1883 / 274 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 21 Nov 1883 18:00:01 GMT) scan diff

irk des ehemaligen AppeUationSgericht-sbofs zu Cöln, der

echenschaftsbericht iiber die weitere Ausführung des Geseses vom 19. Dezember 1869, betreffend die Konsolidation Preußi- scher StaatSanleihen, die Uebersicht über die Verwaltung der fiskalischen Bergwerke, Hütten und Salinen im Preußischen Staat während des Etatsjabres 1882/83.

Der Präsident machte hierauf bekannt, daß die Wahl der Kommissionen in gleicher Stärke wie in der früheren Session erfolgen werde, der Mittwoch werde auch in Zukunft für die Erledigung von Anträgen aus dem Hause reservirt bleiben.

Nachdem sodann noch die Konstituirung der Abtheilungen bekannt gegeben war, ging das Haus zur Tagesordnung iiber; Wahl des Präsidenten und der beiden Vize-Piäsidenten.

Der Schriftführer des Hauses, Abg. Stengel, beantragte, das Präsidium der vorigen Session per Akklamation wieder zu wählen.

Der Präsident von KöUcr erklärte, daß nach der Geschäfts- ordnungzine solcbe Wahl zulässig sei, faUs kein Mitglied des Hauses Widerspruch erhebe.

Ta Widerspruch nicht erhoben wurde, nahm der Präfi- dent von Köllerwdie Wahl für sich mit Dank an, dasselbe ge- schah von dem Abg. von Benda, der zum zweiten Vize:Präsi- denten erwählt war. Der zum ersten Vize-Präsidenten er- Wäshlti? Abg. Frhr. von Heereman war im Hause nicht an- we en .

Der Präsident verkündete deshalb, daß er die Znstim- mung desselben bis morgen einholen werde.

Zu Schriftführern wurden auf Borschlag des Abg. Dr. Windthorst durch Zuruf gewählt die Abgg. von Quast, Sachse, Bobs, Delius, mealle, Graf Schmising-Kerssenbrock, Vopelius und Worzewski.

Nachdem vom Präsidenten zu Quästoren die Abgg. von Lilebdermann und Zelle ernannt waren, war die TageSordnung er ? igt,

Der Präsident schlug vor, die nächste Sißung Montag 11 Uhr abzuhalten. Da der Gegenvorschlag des Abg. Dr. Windthorst, die nächste Sitzung schon fiir Sonnabend an- zuberaumen, keine Unterstüßung fand, so blieb es bei dem Vorschlag des Präsidenten. (Schluß der Sißung 2 Uhr.)

_ Ein Kind ist nach einem Urtheil des Neictherichts, ]. Strafsenats, vom 29. September d. J., schon mit dem Be- ginn der Gibllkt als „Mensch“ im Sinne des Strafgesetz- bUchs zu erachten, und die fahrlässige Tödtung einxs solchen noch nicht in die Anßenwelt getretenen Kindes, bei1pie1§weise Seitens eines unkundigen Geburtshelfers, ist als die fahr- bäxistg? Tödtung eines Menschen aus §. 222 Str. G. B. zu ? ra en.

_ Der hiesige Königlich italirnifche Botschafter, Graf de Launay, ist vom Urlaube nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Botschaft wieder Übernommen.

Bayern. M ii n (1) en , 20. November. (W, T. B.) Die A b g e o r d 11 et en ka m m er hat den Geseßentwurf, betreffrnd die Ku [tu r- Renten bank, einem bes'dnderen, aus 14 Mit- giiedern bestehenden Ausschuß und daß Yusführungsgeseß zum Reichs- Kranken kassen gesetz dem für die sozialpolitiichen Geießenlwürfe bestehenden Ausschuß zur Vorberathung iiber- wiesen. Das Reblaus: Entschädigungsgeseß, dessen Annahme der Abg. Buhl befürwortet hatte, wurde in erster Lesung unverändert angenommen. (Dr. I.) In

Sachsen. Dreßden, 20. November. dir heutigen Sißung der wxiten Kammer pasfirte zu- nächst der Rechenschaftsberi t der Brandversicherungs-Kom- mission über die Verwaltung der Landes-Jmmobiliar-Brandr versicherungsanstalt in den Jahren 1881 und 1882 die allge- meine Vorberathung. Der Abg. Bönisch bemängelte die nach seiner Ansicht zu sparsame erährung von Beihiilsen zur AUHiiihrung von Neubauplänen, namenllich im Hinblick auf die im Verhältniffe zu den Brandentschädigungen sehr bedeu- tenden Brandversicherungsbeiträge der großen Städte, wo- gegen der Abg. Kirbach alis Mitglied des Ple- nums der Brandversicherungs =Kommission darauf auf- merksam machte, daß das (Heseß nur in den Fäilcn, wo die FeueXÉ-gefahr für die Nachbarschaft gemindert werde, Vei- hülfen der gedachten Art zulaffc und, wrnn auch in anderen Fälien Beihülfen gewährt werden sollten, das Geseß geändert werden müßte. Der Abg. Mehnert schloß sich im Allgemeinen den Ausführungen des Abg. Bönisch an und sprach den Wunsch aus, daß die Feuerlöschdeiträge für einzelne Orte höher bemessen wiirden als jkßt, und daß ferner mit der (Ge- währung von Beihülfen coulanter verfahren werde. Die Vorlage wurde der Rechenschaftsdeputation, das Königliche Dekret, betreffend den Umbau des vormaligen Zeughauses, ohne Debatte der Finanzdeputation überwiesen.

Baden. KarlSruhe, 20. November. (W. T. B.) Bei der heute erfolgten Eröffnung des Landtages war die Großherzogin mit Gefolge in der Hofloge anwesend. Die Thronrede des Großherzogs gedenkt der Stellver- tretung durch den Erbgroßhsrzog während der Krankheit des Großherzogs und der allgemeinen Theilnahme während dieser Krankheit sowie bei der_ Geburt „eines Enkels. Die Tbronrede“ theilt ferner mit, daß die über die Lage der Landwirthschaft angesieüten Erhebungen unver- weilt vorgelegt werden würden. Weitere Vorlagen betreffen die Zuständigkeit und das Verfahren der Verwaltungs- gerichte, die Einführung der Kreisorganisation und die Re- vision der Städteordnung. Wörtlich heißt es dann weiter: „Das freundliche Veihältniß zum kajholischen Kirchenregiment hat sich bei der Erledigung aller Angelegenheiten, die ein Einver- nehmen mit der obersten Kirchenbebörde erforderten, in der beim Schlusse der Tagung erhofften Weise bewährt. Meine Regie- rung wird ernstlich bestrebt sein, dieses für eine friedliche Entwicklung der inneren Zustände des Landes wichtige und erfreuliche VerYiltniß aufrecht zu erhalten.“ AndereVorlagen betreffen das oiksschulwesen, Vorschriften über öffentliche Hinterlegung und die Fürsorge für die vaterländifchen' Denk- mäler. Das Budget wird durch die Staatshülfe für die Her- stellung der durch Hochwasser zerstörten Verkehrswege m_id Schußwerke sehr in Anspruch _genommen; trohdem ist der Budgetabschluß ein günstiger., Es; werden ferner Maßnahmen vorgeschlagen, welche die Sicherheit des Be- triebes auf den Staatsbahnen durch Vervollk'omm'nung der technischen Einrichtungen erhöhen soüxn. Die Einpabmen der Eisenbahnen sind im Wachsen begriffen, so daß in t nur die durch den Bau der ÖöUenihalbahn verursachten Op er 92- tragen, sondern auch der Erfüllung berechtigter Wünsche_an- der€r Landestheile näher getreten werden kann. Erwähnt wird weiter die Vorlage über die Einfiihrung dcr Braumalz:

allgemeinen Einkommensieuergeseves und schließlich die Vor- lage wegen der besseren Versorgung der Hinterbliebenen der ohne Staatsdienerqualifikation im StaatSverwaltungsdienste Angestellten.

Mecklenburg. Sternberg, 21.Novemver. (W. T. B.) Heute Mittag ist der allgemeine Landtag hier durch die schwerinschen Kommiffarien, Staatß-Minister Graf von Basse- Wiß und StaatSratb Wesel], und den strelisschen Kommiffarius, Ober-Landdrost Grafen von Eyben, mit der Verlesung der landesherrlichen Vropofitionen eröffnet worden.

Elsaß : Lothringen. Straßburg, 19. November. (Els.-L. Ztg.) Der Bezirkstag des Unter:Elsaß hat am Sonnabend seine Berathungen beendet und ist Mittags 12 Uhr durch den Bezirks-Präsidenten geschlossen worden.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 20. November. (W. T. B.) Wie das „Fremdenblatt“ von wohlinformirter Seite ver- nimmt, begeben sich die gemeinsamen Minister sowie der österreichische Minister-Präsident Graf Taaffe mit den Ministern Dunajewski Pino und Welfersheimb zu Anfang nächster Woche nach Pest, um mit den ungarischen Mi- nistern, welche wegen des Reichstages gegenwärtig nicht nach Wien komrren können, die bereits während der Dauer der Delegationsfesfion begonnenen Berathungen über mehrere Gegenstände administrativer Natur, die einer prinzi: pieüen Erledigung bedürfen, fortzusetzen. Die Polizei hat eine geheimeDruckerei saisirt, aus welcher in der leßten Zeitwiederholt sozialrevolutionäre F [ugs christen verbreitet wurden.

(N. Zürcb. Ztg.) Der

Schweiz. V e r n , 16. November. B undeSrath hat nach längerer Diskussion die Bedingungen festgesteut, unter denen der Bund den Kantonen Zürich und Aargau ein Nationalbahnanlehen macht. Der materieÜe Inhalt derselben ist im Wesentlickgen folgender: Die Offerten, welche die Kantone Zürich und Aargau sowie Winterthur und die aargauischen Bürgergemeinden Baden, Lenzburg und Zofingen seinerzeit im Betrage von 3 895 000 Fr. gemacht haben, sollen aufrecht erhalten und von den Verhei- ligten nun als rechtsverbindlich erklärt werden. Die nach Abzug der genannten Leistungen von der Gesammtnational- bahnsckuld (6310 254 Fr.) noch verbleibende ungedeckte Quote von 2415 254 Fr. soll von den vier Einwohnergemeinden Winterthur, Baden, Lenzburg und Zofingen Übernommen und denselben zu diesem chck von den beiden Kantonen Zürich und Aargau ein BundeSanlehen von 2400 000 Fr. zur Dis- position gestellt werden. (Man nimmt an, die Differenz von 15 234 Fr. werde durch Nichtanmeldung einer Anzahl TUS]. aufgewogen.) Die Vertheilung der Schuldpflicht von 2400000 Fr. zwischen Winterthur einerseits und den aar- gauischen Städten anderseits soll auf dem Wege gütlicher Vereinbarung geschehen; falls solche nicht erfolgt, wird die- selbe vom Bundesraih vorgenommen und den betreffenden Gemeinden zur Annahme oder Verwerfung vorgelegt. '

_ 20. Novémber. (W. T. B.) Die Berner Regie- rung hat beschlossen, an der zur Regelung der Baseler und Tessiner Bisthumsfrage demnächst stattfindenden Diözesankonferenz nicht theilzunehmen, da sie den vor- maligen Bischof Lachat als einen kirchlichen Würdenträger nicht mehr anerkenne. »“ ' :-

Frankreieh. Paris, 20. November. (W. TB.) Der Senat hat heute sämmtliche, mit den Eifenbahngesell- schaften abgeschlosseneKonventionen genehmigt. Von der Deputirtenkammer wurde das Budget für daß Handels-Ministerium votirt. _ Der Kommission für die Vorberathung der Kreditvorlage fiir Tong- king find alle auf die Tongkingfrage beziiglichen diplo- matischen Schriftsiiicke mitgetheilt worden.

Spanien. Madrid, 20. November. (W. T. B.) Der deutsche Gesandte Graf zu Solms-Sonnewcxlde, der General-Adjutant Sr. Majestät des Deutschen Kaisers, General-Lieutenant von Loox; und der General-Adjutant Sr. Majestät des Königs von Spanien, Blanco, sind nach Va- lencia abgereist. '

Nach den bis jeßt getroffenen DiSriofitionen Wird Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz am nächsten Freitag Nachmittag bier eintreffen und von Sr. Majestät dem König und dem gesammten Hofe sowie von den Ministern am Bahnhof empfangen werden. Für die während des Besuchs Sr. Kaiserlichen Hoheit stattfindenden Fest lichke i t e nistfolgendes V r () gra m m vorläufig entworfen: Am 24. d. M.: militärische Revue, zu welcher 22 Bataillone dier zusammengezogen worden sind; nach der Revue Bankrt im Königlichen Palais; am 25.: Besuch eines Stiergefechts; am 26.: Besuch der hier stattfindenden Montan-Aussteilung; Zapfenstreich; am 27.: Ausflug nach Toledo; am 28., als dem

eburtstage Sr. Majestät des Königs: Familiendiner bei dem König Alfons und Concert; am 29.: Jagd in Cas'sa Campo in der Umgebung yon Madrid und nach der Riick- kehr Diner in der deutichen Geiandtschait; am 30.:

ofbaÜ im Königlichen Palais. Fiir den 1. und 2. Dezember sind Ausfahrten und fiir den 3. Dezember ein Ausflug nach dem EScurial in Aussicht genommen. FaUs Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz wünschen sol1te, Andalusien zu besychén, so wird Se. Majestät der König Höchstdenselden dahin be- gleiten.

Valencia, 20. November. (W. T. B.) Der deutsche Gesandte Graf Solms, General-Lieutenant von Loe? u_nd General Blanco find heute, Mittag hier em- getroffen und von dem General Kapitän, dem Präfekten und den Vertretern der Behörden am Bahnhofe empfangen worden. Graf Solms und General von Loé-x haben „im Palais des General-Kapitäns Wohnung genommen. ,Die A11kunft_Sr. Kaiserlichen Hoheit des Kronprin en mird morgen'Mitt'ag erwartet; die Weiterreise Höchstde 1elben nach Madrid mird am Donnerstag Nachmittag erfolgen.

_ 20. November, Abends. (W. T. V.) Das spa: nische Geschwader wird morgen früh hier erwartet. Da der Hafen keine hinreichende Tiefe besißt, find die Gefchwader gezwungen, außerhalb desselben zu gnkern. Das EmpfgngH- ?)th nahe dem afen ist beinahe ferti gestellt. Daffelde'iit nut

eutschen und panischen Fahnen ge chmückt; zwei Triumph- bogen erheben sich auf der Alameda-Promenade. Der Gefandxe Graf Solms und der General-Adjutant von Lois machten mit dem General-Kapitän eine Fahrt im_offenen Wagen 11111?!) die Stadt. Zu Ehren derselben hat eine Regimentßmusik eme

steuer anstatt der Keffelsteuer, die wiederholte Vorlage eines

Serenade vor dem Palast des General-Kapitäns dargebracht.

Türkei. Konstantinopel, 21. November. (28. T. B.) Der englische und der franzöiische Botschafter daden der Pforte eine Note üben:;icht, in welcher die bedmgungsweise Annahme des Patentgeseses mit- getheilt wird.

Serbien. Belgrad, 20. November. (W. T. V.) Die zum Tode verurtheilten Urheber des Aufstandes und Führer der Aufständischen, Didic und Gjufic, sind gestern in Zaitschar standrechtlich erschossen worden.

Afien. (W. T. B.) Der „New-York-Herald“ meldet aus Hongkong, vom 19. d. Mrs.: die Chinesen hätten Sontay und Bacninh geräumt und würden neue Truppenbewegungen voraussichtlich sistiren. Die Wiederauf: nahme der militärischen Operationen durch die Franzosen werde für noch nicht möglich gehalten, weil das Erdreich noch zu sehr durchweicht fei.

Zeitrmgsstimmen.

Ueber 'die Wirt schaftliche Lage der Provinz Sachsen wird der „Halliichen eitung“ geschrieben:

Die günstige Lage des Gewerbes, des Handels und der Industrie in unserer Provinz dauert fort. Handwerker und Tagelöhner finden überaÜ außreichende und lohnende Beschäftigung, und Klagen über Arbeitsmangcl sind nirgends laut geworden. Der Handel zeigte im Laufe des Verfloffenen Sommers _einen ruhigen und durchaus sicheren Charakter: nur das Getreideges'cbaft war in den Monaten Juli und August recht lebhaft. Die Preise waren hoch, sind aber seitdem an- gesichts der guten Kartoffelernte gesunken. In aUen Zweigen des Fabrikwesens herrswt rege Thätigkeit. Vor Allem find die Eisen- waaren- und Maschinenfabriken im Aufschwung begriffen. Die Ilsen- burger Hüttenwerke find z. B. auf ein Jahr hinaus reichlich mit Aufträgen versehen. Der Votrieb der Braunkohlenwerke, sowohl der privaten als auch der fiskalischen, War regelmäßig. In der Lage der Industrie im Regierungsbezirk Erfurt sind auch im vorigen Quartal brrvorragende Veränderungcn nicbt bemerkbar gewvrden. Fast sämmt- lichs Zireiae der Fabrikatioiistbätigkeit waren voll beschäftigt, Wenn auch die Preise fich nicht beben woiiten. Daher wird durcb größeren UmsatZ cin Außgleicb zu schaffen gesucbt, WeSbalb es an Arbeitßgelegen- beit nicbt fehlt, was auf den Verdienst der Arbeiter günstig einwirkt. Die Verbältniffe der Maschinenfabrikation und der Hersteüung der MetaÜwaaren und Lampen sind unverändert geblieben. Die Näh- maschinenfabrik in Mühlhausen prosperirt nach wie vor; dagegen haben die Mascbincn-, Grivebr- und Munitionsfabriken in Sömmerda und in Suhl ihre Aufträge an inländischem Militärbedarf nahezu ausgeführt und daher Mangel an Arbeit. Nur einige Fabriken an letzterem Orte sind durch die Robrlicferungen nacb Rußland, Srrbien und Rumänien ausreichend beschäftigt; auch ist die Privatwaffeniabri- kation dort in anhaltender Entwicklung bcgriffen, wobei geschickte Arbeiter gesucht sind, so daß auch die Löhne sich auf befriedigender Höhe erhalten. In der Textilbranche ist ein Fortschritt zur Beffrrung unleucibar vorhanden, Wenigstens was Nachfrage und Absaß anlangt. Der Verdienst ist nach der,Bebauptung der Fabrikanten wegen der hohen Material- und gedrückten Fabrikatyreise nur gering; indeß ge- stehen die Streicbgariispinncrcien in Mühlbausen und Umgegend bierin eine Ba'fferung gegenüber dem voriaen Winter ein. Die Por- zelianfabriken im Kreise Schleusingen befinden fich in VoÜer Ve- schäftigung, obgleich die Preise unter der großen Konkurrenz leiden. Auch die Ziegeleien scheinen überaÜ reichlich beschäftigt zu sein. End- lich sei noch als bemerkenswerth verzeichnet, daß die Cigarren- und Tabackfabrikaiion an einzelnen Stellen, 3. B. in den Kreisen Mühl- Fuje? und Worbis, cinen Anlauf zur Hebung nehmen zu wollen

em . _ In der „Kieler Zeitung“ lesen wir:

Es ist noch nicht so lange her, daß die Mebrzabl der deutschen (isernen Schiffe auf englischen und französischen Werften gebaut und reparirt “wurden; wie sehr sich das aber geändert, darüber liegt ein erfreuliches, von England kommendes und eben deshalb unver- däcbiiges und doppelt Wertbvoiles Zeugniß vor. Das Faib- blatt ,Ironmonger and Metal Trades Advertiser“ schreibt, wie wir der „Elberfelder Ztg.) entnehmen, in seiner neuesten Nummer: Cine bemerkenÉ-Weribe Er1cheinung ist die so sehr bedeutende Ver- befferung im Bau größerer eiserner Dampfschiffe und die rege Thätig- keit ist diesem wichtigen Ziveige der Industrie, welche auf deutschen Schiffswerften an dsr Nord- und in noch höherem Grade an der Ostseeküste, jetzt statifindet. Noch kurz vor der Gründung des deut- schen Kaiserreichs mußte man die Kriegsdampfer „König Wilhelm“, .Kronprinz“, Friedrich Carl“, ,Victoria“ und „Augusta' auf franzö- fischen und englischen Werften erbauen und auch bei nothwendigen Reparaturen dort ausbessern lassen, weil alles dieses in den deutschen Häfen anz unmöglich gescbeben konnte. Jeyt Werden nicht aÜein a e deutschen Kriegsschiffe auf den Werften von Danzig, Steitin, Kiel, Hamburg und Bremen erbaut, ohne daß auch nur die geringste Kleinigkeit dazu vom Auslande bezogen zu werden brauchte, sondern mehrere deutscbe Werften haben sogar zahlreiche Bestellungen zum Bau groß3r Kriegsschiffe und Handeléldamvfer von auswärtigen Staaten erhalten. Auf der Werft der Geselljchaft .Vulkan" bei Stettin bat die chinesische Regierung 1chon zwei große eiserne Dampf- korvetten, die vorzüglich angefaÜeii sein (911211, erbauen lassen. In Rostock Werden eiserne Handelsdampsschiffe für Nor- Mgen und für russische Rbeder auf dem Kaspischen See erbaut, welche über Kronstadt dann durch Kanäle und auf der Wolga nach Astracban befördert Werden. Ju Gaarden bei Kiel bat die chinesische Regierung jetzt zwei Kriegskorvetien beßellt, und die svanische Regierung auf einer Werft bei Bremen Torpedo- dampfer bauen laffen, während in Elmshorn in Holstein die Werfte Dußende von Schaluppen fur englische Fischer anfertigen. Die giiechisckxe Regierung Wollte zwei Korvetten mit Maschinen von 2500 Pferdckräften mit je Wei Kruppschen 24 0111 Geschützen, vier 8 em Gescbützen und vier MitrailLeusen in England erbauen lassen, ifi aber davon zurückgekommen und will die Schiffe nun in Deutschland bauen lassen, Wofür 16 Miklimien Drachmen (etwa 12 Millionen Mark) veranswlagt find.

_ Dem „Berliner_ Bdrsen-Telegrayh“ iiber die Situation des ober1chlesischen Marktes berichtet:

Die Zukunft der Koblengruben ist nach meinem Dafürhalten keine ungünstige. Der Konsum und Absaß wachst von Jahr zu Jahr, auch unter ungünstigen Verhältnissen. Die Produktion ist bei einer allmäligen Zunahme des Bedarfs wohl im Stande, demselben zu genügen, bei einer nur einigermaßen beschleunigten Steigerung des Bedarfs würde die Produktion nicht nachkommen können, und zivar, weil es unmöglich sein würde, binnen kurzer Zeit eine ge- nügende Anzahl neuer Arbeitskräfte dem Bergbau zuzuführen. In Oberschlesien sind zur Zeit die Arbeitskräfte in den Koblenberg- werken in voller Thätigkeit. Die Gruben find_auf der Höhe ihrer Leistungsfähigkeit mit den zeitigen Arbeitskraften angekommen. Die Gruben laden zum großen Theil von den im Sommer aufge- stapelten, im Ganzen gerinxien Beständen, obgleich der Winter noch nicht bereingebrochen. Für die Gruben ist in den nachsten 4 bis 5 Monaten also eine lohnender Betrieb sicher. An der nach meinem Dafürhalten günstigen Lage der schlesischen Koblengrxiben wird auch etwas Wesentliches nicbt geändert, selbst, wenn der Eisen- markt verflauen sollte. Zu einer solchen Verflauung des schle- slscben Marktes liegt kein .innerer“ Grund vor. Ich giaube nach meiner Uebersicht der Verhältniffe in Oberschlesien die Meinung auf- stellen zu können, daß Weder auf dem Robeisen-, „noch auf „dem Stgb- eisenmarkte eine Veiflauung durch Ueberproduktion begrundet ware. Wenn auf dem schlesischen Eisenmarkt eine Verf1auung, wie ich alive!- dings fürchte, eintritt, so tritt dieselbe lediglich durch den natur-

wird

silber! Einfiuß ein, welchen ein Rückgang auf dem englischen und west- fälischen, Markt ausßbt. Da indeffen eine unbegründete Ueberbödung der Preise nicht vorliegt, so kann meinem Ermeffen nach der Rück- (wlas weder ein bedeutendxr, noch auch ein lang andauernder sein.

- Aus dem weftfaltschen .Kohlenreoier wird der „Köl- nischen Volksze1tun„g“,'Mitte November, gemeldet:

_ , . Im Allgemeinen ist die Lage unseres Eisenmarktes und die der Stahlindustrie eine flaue, und so kann es schließlich nicht wun- dern, wenn einzelne Werke Arb'rrterentlaffungen vornehmen müssen. Die von England gnSgehende Eiienkrifis muß uns unser 1181178 und leider noch sehr maßiges Schußzollsystem um so wertbvoiler machen. Wollen manchesterltcbe _Zeitungen aus der Krifis Kapital für den Freihandel schlagm, so kormen wir mittels Zahlen nachweisen, daß unser bescheidener Scbuxzzoll, koetl derselbe der heimischen Industrie den deut- schen Markt fiebert, uns vor ciner scharfen Ktifis bervabrt hat. Die Stab- gjsenbranche hat etwas mehr zu,tbun,' wch-nn auch iregen niedrigi'r Preise der Yußen der Werke et_n Minimaler bleibt, Faxoneisen, Grobblecbe durften beffer gefragt sein. Feinbleche haben, der Jahres- zeit entsprechend, noch flotten Absatz. Den Stablwerken, die ihrer Gesammtanldge nach auf fortgesetzten Maffenabsaiz berccbnx-t, nie Mug Auftrage erhalten konnen, „wurde in leZter Zeit durch Bestel- ungeri des In- urid Auslandes wieder Beschäftiaung; doch fiud fernere Auftrage frbr erwunscht Die Lokomotiv- und Waggonsabriken, Ma- (chinenfabriken und Gießereiexi sind in guter Thätigkeit. Die Preise haben fich sonst nicbt" virl gedndert.

Das Koblertaeschaft tst ein gutes, der Absatz fortgeseizt ein flotter, Mk.!" Kokes ist das Angebot größer wie die Nachfrage, und die kPretie sind in Folge deffen gedruckt. Nach Berichten Liner Handels- ammcr (Bochum) ist Waggonmangel in den leßten 14 TÜJLU nicbt wirder hervorgetreten, u.“.d scheinen die EisenbabU-Verwaltungcn in ernksltester Werse einer Wiederkehr dieser Kalamität enigegentrctcn zu wo en . . .

Ceniralblatt der Bauverwaltung. Nr. 46. _ Inhalt: Nichtamtliches: Der Maßstab de_s Nationaldenkmals auf dem Nieder- walde. __ Ueber die zweckmaßtge Länge der Eisenbahnscbienen. _ Briefkasten. _ (Dieser Numm2r lirgt die Anficizt des National- denkmal? auf dem Niederwald bei)

Zeitschrift fur- Baurvesen. kat )(. bis )(]1. _ Inhalt: Das LandgerichtZdebaude in Zwickau, mit Zcirbnungen anf Blatt 52 bis 55 ."" Atlas von Hrn. Bauratb O. Wanckel in Dres- den. _ Neuere im preußisch) Staate auMefübrte Kirchcnbauien kleineren Umfangeß. 11. Die Kirche 311 Hoff im Reg.-Bez. Stettin zu 499 Sitzen, rnit Zetchnuzigen auf Blatt 56 im Atlas. _ Drr Hafen zu Ncufabrwasser, mit Zeichnung auf Blatt 57 im Atlas, von Hrn. Geb. Ober-Bauratb L. Hagrn in Berlin. _ Der Schleusen- und Webrbau oberhalb Kalkofen a. Lahn, mit Zsicbnungcn auf V1a1158 iind 59 im Atlas, von Hrn. chierungÉ-Baumeister H. Wblffram in Nassau. _ _Der Dom zu Cammin in Pommern, mit Zeichnung auf Blatt 60 im Atlas, von Hrn. Regierungs-Baufsibrer J, Liitscb in Berlitz. _ Die Bauausfübrimgen auf der Eisenbahnstrecke Berbn-Vlankenbetm, mit Zeichnungen auf Blatt 44 bis 50 im Atlas. (Scblnuß) _ Dre wichtigeren Kunstbauten der Staatsbahn- strxcke von Guis bis zur Reichsgrenze bei Perl (MOsklbabki), mit Zetcbnungcn auf Blatt 61 bis 66 im Atlas (Fortsetzung folgt im

abrgange 1884). _ Verzeichrziß der im preußischen Staate und bei Yeborden des Deutschen Reiches angesteütcn Baubeamien (Ende September 1883). _ Verzeichnis; der Mitglieder dcr Königlichen Akademie des Bauivescns. _ Zusammenstellung der benierkkns- wirthcren preußtscben Staatsbauten, Welche im Laufe des Jahres 1882 in der Ausfuhrung bxgriffen geivescn smd (den Landbau be- treffend Fortse ung folgt im Jabrgange 1884), _ Literatur: Be- richt uber die Le stungeri und Fortsckoritte im Hochbauwcsen von Ger- mano Wanderley, Architeki und Profeffor in Brünn, 1. Bd, ]. Lie- ferung. _ Plaidnd- und Wanddekorationen des KA. bis )(121. Jabr- biindertY, von Ed. Hölzels Kunstanstalk und Bildhauer Reinl). Völkel, mit erlauterndem Text von 131". Mb. Ilg in Wien. _ Entwürfe und Aufnahmen, berausgxgeben" vom akademischen Architektsuverein der ix_cbnischen'Hochschule tn Munchen. _ Statistische Nachwkisnngen, betreffend die m den Jabren 1871 bis einschließlich 1880 vollendeten und gbgerecbneten preußiwben Staatsbauien. Im Auftrage des Hkrrn Ministers der öffentlichen Arbeiten aufgestellt von den Herren Gef). Baurat!) Endell und Rxgierungs-Vaiimeister Frommann in Berlin (Fo'rt'seizung folgt im Jahrgang?. 1884). _ Ixibalt dss dreiund- dreißigsten Jahrgangs.

Landtags = Angelegenheiten. Dem Landtage ist der Staatshaushalts- Etat fiir das

Jahr 1884/85 bereits zugegangen. Der Vorbericht lautet:

„Der Voranschlag der Staatseinnabmen und AuSgaben gestaltet fich fur dqs Jahr 1884/85 günstiger als für das vorhergehende Jahr,

In dieser Beziebuxig ist zunächst hervorzuheben, daß das Rech- nungsxabr 1882/83 Mit einem verfügbaren Ueberiebuffe von 13 570 791 „46 abgeschlossen'bat, i_md daß ficb/ hieraus für den (Etat von 1884/85 eine außerordentliche Einnahme von gleicher Höhe ergiebt, während der _dem laufenden Etat zu Gute gckommene Uebcrschuß des Rechnungs- jabres 1881/82 nur 2 849 699944 betragen hat. Der gedachte Ueber- schx1ß von 13570791 „Fü rubrt aus den gegen den Voranschlag e_rzielten Mehreinnahmen der Eisenbahnverwaliung ber, auf deren Hohe der Umstand mit von Einfiuß gewesen ist, daß das Rechnungs- xabr'1882/83 bezuglich „mehrerer neu verstaatlicbter Privatbahnen in ähnlicher Weisx, wie die? bxreits im Rechnungsjabre 1880/81 der 6211 gewesewtst, einqn funfvrcrteljäbrlicben Zeitraum umfaßt. Das )iabere hieriiber ergiebt die Uebersicht der Staatseinnahmen und Aussiaben für 1882/83.

Unter den ordentlichen Staatseinnabmen steht bei dem Antbeil Preußens art den Zöllen und der Tabackssteuer eine nicht univesent- [iche Mcbremnabme und bei dem Matrikularbeitrage zu den Aus- gaben des Reiches eine erhebliche Minderunßgabe gegen den Etat dé? !aufenden Jahres in NuHficht. Auch gestalten sich die anschlags- Mgßxgen (Ergebnisse der Betriebéxvcrivaltungcn für 1884/85 verhältnis;- mgßtg gunstig. Zwar febli cs nicht an einzelnen Rückgängen der

innabnien, insbesondere bei der Stempelstcuer und den Gerichtskosten, ?aqegen ist der veranschlagte Mebrüberichuß der Eiscnbabnverwalsung !elbst nach Abzug der gegenüberstehenden Mehraußgaben bei der StaaisschuldenverWaltung kein geringerer, und die Bergverivaltung yel'spricbt ebenfaÜs einen verbältnißmäßig beträchtlichen Mebrüberschuß. m-Ganzen hat bei den Betriebsverwaltungen ein Mebrübcrschß V0Z132 861369946 veranschlagtrverden können, während der anschlags- maßige Mebruberschuß fur 1883/84 gegen das vorangehende Jahr nnr 20128 922 916. betrug.

Unter solcher) Umständen it es möglich geWesen, den Staats- haushalts-Etat „fur 1884/85, o ne Rückgriff auf den Kredit des Staats,_ im Gleichgewicht abzuschließen. | Bei den Ausgabeg ist zivar auf verschiedenen Gebieten eine Ver- karkung der zur Erfgüung der wirtbschaftlicben und idealen Auf- gaben des Siaats bestimmten Fonds vorgenommen worden, auch ist das Exiraordmarium etwas höher bemessen als im Vorjahre, jedoch tft dabei der Grundsatz strenger Sparsamkeit und der Beschränkung “Uf das wirklich Notbwendige wie bisher maßgebend geblieben.

. Im Ganzen betragt die Ausgabe im Ordinarium 1 066 205 546 „44, "" Extraordinarium 46576 436 „Fü Dem stehen gegenüber an ordentlichen Einnahmen 1099011191 „46, welcher Summe an außer- VITnttlicben Einnahmen 13570 791 + 200000 „46 = 13770 791 „M u re en. 11122731 FHF e/jsßchließt'tlbiernacb in Erinnabnke und Ausciabc ab auf ' , mi tn c en as 29 724 099 M g g aufende Jahr mehr !) Bezüglich der Einnahmen ist im Einzelnen zunächst hervorzu- eÖL". daß dcr Ueberschuß der Eisenbahnverwaltung, insoweit er nakb

wendbar ist, für 1884/85 zum ersten Male über den Beira von 0

der Eiienbabn-Kapitalscbuld, den im § 4 des Geieyes vIrgesebZne/iei,

Betrag der Tilgung, binaußgebt. Durch den Vermerk zum Or-

dinarium _des Etats .der Eisenbahnvetwaltung wird bestimmt, daß

auch der aber FÜ/g hinaukgxbende Theil des Ueberschuffeß, insoweit dadurch drr etaLSmaßige G_e1ammtbetrag des bezüglicben Ueberscbuffes

VM 3_4.090,546 „46 nicht uberscbritten wird, behufs der Tilcxung von

der Eiiexibabn-Kapttalswizld abgeschrieben werde, während die Bestim-

mung uber Linen etrvaigm rechnungsmäßigen weiteren Ukiersckouß dem StaatébaußbalfS-Etat von 1886/87 überlassen bleiben muß.

_ _Jn Betreff des Eriaffes direkter Steuern wird bemerkt, daß die Yeihmmuygen des Geietzes vom 26. März 1883 (Ges.-Samm1. ZBF) bei dem Etat der direkten Steuern zur Ausführung gebracht

' Von dcn Cmnabmxn der BetriebSr-erwaltunaen ergeben die der (Tisenbabnxerwaltuzig im Ordinarium einen Mebrüberschus: ron

34,538,84- .“ _Dtesem Ueberscbuffe steht im Etat dcr Staaißicbulden- Yerwalxung bet der'40/0 und 43% konsolidirten Anleibe (obne Be- ruckficbttxxunn des bei dem Zinsenpausckoquantum für neu aufzuneh- 1112111)? Etienbabxianleihen veranschlaxiten Minderbcdarfs von 610000 .,“)

die bereits erwabkite, tbeilß auf die fiattgebabte Verstaatlichung von Privatbahnen, tbeixs auf_ die Aufnahme von Anleibyn zum Bau neuer Stgatsbabnen zuruckzufuhrende, den Betrag von 213186614“: in Yn1vruch nehmende Mebraußgabe gegenüber, so daß sich der wirklich 111 Betracht zu ziebetzdx Mebrüberschuß der Eisenbahnverwaltuna auf

13222186 „16 ermaßi-gt. Ferner treten im Ordinarium Mehr- ub'erjcbuffe berbor: bei der Bergwkrksverwaltung von 2361989 „44, 661 den Domainen von 226.400 „46, bei dcn direkten Steuern von

1,843463 „46, worojn 1239000 .,“ auf die klasfifizirte Einkommen- steuer (ntfallen. Minderuberschüffe (ebenfalls im Ordinarium) erschri- nen„b:i der Forstveriral_tung mit 185,000 «46. bei dem Erlöse aus Abioiungrn von Domazixngefällen und aus dem Vsrkaufr von Do- mamen- und Fdrstgrundttucken mit 1,000,000 „16 und bei den indircf- ten Steuern mit 4,253,60_0«“ Der Rückgang,ivelcher bci dieserleßteren Verwaltung uxnaeczcbtrt verichiedener Mehreinnahmen, insbesondere einer solchen an Bsrgutung fur Erbebunxxs- und Verw.“:[tunaskostkn dsr thcbssteuern, im „Ganzen eintritt, ist auf die Ausfälle zurückzu- fubren, Welche bei der Stempelsieurr und bei den Gerichtskosten zu erwarten sind. Diese Einnahmen sind, insbesondere die Géricbts- kostezi. bereits bei dcr Etatsadfsteklung für 1883/84 erbebliib er- mafzi'ot wvrdeii;__fie haben nach dem Ergebviß der stattgebabten Ermrttelungei] sur 1884/85 1104) iveiier, und zwar die Steinw?!- steuer i_mi 1,50(-',000 „44, die Erricbtskosten um 4 Millionen Mark bkrabaeirßt Mr_dkn müffi-n.

" Oer Mehrubersckvuß der Betriebverwaltungcn (12111 sicb obn? Mit- beruckzxckotcxxxxng daes Ertraordinariums im Ganzen, wie obcn bereits (11106leka ist, aus 32861369 „76, beziehungsweise bei Abzug der den Uebcrirbuffexi der Etienbabnen gegenüberstebeiiden Mehrausgabe bei der Stgatqulden-VeWaliung auf 11544708 „46

Bei der Zügemeinen 'Finanzvernialiung trijt die bereits oben er- wqbntc Niebretnnabme br: den Zöilen und der Tabacksieuer brrvor. Dreieibe beziffert (ich bei Berücksichtigung derjenigi'n Mindersinnabmen an “ZOÜM, Welcde i_n Folge'des spanischen Handclsdcrtragrs gegen den Amas der bezugltchen Einnahmen im Reichsbausbalts-Etat von 1884/85311 erwarten Nnd, auf 2058200 516, Ferner steht bei den Einnahmen des ebetnaligen'Staatsscbayes eine Mebrcinnabme von 1213 000 (46 'in Aussicht. Die Staatsvkrwaltungö-Einnahmen Werden im Ganzen eine Mebreinnabme von 254 895 „44 liefern.

Bcr den Siagisausgabkn ist zunächst der obsn brreits erwähnten Minderauögabe beim Matrikularbeitrage zu den Außgabcn dcs Rcicbs zu gcdenksn; iveliiie nach dem Voranschlage im RcichIbaiisbalts-Etat von 1884/85 4512 494 „66 beträgt.

Die. wesentlichste Mebraußgabe erscheint wie im vorbcrgrbcnden Etat l'?! der Staatsschixlden-Verwaltung. Bei der 4zprozcntigcn uiid 4prozeniigen konsolidirten Anleihe crgiebt sich ein Mehr an Zrnscxi von 22 876 180 „45, wovon 21316 661 91-4 durch die Ver- staatlicbizxig yon Prwat-Eiienbabnen und durch Anleihen zum Bau neuer Etienbabnen veraniaßt Werden. Nach Abzug der (irgenüdersikben- den Mmderaysgaben ergiebt fick) für die Staatsschulden-Verwa[tung im Gaiiznenxine Mebraußgabe (im Ordinarium) von 20 664 683 «46

Bezuglich des Ctat's_ des Finanz-Ministeriums ist zu erwähnen, daß dxeAusgaben fur Zivilpenswnen mit Rückfickot auf die bezüglich der Wirkungen des Gesetzes vom 31. März 1882 (Ges.-Samml. S 133) gemachten Wabrnsbmungen um 2 Millionen höher als im vorigen Eiat haben angiseßt Werden müssen.

Jn dsr V'Zerwaltuxig des Innern wird eins Mebrausgabe von 315188 xxx großientbetls für polizeiliche Zwecke, darunter 200000 „44 zu Zuswymen zu den Kosten der Unterbringung verwahrloster Kinder erforderlich.

In der ["andwirtbschaftlichen Verwaltung sind insbesondere die c'onds ziir Forderung der Landkultur und der Viehzucht, sowie zu

orarbeiien fur Meliorationen verstärkt worden. Im Ganzen be- tragen die MehrauSgaben im Ordinarium bei dieser Verwaltung 287 021 944 Beim Ministerium der geistlichen Angelegenheiten sind an Mehrausgqben zum Ansatz gekommen: für die Universitäten 117 039 „64, fiir die boherxn Lehranstalten 24 257 «xz, für das Elementar-Untcr- richiswesen 356 026 “M. für das technische UnterrichtsMsen 143 366 «ckck, fur Kunst und Wissenschaft 150 613 514 Im Ganzen sind bei den StaatSvcrwaltungen im Ordinarium Mehrausgaben von 4631103 .“: angeseißt, denen die oben erwähnten Mehreinnahmen von 254895 „46 gegenü erstehen.

Jm Extraordinarium sind insbesondere auSgebracht: bei der Bauverwaltung 7708 500 „44 zur Weiterführung der Regulirung der WaffekstWßen, 6023 500 ckck zur Förderung der Binnenschiffabrt, 1345 960 914 zum Bait von Straßen, Brücken und Dienstgebäuden, 716 367 „24. zu Seehafen und Schiffahrtsvcrbindungen, bei dcr Justizverivaltung 3855 680 „46, zu verschiedenen Bauten, beim Mini- stxrmtn dos, Innerii 956 675 «44 zu Strafanstaltsbauten, beim lgnd- wtrtbsxbaftltÖLU Ministerium 500080 „14 zur Förderung genoiien- schaftlicher Flußregulirungen, 200000944 zur Hebung der Land- und Forstwrrtbsckpaft in der Eifel und 719 570 „M für GestütS-iwccke, beim Ministerium der geistlichen xc. Angelegenheiten im Ganzen 9917000 „46, darunter 2000600 „44. zur außerordentlichen Ver- mehrung der Sammlungen der königlichen Museen. Im Ganzen übersteigt der Ansatz im (Txtraordinarium mit 46 576 436 „16 denjenigen des vorangegangenen Etatsjabres um 3 378 247 „44, bleibt aber hinter dem Durchschnittsbetrage des Extra- ordinariums der letzten zehn Jahre noch zurück". Die Hauptpofitionen des Etats sind:

Einnahme: 4. Einzelne Einiiabmeziveige:

1. Ministerium für Land-

wirtbsckoaft 2c.

11. Finanz-Ministerium

76117154 „411 (_ 727 250 .414.) 246 290 700 „FC (_ 2 452 240 446.) 111. Ministerium der öffent-

lichen Arbeiten 655 292 726 „44 (+ 44 093 848 “16)

zusammen 977 700 580 «FC: (+ 40 914 358 „M) 8. Dotationen und ange- meine Finanzver-

waltung 111632 325 „il; (_ 11645154 „M) 0. Staatßverwaltungs-

Einnahme 23 449 077 „44 (+ 454 895 „M)

Summa der Einnahme 1112781982 „14 (+» 29 724 099 «16) Dauernde Außgaben:

.4. Betriebskosten der einzelnen . . 550756343 „44 (+ 8052989946)

Einnahmezrvcige . 13. Dotationen und allgemeine 262451338 „46. (+ 13 661 760-461) 252 997 865 .“ (+ 4631 103 „M)

Finanzverwaltung . . . . (). StaatsVerwaltung§ausx3aben .

zusammen 1 066 205 546 „46. (+ 26 345 852 „16)

13. Einmalige und außer-

46 576 436 „46 (+ 3378 247 „FC)

Yaßgabe der Bestimmungen des Gcseyes vom 27. März 1882 ((55-cs.- amml. S. 214) zur Tilgung der Eisenbahn-Kapiialscbuld vcr-

Kunß, Wissenschaft und Literatur.

_ Bonn, 20. November. (W. T. B.) Der ros o d - schichte an. der hiesigen Universität, Geb. ReXermeiYs-rRatel; Y:. YFZ?) Schaefer, ist heute plötzlich in Folge eines Schlaganfalls

n.

Getverbe und Handel.

Durch CirkularVerFügungen des russischen Zolldebarte- men_ts vom,27. August, 10., 12. und 17. September d. Z. sind die Zollamter, wie aus dem rqssiscben Finanzanzeiger Nr. 36-38 hervor- geht. anaewieien worden, die nachste end benannten Handelßartikel bei Erhebuiig'des Jolies, nach dem Tarif, wie folgt, zu flaiiifiziren:

_ 1) Ar1e_n_xk, wZnn tm Metaklzusiande in doppeltkn eisernen oder bokl-„ernen Faii-rn_imdortirt unter Artikel 129 (55 Kor. vom Pad), mit ';!)lbzuw von 15 Proz. Tara für die Fässer.

„) Dunnes gelerntes-Papier, in der Masse gefärbt. obne gepreßt? Muster oder andere Verzierungen _ untkr Art. 183 Pkt, 2 (3 Rbl. 30 KVP. vom Pad); Papier mit gepreßten Mustern oder anderen Verzierungen daxzegei), ' zur Benußung bei Konditor- und Buchbinder- ardeiten und fur Visitenkarten _ unter Art. 183 Pkt. 5 (6 Rbl. 60_Kop. rom Pad); nach,dcin1"elben Pkt. 5 ist auch auf einer oder aus beiden Seiten, aber 111071 in dcr Mass gsfärbtes Papier zu ver- zollen, ielbst wenn es ntcht_mtt gepreßten Mustern verseben ist.

3)_Wo[_1enes Earn mxt_Beii_nischUiig ron Flittcrgbld _ unter Akt- 209 (53 Kop. VNL Pyd) gl_eicd rroUenen Posamxntisrwaaren. MatHZialBaanwoilsrne xxabrikätkÄtitdin] Form gaufcirter Schnüre als

_ 3 ?raiien _ untcr r. '. 3 40 . ' ' ' Po]an1)erx)i§errxaarcn. ( KM rom Pfund) SÜW

' 5 us ein jeder Art, selbst *biirtr, “ch ,. - - ' - (atze _ unter Art. 10 (onfrei). x 1 ck obre An Md E11“.

6) Als Blonder) untcr Art. 215 (3 Ndl. 30 Kop. rom Pfund) iiur ]olcbx sp-ißenariige Seidenfabrikate, wricbe wenigstens auf der einen Seite 1 rer Lange Festons babén; able Übriasn Webrrei-Artikel dieser Art abcr «115 Seidönitbff _ unirr Art. 196 (5 Rbl. 50 KM. vom HPfUBYWL-b

.) ro en i:“- der Gestalt von Bouqucts künili er [umsn _ unter Art.. 221 (6 Rbl. 60 KM. rom Pfund). ! ck B

_ 8) Eisen bon dsr Dicke cines balben Zoch und Wknigkk bei einer Brrite von mehr als einem halben Zoll, oder von der Breite eines Halben ZoÜeéZ und rvkniser bei einer Dicks von mebr als einem halben Zoll _ wic Sorten- und Tafsleisen untcr Art. 95 Pkt. 1 oder 3 (40 resp. 5.) Kop, vom Pad,).

9) Gasometcr mrtffestc'm Zäblapparaf _ unter Art. 233 (6 Nds. 60 Koi). vom Pad); bet irennbarrm Zäblapparat find die Gasometer iiach Art. 175 Pkt. 2 (90 Kop. rom Pud), die Zäblapparate aber nach Art. 233 zu r*crzoÜW. Wynn der Zäb1apparat an den Gaso- metrr cm,:elotbet isi, kann Es dcm Cigcntbümer freigksiellt werden, den Apparat abquotbcn und in dicsem Julie den Zäblapparat 11ach 5Yrt. 233, den (Haidineicr nach Art. 175 zu verzoÜen; andernfalls ist fur Beides der Zoll tiach_21rt. 233 des Tarifs zu erheben.

10) Alle landwrrtbicbaitlickocn Maswinen und Gcrätbe obne Dambfmotorei], nwlchc unmittelbar zur Bcarbeitung und ZubeÜtung dcs Vbdch iii: dic Saat, Maschinen und Gkkätbk zur Aussaat von Sameannd Knoili'i), zum_21bncbmen und Einbeimsen der Boden- erzeugnine und endltcb Mairbmcn, um die SÜUU'U von den Stengcln zu trennen und den; Korn die Gestalt 1511 geben, wir 66 in den Handel kommt, «14: szcn- _urid aiidcre _Piliixs, Kultiratorrn, Ertir- Patoren, quipsluge, HaUscinlÜJS, Pferdcbacken,Gätbacken,Scbollkn- Y_YZÖU, _Wicxenbobei, *AckkkwiÜZLU, Düngerstrcii-Maickoinen, Eggcn, «amascbineki, Kartoffciicßmdsckzinsn, Erniemasrbinen, Mäbmascbinen, Heuniender„Pserdc- u_nd Handrécben, K'arwffel- und Rübenbebcr, Dreschtxiaicbmcn, Swwtiig- und Soriirmascbinrn,Korniiebe, Lsinsaai- Sdrtiriicbe, rxrschledenc Kornreinignng§maschinem Strobscbüttler, Hackkrlmamasrixmen _ find zoÜfrei.

11) Velocipcde jedsr Art, Miche rom Fahrende" selbst in Be- Wegung geithfrverden ,_ unter Art. 235 Pkt. 4 (11 Ndl. vom Stück) _ gieiib_C'qiiWagen jeder Art obne Federn und HandWagen auf Federn fur Kinder.

12) Jutcgcw-ebc jeder Art, mit oder obne Beimischung von Bauwivolle, Flachs und Hanf, deégleicben aus Baumwoilaufzug und Juteemschlag, darunter auch Jute-Sammet _ unter Art. 192 (17 Kop. vbm Pfund).

13) Dieselben Gewebe mit Beimischung von Seide oder Rausch- Jfld d)_ untcr Art. 211 Pkt. 4 Anmerkung (1 Rbl. 32 Kop. vom

un .

14) Kunsi-Krämpelwolle, gefärbte, in Bändern, Lagen, Stücken, zusammengelegt und aufgerollt _ unter Art. 290 Pkt. 3 l-iir. ('- 4 Rbl. 50 Kop. vom Pud).

15) Baumwvllene Antiinakaffers und Plateaus mit Aufnäbstiickcn mis baumonenen, onenen und leinenen Geweben und mit nicbt- scidcnem Besaiz _ unter Art. 211 Pkt. 4 Anmerkung (1 Rbf. 32 Kop. vom Pfund).

16) Getriebe aus Papier und Asbkst mii odcr obne Beimischung vori gummi 8188121011111 _ unter Art. 194 (11 Kop. vom Pfund) gleich Wachstucb.

17) Hauben und andere Bekleidungsgegrnstände aus nicht seide: nem WachHtaffet und Wawstucb _ unter Art. 194 (11 Kop. vom Pfund) gleich Artikekn aus Waibstaffei und Wachstyck).

" 18) Glasplatten für Negativy, mit Gelatine, Kollodium u, dgl. uberzogen _ unter Art. 158, glrich gcschliffenem Spiegelglas mit Amalgam.

19) Glasplatten mit fcriigcn dbotogradbischen Abbildungen _ unter §Llrt. 157 Pkt. 5 (8 Rubel 80 Kop. vom Pud) gleich Glas mit Malerei.

_ 20) AuSgeschnitic-ne VaumwvÜchbe zum Aufnäbkn auf Be- klcidungsZegenstände in Form von Blumen, Zweigen u. dgl., mit Glasperlen, Flittergold, Wollt“, Seide oder anderen Fäden ausge- näbt _ unter Art. 211 Pkt. 4 (1 Rubel 32 Kop. vom Pfund) gleich Baumwoücanevas mit fertiger Stickerei.

21) Gleicdchwsbc', Miihe von beiden Seiten mit scidcner Aus- nabt voÜkommrn bedeckt find, so daß man das Gewebe nicht sieht und, um das Vorhandensein desselben zu entdi'cki'n, die 2111811551 lädirt werden muß _ unter Art. 196 (5 Rbl. 50 Kop. vom Pfund).

22) Kokus- und Paliiinußkerne _ bis auf Weiteres zollfrei.

__ 23) Nach Art. 234 Pkt. 1 Anmerkung sind nacb dcm buchstäb- lickxen Sinn dcs Tarifs nur solche in Gebäuscn importirte Ubr- mechanidmen zu veronen. Welche obne Zuhülfenabme von irgend Welchen Instrumenten aus den Gehäusen entfernt Werden können.

24) Nach Pkt. 4 desselben Artikels sind nur solche Wandubren zu vcrzollen, welche ein hölzernes GcsteÜ zum Mechanismus haben und mit ericbtkn versehen sind. ' 25) Sibrvrfelnatron gleich schwefelsaurcm Natron _ Art. 135 (15 Kop. voni Pud).

26) ußbeklcidung aus Leder und Prünclie, zusammengcnäbt, aber ohne So [en _ nnter Art. 187 Pkt. 1 (60 Kop vom Pfund), kon- form der Verzollung halbfertiacr icidener Fußbeklcidung alcick) vol]- kommcn ferjiger uaib dem 2. Punkt dieses Artikels (1 Rbl. 20 Kop. vom Pfund).

27) Gamaschen mit Strippcn obne Sohlen, ivelcbc über der Fußbcklcidung getragen werdcn _ unter die cntsprccbcndcn Pkte. 5, 6 und 7 des Art. 219 (7 Ndl., 2 Rbl. 25 Koi). und 3 Nds. 50 Kop. vom Pfund) gleirb chidungsstückcn.

28) Japanische Sonnensrbirme aufHolzgcstcllcn odc'rItnitaiioncn derselben aus Baumwollgcwcbc, mit Zcicbnunacn bedruckt _ i_mtcr Art, 224 Pkt. 3 (33 Kop, vom Stück) gleich Sonnenschirmen jeder Art, die nicht bcsonders genannt find.

29) Fächer aus Palmblättcrn _ untcr Art. 30 ,Pkt. 2 (20 Kop, vom Pud) gleich Schakbtcibalni und anderen derartigen Pßanzen in Verarbeitung. _

30) Baumwollencs Hittfuttcr mit (Golddruck in Form von Wappen, Schmetterlingen u. dgl. _ untcr _Art. 211 Pkt. 4 und An- merkung (] .')ibl. 32 Kop. vom Pfund) glciw Baumwollchebe mit Verzierungen.

untcr

ordentliche Außgaben . Summa dcr Außgaben 1 112781982 „!(: (+ 29 724 099 .«js)

31) Künstliibes odcr gcfärbtcs 5.1.6005 _ untcr Art. 221 Anmer- kung (3 Rb]. 30 Kop. vom Pfuxd).