1883 / 267 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 13 Nov 1883 18:00:01 GMT) scan diff

iübren und der StaaiSregierung Veranlassung geben würden, den Wicderzusammentritt des Landtags zu wünschen. Nachdem diese Ver- handlungen aber wider Erwarten erst jeyt xu cinem Abschluß gefübrt haben, über welchcn dcm Landtage näbcrc Mittheilung zu machen die Staaisrcgicrung nicbt rerfeblen wird, io eriucben wir Ew. Hocb- woblacboren mit Höchster Genehmigung crgcbenst, zu diescm Zweck die Mitglirdcr des Landjags am Montag, 3. Dczcmbrr, Vormittags 11 Ubr, im Landtagéiaale reriammelii zu wollen.“

Elsaß-Lotbringen. Meß, 12. November. (W.T.V.) Bei der heutigen Wahl einesMitgliedes zum Landes: ausschuß wurde der hixsige Weinhändlsr Neumann als Kandidat der Vermittlungépariei mit 13 ron 25 Stimmen gewählt. Derselbe nahm die Wahl an.

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Oesterreich-Ungarn. Wien, 12. November.(W. TV.) Die österreichische Delegation nahm das ordentliche und das außerordentliche Heeresbudget ohne Debatte an und verblieb bezügiick) des Marinebudgets bei den früheren Beschlüssen. Der bosriische Okkupationskredit wurde nach den Anträgen des Ausschusses angenommen, nachdem der Reichs:Finavz-Minisirr von Kaliay dis Beichwerde des Delegirten Pflügcl iiber die Vernachlässigung drr katholischen Kirche in Bo§ni€n eingehend widerlegt hatte.

Tem „Fremdenblatt“ zufolge ist von einer durch VSL"- schiedene Blätter gemeldeten Rrise des österreichischen Gesandten in Belgrad, Grafén Khevenhüller, nach Wien in untsrrich- teten Kreisen bisher nichts bekannt geworden.

Schweiz. Genf, 13. November. (W. T. B.) Der: bishsrige Staatéorath wurde gestern wiedergewählt, bis auf Heridirr, der durch Tunand ersetzt wurde. Der StaatSratb besteht jeßt aus 5 Radikalen Und 2 Konservativen. ,

Frankreich. Paris, 10. November. (Fr. Corr.) Der Präsiderit der Republik unterzeickmets heute das Dekret, wodurch Msgr. Thomas, Bischof von La Rocheüe, zum Erz: bischoi von Rouen an Steiie des verstorbenen Kardinals Bonnrcboie ernannt wird. Msgr. Thomas hat im Jahre 1870 mit der Minorität deS Konzils gsgen die Vroklamirung dcs Unfehlbarkeitsdogmas gestimmt. _ chsn der Verleiburig der zwei durch den Tod der Kardinalerzbischöfe Donner und Bonn?- choie frei gewordenen Kardinal§hüte an französiche Bischöfe sieht die französische Regierung augenblicklich in lebhaften Unterbandluncren mit dem Vatikan.

_ 12. Novrmber. (W. T. V.) Die Nachricht, dasz Admiral Conrbct neus Verstärkmrgen VZrlangt habe, ist der „Agence Havas“ zrifolge unrichtig. Nach seinem letzten Te- legramm erwartet er nur die Niikunit der afrikanischsn Truppen, um in den Operationen fortzufahren.

Der ehemalige: Minister Ferdinand Barrot ist gestorbrn.

Rumänien. Bukarest, 12. November. (W. T. B.) Alle Schriftstücke, betreffend die Donausrage sind héute in einem Grünbuch der Kammer vorgelegt worden.

_ Serbien. (W.T.V.) Nach einer Meldung der „Neuen ireiezi Preise“ aus Belgrad ist der Kreis Saitichar pazinzirt und 'die Milrtärverwaltung daselbst Eingeführt. Die Truppen operrren gegen Kn1aschevaz.

Bulgarien. Sofia, 13. November. (WTB) Daß von hier verbreiteto Grriicht: Fürst A1€xander b&be eins Not? an die Mächte grrichtet, worin er sich iiber die Ver- isßung des Berliner Vértragecs Zeitsns Rußlands brklage, ist voUständig unbegründet. Bezüglich der Mission des Obersten Kaulbar-Z wird bsstätigt, daß dieselbs rinerr versöbiilicben Cha- raktrr habe, und das; dir Angelsgenheii WS§1€11 der russischen Offrzisrs in der brrlgariscbén Armrs bcrld eins befriedigends Erledigrrng fitidén Were. _

Der Münchener „Aligrm. Ztg.“ wird aus Sofia gs: meldrt: Oberst Karrlbars isi gcstrrn 0011 dom Fürsten von Bulgarien 111 einér Aridierrz riiipiangen worden, bis visr Stunden gedariert babe.

Afrika:. Egyptetr. Kairo, 12. Novsrrrbsr. (W. TV.) *Das amtliche arabiickieJonrnal„Wakai:€1:misiyc“ veröffentlicht zwei Tepéschen, durcb wslche die Nachricht von drm Siege Hicks Pascbirs übdr dLn Mahdi be?- siätigt wird. Zur Erklärung des Ausbléibens der Nachricbtsn von dem Grnrrai selbst wird 1931 grmsldet, daß derselbe vor irinem Abrirarick) drr rgyptiscixri RegirrUng schriftiick) mitge- théilt babe: ch WerL ihm unmöglich ssin, Nachrichten 11er scine Béwegungrn zu libérmittelrr.

Zeitungsstimmen.

_ _Ter „215217111ch:West75111chen Zeitung“ cntncbmen Wir solgénden Artikel; Dic Nr. 82 unserer Zeitung vom 4. August brackxic Linen Artikel „erm Kadiisl drr“ Jabresbericköte der Handélékammern und Vereine“, ir“- wclcbrm die Haltung dsr .KÖlniicben Zritung' den (irdßen wirtb- icbaitliärcn, _namerilicb den zbiirblitiiMn Fragen gsgenirber, als eine 1'sbr cigentbumiicbe [*LYÜÖUTT wurdc, denn wäbrerid dir!"? Zeitung ibren irübrrrn radikal rrribandlrriickxen Standdunkt im allgrmeincn aufge- gebrn und 11ch_ ron drm reinstancbestrribum losgriagi zu haben scheint, bringt ire szxrikn KOTYLZYOUTMZM aus Vrrlin, wrlcbe dieisri Standrunft ridch unrntwrgi icitbaltkn Und iiinigstr Füblunsi urid Sbmbatbie mit dcn noch _rbrbandénrn wenigen Mansoeiiermännern verratberi. In diesen Kbrreiddndcrzen kommen natürlich die Schutz- zöUner recht ichlecbt fort, indem ichn aUes mögliche Böse in Bezug avi ibre Wirkiamkeit und deren Fblgrn nachgesagt wird. Durch eine iblrbe Kbrresprndrnz rrireut die „Kölnische Zeitung“

ibre Leier aucb wird?): in ibrer NUmmer 298 vom 27. Oktober d. I. Der Haurtxrreck dieirr Kbrreirordrnz [äWt darauf binauk, der Frei- baienstadt Vrcmcn bezüglich der ichrrebendrn, irrilicko äußrrit wichti- gen Froxrn _ Vrritaätlicbung der Eisenbabnsn, Zdiianicbluß Und Vertiefung der Unterwcier _ Beistand zu leisten, Sie besinnt jrdock) mit einigen ibärlicben Yiittbeilungrn iibcr die 18131? Sißung des Aus- icbuJeH bbm dénticbcn HandelÖ-tage, drn Uebersiang zu der angeblich ir) bedrängtsn Lage Brémrn? mW"; folgender PaiiUZ bildén: .Der Handelxtcrg kränkelt, seit Königébérg, Tauzig, Siritirr und Hnnrrrrr (ru? drm Handelétzze auégetreten sind, rrcil dic ichut3- zbllneriiche Partei darin die Ibrrband gävann. Solange dieses Ver- bältniß dauert, ist an den Wiedereintritt drr Seestärte nicbtzu denken, deni) die1e smd aui-Hxndel und Swiffabrtangewiéién, und das Schur;- chlwszrm, wrlkbes die Ländrr mbßlicbit absperrén wil], stébt in unbedrngiem (Hegrniuß zu dkn stensintereffen drr Sérstädie. Am

1cklimmsten ist augénbiicklicb dir Stimmung in Erkmen."

Also der Handelstag kränkelt und das haben wieder die bösen Schuyzöklner verübt, weil fie die Oberhand erlangten und dadurch die Seestädte aus dem Handelstaac drängten. Diese Darstellung des Herrn Korrespondenten der.Kölniscben Zeitung" ift aber unrichtig und tendenziös darauf berechnet, irrige Anschauungen zu crwccken; sie erfor- dert daher eine Richtigstellung. _

Der Plenarversammlung drs 1echsien deutscbm Handelstages vom 22. bis 24. Oktober 1874, in welcher kein Wort von Frei- bandel oder Schußzol] gesprochen worden war, auch nach den Ver- bandiungsgegenstärden kaum gesprocbcn werden konnte, folgte der außerordentliche deutsche Handelötag vom 29. Mai 1875, dar sich lediglich mit der von der Reicbs-Justizkommisfion beantragten Auf- hebung der Handelkgericbte beschäftigte. Dann fand eine lange Faust statt, da der nächste Handelstag erst Ende Oktober 1878 zu- ammentrcrt. In dieser Zwischenzeit, in welcher nur der Ansichß dex deutschen Handelstages ibätig war, erfolgte der Austritt der „Srestädtc“. Der Ausschuß bestand damals aus 25 Mitgliedern und bei strengster Prüfung wird man höchstens 5 oder 6 derselben als der Srbuxzzöllnerei verdächtig herausfinden können. Demgemäß lebnte der Ansichß beispielßweife in der Sißung vom 27. und 28. Mai 1875 den Antrag des Herrn _Baare auf Einberufung ch Handelstages zur Veraibung dsr Ei1enzoüirage ab und beschränkte sicb in Bezug auf diese Zölle darauf, drm Reichskanzler-Amt durch Eingabe vom 8. November 1876 die verschiedenen Ansichten der Aus- schußmitglieder zur Kenntnis; zu bringen. Das; man somit die Ansichten der Schutzzöllner im Ausscbuffe nicbt todtscbwicg, daß man sie in gerechter Weise mit den Ansichten der Freibändlcr der Rcherung unterbreitete, das mag freilich ein großes Verbrechen in drn Augrn der Seestädiler, mindestens der Heißsporne unter denselben, gewesen sein; denn nun kam von Königsberg ein Antrag auf Aenderung der Statuten des deuticben Handelstages, durcb welchen den großen Handelépläßen ein Uebergrwicht bei der Abstimmung uud mit Hülfe einer anderen ZusammenieTZung dcs Ansich es auch in diesem [riZterén gewähr- leistet werden 101116. Der ussrbuß, welcher in seiner Sixung vom 11. bis 13. Oktober 1877 über diesen Antrag verhandelte .. _ brscbloß einstimmig die Annahme der motivirten Tagesordnung. Aris Mittheilung dieses Beschlusses erklärte das Vbrstebrraxnt drr Königs- berger Kadimannichast, daß es bereit sei, bis zur nächsten Plcnarver- sammlung von Verfolgung seiner Anträge abzustebeir. _Dennoch Zriolgte vor diesem Termine, also obnr daf; fick,) die Zuianrnien- ieYung dss in seiner überwiegenden Majorität radikalsreibändlerischen Ausschusses etwa geändert hätte und obne daß der Harrdclstag irgend Gelegenheit gebabr hätte, irgendwie zu däm inzwischen auf anderen Grbieten sc'barf entbrannten Kamvfe über Schutzzoü odrr Freihandel im einer Plcncrrversammlung SteUung zu nehmen, der Austritt der .Seestädte“ Tilsit, Insterburg, Memel, Köningerg, Elbing, Danzig, Wolgast und Lübeck, denen sich später noch Sietiin anscbloß. Han- nover, das sei bier beiläufig bemerkt, ist erst viel später, im Jabre 1881,_ und aus gänzlich anderer Veranlassung aus drm Verbande des D_eutichrn Handelstages geschieden. Wieso batten es aber die See- stadte des Ostens so eilig, die Sezessron berbeizuiübren? Wobl nur, weil der Ausschuß, wie bereits bemerkt, 1in nicht rabiat genug den Schuß- zöllncrn gegenüber benabm; denn er batte den Mcckelscben Antrag auf Bildxmg eines volkswirtbichaftlicben Senats nicbt kurzer Hand abgewieien und iich auch mit 16 gegen 5 Stimmen für eine Enquete 11er die wichtigeren Produitions- und-Fabrikati0_nszweige Derriickylands aus- geiprocben, ein Beichluß, der Weiter in 1chrift1icber Abstimmung von den Mitgliedern des Deutschen Handelétages mit 98 segen 18 Stim- men gutgrbeißrn wurde. So etwas freilich konnte das radikale Manrbestertbum der Königsberger und Konsortrn richt Vertragen, die Gegner sollten nicht gehört werden, nicht zu Worte kbmmrn, und daher traien die ,Seestädie' aus dem Handelstage, um frei) unter dem Voriiiße Eugen Ricbtrrs zu einem Freihandelsverein zusammen- zuibun, de cn Geschäfte von da ab von der famosen „Freihandels- Correspondenz“ besorgt werden.

Später, bei dem Handelstag vom 30. rxnd 31. Oktober 1878, als die ,Seestädie' längst ausgeschieden waren“, gewannen freilikb die Schutzzöilner im Handewtage die Oberhand und wenn man die Frage des Volkswirtbicloaftsratbs, wie es fälschlich in voilständigrr Ver- kennung der Sarblaze der Fall War, als eiiie 1011132 betracbtrn wii], die vom Standpurrkie des Schutzzölinch oder drs Freibändlrrs zu beurtbciien ist, so bat drr Handelstag damals 811110511108211 schuxx- zökineriscbes Votum abgegeben; skit jener Zeit abrr badim Handcls- tage keine Frage zur Verhandlung grstzndrn, wrlcke mri Freihandel oder Schiszoil irgend etwas zu thun F*babi b;"ritr. _

Dagegen bat der Handelstaß in scinrrr rdir da ab jabrlid'crn Siyunasn ein außerordsntlicb reges gesundés Lebrn cntwick€[i,ir*elch§m grgsnüber die borberJegangene Zeit mit ibrcn bis Z.Zjäbrigcrr Pauicn weit eber als eine kränkelnde bezeichet ircrden kann. Auchbaberr 1ich jetzt, nachdem jeneradikaien unvsrsöbnlicben E(Lmerrtc arr-F-sirirbicdrn, dre Grzeirsäxxe wTienilicb Jemiidert und insoigrdcffcrr ist der H.]ridclxtcrg in überaus wicbjigen Fragcn, wie bkispieléwciie im dsrzangerrrn Jabrs Wir,“;- lick.) der Wrdcll-MalcborviÖen Börsenstcurr urid dsr Reform drs Rriébs- Strmprlgeieycs, zu fast cinmütbigen Bsirbliiffrrr gelangt. Das find Zricben bdlicr Kraft und Geiundbrit, urid wenn der Korrespondent der „Kölniirben Zritung“ dem HandelHiagr n5chiagt,_ das; er von den SÖUTZFÖÜÜLKU zum Kränkein gebracht sri, so geschicbt es ebkrr nur, um den leiztsrcn wieder Etwas_(111_;,11711ck€11. 21:14) mit der Oberhand der SÖUTZJÖÜUCL im Ausickxuyic dcs Handrirxich, in wélcbrm dock) der Scbrverpunkt drs lcßteren liegt, ist 63 iebr trax- lirb. DMU 1878 benutzten die Schuyzbiincc ibrs MJjOÜTäk in drr Pirnarreriammlung nicbt etwa dazri, um iZun _einmal den Spirß umzukcbren und sich der Majorität in] ArrYichiis zu bemächtigen, sondern es wurde 11111." ein KompromißZexcbloiicn, wricbes jrder Partxi die Hleicbe Stimmenzahl im Aukicburie srcbkrri wille. Wer beute etwas schärfer zusteht, dürfie jedoch finden, da!; durcb die inzwiicben stattgefundenen Berufungen sich der Srbwsrprmkt im Ausschnffe wieder mrbr der Freibandelömajorität zuneigi. _ _

Man siebt also, daß die Ausführunßen des Kdrrciwndrnibn dcr .Kölnisaben Zeitung“ den Tbaisacbcn niwréniidreckoeri. Jbr Cbarakrer iciit aber noch deutlicher bervor. wrnn wir den Sai; betracbtrn, irelcbcr sagrn wii], daß an sine Mitwirkung drr .Seeitädie“ an den Bestrebungen des drutschrn Handslsitandeé; nicbt zr: denksrr ist, sr) lange die Schußzbünerei fich in demielbsn bréit niacht, denn_dicie, „welcbe dis Länder absperrrn wii], stebt in mrbrdingtem Gegcniai; zn den L*;bensintereffen der Seestädte'. Da möchten wir den Herrn Korrespondenten des io angesehenen _Weliblattes _doch fragen, vb Hamburg und Bremen neben ieiircn „Seriiädicn' nicbt aucb einige BeaÖtung rerdirneii. Tenn wkim König-Iberz 5114), (Wi,? des Schutzzoües, gerade in _dcn _leyirir Jahren einen gr- walticzen Aufschwung genommen bat, io blerbrn Brrnren und Ham- burg doch immer unsere bedeutendsten Seexlarxe, drren Handel den- jenigen ron Königsberg und Memei,'T11fit und_ Jnsterbarg und wie die Sezeisibnisten alie bcißen, vrelsach_ übersteigt. Hamburg und Bremen aber haben es ibren Jntererien nicbt zuwider g::- funden, Mitglieder, und eifrige Mitglieder, drs drutickxn Handels- taßrs zu bleiben, und selbst Bremrrx macht, irbyieiner an;;cblich so skblimmen Stimmung, ksirre Aniiali,_ aus dikier io gemein- nürzigcn Vereinigung zu icbcidrn. Aus dreiem Umstande gebt wobl am deutlichsten bervor, daß nicht die Scbuyzöilnér die östlicben See- städte aus dem Hanleßtage getrieben baben, iondern daß es deren radikaler unversbbnliÉcr Geist war, welcbrr fie znr Sezession trirb, der Geist, von dem auck) der Corresdcndenr der „Kölnisch Zci- tung' bebrrrstbt wird. Wir können eb nur, wie wir Aebniicbcs be- rrits iir unsercm Eingangs angezogekcn AkTikél bemerktrn, mit der chiseelcn-Tbeorie erklären, wenn ein Blatt, dem in weiten Kreisen die größte Bcdeutung und demgemäß dock) ein ardßcr sittlicher Emst beigelegt wird, eine fo tendenziös unwahre (Torrespondknz an die SViiZe der betreffenden Hauptausgabe bringrn konnte.

_ _ Jux „Staats-Anzeigsr tür Württemberg“ nnden wir iolgende Notiz aus Stuttgart:

In der Auéichußfißung des Crportmusterlagers vom 1N0vembrr unter dcm Vorsis Sr, Hobrit des Prinzen Hermann zu Sachsen- Weimar erstattete Direktor , iliing den GcicbäiTZbericht, dem wir Fol-

und beträgt beute 492. Es ist zu hoffen, daß die wenigen noch nicht bxigetretenen erportfäbigen Firmen in Kürze beitreten, urn n_ocb in dem Katalog Aufnahme zu findrn, dessen zweite Auflqge im Druck iit. Das Ge- schäftsjahr beginntam 1.21 pril und es war das Reiultat in den abgelaufenen 7 Monaten sebr befriedigend; es wurdrn nämlich 340 Aufträge e:. tbeilt, im ersten Grswästsjabre nur 86. Alle auf dem Lager ge- machten Verkäufe find mit AuSnabme einiger kleinen Mustersenduq. gen bezahlt. Das Erporimustxrlager bat sich 30 Agenten in ?amburg, Bremen, Berlin, Leipzig, Wien, Pest, Prag, Triest,

ondon, Paris, Bukarest, Braila, Galay, Kopenhagen, Madrid, Valencia, Mailand, Genua, Rom, Belgrad, Salonicbi, Smyrna, Kairo, Alexandrien, New-York engagirt. Dieselben sandten in den [Wien 7 Monaten 96 Aufträge.

_ Die „République francaise“ theilt in ihrer neuestrtr Nummer zahlreiche Daten aus dem deutschen Handels: auswerse des leßtvergangenen Jahres Mit und sagt dazu: ._Was die Bewegung drs Außenhandels betrifft, so exportirt Deuticbland für 4055 Millionen Francs und importirt für 3955. Das Gesammtergcbniß von 8010 Miilionen bleibt dabcr nur um 558 Miliionen hinter dem Gesammtbetrage des französischen Außen- handels zurück. Es muß übrigens bemerkt werden, daß dcr deutsche Export von_ 1881/1882 um 225 Millionen gestiegen ist, ein Zuwachs, der hauptsachlich auf die Fabrikaie cntfäsli, nämlich auf Bier, Alkobol, Meb1,_Zucker, Gerrebc nnd Meiallfabrikate, auf Papier :c. Gerade dies ericbeint beunrubigend, wenn man konsiatirt, daß in Frankreich rm Gegentbeil der Export von Fabrikaten abnimmt, und zwar bis zum grgenwärtigén Augenblicke abnimmt, denn wäbrend der abgelau- fenen neun Monate dieses Jahres sind wir hinter der entsprechenden Periode des Vorjahres um 97? MiÜionen zurückgeblieben.

In seinen Handclsbeziebungcn zu uns kauft Deutscbland uns für 317 MiÜidnen Francs ab, und rérkauft uns für 412 Millionen. Seine Handelsbilanz isi gleirbsalls eine günstige iin Verhältniß zu Ensland, den Vrreinigten Staaten und der Schiveiz' eine minder- aünstige_dagegen in dem Verhältniß zu Belgien, Oe(ierrcich-Ungam (bier beiondcrs) und Rußland.

Fügen wir noch binzu, daß der Welthandel des Deuisckoen Reichs durcb_eine reiche Kauffabrteifiotic von 4370 Schiffen mit 1633000 : Tragfähigkeit rmierstiiyt wird. Ein Viertel dieser Tonnage wird durch 515 Dampfer repräientirt.

Wenn die Ueberwachung dcr militärisch Entwickelung deb Deutichn Reichs unerläßlich ist, so ist es b„inwicderum_nüßlich, sich yon drm irrduitrieüen und kommerziellen Au11chWUnge driielben Rechen- ](baft zu geben. Wir baltxn Frankreicky für stark genug, ihm auf diesem zwriiacben Scblacbtsrld die Stirn zu bieten, aber nur unter dcr Bedingung, daß wir obne Rast noch Rube arbeiten.

Statistische Nachrichten.

_,Gemäß den Veröffentlichungcn des Kaiserlichen Gesurid- bettßamrs find in der 44._Jabreswocbe von je 1000 Beivobnern auf den JabresdurÖichnitt berccbnet als cr esto rb en gemeldet:in Berlin 25,3, in Breslau 29,1, in Königsberg 32,5, in Cöln 21,3, in Frankfurt a. M. 17,1, in Hannover 19,8, in Cassel 20,8, in Magdeburg 20,5, in Stettin 23,8, in Altona 19,0, in Straßburg 19,1, in Metz 15,1, in München 23,8, in Nürnberg 16,6, in Augsburg 188, in Dres- den 25,4, in Leipzig 24,7, in Stuttgart 16,6, in BraunsÖweig 30,0, in Hambnrq 18,2, in KarlSrube 15,0, in Lübeck _ in Wien 23,2, in Budapest 22,7, in Prag 29,5, in Triest -, in Krakau 16,6, in Basel 15,9, in Brüssel 24,4, in Paris 21,6, in Amsterdam 27,8, in London 19,0, in Glaßzow 25,0, in Liberpool 23,0, in Dublin 28,2 '

tn 1“ Cdinburg 19,0, in Kopenhagen 16,0, in Stockholm 17,8, in Ébri-

iiania 16,6, in St. Petersbrrrg 23,7, in Warschau 32,5, in deffa 32,1, in Bukarest 23,9,- in Rom 22,8, in Turin 18,8, in Madrid 26,3, in Alexandrien 46,1. _ In der Zeit vom 7. bis 13. Oktober ct.: in New-York 23,5, in Pbiladeidbia 19,8, in Chicago 20,4, in SL Louis 23,3, in Cincinnati 14,9, in San Franzisko18,2, in Kalkutta 21,9, in Bombay 22,8, in Madras 39,8. _

Bcim Brszinn dcr Wocbe Herrichten an den meisten deuiicben Beobackytungésorten schwaxbe biilickie und südöstlirbr, in Berlin, Breslau und Bremen wsstiicbe und südwestlich, aber gleirbfcrkls bald nach Ost umlaufend? Winde, die in KoniiZ, Heiligenstadt und Karißrube um die Mitte drr Wbäxc naÖ Nordost gingen, und an den meisten Sta- tionen bis zum 1. November aus östlicbrn Windrichtungsn webend blisbsn. In den lctztrn Tagen der Worber erhielten jedoch an dcn rncistcn Srationcn südlicbc urid südwestliche Luftströmungsn die Ober- baird, nur in Cöln mid an den iüddcuticben Stationen blieb Südost übrrwirgend. Die Temprratur der Luft [ag an den mcistcn Stir- Tionen Über der normaicn. In der zwérten Wochenbälfte nahm die Témderainr etwas ab, ddsb 1L11k das Thermomeirr nur in Konitz und in Miincbrn etwas unirr 0. _ Bri meist iiebligem Wetter freien sebr wenig Nirderiwlägc. _ Der beim Wocbrnbegimr bobe Druck der Lui: nabm iti dcn crsirn Tagen der Woche noch zu; vom 31. Ok- tober cm sank das Varbmctcr langsam an alien Stationen bis zum Schluß der Woche. “_

Die SkkkbliÖkéit§V81bä1t11111c der msisirn Großstadie Europaé blieben auch in dieser Bcricth-woä)? günstige, wenn sie auch an man- cbrn Ortrn ein wenig Löber (115 in der Vorwoche waren. Ycsonders giinstig warm die Stcrbiirbkriißrcrbäliniffe in den rbeiniicben und iiiddr'rrisrbcn Städten, sowie in denon an der Nordseeküste. _Die 511- grrneins Sierblicbkeit»?r*erbältniizzabl fiir die dsuticbrn Stadte stieg aiif 22,6 von 22,3 der Vorwocbe (Pro Mille und Jahr berechnet). Die Tixeiliixbmc des SäuglingSalicrs an der Sterblichkeit zeigt nur eiiie unwéientliche Veränderung,. Von 10 0C0 Librnden starben artis Jabr bererbnct 66 Kinder unter 1 Jai): gegen 67 der Vorwoche (111 BMW 73, in München 93). _

Untcr den Tddcsursarben haben von den Infektionskrankbeitcn Sterbxfäile (rn Dibbtberie, Croup, Keuchhusten und Ruhr etmaö ab“, an Masrrn, Scharlach und Unterleibstydbus ctrvas Fugeno'nimen. Masern iiibrtcn in Berlin, Breslau, München, Crimmrtichazr, Lripzixi, Girbrn, Hamburg. Wien, Amsterdam vielfach ziim Tode, m Osirabrück bar dieCPidemie nachgelaffen. _ DaF Scharlacbfieber trat besonders in Königsberg, Berlin, Apolda, Remicbeid mit großer BSZartiakeit auf, auch in Dresden, Danzig, Meerane, Coburg, Han- novsr, Altona, London, Birmingbam, Christiania, rief Scharlach zablrcicbe T0dc-5fäilc_ berdor. _ Diphtherie und Croup for- derten vielfache Odier, namentlich in Bcrlin (94), Breslau, Chemniß und Amsterdam. In Dresden, Leipzig, Haß,?- (Huben, Dessau, Tilsit, Wien, Prag, Paris hat dre Zabl der Todeßfälie etwas ab-, in Königsbera, Danzig, Schwerin i.M., München, Hamburg, Tborn, Solberg, Magdeburg, St.Peters- burg, Warschau u. a. zugenommen. waböse Fieber zeigten fich bäufrger als Todesursachen, namentlich stieg die Zahl der durchs“ brrvorgsrufenen Todesfäkle in Stralsund, Stow, Poien, Mubl' hausen i. Tb., Berlin, Wien, während fie in Paris etwas_abnabm. _ Sterbefäüe an Flecktvpbus kamen aus deut1chen Stadien ga! nicbt, aus Amsterdam, London, Warschau, Granada einzelrie, (1115 Madrid, Valerrcia und Murcia mehrfache Todesfälie zur Anierge. --

Der Keuckzbustsn verlief in Barmen, Elberfeld rind Hamburg wenixrec böScrrtig, in Berlin und Instérburg stieg die Zakk drr Opfer. Auch T0dch§iälle an Ruhr wurden selten. *-

Darmkaiarrbe und Brecbdurcbiälle der Kinder zeiriten inienxtnc Steigrrung der Todesfällen _ Dem Kindbeiifieber erlagen m deuticheü Städten 21 Fraucn. _ Todksfälle an Pocken kamen aus'__Wlk11- Budapest, Liverpool, St. Petersburg, Saragoffa, Granada, Lrnabon- Pbiladelpbia je 1, aus Amstrrdam 2 zur Meldung. In London- Birmingbam, Madrid, “'New-Orleans, Warschau, Murcia, Parik zeigten sirb Pocken in beschränkter, in Brüssel und Prag in xrroßerek Auxdebnung. Ans deutscbxn Städten kam kein Pockentodessall zur Anzeige. _ In A(erandrien crlagen der Cholera in der Zeit'vom ?] bis 27. Oktober 33 Personen, in Bombay (25. September bis “2. Ok“

Mit diesrm Scblußiay ist die Wrndung Jefrmden.

grndes exitnebmen: Ti? 35,1 der Mitßlieder ist in it:!em Warbien

tober) 10, in Kalkutta (16, bis 22. September) 12.

(18 Nrn.) und Coursbücber (21 Nrn.). _

Kunk- Wiseuschaft und Literatur.

Deutsche G'escbicbte. ]. Band (1. Hälfte) von Felix Tabn- Gotha,_ riedr.Andr.Pertbes, 1883. Preis 11.44 _ Von der „“ck W. v. Gre ebrecbt angeregten und in Gemeinschaft mit ibm „gn einer Axizabl kundiger Fachzenoffen gletcbzeijig in Angriff genom- minen Dcutickxexi Geschichte, welcbe in 8 Banden die Ergebnisse der [;„gjäbrigen, rielsritigen Criorscbunq aller eznzelnxn Perioden der raterländiscben'Geschrchte wrffejnicbaftlrzbvzubereitet“, in ein auch dem Laien anschauliches Gesammtbild bereinigen wll, ist soeben die erste Abtheilung erschienen und zwar dix „Geschichte der deutschen Urzeit ki? auf Karl den Großen“ von Feltr Dahn, der bereits durch zahl- reicbe und gediegene, größere und_kleinere Arbeiten seine innige Ver- irautbéit mit diesern Stoffe bewahrt bat. Die_vorliegende ersteHälfte res Bandes reicht 111 Erzablung rind Zustandsichilderung bis auf den Untergang dcs'westrbmischcn Kaiiertbums herab, an die Schwelle der iränkiicbeir ReiÖSJrunxizng. Hier nun kam es obne Frage vornebm- lich auf die [xirrverialitat der Bebandlsn an. Den wenigen, an sich (infbrmigeii, uberdtxé mangelhaft überließexien äußeren Begebenheiten „“t-“bt in _vrelgestaittgem Reichtbum und iinnvoüex Tiefe das innere chen uniexcs nationalen Alterthums gegenüber, wie es sich in Recht und Wirtbicbaft, Svracbe und Dichtung, Glauben und Sitte an den Tag zelegt, Nur_wer, wre Dabu, auf aUen (Gebicten germanistisckoer Forschung umd Gclcbrzanikeit volikommcn zu Hause ist, wird der Darsteliung eines *“; marinigialttgcn Gcgciistandes gewachsen sein. Was jedoch den Veriaffcr besbndrrs, auszeichnet, ist die gcisiréverwandte Nacbemrkm- Fun,] ros einbeitlickyen Zusczmmenbangs aUkr jcner Richtungen und Acußerungen des altgermaniixben Wesens, das er rbcii desbalb in seinen LicbiZ und Ssbattenieiten gleich kräftig zu zcirbnen wriß. Wrnn dabei, im'Vermutbxn, Erabnen rind Außdcuien natürlick) aua; die Pbaniairs, dre dcin Historiker freilich übcrall rmsntbcbrlick) ist, 511 Wrrtx kommt, 10 Wird doch anderseits auch dem Leser durcb einen UmfävönkW Apbarat von literariicben Nachweisen und Noten die Mb,]iirbkrit irn die Hand geiebcn, sicb von dem Maße des Gewissen und des Zwrifelbaftcn,_des Beslaubigtcn oder Bestrittenen eineselbst- ständige Airs'réht zu verirbaffcn.

Deutich (Heswichte. 171. Band (1. Hälfte) von Alfred Torr. Gotha, Friedr. Andr. Pertbrs, 1883. Preis 7 «16 _ Der Band, von wclcbem bier _die rriie Abtheilung vorliegt, reiht sich cincrxcits cbrnsalis der Gleicbrrckztjcben Sammlung ein, bildrt jedoch 3111 drr ,axdcrewSxerts _ ebenw wie die Übrigcn Theile des näm- 1ickcn wmen!cha[111ch-populären Werkes _ ein selbständiges Buch für ?"rrb, _Der TuZliSrnus, wclrber seit 1740 die Politrscbe Entwickelung Druiicblaxzds langer, als 2111 Jabrbundrrt r*orzugswcisc warakicrifirte, *riegclic 11ch erilarlrcbrrnwiw iirdrrGescbicbisforsÖnng nnd -schreibung mebr bdxr weniger dcutlicb wieder. Der Verfasser wiÜ in diesem Wsrke rlrnen Kanz objektiven Standpunkt einnehmen, der dem An- denken einer Maria Theresia ebenso gerecht wird, wie dem Frirdrichs drs Großer_r,_ der überhaupt den ganzen Verlauf unserer ricir-xrcn Geiibickpte „lcdrgliäo im ailgemein nationalen Sinne crzabit i_rnd beirrtbeilt. Von diesern VorsaYe geleitet, sucht dcr Versaiirr rr) drr „vorliegenden Abtheilung zunächst zur Ykicbxruung zu bringxn, wie jener Dualismus dcr deutschen Mächte 111 dcn Jabren' 1740-1745 in?; Lrben gxtrrtcu. Der Verfeblte Ver- iucb Mr_Ncubtldung der Reickösverbältniiie aiif einem anderen Wege, da;“; Kaijrribum _de bayerischen Karls 1711, erfährt dabei eine um- iaiiende und selbitandige Darlcrrung. Das Material boten die zahl- rstrbrr; und ircribrdllcn Veröffcntiickzungcn und Mittheilunaen dcr [eixicn Jabrd, vorzüglich aus den Berliner iind Wiener Archiven, irgbrcnd urigedrucite „bamröverisrbc Akten daneben die Möglichkrii ge- wabrtrn. die Ercrgmnr norb von einer dritten, minder direkt beibri- [ißtrn Stelie aus_ zu betrachtrn. Seiner Form nack) wendet sich das Vuxh an das grösste gebildete Publikum das Vaterlandes.

__ _ Das Kaiserlich Reich§-Postamt in Berlin, das eine an- irrnltcbe und ireribrbilc Biblir-ibek bcsißt, bat socbcn unter dem Tiirl „Katalog dcr Bücher- und Karten-Sammlung des Retcbs-Yostamts in zwei Bänden, Bd. 1:,Bücher' einen Kaialog „uber „seine Bücheriammlurg veröffentlicht. Wie bedeutend d'ieielbc 111, crgrcbt fich schon daraus, daß das Verzeichnis; der Bücher, c1n1ck1. dcs Nawtragrs, 364 Seiten, das aipbabeiisrbe Register aber, ka? äUf__ das Vcrzercbnix; folgt, 131 enggedruckie Seiten füllt. Die Yuchsr_1rnd irnier folgende 10 Hauptabtbeilumgen Vertbrili: ]. Ver- ;Zbréwricn (uber 1160 Nrn.): Akigemeines (Deutschland, andere Ltririsn Europas und Amerika, im Ganzen 57 Nrn.), 3. Postwesen, (3.650Nrn.(Al]gemeiueSca.120Nrn., Welipostverein m. 7Nrn„ Deutsch- 1an mti ca._150 Nrn., Preußen mit ca. 90 Nrn., die iibrigen Cxaaien Deutirblands, die vericbiedencn Siaaicn Europas, Afrika Airrri, Ameriia,„Ausira[ren); 13. Telegrapbcnrvesen (Allgemeines, „Deuticbiand, dre ubrigrn Länder Europas, Amerika, Afien, Australien, 1111Gairzrn ca. 150 Nrn., 0. Eisenbahnwesen (209 Nrn.), Schiffahrt (33 Nrn.), Siraßen und Trairéporimittel (64 Nrn.), 1). Meilcnzeiger _ _ 11. Erdbeschreibung und Vrlfrrkrmde (Ailgemeines 166, Spezielles: Reifrn um die Erde 6351151... Europg 134 RM, Deuiirbland 47 Nrn., Preußen 171 Nrn., 13? ubrigen deutichen Länder 166 Nm., OesterreiÖ-Upgarn 118 Nm , die iibrigen Ländcr EUropaF 335 Nrn., Asien 129 Nrn.. Afrika 112 Nrn., Amerika 83 Nrn., Australien und Polynesirn 19 Nrn.). _ 111. Wriurwiffensrbafi (beionders Elektriziiäislebre, im Ganzea 61Nr11.)_ 117. Cdrackoenkundc (Allgrmeines u. übrr 26 verschied. Sprackzsn, im Ganzenß218 Nrn.), _ 17. Staatéwiffenscbaft: 14. Recht§wiffenichafi ZMB Geiekgrbung, im Ganzen 540 Nrn. (darirnter Übrr deutsches VcckZi 134 Nrn., Preußen ca. 300 Nrn.); 13. Volkswirtbsckyaftslebrc, “Politik, Staatherwaltung (im Ganzen ca. 700 Nrn., daruntrr über: Yaitbnaldkonomie und Finanzwistensrbcrft 112 Nrn., Politik 41 Nm., StaaZÖ-verwaitungskundx im AUgrmeincn Und in Europa 20 Nm, in DchU11chland 72 Nrn., in Preußen ca. 230 Nrn.). _ 71. (Ge- ich1chtc mrt ibrsn Hülfswiffrnschafien, Lebensbeschreibungen (im

Mien ca, 610 Nrn.). _ 1711. (Heiverbe und Baukunde (Lü. 87 rksp. 34 Nrn.) _ 17111.A11grmeine Encykiopädien, Sammel-

_ ck,?ka Kunstszeickoicbte, Literatrrrwiffenschaft, Philosodbie (im Ganzen

13,0 Nrn.). _ 1)(. Hof- und Staatstaiidbücber, WohnunJSanzeiger (1,111 Ganzen 83 Nrn.) _ )(. Vermiichtes (131 Nm.). Schon aus Miel krzrzen analtsangabe des Kataloges ergiebt sich, wie reichhaltig UTP- uwiaffend die Bibliotbsk des Reichs-Posiamts bierselbst ist, am xélchb_alttgsten_ natiirlich die Abtheilung über Verkehrswesen, MÖbeiondere uber Postwesen. Unter drn Büchern befindrt sick,» eine enge Wertbvoller und wichtiger Werke. _ Ein 2. Band des WWII sol] ein Verzeichniß dcr Karteniammlung enthalten.

“„Im Verlage von A. Hirschwald in Berlin ist soeben der ZMedrzrnal-Kalender für den Preußischen Staat auf äs _Ja_k)r 1884" in 2 Abtheilungen erschienen. Die 2. Abtheiiung, der ZGL1chafts-Kalender", bai, außer einer K'alcndßrtafel fiir 1884, :9,[aki_1drn Inhalt: ]) Tageskalender. _ 2) Uebersicht sämmtlicher wlÖYLJM Arzneimittel nebst Angabe über Dosis und Gebrauchsweise. " 5) Die für den Arzt wichtigsten Veränderungen der deutschen PbNmacopöa (1882) in alphabetischer Reihenfolge. _ 4) Maximal- kvlcn, Welche nach der Pharm. Germ. beim innerlichen (Gebrauch n(TU_ubr-rscbritten werden dürfen, obne daß der Arzt ein 01 zufügt. ? 0), Lö'sliäokeitstabelle. _ 6) Dosirung der für _die subcutane LWLLFTWU rn Anwendrmg kornmrnden Mittel. _ 7) Doiirung der für *?«511balation615erapie in Antvendung kommrnden Mittel. _ 8) ?bar- WÜWW osconomiaa. _ 8) kbrmulas maZ-istralsn 1381'01111. in 11811111 éUpSkum. _, 10) Aus der Taxe für Anfertigung von Medikamenten. ck 11) Medizrnalgcwicbtr und Maaßr. _ 12) Tabelle zur Verglei- iZW HLrQVLrjchiedeneir Temperaturscalen. _ 13) Darstellung der ge- kkalécklechiten 13a1nsxr meäicata. _ 14) Uebersicht der wichtigsten ÜWÜMU Ernäbrunasmiticl nebit Anaabe der täglichen Durch- akmkkszunabme der Säuglinge. _ 15) Diagnostik und Therapie der Utkn Vergiftungen. _ 16) Verhalten der Temperatur in den akuten

EkkkünFUngen, besonders Infektionskrankheiten. _ 17) Anleitung zur

YMNUWM Harnuntersuchung. _ 18) Anleitung zur Untersuchung ck „Sputum a'uf Tuberkelbacilien, _ 19) Praktische Anleitrmg zur eemUchLn Trinkwafferuntersuckdung für Aerzte und Medizinal- [UÜWL- _ 20) Ueber_ den Scheintbd und dessen Behand- "(J- _ 21) Schu11i1chmaße. _ 22) System der Todes-

ursacben, welches bei dem Statistischen Bureau der Stadt Berlin zur_Anwe_ndung kommt. _ 23? Durchschnittlicbe geburtsbülfiicbe und gvnaioloqische anße und Gew (hte. _ 24) Schwangerschaftstxbelie. _ 25) Die yorzuZliCbsten Brunnen-, Bade- und klimatischen Kurorte mrt Angabe ibrer_ geograpb. LWL, ibrer Bestandtheile und der an Ort und Strüe fungirenden Asrzte. _ 26) Uebersicht der im vor- bergcb. Abichn. genannten Heilquellen :c. nach ihren Bestandtbeilen und Chara'kteren. _ 27) Verzeichniß der öffentl. Jrrenanstalten und der unter, arzilicber Leitung stebendcn Privat-Jrrenanstalfrn in Preußen, _ _28) Kurze _Anleituna zur Untersuchung der Refraktion, Akkommo- dation, Sebicbarfe und Farbenblindheit. Ein Anbang enthält die 13113!- uaao oba e1§gaus Z-rolinsugis. _ Die 2.Abtbei1ung, „Verfügungen und erionalten des Civil- u.Militär-Medizinalwesenß“, entbält 1)cine Z'usammensteüung der den Arzt interesfirenden (17) Geseßesbestimmungen fur Yreußcn und das Deutsche Reiki: (von 1872-83); 2)die Ministerial- Verfua'u'nxzen und Veitimmuvßen, betreffend (20) das Ciril- und (1) das Militar-Medxzinalwesen, welcbe im abgelaufenen Jahre erlassen find, 3) ,die m'ediztmicben Fakultäten der Universitäten des Deutschen Reiches mit'tbrenInstiiuten und Sammlungen, 4) Prrsonalia des Ctrri-Medizmalwsisns, 5) die Rang- und Anciennetäisliite des König- 1tcb preußtsckocw Sanitäis-Ofiizicrcbrps,_ mit einem Anbangc, ent- balt'end'dre Köntzilich bayerischen, iächfiichen und württembergiscben, sowie die Herzoglicb braunicbirsigiscben Sanitäts-Offizicrcorpß. Ten Schluß der 2. Abtbrilung bildet ein alphabetischrs Namcnregister.

_ Heymanns Terminkalender für die Justiz- beamien 'in Prcufrrn, Mecklenburg, deri Thüringischen Staaten, „Brgunicbwjerg, Waldcck, LiPVe und den Haniastädten aufdaß Jahr 1884 isx 102be_n m_ bekangrisr Ausstattung rrscbicnen. Der Kalendar ent- baix außer rinezir Kalxndarium 29 versckziedcne Beilagen, die theil- LM _ wie die Perionalien der Justizbrbördcn in den genannten Staaten .und das_Vrrzcicbnis: der sämmtlichen Rechtsanwalts, Notars und Eerickxtévollzrebrr im Truischen Reiche _ von hohem Werthe sind. Zu den' 46 Jabrcn srinrs Erscheinens ist der Kalender sr) be- kannt und beltebbgewbrdsrr, daß er einrr besonderen Empfehlung nicbt bedari. Der Preis drs Bandrs beträgt 3 «15, mit Schrribpapier durch1choffrn 3 „14 50 „3.

Land: und Forstwirthschaft.

Ncw-Ybrk, 12._Novrmbcr. (W. T. B.) Der Monatsbericht des landwirtbscvaitlicbrn Departements sch1ägi die Ge- sammiprodukirdn von _Mais auf 1577 Millionen Scheffel an, d. 5. gegen 40 Miilwncn nredrigcr als die Erntc des Voriabrs, irotZ drr Vermehrung der AuW'xat.

Gewerbe und Handel.

Antrverpen, 12. November. (W. T.B.) Wollanktiori. Angebotenmwaren 1610 B. La Plata-Wollen, von denen 1313 V. rer- kauit. Preiic schwack) bebarrpirt.

G'lasßow, 12. Novembsr. (W. T. B.) Die Verschiffungen von Roheisen betrugen in der rorisien Woche 8100 gegen 12100Tons rn derselben Woche des vorigen Jabres,

Bradford, 12. November. (W. T. B.) Wo[_le und Garne tribiger, nominrl], fest, Botanyspinner gut bcichärtigt, in Singke Luitrrs mäßiger Bedarf für Deutschland.

St. Petersburg, 13. Noosmber. (W TV.) Die Reichs- bank macht_bskannt, das:, sie vom 1./13. November cr. ab die Rück- zahlung der iirbenten Reichsschaybonds effektuirt.

_ New-York, 12. November. (W. T. B.) Nach einer von dsn bts1rgen Zeitungen verbffrriiiicbtrn Depesche aus Mrriko, Vom heutigen Tag?, hat die mexikanische Regierung die Forderung dcr englischen Besitzer mexikanischer Schuldtitres, be- treffend cine Ergänzungéemiision von 20 Millionen dreiprozentiger Obligationen über die ancrkannie Schuld von 80 Millionen hinaus, definitiv abgelcbnt. Dieser Beschluß beende die bezü lichen Unter- bandlungcn, auch sei dcr mexikanische Vertreter in ondon zurück- berufen worden.

Verkehrs-Anftalten.

Hamburg,12.Novrmber. (213.52. B.) Der Postdampfer „Allemannia“ der Hamburg - Amerikanischen Packet- fahrt-Aktiengesellscbaft ist, von Westindirn kommend, heute Vormittag 11 Uhr in Havre eingetroffen.

Triest, 12. November. (_W. T. B.) Der Lloyddampfer ,Marö' ist mit der ostindiicb - chinesiichen Ueberlandpost aus Alexandrien Nachmittags bier angskommen und ins Schiffs-Lazaretb geschafft worden.

New-York, 12. November. (W. T. B.) Der Dampfer „Swain“ von der National-Dampficbiffs-Compagnie (C. Meifingsche Linil) iii bier eingetroffen.

Berlin, 13. Novsmber 1883.

' Dem vcrantwortlicbrn,_Redacteur des „Berliner Tageblatt“ ist „rm 8. ds. Mrs. vom Königlichen Polizsi-Präfidium nacbfolacndc errÖtigrmg zur Aufnahme nach Maßgabe des „H. 11 des Preß- geieizes vom 7. Mai 1874 zrrgesteüt wordsn.

Berichtigung.

Das „Berliner Tageblait' hat in dem ersten Beiblatt zur Nummer 519 vom 6. November ds. Js. den nachfolgenden, von dem Kommando der Schußmannschaft angeblich erlassenen Tagesbefebl zum Abdruck'gcbraébt:

1) Die Hauptmannsébafien und Reviere haben den Dienst morgen so zu regeln, daß die Beamten der Schußmann- sckaft an der Außübung ihres Wahlrechts nicht behindert werden. Fiir entsprechende_volizei1iche Aufsicht vor den Wabllokalen bezw. in der Nabe derielben, ist in geeigneter Weise Sorge zu tragen,

2) Der Arbeiter Laube, Peiristraße 17/18 wohnhaft, darf am 18. d. Mrs. fiir die konservative Bürgerpartri in dcr Riederwailstraße, _sowie in denStadtibeilen Friedrichswerder rrnd_A11-Kölln auf dem Straßendamm ein Plakat mit der Aufichrift: Alleiniger Kandidat der deutschen Bürgerpartei Bäckermeister .Renard' umbcrtragen.

Verkehrssiörungen bat derselbe zu vermeiden, auch ist Laube angewiesen, dcn Exekutivbeamteicr Folge zu leisten. .,Jerquet.

Die Behauptung, das; ein derartiger Tagesbcfebl erlassen sei,

beruht auf Erfindung. , Königliches Polizei-Prasidium.

In Vertretung:

gez. von Heppe.

Da die Rcdaktion des „Berliner Tageblatt“, wiederholter Auf- forderung ungeachtet, ihrer gesexilitben Verpflichtung zur Aufnahme dieser Berichtigung nicht nachgekommen ist, die Erfüllung dieser Pflicht aber erst nach Beendigung des etxrzuicitenden gerichtli-ben Strafverfahrens gemäß §. 19 des Preßgxießcb erzwungen werden kann, wird die erlassene amtliche Berichtigung zunächst auf diesem Wege zur öffentlichen Kcnn'niß gebracht.,- _„„„, „,

Berlin, den 13._November 1883. _ . .._.'.i .).-„,L

Königliches Polizei-Prafidium. In Vertretung: .„ ron Heppc. “Z“ FF.!“-

Vielc Besucher der diesjährigen Hygiene-Aysstellmrg und nament- lich die gewiß zahlreichen Kinderfreunde 'unier ihnen werdrn sich u. A. auch an dem dort arrSgestellt gewesenen zierlrcbrn Moch erfreut haben, durch welches der ,BcrlinerKripvxn-„Verein' sein in der Anklamcrstraße Nr. 39 belegenes 1. Sauglmgs-Awl in einer der Wirklichkeit durchaus cntsprechendrn Weise dem größcren Publikum

zur Anschauung Zebrarht th. Auch an maßgebendßx Stelle ist man auf dieses Mode aufmerkiam gcworden, denn es isi, einer uns zu-

' gebenden Mittheilung zuioige, bei dem Vsreins-Vorstande die _ von dem Leßteren bereitwiliigst crtbsilte _ Gmebmigung nacbgesucbt worden, dax- Modell dem birr drmnäcbit zu begrün- denden Hygiene - Muskum fiir immar za Überlaffsn. (Fs b_leibt zu boffen und zu wünschen, daß bierdurcb das Jntereffe fiir den Verein urid seine dankenswertbén Bestrebungen, welcbe ledig- lick), dem Woble der kleinstrn SVkößlinJé unicrer Arbeiterfamilie" gewrdnrxt sind und demgemäß, in den dem Verririe gäwgrncn Grenzen, aucb derjgroßsn Srerblichkeit der Kindsr 171 Berlin mit Erfolg ent- gegenzriwirkrn geeignet erscheinen, in immcr weitereKreiie drirrge, und wir Wurdxn uns freuen, weiin aucb dicse Zciirn dazu bcitrazcn "bilten, dem Verein nsue Freunde und Mitglieder zu crwerbsn, damit der- reibe bci dér andauernd starkrn Frcquenz, übcr rrrlcbe die nzcbitebendc Usberiicbt das_Nabrre rrgiebt, 1"in in der" Lage säbe, dir zur Zeit vor- bandexen zwci Airis in dsr bi-F-bcrigrn W311“? fdrtfirbrrn zu kbirnen. Zn, dén drei Monatexi Juli, August, Sevtember d. J. eniiislrn auf Körtbre _] (Anklameritr. 39) bczw. 614, 644, 681, auf Kribbe ][ (özrucbtitr. _31) 326, 449, 500, in Summa 1939 rriv. 1275, auf brids Krrdvkri zuiammen 5110 3214 Vcrdksrqungstagr, mitbin wurden dUrÖ- scbnrttit-D an xsdem Wcrkrage 41 Kindér vom Vsrsin .rufgenommrn und verpflegt, und zwar 24 in Kribpe ], 17 in Kribve 11.

_ Der Vereizi für Vcsirrrrng untlaiisrrrr Strrxf- grianqkner reriammrlte sib Fritsrn Abend im Präsidialiaal drs Laridgericbts m der Jüdrnstraßs, unicr VNN; dx-F- Gsbrimxri LIrr- Juini-Raibs Starke. Wie mitdeibeilt wcrdrn konnte, bat das Arbeit;“?:Ikarbiveiseburcau in dcr Zcit VOM 15. Iktbbsr bis gesisrn 124 von 167 Arbeitsukbendcn Bcirbäftigim; rcrirbaiicrr köirircn. Seit

April iind rom Bureau auß 796 Vakanzen bxirxt irdrdkn. denen 1301 Mcl-dirngeri *.:m_ NÜCÖWLTÖ VM _Arinr _gcgsirübrr- standrn. Neu m die Prlrße dss VCkLMÖ (1111,121!(Jt11711811

wurdrxrr 8 Jrrßendiicbe, die aus drm ZtrafgeiäWUiü Pibrzcr-ire exitlaiisn sind; die 71 Jirgcmdlicbrii, die soit dsm 15. Oktober dr; STQÖTWLJÜU verlassen, siiid,ibwcit nbibiZ, mit Geld Und Kleidungs- siuckrn unterstüydwordcn. Dcr Mancicl an Klsidrrrrzßiriickcii, nament- [tcb aucbarr S_ricieln „macht sicb [sidsr recbi firbibzr und würdrn Gabrn m dt;]rr Bszichmg drm Verein irbr crwürrirbt sein. Das ArbxrtHZQÖwrixchrcau, NSU? Frirdriwstc. 13,- 16, Zimmer Nr. 1809181, erklart iich_gkr_xt bcreit, ©5er abboieir zit [aiicir._Eirre länircrc Dc- battc knzibite 1161) an dis Fkä-Zk, wic jrrzr'ndiirbc Siraierriiaffcnr, die in BZé-rlrrr iiikbt brxsairiéifsig smd, zu bsbaridcln icicrr. Es wurde allseitig bstorrt, das; cs dringend wii:1schen§w:rrb sei, die B1!kich€11,_1_0w2kck[ in ihrem cixiensir Jirtrrciiz wi-x im Jrrtereffz der St_adi“ ]osdrt ibrcr Hsimatb ZUZUfÜÜkr'U. Du:; Straigriänrxniß Pibxxcriiec beobachtet kii'skxl We.] bcreits aUgetnrin, und 5:16) Sxitenß der Stadtvoigiei bat mar: ibn Won msbrmrlö ringsirblagsn. Air"- 8111 Mairgrl irnrde es von eincr Scite gerügt, dak; Cityrn Uiid Vor- m_rrndcr dar Jugendlicbcn [*011 dem AUFfuii cinrb zrrßsrr Leixisrs vrr- [19115311 Strafverfahrens krimi“ Mixtiwiiunxr erbaltcn. Interessant war dir 3127502650, raf; in ler,;txr Zrit gr,]rn die Jagcndliärcn zumrist die 11511112 Strom,]? ch Gcssßes aiigrrrendct wird. Dir Richter find, wie Erbkim-Naii) Starkr [*:ibxrrc, allnräbiirb zu dcr Anirbauung gelangt, dur“; der Airisntbxlt im Geiängnii: nicbt, wic man früber annahm, irrrZÖlC-(btcrr, soxidcrn ibatsäiblicb besser:“, Und man [UDT dabcr dir Jugsirdiicbcn iiibglixbst auf [51198 Zeit in deri Grfäirgniiicn zu belassen.

Marburg, 10. Novetnbrr. (Nb.=Westf, Ztg.) Festliche Glockenkiängb lxiicteir grsicrn Abend 7 Ubr die Feierlichkeiten zum Lutherxixbrlrrum cin. Die Universität (Marbura war die erste prote'iiantticbe_U-iirkrsrtäi) r*sranstxltctc kinski Fcstgottssdirnst in dcrirrtber'tiibcn Psarrkrrrbr, bsi welkbe'm Profrsior 1). Arbeiis die Predigt breit. „Daz? Soryua Zazäsmjbnm erskbicn mit dem Rektor art der SpriZe m_ seirrlirhsm Zuge., Den Stblus; des (Hoiirsdienstrs bildcte die Bach1ch_e (Cantate nach “.“Utbcrs Rcsormatiorislicd: „Ein“ feste Brirg rst Uriier Gott“. Die Arisfübrung derselben butt? dcr Nkadcmricbc Grsangrercin übernommen. Der akademisch: Fest-

aki ain folgsirdcn Tage ging ebrnfaiis in dcr [Utbrriichcn anrrkrrrbe voii stritten. Da?- Goitésbaus war fcstlirb bc- kranzt imd grikbmückt von W FLHUCU der bicfiaen Stu- dcnienvrrbmdrmgcn. Nack) drr Mendelssobnsckzen OUkatUké

zum „Paulus“, betrat der Professor der Tbrologic 1). Brieger, dic Kanle, um die Friirxde zum Andenksn Martin Lutbcrs zu halten. Dararri folgten _dre (Ebrrripromotioncn, zunäwst die Leopold Rankqs, „des größten unsersr lebenden Historiker, der bereits vor vrerzyrg Jabrcii von dsr Univcrfität Mirrburn die ibeoiogisrbc Dbktbrwrrrdc erbalicn batte und nun bei diescr festlichrn leeaen- bcrt_vr111 N(ULM Prdindrirt Wurde. Außsr Ranke crbielten nocb Pos. OitrrMeier in Hallo, Ober-Konfistorial-Ratb Lohmann in Hairrbvxr, Konfiiwrial-Natb Dalton in ““St. Peterr-burg, Pastor ,PTZTULUUÖ Viktor_in Brrmen die tbcrlogiscbr Doktorwürdc. Sciierrs der jurriziichanakultqt wurden promorrrt: der bekannte Lutbkr-Biograpb Pros. ]). K'ristlixi m HaÜc, drr Gebcimc Raik) im Kitltus-Minislkrium Wilk); Barkbauicg in Berlin, und endlich von Seiteir dsr philo- sopbticbchakuitat zwei Männer, die six!) um die Erforschung drr chiornrqttbrxsxzsickyichte besonders verdi-ent gstnakbt iyabrn: PastorKarl errfft 111 (xélbrrfcld und Pastor Friedrich Mülirr in Hermannstadt. Mit dem grbßsn Halleluja von Händxl scbldi; drr akademisibe Festakt. DJG, rrßngriiibc Wettrr bindrrts nicbt, da[“; die Straßen dsr Stadt fr1tllch gcicjymückt und ßcflrggt find, brsomdcrs das Lirtbrrbaus crm Schuhmarkt, in ivrlcbem dcr grofie Reformator bci Gclr'gen-beit der Marburger Disbutation im Jabra 1529 (iewobnt haben 1011. Hier wird morgen, Sonntag Nachmittag, dia Sckylußfi'irr statisindsn, bci wclchex (Hclrgenbcit der stellvertretende Bürgcrmcister miscrer Stadt Proskisor 1). Ubbelobde die_Festrrde halten wird. _ Heute Nach- miitag wurde vom Akadrmiichen Concert-Vrrcin, unter Leitung dcs Nirisixdirektdrs Freiberg, das Oratorimn: „Litibcr in Worms“ von Ludwig Y1c11=grdus aufßefubrt. _Dsn Glanzpunkt des Festes bildete der amvbruiigcn Abend qcircn ZT) Uhr von dkn Studircndrn der Uiriverfitat Marburg zu Ebrcn Liitbcrs grbrachte Fackelzug. Ungsfäbr 500 Fackxltrager, die Cbarairtcn der zablrcickpen Verbindunacri und Vereine im stirdcntifcbcn Wichs mit fliegcndrn Fabncn urid Schlägern, zoarn erm breiten Weg berein _iri den Scbloßbof, wo e'ine mächtigr Lutherbuste 'auf der oberen Terraiie, effektvoll durch zwci Lichtstrablrn er- legchtct, errichtet worden war. Um dieselbe gruppirtcn sich dir Fabrica- trager mit den flatterndrn Fahnen höchst malerisch; aus ilirer Mitte» trat der Studiosus der neucrcn Pbiloloaic Paalzcn auf die Redner- tribüne und erinnerte in schwungvolicn Worten die Kommilitorrcn an die Verdienste Martin Lutbrrs. Gewaltig war der Eindruck, dcn drr Gesang des herrlichen Lutheriicdcs „(Ein' feste Burg isi unser Gott“, dargebracht aus tausend Kehle.". hier an drr cbrwiirdigcn Stätir dcr Reformation, die von hunderten von Fackeln und beiigalisckyrm Licht tagbcl] brlcucbte"! war, machte, und Niemand, der diese Feier gesehen, wird des dcnkwurdigrn Mornsuis vrrgcs'en. Darm zog die skudcntiskbc Jugend mit klingendem Spiele den- erg hinab, 11111 unten beim „Gaudeamuö“ die Fackeln abzubrcnnen.

Wien,.12. November. (W. T. B.) Dim baulich Luther- kommers tm Sopbiensaalc wohnten viele Professoren, mehrere Ab- geordnete und Mitglicder dcr cruriigcliscbc'n Gcmcindcvcrirciungrn bci. Dcr Abgeordnete Barcutber beantwortete cinen Toast auf die deut- schen Abgeordneten mit cincr Festrede auf Luther welchc mit einem Hoch auf die Zukunft des deutschen Volkes sch1o§.

Das Kbnialicbc Schauspielhaus beging dcn Gcbnrtétag Schillers am Sonnabend durch eine wobl grlrtngcnc Aufführung der „Braut von Messina“, in niclcbcr natiirnjlicb Frl. Meyer «19 „Beatrice, Hr. Miillcr als Don Manurl, sowie die in den Chören mitwirkcndcn Herren HeÜmuth-Bräm ((Caictan) und Kabir (Berengar) „vicien Beifall verdienten. Frl. Stollbcrg als Isabella vermochte friibcrc Leistungcsn an dieser Stone, namentlich die der Fr. Jachmann-Wagc-ncr, nicht zu crreichcti. Dic Jnsceiiirrmg War

außerordcntiicb sorgfältig und wiirdig.