5. Wiederbenußung des Amortisationsfonds bier. (ck, Zu §. 14 des Regulaiivs vom 22. November 1858 ÖGesetz- Sammlung Seite 583) §. 711 des Nachfrages dazu vom 6. ktober 1868 (Geiev-Sammlung Seite 916). _ _ Wenn wenigstens der zehnte Theil der Dahrlebnßichuld nn Awortisationéfonds 111 Pfandbriefen 11111. 0 aufgesammelt ist, so darf der Schuldner die Tilgung eines gleick) hohen Darlebnsbetrages mittelst des aufgesammslten Bestandes verlarggen und_ zwar mit dsr Wirkung, daß Weiterhin 3111ka und Amortiiaiibnsbriträge nur von dem noch ungetilgtcn Betraxze drr Schuld zu en_trrchten find. Dcr solchergestalt vor r*oUe1.deter Amortiiatiowspcriode mittelst drs Amortisationsionds abgrzahlte Darlehnsbetrag muß aber im Grund- bucbe unbedingt gelöscht rvsrdcn.
Ausfälle in der Subhastatio 11.
311 Nr. 9, 10, 13 des Regulativs vom 22. Januar 1872 (GeseL-Sammlurrg Seiir 97) resp. Ariikrl !J711 drs Regulatirs vom 22. Mai 1839.
Jnsow-kst bsi der nothwendigen Subbastation eines inkorporirten Gutes die 1111-1111 haftendcn Pfandbricre oder bach dcm Regulaiiv vom 22. Januar 1872 darauf gewährten Darlehnc _nicbt vouständig mit 11,an NLZMerdU'UUALU zur Heiurig kommen, iit die Landschaft befugt, zur Tilgung des 521118111118 den für die béjreffrnde Schuld aui- gciammelten und zur Deckung eines etwa darauf lastendcn Landkredits (Nr. 9 11111. 0 des Regulatirs vom 22.Januc1r 1872) nicht erforder- lichen Amortisationsfonds zu Vertrenden und zu diesem Behuf die zur Löschung zu bringenden ausgefaklcnen Gutébriefe nöthigenfalls durch Umtausch zu beichaffen. _
InfoWeit eine solche Verwendung errbrderlicb wird, geht dahrr decrb angeiammelte Amortisationsfonds auf den Ersteher des Gutrs 111 t 11 er.
1. Freiwillige Zuschüsse zum altlandschaftlickxen AmortisgtionÖfonds.
Zum ]. General-Lar-dtagkbcychluß (Nr. 71 ]) vom Jahre 1855 und 511 Nr. 13 des Regulativs Vom 22. Januar 1872 (Seite 97).
Dem Schuldner altlandickyaftlicber (1111 _Sprzialbhborhrk 9114,» fertigter Pfandbriefe ist 116111111111, als frrrwilltge Z111ch1111e in den für diese Schuld bkstimmtcn Amortiiation§fonds auch Pfarxd- briefe entsprechender Kategorie rinzuschütten. Dieselben müiien börsknmäßia sein, Und mit den nach dem näxbsten Zinstermin i_ällig werdenden Coupons eingeliefert werdcn. Die 10 eingcschütteten Prand- briefsbrträge wachsen dcm Antheile des Schuldrers an den Bestands- kabitalien des Amortisaiibnsfonds 8".
Besondere Kreditberecbnung,
ZU §. 117111 der deklarawriichen Bestimmungen vom Jahre 1824, §. 3 des Regulativs vom 22. Norrmber 1858 (GöseY-Samm- [11115 Seite 583), Z. 11 des Nachtrags zu demielben vom 6. Oktobkr 1868 (Geseß-Sammlung Seite 916). _,
Wenn die auf einem zu belxthendcn Ente (ius speziellem Rechts- titcl haftenden Abgabrn und Laitexi in ihrem Jahresgeldwertbe Eins vom Tausend des ohne Abzug derielben sicb berechnenden Tazwcrthcs des Gutes übersteigen, so hat nach nähersr Anleitung der bisherigrn Vorsébriften eine besondere Kreditberechnung axgelegt und demgemäß der überschirßénde Jahrrégeldwrrth 1111 cntiprechenden Ablösungs- kapitale nicht vom Taxwerihe des Gutes, sondern von dir Beleihungs- quote abgesetzt werden müßen. _ „
Eine solche besondere Kreditberccbnung Und Kürzung der Be- léihungxquote_findet fortan n1cht weiter stgjt, sondern es ist au_ch in dem vvrauégeießten FaUe fortan der zulassige landschaftliche Krekit lediglich nach dem crmitieltcn Tarwcrthe des Gutes zu berechnen.
Alle entgegenstehenden Vorschriften werden aufgehoben.
111.
V e 1" ch 1 111“; über Konbrrtirmig der auf Grund des Regulativs vom 11, Mai1849 (Geiey-Sammlun 1849 Seite 182 11. ff.) angegebenen Neuen P?irndbriefe der _scblesiscben Landschaft, ',
Der General-Landtag beschlte t:
Behufs KonVertirung der na dem Regulativ vom 11.Mai 1849 genommenen Tarlrbne in solche 9111 Grund des dann gültigen Regu- lativs ist nacb folgenden Grundfatzen zu _verfahren und die General- Landschafts-Direktion mit den zur Durchfuhrung dirser Maßregel er- forderlichen Schritten beauftragt.
]) Die auf Grund des Regulativs vom 11.Mai 1849 emittirtc-n Neuen Pfandbriefe k 4 Prozent drr Serien 1_7111 werden,
soweit die Befißer von 11111 191_chen Pfandbriefen beliehenen nichtrnkorpbrirten Grundstucken dies beantragen, gekündigt. _
2) Drn Präsentanten der Psandbriefe wird, soweit sie dies be- antragen, Baarzahlung geleistet, andernfalls aber werden denselben auf Grund des zur Zeit der Konvertirung gültigen Regulajivs und unter dxn weiter _unten aufgeführten Modalitäten zu emittirende Pfandbrtefe von gleichem Gesammtwerthe angehändigt, soweit diese in den neuen Serirrx darsteUbar sind,
3) Wird von _sammtlicben Besitzern der nach dem Regulativ vom 11. Mai 1849 beltehenen Güter die Konvertirung ihrer Pfandbriefe beantragt, so wird der zugshörige Sicherheitéfonds aufgelöst und nach folgenden Grundsätzen vertbeilt:
_x. es wird zunächst ermittelt, welcbe Beträge für jedes einzelne der jetzt noch beiiehenen Grundstücke seither zum Sicherheitsfonds xingezahlt worden imd und wieviel davon an einfachen Zinsen k 4 % 1eitber aufgekommen ist,
b. von diesen Beträgen Werden je 60/0 der noch jetzt haftenden Darlehnsschuld abgezogen und in entsprechenden Pfandbriefen dem Sicherheitsfonds einvcrleibt (afk. Nr. 6),
0. der die 60/0 überschießende Betrag bildet den Amortisations- fonds des betreffendcn Grundstücks und wird demselben kontirt,
(1, der Restbetrag des Sicherheitsfonds, der hierdurck) (:x-c:)
nicht absorbirt wird, bildet ein der Landschaft eigenthümliébes, zur Erleichterung der Verwaltung des bäuerlichen Krcditrverks (Ueber- tragung der Umschreibungskosten der Pfandbriefe und bei den Grund- bucbern Aufhebung der Pauschquanten, Ermäßigung des Quittungs* groschens 1c.) bestimmtes Vermögen. _ 4) Soüte die Konvrrtiruna der Pfandbriefe nicht von sämmk- lrcbrn beibeiligten Grundstücksbefi ern beantragt werden, so wird eine Sumxne, die dem Betrage von 3 1% des Nennwerthcs der jeweilig noch im Umlaufe befindlichen Pfandbriefe gleichkommt, in dem Sicher- heitsionds_ belaffen.
Jn d1e[em Falle Erfolgt zroar für die Grundstücke, deren VcsiYer die Konvert run beantragt haben, die unter 3 e_ä festgesteUte Kon- tiruna; die erWendung _deO Sichrrbeilsfonds zu dem unter Nr. 3 h_ä bezeichneten Zwecke aber findet nur antheilig und 111 dem Maße statt, als die Konvertirung der Pfandbriefe vorschreitet, und zwar dergestalt, daß die PerWendung zu (1 die Priorität vor der zu b und (: hat. SoUte hierdurch dre zub _angeordnete Ueberweisung von 62/9 zum Sicherheitsfonds nicht ganz erledigt werden können, so find die konvertiren- den Grundbesitzer gehalxen, das zu „60/0 Fehlende durch die regulativ- mäßigen Zahlungen zunachst zu erganzen, ehe ihre Zahlungen in den Amortisationsfonds fließen".
Bei endlicher Au§1chuttunch1 aber des Sicherheitsfonds wird ihr AMXYÜÜMMMW nach Maßgabe der Bestimmungen zu 3b-ä ver ar .
5) Auf den Folien der mit Darlehnen des Regulatibs vom 11. Mai 1849 bischwerten Grundstücke wird die Umschreibung in ein Darlehn nach dem alsdann gültigen Regulativ unter Uebertragung der Kosten Seitens der Landschaft (oft. oben Nr. 311) bewirkt.
6) Für die neu emittirien Pfandbriefe, die an Stelle derjenigen drr Serien 1-7111 treten, werden „Zahlungen zum Sichcrheitßionds nicht resp. nur in dem Falle der Nr, 4 geleistet.
_ 7) Den Besißern der mit 31% Pfandbriefen der Serien 1_7111
beitehenen_Grundstücke wird nach Einlieferung von Natural-Pfand- briefen dieser Kategorie ebenso die Umschreibung ihrer Darlehne
in solche nach dem alsdann gültigen Regulativ bewirkt und ihnen derglcirben 3x 0/0 Pfandbriefe in gleicher Höhe außgebändigt und gilt für sie ebenso das unter 38-(1 Abgeordnete.
8)F1"1r diese Operation smd, sofern nicht besordere Bedenken entgegenstehen, weder erneuete Feststx'lluna des Belcibungswerthes noch erneuete Kreditbewilligung erfo1der11ch (Prop. 17 1111 17).
9) Falls in dem 111111 3 (: erwahnten Amortisationsfonds einzelner Grunrstücke das zur Abschreibung und antheiligen Löschung narb dem revidirten Reguiativ berechtigendc 1“ der Schuld angesammelt ist, so darf, sOfcrn der Sicherheitsfonds 1111111 wie ac] 4 noch gesperrt ist, diesZr Betrag zur antheiligen Löicbung des alten Darlehns verwendet wrr en.
10) Die Umfertigung der Pfandbriefe crfolgt (1111 Grund der Umschreibung der betreffenden Dqtlebne im Grundbuch. _
11) Jedem BLÜLÉT eines mrt _Neuen Pfandbriefen der Serien 1 bis 7111 beliehlnen rundstückes 111 ein qualifizirter Umschreibungs- Antrag zur Unterzeichnung innerialb Präkluswfrist nebst einer Be- lehrung über den Zwchck und die Vortheile der Maßregel, event. durch einen der Kreis-Landesältrsterr vorzulegen.
12) Diejenigen bäuerlichen Beirßcr, die 1111 nach Ablauf der Prä- klusivfrist dm Antrag auf _U1111chrribung ihrer Pfandbriefe stellen, tragen die Kosien der Um1cbreibung sowvhl, wie auch die durch xirXaiges We'icben de“;1 Comics der Pfandbriefe entstehenden AUS- 5 € 111811.
17. Beleihung des nicht inkorporirten Grundeigenthums.
ereiier Nachtrag zu dem revidirten Regulativ über die Brleihung des nicht inkorpoxirten ländliében Grundeigenthums 1111 Bereich der icblcfixcben Landicbaft vom 22. Novc-mbcr 1867 und zum Ersten Nachfrage dazu vom 30. Oktober 1872.
In Außiirhrung der 1111 revidirten chulativ vom 22. November 1867 (GeseH-Sammlung S. 1876) unter 1) (Aügemeine Bestimmungen) Nr. 4 angeordnexen Revision demelben werdcn nachstehende Abände- rungen und Erganzungen dieses Regulativs bezw. des ersten Nach- trag?) zu 1111111216211 vom 30. Oktobcr 1872 (Gcssß-Sammlung 1873 S, 40) 1911111212131:
1. Zu §. 1 des revidirten chulaiivs: .
1_) Die Kaution für Wiedsrhcrstcllung dcs durcb Ausübung der Scrvrtut b2_emträchtigten nuybgren Zustandes der aufgrdeckten Boden- fläckye darf in fch1cs11che11 land1chafilichrn Piandbriefen jeder Kategorie erlegt werden.
2) Die dem Nießbrauchsrecbte (11175 Dritten unterworfenen cin- zslnerchstandthetle 21an zu beleihenden Grundstücks Werden mit beranichlagt; dre ermitxelten Ertragswerthe derselben sind aber vom Tarwerthe des Grundstucks abzuseßen.
11._ Ju §. 7 des revidirten Regulatios:
_Ber 11or1ralte11dem Bedurfniffe dürfen für einen landschaftlicher: Krets auch mehr als drei Kreistaxatoren brsieÜt werden.
111. Zu §. 8 kes revidirtcn Regulativs:
_Drm L_andscbafts-Drrektor steht frei, nach seinem Ermessen einen zweiten Kreistarator als Brisißer bci Taxiestsetzungen zuzuziehen.
17. Zu §. 10 des revidirtrn Regulativs:
Werrn der Besitzer eines nach dem alten Regulativ 11011111. Mai 1849 beiiehenrn (Grundstücks sein Darlehn ablöst, um an Stelle des- selbkn em gleich hohes Darlehn von gleichem oder geringerem Zins- saße auf_dcr Grundlage dcs revidirten Regulativs nxbst Abänderungen und Erganzungen desselben aufzunehmen, so kann, iofern nicht beson- dere Bedenken entgegenstehen, dieses neue Darlehn ohne vorgängige er.§1e_ut_e Feststellung des Beleihungxwerthis und ohne erneute Kredit- bermllrgung gewährt Werden.
7. 11 §. 1211111. (1 und §. 25 11111. 5 des rebidiricn Regulativs:
"M]) ie 1-1tt. 11 des §. 12 wird durch folgende Bestimmung
e11e : _ _Die zum Betriebe der Wirthscbaft erfordcrlicben Gebäulicbkeiten, iowre dre Erntebestandx und das Vieh find für einen angemessenen Werth bei der Provinztal-Land-Feuer-Societät oder, sonieit die Kreise Glass, Habelschwerdt und Neurode mit ihren Gebäulichkeiten in Betracht k_omme„n, bei -der Glatzer Land-Feuer-Societät. event. nacb Ablau einer etwa besteöende-t Versicherung bei einer andereü Bersi er_un_gs-Ansta1t gegen Feuerßgefabr zu versichern und die dießfaÜtTen Policen vor Außreichung der Darlehnsvaluta an die Landscb-gft e nzureicber].
_W_rrd die Ver1icherung Seitens der Provinzial-Land-Feuer- Soctetat abgelehnt, _so hat der Darlehnsnehmer die Versichcrung bei eiyekr ankeren staatlich konzessionirten Versicherung§gesellschast zu be- wrr en.
_ 2) Im §; 25 1.111. 5 treten hinter das Wort: .Gebäulichkeiten' die Worte: „11111316 die Erntebestc'inde und das Vieh“.
71. Zu §. 13 des revidirten Regulativs:
Dre Kaution _zur Sicherstel1ung gegkn aUe Nachtheile aus der Geltendmachurig emrr nych ungelösrbten, vorrechtlich eingetragenen Post darf in schlksi1chen landichaftlicben Pfandbriefen jeder Kategorie be- steÜt werden.
711. Zu §. 18 des revidirien Regulaiivs:
1) Wenn das elemeptariscbe Ereigniß erst innerhalb der letzten" 14 _Tage vor dem Verfalltermin einsietreten ist, so darf uber ern hierauf gegründetes Stundungsgesuch bei bereits ein- geiretenem Schlusse dcs Fürstenthumstages von dem Landschafts- Dtrektor_befunden und eine, wenn an fich begründete, Stundung Von ihm bewilligt werden.
2) Rückstandézinsen, welckoe weniger als zehn Pfennige betragen, werden mcht_er_hobe11, Bruckotheiie von Pfennigen bleiben bei Berech- nung von RuckitandSzinsen unberücksichtigt.
7111._ Zu I. 19 des revidirten Regulativs:
An die SteÜe der Befugniß, die gerichtliche Exekukion in das bewegliche Vermögen des Schuldners nacbzusucben, tritt die Befugniß der Landschaft, die Zwangßvoüstrcckung in das bewegliche Vermögen des Schuldners nach Maßgabe drr landeSgesetzlicben Bestimmungen uber das VerWaltungs-Zwangsvrrfahren _ zur eit der Verordnung vom 7. September 1879 _ Gc1ey-Samm1ung eite 591 _ anzu- ordnen und zu betreiben.
111. Zu §. 20 des revidirten Regulativs:
_ Zur Revision und Abnahme der von dem chucster oder Pachter zu legenden Wirthschafts- oder Pachtrechnungen ist auch die Zwrscbendeputation befugt.
19311 §. 22 _des revidirten Regulativs:
Die Landsckpast ist befugt, dem Ersteher das Darlehn insoweit zu belassen, als nach ihrem Ermeffen die fortdauernde prinzipicn- mäßige Sicbrrbeit desselben unbedenklich ist.
111. Zu §_. 24 des revidirten Regulativs:
Dix Ankundigung einer beabsichtigten haaren Darlehnsabzahlung muß ibatesfens bis zum 24. des Monats Juni oder Dezember erfolgen.
1111. Zu den §§. 24 bis 26 drs revidirten Regulativs _ Herab- seßnna des Zinssatzes;
Wenn der Schuldner die für die Pfandbriefsinhaber bestimmte
O_uote seiner Jahresleistung bezüglich des ganzen Darlehns oder mindestens des vierten Theiles desselben auf einen requlativ- maßig gestatteten niedrigeren Zinssatz herabgesetzt wiffen 111111 u_nd zu diesem Zwecke den betreffenden Darlehnsbetrag haar eingezahlt oder in Neuen, der ursprünglich gewährten Darlrhnsvaluta entsprechenden Pfqndbriefen nebst Coupons und Talons einliefert, so kann, insofern nicht bciondere Bedenken entgegcnstehen, ohne neue Feststellung des Beleihungswerihes und ohne neue Kreditbewiüigung 111 Höhe dicses Darlehnsbetrages anstatt der ursprünglich ausgereichten Darlehnsvaluta die Valuta in Neuen meidbriefen des entsprechenden niedrigeren Zinsfußes gewährt werden. _ Es bedarf hierzu keiner vorgängigen neuen DarlehnHVerbriefung, iondern es genügt, wenn die Landschaft die erforderliche Ermäßigung des seitherigen Darlehnszinssatzrs und die Löschung der ?inxendifferenz bewilligt und unter dem Nachwäse erfolgter Zurü zie ung resp. Kassirung eines dem umzuwandelnden Darlehnsbetrage gleichkommendrn Betrages Neuer Pfandbriefe des ursprünglichen höheren Zinsfußes den entsprechenden Vermerk der Zinsherabscxung im Grundbucbe und auf der Darlebnsbyvotbckenurkunde herbei ührt.
Dem Darlebnßichuldner des konvertirten Darlebns werden seine zum Sicherheitsfonds geleisteten Beiträge auf das Darlehn zu niedri. gerem Zinsfuße angerechnet.
In den 111111an geichäftlicben Beziehungen wird ein derartiges Konvertiruyqsgeschgst nach denselben_ Grundsätzen behandslt, welche regulativmaßig fur Darlehnßablöiungen und für Gewährung neuer Darlebne gelten.
F111. Zu §. 28 des Regulativ-Nacbtrags:
1) Auf dem Konto des Darlebnsscbuldners wird auch der An- theil an dem Mebrbetrage gutgeschrieben, um welchen der Nominal. betrag der durch Ankauf beschafften Pfandbriefe das verirrndete Kaufgeld übersteigt.
2) Von de_n Fürstentbums-Landscbaftrn werden ganzjährig Konto- abscblüffe den Kreis-Landesältcstcn und den Kreistaxatoren mitzetbeüt welche dieselben den Dgrlebnsstbuldncrri auf Verlangen vorzulegexi haben. Außerdem steht jedem Darlehnsichuldner frei, sein Amortiia. t1on§konto ber der betreffenden Fürstenthums-Landschaft einzusebem'
L17. Zu §. 29 des revidirten Regulativs:
W111 der_Schyldner die vollständige Ablösung seiner Darlehng. 1111111- mrt Hulfe 161an kontirten Antheils am Amortisationsfonkg rwirken, so darf letzterer zu diesem Zwecke mit verwendet werden.
L7. Zu §. 30 des revidirten Regulativs:
Im Falle der Abschätzung eines nicht inkorporirten Grundstück:; oder einer Taxrecbercbe _werden den Kreistaratoren für Reisen auf dem Landwege 1111 Reistkosten einschließlich der Reisediäten vierzig Pfennig für jedes Kilometer dcs Hinm-ges und ebensoviel für jedes Kilometer des Rückweges grwäbrt. Bei Entfernungen unter 8 Kilo- metern Werden Reisekosten für 8Kilometer vergütet, und bei größeren (Entfernungen rrird jedes angefangene Kilometer als voll gerechnet, Ein errveislich nothwendig gcmordener Mehraufwand an Reiir. kosten wird besonders erstattet.
F7]. Zu §. 45 des revidirten Regulativs und Nachtrags:
_Sie (die berufenen Meistbetbeiligten) beziehen an Diäten für den Rci1e- und resp. deri Arbeitstag neun Mark und an Reisekosten nach Maßgabe der §§. 4,_ 7 der Königlichen Verordnung, betreffend die Tagegelder und Reiirkostcn der Staatsbeamken vom 15. April 1876 (GescY-Sammlung S, 107) für Reisen auf der Eisénbabn dreizehn Pfennige für das Kilometer und für jedcn Zu- und Abgang drei Mark, für Reiicn auf dem Landwege aber vierzig Pfennige für das Kilometer.
)(711. Zu 1) _ Allgemeine Bestimmungen _ Nr. 3 dr?- r-:- vidirtcn Regulativs:
Die Bcstimmung unter 1) Nr. 3 des revidirten Regulativs vom 22. November 1867 wird aufgehoben.
Ministerium des Innern.
Auf Grund des „6. 18 des Regulativs vom 29. Mai 1879 zur Ausführung des Geseßes iiber die Befähigung für den höheren Verwaltungsdienst vom 11. März 1879 ist zum Mitgiiede der Prüfungsskommifsion für höhere Verwaltmigsbeamte, an Stesle des von diesem Amte auf seinen Wunsch entbundenen Geheimen Ober-FinanzMathS und vortragenden Raths im Finanz : Ministerium, Marcinowski, das bisherige stell- vertretende Mitglied der bezeichneten Kommission, (Hrheimer Finanz-Rath und vortragender Rath im Finanz:Ministerium,
uisiing, 1011119 an Stelle dieses letzteren Beamten zum stellvertretenden Mitglieds der Prüfungskommission der Geheime Fina11z=Rath und vortragende Rath im Finanz-Ministerium, Eilers, ernannt worden.
Bekanntmachungen,
betreffend Verbote und Beschränkungen der Ein- fuhr über die Reichßgrenze.
Nachdem das Erlöschen der Ri11de1 est in den benach- barten Gouvernements Rußlands amtli festgestelit worden ist, wrrdrn, unter Aufhebung des verschärften Einfuhrverbots rom 4. Mai 1). J. (Amtsbl. Nr. 10), die Vorschriften unserer landespolizeilichen Anordnung vom 10. Juni 1881 (Extra- Beilage zu Nr, 24 des Amtsblatts von 1881) §. 2 und 3 mit der Maßgabe wieder in Kraft geseßt, daß die Ein- und Durchfuhr lebender Schweine aus Rußland wegen der daselbst verbreiteten Maul: und Klauenseuche bis auf Weiteres ver- boten bleibt, und daß ferner das unter dem 19. Juni 1881 erneuerte Verbot der Ein- und Durchfuhr von Schafen und Ziegen weiter besteht.
Posen, den 19. November 1883.
Königliche Regierung [. Wünnenberg.
Yichtamilickies.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 22. November. Se. Majestät der Kaiser und König empfingen im Laufe des heutigen Vormittags Se. Königliche Hoheit den Prinzen Alexander, den Gcneral:Feld1narscha[l Grafen von Moltke sowie den Herzog von Manchester, nahmen militärische Meldungen ent: gegen und arbeiteten sodann mit dem Kriegs-Minister und dem General-Lieutenant von Albedyll.
Um 2 Uhr empfingen Se. Majestät das Präsidium des Herrenhauses.
_ Der Bundesrat!) trat heute zu einer Sißung zu- sammen.
_ Der vom Autor nicht genehmigte Nachdruck eines Werkes in Deutschlqnd mit der Absicht, den Nachdruck im Auslande und zwar 111 einem Lande zu verbreiten, in welchem ein Schuß drs geistigen Eigenthums nicht besteht, ist nach einem Urthéil des ReichSgerichts, 111. Strafsenats, vom 1. Oktober 11. I., als Nachdruck zu bestrafen, Befindet sich der Verleger dieses Nachdrucks im Auslande, woselbst das Werk einen Schuß nicht genießt, so ist dadurch die selbstän- dige Bestrafung des inländischen Verlagskommisfionärs und" des Druckers bei doloser Herstellung des Nachdrucks als Thäter nicht ausgeschlossen.
Wiesbaden, 21. November. (W. T. B.) Anläßlich des heutigen Geburtstages Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit der Kronprinzessin find Ihre Königliche Hoheit die Erbprinzesnn von Sachsen-Meiningen, Se. Königliche Hoheit der Großherzog von Hessen nebst Töch- tern, Ihre Königliche Hoheit die Landgräfin von Hessen forme der Ober-Präfident Graf zu Eulenburg hier eingetroffen. 21116 öffentlichen Gebäude sind beflaggt. .
Sachsen. DreSden, 21. November. (Dr. I.) Am heutigen Namenstcxgx _des Königs erfolgte in der Fa- miliexikapelie des Komglrcherr Palais am Taschenbcrge die feierliche Firmung drr Prinzen Johann Georg und Max, Korrigiiche Hohértrn, durch den Bischof in Gegenwart Ihrer Majrstaten des Konrgxz und der Königin, sowie der Durchlguchtigsten Eltern, Prinz und Prinzessin Georg, und Geschwffter. _
Die Zweite Kammer erthcilte 111 Sißgng auf Antrag der Referenten von Bose und Vizs: Prändent l)1:.P_fe1ffer der 11011 der Staatsregierung bran- tragtrn _Errriachlraurig zur kostsnireien Aussteklung von Staats- angehörigkeitßbescheimgungen ihre Zustimmung, ébrnso dem Anfrage der Referenten Uhlemann ((Hörliß) und Starke ent- sprechend, dem Entwurfe eines Gefehcs, die provisorische Fort: erhebung drr Struern und Abgaben im Jahre 1884 119:
ihrer hcrrtigen
treffend. Eine DiLkusfion fand zu keinem der beiden Grge11- stände statt. Hessen. Darmstadt, 22. November. (W. T. V.)
Se. Königliche Hoheit der „Großherzog wird sich, einer Einladung Sr. Majestat des Kaisers folgend, zur Theilnahme an den morgen und übermorgen statLfindenden Hofjagden muh Leßlingen begeben.
Mecklenbuxg-Schwerin, Schwsrin, 21. Novembrr. (Meckl.A_nz.) Die Großherzogin Marie und dieGroß- herzoarw Al_exandrine smd gestern Aberid von Drrsren bszw. Berlin hier wieder eingetroffen.
,
Oesterreich Ungarn. Pest, 2191056111191“. (WT 23.) Zu der heutigen U11terh_aussißung bekämpfte bsi der Be: rathrrng des GesehentwursS, betreffend die Ehen 511311111811 Christen und Zu den, der Jrrstiz Minister die Ausfiihrun- gen der Gegner der Vorlage, welche in dem Entwrirfe 11161113 zu WSUizI, theils zu viel erblickten, und fiihrte ans, daß die Regierung nur die nothwendig? Vorsicht béthätigt habs, indem sie den dringendsten Bedürfnissen abhelfe 111111 die vorthrilhaf- teste Lösung unter den gegebenen Verhältnissen vorschlage. Ei11e allgemein? Einfiihrung der Civilcho halte sie noch nicht für zeitgemäß.
_ 22. November. (W. T. B.) DiE meisten Blätter besprechen die preußische Thronreds 111131 gcdenken dabri insbesondere der Verdienste der gegénwärtigen Regierung um die Reform des Steurrwrsens und um die Entwickelung des Verkehrs und des Handels.
Schweiz. Bern, 21. November. (W. T. V.) Die vom Vundesrath vorgeschlagenc Diözesankonfsrenz ziir Regelung der ViEthumsfrage wird wegen der Weigérimg dsr Berner Regierung, daran theilzunehmen, einstwrilsn nicht stattfinden,
Großbritannien und Irland. L o 11 130 11, 21.N01).*mb€r. (W. T. B.) Der Herzog und die Herzogin von Connaught sind, la11_t telegraphischrr Meldung, heuthittag in Bombay eingetroffen.
Frankreich. Paris, 21. Novémber. (W. TB.) Der „Temps“ erfährt: Marquis Tseng habe die Antwort Chinas auf die letzten Mittheilungen der französischen Re- ierung nunmehr erhalten; die in der Antworinote ?ormulirten Vorschläge Chinas seien aber nicht annehmbarer als die friiheren und könnten demgkmäß die von der Kammer gutgeheißene Politik ker französischen Regirrimg nicht ändern. _ Die chinesische Gesandtschaft in Paris hat 11och keine Be- stätigung der „Sta11dard“-Nachricht iiber die Anwerbung 11011 20 000 Chinesen empfangen.
Der „Natio nal“ bezeichnet das Gerücht vo111111111fteriell€11 Veränderungen als unbegründet. _
Nachrichten vom Congo, vom 18. Oktober, melden, dai; Brazza 111 Stanleypool angekommen ist.
Spanien. Valencia, 21. November, Abends 6 Uhr 25 Minuten. (W. T. B.) Das aus 4 Fregatten bestehende spanische Geschwader hat sich an den Eingang des Hafens von Grao begeben, um bei der Ankunft Sr. Kaissr- lichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen
Salutschiisse abzugeben. Außer den Behörden haben sich auch die Vertreter mehrerer Korporationen und 91119 Anzahl hervorragender Personen der Stadt nach der
Vorstadt (Hrao begeben, von wo aus der Kro11pri11z alsbald nach der Landung mittelst Hofzuges nach Vglencia fahrsn wird, nachdem an Bord des „Adalbert“ die Be- grüßung des Kronprinzen durch den Generaladjutanten des Königs Alfons, den Generalkapitän, den deutschen Gesandten, den General von LOS und die spanischen Behörden statt- gefunden hat. Quai und Hafcn sind illuminirt. _
Das Journal „Provincias“ sagt: Heute stehedie Ankunft des Kronprinzen des mächtigen Deutschen Retchs zu erwarten, der 11ach Spanien komme, um den Besuch des König?) Alfons bei dem Kaiser Wilhelm zu erwidrrn. Der Besuch des Kronprinzen gelte nicht allein dem König und der Königlichen Familie, sondern auch Spanien, und er ehre das spanische Volk. Der festlich? Empfang dss Vertreters einer großen Nation sei eine_ Pflicht der Courtoisie. Die Landung in Valrncia _entiprcche einem besonderen Wunsch“: des deutschen Kronprinzen, der dicsen schönen Theil der pyrenäischen Halbinsel habe kennen lerne_n wollen. Für Jedermann in Valencia erwachse _daraus dre Veranlassung, dem Kronprinzen de11_ schmeichelhcrftesien Empfang zu bereiten, eines:; Volkes würdig, das durch seine Courtoisie und Höflichkeit bekannt sei. _
_ 21. November, Abends 7Uhr 4091111110111. (W._T. B.) Das deutsche Geschwader ist gegen 5 Uhr J." Sicht ge- kommen, hat sich aber" dem afen noch nicht gcnahert, da es von der Dunkelheit überra cht worden ist und Nebelweltcxr herrscht. Die Landung dürfte erst morgen früh erfolgen. Die Behörden von Valencia, welche fich nach Grao begeben hatten, sind wieder hierher zurückgekehrt.
_ 22. November, Vormittags 8Uhr 20Min. (W.T. B.) Die spanischen Behörden, der General von Lok; und der deutsche Gesandte Graf Solms haben sich soeben wieder um Empfange Sr. Kaiserlichen Hoheit des Kronprinzen nach em Hafen begeben. Die Aufstellung der Truppen hat bsgonnen. Der Himmel ist bedeckt. _ _
Grao, 22. November, Vormittag 9 Uhr 45 Mtriuten. (W. TV.) Das deutsche Geschwader bewegt s1ch in diesem Augenblick, begleitet von dem spanischen Geschwader, in der Richtung auf den Hafen_zu. _Der Nebel ist heute_1rüh wieder gewichen. Die Kriegßschiffe sind deutlich am Horizont zu erkennen.
__ „Italien. Rom, 22. November. (W. T. B.) Der Konig und die Königin find hLUt? skÜb 8 Uhr 40 Minu- ten v_0_11 Monza über Genua im besten Wohlsein hier ein: gxtrone11._ 21111 dem Bahnhofe hatten sich die Minister und 111111 patrio1i1che Vereine zur Benrüßung eingefunden. Der Konig mußte,_den leb aften Zurufen der herbeigeströmtrn Bwoikerung iolgcnd, 1ch zweimal auf dem Balkon des Oiiirmcrl _:_xigen. Zn Genua beglückwünschte der König den Birrgcrmeiyter zu dem seitens der_Stadt dcm dsutschen Kron- prinzen bereiteten herzlichen Empfange.
_ Ti_irkei. Konstantinopel, 21.910ve1nber. (W. T. B.) Die Pforte hat dyn Gouverneuren der Provinzen durch neuerlich erlassene Instruktione11abe1mals in Erinnerung grbrqckyt, daß die 111 den verschiedenen Theilen dss Reichs be: 1111d11chen Tunesen als ottomanische Unterthanen zu behan: d€111 sind 11111), daß fie eine Schußmackytsteklung Frankreichs 98911111er Tunis nicht anerkenne.
Rußland und Polen. St.Prte rs [) 11 rg, 2291059111521“. (WT. V.) Bei der Besprechung eines vom Prof. Marten E 1111a11§gsgebe11en Sammelwerks übsr die Verträge zwischen Rußland und Preußen konstatirt das „Journal de St. Pétersbourg“ die beständige Solidarität der Be: zikhimgen b-xider Staaten zu einander. Eine Trennung der: 11111211 von einander habe jederzeit für boide üble Folgen go: habt; die Thatsachen hätten dieselbsn immrr zur Wiedsr: 1111111111111 geriöthigt, auch seien 5111115611 nur durch Prin- 5111111111119111, niemach durch Jntereffenfraarn 11011 rimander getrennt wordrn. Der deutsche Bund 191 keine Friedensbiirg- 1chaf_t_ gewesrn und habe nur dem Jtitriguenspiel Vorschub 1191611181. Tas DéutsckzeRLich mit dem protestantischen Preußen a11__der Spißr widerspreche nicht denTraditionen, durch 111111110 118113111 Staatsn ihre historische Mission angewiesen werde; 1111111 1911 211181113911 nehme diejrnihc mit Rußland einen 511 Wichtigen 2131113 111 drr Vergangenheit ein, als daß sie fiir die ZUkLMsT bsseitigt wrrden könnte. Man 1511112 dahrr annehmen, daß das Dentichs Reich für 3111151111111 dasselbe sein wsrdr, 111114 Preußrn fiir Rußland gewessn 111, 1011119 9111111111111 Dsutsci): land gxgenübrr diesclbcn Gefühle und Interessen bewahrt», wrlchr 121112 traditioneUen Beziehungen zu Preußen geschaffrn hätten. Die Staafsmänncr, von denen die Politik dsr beiden Reiche gelenkt WSWS, würden gewiß 112th vor dcrsch1vcren Verantwsrtlichkeit zuriickschrecken, Gefühle drs H1ffe-Z 11115 dsr Rache zwischen briden Ländern zu 111211.
Afrika. Egypten. Kairo, 22. Novembsr. (W. T. V.) Heute friih eingelaussne Nachrichten besiätigcn die Ver- 1_1_i_§1111111g drr Armee Hicks Pascha“; im Sudan; Totaiis ie en.
_ 22. NOVMLer. (W. T. B.) Die Nachricht von der Nisderlage Hicks Paschas (111111111113 dnrch 2111111 koptiscix-sn Funktionär 11ach Chartum und nach Turm dnrch ander? PS1,“- 1011011. Die Schlacht 1011 drei Tage 11115 zwar 1101113. bis 311111 5. Novrmier gedauert haben, und dir Myptischen Strritkräfte 1611111 voUständi-g vrrnichtct sein.
Zeitungsftimmen.
Die „Neu? PreußischeZeitu11g“ äußert 11ch iibxr die Throrirede wre folgt:
.Die Finanzlage des Staates hat fich günstizcr gsitaltxt“,1.1111€t der Eingangssay der Reds, mit wclcher gestern der preußiiche Land- Tag cröffnri worden ist. _
Als vor etwa anderthalb Wochen der Landtag des Königreichs Sachsen 11111 einem so höchst aünstiaen Bilde der dortigcn Finanzlage untcr rückhaitslosem Hinweis auf die Einwirkung der Reichs - Steuerreform eröffnet wurde, da stieg wohl bei uns in Preußen _ der Wunsch_ auf, recht_ bald _in e111e gleiche Lage wie im Königreich S_achien versetzt zu win. llriirre _libe- kalen Blätter haben mit bittersüßer Miene den Inhalt der iäcbsiichrn Thronrede damals einfach registrirt, _ an der Versichernna der preu- ßiscben Landtags-Eröffnunqsrede, daß die Finanzlage drs Staates fich günstiger gestaltet babe, können sie natürlich nicht stilTschweigend vor- übergehrn. Auf konservativer Seite aber dürfte man wohl berechtigt sein, so [erat von dicsem Rrsultat zu sprechen, daß man es 111 den Weitesten Kreisen hören kann.
Seit Jahren ist es zum 211th Male wieder möglich, das Gleich- gc1kb1cht des Etats zu erzielen, ohne zu einer Anleihe die Zuflucht zu 112,111111. . . . .
Die konservative Steuer-, Wirtbscbafts- und =1xianzbolitik_hat 6111211 neuei Erfolg zu verzeichnen. Die verhbfftcn irkungkn dtescr Politik haben sich wider Erwartsn Prompt eingrsteÜi. . . . Das Jahr 1878 brachte uns den Umichwung auf dem Gebiete der Steuer-. Wirthschafts- und Finanzpolitik, Fünf Jahre sind_sc_itd€111 rrst ver- gangen und heute Wagen es selbst liberale, secsisioniitiickoe 1111d_ fort- schrittlicbe Blätter nicht zu bekritteln, rvenn die Thronrcde mit dem Satze beginnt: ,Die Finanzlage hat sicb günstiger gestaltet“. Denn die Brweisr, die im Weiteren und namentlick) 1111 Etat bcigrbracbt werden, sind zu U11w1derleg11ch.. . . .
_ Die „Staatsbürger: Zeitung“ sagt bei der Besprechung der Thronreoe 11. A .
Daß die Finanzlage des St_xratrs fich günstiger gestaltet, ist 81112 wiilkommcne Botschaft, die 1111811811 uns speziell 110111 frohcr klingt, weil fie zugleich unscre Hoffnungen und Er111artungcn, welche wir an die Verstaatlichung des Eisenbahnverkehr?» knüpften, bestätigt. _
W911" 111 der Thronrede darquf hingewiesen wird, das; dre Ent- lastung der beiden untersten Stusen drr Klaffenstcucr nicht (115 der Abschluß der Reform angesehen rvrrden kann, so stimmt auch 1:1'15 111it unserm Wünschen überein, zumal da als Außzleich die Etn- führung einkr Kapitalrentensteucr in Aussicht genommen wird.
. . . Daß dcr Staat in Erwerbung neuer Privatbahnen immer rüstiger aufdem betretenen Wege fortschreitet, ist der brsteBeMis, daß der rrste Schritt auf diesem Wege ein glücklicher war. Es ist dadurch eine Thatsache ins Leben gerufen worden, die immer_größrrc Anerkennung findet und die Widcrjacber gegen das Staatscricn11_ahn- 111112111 mehr und mehr rarstummen macht. Blickk brate dock) icbon das 111 vielen wirtbscbaftiichen Dingen von 11118 benetdete (311111111117 auf das Staatseisenbahnsystem Preqßxns, um daraus Schwiiz _zu ziehen, die drm Manchesterthum jeniett dcs Kanals r_echt grfahrlrch werdcn können. Die Ausbeutung deffen, was dcr Geiamnrthetr 11e- hört,d11rch einzelne Gesellschaften, stelLt fich immer _mehr als 1111 volks1virtshschaftlicher Fshlcr heraus, dessen volic Vrieittgnnz noth- wendig i . __
_ Die „S chlesische Zeitung“ schreibt zur Eröffnung des Landtages: _
, . . Das 111 den eimclnen SMM der Eröffnungßrcde 111de1:- gelegte Programm für die Landtagscjjwn enthält 1_11c_bts, worauf wir nicht durch Kundgebungen der halb_oder ganz offiztöieu Presse bereits vorbcreitet gemesen wären. Wie iert Jahren überwrcgt aucb dreßmal das finanzpolitische Moment jedes andere. Der „erhebliche' Ucbrr- schuß, welchen das Etatsjahr 1882/83 aufweist, die „wachsenden Erträge aus den eigenen Einnahmequellen des _Staatesß, den Bergwerken, Eisenbahnen 11", , die _ „wrscntltcb gcrrnarren Matrikularbeiträac, welcbe drr _bercrts festgestellte Nachs- etat pro 1884.85 erfordert“, und dre zu gewärtigenden „hoheren
Herauszahlungen des Reiches aus Dem Ertrage der Zölle und der
Tabacksrsuer' _ 101.5 1:15 1215)! nur „1114, 11111 „bei strenger Prüfung und Brscbränkunß 1212? 11211211 oder rsrmebrtcn 'Unégabebostens' aus drr Drüzitwirtbsckhaft der le«ten Jahre wieder beraußzukommen und den Etat obne Ergänzende Anlei .? 111 balancircn. Sslbit in dcm Falle, daß aufdie Befriedigung vieler „111 sicb anzuerkennender Bedürfniffe Verzicht Zeleistet wird, glaubt die Staat§r2gicrung cine Bürgschaft dafür 111551 Übrrnrbmzn zu können, da:"; dieses Glcicbzcrricbt fich auch 111. den folgenden Jahren wrrde erzielen 1511111. Dirie Kundgrbnng Enthält die cntscbiedcnste „Zurückweisung der 111111 fortichrittliwer und kccessio- nistisckzer Seits nachhaltig rrrfbsbtenrn Bebauptun,1, dar“; cx; cir;3 Appells :111 das Reick) (Ur 111cht bedürfr, dar"; rislmchr die stetig rracbirnksn Staatseinnabmcn im Laufe der Zeit aus- rsicbrn würden, 51111) anderweiten Bedürfnésrcn 111 JCUÜJM, In 151 Er5171111175§rrde wird abermals ausdrücklich erklärt, ,das“, das 1:11 bersn bcrrrrzrxretcrc 1:11 11011 dcr Sta;t§rc,1icrun3 111112111 armacbte Mißrcrhältriéz zwischen dan 2111111601 185 ST:.rtes und 1611 211119125211. die ihm 1111112111114: 5113 drm immcr kärter empfundenen Drucke der Kommunal- 11111“ SLullastrii und aus der UnwlänßliÖkrir rer Vcamtenbeioldunscn erwachsen, urrcrmindert 1111113611111.“
S0 rrcnig cri'chlicb ach daß auch klingrn mag, 15 rrcnig dati es 111"? 111 drm Bewuütäin 12111111, da!"; PrérrßMI 571111115115? dis brste der Welt 111. Mag ?ck auch dir 5111761 uriicrcr Staats1ch111d 11115112 der Verstaatliibunx. dsr Eisenbahnen 17111) 10 boa) 1611181765, 11“ 118111 doch di; _Tthsacbc 111111111111, 14111 rnicr Prsukzrn 11:1 Grrmrc 1ch111d1111121_ 111, da das rrbrukrirc Aktirrcmnözcm, 1111-3118 111__ T_ommwr, Fcrsjcxi, Bsrswerkcn, Eisenbabnrn :.“. rc- xraicntrrt 111, 111 111112111 Ertrag-x dis 31111111 dcr StaUF: 11111111 ailxrniixikcitenß ;1111111egt. Daß der Staat tkm; dcsirn Urnen 131911211 .11111111111115111111 1111111 111 erwünsxbiem 5.1.7513? Ferrcbt 311 rrerdrii 121111111113, dax"; cr 11111: 2111111111111 im Vcrbältirissc 311111 Geld- 1111th 11111: 511111 0111011211151 2110115191111111111 nicbt 2111111511 1“: 111 bxioidcn 111 drr “31,21“ ist, wie 18 "0.15 rcrarmtr und srariame Préußkn 111 drr_ Zcit drr (1111131111311 Monarxbie Fctbari 13.11, "daß rr 28 riihig QUÖLÖM 1111611 1111111, WEU", wic „1111111611 181119112111 Worden 111. 111 nicht 1111115111 Ztäd1c11 1161111 (111211 anderen Steueim urid 211111115211 '.)0 111€ 25 1 dr? JabrcScinkomnwns, 111 111138111111 Kreis?" Tbcrscblcsich 1113.11 42 *'/0 dc11111c11 (111 dirchcn Persorialstcurrn 1111181117111 wcrden _ 31112 dicsc 51.11511111151211 151111211 111113 111ch11 11111111111811111111AnarficbtÉ drr Thatsakbc, daß 5111212111 111913111 SiaatHwescn 1:12 iridir-xi'ton Stcurrqurilkn, (1115 denon 3112 an- dercii Kultnrstaaten ibrr Vadürfmiffc rornrbmliéb 513111211811, CMJOJM smd und das; das 51181111, drm diririixcn zu;“,cwiescn 1111d, gerade «118 denjenigcn Objckten, WLlÖL, 11112 Branntwein, Birr und Taback, 511 1111111118111 11311 nUffbrdi-rn, sic 11.111) dcm Vorbildc andrrcr Ländcr quéaicbW 111 bcstenern, 1111r rclatir winzige 1111111131111"? Erträge cr- 5191. . . .
Statistische Nachrichten.
Das 11118111 erschienene Ddrrslkwft dcr Zcitsibrifi dcs Kön ig- 11ch 1ächsiickrr1 statistisch?" Vurrarrs 11"1r 1883, rrdfrgirt 11011 12111111 Direktor, Grb. ngicrungs-Natb Prof. Dr, Böhmert, 2111111111 11112 1111115112111“? 21111611 übrr die der 5170111115611 Armcnbflkge 'Unhrirngeiailrnrn 111 den Städicn Treéden und Leipzig 1111161! drm Tirrl: .Das Armcmwrsrn drr Städtc Drcxdcn und Lcirzig nach der Arniebstatiixik rom Fabre 1880“.
Das 3151115115) 1äch111ch€ 1111111111112 211118111 111 dursb das Emtgczcnkrmuwn dcr Armsnbrbbrde rrii Drrörsn 1117091111319 111 dcn Stand 11111131 1110111211, 1121.71“? dic Armsniméitik der bridrn arbßtcn Städte drö Landes 111111 genaUcr 511 brb111d2111 315 disjcnigc der übrigrn Järbsisxbrn Gemcindcn.
Tirse eingehendere Armcnstaiistik 212.11) 1111 Drrédcn auf 100 Vewobxiir 5,96 und 1111 Leirzig (1111 100 Vowohncr 9,78 [1111201111114 während 1111 ganzen Königreich 11111 je 100 Bewohner nnr 3,151111121- 681312 8101111111 und 111 anderen arößeren Städten, 3. B. 111 Frsibcrg 7,42,_ 111 Mrirank 6,2], in Pirna 6,06, in Großrnbain 6,04, in Zwickau 4,65, in Chemnitz 3,82, in Annaberg 2,81, in Crimmitschau 2,69 Unterstüxxtr. Dir relativ reichste S1ad1Sachsc11§,Leipzig, hatte mithin die 1112111111 Armrn.
JU Drrsdrn wurden in offe'nrr Pflege 4310 Persbnrn oder Parteien mit 5445 Angehörigrn und 111 grscblbffsner Pflege 3251 Personen mit 153 Angehörigen untrrstüxzt. In Leibiig gab es da- geaen 4009 Pcrionrn odcr Partsirn mit 6713 Angrhörigbn, welcbe 111 offenrr Pfirgc, und 3827 Personen oder Parteien mit 26 Angehöri- gen, welche in grirblbffsner Pflego 11111111111th wurdrn. _
Die unterstützten Parteien 1111 Männrrn, Frauen 11111) Kindern béziFerten 1111)
in Dreßdcn: 111 Leipzig: (1111 3258 Männcr, 11111“ 4442 Männer, 3501 Fraurn, 2740 Frauen, 802 Kinder, 654 Kinder,
Sa. 7561. Sa. 7836. Prozenjual brrechm't waren unter 100 unFcrstüyten Parteien 19111111) - 111 Dresden: 111 Leipzig: Männrr . 43,09 56,69 Frauen . 46,30 34,97 inder . 10,61 8,34
Aus Vorstehendrm 511111 hrrrbr, daß 111 Leipzig dir große Möbl- zahl der Unterstüßtrn Männer find, während in Dresdcn umackxhrt mehr Frauen als Männcr 1111121611151 wcrden. Nach dcr Altersklaixen- Statistik rvurdcn (1111 1.Tc;cmbrr 1880 in Dresden 76 087 erwacbiene männliche und 85 089 crwarbscnc 111115116112 Personen, 111 Lripzig 53 241 erwachsene 1115111111158 und 54 447 er111achsc11ewciblichePrrsonen ermittelt. Es kamm 11111111) auf 100 erwachsene männliche Psrsoncn 111 DreÖdén 4,26, 111 Lsi1131g dagracn 8,34 r11r1ch1cne 1115111111156 Unter- stüxzte, auf 100 9111150211178 111€1blicbc Pcrsoncn 111 Drcsder] 4,11, 111 Leip1ig 5.03 crwarbsene Weibliche Untrrstütgte. Aach drexe „31th ergeben, daß in Leibzig die Männer 111 (111115 abmbrmcr Hohe der öffenilichcn 21111111111111'112 anheimfielcn.
Jm höchsten (Grade auffallend ist die große Zahl der vorüber- gehend Unterstützten in Dresden und Leipzig. Drchrn hatte 1111 Jahre 1880 6758, L€1p1iz 7211 rorübcrachcnd Untrrsiiilzte, beide Städjc zusammen also 13 969, d. 1. 44,44 % drr vorübergehend 1111121111113th dcs 1151131711 Landes (31430). _
Die hohe Armenziffer Leibzigs 1111 Jahre 1880 ist bauptiäcblicb auf die frührreHa11dhabum1 drr Armcnbfleqe zuriickzufiihren. Die Lcibzigrr 5U1111c11116r1rc1111111g ist 1111 Jahre 1881 völlig umgestaltet und 11111 400 Armenpflegern (1111111111111th worden, währrnd man sicb früher mit 112 begnügt hajte. Diess Reform hat außerordentliche Erfolgs
erzielt. Die Zahl der laufend untcrsiüßten Persorren war schon 1882 11111 (1. 2000 Köpfe vermindert und die offene Armenpflege batte iich 1111 Jahre 1882 um rund 116000 „44
biÜiacr gestellt, als im Jahre 1879. Lcibzig hat 1111111111 aus der 1ächfischen Armenstatislik n11chtix18 Vortheil: (111111111 1111d 111 dadurch auch erst 111 dcn Stand 11112131 1110111211, de11 Vorwurs 311 critkraxtcn, daß die 76111)? Ccntralgrmrindc ihrs 211111111 an die f111911316111ch1VÜchW ren Vororte abschicbe. Dieser Fabel, dic 1113.11 dem 1ach111chen Land- tage vorgetragcn Wurde, ist jetzt 1111rcttbar dcr Boden entzogen wor- den; denn die Landesstatistik hat ermittelt, dax; 11111 100 Emwobner 111 Leipzig 9,78 Armc kommen, daJegcn 111 dem nahen Volkmarsdorf nur 3,95, 111 Lindenau 3,14 und 111 711011an (iar 11111 _1,22u111er- 11111111: Personen. Es findet also gcradcdax- umquehrte Vcrb_a11n1ß_statt. Ein cinqebendrs Studium 1115 118111111111 Hrsteö der_Zeitiibriit des Königlich sächsischen StatistisÖcn Burearis, aus dem die vorstehenden Vergleicbungen cntnommcn sind, wird 511111 Vrrwaltr1ngsbea1ntc11 und Armerpflegern wichtige Aufschlüsse geben. 6»? 11115111! 11911) einigen einleitendcn allgcmeinen Bemrrkungen fblgcndc Kadttcl: Dic Or(1a11i- sation des Armenwescns in Dresden, die Organ11atio11 des Armen- wesens 111 Leipzig, tie Methode dsr Erhebumg, dic Unterstüyten der Städte Dresden und Leipzig 1111 Jahre 1880 nach den Hauptrcful- taten, die Unterstüöten der Städte Drcßden und Leipzig nach
den Ursachen der U111111111Jungßbcdürftigkrit, nach Geschlecht, Altcr nnd (Zivilstand, nach dem Berni, nach drm C'e-