadurch belästig- ' Xast von Anbeginn die Vertheidiger der Festung in eine

* Welcher fich

wnrden, ihre Arbeit deShalb nicht eingestcklt, und es gereicht mir zur Freude,„melden zu können, daß ein Todter und ein VerWundeter die ein- zigen Verluste find, die uns das feindliche Feuer verursacht hat. Leider habe ich Ew. Herrlichkeit mitzutheilen, daß in Folge des Auffliegens eines russischen Magazins am 27. d. Mts. ein Offizier und 19 Mann der. Wunder Wurden. Ich habe eine Untersuchung anstellen lassen, aus ergab, daß eine verborgene mehrere in verschiedenen Theilen der Stadt und der Vatterieen ausgegraben ivorden sind, die Explosion veranlaßt hatte. Die Erfindung dieser Maschine ist eigenthümlich russisch. Ich habe einen Brief dom Oberst-Lieutenant Ready vom 71sten Regiment, Befehlshaber der Truppen Ihrer Majestät zu Jeni-Kale, erhalten, in Welchem über ein kleines Scharmügcl berichtet wird, das a11121sten zwischen einem Detachemsni des 10tcn Husarcn-Negimcnts und afrikanischen Jägern einerseits und Kosaken andererseits stattgefunden hat. Der die französischen Truppen zu Kertsck) bcfehligende Oberst d'Osmont hatte in Erfahrung gebracht, daß die Kosaken alle Arabas aus der Umgegcnd jvcgschlcppcn Woll- ten, und da er dick?"; verhindern Wollte, so bat er die englische KavaÜcrie, mit den afrikanischen Jägern zu kooperircn. Zu dicscm Behuf entsandte Oberst-Licutcnant Ready zivci von den Rittmeistern FiH-Clarence und Clarke befehligte Sch1vadroncn des 10th Husaren- Regiments. Man dcrmuthcte, die Kosaken hätten alle ihre Arabas nach den beiden Dörfern Koß-Scrai-Min und Scit-Ali gcbracbi, die ungefähr 15 Meilen Von Kcrtsch und 63; Meile von einander entfernt find. Die Schwadron dcs Rittmeistcrs Fiß-Clarence erhielt den Befehl, sich nach ersterem, die des Rittmeistcrs Clarke, sich nach lcxztercm Dorfe 11 Wenden. An jedem dieser Orte sollten sie mit einer Schivadron afrikaniiz-iher Jäger zusammentreffen, die ihnen Vorausgeeilt Waren. Als Rittmeister Fix;- Clarence zu Koß-Serai Min ankam, fand er daselbst die beiden Schwa- droncn der französischen Dragoner und ließ sofort dem Rittmeister Clarke sagen, er möge denselben Abend zu ihnen stoßen. Leider Ward der betreffende Brief erst am folgenden Morgen abgegeben. Als Rittmeister Clarke, dessen Schaar nur aus 34 Mann bestand, der darin cnthaltensn Aufforderung Folge leisten ivoÜte, stieß er auf un- gefähr 50Kosake11, die er sofort angriff und Verfolgte. Da sie aber bald durch mehr als 300 Mann verstärkt Wurden, so sah Lk sich genöthigt, sich mit Verlust seines Sergeant- Majors, seines Kurschmieds und Von 13 Mann, die gefangen genommen Wurden. nach dem Dorfe zurückzuziehen. Die Schivadron des Rittmeistcrs Fix, - Clarence und die Jäger. Welche zusammen unter dem Befehle des die französischen Truppen kommandircndcn Offiziers standen, plänkeltcn unterdessen in einiger Ent- fernung gegen eine bedeutende feindliche Schaar, dercn sie ansichtig ge- ivordcn Waren, und schlugen die Richtung nach dem Dorfe Serai Min ein, Wo fie mit dem Rittmeister Clarke zusammen- trafen und dann zusammen nach Kcrisch zu ritten. Sic WÜ- ren kaum eine halbe Meile von dem Dorfe entfernt, als sik 11011 cinem starkenKosakenhaufen angegriffen Wurden, den sie jedoch durch wie'- derholte Chargen zurückschlugen. Der Verlust unserer Husaren bestand aus 2 Gemeinen, die vermuthlich getödtet sind, 1 Verivundetcn und 1 Scrgant-Major, 1 Kurschmied, 13 Mann und 15 Pferden, die dirinißi Werden. Wie seitdem in Erfahrung gebracht ivorden ift, Wurden die Kosaken von acht Husaren-Schwadronen und achtKanonen untcrstüßi, die sie in einer Viertelstunde erreichen konnten. Oberst Ready schreibt mir, daß nichts die Kaltblütigkeit und den Muth der Truppen Angesicht cincs so überlegenen Feindes, gegen den sie sich nur durch die Sicherheit ihrer Beivcgungen zu verihcidigen Vermochten, Übertreffen konnte. »- Ich habe die Ehre, beiliegend das Verzeichnis; unserer Verluste zu übersenden. Die Gesundheit des Hecrcs ist, wie ich mit Freuden melden kann, hortréfflich. James Simpson.

Die neuesten Depeschkn des Fürsten Gortichakoff melden, daß die Alliirten am 8ten mit bedeutenden Streitkräften eine Bewegung gcgen Perekop unternommen und hierauf nach Enpatoria zurückge- kehrt sind, ohne daß ein Zusammenstoß stattgefunden hattc. Am rechten Flügel der N(liirten sind am 91211 16 Bataillons Von Fio- klulus (auf Handtke's Karte Koluluö) gegen Jenisale oder Enisalk (nicht Jenikale, auf Handtke's Karte Janyssala) vorgeriickt und haben dort Stellung genommen. Diese Nachrichten bestätigen die friiher gemachten Mittheilungen, daß die Franzosen durch Vorschiebimg der Truppen aus dem Baidar-Thaie gegen den linken Flügel der Ruisen Terrain zu gewinnenund diese für ihreSteilung besorgtzu machen suchen. (Jenisale, südöstlich von Karin, ist nur eine kleine Stunde von Belbek und von der Mündung mehrerer Gebirgsbéiche in denselben entfernt und liegt im Thalgcbict jenes Flusses.) Sie denten ferner auf die Absichten des Marschalls Pclissier unverholen hin, die da sind: den Hauptangriff auf den linken Flügel der Runen auszu; führen, die Gebirg-Zpässe, welche Vom Baidar-Thale auf Baktschi- serai gehen, zu erzwingen und den Fürsten Gortschakoff zur Räu- mung seiner Position bei Jukermau zu nö'thigen, während Von Eupatoria aus die Verbindung beunruhigt, die Zufuhren der Ruffcu abgeschnitten und diese zu Detachirungen veranlaßt werden iollen. Wenn die Russen das Plateau von Jnkerman räumen, so isi es nicht unwahrscheinlich, daß die Räumung der Krim folgen wiirde.

(Milit. Z.)

Rußland und Polen. St. Petersburg., 9, Oktober.

Die hiesigen Blätter enthalten nachstehenden Tagesbcfehl an die russische Flotte:

ZarSkoje-Sselo, den 30. August (11. September)..

“Die außdaucrnde, in den Jahrbüchern des Krieges Wohl kUZL BU-

spiel findende Vertheidigung von Sebastopol hat die Aufmerksamkm 111cht

R lands, onder a 1 as an i edge". Diésklbe hat nur s n g nz EU op f sch 93 Reihe mit den-

Flattermine, deren *

1797

' ' den etelli, welche am meisten zur Verherrlichun un eres TMZRLYS bei?]eßragen haben. Im Vexlaufe yon eilf MfonateY haLdie Garnison von Sebasxopol dcn star'ken Ferndezt xeden Schrttt daes hxim1- chen Bodens, der die Stadt umg1ebt, stremg gemacht, Und ]ede 1hrchr Unternehmungen Wax durch, Thaten der glänzendsten Tapferkeit bezeichnet. Das zu Wer hersehtedenxn Maxon erneuerte furchtbare Vom- hardement- „desen Feuex mn Recht em hol11sches genannt wurde, hat die „Mauern unserer Befestigungen ngnkend. gemacht, allein es konnte den imablässigen Eifer ihrer Verthe1d1ger nicht erschüttern.. noch _ Verringern. Mit unbezwinglicher Mannhaftigkeit, Mit einer christl1cher Krieger Wür- digen Selbstverleugnung schlugen fie den "Fenid, oder_ 91119an unter,'ohne je an Ergebung zu denken. Doch auch fur Helden g1ebt ekz Unmögltches. ,- Am 27stcn des laufenden Monats gelang es dem Feind, nachdem s9chs verziveifelte Sturmanläufe abgeschlagen maren, sich der wichtigen Korniloff-Vaslion zu bcmächtigcn, und dcr Ober-Vefchlshaber der Krim- Armce, der das kostbare Blut seiner Waffengcfährtcn schonen Wollte, ent- schloß sich, auf die Nordseite der Stadt hinübcrzugchen, dcm bclagernden Feinde nur die blutigen Trümmer überlassend,

In der Seele traucrnd über den Verlust so vieler wackeren Krieger, wclchc ihr Leben dem Vaterlande zum Opfer gebracht haben, und mit Ehrfurcht Mich beugend den Rathschlüßsen dcs Höchsten, Welchem es nicht gefiel, ihre Thatcn mit vollem Erfolge zu krönen, erkenne ich es für Meine heikige Pflicht, auch in diesem Falle in Meinem und ganz Rußlands Namen, der tapferen Garnison hon Sebastopol die lebhafteste Erkenntlichkcit anSzusPchhcn fiir ihre unermüdliihen Anstrengun- gen, für das Von ihnen dergosscne Blut bei der fast ein gan- ch Jahr andaucrndc'n Vcrthc-idigung 11011 Fkstungst'kcn, Welche sie 111 Wenigen Tagen aufgeführt hatten. Jeyt Werden diese erprobten Helden, 1111 Gcgenstand allgemeiner Achtung für ihre Gefährten, ohne Zivcifcl nene Proben cines gleichen kriegerischen 5301111111115 ablegen. Mit ihnen und ihnen (“ihnlich ivcrdcn alle unsere Truppen mit demselben unbcgränz= ten Glauben an die Vorsehung, mit derselben heißen Liebe zu Mir und unserem heimischen Lande, überall und immer den Feinden, die unsere Hsiligthümcr, die Ehre und UUVLksLHL'thcis dcs Vaterlandes, antasten, fest entgegentretén, und der Name Sebastopol, das durch so viéle Drang- sale sich einen unsterblichin Ruhm erivorben, so wie die Namen einer Ver- theidiger Werden ewig im Gedächtnis; und in den Herzen aller Russen leben, Vereint mit den Namen der Helden, die sich in den Schlachten don TscheSme und Sinope dsrhcrrlicht habc_n. Alexander.

Unter Nachrichten aus der Krim wird gemeldet: Am 17. 129.) September rückte der Feind mit Tachanbruch mit einer be- trächtlichen Menge Infanterie, Kavallerie und Artillerie aus Cupa- toria und ging in zwei Kolonnen auf Tegesch vor. Unsere Beobach- tungs-Abihcilungen waren folgendermaßen disponirt: der General- Lieutenant Korff, mit dem Ulancn-chimcnt Ihrer Kais. Hoheit der Großfürstin Katharina Michailowna und der leichten reitenden Batterie Nr. 19 in Tjup-Mamaiund in Orta-Mamai und derGeneral- Major Terpelewski, mit dem Ulanen - Regiment Erzherzog Leopold in Tegcsch. Laut der, für den Fall eines vom Feinde in überlegener Zahl unternommenen AngriffS, gegebenen Instruction, soUien diese Abtheilungen sich zurückziehen: die erste auf K*aragurt, die zweite auf Bos-Oglu. Der General-Major Terpelewski führte die Ordre aus, allein General-Lieutenant Korff, der, ehe er bis Karagurt kam, den Feind, der dem General-Maior TerpeleWSki folgte, aus dem Gcsichte verlor, machte zwisihen Kurulu-Keuegcs und Kangyl Halt, befahl denLeuten abzusiizen und die Geschütze von den Proykasten zu nehmen, stellte auch die Vorposten nichtin gebührender Ordnung und gehöriger Entfernung aus. Die Folge davon war, daßein großer Theil der feindlichen Kavallerie, 2-3 Tausend Mann stark, eine rasche Schwankung nach rechts machcnd, plöylich auf dem rechten Flügel und im Rücken des Detachements des General-Lieusenants Korff erschien, welcher nun nicht mehr Zeit hatte, sich aufzustellen und kampffertig zu machen. Das Uianen-Régiment mußte sich thei- lcii und fechtcnd bis Karagurt zuriickweichen. Sechs (Hesehiiye der Leitenden Batterie eröffneten beim Erscheinen des Feindes das Jener, Versäumtcn aber dadurch die Zeit, wurden umringt und ge- nommcn. Zwei Geschüße, Weiche nicht feuerten, konnten auf die Pxoßkasten gcseht werden und davonjagen. Unser Vsrlust beträgt: §F?,Ulanen, 1 Oberoffizier und 6 Geschütze, nebst einem Theile der

e renung.

Der General-Adjutant Fürst Gottschakvff berichtet vom 2 . September (6. Oktober) «10 Uhr Abends: * .

„Die feindlichen Schiffe bewegen sich in bedeutender Anzahl ZW) Verschiedenen Richtungen hin. Die Zahl dsr Kanonierboote ist Vexsiärkt. Das Lager zwischen der Tschernaja und Balaklava ha? sich verringert, doch ist eine Vermehrung derTruppen in Cupa- koria nicht zu bemerken.“

Der General-Adjutant Fürst Gortschakoff berichtet unter dem

2-5. September (7. Oktober) um 7 Uhr Abends Folgendes: ( ]„Gcgen 11 Uhr lithteten die Anker vor der K*amyschbucht: *) Umenschiffe, 28 Dampfschiffe, 9 Kanonierboote und Flöße, 3 „schwimmende Vatterieen ohne Masten und Z großc Transport- schlffe. Wie viele Truppen auf diesen Fahrzeugen waren, ist nicht bkkannt; es War aber gestern sichtbar, daß sie beladen wurden. Sie [)ixlte'n den Kurs nach NW.

. Die nachfolgende telegraphische Depesche wird der „Wien. Ztg.“ Wkgetheilf: „Fürst (Hortschakoff meldet Vom 29. September (111111 iNW“), 11 Uhr Abends: Der Feind hat bedeutende Streitkräfte 11 das Tk)al des oberen Vclbek hinabsteigcn lassen. Er hat dort

ein Lager errichtet und bereitet sich, wie es scheint, zu weiteren Operationen vor. Gleichzeitig ist er von der Tschernaja gegen das Dorf Upu ,vorgeruckt. Unsere Vorhut steht bei jener des dberen Ayrgux (.de-ire KYantZ-“xräf: est prés (18 68116 1111 baut Jerul). Jm nordltchen Theil von Sebastopol und auf den andern Punkten der Halbinsel ist nichts Besonderes vorgefallen.“

- Wie aus Warschau vom 11. Oktober geschrieben wird, hatte der Fürst Statthalter im weiteren Verfolg des Erlasses in Betreff der Hergabe von Mehl aus den Militairmagazinen zum Backen von Brod fiir die ärmere Bevölkerung den Verkauföpreis dieses“ Brodtes 1 Kopeke oder 2 polnische Groschen (4 Pfennige) niedriger fiir das Pfund zu stellen, als die gewöhnliéhe Väckerbrod- Taxe denselben feßscßt. Mit dem Verkauf des wohlfeilen Brodtes soll am 13. Oktober angefangen werden. Es sind sechs verschicdkne Punkte für den Verkauf deffelben bestimmt: in der Altstadt, in Wolnica, in Muranow, vor dem Eisen- thor, in Solea: und in Praga. - Am 10. Oktober wurden in der polnischen Bank in Gegenwart der kompetenten Behörden für 4,29.5,342 Silberrubel 70»? Kopeken abgenußte und aus dem Um- lauf zuriickgezogcne Bankbillets, so wie andere, oon der Bank aus- bezahlte Scheine Verbrannt.

London, Sonntag, 14. Oktober, Vormittag. (Tel. Dep. d. C, B.) Eiixe so eien aus Konstantinopel eingetroffene Depesche Lord Stratford's meldet, daß “sie Russen am 29. September Kars attakirtcn. Dieselben wurden mit einem Verluste von 2500 Todth und 5000 Verwimdcten zurückgeschlagen. Die Türken Ver- loren 700 Mann an Todten und Verwundeten.

London, Montag, 15. Oktober. (Tel. Dep. d. C. B.) Colin Campbell ist mit Infanterie und Artillerie nach Eupawria abgegangen.

Nach offizieller Mittheilung haben die Russen vor Kars 4000 Todte und 100 Gefangene verloren.

Paris, Montag, 15. Oktober. (Tel. Dep. d. C. B.) Der heutige „Moniteur“ enthält einen Bericht über die Affaire bei Kars. Nach demselben warden 4000 Russen beerdigt, und wäre das Schlachtfeld nach mit Todten angefüllt.

Die indirekien Steuern der ersten 9 Monate dieses Jahres überschreiten diestlben 9 Monate des vcrfkossenen Jahres um 81 Millionen Franken. .

Paris, Sonntag, 14. Oktober. (Tel. Dep. d. C. B.) 'Das Verbot der Ausfuhr won Lebenchitteln aus Algerien ins Ausland ist bis zu Ende des Jahres 1856 verbingert Worden.

In der Passage angenehme Stimmung, Die Zproz. wurde anfangs zu 6/1, 80 gemacht. Als die Nachricht von einer Nieder- lage der Russen voi" Kurs bekannt wurde, hob sich die 313103. auf 65, 05. Sämmtliche Effekten schlossen sehr fest.

Statistiichc Mixthcilnngen.

» Dic Vcthciligung (111 den [1151011 [1131111101911 im Neégiernngs- Bezirk Köln stellt sich nach 1111101111111 Berichts" in der Art hcra11s„ daß in dcr Urstcn Abtheilung von 3785; berechtigten Urwähiern 1085, in der zweiten 11011 11,651 Berechtigten 1077, in dcr driitcn 11011 78,807 4421, also don Übsrhaupt 94,241 Wählern 11111 71953: an den Wahlen Theil genonmncn haben. (Pr. C.)

Gewerbs- und Handclö-Nachrichten.

- Von Czcrwinsk iibcr Maricnjvcrder nach Marienburg mii Ncbcnleitungcn don Czcrwinsk nach Dirschan und yon Marienburg nach Elbing ist eine Tclcgraphcnlinic hergestellt ivordsn, Welche dcn Zivcck hat, nicht aljcin dic StadtMaricniocrdcn, als Siy ddr König- lichen Regierung, mit in das Tclcgraphcnncß des Landes zu ziehen, son- dern auch eine zweite, nicht wie die Linie Übsr Dirschau durch Ueber- schwcmniungen gefährdete Telcgraphen-Vcrbindung mit Ostpreußen zu ge, winnen. Dic Tclcgrapkdc11stati13n in Maricniverch wird Vom 15. Oktober d- Z! (ck für den tclsgraphischcn Vcrkch'c cröffvct Werden, („Nr. C,)