1883 / 239 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 11 Oct 1883 18:00:01 GMT) scan diff

Für schriitlicbc Bearbeitung der gestellten Aufgabe ist eine sechs- wöcbentlicbe Frist zu gewabrcn, Welche nur aus sehr erheblichen Gründen (Krankheit :e.) von dem Vorfisenden der Prüfungskom- mission um 14 Tage verxänaert werden kann.

Die selbständige Anfertigung der Arbeit hat der Kandidat unter derselben zu bezeugen. (§. 12 leßter Saß.)

§. 15.

Ist die Probearbeit rechtzeiti iclbc von dem Vorfixxendcn der rüfungskommisfion denjenigen Mitglicdern der _lc teren, vor welchen die mündliche Prüfung abgclegt werden _10_,_ _nebsi den mit der Meldung eingereichten Zeichnungen und 1_chrinlichen Arbeiten zur Durcbficht mitgetheilt und zwar _unter Bezercbnung desjenigrn Mitgliedes, welches bezüglich de_sr einzelxixn schriftlichen Arbeiten nach dem Abschlusie der münd- lichen Pruiizng die Begutackptung zu Übernehmen hat.

Die nur der Meldung eingereichten Zeichnungen und Arbeiten können auch 1chon vorher unter den Mitgliedern zur Cirkulation ge- bracht werdrn. &

16.

Zur mündlichen Prüfung können mchrcre, jedoch nicht über bier Kandidaten geladen werden.

eingegangen, so wird die-

§. 17.

Die mfz_ndl_iche Prüfung erstreckt fich auf folgende Gegenstände:

3. _Wiiienichaftlicbe Kenntnisse und zwar:

_ 1) m der Mineralogie und der Geognosie, einschließlich der Petre- iaktenkunde ;

2_) in der allgemeinen anorganischen Chemie und der (bemischen Analbie;

3) in der Physik;

4) in der Mathematik, nämlich:

a. in der reinen Mathematik bis zur hbbcren Analrsis cin- schließlich, mit Antrendrmg auf Kurvenlehre, Funktionen u. 1“. w.;

b. in der anaerrandten Mathematik und zirar der Statik und Mechanik fester, flii7_figer und gasförmiger Körper. (Die Prüfung in der Mathematik beicbränkt sich nicht auf die aÜgemcinen Lebrsähe, vixlmrhr Werden auch die FäUe praktischer Anrvendung zur Aufgabe geiteüt, rvobci Fertigkeit imZahlén- und Buchstabcnrecbnen, im Ge- brauck?_c der Logarithmentafrlxi, auch Bekanntschaft mit den Methoden der be1chreibend€n Geometrie verlangt wird);

_ 5)_in dcr Encyclopädie des Rechtes, in den für den Vrrgbeamtcn mchtimien Theilen des Civilrechtes und im Bergrccbte;

6) m dcn Staatswiffensckyaften, namentlich im StaatSrcrhtc, dem Verivaliungsrechtc, der VolkSwirthschaftslchre, Handels- und Ge- werbrstatistik.

& _13. Technische Kenntnisse und zwar in der Bergbaufunrr, dcr Salnienkunde, der Hüttrnkundc, der Probirkunst, der chemischen Tech- nologie, der Markschcidekunst und der Mascbincnlehrc.

§. 18.

_ Die Frage, _ob die Prüfung Überhaupt, und im Be- ]ahungswlle, ob dieielbe „ausreiÖend“, _ „gut“ _ oder „mii Aus- zeichnung“ bestanden sei, wird durch _Siimmenmehrheit, und zwar xiach dem Gcsammtergrbniffe der (christlichen und mündlichen Prü- 7ung entschieden. _

Bei Stimmcngleichheit gilt die Prüfung als nicht bestanden.

_ §. 19.

_ Dic Prüsunaskommission hat nach berndixitcr Prüfung zu einem auszynibmrnden Prbtokokle zu vermerken: .die-„Aufgabe für dieProbe- arbeit („H. 14), sowie das Ergebniß der Begiitarbrung der letzteren und der_mrt der Meldung eingereichten Zeichnungen und schriftlichen Yußarbettyygen (§. 12), _die baupisäÖlicbstcn Gegenstände der münd- lichen Pruning; das Geiammter_geb_n_)iß der Prüfung.“

5. .

Wer die Prüfung bestanden hat, erhält Über dieses Ergebnis; ein Zeugnis; von dem Vorsitzxnden der Prüfungskommiffion. _ _ Unter Vorlegung dreies Zeugnisses bat sicb der Geprüfte an das- ]entge Obxr-Yergamt, m demen Bezirke er seine Weitere technische uiid geschaftlicbe Ausbildung betreibrn will, zu wenden, um von diesem zum .Berg-Referendarius' ernannt und vorschriftsmäßig ber- cidet zu Werden.

_ Wer die Y_rüfnng mit AquciÖnung bestanden hat, kann Von der Prufungsxommtisimi dem Minister der öffentlichen Arbeiten zur Ver- lethizng eincr Pratnie zum Zwecke der Auéführung einer Stndienreise empfohlen werden.

21.

. §-

er die Prüfung_ nicbt bestanden hat, wird von der Prüfungs- komeron auf den nachitrr] halbjährlichen oder auf den zWeitfolgen- dcn Pr_ufuxigster_xx1_in rerwie1en.

_ _Die Kommrmron kann nach dem Befunde der schriftlichen und bildlich8n_Au§arbeitungen des Kandidaten bsstimmen, daß die wieder- holxe Prufung entryeder ganz aiif die mündliche Prüfung zu bc- [chrgnkem 9drr_d§113 von den) Kandidaten nur einzelne der vorge- 1§hxiebenen 1ckrtitltchen oder bildlichen Arbeiiem zum zweiten Male zu liefern sind.

8 22.

_ Wer die n*iede_rh_r)_ltc Prüfung nicht besichi, isi ron dem Eintritt in deri Staaißdienit fur das Bergfack) ausiieschloffen und wird auf bezugltckyc Vittihcilung der Prüfungskommissirn von dem Ober- Bergamt, de_sien Verwirltungsbezirk derselbe angehörr, in der Liste dcr Bergbaubefliffenxn gelöicht. 3) Weitere technische und geschäftliche Ansbildung. _ _ §. 23.

_D_tc weitere_ Aurébilduna der .Berg-Refrrendarien' zerfällt in die Techmicbe und die gexcbäftlichr.

Die technische Ausbildung erstreckt sicb auf (168 Arbeiten und AuZFuhrungen, Wklchc bei dem Bergwerk§-, Hütten- und Salinen- betrtebc vbrkommen,_oder damit in Verbindung stehen, sowie auf das pquiiscbe Mqujckycidcn.

Die gcicbaftlicbe Ausbiidung erstreckt sich auf die bei der Ver- waliung bon Vergibcrken, Hutten und Salinen des Staates, bei den Reblerbeamten und _Ober-BerZämtern vorkom1nenden Dienstgcscbäfte und auf die Kemxtntß der bcr1chiedcnen Zweige des Bureaudienstes, des Rechnungbrveiens und der Bucbfübrung bei diesen Behörden.

_ _ §. 24.

Auf diesen Vorbereitungsdienst find im Ganzen drei Jahre zu vcrwendrn, __ und zwar der Regel nach (oft. §. 26) mindestens neun Monate bei Verwaltungen von Bergwerken, Hütten oder Salinen de_s Staatcs, ieckZs Monate bei_eincm Revierbeamtcn, zwei Monate bei einem konzes1wmrten Mark1cheider und neun Monate bei dem Ober-Bcrgamic. §

25

_Die_Au§bildung beginnt mit einer mindestens srcbsmonatlichen Brichafiigizngduf Bergrverkcn, Hütten Oder Salinen des Staates. Die geschaftliche Ausbildung, Welche in dcr Regel erst nach Beendigung dcr_t_cchni1chen anzutreten ist, beginnt mit einer drei- monatltcbcn Bcichafiigizng auf Bcrgwerken, Hütten oder Salinen des Staatcs und ichlteßi mit dem Vorbereitungsdicnstc bei dem Ober-ergamte.

_ Wahrend _der_ terbriiicben Ausbildungszeit hat der Referendar mindestens zwxi 1chriftltche Arbeiten über wichtige Gegenstände der Technik zu _ferirgen und dem Obcr-Bergamte vorzulegen. Statt einer dic_scr Arbeiten kö_nnen aucb Notizen, Welche der Referendar auf Reisen geiamnielt bat,_etxigereicht Werden.

_Dre_ Beschqsttgung bei dem Revierbeamten und bei dem Mark- scbetdcr ist_so einzixricbten, daß dem Referendar Gelegenheit gegeben w_ird, tn dtesem_Ab1cknrtte der AquildungSzeit seine technischen Kennt- mffe (§. 23 Abiaß 2)_ zu crweitern und zu vertiefen.

Im Uebrigen_bleibt es dem Ermessen des Ober-Bergamies über- laffen, untcr Berucksichtigung der Wünsche dcr Referendarien (§. 4), deren Yußbrldungégang zu_regeln.

_ Die _besondere_Beau1fichtigung Und Leitung des Vorbereitungs- drenstes [[LLt denjenigen Beamten ob, welchen der Bierg-Referendar ron dem »ber-Bergamie zur Beschäftigung überwiesen ist. Die- 1elben haben nack) Beendigung der letzteren dem Ober-Vcrgamte ein

selben berrorgetretenen Mängel zu übermitteln. technischen derartige Stelle auf StaatSWerken versehen hat.

zu leisten.

werden. §. 27.

selbständigen Ausfiihrung einzelner Diebstgeschäste oder mit der Ver- tretung eincs technischen Bcamten beauitragt werden. _ _

Die darauf verwendete Zeit ist ihnen auf die geicbästlicbc Aus- bildung auf Staatsrverken oder bei dem Revierbeamten _ je nach Art des Auftrages _ anzurechnen. _

D ie zweiteZZPrüiung.

Nach Beendigung der technischen und gefchäitlicbrn Vorbereitung hat der Referrndar fick) der zweiten Prüfung zu unterwerfen.

Die Ober-Bergämter find ermäcbjixit, Refcrendarien zum Zwecke fernerer Vorbereiiung auf die zweite Prüfung bis zUr Dauer von s_ech§ Monatrn ;U beurlauben. (Gesuche um Verlängerung cines iolcbrn Urlaubs sind dem Minister der öffcr-Üichen Arbeiten zur Ent- scheidung vorzulegen.

Mißbräucblicbe Vcrzögcruna des- Abschlusses des VrrbrreiiungH- dienstes kann gemäß §. 84 des DiIziblinaracches vom 21. Juli 1852 die Entlassung aus dem Dienste nacb fick,) zichen.

Die zweite Prüfung iii eine schriftliche und mündliche.

Meldung zur zweiten Prüfung. § 29

Die Meldung zur zirciten Prüfung erfoigt icbrifrliä) bei dem Obcr-Bergamte unter ausführlicher Angabe dass seit dem Eintritt („Ö. 3) verfolgten Bildungsiianges. Beizufügrn find:

]) die Zeugnisse der Königlicbcn odcr Privatbramien, in deren GesÖäfiskreisen_der Referrndar beschäftigt gerrcsen ist;

2) eine Beicheimgung über die heschéheneAbleistung dcr Militär- pflicbt oder die Befreiung von derselbrn;

3) ein Verzeichniß der im Verlaufe der AusbildUngszeii von dem Referendar aeliefertrn größeren Arbsiten (Relaiionen, Bericbir, B?- ichlßffe in Berecht§iams-, Bergpblizci- Oder Erbropriaiibnssacbcn :c., Reiieberickpte sc.);

4) folgendc Zeicbnungen:

a. die Darstellung eines selbst _ausgefübrten Nivkllcments in Zeichnung_ und Tabellcn, oder eine irlbstbcarbritete Uebersickoiskarte von Lagerstätten einexZ Bergrcvicrs oder Grubcnkrmplcres (Flöxkartc, Gangkarte oder dergl.);

b. die Zulage eines Grubenzugrö mit einer Durchschlag§angabe nebst den zugehörigen Profilen und Observationrn mit Beifügung eincs Erläuterungsbericbtes;

0. eine SituatiOtiszeichnung_ro-“t cincr Bergwerk§-, HÜiter- odcr Salineaanlaae, nacb eigenrr Ausnahme;

ck. eine Zeichnung einer größeren Maschine oder cmderen Betriebs- vorrichtung eiiies Bcrg-, Hüiten- odrr Salzwerkcs nach eiciensr Auf- nahme odcr 1clbständig ausgestekltcm Enitrurfe. Die Ausführung kann in Linien erfolgcn, muß aber aUc zur W[lständigen bildlicbrn Darstellung des Gegrnstandes erforderlichen Ansichten enthalten;

5) eine geognrstisckye Beschreibung einer Gegend Odrr cines» Mineralvorkommens. „_ _

Bezüglich der Versicherung-“d'er ielbständigen Anfertigung und der Bescheinigung der Richtigkeit disier Arbeiten kommen dieVbrscbriften des §. 12 zur Annwndung. § 30

_Wenn die Prüfiing drI Gesucbrs ergiebt, daf; dcr Rcfcndar dcn V9r1chriften der §§._23 bis 27 grbügt bat, so erstattet das Ober- Bergamt dem__Mini1rrr der öffentliébcn Arbeiten gutachtlichen Bericht über die Zulaiiung zur zweitrn Prüfung.

_ Dem Berichte ',"md dic Personalakien des ercrcndars, einc Begutarbtnng der Arbeiten unter 4) a., b., 0. durcb emrn _ Obcr-Berxxamts-Markschcid€r, cin spezieÜer Nachrveis der Be1chaftigung Wahrend _ker prakiiscbkn Lehrzeit und des Vor- bereiiungsdicnstcs, sowie el_n Verzeichnis; der während des akademischen Studiums gehörten Vorleiungen anzuschließen.

Glerchzeitig find ron _dem Obrr-Beraamie Vorschläge Wegen der dem Referendar ziir schriftlichen Bearbeitung zu ertheilendcn Auf- gaben (§. 33) zu machen.

§. 31. Der Minister drr öffentliében Arbeiten cnischeidet Über die Zu- lassung zu der_ Prüfuna.

_ Dcr Re[erendar kann ohne Wriicres auf sechs Monate zur Weiteren Fortiexung der Vorbcreitung zurückgewiesen Werden, U'er dxrielbe nach der gutacbilicben Aeaßerung des Ober-Bcrgamics noch nicht als ausreichend vorqcbildei anzusehen ist

Prüfuringbeh-Zrde.

Dir Prüfung erfolgt vor der „Ober-Prüfungskbmmisfirn für daß _Bergfacb' in Bkrlin, deren Mitgliedcr und Vorsannder ron dem Minister der öffentlichen Arbeitexi ernannt Werden.

5. SchriUlichZW Prüfung.

_ _;Zie schriftliche Prüfung hat drei Arbeitcn zum Gegenstande,

namt :

1_) eine Abhandlung Über einen staatéwiffensckyaftlicben odcr berg- rechtlichen_ Gegenstand;

2) eine Ausarbeitung über einen technischen Gegenstand der Berg), Hütten: oder Salinenkundc; _ 3) eine (1136 Akten zu fertigende Réiation Übrr eine Verwaltungs- 1ache (Brrechtiamsq Eryropriationß, Bergbolizeisach und dergl.).

ZWU dieser Gegenstande könne in eine Aufgabe zusammengefaßt werden. _ 34

Die Aufgaben zu diesen drei Arbeiten Werdrn von dem Minister der_öffcntlicbxn Arbeitexi gcstrUt. Für die Anfertigung einer jeden derielben erhalt der Referendar eine Frist von zwei Monaten (: sechs Monaten fur glie dre_i_ der_Regel nacb gleichzeitig zu ertheilenden Aufgaben). _ Dteie Friit wird nur aus iehr erheblichen Gründen (§. 14) Verlangert Werden.

_ Dic Einreichung der mit Seitenzahl zu versehenden Arbeiten erfolgt bei dem Minister. __ Unte_r _jeder derselben hat der Referendar zu bezeuqen, daß er 11e_ selbstandig angefertigt habe, und die bcnußten literarischen Hülfs- mittel anzugeben.

8. 35.

Gehen die fcbriftlicbcn Arbeiten nicbt rechtzeitig ein, so wird an- genommxn, daß der Kandidat von der_Prüfung abstehe. _ Bet erneuerter Meldung entscheidet der Minister der öffent- lichen_Ar_brtten darüber, ob aUe im „L. 33 bezeichneten Arbeiten odcr nur die eine _oder andere, beziehungsrr'eiie mehrere derselbrn wieder- hrl_t_anzuferttgen find _ und zwar nach gutacbtlichcr Anhörung der Prufungskommisfiyn. _ _ Bet aberxnaliger Veriäumunq der zur Einreichung bestimmten Frist erfolgt die Entlassung des NZZerendars.

_ Die Probcarbeiten cirkuliren mit den bei der Msldung einge- re1chte_rx__3eichnungrn_(§. 29) unter den Mitgliedern der Prüfungs- kommmwn zur_schristlichen Begutachtung,

ob die Arbeit des Kandidaten rrobemäßig oder ob sie nicht

Zeugniß über das dienstliche und außerdicnstlichc Verhaltrn, sowie

über die Leistungen des betreffenden Referendars und die in den-

Die "Fit, während welcher ein Referendar_ die Stelle eines _ erg-, Hutten- oder Salinenbeamten berieben hat, ist ihm bis zu fe_chs Monaxen auf die technische Ausbildung anzurechnen; auf die technische Ausbildung auf Staatsprerken jedoch nur, sofern er eine

Zur Erlangung solcher Stellen auf Privat: oder Staatswxrken ist den Referendarien Seitens der Bergbehörken ihunlichst Vor1chub

Für die Dauer von sechs Monaten kann die techniiche Aus- bildung aucb anschließend an die vorschriftSmäßig beendigie Lehrzeit (§. 7) bereits vor dem Beginne der akademischen Studien betrieben

Bcrg-Referendarien können, sofern fie nach dem Ermessen des Ober-Bcrgamtes die erforderliche Ausbildung erlangt haben, mit der

Minisier der_ müpdlicbe Prüfung zu wiederholen Odkk nur die eine oder andere der drei 1ch11fflich€n Probearbeiten (§. 33) riochmals anzufertigen und daß bei der_xrncucrten Meldung von der Lieferung der Zeicbnungen und gcbgnriuicbcn Arbeit, welcbe iiach §. 29 bsi der ersten Meldung ein- zureichen find, abzusehen ist.

DJI thacbtexi myß fich nich! nur über den Nachweis gründlicher Kxnntnme, uber die Tiefe der winenscbaftlihen Auffaffung, Tüchtig- keit und Schärfe der Beurtheilung, sondern auch darüber auslaffen, inwiefern die Arbeit von_ der Fähigkeit des Verfassers zeu e, im !cbriftlichen Vortrage uybexcbadet der erforderlichen Gründlich eit die Gegenftgnde obne Weitiwweifigkeit und Wiederholungen mit Klarheit u_nd Bestimmtheit gxammati1ch und logisch richtig in fließendem, ge- fakligem Styl darzustellen.

An Stelle jeder ungenügend befundenen Arbeit hat der Kandidat der Regel nach, bevor e_r zur mundlicben Prüfung zugelaffen wird, et_ne_andere Arbeit anzurertiaen, _ und zwar über neue Aufgabcn, die ihm nach Maßgabe d€r_ §§. 30 flgde. zu eriheilen find.

__ E93 kann hiervon abgciebcn werden, Wenn nur eine Probearbeit sur „m_cbt probemäßig' erklärt worden ist.

_ Sind mehrere Probearbeiten anenügend befunden, so kann der Resrrendar _zuvörderst behufs beiierer Vorbereitung auf die Dauer bond drci bis neun Monaten an Das Ober-Bergami zurücksewiesen wcr en.

_ _ Auch in diesem Falle find, wcnn_der Referendar demnächst auf i_einen Axi_tra9_3ur Wixderholqu der 1chriftlicben Prüfung zugelaffen i_st, _nur fur die ungenugend besundenen Arbeiten andere Aufgaben zur

]cbrifrlick'eanarbxitimg zu stellen.

_ _ Fallt die 1chklstl1che Prüfung wiederum ungenügend aus(Absa155 dreirs Paragraphen), ix_) ist deren nochmalige Wiederholung nicht ge- stattet und es eriolgt die Enxlasiung des Referendars.

13. MUUklickZ? Prüfung.

_ Die Yündlicba Priifung soll nicbt iowvhl in dem Gebiete der reinen_ Wiiienicbaitrn iich berregen, als vielmehr dahin gerichtet sein, zu errorickxen, ob _und m wieweit der Referendar sich die Fähigkeit (in_geczgnrr bat,_ die Lehrcn der Wissenschaft in den Zweigen des T_ienitcs rrakriich anzutrendcn, ob er die amtlichen Verrichtungen nickot blos empiriicb crlernt, sondern in ihrer rationellen Grundlage und Tendenz nach _den gese§1ichen Brsiimmungen richtig aufgefaßt, sicb dcn ix_meren Zuiammenhang derselben unter fich und mit anderen Dr_enstzweigeri der StaatSrerwalTung klar gemacbt und dadurcb eine grundlnbe (_thijicbt in die Zirrcke drs Staatsdienstes erworben hat.

Ndxb leiLU Gesicbtsrimkten hat sich die Prüfung auf folgendr Gcgcnirande zu erstrecken:

.4. Allaemeinc Veerltungrangclearnbriten, organische Einrich- iuxigxn _der Bebbrdrn, Nriiortrörhältniffe, Dienstkreise der Beamten, Di§5ipiinarvbc7chriften :(., Emté- und Ockonomiebläne, Kaffen- und chbnungeren, Abnahme, Revision und Decbargirung der Rechnun- gen, Dcrofitalberwaltung und dergl.

_]_3. Techn11chc Kenntrxiffc in_BezirbUng auf diejenigen Arbcitrn, Ausxnhrungrn und Prozesic, rrie wlcbe brim Bergmeer Hütten: und Salmenbrtriebe vorkommen, mii Berücksichtigung ihrer wissenschaft- lichen Grundlagcn.

(*. J_ri Beziehung auf den Betrieb und die Verwaltung der Berg:, O_Utien- und SaliMrke drs Staates: Allgemeine Vcrhältniffe i_n der (Fiixxtcbtung urid Verwaltung solcher Werke; Brtriebsleitung, YaUÖhaitssYbrung :(., Vrrwrrthung der Produkts; Kaffen- und Buch- iuhruna auxdcn Wrrkcn und Kontrole durch die betreffenden Behör- drn; Veriiii*_Zeris-, Ertrags- und SclbstkostcnBerechnungen; Zwecke und Ergrbniyie srlcbcr Bririebc.

1). In Brziebur-g auf recht?“ und _siaatérriffensckoaftlicbe Kennt- nme __Staatsrrcbt, Bcrgrxcbt mit bcionderer Berücksichtigung der Bcrizroiixki und des BercébtiamswU-zns, Gewerbc-Ordnung, Arbeiter- vrrhaltxiiiie, BcrgrrrrkÖb-Zsicuerung und dergl.

Mit drr Prüfung iit ein fréier Vrrtrag aus Akten zu verbinden,. n*r[cbe drm Resrrendar drei Taga vor dem Prüfungstermine zugestellt werden.

§. 38.

_ Zu einem Prüfungétcrmine können mehrere, jedoch nicht Über rler Rcfcrendarien vorgeladen wcrdrn. _ _ F. 39,

_ Die_ Frage, 56 die Prufung Überhaupt bestanden und im Be-

]abungéiallx, ob dieiclbe „a11§k€ich€l10" _ „gut" _ odrr ,vorzüglich“

bcitgnden isi, _ixird dur_ch Stimmenmehrheit und zwar nach dem

_(Gryammiergcbntme drr icbrisilicben und mündlichen Prüfung ent-

ichieden.

Z. 40.

_ Dic PrüfunZékommiision hat über das Ergebniß der Prüfimg em Protokoll m_lsZUanan und wlckxes dem Minister der öffentlichen Arbeiierrmittelit Berichtes zu iiberreichen, in Welchem [eßteren das Urtbeii uber die Probearbeitcii des Kandidaten, sowie über dir mit der Meldung King_crcrcbtrix Zeicbnungen (§. 29) besonders anzugrber: nt. Wer die Prrriung bestanden hat, wird von dem Minister der Öffentlichen Arbxitcn zum „Verxi-Affeffor' Ernannt.

_ errrendarteg, wclcbe rie PrÜfUng nicbt bestanden haben, Werden ans Mindestens 1cch§ Monate behufs beffrrer Vorbereitung an ein Ober-Vergamt zurückgewiesen. _

. 41.

Es ist cin? Einmalige Wicderbrlung der zrreiten Prüfung gestattet,

ZerebÜErfolglbfigl-eir dcn AUsscblux“; von Staatsdienste im Bergfache ewrr .

§ 42. Für dcn FSU dcr zu wirderholenden Prüfuxg kann der offcntlichen Arbrtten britimmen, daß nur die

Ist eine ziveite Relation zu [iefsrrr so kann der Referendar sich

die Aufgabe zu_dr_rselbrn erbitten,_ sobald die Hälfte des verlängerien VorbereitunJSdienstes verstrichen iir.

Prüfungsgebübren. 43

Dis Kandidaten, rrclcbe sicb zur ersten und zWeiten Prüfung

Mid?» entricbien fÜr jede diescr Prüfungen eine Gebühr von dreißig ar .

Bei ainrr Wiederbokung einer dieser Prüfungen ist diese Gebühr

nochmal§ zu zahlen.

Uebersangsbeßimmungen. 4

Denjrnigen Eleven und Reiirendarien, seit deren Ernennung be-

reits zwei Jahre verfloffrn i_varen, als die Prüfungsvorsckpriften vom- 21. Dezrmbcr 1863 in K_rast traten, verbleibt die ihnen durch die YFichristen vom 3. Marz 1856 beigekcgie Anwartschaft auf An- 1 e ung.

§, 45. Hinficbtlick) der Bergwerksbefliffenen, gcprüfien Kandidaten des

Bergsacbes und Beamten aus den durch die Geseße Vom 20. Septem- ber_ und 24._Dezember 1866 mit Preußen vereinigten Provinzen ver- blxtbt es bei_der Feststellungibrer Vcrhältniffe, wie solche durch die bei dcr Einfiihrung der Pruiungsvorscbriftrn vom 21. Dezember 1863 ergangenen besonderen BestimmungeJ erfolgt ist.

4

Der Ausbildungsgang deÜinigrn Referendarien, welcbe dcn

Vorbereitqußdi_enst_ bereits angetreten haben, ist von dem Ober- Bergamte (rtreit wre möglich nach obigen Bestimmungen zu regeln.

Berlin, dm 12. September___1883_. , 8. Dcr Minister der öffentlichen Arbeiten. Marbach.

probemäßig ausgefallen sei.

21 n g e ko m m e n : Se. ExceUenz der Staatssekretär des-

Neichs=Justizamt§, 131: von Schelling.

Yiehtamtliches. Deutsches Reich

Preußen. Berlin, 11. Oktober. Se. Majestät der Kaiser und König wohnten, lautMeldung des „W. T. B_.“ aus Baden-Baden, am Dienstag Abend mit_ Ihren König- lichen Hoheiten den Großherzoglichen Herrschaften, Sr. Hoheit dem Prinzen Hermann zu Sachsen-Weimar und dem Fürsten von Fürstenberg dem Concert der Fr. Montigny-Remaury im Kurhause bei. _ _

Gestern nahmen Se. Majestät Vormittags_ die regel- mäßigen Vorträge entgegen, machten NachmUtagH eine S_pazier- fahrt und folgten später einer Einladung der Herzogin von Hamilton zum_Diner. _ _ _ _

Abends rand eine größere Theegrielhckmst bei Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin statt.

- Nach einer Bestimmung des Ministers der geist- lichen 2c. Anaslegenhriten, vom 26. Jiili d. J., erlangen die an einzelne Behörden 2c. gerichteten allgemeinen Erlasse durch ihre Veröffentlichung im Centralblatt fiir die Unter: ricth-Verwaltung aklgemeine Geltung, ioweit dis that- iächlichen und rechtlichen Vorau-Zseßungen zutreffen.

_ Nach der imReichs-Eisenbahnamt aiiégeftcUtey, in der Ersten Beilage veröffentlichten Nachweis ung über die im Monat August 1883 auf deutschen Bahnen (aus: schlirßlick) der bayerischen) beförderten Züge und deren Verspätungen wurden auf 44größeren Bahnen beziehungs- weise Bahnkomplrxsn mit einer Gesammtbetriebslänge von 30 462,55 km befördert an fahrplanmäßigen Zügen: 13 554 Courier- und SchneUziige, 108 831 Personenzüge, 58 775 gemischte Züge und 96 246 Güterzüge; an außerfahrplanmäßigen Zügen: 5349 Courierz SchneÜ=, Personen: und gemischte Züge und 33 000 Güter:, Materialien: und ArbsitSziige. Im Ganzen wurden 744 408 074 Achskilometer bewegt, von denezi 229 808 942 Achskilometer auf die fahrplanmäßigen Züge mri Personenbeförderung entfalLen. ES verspäteten von den 181160 faerlanmäßigen Courier-, Schnell:, Personen- und gemischten Ligen im Ganzen 2709 oder 1,50 pCt., (gegen 1,48pCt. in demselben Monat des Vorjahres, und 1,30pCt. im Vormonat). Von diesen Verspätun en warden jedoch 1338 durch das Abwarten verspätster Ans lußzüge hervorgeruien, so das; den aufgeführten Bahnen nur 1371 Verspätungen (= 0,76 th.) zur Last fal16n(gegen 0,69 pCt. im Vormxmgt). Zn demirlbén Monat des Vorjahres verspäteteti aus Den eigenen Strrcken der in Vergleich zu ziehenden Bahner) von 169 088 beförderten fahrvlanmäßigen Zügen mit Prrionen: befördernng 1118, oder 0,66 pCt., mithin 0,10 pCt._wenigsr. In Folge der Verspätungen wurdrn 519 Anschlüsse veriäiimt (gegrn 453 in demselben Monai des Vorjahrss und 490 im Vor- monat). Wird eine Gruppirung der Verwaltungen nach DEU (Uif je eine Anichlußveriäiimniß cntfallenden Zugverspätnxi- gen vorgrnommen, so kommen in erster Nsihe die West- lwlf'teinische Eisenbahn (1 Anschluß-Versäzimniß auf 1 Verspätung mit 1,00, die Eutin-Lübccker Ei1enbahn (2 AU- icbluß-Versäumniffe aaf 2 Verspätungsn) mit 1,00 und die Oberhessische Eisenbahn (3 Anschluß-Vrrsäumniffe auf 3 Ver- spätumgen) mit 1,00, während die Wiirttembergischc Staats- eisenbahn (2 AtiichlUß=Versäumniffe auf 59 Verspätungen) mit 29,50, die Hessische Ludwigs-Eisenbahn (8 Anfchluß-Ver: söumniffr auf 260 Verspätungen) mit 32,50, der Bezirkder Königlichen Eisenbahn - Direktion zu Cöln (rechtZrheinischU (1 Anfebluß=Versiiumniß auf 128 Verspätmigem) mit 128,00 die lsßtén Stollen einnehmen und bsi ? Eisenbahn-Vsrwal- tungrn 40 Verspätungen ohne Anschluß=Versäunmiffe m_W bei 7 Eisrnbahn-Verwaltungen Wider Verspätungen noch Amchluß: Versäumnisse vorgekommen sind,

_ Drr Königliche Gesandte am bayerischsn Hofe, Graf von Wérthern-Beickzlingen, ist von] Urlaub U(Tck) Miinchen zurückgkkehrt Und hat die (Hrschäste drr dortigen Gßsandtschast wieder übernommen.

_ Der Königlich sächsische Gesandte Und BevoUmäch- tigte zum Bundesrath, Wirkliche Geheime Rath von Nostiß- Wallwitz ist am 8. d. M. hierher zurückgskehrt und hat die Geschäfte wirder Übernommen.

Bayern. München, 9. Oktober. (21119. Ztg.) Die nächste Plcnarsißung der Kammer der Abgeordneten kann wegen Mangech an Berathunchsioff nicht vor Anfang der kommenden Woche stattfinden. Die Vorstandschaft der Fraktion der Rechten hält heute Abend eine SLHUUJ, die vor- zugsweise einer Besprechung über die _ Frage der_Gehalt-Z- erhöhungen und der SteÜrmg der Fraktion ZU derielben ge- widmet werden sol]. _ _

_ 10. Oktober. (W. T. B.) Ihre Köiiigliche Hoheit die Prinzessin Wilhelxn von Preußen ist heute Nachmittag nach Berlin abgereist. Am Bahnhof waren der preußische Gesandte Graf von_ Werthern, Graf Kalckreuth nnd drr Legations-Sekretär Graf zu Eulenburg znr Verab- schiedung anwesend.

Sachsen. DRESDEN, 11. Oktober. (W. T. B.) Die Königin ist heute Vormittag, aus der Schweiz kommend, in der Vikla Strehlen eingetroffen. Dort wird auch der König morgen friih aus Wien zuriickerwartet.

MecklenburgSchWerin. Schwerin, 10, Oktober. Wie den „MLckl.A113.“ aus Bournemouth U. b. _8.0kt0ber geschrieben wird, smd der Großherzog und die Groß- herzogin mit dem Erbgroßherzog und der Herzogin Alexan- drine am Sonnabend, den 6., daselbst eingetryffen. Ihre Königlichen Hoheiten, welche bekanntlich am Diensiag Vor: mittag gegen 11 Uhr Ludwi slust verlassen hatten, _nnd o_hne Aufenthalt bis London gereiZt, wo Dieselben, nach einer z1e_m: lich bewegten Ueberfahrt von Calais nach Dover, qm Mitt- woch Nachmittags 51/2 Uhr eintrafen. Von London reistenJhre Königlichen Hoheiten am Sonnabend Vormittag 111/4 Uhr wieder ab und erreichtext Bournemouth um 23/4 Uhr. Die Großherzoglichen Herrschaften bewohnen eine n1cht_ weit vom Meere sehr ländlich und hübsch gelegene Van, in welcher auch die Ober-Hofmeistrrin Gräfin Baffewiß, der Ober-Hof- meistsr Graf Baffewis und der Ober-Medizinal-Rath 131“. Miiller Wohnung genomnisn haben. Das Befindßn _des Groß- herzogs ist Ein gute?- zu nennrn, so daß Se.._KömglrcheHohe1t den größten Theil des Tages Ml Freien zubrmgen kann, und man hofft, daß das schöne Klima der englischen__Südküst_e auf seine Gesundheit und seine Kräfte einen wohlthattgen Einfluß auSÜben wird.

Neustreiiß, 10. Oktobxr. (W. T. V.) Der Großherzog und die Grtherzdgin find von ihrer Reise nach England heute Mit'ag hierher zurückgekehrt.

Mecklenburg-Strelix.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 10. Oktober. (W. "T. B.) Der „Neuen Fr. Prem“ zufolge ist die Ratixikation der Pforte betrsffs des Eisenbahyayfchlusies hier ein: getroffen; der Austausch der RatifikationcZurkgnbrn werde er- folgen, sobald die serbische und bulgarische Ratinkationsurkunde eintreffe.

Pest, 10. Oktober. (W. T. B.) _Drr Beschlußaxitrag des Minister-Präsidenten Tisza in der kroatiichen Frage, WLlchér besagt, daß das Haus das bisherige Vor- gehen der Regierung b1l1ige Und dieselbe: Ermächtigr, am Grund des seit 1868 bestehenden Gebrauchs die jetzigen Staatsz- wappenscbilder zn belassen, dort jedoch, wo bishsr Wappen _mit anderer Umschrift gebraucht wurdrxi Und _durch nrue «1th werden sollen, Staatswappen ohne ]ede Umichrift anzubringen, wurds heilte mit 187 gegen 105 Stimmen angenommrn.

Frankreich. Paris, 9. Oktober. (Fr. Corr.) Im heutigen Ministerrath untrrzsichnetr der Präsident der Republik das Dskrét, wodurch der General Campenon zum Krieth-Minister ernannt wird. Derselbe war schon einmal Kri€g€:Mi:iist€r im Ministerium Gambetm, vom 14. Novembrr 1881 bis zum 26. Januar 1882. Die Unterhandlunxisn mit dem Gsmeral Lewal wrgrn Uebernabms des Kriechportefeuiües haben zu keinem Ziels gefiihrt. Der jrßige Chef des Généralstabs, GLUSMi VLÜÜLMOt, wird, Wir??- heißt, srine anktionen beibrhalten.

Ter Marine-Minister hat von dem Gouverneur von Cochincbina nachsirhende Depesche, datirt aus Saigon, 9. Oktober, erhalten: „Nach den lebtsn Nachrichten Erscheint die Lage in Tongking in Folge der Ankunft der anamitischen BevoUmächtigten 11:15 der Unterwcrfimg dor Man- darinen drs Dslia eine msrklich vrrbeffrrte. Zahlréichsr Ab- iaU fiiidrt untrr den „Schwarzrn Flaggeti“ statt, die durch die versckzirbenrn epidemischen Krankheitén decimirt sind. Die Vér- ichanzungen bsi den Dörfern in der Nähe von Hanoi sind aui- gegebrn, 11115 der Feind schoint seine RÜckzungewegung_in der Richtung auf Lao-Kai fortzusetzen. Oberst Bichot ist aux ieixrer Rekognokcirung bis zum Dai und zum Kanal von Bac=th Oder von „Rapidos“ keinem Feinde brgegnet. Man_ hat in der Nähs von Frr-Hai, unter Oinem Tumulus eingescharrt, 33 Köpfe Unsérer Soldaten gefunden, daruntsr drn drs Kommandanten Riviére, der mit einer Kalkmaskc Überzogen und aUrin noch sehr erkétmbar war. Der moralischennd der Geiunb: heitszustand rer Truppen in Tongking und Thuan-An in ein

vorzüglichsr.“ _

_ 10. Oktober. (W. T. B.) In Untérrichtéten diplomatischen Krsiisn wir5__di€_Nachricht der „TLMSZ“, daß der spanische Botichaster in Paris, Herzbg Nu 1125, die evrntueÜs Ordre erhaltrn babe,_ Paris zu VLrlaffen, fiir gänzlich Unbrgriindet gshalten. Die 1pani1che Botschaft herbe bis )'th iiberhaupt keinb neuen Instruktionen ans Madrid erhalten, auch stehe der [361116 Vormittag erfolgte Besuch des Herzogs Nuüez bei dem MinistewPräsidenteu Ferry mit dem Ereigniffrn vom 29. Ssptember in gar keinem Zu- sammenhange. _ _ _

Dem Vérnehmen nach isi ber Präfekt von Mar1eille, Poubrlle, zum Ssine-Präfskten ernannt worden.

Die „Librrté“ wiÜ Wissen: die Rrgiermrg habe noch keine Bestätigung über dir Anknüpfung von Verhandlungen mit den Schwarzsn Flagge,!i erhaltrn. Dis lthrxi an Harman?) abgegangsnen Jnstrnktionen mo_chien LS dritijrlbsn zUr Pflicht, in den militäriichcn Disiwtitronen nichts_ zU ändern. Vor der Eroberung von Sontay und Bacmnh words kein Vertrag abgeschlosssn werden. _

_ 11. Oktober, friih. (W. T. B.) Drr „Figaro“ be- JEickMLt alH die Öanptschwierigkeit bsi Regelung drr Tong- fingfrags den Umstand, daß China die nördlichen_ Prq: vinzen Tongkings annrktireii wollr, wiihrendFrankrerchd1€ Unabhängigksii der Bevölkerimgen in der neutralrn Zone zu srhaltcn bestrebt sei.

Spanien. Madrid, 10. Oktober. (W. T. B.) Der Minister-Präsident Sagasta hat dem König heute AbMd das Kollektiv:Demissionsgbsuch des Kabinetcsz überz reicht; der König hat dasselbe angenommrn und_Saga1ta aui morgen Vormittag zu sich beschiedeti. _DW Demiision des Ka- binets ist in Gemäßheit des von dexnielben berrrch vor der Reise des Königs nach Deutschland geiaßtenBe7chlU11es eriolgt.

Italien. Rom, 10. Oktqber. _(W. T. B.) Der Papst empfing heutr den FÜrstbUckWf von Breslau, Ur.

Herzog, und den friiheren Erzbischof von Warschau, Jelinski. Serbien. Belgrad, 10. Oktober. (W. T. B.) Der

Finanz-Minister beabsichtigt die Einseßung einer __Kbm- mission, welche die Finanzlage prüfen, abe Überflnsngen Au-Zgaben streichsn und über die Mixteb zur Heritebung des Gleichgewichts im Staatshaushalte beichließen 1011.

Dänemark. Kopenhagcn, 11. Oktober. (W._T.B.) Der Kaiser und die Kaiserin vo__n _Rußlatid (md gx: meinschastlich mit der däniichen _Kbnigsfamilie forme dem Prinzen und der Vrinzeisiii von Wale? heute Vormittag 11 Uhr aus Fredensborg hier eingetroffen. Dix»; Herr- schaften Y_Yren, allem alben von lebhaften Zurmen begrußt, m offenrn agen dur die reichgeschmückte Stadt zu _detzi Hafen, wo dieselben von den Spihen der Hofgesel11chaxt und den Behörden empfangen_ _wurden. Nachdem die aufgesteüte Ehrenkompagnie besichtigt war, wurde um 12 Uhr an Bord der Kaiserlichen Yacht „Derschawa“ ein Frühstück eingenommrn, mich dessen _ Beeridtgiing _ gegen 1 Uhr _ das russische Karierpaar die RUckkEUL nack) Kronstadt antrat. Die Kriegsdampfer „Cesarevnq“ und „Europa“ geleiteten bie Kaiserliche Yacht. _ Der Prinz und die Prinzessin von Wales reisen am Montag ab.

Amerika New-York, 10. Oktber. (W. T. B.) Die republikanische Majorität bei den Wahlen in Iowa Wird auf 30 000 Stimmen angeschlagen. Da? Resultat der Wahlrn in Ohio steht noch nicht fest,_ansche1nend haben aber die Demokraten eine kleine Majorität erlangt.

Afrika. Egypten. Kairo,_10. Oktbber. (W. T. B.) Das Amnestiedekret des _Khedibe forme das Dekret, be- treffrtid die Auflösung der Krieg6g2r2chte, find_nun_mehr amt: lich publizirt worden. Die Wahlen zur Legislative werdcn

vor Ende des Monate.?- beenbigt sein. Die Einberufung der Notabelnkammxr, des geseßqebenden Mathe?- und der Pro: vinzialräthe eriolgt vorausnchtlich im November.

Zeitungsstinnuen.

In der „Staatsbürger: Zeitung“ lesen mir:

In Philadelphia ist am 6 d. M. eine Jubelicicr bcgzngen norr- dcn ;ur ErinnerUng an das Lkslö rrßanifirta Häuilrin deutscher Ein- wanderer, das vor zweihundcrr Jabrcn dcn Brdrn :rsr Voreinigten Staatrn rrn Amsrika betrat. Tic „Frzrtkf. Ztg." knürft ar. dieicé Ereignis; eincn Ariifel, in Michi! rk untcr Anderem wörtliÖ beißt:

.DamalS (also zur Zéit jener rrstrn Nirrrrlaffimg) brt das alte Vatérlakid ein Bild irrstlrser Zcrriffenbeit und SÖwäÉc und die AUHrrandcrsr waren iwb, in dcr Wildnis; des amcrilanisrben Krii- ti-rnts ZuilUcbr und SCOUT; rrr Vcrfolgung urid Vrdrückung zu ündcn. Mb,.ikn mm „111773 unierr Lanlerure jrnseit dcs »,iroßcn Waffrrx“ nord beuie ibrer nciicn Heimatb drr. Vorzug rrr der (![th grbrn, ib wrrdéii fir rbsb béi ibrrr Jubelirier mir cincr .icwiiien Brfricdißung auf da? gccintc U60 macbrrrUc Teui'ck'iarxd blicksn. J:, rieilcicbr bat ("Mar dcr Umscbrrung, welchcr sicb biw." während der lcxtrii Jabrzrbnie rrllzrgcn bat, nicbt rrcni-g dazu beigriragcn, dcr. Simi für die Stamme?- grmeinscbair dcr Tratscbcn iii rsii Vkrcinigtrti STIMMT JU krrrkcn, und den Plan gcfrrdrrr, rcr Zubclicicr cin: größcra Vcdcutmig bei- zulcgen.“

Wir wissen niibr, wrrüber wir UNI mehr frcririi soUcn, Über die Iubelfrirr in Pbiladrlrbia rrrr 1":er di: Thatiakbr, dar"? in einrm Lrsan dsr rrr nrrb nicht [argrr int ro-bx r*.irrii"u[.iristi7rbcn Frririi Reickssiadt Fratikfbrr „*.. M. dmartigr AcUßirungcn, irie fis uns bicr gckruckt rorliearn, Zum Anérkiick Jc-[angeri krmitrn. Nun, wir mei-cr, dax“; beide Thxtsacbcn inci-“xxdrrgrriicii, dai; ("ic bcidr dcn scbbnstcii Bcwris dafür liricrn, T:? drm PariikUWriImus drr Boden rrll- ständig CUTZOJLU rrrrdcxi iir.

Uns kam diescr Llrtikcl iii dcr .Fraxkfixricr Zriturg' Um 'r grlcgsner, ach rrir chi: im Licßrti sankW, Vcrglciöbc anzbstrUcn zwisch2n dcm Frankfurt znr Zcit ch BmxksÖtaxc-z und drm Frank- furt, das ziir Baßriißunz rc? Tciitiiikcn Kaiser's aiif sciricm Weich- bildc das schöiisic Fcirrklcid a::grlsgk harre Und ikLLXTiQM HrrzsiiF dcm Héldcngrsise erUbskxs, ir. rrcl'rbi'm sicb dir Iris dcr RciirZ-Zinbsir so hcrrlirb rrrkörrrrr. . . . _ _ _ _

„Strinö deutsch? Corrsipondrnz“ 1chli€ßk eincn drnielbrn Gégenstanb béhandeltiden Artikei mit folgondem Suhr:

. . . Wir heb: miiiirn dir Gcstaltcn ch Deutschen Kaiscr§ Und isinrs gcnialrn Kanzlrrß, die dar? dcutslbc Volk auf solchen Giricl rolitiicbrr MQÖT Und wirihsäthlicbrr Stärke trUgcn, bci drm großen Jubclfcstc Unscrcri Abkömmlingcn crfckéicnrn sein; wir kléinlick) d;- gcgen drr Umstand, da?": im Teutscbsn Rcirbc 1156) immer Däumlingc über Kaiirr und Kanxlcr ZU (Zisricbt ("15271 und ibnrn Brlehrung cr- thcilcn Milan, wir diese:? ganz LiFLU-Jrkigé Nsirb ZU brféstigcn Und rrie es zur wghrcn Wohliabrr ZU iübrcri sei.

_ „NS „Weimariichr Zritung“ schreibt:

Die Krnsnlar-Ageriinr dcr Vrrcinigtrn Staaten in Grra bat ihren Vrrich Über ra?» mix Wm 30. Scriimbcr icbließcndc Fiskaljahr rollender, Tersrlbc lautet, Was die Industrieber- bältniffc ch BezirkS bcrrikfr, r-Zch günstig. ("75 wird bcrror- (icbrbcri, dak; dis Indiistririi in dxmiclbcn Mb einrr fick)!- liiizrn Prosrcrixät erfreuten. Nick)? iiur icicn aiic Erabliiicmcnis cr- Mirert irbrdcn, um der". siciiicndcn Anforderungrn gcnügcn zu könrier, eine nicht unbsiräcbilicbr Zabi iicurr Fabriken mus; gegründet wcrdrxi. Die Arbeiter hattrri sterrri Vrrdicnst und in cinigcii FäUcn habrn firb dic Löhme gcbeiiert. Drr Errorr nacb dsr. Vsrcinigtcn Staaten ist in dem rcriloffaénmi Jabra rin srhr bcdciitcndcr gr- wU'en; cr Übertriifi in fast allen BWUÖLU dyn ebeanlls schon sehr JLstikJMLk] Errori ch Vorjahrcö. Jm Fiskaliabr 1882 Winden crrbrrirr wolicnc Kleiderstbffc im Wcrth rrn 416 653,05 Dosi. In 1883 (*slirf sick) dir Ausfuhr abcr auf 598 298,75 Toll.; drr Errrrt an mufikalisibcn In- sirumcriicn ist gcsticgrn rrxi 70000 auf 82 000, in gc- irbrkxirtsn Blumen, Sämcrricn, Gräsrrn von 8500 01-17 29000 Doll„ Jmstrmncnicnlrdrr wr. 4.979,07 auf 9689,11D0[l. :r. Eine Ab- nahme rrciscn nur auf Glacecbandscbubc _ rrn 12956429 Doll. aui 12366596 _ urid Prrchari _ von 13 996,41 D00._a1:s 1284401. Tir Gcsammizunabmc ch Erroris nach den Versinigtsm Staateii betrug im Jahre 1883 214 794,28 Doll.

Amtsblaii dcr; RcichL-Yrstamis. Nr. 54, _ Inhalt: Vrrfsigung vom 3. Okwbcr 1883, Einfuhr Und AUÖsubr rrn Pflanzcn U. s. w. in b;). aus Donibbiand. _ _

Annalen "der Hddrograbbic und Mgriiimcn Meteorologie H(fr. 7111. _ Jiihalr: Abs dcn _Ncqcbcricbtcxi 'S. M. S. „Elisaberh“, Kabi. ;.Scr Hoümann. _ Dic drei_norw_c- gischen Nordmerrcrperirioncn 1876_78. ]. __Bemcrkizxisxcn chr die MrsrrÖströmUnarn und Témrsratiiren dss ]üdatiqntiicben Ozeans südlich von 30“) SuBr.ur1d trustlicb von 300 W.:Lg. Von Dr. O. Krümmel. _ Dic Wiiide Und Strömmigrxi im der Karimatqsiraszc (Mittheilung bon drr Tcuisckwn Serwarlc). _ [i_ébrr das Austrercn dcs Treibcifes im nordatiantisiben Ozean im Frubling 1883 (Mir- thcilung von de: Druiscbrii S_cwarte). _ Beobachtungen vori Ohrr- flächentemberatureii im atlantiichen Özkan. ___Orkan vom 24. und 25. März 1883 zu Aria, Samoainicln. _ Tiki]rc-Phoiothermomrtcr. Von Dr. Hugo Michaciis. _ Eingänmc von meteorologischen Forik- nalcn bei der Dcutsrbcn Secwartc im Monat April_1883. __ Vcr- gleichende Uebersickxt dcr Wittrrung deß Ykonats Mar 1833 in Nord- amerika und Centraßurrba (Mittheilung von der Dcut1cheii Sce- Wrtc). _ Kleine? bbdrographischc Nojizcn. _ TQÖLÜLU. _ Karten- beila en. _

?Dcfi 1x. _ Jiibalt: Metcrrologiscbc und PhbsisÖ-ozraniichc BeobaibtUn-ZM in dcm amerikaniicb-arktiscben Arkyibel in den Jahren 1819_1854. _ Metrorologiscbe und physiscb-ozeanixckye onbalbtimgcn während der Expedition der „Vega“ 1878/79 u_nd i_m Winterquartirr zu Scrdze kamen (Pitlekaj). _ Aus den Rei]eberrchten_ S. M. S. ,Carola', Korv.-Kapt. Karcher, und S. M. Kbt. ,Hi»a1_1€*,_ Kart.- Licut. Geissler (November 1882 bis Februar 1883). _ (Zixigmmc von meteorologischen Journalen bei der Deutschen SecWartc im Monat Mai 1883. _ Segrlanwrisunß für Bahia Blanca. Port_Bc[granb. Ostküste von Süd-Amerika. _ Beschrctbung der Hafen Jolo, Mainbun, Séassi, Bongac) und Sandakan. Sblu-Jnicln. (Aus den Reiseberichten S. M. Kbt. „Wolf“, K'aP1.-_Lteut. vox) Raven) _ Zusäxxc zu der Beschreibung drs östlicbcn Thetlcs dcr Tingar-Srraßo. xzapanische Inseln. _ Stromrerschungcn auf der Route vvn_ Europa nach dem Meerbuseu ron Guinea. (D. S.) _ Witterrmg m Levuka auf drr Jnscl Ovalau (Fiji-J.) vom 5. Januar bis_ 28.25ebruar 1883. (D. S.) _ Orkan zu Avia am 24. und 25. Marz_1883. __ Ver- leicbende Uebersicht dcr Witterun des Monats Juni 1883 in Nord- Jlmcrika nnd Central-Europa. („ ittherlung von der Deutschexi See- warte.) _ Kleine hydrographiscbc Notizen. _ TabeÜen. _ Karten- beilagen.

Kunst, Wiffensthaft und Literatur.

Die Gemäldegalerie des Königlickzcn Museums hat wiederum ein Meistcrwerk Rembrandts käuflich erworbrn, Welches aus dem Jahre 1655 stammt 11110 in feiner Charakteristik d_ie Scene aus der heiligcn Srbrist därftcklt, d:: die Frau des Kammcrcrs Potirhar den Joseph rrr ihrem Manne verklagt. Fgrbcntiefe und goldige Lichtwirkungcn find dic Haartrrrzügc dcs Gemaldes.