Privatdozent Dr. Quante: Landwirtschaftlicbe Kosten- und ErtragSanschläge 1siündig. Abscbäßungslebre von Landgütern und Grundstücken, 2itündjg.
Außerdem “finden landwirtschaftliche, forstwirtscbaftlichkx, kultur- technische2c. Exkursionen in die nahere Umgebun? sowie in die benach- barten Provinzen und in das Ausland (Be gien, Holland, Eng- land) statt.
Die Aufnahmen neu eintretender Studierender be- innen am Sonnabend, den 15. Oktober, und finden bis einschließlich reitag, den 4. November 1904, statt. Später eintreffende Studierende
haben die Genehmigung zur nachträglichen Immatrikulation bei der Unidersität unter Angabe der Gründx der Verspäteten Meldung, schriftlich bei dem Kurator der Uniderfitat nachzusucben.
Die Voriesungcn für Landwirie und Kulturtechniker beginnen am Montag, den “24. Oktober, für Geodäten am Mon- tag, den 31. Oktober 1904. _ _ _
An der Akademie werdcn wwobl Landwirte wre Kultur- techniker und Gsodäten (Landmeffxkr) ausgebildet. Die Land- wirte k'ommn nach zwsijäbrigem Studmm xine Abgangsprüfung abiegen, WS1chL sie zu Lebrer- bezw. Direktqrftsllen an l_andwirtscbaft- lichen Winterschlcn und Ackerba111chnlen befähigt; die mrt Maturitäts- zeugnis berschnen Landwirte wdrdsn nach dreijäbrigern Studium zur Staatsprüfung für L€b__rcr der Landwirts_chaft an Landwirtsclmftsscbulcn zugclamsn. Außcrdém kann die „wissen- schaftliche Priifnng fÜr Tikrzuchtinspcktoren*_ abgrlcgiwsrden. - Für Landmesscr besteht an der Ol_kadcmic_ LME Kömgüclzg Land- msffLrVrüfungskommission. Die Prüfung für Landmsiicr iii für alis, dis sick) dicsctn Berus? widinCn wollen, obligatorisch_und kann nach zweijähriger" Siudium abgeicgt we'rden. - Mit der Prüfung für Landmcsikr ist dicjénige fiir Kulturtxcbniker dsrbnnddn; lcßtere kann aber (mcf) getrsmit Von dsr erstersii itaiifinden.
Die an der Akadcmic anfgsnommcnrn Sindiercndcn werden bei der Unidcrsiiät Bonn immatrikulisrt imd gcnicßcn alis Rechte don Unidersitätsstridcntcn. _ _
Nen kintrétende Stndierxnde babsn bc: dsr V?L[dnng z11r_ Ans- nabme außér den Nachwci1€n iibcr Scbnl- und Bcruisvbrbildung ein Sittcnzcngnis don dcr Polizeibsbördc ibrcs letzten _AuserxtbaiW- 0rt€s béizubrim 811, Yiindcrjälxrigk anßrrdsm 01118 Emwiiligungs- erklärung dés “iatLrs odsr dss V01'11111111*Ls._ KOMZ]1L11_ dlL Stu- disrcndsn nnmiitslbax VM (11121? andcrsn Hocbxcbaie, WI.“ das Ab- gangszsngnis don dicicr dorzulcgcn und ein bsiondcrss Sittsnzeugms nicht Erfordcriick). _ _ _ _ _
Ein Jntsrnat iit mit dsr Aiadsmw nicbt dcrbundcn. TW Aka- demiker wobxicn in LZdrivxitbäugsrn in BO1111_ odcr __Povvclsdorf. Wobnungen mit und 07118 Bskönigung, dM dcrxchicdümten Wümcben und Anforderimgcn cntsprscbknd, siiid in aiisrcicbc'nder Zabl vorbandcn.
Die Miet? für cin Zimmcr b€trägt nwnatiicb etwa 20 M, mit Bskbstigung 60 .46. Und dariibsr. Vkittagstiicb im Restaurant kostet 60 „3 und MSN- Dic 31011611 fiir dc'n gssamtsn Untkrbglt eines Studicrcndcn siLÜen fish bci miixlsrcn Ausdrücbkn etwa aus 100 bis 120 „47. mmidtiick), (1110 im Jabr (fiir 8 StUdicnmonatc“) auf rund 800 bis 1000 „44. (obnc Stxtdikxibdiwrar). _
Das Sindicnbdnorar bcträgt 120 „46. für jsdc's Haibjabr_und muß im Anfangk dss SMWstch Ontricbtöt wsrdcn. BCi nackygßwieisncr Bedürftigkeit und Würdigkcit kanu das .Hondrar 7 inncrbaib dsr zulässigM __Zabi VO]! Freiitcllcn _ ganz odcr tsilweiis zurückcrjtaitet werden. 9 ml) wcrden _an cinzcins, Mr_cb Mix“; und deiVLrbaltén fich auIzciclyncndc bsdiirxtigc Sriidisrsnds 18118115 dcs Yiiniikcriums (in der RCgCi mir .Hdiwrarfwibsit Verbandcné) Stipkndien gcxväbri.
Auf Aiiiragcn wrgcn Eintritt:? in die Akadcmiciu dcr Uiiter- zeicbneie gcrn bsrcii, jcdwedc gewünichts _näbcre Auskmxst zu Lrtkilen. rospcktc imd Stundenbläne dkricndét das Sckrriariat der kademie auf Ansuchen kostenfrei.
Von11-Popp61sdorf, im Juli 1901.
Der Direktor der Königlichen Landwirtstbaftlicben Akademie.
Dr. Freiherr von der Gols, _ _ Geheimer RegierungSrat und o. 5. Profeffor an der Unwerfitat Bonn.
Personalveräudernngea.
Königlick] Preußische Armee.
Offiziere, Fäbnriche 2c. Ernennungen, Beförde- rungen und Versséungsn. Jm aktiVLn Hsere. Dront- beim, an Bord :- Jacht .Hobenzoüern“, 23. Juli. Gr. 1). Soden, «Hauptm. und Komi“. Cbcf im 1. Sesbai, aus dsr Marine ausgyschieden und unter Eryennung ziim diensttusndkn Flügel- adjutanten Seiner Maj€stä1 des Kaiisrs und Königs in dsr Armee angestcüt. _
Moldk, an Bord S. M. Jacht ,HobünszOrn“, 1. Auguii. Frhr. V. Hammerstein-Lorten, Gen. der Im. 3. D., unter Be- laffung Fr 13 511116 des Könisin Au.;m'ia Gardegrkn. Regis. Nr. 4, von der Stsllung als CHC? dcr Landgvndarmcric Entbdben und zum GVUVSMLM VLS Jndalidenbaiiiss in Bkrlin, 1' Hknnigs, Gen. Li. und Jnsvekikur dsr 2. Kad. Zusi“, mit der geisßlichen Pknfion 511! MW. gw'tellt und glcicbzeitig zum Cbxf dsr Lardgcndarmsrie, - Lk- nannt. V. Trcsckow, Gen. Major uud Kommandeur dsr 7. Kad. Brig., mit Wabrnsbmung dcr (H(?Wbäfix d;»,s Juspkktsars dsr “.'. Kad, Info., Scbdttsn, Obcrsi und KommandsUr (“LZ 2. Nbéin. Hus. Regis. ".it. 9, mit dsr Führung dsr 7. KW. Brisq - beauftragt. Gr. v. Schiieiisn, Major im Gxnkraisiabe d-ZS FWU. Armkk- korps, ZUM Kommarideur NH 2. Rhein. (Hus. RsZts. Nr. 9 anarmt. Poblman, Major im Großcxi Gsndraiitabk, zur Vkrtrkmn; des erkranktxn Generaliiabsofiizikrs zum Gd;1d7rnk1nent Mainz kym- mandierr. d.Prd1Zen, Lr. im Man. Regt. dyn Kaßlkr (JSchles.) Nr. 2, in das Man. ngt. Graf Haeisikr (2. B::dendurz.) Nr. 11 berikßt.
Nackyweiiang dEr beim Sanitätskorps im Monat Juni 1904 eingetrelenen Veränderungkn. Durch Ver-
fügung des Griieraliiabsarztcs der Armes Mit Wabr- ;
nehmung offener Aifisienzarxtiisiien sind beaniragi wdrdkn:
4. Juni. Loebsi, Linjäbrig-ireiwiüiger Arzt beim 1. Kurbcff. Feldart. Regi. Nr. 11, untcr Vsrskßung zum 1. Oberclsäsi. Inf. Regt. Nr. 167, _ _
11. Jani. Dr. Pankow, ciniäbriZ-frkiwiUigkr Arzt [*Lim Kombinierten Jägerrcgi. zu Pferde, unter Vkriesdng zum Füs. Regi. don Steinmeß (WsstprEUß) Nr. 37, _ diese_Beidkn unter Ji€1ch- zritiger Ernennang zu Unterärzien des FrikdenMandes.
Kaiserliche Marine. Merdk, an Bord S. ZN. Jacht „Hohenonern', 27. Juli. v. Barsewiscb, Major, Kommandeur des _1.Seebats., zum Oberstlt. mit einem Patent Vom 20. Ju1i_d.I., Hedicke, Pachten, Its. Vom 3._Seebat., zu Oberlts. mit einem Patent dom“ gl-zuhen Tage, - bebrderi.
Abgereist:
Seine Exzeüenz der SiaaTSminister und Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten von Podbielski, nack) Schleswig-Holstein;
Seine Exzellen der Präsident des ReichSmilitärgerichts, General der Kaya erie von Masson), mii Urlaub nach Pommern.
'Jichtamtliches. Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 9. August.
Seine Majestät der Kaiser und König heute auf See den Vortrag der Chefs des Militär- Marinekabinetts entgegen.
die Kaiserin und Königin haben Ri dorf und der
agdeburg das ßen Bande Allergnädigft
Ihre Majestät _ _
der Frau OberstabSarzt Dr. Tiburtius zu
rau Johanna Brunner, geb. Led
rauen-Verdienstkreuz am wei zu vcrlei en geruht.
Der Präsident der Königlichen Eisenbahndircktion Berlin, Oberregierungsrat Kr a n old
Geheime * _ _ Dienstgeschäfie Wieder
Urlaub zurückgekehrt 'und bat die übernommen.
Der Präsident des Kaiserlichen Aufsichtsamis für Privat: versicherung Gruner ist vom Urlaub zurückgekehrt.
Laut Meldun des „W.T.B.“ sind S. M. J. „Hohen: amburg“ und S. M, Torpedo- ust von Bergen nach der Aal- «ee gegangen. _
4. August in Tsching-
Vorwärts“ ist an demselben kommen und geht am 10. d. M.
zollern“, S. . S. „H boot „Sleipner“ am 7. Au bäcker:Bucht (bei Skagen) in __
S. M. S. „Seeadler“ ist am wantau eingetro
ßkaiwnenboot „ am Yangtse ange
ck Ztscbang ab
Jaguar“ ist am 6. August in Hankau eim
Tage iti Hankau von dort na S. M
. . S. „Thetis“ ist an demselben Tage von Tschifu nack) Tschinwantau in See gegang_ S M. S. „Tiger“ ist gestern in Tn „Iltis“ geht am 10. d.
. natau eingetroffen. S. M. S. M. von Futschau
nack) Amor) in See.
_ zur heutigen Nummer des „Reichs: taatsanzetgers“ mird eme Z u sammenftellun chen Fruchtmärkten für den
n der Ersten Beilage
Berichte von deuti' Juli 1904 veröffené: cbt.
nen Bericht über die Sißung des sräte vom 4. d. M beraten wurde, wird, wie , .T. B inz Ludwig ifmaßnabnmt
In dem esiem erschiene _ Finanzauss usses derKammer der Reich in der der Staatsk berichtet, mitgefeilt, habe in längeren Ausführungen darg e -, _ Staatsbahnen deut1chen Binnenschiffabrtsvwkebr, _ Vollständige Abgabenfteibeit
wirke derkebriördcrnd. _ enburg und noch _weitcr durchgeführt, _so sei Verkehrs ebenw wabr1cheinlich, ww daß Was die Donauiraze an- sich mit der Mairifrage. Wie zur Förderung xine Rkibe Von Siaatsn bereinigt babe, bezüsiich des
«.;
beein ußten besonders auf der Elbe und auf dem Rhein- Werde die Main-
preUßisohen
strom _und der Elbe Kanaliiation bis A1chaff dort eine BLlEbung des Frankfurt a. M. dad larige, so berübre fis _ der Donaudampfschiffabxt 1ch _ bücher Mr_iie Wafferstraßén g€1chdben.
gegeneiaaudsr
urch begünstigt wkrde.
und der wsstiichen mitciriandxr Donaudampiicbiffabrt einmal in Straubing geäußert; Um so msbr frßue es ibn,
einigen Jahren er babe damais wenig Zustimmung daß nunmehr Bayern uud auch ddsutiÖen Donau-Dampfschiffabrts-Gcsellschaft crit- Dik sämtlichen andLrSU _Donau-Dampfschiff- die ungarixchs, die rumänischx, bezögen bedkutknde Subdentionen von chen hätten biser gar Gewährung einer
Preußsn der Ski gegengekdmmeu ieren. _ 111117311671, die b:rc_rrcichische, die serbische und die russijche, ibrcn StaaikN. Einzig und alisin die deuis Subdcntionen 101513811 Zurck) das Nkiä) _ _ auch den deutschen Gesklixcbasten
seinerzeit anßergr. Unisrstüßuyg andéirr Wei]? Entgegcn- ei ja auch Eine Sache dcr Biiligfeit und [iSIS auch Visicbs, denn ss seiwünscbenswerier, daß man traßen zum Schwarzen Meere durch deutsche aiif dis man größeren (Zinsius; babs, bewerkstelligxn man nur auf außerdxuiiche Gescllschaften angewisskn sei. (Er begrüßy daber DVU Herzen drei? Maßnahmen " Zit ausgedehnt würden. - nacb dM Dark“ Generaldebatte " In der Spezialdkbane bsionte zunächst dsr _ daß die Einführung der dsn rechtSrbeinin Bahnen Bayerns un- der Pirsonentarife in Bayern sei oror_tderf€b:s herbeizuführen. bl die Cinxübrung der vierten Wagenklaffe. lagen“ erörtertendie NeichSräie Von A ner, der Präsident Graf Zerckyenfeld die Frage bayermcbrn Schienenwalzwerkes.
gkkommcnx dies 1 im Jmtchme rss ganzem den Verkehr adi den S Gksellscbasten,
könne, als daß und wunsche, Es wird dann ungen Seiner König- Eisenbahn-
daß fie nach Mösliäsk
, erat grich offen wurde. _ . Verkehrsminister von Frauendorxer, visrten Wagrrklaffe aus zukömmlicb ski, dic: Ermäßigun beffkr durcb Auxbiid Reichsrat Clkmm kmrfa Brix:: Etatskariicl „Bauern
Errich1ung Königliche Hobéii aus, die staancben Werk?. m werden wie die Privatunterrie _ Die in BAHN" bsstebenden staatlichen Eis Rücksicht auf di? in “de nochfortbetrieben. DiLE Abgesebkn Von der
üßten unbeding; in gleichsr Weise bstrieben bmungen, formt könnten sie nicht rentieren. ?nwerke würden nur mit chäftigten Arbeiter
n beireffenden Gegenden bes rriobiung staatlichxr Werke_babe große Schwierizz- Arbeiter- ynd Kostenirage, komme auch in Betracht, daß außerordentlich schwer entwrecbeude Direktoren zu gewinnen oren würden Staatsbeamte sein. Nun könne man kwr eines solchen Werkes ebenso bezahlen, '; ebe, weil er ja sonst besser die höchsten Beamten des Staats; allerdings _ _ en Staatsbeamien Rechte eni. en._Der Manier von Frauen- etrtebswerkstätten der bayerischen Fabrikanlagen darsieilten, die unter der be- taatsbeamten rationell und rentabel arbeiteten. Babnetat genehmigt.
Kammer de_r Reichßräte sprach enfeld nochmals sem Bedauern über die ab dem Wunsche „ des Landes er- beider Kammern ermögli 1 werden. Podewils schloß 1
sein würden. Die Direkt aber unmöglich den Dire _ wie dies seitens der Privatindustrie gesch gesteüt sein würde als würde er die gleiche soziale Stella haben und_pragmatische _ dorfer Wies darauf bin, daß ie Bahnen ebenfalls gro e wäbrten Leitung don Schließlich wurde der _
In der gestrigen S1 der Präsident Graf Ler Differenzen zwischen den_ beiden Kammern aus und AuSdruck, es möge ein friedliches und fur das Woh sprießliches Zusammenwirken Der Ministerpräfident Freiherr von
wie die Übri
: dies jedo als nicht richtig. Auf eine weitere Anfrage er
dauern des Präsidenten über die leßte Rede des Grafen
reyfing und
die egenseitigen Angriffe der Kammern namens der Negierun an. Gra? Preysing habe die Schuld an dem Zwischenfalle der ie- rung beigemessen, weil sie über Mögliches und Unmögliches in end. losen Verhandlungen Rede und Antwort _ ?sstanden und damit ein Ze n von Schwäche gReben [) . Die em Votivurf müsse die e? erung mit allem achdruck entgegenireten. Sie kenne ihre Pfl Ölen und [aße keine Kompetenzverscbiebung zu Gunsten des Land- tags eintreten; e beachte die VerfaMng naxb Wort und Sinn, kenne man die durch die Interessen der * onarchie und die Wahrung der taatSautorität gezo enen Grenzen und könne daber eine obkektive, billige und unparteiisxZe Zlitif Beurteilung ihres Tuns der an en. Die Regierung trete selb andig ervor und verfolge unabhanxiig bre Ziele. Sie müsse aber für die_ Etatsverbandlungen ein fr edliches invernebmen suchen. Die Politik sei nach dem Buche „Wißmarck als Erzieher“ die Lebte vom Möglichen. Was darüber hinausgebe, sei Jdealpolitik und Uwpie. Die Re ierun_g müsse ni 1 nur ver- Rffungsmä ig, sondern auch zur ufklarung und erteidigung ede und nth stehen, wenn sie auch eine lan? Etatsberatun als mi [ich empfinde. Ein Beqmtcr sollte als A geordneter an seine 5 eamtenpfliÖt berücksickptigen. Bei_ Differenzen zwischen Ministern und Abgeordneten Werde er stets emen Ausgleich erstreben. Das sei keine Schwäche, Wohl aber werde die Berufsfreudigkeit der Beamten und auch der Minister durcb unbegründete Angriffe wie bier getrübt. Der Vizepräsident Von Auer warf dem Minister- Jäsidenten hierauf yor, die Regierung sei bei der ersten eußerung des Unwiliens der Erstxn Kamtxier gegen die Kammer der Abgeordneten sofort mit einer Erklarung der der Hand gewesen; bei den gröblicbsten Beleidigungen der Ersten Kammer durch Mitglieder der andern aber babe sie geschwiegen. _Der R_eich§rat Graf Preysing bemerkie sodann, er könne keinx Silbe seiner Rede zurücknehmen. Zahlloie Zuschriften hätten bewiesen daß Hunderttausende hinter ibm ständen und seine Auffaffung, die Regierung babe Schwäche gezei t, teilten. Er hoffe, daß die Regierung künftig zu verhindern wi en werde, daß Beamte sicb geheime Schriftstücke verschafften, um Je? zu Angriffen auf die Regierung zu benußen. Der inisterpräfident Freiherr Von Podewils wies darauf den Vor- wurf des Vizepräsidenten von Auer zurück und erklärte, der Minister des Innkrn habe in der Kammer der Abgeordneten sofort gegen An- griffe auf die Kammer der Neichrate SteUung genommen. Der be- treffende Passus seiner jeßt abgegebenxirErklärung sei die fast wörtliche Wiederholung der Erklärung des Ministers des Innern in der andern Kammer gewesen. Hierauf trat das Haus in die TageSordnung ein. Die Kammer der Abgeordneten genehmigte gestern das Finanzgeseß mit 131 gegen 13 Stimmen. Sodann wurde die jäbrkiche Gesamteinnabme der nächsten Finanzperiode auf 441825 326 .“ Veranschlagt. Die nächste Sißung findet morgen zur Entgegennahme der [exten Beschlüffe der Kammer der Reichsräte statt. Den Land- tags cbluß wird Seine Königliche_ Hobeit der Prinz-Regent am Donnerstagvormittag, 11 Uhr, vvllzwben.
Sachsen.
Seine Majestät der König beging Seinen Geburtstag qcstern in Pillniß, wo Allerböckstdemselben Vormittags F Uhr, wie das „Dresdner Journal“ meldet, im Schlossgarten von dem Hoboiftenkorps des Königlichen 1. (Leib:) Grenadier- regiments Nr. 100, dem Horniftenkorps des Königlichen Schüssen: (Füsilier-) Regiments Prinz Georg Nr. 109 und den Trompeterkorps des Königlichen (Hardereiterregiments und des Königlichen 1. Feldartillerieregiments Nr. 12 eme Momen- mufik dargebracht wurde. Von 11172 Uhr ab empfing Seine Maxestät behufs Entgegennahme der Glückwünsche zu- nächst die .Herren vom Dienst und daran anschließend den kommandierendcn General des M. (2. Königl. Sächs.) ArmeekoxLZ':é sodann die StaatSminister sowie xe eine ordnung Rats und der Stadtverorpneten, der kathol'
Ab- . “ck12: ' Geifiliäzkeit und ferner den Generaladxutänten, General
Infanterie von Treitschke; Nachmittags 2 Uhr vereinigten fich die Mitglieder des Koniglichen Hausrs zur Tafel bei Seiner Maxstäi.
Deutsche Kolonien.
Nach einer Meldung des „W. T. B.“ aus Okahandja in Deutsch:SÜdwcstafrika ist der Reiter Wcrfick), geboren am 30. März 1883 in Großkirchcn, Kreis Lüben, früher Leib: küraffier in Breslau, am 2. August und der Reiter Lands- mann, gkborkn am 5. April 1881 in Arnschwang, Kreis Cham in dsr Obsrpfalz, früher im Feldartillerieregiment 33 zu Meß, am Z.d. M. in Otmsondu an Typhus gestorben.
Großbritannien und Irland.
Der König hat gestern in Portvauth, wie „W. T. B.“ mitteilt, die Kommandanten dss dcutscben und des fran- zösischen K'adettenschulschiff€s, die sich cht in Ports: mouth bcfiiiden, empfangen.
Jm Unterbause stelité gcsicrn Gibson Bowles mebrere
* Anfragen, bdtreffend die Wegnahme des Dampfers .Malakka',
und zwar besonders, wesbaib diZ_N2gierung einer Prüfung der Ladung zugestimmibabe, die nicbt dm,:b 611: kompstentks Prisenierickptautorisiert gcwkaii sei. Dkr Premisrmixxiiier Balfour erwiderte: der Einwand. dcr egen die Wegnahme dis Dawxfers erbobén words:: sei, beruhe dur aus auf 'der Annabm6,_ daß Schiffe, die aus Lern Schwarzen Meere unter drr Handclßiixgße kämen, nicht bkxechiigt seien, sich in Kreuzer zu verwandsin. Die englische Negierang habe daher bei drr ruifiichxn Regierung nachdrückliche Vorsteliungen erhoben, und letztkre babe ein bkrettwiiiigss Entscgenkommen gezeigt. Wichtig sei es für die englische Negirrung gewesen, darauf aufmerksam zu maxen, daß diks ein ganz neuer Fall sei, und daß seit dxn Pariser und Londoner Verträgen zum ersten Make ein derarii es Er- eignis vorgc'kommen ssi. Wenn die von der russis 811 Re- gisrung aufgestxiit? Behauptung richtig sei, hätten die Russen das Recht gébabt, die „Maiakka“ nach einem ruifisiben Hafen und vor ein Prisengericbt zu brin en. Wenn jedoch die cn [ische Ne- gierung recht babe, 921)? es ke ne Rechtfertigung für die Wegnahme des Schiffes. _Der zweite Gesichtspunkt, den die Regierung ins Auge efaßr babe, se: der gewesen, zu verhindern, daß dieser neue Zwischen- Hail eine Svannung zwischen beiden Ländern verursache. Ein solcher Zu- stand der Spannung hatte sich nach seiner AUZÖL sebr [sicht weiter ent- wickeln können. Das tatsächlich getroffene rrangement bezüglich der Malakkafraße bqbe den Charaktdr eines Kompromisses. Die ruUiscbe Regierun abe ibre_Absick_)t aufge eben, die .Malakka" nach einem russi- schen Ya en vox em Prisengeri 1 zur Prüfun zu brMen, und auf der an eren Seite babe England zugestimmt, daiZz die „5 alakfa' nach einem neutralen H;!fen gebracht und nach rein formeller Prüfung un-
; verzüglich Freigelaffen werken sokle. Es sei au vereinbart worden, 1 daß die beiden Schiffe der Freiwilligen Flotte ni t län er als Kreuzer ; agieren sollten. DLL wesentlichen Punkte der englis en Forderung
seien seiner Ansicht nach zugestanden worden. Er empfinde nicht das eringste Bedauern, daß die englische Regierung ihr Mögli stes getan abe, um der russischen Regiérung entgegenzukommen, die i rerseits in
dieser Angelexzenbeit nichts angerexdt babs, was nicht einen gangbaren Weg bedeute. G bson Bowles ga seiner Zufriedenheit über diese Ant- wort des Premierministers Ausdruck, erklärte aber, es scheine, als ob das Recht zur Wegnahme des Schiffes durch die Gestattung der Frü- fung zuge eben worden sei; der Premierminister Balfour _bleäeit nxte r e er
Fremierminister Balfour daß eine offizielle Mitteilung ber die _angebliche Furückbaltung der Papiere der „Malakta
der Regierung nich zugegangen fei. Gibson Bowle!
xichtete darauf an die Regierung eine Anfrage über den Fall des „Knight Commander“. Der Premierminister Balfour erwiderte, es bestehe kein Zweifel, daß das Schiff aux Veranlaffun russiLcher Offiziere in den Grund gebohrt worden ei, weil es seßr schw erig gewesen sein würde, das Schiff nach einem Hafen zu bringen und weil es nach Ansicht der russiscßen Offiziere zweifellos Kriegs- konterbande an Bord gehabt ha e. Der Premierminister fuhr dann fort: .Wir halten an unserer Ansicht fest daß diese Umstände, ob wahr oder nicht, keine hinreichende Rechtfertigung für die Versenkung eines neutralen Schiffes bieten. Wir haben unsere Stellan in dieser Frage nicht im geringsten Grade auféegeben.“ AUF eine andere Anfrage erxlärte der * räsident des Harzde samts Gera 1) Balfour, die Ausfuhr an S iffskoble habe wahrend der ersten sieben Monate dieses Jahres nach Rußland 1381000 und nach Japan _87000 t“- betragen. Auf eine Anfrage erklärte der Unterstaatssekretar des Aurwärtigen Earl Percy, es sei zwischen England und Deutschland kein Vertrag über die Aegypten betreffenden Artikel des englis -franzöfischen Abkommens abgeschlossen worden. Deutschland. Oesterrei Ungarn und Italien hätten aber nicht nur wie Rußland dem Kbedivialerlaß zugestimmt, sondern fich auch der- pflichtet, das Vorgehen Englands i_n Aegypten nicht durch das Ver- langen nacb FesUeyyng einer Frist für die englische Okkupation Aegyptens oder in _1rgend einer anderen Weise zu behindern. Diese Mächte hatten auch tbre Zustimmung dazu gegeben, daß die Ausführung des leJten Satzes der §§ 1 und_2 des Artikels 8 des Vertrags vom 2. Oktdber 18813 unterbleiben folie. Anderseits babe die en lische Regierung diesen Mächten die Versicherung gegeben, da? fie ihrem Handel die Behandlung der meistbegünstigten Nationen au 30 Jahre verburge, und_daß sie die Rechte respektieren werde, die sie auf (Grund von Vertragen, Konventionen und GewohnheitSrecbt enö1en. Ferner solLten die Sgbulen der erwähnten Mächte dieselbe rei eit wie in_d_er Vergangenheit fortdauernd haben und die Beamten dieser Nationalttaten, die gegenwärtig in ägyptischen Dienstkn ständen, njcht Bedingungen unterworfen wsrden, die weniger Vorteilhaft seien Flsdßiexemgen, die sich auf englische Beamte in denselben Diensten ezte en. “
Die Lopdoner Blätter veröffentlichen ein Schreiben des Marquis of Lansdowne an einen en lischen Parlamentqrter. ?_Ogrm heißt es,_ daß die englis e Re: gierunJ kein? Bestatigung desGeruchts erhalten Habe, daß 9000 lrmemer m den Distrikten Musch und Sassun er- mordet_ worden seierz. Es _sei für die englischen Konsuln schwrertF gemisen, dte_wrrklichen Verluste an Menschenleben festzuste en, aber aus ihren Berichten gehe hervor, daß die gemeldete Zahl stark übertrieben sei.
Frankreich.
Nach dem nunmehr. vorliegenden Gesamtergebnis der GenerqlratSmahlep Haben, wie „W. T. B.“ meldet, die Ministerrellen 109 SLH? gewonnrn. Im ganzen wurden 883 Ministerielle gewählt.
Türkei.
Aus Konstantinopel meldet das Wiener „Telegr- Korr.-Bureau“, die Pforte bereite eine Antwort auf die Er: klärung der Ententebotschaften, betreffend die Ver: mehrung der Gendarmerieoffiziere, vor, worin diese für unnötig erklärt werde.
Bulgarien.
Nach einer Meldun des Wiener „Telegraphen:K0rrespon- denz-Bureaus“ aus afra vom estrigen Tage sind die Medoyischen Flüchtlin e Fat sämtlich Heimgekehrt.
Fluchtlmge aus dem ila]et Adrianopel, die in Bulgarien gepachtete Felder angebaut Haben, warten die Ernte ab, um dann ebenfalls in die Heimat zurückzukehren. Nachdem aber die von der Pforte ur Rückkehr bewilligte Frist am 7. d. M. abgelaufen ist, hat_ ulgarien Schritte unternommen, um von der türkischen Regierung eine Verlängerung der Frist zu erlangen.
Amerika.
Dem_ „Reutcrschen Bureaix“ _ wird aus Washington o_om gestrigen Tage gemeldet: Wie ]eßt bekannt werde, bkfage die Erklarung uber_di? Rechte_ der neutralen Nationen während des oftgstgtischxn Krieges, die der Staatssekretär Yai am 10. Juni tri einer Zirkulardcpcsche _an die ameri- _a_nichen Botschafter in Europa gegeben habe, im wesentlichen o gendes:
Würde man im Prinzip zugestehen, daß Kohle, anderes Feuerungs- maienal und Robbaumwolle durchaus Konterbande seien, so könne dies schließlich dazu führeti, _daß die Neuiralcn überhaupt keine Artikel mehr, die am Ende für militarische Zwecke dienstbar gemacht werden könnten, an Leute in kriegfübrenden Staaten Verkaufen könnten. Eine solche Aus- dehnung des Prinzips, Kohle, anderes FeuerungSmaierial und Rob- baumwolle völlig (115 Konterbande zu bebandelri bloß dssbalb, Weil sie von den Neutralen nach einkm nichtblockierten Hafen der krisgfübrenden Parteien verschifft worden seien, würde mit den billigen, geseßmäßigcn Rechten des neutralen Handels nicht im Einklang stehen.
Der Staatssekretär Har) Hat, demselben Bureau zufolge, dem tiirkischen Gesandten Schekib Bei gerade heraus erklärt, daß die Geduld der Regierung nahezu erschöpft sei.
Asien.
Ein Telegramm des Statthalters Alexejew aus Mukden vom 7. August an den Kaiser besagt dem „W. T. B.“ zufolge:
Der Kommandant des Geschwaders von Port Arthur meldet vom 7. d. M.: Die zur Beschießung der feindlichen Po ttionen aus- gelaufenen Kreuzer „Bajan“, ,ASkold', „PaÜada', . owik“ und die Kanonenboote wurden von dcn feindlichen Schiffen ,Tschin ZMF“, „J ukuscbima', .Matzuschima', ,T1chijoda', zwei Kremern zweiter la 8 und 30 Torpedobooten angegufferz. Ein 8- iölliges Geschoß vom Kreuzer .Bajan' explodierte am
?ck der .Jßukuscbima', die aus- der Schlachtordmzng aus- cheiden mußte, worauf alle feindlichen Schiffe wandten_ und ins offene Meer zurückfahren. Dabei stieß der Kreuzer .Tscbixoda' auf eine Unserer Verteidigungßminen und wurde leck. _Mit dem Vorderteil tief im Wasser fuhr er in der Richtung auf Talienwan ab. Durch einen Schuß der Batterix Nr. 22 wurde ein japanisches Kanonenboot ge- troffen. Am 27. Juli, als die Japaner einen aligemeinen An tiff zu_ Lande unternahmen, wurden zur Uniersiüßun des re ten Flugels auf Bitten des Generals Stössel die S iffe_ ,Bajan', MELWisan“, .Pallada“, „Askold',dieKanonenboote.OtWascbm', „Grem- iaschts i“ und .Giliak“, der Kreuzer .Nowik“ und zwölf Torpedoboote ausges ickt. Unter fortwährendem Schießen cini er „vorausfahrendezi Schiffe qelan ten sie nach Lun antan und bescZossen von dort die japanischen Sßte11ungen bis 3 U c. Bei der mit denselben Vorsichts- maßregeln unternommenen Rückfahrt auf die Reede e vlodierte eme Mine unter einem Vaggerschiff. Der Kontreadmiral itböft hat am 30. Juli bei Port Arthur 5 Panzerschiffe_, 4 gepanYerte Kreuzer, 10 andere Kreuzer und 48 Torpedoboote des Feindes gez hlt.
Aus ort Arthur in _Tschifu em_ etroffene rrxssxsche und mersche Flüchtlinge, dre emen Ten der dreitagtgen Söhla t ahen, berichten, dem „Reuterschen Bureau“A?ufolge:
Die la t babe, je nach dem Terrain, 10 bezw. 15 erst von den inneren or 6 entfernt stattgefunden. DieIapaner seien damit bei äfügt, ihre Verscbanzungen näher an die Festung heran &a legen, der iderstand der Russen beschränke sich darauf, die an den ckanzen
arbeitenden Japaner durcb Artillerie zu bes leßen. Fin Flüchtling, der dem Kampf am Wolfsb ügel beigewohnt atte, erzablt, die dortige Steüung sei von 4000Ruffen verteidigt ewesen- die auf die anstürmen- den Japaner Felsblöcke binabgeroüt un dadurch eine verheerender? Wirkung ausgeübt hätten, als durcbi r Gewebrfeuek- Auchseien durxb geschickt gelegte und zur Explosion ge rachte Minen elssiücke_ ein bis zwei Werft weit geschleudert worden. Durch so“)? inxn 1le zwei Zapcznische Schwadronen aufgerieben worden. Die Fluchtlmge be- tattgen, daß die Verluste der Japaner bei den [Iten Kampfen sebr schwere gewesen seien; das Gelände unterhalb des olfsbügels sei mit Leichen bedeckt gewesen. - Zwei französische KrieJSberichterstatter, die versuxbten, auf Dschunken nach Port Arthur zu ?ck“" en, erzählen- si_e hatten_ vor der Hafeneinfahrt 24 Zapaniskhe Kk LJSÜ iffe gesehen, dte dort eme halbmondförmige Aufste ung genommen hatten.
Wie der „Russischen Telegrapben-Agentur“ aus L i aujan g gemeldet mird, waren die Gründe für den leßten Rückzug der Russen folgende:
_Die Abteilung des Generals Sassulitsch zog sick) unter Zurucklaffun?1 ihrer Nachbut auf den Höhen bei Kongulin auf die Hauptste ungen zurück. Die Truppen hielten bis zum Abend stand, machten mehrere Male Gegenangriffe Und warfen den _Feind zurück. Am Abend kam die MeldunIJ, daß die Abteilung des Generals Kaschtalinskv durch zwei ivisionen der Japaner zum Rückzug gezwungen worden sei, wodurch der linke Flügel des Korps Sass ulitseb sich ohne Deckuna befunden bube. Da man nun ein? Umgebun durch den Feind beéürchtet habe, sei auf der gcxnzen Linie der Veßebl zum Rückzug gege en worden. Die Japaner batten nicht angenommen, daß wir uns zurückzögen, und den ganzen Tag über die Beschießung auf die von uns derlaffenen Steüungen fortgesetzt. Erst bei Anbruch der Nacht rückten fie vor uiid beseyten die Stellungen, als unsere Truppen fich bereits btnter Haitscheng befanden. Ein Dagestan-Reiterregiment zeichnete sich durch eine glänzende Attacke aus, die es unternahm, um ein durch die Japaner fast schon umzingeltes Bataillon zu befreien, und richtete em furchtbares Bkutbad an.
Ein Telegramm des Generals Sacharow an den Generalstab vom 7. d. M. besagt:
_ Bei der Mandschureiarmee smd bis zum Mittag dcs 7. August keine Veränderungen eingetreten.
_Der von dem Wladiwostoker Geschwader beschlagnahmte xngltsche Dampfer „Kalck) as“ der Ocean-Steamships-Company Lst Mit ferner nach Yokohama und Hon kong adressierten Ladung, bestehend aus Mkbl, Balken un Maschinenteilen, gestern _m Wladiwostok eingetroffen. -
_ Wie die „Agence Havas“ meldet, bai das französische Ministerium des Auswärtigen noch kerneBestätigung der Meldung von der Verhaftung des französischen Konsularagenten in Niutschwang erbalien; dock) halte es die_Meldung für richtig. Der 21 ent ser einige Tage vor der Bejeßung Niutschwangs durch die apaner ernannt worden. Japan habe Einwendun en wegen der Opportunität der Ergennung gemacht. Na dem aber Erklärungen zwischen den Gejandteri Frankreichs 11111) Japans m Peking ausgetauscht wo_rden seien, habe der ]apanische Geschäftsträger anerkannt, dqß Frankreich volles Recht zu der Ernennung habe, und an seine Regierung in diesem Sinne_ telegraphiert. Später solle dann die Verhaftung erfolgt sem.
Der „Standard“ meldet aus„Schangk)ai, die Japaner hättxxi in Niuischmang eine Proklamation des Inhalts erlaßen, daß _die Japaner den Krieg führten, um das Volk o_on der russischen Tyrannei zu rette'n und die Mandschurei, die Hdimat der Dynastie, wieder freizumachen. Die Pro: kianxatwn schließe mit der Aufforderung zum Gehorsam gegen die japanischen Geseße.
Afrika.
Aus Tanger erfährt „W. T. B.“, daß gestern in La Rache 1:3 Gefangene aus de_mGefängnis angebrochen seien, nachdem sie den T0rwachtpoxien Gewehre und Patronen fortgenommen hätten. Nur fünf von ihnen seien wieder fest: genommen. Die übrigen, darunter die gefährlichsten, seien entkommen, nachdem sie sechs Personen getötet und zahlreiche andere verwundet hätten.
Dem „Reuterschen Bureau“ wird aus Tanger gemeldet, die Beamten der Pariser Bank ieilten mit, daß sie nunmehr uberall 60 Prozent der Zollgsbiibren zurückbebielten. Der marokkanischen Regierung werde damit ermöglicht, 15 MiUioncn, die in 14 Tagen in Tanger eintre'ffkn sollten, abzuheben.
Statistik und Volkswirtschaft.
_ Der Allgemeine Verband der_deutscben Erwerbs- und Wirtschaftsgenosseps(haftenbirltkeinendiesjäbrigenGenossen- schaftstag m der Zeit vom 24. bis 27. Au ust in Breslau ab. Die Tages:)rdnung weist eine Reihe wichtiger ' egenstände auf. Der Anwalt des AYgemeinen Verbandrs, Dr. Crüger, wird das Genoffen- schaftswesen im Lichte der Vertretung von Handwerk, Land- wirtschaft und_ Handel besprecban; dem Genoffenschaftstag wird Gelegeqbeit gegeben werden, zu den Bestrebungen, den Kreditgenoffenjchaften den Sparkaffen- [Yld Depositenverkebr zu be- ]chranken, Stellung zu nehmen. Die Hzörderung von Handwerker- genoffsnschaften wird Gegenstand der Erörterung sein, und zwar an der Hand einer Reihe pofitiVer Vorschläge. Die Vertreter der Kredit- genossenscbaften werden über die Zinspolitik, die Fusion der Deutschen Genossenschaftsbank mit der Dresdner Bank und über Fragen der Organisation _zur Weiteren Aukgestaitung des Gechästsverkebrs be- raten_ ; an die Behörden soll die Bitte geri tet werdsn, die Kredt_tgenossenschafien in ihrem Bestreben zu untersiüßen, durcb Gewgbrung von Kautionskredit Handel- und GeWerbetreibenden die Beteiligung- an Submissionen und die Bestellung Von Kautionen zu erleichtern. Auch eine Erörterung der Frch, wie sich die Genossen- schaften gegen .Keüer- und Reitwechsel“ s u_13en können, wird statt- finden. _Die Konsumvereine werden zunachst eine Reihe von Organisationsfragen behandeln, und dann wird ihnen Gelegenheit ge- geben,_die Emricßtungen des Breslauer Konsumvereins, insbesondere die Backerei, zu esichtigdn. Aquntrag des Anwalts soll den Konsum- vereinen empfohlen werden, die Volksdersickäerung nach einem zwischen dem Allgemeinxn Velband und dem ATZemeinen deutschen Ver- ficherungSveremm Stuttgart abgeschlossenen ertrage zu fördern. Eine umfassende Tages:)rdnung haben die Bqugenosiönschaften zu erledigen, pe werden sich auch mik den ländlichen 5 augenoésenscbaften be- chäftigerx und damit die Erörterung einer Frage ber eiführen, über die bereits auf dem Allgemeinen Genoffens aftstag in Hannover beraten worden und deren Behandlung gerade ür den Osten Deutsch- lands von großer Bedeutung ist.
Zur Arbeiterbewegung.
In Mainz Hud, wie die .Frkf. Ztg.“ mitteilt die Metall- arbeiter der eleuchtungsindustris- etwa 200 Mann bei den irmen GaSapparat- und Gußwerk Oberdhan u. Beck, Éusch, Mas mann u. Co. und Fis er gestern morgen „infolge von Lobu- differen_zen in den Ausstand ngetreten.
D__ie Geraer Te tilarbeiter bereiten, wie die „Deutsche Warte erfährt eine Lo nbewegung vor. Sie verlangen 20 0/0 Lohn- erhöhung. - Der Ausstand der dortigen Maurer Kgl. Nr. 180
1). Bl.) dauert nun bereits zwei Monate. Es ist an nicht anzu-
nekemen, daß er in diesem Jahr beendet wird, da beide Teile nicht nach- ge 11.
In Wien befinden sie!), dem „W. T_. B.“ zufolge, seit gestern früh mehr als 1000 an dem Handelskai beschäftigte Arbeiter im Ausstand, darunter auch die Arbeiter des Lagerhauses der Stadt Wien. Die Arbeiter fordern eine Lohnerhöhung und eine geregelte ArbeitSzeit.
In Paris wurde gestern, wie ebenfalls „W. T. B.“ meldet, in der Arbeitsbörse der Internationale Kongreß der Graben- arbeiter eröffnet, an dem etwa 100 Vertreter, darunter 12 aus Deutschland, teilnehmen.
Der Ausstand der Bauarbeiter in dem Schweizer Orte Cbaux-de-Fonds (vgl. Nr. 180 d. Bl.) ist, wie der „Kiel. Ztg." telegrapbiert wird, beendigt, die Arbeit wurde gestern _wieder aufge- nommen. Am Sonntagabend kam es zu feindseiigen Kundgebungen gegen das Militär, einzelne Verhaftungen sind erfolgt. Die Truppen werden heute entlassen.
Der Ausstand in Boryslaw (dgl. Nr. 1801). Bl.) ilt, wie „W. T. B." meldet, als beendet, da sich eine Anzahl Ar eiter bei den Firmen zur_Wi€deraufnabme der Arbeit meldeten. Gestern abend sollte das dorthin detacbierte Jnfanterieregiment wiéder abmarschieren.
In Saragossa ist, wie dasselbe Bureau mitteilt, ein all- gemeiner Ausstand eingetreten. Alle (GeschäFtS sind geschlossen. Gendarmen und Truppen patrouiiliere'n in'den Straßen. Mehrere Rubesiörer wnrdsn Verbafiet.
Aus New York wird dem „M. T. B." von gestern tele- grapbiert: Die allgemeine Sperre gegen die Bauarbeiter- !)eretni ungen, die kürzlich ihre Mitgkieder angewiesen batten, zu streiken, „at beute begonnen. Die Zahl der Von der Aussperrung be- troffenen Bauarbeiter der Verschiedenen Kategorien wird auf 50 000 bis 100 000 geschätzt.
Der Ausstand der Schlächter in Chicago (dgl. Nr. 183 d. B1.) dauert fort. Die Arbeitswiüiién, die der Flcischtruit ein- gesteklt bat, sind zwar, wie der ., off. Ztg.“ berichtet wird, geqügend an Zahl, aber nicht gelernte Arbeiter. Der Trust bat Friedensverbandlungen mit den Ausständigen eröffnet, obne jkdocb alle ihre Xordernngcn bswiÜigen zu wollen. Die Ausständigen haben die Vorschläge zurückgewi-xsen,_ und der Ausstand wird infolge dessen jedeniaUs noch die ganze näch1te Woche, visllcicbi noch län er andauern. Die Arbeiter Hoffen bestimmt, den Sieg über die Arbriiße er davonzutragen.
Kunst und Wissenschaft.
Unter drm Vorsitz bon Proßffor Dr. Moritz Schmidt und in Gegenwark Von Abgeordneten der Berliner, Cbsner und Münchener Laryngologiscben Vereinigungen und drs Vereins süddsntscbkx Lawn- ?_ologen dollzog sich, wie „W. T, T.“ MSldet, gsiiérn in
rankf_urt a M. die Grfindung der gauz Dsmsch- land, die Schweiz und Deutsch-Ogiierreicb umfaffsnden LarVngo- logischen Gesellschaff, deren eriteTagung in Heidekberg statt- finden wird. Durch diese Organisation 1511 der Fortbestand der bis- herigen engeren Vereinigungen nicht berührt werden, dagsgen aber die Vertretung der Laryngologie in wiffsnichafilixber imd sozialer Hinsicht aucb d€n Behörden gegénüber gefördert werden.
In Frankfurt a. M. ist dsm „W. T. B.“ zufolge der Malkr iFrofeffor (?einrißb Hasselborst am Sonntag, 79 Fabre alt, der- iorben. r war *]?ii1872 Lehrer am Sxädeliiben Jnsiirur in Frank- furt a. M., wo er neben von Steinle und Gaupert den Untarricht im Zeichnen nach dem Akt erteilt?. Von feine'n Gemälden ist das bekannteste „Die Anatomie in Frankfurt“ (Städelscbe Gaserié). Zn der_t 1615th drei Jahrzehnten malte er außer mcbreren Porrräis die Bilder „Vor der Kirche“, „Archiv in Alsfeld“, .stnen auf dem Mühlberg", „Gottesdienst im Freien“, .Maifest“ u.a., dersn [Ebendige Auffassung und trefflicbe techn11che Durchführung “11311211 blsibenden Wert sichern.
Ueber den Plan einer französichSU Nordwiar- expedition berichtet der „Globus': Wi? 13-51! einiger Zert mrtgeteilt wurde, beabsichtigte der Fürst Alert von Monaco, eine Norddolarexpedition zu unternebmsn. Es sdklte mit dem Schiff nördlich Von der Bennettinsel ein.s€1-ch131 und die Drif_1 der .Fram" wicdrrbolt wdrden. Wie es jetz? bxif;1. wiil der Fürst die Expedition nicbt [Elbit leiten, sondern nur die Mittel dazu bsrgkben. Yian svricbt don 1200000 «16: für zwei Schiffe. Den Plan hat der Schiffsfäbnrich dcr Rejerdz Cbarlcs Béinard entworfen, der vor einigen Monaten ein umfangreich Buch übe'r die Geschichte der Nordpolarforschung wkröffentlichi bat; er wird auch die Expedition führen.
SchulWesen.
Zur Dansk des Fortbildungsuntcrrichts.
Bei Einrichtung der obligatoriscbkn Fortbildungsschulc in Düs scl- dorf hat!? man sich dort mit einer zweijährigen Schulpflicht begnüat, Die_ Praxis bat mm krgkbcn, daß diese Ma nahme sich nicht bewahrt. CML zweijährige Schulpfiicbt gcnügt ni 1 dazu, die jungen Linie derartig für ibrcn Beruf ddrznbcrcitcn, wie“ dies im Interesse des CZwerbslebcns nötig iii. Im dritten Lehrjahre sind außerdem die Schüler schr in dcr Praktikchen Arbeit gkfördert, sodas; das Lernen in dcr Schuic dcn größtén Erfolg dcrspiicht. Ju dcr Erkenntnis dieser Tatsache hatte das Kuratorium der SÖUlc dcn Antrag gcsicÜt, die Schuldsticbt auf drei Jabra anSzudebncn. Daranf fand im Rathausc zu Düffkldorf einc Vcrsammlnng Von Arbeitgcbcrn und Arbeitern statt, dik sich mit der Prüfung der Frage zu bcichäi- tigen batte, und die sich einmütig mit dem Anfrage einverstanden er- klärt?, nur unter der Vorausseyung, das; die Unterrichtsstundcn des dritten S uljabrs nnter möglichste'r Berücksichtigung cinkr ununter- brochencrx _eruflicbén Arbeitszeit festgesetzt wcrden. (Eine Anfrage bci den prciißijchcn Städtcn mit mehr als 50 000 Einwohnern bat er- geben, daß 19 Von ihnen Linen victjxibrigcn, 19 einen drciiäbrigcn und nur 5 cinen zwcijäbrign Schnlzwang bach.
Gesundheitswesen, Ticrkrankheiten und Absperrungs- maßregelu.
In betréff der Sterb1ichkeit an Tubcrknlosc in den kuropäiscben Staaten urteilt_ F. Prinzing in der „Zeitschrift für Hygiene“, Bd. 46, 1901, wie folgt: Wir scbcn zwci große Schicke mii niederen Zahlen. Das einc umfaxt den Norden Tcniscblands, Danemark, die Niederlande und England, das andere die apcnninis? Haibinsel. Nördlich dom erstgenannten Gcbiet nimmt die ZablMdcr odcssällx zu in Irland, Schottland, Norwegen wic Schwcden. Sebrbäufi ijtdic Tuberkulose in Spanien und Frankreich, von mittlerer Höhe sind die
iffern in Westdeutschland, in dcr S wciz, in den österre chischen * [ enländern; die Hauptberdc dcr Tuber ulose sind das Großherzogtum ZFR, Bayern, ganz bcsondcrs abcr Nicder- und Oberösterreich,
1") men Mähren und Schlesien, wo die Tuberkuloscsterbeziffern die höchste Höhe in Europa crrcichcn. Im gesamten Osten Europas, in Ungarn, Galizien, Rumänien, Rußland fordert die Tuberkulose, soweit aus den darüber vorliegenden Nachrichten geschlossen werden kann, viel mehr Opfer als in Deutschland. Man sieht, die Tuberkulose ist nicht nur da häufig, wo die Kultur fortéescbrittcn und die Industrie ent- wickelt ist, oder wo die Menschen 11 großen Stadien vereint leben, sondern auch in Gegenden, die noch (1le einer Verhältnwmäßig niedrigen Kulturstufe sieben, ivo größcre Stadtx LZelten sind und faL nur Landwirtschaft getrieben wird. Ob bei * erecbnung der an uber- kuloje Erkrankten dieselbe Reihenfolge wie bei der Sterblichkeit be- stehen bleibt, entzieht sich jedweder Kenntniznabme.
Paris, 9. Airgust. (W. T. B.) Wie der .Gauloiö" meldet, ist nach den Beschlussen der leßten, in Paris abgehaltenen inter-