Ministerium des Imma.
Der Ober-Präsidial-Rath von Jßenpli zu Breslau ":| 13“? Ober-Präfidenten der Provinz Schle en beigegeben wor .
Jußiz-Minißerium.
Versth sind: der Amtégerichts-Rath Teuber in Tarno- mß an das Amthericht in Kreuzburg O.Sch1., der Amts- gerichts-RaÉZ Birkenbihl in Limbur a. L. an das Amts- gericht in iesbaden, der AmtSrichter oner in Rahden an das Amthericht in Dortmund, der AmtSrichter Völckers in Altona als Landrichter an das Landgericht in Casei, der AmtSrichter Büff in Nentershausen an das AmtSJericht in Caßel, der AmtSrichter Schaefer in Margonin an das Anitherichi in Schroder und der Landrichter 1)r. Freiherr von Thermann in Trier an das Landgericht in Cöln.
Der Staalßanwalt Curtius in Greifswald ifi an das Landgericht in Arnsberg verseßt.
n der Liste der Rechtßanwälte ist gelöscht: der Recht;- anwat Koch in Niederwildungen bei dem Landgericht in
Gaffel. n die Liste der Rechtsanwälte sind eingetragen: der Ge " ts-Affeffor Rosenthal bei dem Amtsxzericht in Kreuz: burg O.-Schl., der Gerichts=Affeffor F roiKheim bei dem MSgericht in Jülich und der Gerichts-Affe or Großkopff bei dem Landgericht in OSnabrück. _ Der AmtSrichter Liessem in Cöln, der AmtSrichter Weinhagen in Lindlar und der Rechtsanwalt und Notar, Iustiz-Rath Brasche in Anklam smd gestorben.
Bekanntmachung.
Der Königliche Hegemeifter a. D. Oskar Hartmann, Keidelstraße Nr. 2 hierfeldst wohnhaft, ist als Nußholzmeffer für Berlin bestelit und vereidigt worden.
Berlin, den 19. Dezember 1883, __ _
Königliches Polizei-Prafidium, von Madai.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit des §. 18 Rc] 2 der Kontrol-Ordnung vom 28. September 1875 wird hierdurch bekannt gemacht, daß die verstärkten Ersaß-Kommisfionen behufs der Entscheiduna üder Gesuche um einstweilige Zurückstellung dei eintretender Mobil- machung der Armee am 29. März 1884 ihre nächsteSitzung halten werden. -
Diejenigen in Berlin wohnenden Mannschaften der Re- ierve, Land: und Seewehr und Ersaßreserve 1._Klaffe, welche auf Zurückstellung fiir das Jahr 1884 Anwruch m_achrn, werden aufgefordert, ihre Gesuche unter Angade ihrer Militär- verhältniffe und der Nummern, unter denen 1ie in den Listen des hiesigen Königlichen Landwehrdezirks-Kommandos geführt werden, im Laufe des Monate.?- Januar 1884 beim Militärbureau des hiesigen Magistrats anzu- bringen. _
Hierbei wird ausdrücklich bemerkt, daß_die bereits früher berücksichtigten Mannschaften ihre Anträge auf weitere Zurückstellung im Bedarfs: falle zu erneuern haben, und die nach dem 31. _Za- nuar k.Js. eingehenden (HesUche nicht derück1ich- tigt werden.
Nach Abhaltung des Termins am 29. März k. Js. werdsn die Namen derjenigen Mannschaften, deren Gesuche als be- gründet erachtet worden sind, durch das JntLUigrnz-Blait öffentlich bekannt gemacht werdrn.
Berlin, den 27. Dezember 1883. _ Die Königlichen Ersaß-KoYmiifionen der Aushebungsdezirks
er in. PraUSnißer.
Jichtamtliä) 25. Deutsches Reih.
Preußen. Berlin, 31. Dezember. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen im Laufe des heutigen Vormittags: militärische Meldungen entgegen Und ließen Sich darauf von dem Wirklichen Geheimen Rath von Wilmowski Vortrag halten. _
Um 11/2 Uhr hatt? der dieffeiiige Geiandte in Stockhoim, von Pfuel, die Ehre des Empfanges.
_ Jdre Majestät die Kaiserin und Königin wohnte gestern dem Gottrsdienft in der Kapeiie des Augusta: Hospitals dei. _
Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kron: prinz und die Kronprinzessin nebst Kindern dinirten gestern bei den Kaiserlichen Majestäten.
_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit der Kronprinz nahm am Sonnabend Vormittag 111/2 Uhr militärische Meidungeu entgegen.
Nach dem Diner, zu welchem der Kardinal Prinz Hohen- lohe geladen war, begaben Sich Ihre Kaiserlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin mit Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Victoria nach dem Opernhause.
Gestern Vormittag empfing Se. Kaiserliche Hoheit der Kronprinz militärische Meldungen sowie von 121/22 Uhr ab den General-Direkwr der Königlichen Museen, Geheimen Ober-Regierungs-Rath 1)r. Schöne, den Ober-Ceremonien- meifter Grafen zu Eulenburg und" den Kaiserlich russischen Botschafter in Paris, Fürsten O_rlon. _ „_ _
Um 5 Uhr begaben Sich die Kronprinzlichen .Herr1cha_ften mit den Prinzessinnen Victoria und Margarethe ziim Diner zu Ihren Majeßäten und um 7 Uhr zum Gottesdienst nach der Englischen Kirche. _ __ _ _
Heute Morgen hat Sich Se. Karierliche Hoheit Kronprinz zur Jagd nach Spandau begeben.
der
welche Ihrer Majestät der aus Veranlassung des rin- trejenden Jahreswechsels ihre Glückwünsche dardcmgen moch- ten, haben ihre Karten am 31. d. Mix:. der der Obel“:va-
_Diejenigen Persdneii, _ Kaiserin und Konigin
__ Durch Beschluß des Königlichen Staats-Miniüeriums ifi am Grund des Art. 1 des Geseses vom 31. Mai 1882 in Verbindung mit Art. 4 des Geseßcs vom 14. Juli 1880 für den Umfang der Diözesen Culm, Ermland und ildesbeim die Wiederaufnahme der eingestellten taatsleisiungen an die römisch=katholischen Bis- thümer und Geistlichen vom 1. Oktober d. I. ab an- geordnet.
_ Nach Mittheilunaen aus Italien wird von der General-Direktion der Eisenbahnen zu Rau am 12. Januar 1884 im SubmissionsweLe die Lieferung folgender Par- tieen Schienen aus Beffemer:3tahl vergeben werden:
]0t. 1: 11 889 793 t0n5 für 2496856233111“:-
„ 2: 11840043 „ „ 269640903 „
„ 3: 11155953 „ „ 2342750,13 „ Die näheren Bedingungen werden an der bezeichneten StelLe einzusehen sein.
_ Durch Allerhöchste Kabineteordre vom 22. d. Mis. isi genehmigt worden, daß eine Beurlaubung der Militär- anwärter mit sämmtlichen Gebührniffen über die Dauer von 90 Tagen _ drei Monaten _ hinaus bei der Vor- bildung in aUen Zweigen der Jußizverwaltung stattfinden darf. Soweit schon bisher derartige Beurlaubungen |aiige- funden haben, können die gezahlten Gebührniffe in Au6gabe verbleiben. Q
_ Zur Vereinfachung des Uebernahmeverfahrens auf Grund des zwischen Deutschland und Dänemark getroffenen Uebereinkommens vom 11. Dezember 1873 _ be- treffend die gegenseitige Unterstüßung Hülfsbediirftiger und Uebernahme Auszuweisender _ sind nach Vereinbarung mit der Königlich dänischen StaaiSregierung gleichlautende For- mulare eingeführt worden, welche bei Uebernahmeanträgen in solchen Fünen zu benutzen find, in denen die Heimsendung oder Ausweisung auf dem Wege einer direkten Correspondenz mit der betreffenden HeimathSJemeinde stattfinden darf. In- dem der Minister des Innern den Regierungs-Präfidenten 2c. diese Formulare zur Anwendung übersendet, bemerkt derselbe in dem betr. Erlaß vom 14. d. M., daß die Zusaßdeklaration vom 25. August 1881 zu dem EingangS gedachten Ueber- einkommen zwar mit dem 25. August d. Js. außer Kraft ge- treten sei und die Verhandlungen wegen Verlängerung der: selben noch nicht zum Abschluß gelangt seien, daß es jedoch keinem Bedenken unterliegt, bis auf Weixeres nach den Be- ftimmungen dieser Zusaßdeklaration zu verfahren.
_ Den Gerichtsvollziehern ist, nach einer 2111132- meinen Verfügung des JuftizMinisiers vom 22. d. M., fortan nicht mehr gestattet, bei freiwiüigen Mobiliarverfteigerungen dem Auftraggeber gegenüber die Gewähr für den richtigen Einganq der etwa zu kreditirenden Kaufgeider zu übernehmen. Der 215108 3 des §. 115 der GeschäftSanweisung fiir die Ge- richtsvollzieher vom 24. Juli 1879 wird aufgehoben.
_ Die Bedrohunß mit einem ungeladenen Schießarwehr bei dem Widerstand); gegen einen Forst- oder Jagd- beamten ist nach „.F.- -em Urtheil des Reichsgerichts, 111. Strafsenats, 1311007 25. Oktober 5. I., als qualifizirter Widerstand aus § (?“ Abs. 2 Str. G. B. (mit Gefängnis; nicht unter 3 Monat??!) zu bestrafen, wenn der Thäter bei seiner Drohung' sich ökwußt geweken, daß dieselbe an fick) ge- eignet sei, in dem Beamten die Furcht, geschossen zu werden, hervorzurufen.
_ Der Königlich sächsische Gesandte, Wirkliche Geheime Rath von Nosiiß-Wallwiß hat sich auf einige Tage mit Urlaub nach Dresden begeben.
_ Der Bevoilmiichtigte zun: Bundesratk), Königiick) bayerische Ober-Regierungé-Rati) Schmidtkonz ist hier ein- getroffen.
_ Der General der Infanterie J. D. Graf von Moni?- ist aus Dresden dier eingetroffen.
Hamburg, 29. Dezrmber. (W. T. V.) Die Bürgér- schaft hat in ihrer heutigen Sitzung den Antrag des Senats in Betreff eines verstärkten Schußes des Kuxhafener Ufers einem Ausschuß von 9 Mitgliedern Üderwirsen.
Oesterreich-Ungam. Agram, 29. Dezember, (Pr. Zig.) Jm Landtage gaben heute die Grenzdsputirten eine Erklärung ab, in welcher fie vor Aliem dem Kaiser und dem Landtage den Dank aussprechen fiir die bereit?; erfolgte tdeilwrise Einführung der Verfassung in der Militärgrenze und sodann mit Bezug auf das Kaiserliche Reskript vom 9. Mai 1861 erklären, die staatSrechtliche Grundlage zu acceptiren und den Wunsch ausdrücken, daß in Ausfiihrung des Reskripts der Grenze dieselbe SteUung wie dem iibrigen Lande gegeben und die ohne Mitwirkung der Giénzdepmirten geschaffenen, fiir die Grenze nachtheilig€n Geseße verfaffungsmäßig adgeändsrt werden. Schließlich er- klären die Grenzdepuiirfen, unerschütterliche Trsue und Loyalität gegen den Kaiser zu bewahren. Ueber den Antrag Zivkddics, den Bericht des Verifikationrausschuffes zu berickx tigen und sodann die Grenzwahien 81111100zu verifiziren, entspann sich eine längere Debatte.
Niederlande. Haag, 29. Dezember. (W. T. B.) Sprenger van Eyk, bisher Mitglied des Raths für Niederländisch-Jndien, ist zum Minister der Kolonien ernannt worden.
Frankreich. Paris, 29. Dezember. (W. T. B.) In der heutigen Sisung der Deputirtenkammer beantragte der Berichterstatter Carnot die Annahme des Budgets mit den vom Senat daran vorgenommenen Veränderungen, Der Conieilß-Präsident Jules Ferry untersiüßte diesen Antrag, wobei er bemer €: Das Jahr 1884 werde nicht hingehen, ohne daß die konstitutionellen Reformen inc.?- Werk eseßt wären. Er werde diese Revision der Verfamng bearitragen, weil er glaube, daß diesélbe von Nutzen 1e1', im Grgensaß zu Denjenigen, welche die Revision forderten, damit ne ver- weigert werde. (Bewegung auf der äußersten Linken.) Clovis Hugues, der sich zu heftigen Ausfälien gegen Jules Ferry hinreißen ließ, wurde mit der Strafe der Ausschließung belegt und verließ den Saal. Roche (Radikaler) behauptete: die Kammer dürfe dem Senat nicht nachgeben. Die Aenderungen deS Senats wurden jedoch, entivrechend
meisterin Gräfin von Perponcher abzugeben.
dem Antrags des Berichterstattercö und des Conseil?- Präsidenten von der Kammer angenommen. _ Die
Wiederherfselsung des Gehalts des Erzbischofs von Paris in Höhe von 45 000 Frcs. wurde mit 270 gegen 183 Stimmen und ebenso der Ponen für Freistellen in den Seminarien mit 268 gegen 195 Stimmen bewilligt. Daz Gesammtbudget ward sodann mit 326 ge en 25 Stimmen ge: nehmigt. Die Rechte enthielt fich der Ab immung.
Die Session der Deputirtenkammer und des Senats ift geschlosien. Das Parlament wird verfaffun Smäßig am zweiten Dienstag des Januar wieder zusammentre en.
Der Marine-Minisier Veyron hat Nachrichten vom Admiral Co_urbet erhalten, welche ausHanoi, vom 20. De- zember, datirt find. Nach der Einnahme von Sontay iß Admiral Courbet dorthin zurückgekehrt und hat den Dienst des Generalkommiffärs übernommen. Die Ver- theidiger von Sonia sind in der Richtung auf Baibac, Davang, Honghoa, bulam und darüber hinaus geflohen, Das _Sinken des Wafferstandes verhinderte den sofortigen Angriff auf Honghda. General Bichot durchsuchte mit einem Theile des Expeditions-Corps die Umgebungen von Sontay zwrschen Day, Songeau, dem Schwarzen Flusse und den Bergen_ und_ kehrte darauf nach Hanoi zurück. Sontay und die Befestiguygen am Flusse find von diesseitigen Trudpen stark beyeßt; alle Garnisonen werden augew blicklich verstärkt, um das Delta vollständig von den Rebellen und Piraten, die es verwüsten, zu säubern. In einer anderen vom 22. Dezember datirten Depesche kommt Admiral Courbet,auf die von den algerischen Tirailleurs und der MarinxJnfanterie an den Tag gelegte ausgezeichnete Tapferkeit zurück und fügt hinzu: die annamitiscden TiraiUeurs hätten_gleichen ruhmvolien Antheil an alien Gefechten gehabt; aiich die von den tongkingnesiichen Hiilfstruppen geleisteten Dienste werden vom Admiral Courbet lobend hervorgehoben.
?talien. Rom, 29. Dezember. (W. T. B.) Der Papi und der Kardinal Jacobini empfingen anläßlich des_JahreSwechsels heute den bayrrischen Gesandten, Freiherrn von Cetto sowie die Geschäftsträger Spaniens und Portugals. .
Der ehemalige Unterrichth-Minister Desanctis ist ge- siorben.
Griechenland. Athen, 28. Dezember. (Wien. Ztg.) Die Gerüchte, wonach sich die Opposition der parlamen- tariscben Arbeiten sol] enthalten woilen, werden dementirt. Die gestern begonnene Berathung der Anlehensvorlage wird heute fortgeseßt werden.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 29. De- zember. (W. TB.) Ter Abtheilungschef in der Kanzlei des hiesigen Siadthauptmanns für Aufrechthaltung der öffentlichen Ordnung, (Hensd'armerie:Oberst-Lieutenant Siu- dejkin ist in der vorigen Nacht in einem Hause in der Nähe des NewskyWrospekts ermordet worden. Ein ibn begleitender Bramter wurde iödtlich verwundet.
Asten. (W. T. B.) Dem „Reuterschen Bureau“ wird aus Haiphong, vom 26. d. Mrs., gemeldet: Der Gesammtveriust der Franzosen an Todten und Ver: wundeten bei dem Angriff auf Syntax) beträgt 36 Offiziere und nahezu 1000 Mann; derjenige der Schwarzfiaggen 6000. Der größere Theil der Schwarzflaggen hat sich nach Honahoa und Namdink) zurückgezogen. _
Nach einem Telegramm aus Hongkong soil bei der Vertheidigung Sontays der Oberanfüdrer der schwarzen Flaggen, Lian-Fong, schwer vsrwundet und sein Vertreter getödtet worden sein. Der französische Kommiffar Harmand und Tricou hatten sich nach Hue dsgebrn.
Afrika. Egypten. Kairo, 30. Dezember. (22.25.58) Eine amtiiche Depesche meldet: Die Aufständischen griffen am 28. d. M. den 8 Meilen von Berber ent- fernten Ort Gezirek) an, wurden aber von der ails 2 Compagnien Vaschibofchuk3 drsiihenden Vrsaßung von
Gezirek), welche Verschanzungen errichtet hatte, nach sechsstündigem heftigen Kampfe unter großen Veriußen zurückgeschlagen. Der Befrhlsbader der Baschiboicbuks
wurde getödtet; im Uedrigen find die Verluste der egyptischen Truppen, denen die Stämme der Vichories und der Kawilat Hiilfr leisteten, undrdeutend. Der von den Aufständischen beabsichtigte Angriff auf Berber isi durch den von der Gar- nison von Gezirei) grleisieten Widerstand vereitelt.
Zeitungsftimmen.
In der „Germania“ lesen mir:
Die Kavitalrentensteuer und die liberaie Preffe wird auch von der .Prov.-Cdrr.' Liner durchaus sachlichen und durÖschlagrnken Betrakdtung unterworfen. Wie wir wiederholt darau_f hingewiesen baden, daß dri den Beraibungrn im Februar d. J. kein Men1ch _tm Adgeordnetcnbause und außerhalb deffelden die in der Resolution gefordc-rte höhere Besteuerung _des „Kapitalvermögens“ anders verstanden habe und nacb die1em Worte und dem ganzen Gang der Drdatre anders hade verstehen können, als vo." einst höheren Besteuerung des bLWeglichen Vermögens , 1! beginnt auch die ,Prov.-Corr.' in dem Artikel mit der El- innerung an diese _ jetzt von Niemand mehr bestritiene _ voli- itändige Ueb:reinstimmung im Abgeordnetrnhcxuse. Sie Hedi v_ok Aüem hrrvor, daß Herr von Bennigsen ;_die uberraschende Ueberem; stimmung der Meinungen über die Verbxiierung der" Personalsteuern konstatirt habe, und daß auch die AuFdrucke der oppositionellen Ak“ geordneten, z. B. des Ab . Hänel durchaus keinen Zweifel _lieszen, daß es sich nur um die Erhößung der Besteuerung des beivegltcbsn Ver- mögens, im Gegeniaße zu dem schon _von einer Ertragssteuer ae“ rcoffenen Grundbesiße und Gewerbebetrixde, gehandelt habe. Das halbamtliwc Biaxt hätte now zufuen _können, das; damals ein großer Theil der liberalen Preffe, nsbewndere _aucb die_fo_rt- ichrittliche, geradezu übermütdig jubelte, daß nun endlich der richtige Weg der Steuerreform getroffen worden sei. Die Regierung u_nd die ihr nahestehenden Kreise hätten bisher immer nur von indirekte" Steuern geschwärmt, die doch vorzugßweise den kleinen Mann drück-
die teuern auf die Schultern zu__legen, Weiche sie am besten trage" könnten, und dabei wurde mit Eifer auf die Seldstaufovferung W Liberalismus hingewiesen, deiim Kapitalbesißer freudig zu den Opfern bereit seien, die das Vaterland von tbnen fordere. _ „ Nur wenige Blätter, z. B. die .Nat.-Ztg.', schlossen von 8121er Verherrlichung des Liberalismus sich aus; aber auch das genannt? Blatt bestritt nicht im Mindesten, daß das Abgeordnetenhaus dcimalO die höhere Besteuerung 5105 des bxweglichen Vermögens fordert“- sondern es bestritt nur, das: es in die1er Forderung Recht bgbe; iiber den Sinn der Forderung des Abgeordnetenhaufes bestaxid, wre esaßk- absolut kein Zweifrl, auf keiner Seite, und der vor einigen vfb?"- Übrigens auch nur von vereinzelten liberaxenBlätterwgemackote Versuch- aurd diesen sonnenklaren Punkt nachtraglick) noch in Verwirrung ZU
bringen, ist längst auch von die'ser aufgegeben worden.
haben vielmehr Blätter, wie der „Hannov. Cour.“-
libérale
teméelzt, durch das Abgeordnetenhaus, sei endlich der Weg beschritten, _
„„gdxücklicb Zeugmß abgelegt für jenen richtigen Sinn der Re'olution
Abgeordnetxnbaixses, und dix paar Anfangs abwrickyenden Blätter, *I, „Nat.-Ztg. , .Koln.Ztg. u. 1. w. haben sicblängst auf den Standpunkt zm"“kgezogen, zu sagrxi, wenn_denn_ auch das Abgeordnetenhaus unter
„stimmung der Remekung eine hohere Besteuerung blos des beweg-
lichen Vermögens beschloffexidabe, so stehe ja doch nichts im Wege, sondern sel sogar Pfilkbt- Ylkien_Beschluß noch einmal einer Prüfung zu unterwerfen, und _falls uberwieaend_e_Gtünde gegen ihn sprächen, ihn zu korrigiren. Das ts_t nur_i obprZwMel ganz richtig; aber die Anwen- dung dieses Satze? wurde m_ diciem Falle voraussetzen, daß eine seit Jahren eifrig diskunrte, in der letzten Sesfwn des Abgeordneten- hauses von Novemder bis Februar_k__as Abgeordnetenhaus beschäfti- génxe "Nd sogar in _etner Kommisan reiflich vorberatbene Frage rennock) 1_n_ einem i_mreifen, gedankenloscn, haliloscn Beschluffe erledigt worked 1er, obgleich dc-_ch die Bedeutung und Tragweite der Frage gar nicht so schwer zu er1ek7en war._ Wir werden deshalb ruhig ad- warten, ob_ e_s Abgeordnete geben wird, die ihrer eigenen parlamenta- rischen Thatigkeit ein 1olckes_ Zcugmß ausstellen zu müssen oder auch nur zu_durf_en glauben. Wir sind unbesorgt, daß Centrum, Polcn und die beiden konservatwrn Parteien nicht in diese Lage kommen werden. . . _. _ _ _ _
- Die „_Schlesiyche Zeitung“ scyreibt:
ch? Nachricht v_on einer Befferung in der wirtbschafilichen Lage der Bedolkerung dJé's, welchen e_tnzelnexi Ort fie auch betreffe, auf freundliches Zitiereße rechnen. _er regiiiriren daher aus einer „Aus dem oberen Weistrißtbale' daitrten Correspondenz des „Schiveidniyer
Tagebiaik die eldung_, daß in der bezeichneten Gegend, also in den kesonders mdustrtereicben Theilen des Scbwéid- nißer und Waldenburger , vielleitbt auch des Neurodcr
Kreises die_wirtbjchafiliche_Lage der Bevölkerung sicb in neuester eit als __ei_ne erfreulich gunstige darsteiie. Die Fabriken seien so voll _desibaitrgt, daß der arbeitendrn Bevölkerung sogar ein höherer Verdienst ermöglicht werdr,_ ein Faktum, welches seinen Einftuß u, 21. auch _an _das WeibngÖtheschäst grltend gemackot habe. Die]c_§_Geschait sei nach Au51age drr Heirrffenden GefchäfiSleute in dir1em Jahr em besseres gewesen als in_dcn Jahren vorher. -- Jn e_iner Correspondenz _der „Vos1ischen Zeitung“ aus Schl€3w1g-Holst_em, welche sich in ihrem weiteren Verlaufe abwrhrcnd gegen die Schußzdlie ausspricht, heißt es in der Einleitung: _ Das diesjährige Weihnachtsfest Hat die Provinz in rccht bc- iriedigenden_ Wirthschaftlicden Verhältnissen vorgefunden. Der außerordsnilicb milie Winter hat noch nicht einen Augen- ßlick Schiffahrt _und Verkehr gehemmt. Die größeren Hafen- rlatZe bieten _cm belebtes Bild; auf den sechs Schiffs- werii_e_n der Provmz Werden rden so viel Tausend Arbeiter beschäftigt imd sur den landwirfbicixastiickpen Betrieb ist die Witterung wie ge- icbaffen. So fehlt _es Wenigsirns an Arbeit nicht und irox des S_chdtxzolieéz find einige i:;r nothwendirisien Lebensbedürfniffe iliig. FrengrarFr flagc'n deshalb, daß die gute Ernte sich nicht geniigend zu„ ma 6.
“„.-«_..
Amtsblatt des Reichs-Postamts. Nr. 68. _ Inhalt: Veriüszungens Vom 22. Dezember 1883. Sckylus; der Posidampf- icbiffadrten auf der Linie Siefiin-Kowenbagen. _ Vom 22. Drzember 1883. Eröffnung der Eisenbahnstrecke Doberan-Wismar.
Armee-Verordnungs- Blatt. Nr. 26. _ Inhalt: Beurlaubung der Militäranwärter zur Vorbildung in der Justiz- verwaitung. _ Aenderungen im Ererzier-Reglement für die Infan- icrie. _ Beschaffung von Uhren und Thermometern für Militär- wacben. _ Beförderung von Arrestaten-Transporten. _ Abänderung der Landivehrbezirks-Einjhrilung im Bereiche des 171. Armec-Corps. _ OrdenSvorschläge für Zablmeister. _ Außgabe einer neu aufge- steilten Beilage 1] zum Friedens-Bekleidungs-Reglement. _ Gc- währung von Brucdbändern an inakiivc Mannschaften. _ Marsch- wrpflegungß-Vergütung für 1884. _ Dislokation der 3. und 4. ELea- dron Brandenburgiscden Husaren-Regimenis (Zietenscbe Husaren) Nr. 3. _ Eröffnung einer neuen Eisenbahn. _ Militär-WittWen- Kaisenangelearnheii. _ Kilometerzeiger zur Berechnung der UUJZUAE' kosten. _ Eröffnung einer neuen Eisenbahn. _ Normprei1e für Brot und Fourage und Vergütungspreis für den aus preußischen Magazinen an Kadettenanstalic-i vcrabreickyten Roggen pro 1. Semester 1884. _ Cxiraordinäre VerpflegungSzusckyüffe Pro 1. anrtal 1884. _ Abänderung des Rrgulativs für Elsaß-Lsihrinaen uber Ausbil- dung, Prüfung und AnsteÜung für die unteren Stellen des Forst- dienstes vom 15. Februar 1879. _
Justiz-Ministerial-Blatt. Nr.48. _ Inhalt: Allgemeine Verfügung vom 21. Dezembcr 1883, betreffend die Absonderuna und den Verkauf von unbrauchbaren Akten der Justizbehördrn. _ Allge- xueine Verfügung vom 22. Dezember 1883, beirrffend die Vornahme freiwiliiger Mobiliarvrrsteigerungen durcb GertrthVOUzieher. _ All- gemrine Verfügung vom 24. Dezember 1883, betreffend Zusammen- 1ieilungen von Zwangsversteigerungcn.
Statistische Nachrickzten.
_Gemäß den Veröffentlichungen des Kaiierlichen _(Hesund- brttSamts sind in der 51. Jahreswoche von je 1000 Eiriwohnern auf den Jahresdurcbicbnitt berechnet als ;; estdrb en gemeldet: in Berlin 29,9, in Breslau 28,2, iU Königsberg 38,0, m Cöln 24,5, in Frankfuri & M. 17,8, in HanUOVer 18,2, in Casiel15,8, _m Magdeburg _, in Stettin 20,1, in Altona 24,5, in Straßburg 25,4, m Meß 16,0, in München 28,2, in Nürnberg 26,2, in Augsburg 25,4, 11) Dres- den 26,5, in Leipzig 23,4, in Stuttgart 22,3, in Braunschweig 28,7, in Hamburg 21,8, in KarlNuhe 12,0, in Lübrck _, in Wien 24,1, in Budapest 20,8, in Prag 39,2, in Triest _, in Krakau _, in Basel 27,8, in Brüssel 24,4, in Paris 24,7, in Amsterdam 30,9, _in London ", in GlaSJow _, in Liverpo_ol _ , in DUN"! _ i_n Edinburg 16,5, in Kopenhagen 20,2, in Stockholm _, in Chr:- skiania 22,2, in St. Peiersßur 29,6, 111 Warschau _25,3, in Odessa 38,1, in Bukarest 29,4, in 5 om 27,1, m_Turm _, in Madrid “53,0, in Alexandrien 36,8. _ Ferner in der Zeit vom 25. Novemdrr bis 1. Dezember: in New - York _, in Philadelphia _,_ in St- Louis _, in Chicago _, in Cincinnati _, in San Franzisko 42,0, in Kalkutta _, in Bombay _, in Madras _. _
Beim Beginn der Berichtßrvocbr herrschten an __den deut1che_n Beobachtungwrten Westliche und südivestliche _Luftstromungen, die aber an den meisten Stationen am 17., in Munchen am 18._ nach Nord und Nordirest, in Cöln und Karlörube bis nach Nordost gmcren. Am 19. ging der Wind an (111811 Stationen _nack) West und Sud- wesi zuriick und blieb bis zu Ende der Woche, in Kom am 20._mit nochmaligem vorübergehendem Wechsel nach NordWet, aus _dieser Richtung wrbend. ie Temperatur der Luft [ag a_n allen Stattdnen, namentlich zu Ende der Woche, über dem vieljabrigen Mopatßmrttel. ijchie Nachtfröste waren um die Mitte der Woche nicbt selten. Ntrderschlä e, zum Theil Sckznec, erfolgten baufi und vielfach recht ergiebi . er beim Wochenbeginn niedrige Dru der Luft nahm in den ercsxten Tagen der Woche zu, am 19. sank jedoch das _Varonieter, behauptete dann jedoch unter mäßigen Schwankungen seinen einge- Wmmenen Standpunkt bis zu Ende der Woche. _ _ _
„ In den meisten größeren Städten Europas blieb die Sterblich- keit in der Berichtßwoche eine günstige und Wurde besonders in den Wischen Städten eine grringerc. Die aligemeine Stcrbltcbkeitßver- bältnißzahl für die deutschen Städte sank auf 23,0 von _24,3 der vorangegangenen Woche pro Mille und Jahr gerechnet. Die Theil- nahme des Säuglingézaliers an der Sterblichkeit war im Allge- meinen eine aeringere, in Berlin und Munchen eine etwas_ gesteicerte. Von 10 000 Lebenden starben aufs Jahr berechnet 68_ Kinder unter ] Jabra, in Berlin 63, in München 1()0.__ Auch die Sterblichkeit der höheren Alterßklaffe (übcr 60 I.) war eine verminderte.
Unter den Todesursachen _ haben Maiern, _Sck)arlach, Dipbtcrie nnd Ruhr weniger, Croup, K'eiichhustcn, typho1e nnd Fitndbctifieber
mebr Todesfälle veranlaßt. _ Masern zeigten vielfach einen Nachlaß der Todesfälie, wie in Breslau, Münckren, Chem- 71115. Apolda, Leipzig, Hamburg, OSnabruuck, Berlin, Wien,?lmsterram; ln _Effen herrschen Masern in iekr großxr Auxdebnung, in Paris und Ekixikurg nahm die Zahl der Todesfalle zu. Das Scharlacbfieber verlief in Königsberg, Dresden, Berlin milder, in Danzig, Eriurt, Hannoder, Remscheid wurde die Zahl der Todesfälie größer. Auch die Diphtherie zeigt eine Abnahme der Sterblichkeit, wiewohl die Zahl der Opfer noch immer in einer größeren Zahl von Siädten einc der_eutende ist, so namentlich in Berlin, Königsberxi, Greifswald, Pkunchen, Nurnbera, Dresden, Breslau, Cbkmniy, Altenburg, Leivzia, Hane, Hamburg, Crefeld, Y_msterdam,Paris, Warschau, Odessa. Auch in Stqttgart, Stettin, Jn'terburg, Plauen, Reickkenback) i. Sachs, Brgunichwcig, Mülheim a. RH. 11. a, O. forderteDivlktbcrie mehrfach Opfer. _ Tdvböse Fieber wurden etwas häufiger, besonders in Stettin und Posen, Todesveranlaffuna. Aus Breslau kam je 1 Todesfall an Ruckfqllésrebsr und an Flcckmpbus zur Mittheilung. Auch aus Madrid, Valencia, Malaga, Murcia wurden einzelne Todeéfälle an
Fleckitxrhus gemeldet. _ Der Keuchhusten führte in Berlin, Frankfurt a. M. und Kopenhagen in größerer Zahl zum Tode, in Leipzig Hamburg, Mülheim a. Rb. nahm die
Zahl der durck) Keuchhusixn hervorgerufensn Todesfäür ab. _ Darm- _atarrbe und Breckodurcbfalle der Kinder zeigten keine Wesentliche VIL- anderung in ihrem Vorkommen. _ Todesfälie an Ruhr kamen aus de_ui1cken Siädten nur ], an Kindbettfiekec 31 zur Anzeigs. Pocken zeigten sich etwas seltener. Aus deutschen Städten kam nur 1 “Todes- fall aus Danzig zur Mitibcsilung. Auch aus Budapest, Warschau, Rom, Valencia kam je 1, aus Wien und Paris jr 2, aus St.Peters- burg, Murcia, New-Orleans, Madrid mehrfache, aus Malaga 31, aus Pran 42 Todesfälle an Pocken zur Anzeige. Der Cholera cr- Zagen tn Alexandrien in der Zeit vom 9. bis 15. Dezember 4 Per- onen.
__ _Summarisckerebcrficht über die Zahl der Siudircnden auf der Kontgltchen Uniwersität zu Breslau im Winterscmcstcr 1883/84. Im Sommersemester 1883 warsn immatrikulirt 1559, davon sind abgexrangen 365, es find demnach gebliekcn 1194. In diesem Semester smd binzuxxekommcn 285. Die Gesammizadl der immatrikulirten Studirrndexi betragt dabcr 1479. _Die cvangcliscb = theologische Fakulicrt zahlt Preußen 132, Nichtpreußen 3, zusammen 135. Die katholiicb-theologiicdr Fakixltät zählt Preußen 144, Jiicdtpreußen _, zusammen 144. Die juriytisclye Fakultat _zädii Preußen 226, Nicht- Yrcußeir 5, zusammen 231. Die mediziniickxr Fakultat zählt Preußen 382,N1cktpreußen 8,_ zusammen 390. Die rhisosopbiscbe Fakultät zahlt:_a. Preußerr rnit dem Zeugjiß dcr Reije 434, d. Preußen obne Zerigmß der Reife, nacb §. 3 drr Vorschriften 36. vom 1. Oktober 1879, 122, 0._N1chtpreußen 23, zusammen 579. Im Ganzen 1479. Außer diesen tmmgtrikulirien Studircnden der hiesigen Universität haben _dikaliiUdiiiß zum Besuch der Vorlewngen erhalten: nicht i_mmiiirtkulirte Zuhörer (Beamte, Aerzte, Lehrer :c.) 110. Es nehmen “folglich an den Vorlesungen Theil 1589.
Kauft, Wiffeusthafi und Literatur.
_Der Regierungs-Ratk) im Königlich württcmbrraiicben Mini- sterium _des Innern, sicllrertreiende Bundrßratds-BrvoUmäÖtigtc K. _Schrcker bat die Gewerbe-Ordnung fiir das Deutsche RS_icH m'dst dcn AUsfübrnngWrschriftcn des Reichs in einem Wkrke erlautert, welches rms aegenwärrig vorliegt (Verlag von W. Kohl- bammrr, Stuttgart, Preis 5 „M). Dem Werk;: ist der Teri der Gewerbc-Ordnung in dcr auf Grund dcs Geseixes vom 1. Juli 1883 Veröffrntlicbten Faffung zu Grunde gelegt. Der Verfasser hat den- srlbexi durch Anmerkungen erläutcrt, in Welchen die Gesetzesmaterialien, dir einschlagexidcn Bestimmungen des Reich5rcchts sowie diejenigen drs Wuriiemdergwckpexi Lankekrcchts, die Literatur und die Entscheidungen der höchstewGrrichtshöfe eingehend berücksichtigt Worden sind; auch auf die wiidttgstrn Auéfübrungsbestimmungen der übrigrn Bundes- staaien is_t an_ zahlreichen Stellen verwiesrn. Dem Kommentar ichlxeßr sich eme ZuiammexsteUuna der reichSrechUichen Vollzugs- Wrichrtften ziir Geiverbeordnung an; in einem Anhang ist die unter dem 14. Aprtl_1875_er1affene iecbnische Anleitung zur Wahrnehmung der den Prrußi1chcn KreiÖausschiiffen durcb §. 35 7. Nr. 1 der preu- ßt]chen Kreisordnung vom 13. Dkzrmber 1872 hinsichtlich der Gene!)- mrguzig gewerblicher 2111157 en Übertragenen Zuständigkeiten abgedruckt, da dreielbe nch dcr Ansrwt des Verfassers "ür die in (111211 dcutscben Stacrién zustandigen Behördcn ron Znterr 2 sein wird. Ein aus- fuhrliches Sachregister erleich)tert die Uebersicht iiber den Inhalt drs Werkcs, Welxbcs den detdriligten Behörden und Beamtin ein wiil- kommenrs Hulfémrttel für dic Anwendung der Bcstimnmngcri rer ererdeordnung bieten wird.
_ _ Wicyer Kunstbriefe von M. Tbausing, mir" einkm Tiieldtldntssc und einem Erklärenden Holzschnitrr am Schlusse. Leiyzig, C. A. Seemann, 1884. 80, S. 397. Krk. Preis 6 „46. Der Direktor der Kupfersticbsaxnmlung Albertina und Pro- fxffor drr Krinsigescbichte an der Universität zu Wien Tdausing, kiirzlich m Weiteren _Kunstkrrisen bekannt geworden durch eine gründ- liche, gediegene, verstandnifzvolle Biographie von Albrecht Dürer (2. Auf- lage 1884),_veröffen1licht in dem genannten Buche eine Sammlung Von 28_Auf1äi'en kunsthistorischen und kritischen Inhalts. Von den seither in dcr chicdenen Zeitungen und Zeit1chriften erschienenen Ab- handlungen _sind nur folche angewäblt, welche durch Inhalt und Form auf langere Dauer und weitere Verbreitung, als ibncn bisher zu Theil geworden, Anspruch erhaben dürfen. Die kleinen Schriften bxbandeln folgende Gegenstände: Jn_der ersten Abhandlung wird die Steüung der Kunstgeschichte als Wissenschaft geisidoli auseinander geseßt, deren Aufgabe dahin normirt ist, die Sprache richtig lesen und verstehen zu lernen, welche die Monumente in sichjbarcn Formen zu uns sprechen. Die nachfolgende Jugenderinncrung ist in liebivollen Worten drm Andenken und der Dankbarkeit grgen ein seltenes Drcsdener BürJerkind, Clara Heine, gewidmet, unter deren Leitung „der acht- zehnjadrige Bur1che' zuerst die Sprache der alten Meister in der Dresdener Galerie verstehen lernte. Die beiden folgenden Aufsätze Deutschland und der gotbiscbe Styl, die deutsche Kunstrcform des scchzebnten Jahrhunderts sprechen einentlxils den Gedanken aus, daß die Wiege der_Gotbik das Kronland von Frankreich ist, das Doma- nium seiner Könige die Jéle de France und das; die Gothik ein ausschließlich kirchlicher Styl ist, denn sie ist auf Zwecke des Kultus lediglich angewiesen, wenn sie ihren strengen struktiven Prinzipien nicbt untreu Werden wiU. DieGrundlagen der Kunstreform dcs sechszebnten Jahrhunderts kann die Kunst nie mehr Verlassen. Die rage, ob Dürers Vater ein Magyare war, hat dcr Vcrfaffcr auf rundlacic neuerer Forschungen in dcr fünftrn Abhandlung bejaht. Der deutsche Name Dürer ist kein ursprünglich fester chescn, hat sich vielmehr, anfangs schwankend, aklmählicb in der Familie festgesetzt. Dürers Vorfahren, deren Name im magyarischen Ajtös gelautet, Hergeleitct von Wie), die Thüre, sind Mitglieder jenes freien Kleinadels gewe- sen, der, oft nur mit geringem Landbesitz angcstattet, vom Ackerbau lebte. Dürcrs Steilung zur Reformation ist nach den Bele en der sechsten Abhandlung keine andere, als die bisher übliche Ans auunc; geWesen, somit der neuerdings versuchten abweichenden Ansicht rut- egengetreten. Dem Andenken dcs unerschöpflich gründlichen Lokal- orschers, dcm Archivar der Stadt Nurnberg, welcher die mo- derne Herrschaft des Königreichs Bayern uber Nürnberg als eborener Reichsstädter im Herzen eige'ntlicb niemals anerkannt at, dem Rektor 1)r. Lochner sind sehr [le_bevolle Blätter gewidmet. VonLinoardo da Vinci handeln drei Aufsave; in ihm war der univer- sale Mensch, den sich die Renaissance seit einem Jahrhundert getraumt batte, Fleisch und Blut geworden, _ mn_n darf ibxi einen in Italien geborenen alten Helenen nenncn. „Aus eigener Anjcbauung kann das Urtbeil bestätigt werden, daß, 'e langer man vor Lionardo's Abend- mabl im Refektorium von anta Maria _dclle Grazie zu Mai- land steht und das Bild anfwaut, desto deutlicher die Gesialtxn aus der Fläche heraustreten. Es ist, als schwebten die Seelen, die ihnen Lionardo eingebaucbt hat, noch dinicr dcr schadhaften Wand- fläcbe, als könnte man sie durch bebarrltibe Betrachtung herauf- bcscbwören und ihre Charaktere ncu aufleben nmeben. In dem Auf-
sai; uber S_croma wird dieser mit zu jenem Kreise von Malern gerechnet, m welcbkrn der Genius und das Beispiel Lionarro's krn [Glanz der lombarkiicben Schule begründet bat. Drei AufsäiZe b:- faffen fich Mit Rafael und Michel Argclo. Dem Michel Angelo
die_ Urbeberfcha_f_t drs Werkes _ “rer Mikonna von Brügge ahyrrechen , bxißt nicbt _blrs em Blatt aus ieinem Lorbeer reißen, es heißt auch 8152? durch kein andrxes Werk vcrtre-
tene Eigensäéast fcixies jugendlichen Genius iznrriren. Dagrgen stammt_nach Tbau1ing (S. 298) dis sogenannt? Fornarina nicbt vpn Rssael. Unter den übrigen Auffäßen isi noch auf den übst Katharina Cornaro und Lucrezia Borgia sowie auf die bciliJe Kalba- t_1na vori Alerarxdrien aufmerksam gemacht. Die rein sachliche Aus- eirxarikerießung1am1ntlicherAufsätZe wird jeden chand drr Kunst- aeicbtckxte druck; eit): verständige uni: gcistvolle Tarichung feff.[n. VieUc'icbt hattcn dic öfter erwähnter“. r*:ririnlickxcn Erlrbniffr und Empfindungen als wcnigrr zur Sache gsdörrnd foribleidcn können. Wesbdlb die Nationalgalerie das crbabrnste und ZUJlLiÖ nur.!) sclkst da_S__1acherlichste Gebäude Berlins, S. 360, genannt wird, ist nicht zu er e en.
_ _ Dir Schle1ischc Gesellschaft für vaterlänrisrbc Kultur in BreLlau hat ihren 60. Jahresbericht auxgcgckrn (Brrslau, Verlag von G. P. Aderlwlz' Buckandlung). Dericlbr enthalx dcn Gencraldericht 11681“ die Arbeiten und Vrrändrrimgcn dsr (_Be]ell1_cbait_m_1 Jahre 1882, und zwar an drr Srixje dcn Beriwt _uber die Wirk]amksit u_nd dic Verhältniß": drr GcsciiscD-"it, crftaikct in dcr allgcmemswVchmmlun-xi am 21,1.Dezember 1882 vom Tragik- amrali rom Ucrdirrtz, zciiigem Genrraisrkrctär. Das neue Präsidirrm batte fich darnach Zim 5. Januar 1882 konsiiiuirt und die Hcrren GTL)“ Med.-Ratb Prox. 1)r. Göprcrt zum Vorsitzenden, Geb. Res-Natb Yurgermetster a. D. Or._ BMUÖ Kum st-cilreiiretrnden Vorfivendcn, S_taaisanwalt_ v. Uecbtrix» zum crstsn (Histicraisekcstär, (aninasial- Direktor Pro's. 1)r_. HML zum ziriiirn Gencralsrkrciär und Skadi- ratk) Buidw zum Ka_1ieniu_l3rer crrrädlt. Am 21. Juni siard jcdrch der mehrjakyrigr, _nm die GeWUiÖufi wwbl vrrdiente Viie-Präies Gk)- Raib Bartsch, iodas; einc Nruwadl erforrsriicb wnrde, w-Jlrbe, am 31. Okiobcrvdrgzenommen, auf deri Ged. M:d.-Ratb Prof. Dr. Bicrmec fic_l_. Dt: Géfeüichqit zählte nacb dem Bcricbr 345 wirkli-be einheimische Mitglieder, 80 Wirkliche auswärtige Pkisziicdkr, 42 Ehrenmitglieder und 119 korre'pondirxnde Mitgliedrr. Dir Sektion für Obst- und Gartenkgu bc_st€i)t iür sich aus 365 Mitglirdrrn; fic'erfreut sicb u_ntcr Leirung ihres langjäkyrigen Sekretärs, drr; Stadtratds Müilcr, eincr gkdeibltchrn Entwickelung; aucb für das Jadr1882 war ihr vom Prdvmztal-Lnnxiage eine Unterstützung von 1650 «16 gewährt irordeix. __ _Allgrmrme Versammlungen, außer der CKenrr-nlvcrsamm- lung, _1mr_ niwt abschalten worden, und die si,“.rntlicbe Tdätigkcit der Gricßxchait kqxizcnirirfe sick) daher wir in friihersii Jadrcn in dcn Ardritrii der e_tnzrlnen S.kiioncn. CF- iind dcreii 8, 715111011) dic m_rdtzixn1che,_die Scktim für öffentliche (GcsrindbciiMlc-„ic, dic natiir- w_iffer11cha_itlrch_c_, ch _boianiscdc, die ?n101jiolOJisÖL, die acogravkische, die Sektion fUr 2,1611- nnd Garrcndxm imd dic historische Sektio". Ueber dir Verbandlungen dieser dach dir Srktionssekrctäreeinzeln Brricdt erstattet. _ NZerm Kasenabsrdluß für 1881 betrug das Geiammircr- mo_gen der Gc1ellicraft am Scdlus; dicscs Jahres 39000316 111 Effekten und 2652 „ck baar. __ Auszcr drm umiänglichrn Sektionsbrriwtkn enthält er Band noch die Berichte des Konservators dcr naturbistoriscben Sammiungcn und Berichte iiker den Zugang zu den Biblioikyckcn der Gc1xllichait. Am Sibiuß sind den rrriiorbrnen Mitglirdcrn und Chrrmmtaltedrrn Nekrologc gewidmet,
__ Die Buchdruckrrei, Liikwgr. Anstalt und Stcindruckerci von Geerdcr (Grunert, Junkcrstr. 16, dat wie früHcr zum Bkginn des neurn Jahres ihrrn Kunden und Gescdäftsfrcunden einen vermit- t€l_st des Buchdrucks Hergestelltcii mehrfarbigen Kalender grwidmet. D_tc Ausfuhrung_ dcffelbrn bekundet wiederum den Geschmack der Firma und legt Zeugnis; ab von ihrem Bestreben, die Lcistimgcn dcr Typographie nach jeder Richiung bin zu vrcvoiikommncn. Dic Haupteiniaffurg bildet eine breite Goldbdrdure mit auflicgcnder, mrbrfardiger, vorzüglich gezeichnrier Renaissancc-Cinfdffunß, wie über- haupt die ganze Zusammensteiiung im Styl der modernen Renais- sance_a§halten ist. Dir Farbcnwabl ist geschmackvoll, der Druck srbr sorgfaltig bcrgcstellf, wdaf; dsr künstlerisch ausgeführte Kalender jedem Comptoir und Zimmer znr Zierdc dienrn wird.
_ Aucb die Buchdruckerei und Steindruckcrci von H. S, Her- nzann, Bcr_lit18117., Bcuibstraßc 8, Hat eincn Wandkalendcr fizr 1884 in_ iauberer AuSstatiung bergcsieUt, der die Leistunasfäbiakeit iie_ser Offizin beirrist. (Fr iii nach einer Zricbnung des Hrn. Emil delcr jan; reich mit Fiaurcn in Golddruck grziert, in dcr Umrah- muna _m sims Farben pdoioiithograwbisck) gedruckt und enthält cm dcn Runder" Notizen über Post- und Telegrapbcngebühren, Münzen und Maße, Banken, Mrffen und Märkir.
_ Ji: Nr. 4 der diesjährigen „Mittheilungen von F. A. Broxkbaus in Leipzig,“, in welchen die genannte Firma drm Publi- kum uber die neuen Unternehmungcn ihres Verlags sowie über Er- 1cheinungcn dcr deutschen und ausländischen Literatur, welche durch ihr Sortiment und Antiquarium zu bczicbrn, Bericht rrstattct, Werden aus dem neuesten Verla,] dcr erwäbriien Buchhandlung 33 Wrrkc verschiedenen Inhalts mit kurzen Besprechungen oder Inhalts- anqahen aufgeführt, darunter mehrere Dichtungen, tncHrcre Nciscwcrke, Schliemqnns ,Troja“, Martins Naturgrschichte dcr Thiere, des neuen Pitawail Bd. 18, Landsbersx's Lehre vom Eiacntbum, mehrere Schriften über verschiedene Sprachen, wie die deutsche, italienische und englische; Historisches Taschenbuck), brsa. don Maurcnbrcebcr, C. F. 3. Jahra-; Erscb's und Gruder's AUg. Encyklopädic der Wisen- schaftcn und Künste, Tbl. 31; Brockhaus KonservationsLexikon in 13. Aufl., von der d, 6. Bd. (Elektrizität_Forckcnbkck) miTZKartcn, 25 Tafeln und 165 Abbildungen im Text; d,18.Drittclband (6. Bd., Bogen 41_60, Feilenbaumiiscvinc _Forckcnbcck) mii 3 Karte'n und 9Tafeln und 19.Drittclband (7. Bd., Boa. ]_20, Ford _ Friedrich 17.) mit 1 Karte und 5 Tafeln vorliegen. Außerdem verzsickoticn die Mit- thrilungen verschiedene Korntiiissimisariikel, sowie 4 ncuc Kataloge von Brockhaus' Sortiment und Antiquarium, eiidlick) 17 neue Erschcinunc1en der franzöfisrbcn und 1 Werk der cngliskbrn Literatur. Den Schluß der Mittheilnnacn biidcn ausführliche Besprechungen iibcr die Natur- geschichte von Martens, das Brockhausschr Konversaiions-chikon und über Schlicmmms nech Wrrk „Troja'.
GeWerbe und Handel.
In der (Hencral-Vcrsammlung dcr Casseler Straßrnbabn-- Gesellschaft Wurde der Jahresbericht und die Bilanz articbmigt und die Dividende auf 51% = 26,25 .“ der_Aktie festgcscßt; die Aus; zahlung erfolgt von heute ab. Die Ab1chrcibung.*11 betrauen auf Jmmobilicn-Conw 1250-16, Maickoixicn- und Wagcm-Cdnw 10000 „15, Utenfilien-Conto 1000 .“», Baimkörpcr-Conw 5000 .“: Dic Divi- drnde beträgt 44625 .46. _ Der Antrag, das Akticn-Knpital auf die Hälfte zu reditzircn und an Stelle der einzuziebcndcn 425 000 „44 den entsprechenden Betrag in 59/0Odliga1ioncn anßzugebcn, wurde gleich- alls aencdmigt,
Nürnber11,29.Dczcmder.(HopfcnmarktbericbtvonLcoVold Held,) Jm ruhigen Verkehr abcr bci äußcrst fester Tcndenz Wurden gestern und Heute je ca. 300 Ballen am Hopfcnmarkte umacscßt. Praisc waren jbcilweise etwas Höher als Donncrsiag. Da die Eigner auf den Produktionspläycn ihre Fordcrnngen täglich steigern, ist die Zufuhr eine fortgcsrvt unbcdcntcndc und die quantitative und quali- tative Reduktion der ohnedies bereits schr znsmnmengcsibmolzcncn Lagerbestäxdc dcs Marktes schreitet daher rasch vorwärts. Auch in den Pflanzungödistrikten ist übrigens dcr Vorrat!) nur noch ein geringer, Die gezahlten Preise sind die folgcndcn: Württem- berger prima 175_185 „zz, mittcl 165-170 „46, HaUertaucr prima 175_180 „,“-, mittel 155-165 „45, Polen prima 175_182 „FC, mittel 15.*_165 “M, (Elsässer prima 155_160 „sé, mittcl 150_155 „44, YehirJßbopfcn 160-170 «14, Marktwaarc 150_16() „FC, Aiscbxiriiudcr
5_ 65 „44
Teplitz, 29. Dczrmbcr. (W. “T“. B1 Die (äicnrmlvcrsammlimg der Dur-Bodcndacbcr Balm bat sämmtlici'c Anträxc der Ver- Waltung mit 1141 acxicn 99 Stimmcn (icnclnnixit 111“. ? eiyc [ratte
vorher gcgen dieselben Protest cingclcxii. Ain Schlitiic dcr Vcrsxmm-