1883 / 262 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 07 Nov 1883 18:00:01 GMT) scan diff

_ Dem Kreise Randow im Regierungsbezirk Siettin isi fiir die im Bau begriffene Chauffre, welche von Pencun über Sommersdorf und Grünz bis zur Prenzlauer Kreis- grenze führt, gegen Uebernahme der künftigen chauffeemäßigen Unterhaltung derselben, das Recht zur Erhebun des Chausseegeldes nach den Bcstimmungen des Chau eegeld- tarifs vom 29. Februar 1840 einschließlich der in demselben ent- haltenen Bestimmungen über die Bisteiungen sowie der sonsti- gen, die Erhebung betreffenden zusäßlichen Vorschriften _ vorbehaltlich der Abänderung dcr iämmtlichen vorausgeiührten Bestimmungen _ verliehen worden. Auch sollen die dem Chauffeegcldtarif vom 29. Fekruar 1840 angehängten Be: stimmungen wrgen der Chauffeepolizeivergehen auf die gedachte Straße zur Anwendung kOMMM.

_ In Bezug auf die Bestimmung des §. 142 Thl. ]. Tit. 8 des Preußischen Allg. Landrechts, nach welcher der neue Bar vor drr: Fenstern des Nachbars soweit zuriick: treten muß, als der Nachbar noch aus den unacöffnexen Fenstern des untern Stockwerks den Himmel erblicken könne (diese Besim-mu-ig ist für Berlin, welches seine Spezialbau- ordnung hat, nicht maßgebend), hat das Reichedericht, K*". (Zivilsenat, durch Urtheil vom 19. September d. J. aus: gesprochen, daß der neue Bau nur sowrii zurückzutreten habe, daß irgend eine Person, wenn auch nicht der Nachbar selbst oder andere Personen, in dcr brichriebenen Weise zur Er- dlickung des Himmels im Standesri. „Denn dad Grieß will dem Nachbar kein_e§weg§ den Anilick des Himmcls sichern, sondern nur daiür iorgen, daß dem betreffenden Grmaci) da?, unent- behrliche Quantum Licht zugeführt werde. Das; dies der FA], sol] angxnommen werdrn, wenn in der ganzén Breite drs Fenstrrs direkte Lichistrahlen vr-m freien Himmxl durch die Scheiben fallen. Das Vorhandensein dieses Erforderiiisies aber wird dadurch erwiesen, daß irgrnd cin Mexxich den Him- mel wirklich durch die Schciirn erblickt hat. Darans, daß der Gerickgtsfchreider und der Sachverständige nicht im Stande gewesrn sind, den Himmel zu erblicken, folgt in keiner Weise, daß der Richter ihn nicht wirklich erblickt hat. Blribt aber letztere Thatsache bestehen, so crscheint es rechtlich gleichgültig, sldckandxre Personen außer Stunde sind, den Himmrl zu er-

en.

_ Der Fiirstrrzbischof von Prag, Kardinal Fürst von Schwarzenberg, hat den früheren Fürsterzbischöflichen Vikariat- amts-Sekretär, Fürsterzbischöflichen Notar Ernst Hoffmann in Neurode zum Großdecdanten Und Fürsterzbiscböf- lichen Vikar in der GrafschaftGlaß ernannt, nachdem von drm Fürsterzbischof zu diesrr Ernennung die landesherrliche Genchmigmig nachgcsucht und die leßtere unterm 6. Oktober 11. J. ertdeilt worden ist. Der _Großdechant und Fürst- erzbischöfliche Vikar in der Grafschaft (8103 ist nach Maßgabe der bestehenden Bestimmungen zugleich Ehrendomherr an der Domkirche zu Breslau.

Hannover, 5. November. (Nrue Hannoversche Ztg.) In der heutigen (7.) Sißung des hannoverischen Prdvmzial-Landtages berichtete als Referent der Kom- mission der Abg. von Hammerstein-deten 111er die Bestim- mungen iiber Auseinanderseßung der in den Kreisen zuverernigendenWegeverbändenebstdenKommissions- anträgen. Derft-lbe führte aus, daß die Provinzialftände bei der Be- rathung der KrÉiSordnung die Uebergangsbesiimmungen, welche nothwendi seien, wenn die Kreisverbände an Steüe der bis- herigen egeverbiinde treten würden, aus dem Entwurf ent- fernt Und die Köwgliche Staatsrrgierung ersucht hätten, die nothwendige AUSemanderseßung durch ein besonderes Gesetz zu regeln. Die Königliche Staatswgierung habe indessen die schon im Entwurf der Kreisordnung enthaltenen und damals vom Provinzial-Landtage ausgeschiedenen Bestimmungen noch eitimal zur Berathung vorgelegt. Die Kommission empfehle jrßt m1t6 gegen 3 Stimmen dem Landtage, den früheren Standpunkt zu verlassen und die UebergangHbestimmungen mit in das Geseß über Einführung der Kreisordnung aufzunehmen. Für diesen Kommissionsbeschluß sei maßgebend gewesen, was auch die Königliche Regierung in der Begründung des Entwurfs betont habe, daß die „TLätigkcit der Kreisverbände sehr ge- schädigt würde, wenn sie ormell und rechtlich zugleich Wege- verbände bildeten, jn prsxj aber nicht als solche fungirten. Er bitte Namens der Majorität der Kommission, daß unter aÜen Umständen der Landtag dafür eintreten möchte, daß die Kreisverbände auch zugleich Wege- verbände würden., Zuvirl Verbände durcheinander lähmten das genossenschaftliche Leben in den einzelnen. Augenblicklich existirten in der Provinz Amtsverbände, Kreisverbände und Wegeperbände neben und durcheinander, und die Folge sei, daß in allen dreien das kommunale Leben sich nicht so ent- wickelt habe, wre man im allgemeinen Interesse wünschen müsse. Dieser Uebelftand werde gehoben, wenn an StelLe aller drei der einzige Kreisverband trete.

A 1 Nach längerer Debatte steUte der Abg.Ludowieg folgenden 11 rag:

Der Königlichen Staatsregierung die Erklärung Von 1881 zu wiederholen, in welcher die Bitte ausgesprochen sei, daß die Ueber- angsbcstimmungcn Wegen Zusammenle ung der bisherigen Wegever- feind? der in Aussicht genommenen egegesetzgebung vorzubehalten

en.

Dér Abg. von Bennigsen beantragte, mit Rücksicht auf nochmalige Besprechmtg Über Ludowiegs Antrag, heute in die Spszialdiskussion nicht einzutreten, womit das Haus ein- verstanden war.

ES, folgte hierauf die Berathung des _ bereits mitgetheilten _ Urantrags von Rössing, die Provinzial- ordnung für Hannover betriffend. Nachdem der An- tragsteÜer seinen Urantrag eingxhend befürwortet halte, ver- tagte sich nach kurzer Debatte das Hans auf Dienstag 11 Uhr.

Bayern. München, 6. November. (Al]g.Ztg.) Bei der Landtagsersaßwahl inWeiden wurde an Stelle des ver- storbenen Abg. von Schlör der liberale Kandidat Frhr. von Litrißktnfels:Thumsenreuth mit 58 von 111 Stimmen gewa .

Württemberg. Stuttgart, 6. November, (St.:A. s. W.) Der König hat heute die Präsidenten der beiden Kammern, Fürst von Waldburg-Zeil-Traucbburg imd Landgerichts-Direktor von Hohl, in Audienz empfangen. _ Der kommandirende General ddr- )(111. Armee-Corps, (He- nqral der Infanterie von Schacht-Meyer, feierte gestern sem 50jähriges Dienstjubiläum. Ulm, 5. November. Der neu restaurirte Chor des iiinsters wird am Sonnabend feierlich eingeweiht werden.

Sackfeu-Weimar-Eifenach. Weimar, 6. November. (Th. C.) Der Großherzoa hat sich gestern von hier nach Eisenach begeben, um dort während dieser Festwoche, die in der alten Lutherstadt besonders fcierlich begangen wird, Aufenthalt zu nehmen. Dem Zuge der Bürgerschaft Eisenachs nach der Wartburaéam Sonnabend, und der Feierlichkeit auf der Burg selbst werdeii auch die Erbgroßherzoglichen Herrschaften bei- wohnen. Die Großherzogin trifft heute Abend von Heinrichau hiersslbst ein.

Oesterreich-Ungarn. Wien,6.November. (W.T.B.) Dervereinigte Vierer-Ausschuß der ungarischen Dele- gation verhandelte heuie über das boSnische „Budget, welches der Reichs-Finanz-Minister Kalloy begründete. Der- selbe gab ein Exposé über die administrative und finanzielle Lage der okknpirten Provinzen, welch€s mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. _ Auf die von Einzelnen an ihn gerichteten Fragen erwiderte der Minister: er habe über die allgemeine Lage der okkupirten Provinzen keine Vor- lage eingebracht, weil seit der von seinem Amtsvorgänger vor zwei Jahren gemachten Vorlage wesentliche Aenderungen in der Organisation nicht eingetreten seien und weil die während seiner Amtirunaringetretenen Veränderungen schon in der vorjährigen Session cine anéZführliche Besprechung erfahren hätten. Das; die Einkünfte der okkupirten Provinzen die sämmtlichen Ausdaben derselben iiicht deckten, könne er nicht leugncn. Dis Kosten der militärischen Besetzung wiirden von der Monarchic getragen. Das Zollpanschale, welchrs BorZ: nién urid die Herzegowina in Folge ihrer Aufnahme in daS gemeinsame ZdÜgcbiet von drr Monarchie erhielten, sei auf 600 000 Fl. festgestc-Üt; nach den ULULstSU Auswsisen sdÜten die okkupirtcn Provinzen nach dem Waarenverkehr eine ZoUeinnahms von 1 600 000 F1. habs", da diese Waarcn aber ansichließlicl) aus beiden Staaten der Monarchie einge- fiihrt würden, so genieße die Industrie und der Handel der Monmrcdie den Vortheil, und es seien demzufolge jene 600 000 F1. kein Vcrlust fiir die Monarchie. Die Auslagen fiir das bosnische Centralbureau wiirden aus drn Einnahmen der okkupirten Provinzen gedrckt. Die Frage, ob die geplante Vrrminderimg des Trupp:1istandes gerechtfertigt fei, sieh? mit der Rekrutirung, mit der Flückitlingsfragc», mit der Gensd'armerie 2c. im Zusammenhang. Von den 2500 au?- der Hérzegowina Grflüchtetcn seien in Folge der abwartendrn Haltung der Regierung bereits mehr als 2000 zurückgekehrt und hätten das Versprecben abgegeben, sich friedlich zu ver: halten und sich der Rekrutirung nicht zu widersißen; dieselben seien thatsächlick) auch zu Hause geblieben und härten ein fried- licher Leben geführt; nur noch wenige Personen, darunter hauptsächlich die Jnsurrekiionsführer und solche, die dem Räuberleben ergeben seien, befänden sich außer Lanch. Die freiwillige Rückkehr und Unterwerfung der Flüchtlimxe habe einen günstigen Eindruck auf die Brvölkerung gemacht, so daß die zu Anfang vorigen Monats begonnene Rekrutirung von besserem Erfolge, als man gehofft, begleitet gewesen sei. Die Rekrutirung sei im ganzen Lande innerhalb Monats- frist, in der Herzegowina binnen 18 Tagen beendet worden. Zur Beschleunigung derselben habe man die Affentirungs- kommission um 2 Mitglieder vermehrt. In der Herzegowina

„und im Dist kt Serajewo sei das Kontingent vollständig ge-

deckt; die Re rutirung sei nicht nur ungestört, sondern theil- weise unter freudigen Kundgebungen verlaufen. Ohne daß man die noch vorhandsnen Schwicri keiten verhehle, könne doch konstatirt werden, daß die Vsrhältni 6 schon ]“th eine viel bessere Wendunggenommen hätten. Aus den ausgehobenen 1200 Rekru- ten seien, wie im vorigen Jahre, 4Compagnien gebildet, die nicht in diese Compagnien EingesieÜten seien der Gensd'armerie, dem Train odrr den Streifkolonnen zugetheilt worden. Die bosnischen Compagnien in Seraiewo hätien in seiner Gegen- wart üderrasckyende Proben militärischer Ausbildung an den Tag gelegt. Die Vrrpflegrmg sei gut; für die Mohamedaner und für die Christen destek)?- eine besondere Küchs. Die Dis- ziplin sei aithezeichnet, Descrtionen und Strafen kämen selten vor. Der ruhige Verlauf der Rekrutirung, die Entwickelung der Gensd'armerie und die Aufrechterhallung der Streifkownnen berechtigten zu der Hoffnung, daß die Ordnung und Ruhe auch mit weniger Soldaten aufrecht zu erhalten sein werde, wenn keinerlei größrre Agitationen zu besorgen seien. Hierzu sei die Grnsd'armeric von der größten Wichtigkeit; eine Vermehrung derselben werde freilich rrst bei einer Steigerung der Kapital- kraft des Landes möglich sein. Die Streifkoionnen seien ebenfalls von großer Wirksamkeit, und auch deren Vermrh- rung bilde cine unerläßliche Vorausseßung der Truppen- reduktion. Die Vsrmessungßarbeiten würden im nächstenJabre beendet sein und eine Kostenersparnis; ermöglichen. Die Besiß- und Ertragswerhäitniffe kömxtsn aber nicht Plößlick) geändert wer- den, und eine Steuerreform sei nur bki größter Vorsicht und nur allmählich durchführbar. Die Steuern und Steuerrückstände gingen _ wie aus einem heute eingrgangenen Berichte her- vor ehe _ gut ein, obschon dieses Jahr nicht gerade ein sehr gi'm iges gewesen sei. Die Forsten bildeten den größten Schuß der okkupirten Provinzen; mit ihnen wrrde bei Gewinnung größerer Kapitalien und rationeÜem Vorgehen ein großes Ge- schäft zu machen sein. Hoffentlich werde es gc-lingen, Kapitalien aus der Moriarchie heranzuzirhen; habe ja doch erst jüngst die Wiener Uniondunk in Serajewo eine Vankfiliale mit 2 Mil.- lionen errichtet, die den Provinzen hoffentlich zum großen Vor- theil gewichen Und der Unionbank selbst einen berechtigten Nußrn gewähren werde. Die Einführung des Hypothekar- geschäfts sei von der größten Wichtigkeit. Das vorjährige Budget sei olme Defizit gewesen, hoffentlich werde auch das diesjährige dhn'e Defizit sein. Für das nächste Jahr sei kein Defizit präliminirt, weil die Einkünfte nicht nur überhauptcin- f(össen, sondxrn weil auch einzelne Posten, wie beispielsweise das Salz, eine Erhöhung zeiatrn. Die Tadackproduxtion babesick) bedeutend ausgedehnt. Das vorliegende Budgst beruhe somit auf einer realen Basis, Der Bau von Eisenbahnen seiwünfchens- werth; namentlich wäre es wichtig, wenn man aus BoMien und besonders aus der Hcrzegowina an das Meer gelangen könnte, um den Holzexport und den Crport von Montan:Erzeugniffen zu steigern, welch letztere eine bcdeutende Ertragsqueüe bieten würden. Die Frage, ob das Zustandekommen einer Eisenbahn von der Save die:; zur Adria dem Verkehr Fiumes schaden wrrde, sei, da die geplanten Bahnen doch nur schmalspurige irin könnten, mit einem entschiedenen Nein zu deantwortrn. Was die Polemik zwischen dem orthodoxen Metropoliten Und dem katholischen Erzbischof inSera1ewo anlange, so sei dieselbe durch die unrichtige- Auslegung der Wirksamkeit des patriotischen Hülchvereins für Vosmen entstanden. Die Regierung habe

es als ihre erste Pflicht betrachtet, die Gleichberechtigung der verschiedenen Konfession 'zu wahren und Allen gleiches Wohl- wollen und gleichen Schutz zuzuwenden. Die am [September erfolgte Einführung der neuen Prr-“eßordnung, namrntlich des neuen Vagatererfahrens habe bereits sehr günstigen Erfo

gehabt, und die neue Rechtßpflege erfreue sich großen Veifalis, _ Der Vierer-Ausschuß 'der Delegation hat dann unter Streichung eines unerheblichen Betrages den Okkupationskredjt mit dem Gesammtbetrage von 7 307 000 F1. angenommen.

Schkwiz. Bern , 5. November. (N. Zürck), Ztg.) Die Kommission für die VerfassungSrevision hatfol- gende Beschlüsse gefaßt: Die Stimmfähigkeit und Wählbarkeit sind auf das zwanzigste Jahr fest eseßt. Kantonsbürger Und Schweizerbürger erwerben nach rcißigtäFigem Wohnsißidje Stimmberechtigung in kantonalen Ange egenheiten. jchx stimmberechtigt sind: kriminell oder korrektionell Verurtheilte„ wegen Liederlichkeit, Verschwendung, Geisteskrankheit, Blöd: smn Vevormundete, dausrnd Almosengenössige. Vergeltstagte, wenn das Gericht Selbstverschulden konstatirt, sind bis auf zehn Jahre im Aktivbürgerrecht einzusteÜen.

_ 6. November. (W. T. B.) Der BundeSrath bat den zum Bisthum VasYel gehörenden Kantonen eine Konferenz zur Regelung der Diözesan-Angelegenheit vor- geschlagen.

Frankreich. Paris, 5. November. (Fr. Corr.) Der Marine-Minister hat von dem General-Gouverneur in Cochinchina,Thoms0n, nachstehende Depesche erhalten: „Die Festung Ninh-Binl) (mit einer Bevölkerung von 40000 Seelen) und die kleine Stadt Quanqu-Jön find bsscßt worden, ohne daß unsere Truppen auf den geringsten Wider- stand gestoßen sind. Die Bestimmungen dex, Vertrags von Hue werden in dem Centrum dcs Delta's gut zur Durch: siihrnng gebracht, aber es ist ein gleiches damit nicht der FW in den beiden nördlichen Provinzen; diese sind vom Feinde okkupirt.“ Ein zw sites Tele gramm deS Gouverneurs von Cochiuchina melddt, daß der „Tongking“, der ein Bataillon algerischer Tirailleurs und ein Bataillon drr Fremdenlcgion an Bord hat, am 29. Oktobkr Singapore mit Kurs auf Haiphong ver- lassen hat. _ (Gerüchte von der Abderufmig des Cioilkonimissars Harmand und von der Ernennung eines neuen Oder-Kom: mandanten der Truppen in Tatigking sind in den leßteu Tagen wiederum vrrbréitet gewesen. Wie aus zuverlässigen Qurlien verlautet, ist jedoch von einer Rückkehr des Hrn. Harmand nach Frankreich durchaus nicht die Rede. Ebenso dürfte der Grneral Bonet nach Tongking zurückkehren und sein bisheriges Ober-Kommando wiedér übernehmen. Bis dahin führt zunächst der C0ntre:Admiral Courbet 'das Obcr-Kommando der Ex: peditionS-Cdrps.

_ 6. Nowmber. (W. T. B.) Der Senat hat die Vorlage, wonach für Gold und Silber eine vierte Fein- gehaltstufe eingefiihrt werdrn soll, in erster Lesung an: genommen.

Von der Deputirtenkammer wurde die Verathung des Munizipalgeseßes fortgeseßt und in die Berathung dcr Amendemrnts eingetrrten, welche auf eine kommunale Autonomie für VariS sowie auf die Errichtung einer Central- mairie abzielen. Der radikale Deputirte Lacroix vertheidigte die Amendswcnts welche das Ministerium bekämpfen wird. Die Debatts wurde schließlich auf nächsten Donnerstag vertagt.

Spanien. Madrid, 6. November. (W. T. B? Wie verlautrt, bat Marschall Serrano dsn ihm ange otenen Pariser Botschafterposten angenommen.

Türkei. Konstantinopel, 6. November. (W. T. V.) Der Kommandant des englischen Geschwaders, Admiral Hay, wurde mit seinem Stabe. heute vom Sultan in Aydie'nz empfangen und darauf mit dem Botschafter Lord Drifterin vom Sultan zur Tafel gezogen.

Amerika. New-York, 6. Novemder. (W. T. B.) Bei den heute stattgehabten Wahlen siegten im Staat Massachusetts die Republikaner. _ In den Stiidten Richmond und Danville find militärische Vorsichtsz maßregeln getroffen worden, um etwaigen Ruhestörungen bei Gelegenheit der heute im Staate Virginia stattfindenden Wahlen vorzubeugen.

Zeitungsstitmuen.

Die „Bremer Handel-Zzeitung“schließbihre monat- liche Rundschau wre folgt: _

Bastiat erzählt in einem seiner geistreichen Esiays in launiger Wcise,_wie jeder Stand die Dinge nur nach seinem besdndcrcri Intereiie beurtheilt. Ein Lickztzielxcr scheint ganz veriieft m das Wunderbare Schauspiel dcs Sonnenaufganges, und während alle meinen, er sei entzückt von der glänzenden Naturerscbeimmg, denkt er in seinem Innern: Wie viele Wachskerzen könnte ich verkaufen, wenn man dieses Gestirn verhängen würde. Aehnlich derrkt der Volkswirib, der Jndustrieüe, der Kaufmann: Wie viele produktiv thatige Menschen könnixn ihre Kräfte zur Erzeugung von Wirthschaftsgiitern verwenden, wenn 11? 11115 nicht der Militärdienst entzöge, und sie Alle Vereinen sikh mit deli Klagen des unzufriedenen Sozialisten, Welcher den Militariöuruß ab; die Wurzel aÜes Uebels bczeichnrt ..... Aber wer die PoltilsÖM Verbältniffe als gegeben binnimmt, und den nationalrn Standpunkt vertritt, der wird die Opfer auf sich nehmen müssen, um die BMW gung der dcuischen Einheit und unserer staatlichen Siellung zu ermögliÖCN- und man voÜbringt wahrlich keine Pairiotisckye Pflicht, 1vcnx1_mä" mit Absichtlicbkeit die wirthschaftliche Lage alH durch die Uskiliiarlcxk,t untergraben hinstrUt. Die Errichtung des deuticben Reiches bat gewiß unsere Sieucrlasten beträchtlich erhöht; aber der wirtbschaftlicbeAus“ schwung in Deutsckoland bemeist, wie die bei dieser Umwälzuncnx 8?“ rvonncncn Vortbcile auch in ökonomischer Hinsicht bedeutend uber- wiegen, und zeigt wieder, von welchcr Bedeutung für das wirthscbqft“ liche Volksleben die staatliche Unterlage ist, wenngleich der ursachll Zusammenhang beider Faktoren nicht drm oberfiächlicben Beobach in die Augen falicn mag. Die Finanzen bikden aucbin dcr Gegenwaki- wie Friedrich der Große fie nennf, den Puls des Staates, oder, wn Richelieu sicb ausdrückt, den Punkt des Archimedes, von welchem 9115 die Welt drivegt Werden kann, und ein genialer Praktiker, wie Furst Bisinarrk es ist, konnte unmöglich die Grundbedingung unserer staat“ lichen Beständigkeit Verkennen. Als vor 4 Jahren die Zuschuffx “ck19 der französischen Kriegskosten-EnisÖädiguug nicht mehr so retchl§ch floffen und ein Drfizit Zick) dauernd einzustellen drohte, meinte maki)"1 Auslande, daß Deutsch and sein gewa1tiges Rüstzeug auf die Dauerintébt zu fraßen rcrmöcbie, und derniutbete in ihm den künftigen Frieden?“ störrr, welcher sein derzeitiges [Lebergcwicht möglichst bald sells“? zu machen trachten wiirde ..... Schwer ist allerdings auch uns?“ Steuerlast und wir werden im Falle der Notbrvendigkeit eine 119 Höhere auf uns zu nehmen haben; aber wer sagt, daß diese Last?" unser Land ruiniren werden, drr spricht Angesichts der Thatsache" eitel Phrasen; Unsere Industrie erfreut sich w1ckL[UUJ. unier Handel drbnt sich aus und dir industriellen Erwerbs“

einer günstigen EU“ ,

elemente erfahren eine stete Erweiterung. Wer demnach in erster Linie Deutscher und nicht Parteigänger ist, hat wahrlich keine Ursache, über die Auksicht tn die wrrthschaftlicbe Zukunft unseres Landes in Pessimi5mus zu verfallen!

_ Im „Hannoverschen Courier“ lesen wir Fol- endes: g Das neue'Krankenkaffengeseß tritt bekanntlich, „soweit feirte Be- stimmungen die Beschlußfassung, über die statutarische Einfuhrung des Versicherungßzwangs und die Herstellung der zur Darchführung desselben nothwendigen Einrichtungen betreffen. am 1. Dezrmber d. J. in Gültigkeit. Je mehr dieser Termin beranrückt, um so lebhafter wird die Agitation v_on sozialdemokratischer und gewerkvereinlicher Seite, um den Arbeitern die richtige _Siellung und Haltung gegen- über dem nenen_ Gesetz anzurvcijen. Von beidkn Seiten wird den Arbeitern naturlich vorgeredet, daß das Gefeß ein grundscblecbtes sei und nur eine neue Bevormundung und Belastung der Betroffenen in sich schließe. Ailein nachdem einmal das Prinzip des Versiche- rungszwangs gesetzlich festgrstellt ist, helfen solche Klagen und Vor- würfe tbatsäcblicb nichts. Das sehen auch die Agitaiorcn ein, und fie sind nun bestrebt, das für ihre Zwecke anz bcsten Dicnlicbe aus dem Geseß zu machen. Es handelt ii.!) jetzt darum, bei welchen Gattungen von Krankenkassen die Arbeiter ein- ircten sollen , und da wird ihnen von den sozialdemokrnii- schen und forischrittlichen Wanderredncrn na!."irlich ailein der Beitritt zu den unter iozialistiscber odcr geWerkvereinlicher Leitung Lebenden freien Kaffrn Empfohlen, im Gegensatz zu den obriakeitlicben und Fadrikkrankcnkaffen, welche allerdings den „Vortheil bieten, das; die Arbeitgeber ein Drittel der Beiträge zu leiitcn haben. wofür aber auch den Arbeitgebern und (Hemeindebehörden bei Aufstellung der Siatnien und bei der Verwaltung der Kassen größere Rechte einge- räumt smd. Es herrscht in dieser Agitation das offenbare Bestreben, das (Gesetz im Parteiintercffe außzubeutm und durch die Kranken- kassen eine neur Handhabe zur Beeinflussung und Beberrscizimg der Arbeitermaffen zu gewinnen. Die adgewir'rdsäoaftrte gc:- werkvereinlicbc Agitation des Dr. HirsÖ, vor dissen Kassen jetzt fori- schriitliche Blätter dringend warnen, wird wohl nur bescheidrne Er- “folge erzielen. Mehr Beifall Wkrdrn oierweifc-l dic sd„zialdemokra- tischen Agitatoren finden. VicUcicdt wird gerade di? Erweiterung und Reform des Krankenkaffenwescns ein Mittel zur Bcfcstigung dcr iozialdcmokratiscbcn Orgianisation Werden. Bebel und andere Partei- führer haben diese Hoffnung deutlich auégesprockzrn. Indessen diesc Möglichkcit war bei der Zulassung der freicn Kasien voraußzuiehcn, nnd die Brschäftigung mit praktischen Aufgaben kann auf der ander Seite auch nur dazu beitragen,_daß die Sozialdrmokratie sick) aufden Vodrn “der reaken Verhältnisse stellt und positiv an der Hebung der maie- rieÜen Lage der Arbeiter mitwirkt, Und das wird auf alle Falle em Gewinn ieiii. Die wodltbätigen Wirkungen des Krankenkaffcngescßcs werden schließlich aucb bei den Versuchen, dUsselbe im politischen Parteiiniereffe aquunuHen, nicht verloren gedrn, dafür sind im Gesetz genügende (Garantien gegeben, (und Wenn die freien Kdsmi leisten, was das Grieß von ihnen Verlangt, so können wir ihnen nur wünschen, daß sie gedrihen mögen. Die Form, in Welchrr eine bessere Unicr- siützung in Krankheitsfällrn gervährt wird, ist Nebensache, dir Haupt- sache ist die Sicherheit dieser Unterstiitzung selbst. Welchen Entwicke- lungSZar-g das Krankenkassenwesen auf Grund des muen Geiexcs nedmrn, welche von den verschiedenen Formen der Krankenversicberuxig am meisten AnWendung finden wird, kann Heute Niemand übersrben. Wir sind abcr überzeugt, daß in allen Formen der große humane Gedanke, der dem Gesey zu Grunde liegt, sich in der praktischen Be- währung als segenSreich erWeiien wird.

_ Dew „Djeutschen„Handelsarchiv“ Hannover (im August) grschrieben:

Die Mühlen in der Umgegend von Hannover. insbesondere dic- jenigen, welcbe zugleich Dampfkraft verwenden, haben gute Geschäfte gemacht. Es war im AÜgemcinen großeNacbfragx nach Mehl, dadcr die Preise anzogen und nicht unbedeutende Vrriendungen nur!) dem Rhein und Süddeutschland stattgefunden haben. Auch die Abfälle dcr Mühlenvrodukte erzielten gute Prriie. Gerinaere Erfolge standen denjenigen Mühlen zu Seite, Welche nur mit Wasserkraft arbeiten, weil der Wasserstand ein niedriger war; jedoch war auch für diese der Betrieb bei der guten Nachfrage ein durchaus lohnender.

Die Ziegelxien fanden lohni'ndc Beschäftigung, denn wäHrend in drr gleichen Periode des Vorjahres die Preise auf 18 bis 20 „M ZandiZnMVchertheten sie ihre Produkte im lcßien Quartale zu 24

is :.

Bei den Kalkbrennereien kann man die Beschäftigung eine vor- zügliche nennrn; dieselbe war nicht nur Line kiinr-siäycndc, sondern auck) durch bessere Preise cine lohnendere. Neue Anforderungen treten fast täglich an sie lwran.

Das Geschaft in Steinkohlen hat gleichfalls eiiie Aufbesserung aufoWeisen.

Der Konsum in künstlichen Dungstdffen, Welcher von Jahr zu Jahr erheblich zunimmt, wies auch im Verhältniß zum Vorjahre rine Vermehrung nach, nawentlich ist es der Chilisalpeter, der sich ins- brsdndrre fiir die Rübendüngung mehr und mehr in den Vordergrund gedrängt hat. Die chemischen Fabriken haben genügende und lohnende Beschäfiigung gefunden. Die Asphaltfabriken haben auSreickpend zu thun. Die Deutsche Akphalt-Gesellschaft hat im ersten Semester dieses Jahres etwa 10000 Centrex: mehr, als im gleichen Zeitraume des vorigen Jahres abgesetzt. Von der Cementfabrikation lirß fich aiich nur Günstiges sagen; sie konnte kaum den Aufträßen nach- kommen und exportirte auch viel überseeisch urid zwar nach Schweden, Norwrgen und Amerika. _

_ Nach Verlauf mehrerer Jahre ist endlich einmal wieder über eine sirigermafirn gute Sdmnierledermeffe zu berichtrti. Die seit einiger Zeit im ercrgeicbäft sich brmerkbar machende besiere Stimmung hat sich (ich) in der Mcffe fortgesetzt. Die Zufnbren wgrcn sebr mäßig; mami): Fabrikanten, die seit dem Bestehen der Mes]: derselben stets W_aaxc zagcfülwi, hatten ihre Vorräthe vor derselben zu Haus an Yandler verkauft und WÜkén ausZeblieben, viele hatten ihre Stadel reduziri. Ganz besonders fehlte Sohlkeder, wovon etwa 25 0/0 weniger angebracht war, als letzte Sommermeffc, _ebenso War es rnit Brandsoblledrr; 0uch Bache, Fahlleder und Kipse waren weniger am Piatze. Im Allgemeinen kann man annehmen, daß die Preise, abgesehen von der besseren Trocknung, 50/0 [)ökyer waren, als letzte Wintermeffe. Wenn die Preise auch höher waren, so ließen “fie dem Gerber dchy noch keinen großen Nutzen, da die der R01)- waare sehr 506) sind. Die allgemeine Anfixixt ist, daß seit einem Iadre weniger Leder umgearbeitet Wards; dirier Umstand in Ver- bindizng mit einrr guten Ernte läßt cin guies Herbst- und Winter- Jkschafx ernmrten.

„_Dxe Brauereien erfrruen sich eines flotten Betriebes. Die Malz- dxetie imd normal, die Hopfenpreiie aber elwa 200 .“ pro Centner hoher, gls im Vorjahre.

_ Die Maschinenfabriken sind andauernd gut beschäftigt und mit Auiiragen reichlich versehen. Die Konkurrenz ist jedoch eine große Und ldifen daHer die Preise immer noch zu wünschen iibrig. Nur diejenigen Fabriken, Welcde Spezialitäten anfertigen, konnten einen brffercn Verdienst aufrrcijen. Ein Gleiches läßt sich von größeren Eliengießereien sagen.

Die Gmnmiwaarcnfabrikcn sind andauernd ausreichend beschäf- ng urid konnten den Anforderungen, welche an sie herantraten, oft nur mti großer Anstrengung nachkommen. Die Robgummipreise find [ck? Hoch imd die Verkaufdprcise der Fabrikate [affen zu wünschen Ukklß- Dre Fadrikrn sind dcshalb gezwungen, darauf Bedacht zu Uehmrn, Weitere Fortschritte in der Fabrikation zu machen und einm Iwßexen Mehrumsa zu erzielen, Wenn sie den bisherigen guten

wird aus

uxxcn erreichen wo en.

, „Die Gcschäfirlage der Papierfabriken ist rine günstiße. Sie sind [*,mretcb'end besckxästigt und haben ausreichende Aufträge. , Die Hannoversche BaumwoÜ-Spinnerci und Weberei War auch “*.* abßelcirlfenen Quartal auSreichend beschäftigt und liegen für die "“Wie Zeit noch erhebliche Aufträge zur Effektuirnng vor. Die

Garn'preise find gute geblieben und erblickt man bikrin ein Anzeichen fur e'"? fich allmählich vonziebende GeschaiTSHefferung. _

Dr_e Laue der Webereien, nutzten'tlich, aber die der mechaniichen Webcrri zu Linden, welcbe hauptsachlich m Betracht kommt, ist im Ganzen als eine günstige zu bezeichne". Dkk Konsum bat fich immer mehr der aeringwertbigen Waar_e zugewendet, und wenn auch im vorigen Jahre in Folge des starkeren Begebrs nacb Sammst die Preise etwas gkhoben werden konnten, so hat sich doch beraußgestellt, dax; der Schwerpunkt des Gesct'ßfies dadernd rnehr, als in früheren Jabrcn, in_den geringen Qualitaten [regen wrrd. Es kommt dies wvbl_ baitvtiäcblick) daher, daß bei den 1etzigen allgemeinen Erwerbs- verbaltiriffcn und bei dem raschen Wechsri _dcr Moden für alle Bc- kletdnngsgegenftände weniger auf Qualitat als auf billige Preise gesehen wird.

Aus dem Wolffschen Telegraphen-Bureau.

Potsdam, Mittwoch, 7. November. Se. Majestät der Kaiser und Königist heute Nachmittag kurz nach 1 Uhr gemeinschaftlich mit Ihren Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Oesterreich-Ungarn sowie Ihrer Köni lickicn Hoheit der Prinzessin Wilhslm hier eingetroffsn. Die AllerJöckst-c'n und Höchsten Hdrrschafien wurden auf dem Bahnhofs von SuKöniglichen Hoheit dem Prinzen Wilhelm begrüßt, welcher kurz vorhxr von Berlin angelangt war. Außerdem waren der Kommandant, General-Major von Jahnke, Und der Comman- deur des ]. Garde-Regiments F. F. zur Begrüßung anwesend. Vor dem Bahnhofs hatte eine Compagnie: desselben Regiments mit Fähne und RegimentSmusik, sowie angethan mit den historisckzsn Blccdmüjzen, Aufsieilung genommen. Nach- dem der Kaiser, Erzherzog Rudolf und Prinz Wilhelm unter den Klängrn der österrsichifchen Nationalhymne die Front adricsckxritten hatten Und der Vordeimarsck) der Compagnid Erfolgt war, wurdo" die Wagen destirgrn zur Fahrt nach dem Rrgimrntshause des 1. Garde-ngiments, wo im Frst'saald rin Déjeunrr zu 90 Gedecken stattfand. Kronprinz Rudolf hatte seinen Plus zwischen Sr. Majestät dem Kaiser UNd drm Prinzen Wilhelm. Die Fiirstlichanamen nahmen an drm Mahl nicht Theil, sondern machten eine Rundfahrt durch die Königlichen Gärten. Ein zalzlrrickws Piiblikum, das aUe Straßen beießt hielt, begrüßte den Kaiser und Seine Gäste mit lebhaften Zurnfen.

Statistische Nachrichten.

Unter der Ueberschrift .Das Salz im deutschen ZO[[' gebiet“ Veröffentlikrt das Kai1er1iche Statistische Amt in irinem ioedrn rrschienrren neucsten Monachrfie für das Eiaisjabr 1882/83 Nawweiinniien Über die Produktion und den Abiay dar inlandischen Salz- Werke, dieAur-fuhr von Salz nach dem Zanuslande, drn Yerbrarrcb von einreimischem undiremdem Salz innerhalb deZZollgebiets zu Speise- und anderen Zwrckrp, die in Bezug auf die Salzabgaben gcwahrten Erleichterungem die Einnahmen von Salzabgaben, der. Niederlage- verkehr mit Sal.; und die ertlérilten Salzabgabenkredite. Jm Ak)“ schluffe birran ist Eine Reihe von Tabellen mitgetheilt, in ivelrdkn die Haupter-zcbniffe der Jadrcsnachiiungexi fiir die lcßten 10 Jahrx zu- sammcngestrÜt find. Wir entnehmen diesem Material Folgendes:

Unter drn 78 SalzprddukiioWstäiien befanden sich im Jahre 1582/83 10 Bergwerke (1 mehr als im Vorjahre), Hierunter _7 Staaixwxrke, ferner 62 Salinrn (wie im Vorjahre), darunter 21 im Stauikdrsii; urid 6 Fabriken mii Salmcbrngewinmwg (10 im Vorjahre) Pro- duzirt wurden 59 236 r Krystaüsalz (62 686 e im Vorjahr), 257 434r anderes Sieir-ialz (2230648 v im Vorjahr) und 4712561; Szrdrsalz (473138 1; im Vorjahr). Die“ Durchschnittsdrodukttou m den 10 Jahren 1873 bis 1882/83 betrug 33700 v KryUaÜsaiz, wovon 99,5 % achin in der ProvinzSach1encrzengt Wurden, ferner 168 103 r anderes Steinsalz, ron Welcher Menue 37,0 0/0 in Württembsrg, 27,4 0/0 in der Provinz (Sachsen, 13,4% in Thüringen, 10,6% in der Prownz Posen und 10,1% in Anhalt produzirt worden sind, und schließlich 427 444'r Sirdesalz, Wovon 25,8 0/9 auf die Provinz Sachsen, 16,8 % aiif dre Provinz Hamwvrr, 10,6 0/0 auf Bayern, 9,6 0/0 auf Cliaß-Ldtbrrngen, 6,4 0/0 auf Baden, 6,3 0/0 auf Württemberg m_id 5,6 0/0 auf die Pro- vinz Westfalen cntfalle-i. Der 2151013 der dcut1chen Salzwerke im In- lande bcirug zu Speisezwrcken (gegen Entrichtung der Salzadgade) 321110 1; (313 357 r im Vorjahr), und ausgeführt nach dem 3011- QLLÖlßnde Wurden 203 671 r (144 7511; im Vorjahre), dczvon__114 046r nach Russland und 40 891 d nach den deutschenZokldusickylünsn. Ein- gifiihrt in das deutsche Zollgebier wurdcn 35 802 r Salz (36 074r im Vorjahr), hiervon 29 510t aus Großbritannien. Die abgabrfreieSalz- Verwendung im deutschcn Zollgebiet betrug 290151 1: (292 567 t; iin Vor- jahr), urid zwar rrurdrn 97 885 1; zur Viebfüticrung, 3066r zur Dnngrrng, 148300 x an Soda- und Glanbcrsalzfabriken, 14 562 h_an chcmi1che und Farbenfabriken, 8751 d an die Lederindusirie, 7818 r, (111 die MeiaÜwaarenindusirie, 5884 r zur Seifen- und Kérzenfabrikaiwn und der Rest zur sonstigen Verwendung in der T(cbnik abgelciffcix. Dxr Verbrauch an Speisesalz im drutscben Zdilgebiet bcrrckxnrt Uri) fur das [61516 Etatsjabr, sowie für den Durchjchnitt dcr leyxen 10 Jahre, 314 7,7 Rix auf den Kopf der Bevölkerung, der Verbrauch _an steuer- freien: Salz zu 6,4 kg gegen 5,3 kg im 10jährigen Darch1chnitt, der Gcsammisaizvrrbranch also zu 141157 auf den Kopf gegen 13,0 kg im 10jä5rigen Durchschnitt. Die Einnahmen an Salzadga'oen betrugen 42 030018 «ck (41 259 757 „14 im Vorjahre); dichn ent- faÜen auf die Stauer vom inländischen Salz 38 461595 .,ij (37 569 072 «16 im Vorjahre), drr Rest auf Eißgangdzoll fur aw?- ländisckxes Salz.

Kunst, Wiffenschaft und Literatur.

Das pienßische Gesetz vom 3.N'dvember1_833 iikcr die Eisert- babmmiernrbmungen bildet auch_gcgenwar_tig noch die Grundlage fur dic Bcurtdeilnng drr Vcrhältnisie der Ei]endahnunternsbinungrn zurn Siaaie Und zum Publikum. Das Geier bat indessen durch die Lanch- und Reich5gcschgebuna zahlrcicbe ' bändxrungcn und Ergan- zungen erfahren, wodurrl) dic Uedrrsicbt über dieie Materie iveisntlich erschwert worden ist. Ort Landgericbis-Ratk) J. A._Schröticr zu Königsberg i. P. at deshalb eine Bearbeitung dericlben unter dem Titel „Das preußische Eisenbabnrecht in sriner heutigen Gestalt“ dcrausgegeben, in Welchcr im_ Anschluß „an das Gesxß Vom 3. Novembrr 1838 611] dolljtändich "Bild 11911 drm heute geltrndrn prcnßischm Eiicnbahnrccht gewahrt wird, Die cinschlagendcn (Hesexxe sind von dem _ Vcrsaffcr _ihrils vollständig, tdeils _ soMit sie nur vereinzelte Vorschriften iiir die Eisrnbahncn enthalten _ im Auézuxe mitgcjkéeilt, die Erlaffe der zu- ständigen Landes- und Reichsbrhördcn sowie die Cntscbeiduxigen der höchsten Gerichtsböfc bis in dir n.'u'ksie Zéit entsprechend deriirfficbtiat worden. Das Werk bat die Bestimmung, nicht nur als Haydbuch für den Fachmann und Juristen, jonrern als Weg_w8i]cr fiir Jeder- mann, der über irgend eine die _Eisendabnen bktrcsiendcAngelagenbctt sich Rail) und Auskunft rcrschafsU Will, zu dienen. _Das beigrgcdrnc chronoloxiische und Sach-Register werden diesem Zweck förderlich Jein. Dcr Preis des Werkcs, rrelcbcs im Verlage von H. W. Mukler biersélbst erschienen ist, bcträgt 5 „16. ' _ _ '

_ In Carl Herrmanns Verlag in Berlin Erichcen soeben: Der Beamten - Kalender auf _dqs Jahr 1884. Dersrlde rnthzilt außer einem Kalindarium fiir 1agltche Eintragungen zablreiäse ipeztell für den Gebrauch der Staats: und Kmnmunalbeamten bestimmte

Beilagen. Herausgeber wic Vsrlegrr haben Alles gcxban, um. den Kalender zu einem brauchbaren und Werthvolle'n Hand- und Taicben- -

bu_ch zu_ gesialtezi., Auch der für den Band normirie Preis von 2,50.“ ist in Hinsicht auf den reichen Jabalt desselben ein mäßiger

zu nennen. Getverbe und Handel.

Dortmurid, 5. November. (Rbein.-Westf. Ztg.) Die Ver- bältniffedes Etsenmarktes find _noch immer wenig befriedigénd, dcr die.Kauflust andarrernd gering ist und namentlich das Ausland mxt seinen Ordres zuruckhalt. Jm Hochofengeicbäft bat die fort- wabrende Zuxuckbaltung der Käufer den writeren Rückgang der Preise, namentlich im Siegenschen, zur Folge gehabt. Ebrnso ist Lorem- burger Roheisen Weiter beruntergegangen. Jm Stabeisengeschäff gehen nrue Aufträge nach wie roc langsam cin und fehlt es daher manchen Werken nach wie vor an außrcicbe-ider Beschäftigung, weshalb auch die Preise sich nicht erholen können, rirlmcdr bei der scharfen Konkurrenz weichende Tendenz vrrfolgen. Auch in Trägern urid son'iitgen Faxonxisensorten fehlt es an genügendkr Narbfragx und gtcbt mmdrr in Keiielblecben, wäbrénd Frindleche fortdaucrnd belebt iindmzd die Preiix bebauptrn. Die Röbrcnwalzwcrke find ebenfalls befriedigend beschaftigt und werden auch fernerhin sicb genügsnder Bestellungen zu erfreurn haben, da vielfach neue Waffer- und Gas- leitungendngelkegt und bestehende rrwsiiert werden. In Walz- drabt siiid die [*eirxffenden Wrrkc wieder besser [*esckzäftizt, d.: in letzter Zeit uinfangrriwe Aufträgr aus dem Auslande rin-écxixngen sind. AU:!) m der Stabibranchr haben sich dir Bcsrrilungsn m _den letzten W'ocden bedeutend vrrmcdrt, die ibkilö don brimischen Eiienbahxien, theils Seitens des Auslandes aemaxbt worden sind, von ersteren Und auch noch weitcre durw bereits auégcsckyrirbene Sub- miiswnen zu erwarten. Ebenso hat dir Kikincisrniiidustrie einen zicmiich arbedli-“ben ZUWJÖZ (111 neuen Ordrcs crbalten. Die Lokomotiv- und Waggonfadriken smd 11051) aufGrimd ältcrer Kontrakte bciriedigrnd bcsrdäftigi und dÜrfte iimcn aurd weitcrdin rinr zufriedensteilende Thätigkeit asficbert sein, di e:“; dcn bcimischen Eisenbahnen noch immer an Betrisi*Itnatcria[ febii. Die Ma - scbinenfadriken baden 854311511123 griiüiciide "Ilufträzr in Händrii nnd find meiit flott dricbäftigt. Jn drr „Kobicnindnstrie dzncrt eins _rcae Thätigkeit in Förderung imdxAbsaiZ an, auck) wxrdeii di? Preiir fest brhaudict. In Koks nnd .Kok-Iderii ist dcr Absay ciwas rrgelmäßiger, adrr die Preise blrideii dei ddr starken Kdnknrrrnz gedrückt.

Antwcrpen, 6. November. (W. T. B.) Woilauktidii. Angeboten Waren 189123. La Piaia-Woiien, verkauft 1187 B. Flau. Preise niedriger als in dxn [4131811 AUÜZOMU.

London, 6. November. (W. T. B.) Die Maschincw und Dampfkesiäfabrik der Gebrüder Henipstrd in London und Granton Hat ihre anlnngcii ringsstcUt. Dis Passiven betragen 200 000 .;6, die Akiivrn sind inch so drträcbilich, das? man an- nimmt, der Betrag der Passiven wrd? diirch dicieldcn riickylicb über- stiegen Mrden. _ Die Enirrprencnrßrnm Alfred Humdage in Birmingham «th in Liquidarion. Jdre Passiven briragen 118000 ck; die Mcdrzadl dsr Srixulden isi drxrib Garaniien gedeckt.

New-Ydrk, 5. Norsmber. (W. T. B.) Weizenverschii- fungen drr letzten WOM von chi atlantischen Häfen der Ver.- einigten Staaten nach Großdriramiien 55 000, dd. nacb Frank- reich 10000, do. nacb anderen Häirn drs Kontinents 15000, do. von Kalifornien und Oregon nach Großbritamiien 56000, do. nach dem

Kontinent _ Qrtrs. Verkehrs-Anstalteu.

Bremen, 6. November. (W. T. B.) Der Dampfer des NorddentsckpenLlovd .Nerkar“ iii heute Nachmittag 2 Uhr in Southampton eingetroffen.

Hamburg, 6. Nddertiber. (W. T. B.)_ Der Postdampfer .Lrssing“ der Hamdurg-Amrrikani!(ben Packcifabrt- Aktiekigrsellscbafr ist, von NewYork kortimrnd, [ckWie Nach- mittag 4 Uhr auf der Elbe angekommen. _

HambUrg, 7. November. (W. „T, B) Der Postdaindser „Frisia“ der Hamburg-Amerifaniirben chkctsabrt- Akiiengesellschaft isi gestrrii Narbmittag 2 Uhr in Ncw-York eingetroffen.

New-Ydrk, 6. November. (W. T. B.), Der Dampfrr „Helveiia“ von dsr Nation_al=Dampischrffs-Compagnie (C. Messingsche Linie) ist Hier eingetroffen.

Berlin, 7. Ndvcm'rer 1883.

Preußische K!assentherie. (Ohne Gswädr.)

Bei der heute fortgesetzten Ziehung drr 2. Muffe 169. Königlich preußischer Klasienlotterie fielen;

1 Gewinn von 6000 «16. auf Nr 76 040.

1 Gewinn von 1800 517: auf Nr. 1458.

6 Gewinne von 300 (!(-. aux Nr. 29 871. 35 295. 80 509. 83102. 85 413. 88 030.

Am Freitag, den 9. d. M., findet Königliche Par: forcejagd statt. Rendezvous: Mittags 1 Uhr Jagdschloß Grunewald. „**,

Die Lutherfcier in der Dreifa1tigkeits-(Hrmeinde wird am Sonnareiid, den 10. November, Adcnds 6 Uhr, durch eine liturgisthc Aiidawt Likkgklkitkk Werren, dci wclchcr dcr kirchlickxe Ge- sangvrrriil dic Gesängr ausfsidrrn imd Hr. Suprrimtendcnt Drvandrr cixie Ansprache 171111811 wird. An diess Andacht schließt sich BeiÖtr und Abendmahl. ,

Am Sormiag, den 11., Werden in der Dreifaltigkciiskirwe drei Editesricmstr siattiindexr: 1) um 10 Ui): Vormittags (Pr. Missions- Inspektor 1110. Plaid); 2) um 12 UHr Miiiags mit naxdfdlgendsr Beichte und Adcndmabl (Hr. Superintendent Drdander); 3) Abends 6 Uhr (Hr. Prrdigsr Jaeckcl).

WrgciiderLuthcrfeier “bleibt dasKunsigeu*rrde-Muscitiii am Sonnai'eiid, drn 10. d. Mrs., gefrbldffen.

Von dem Württembergiscben Kunstgewerbeverein wird (1111 20. November in den Ränmcn des Köiiigöbaues zu Stair- gart“, die zu dirscm Zwrrk von Sr. Majestät dem König bewiÜi-gt siiid, cin Weihnawsbazar eröffnet und im Anschluß an denjelbxn Lin? kunsigewcrblici)? Lotterie veranstaltet rverdcn, zn welchcr rm Tbci1 dcr außgrsicUtcn Siiicke angckanfi werden soll. Als dewnders willkommen bezeickonet die Einladunq dcs Brrcins kleinere, leicht drr- käufliibe Stücke, die bis zum 10. November mizumsldrn und,! falls Seitens drs Vorstandes kein Widcrsrruw gcgen dercn. Atixstrlluzrg erfolgt, bis zum 15. Nddcnidcr abzuliefcrii sind. Vdn dcn Theil- nchmcrn an dem Bazar wird cbcnsdwcnig cine Plaxxinietbe wie von dem besuckgcnden Publikum ein Eintriiisgcld crlwrcn Werden,

Die Rekruten“ für das Gardc-Cdrvs axis dcn Bezirken dcs 11/7, U]. und 1711. Armrr-Cdrrs trafen im Lgusr des heutigxn Tages in der Stärke von cs,. 2000 Mann bier cm„ bczogen glrtch nach dem Eintrrffen die von den Fouricren rorbercrtcicn Quartiere und Werden morgen zur Verthcikung an die Truppentbeiic gelangen.

Neues Friedrich-Wilkyelmstädtiscch Thraker. Mit der morgigen Ausfiihrung von „Eine Naciot in Venedig“ findcn die Vorstellungen dieser Operette ihren vorlqufigcn Abschluß„ da am Freitag, wie bereits gemeldet, „Dr_r Vctteiitudcnt' wrrder m Scene acht. Es ist dies die 249. Voritcliung des unverwüstlichen Werks. Bei der 250. Aufführung, am SOUUÜÖCUD, wird der Komponist, Hr. Millökfer, wieder persönlich dcn Dirigentenstab führen.