1904 / 221 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 19 Sep 1904 18:00:01 GMT) scan diff

Seine Durchlaucht der StaatSminifter, Generalmasjor 31a. 8111136 der Armee, erbliches Mitglied des Herrenhau_es und Mitglied des Rcichsiags, FerberdFurst „von Bismarck ist am Sonntagvorm1ttag 1 1/4 Uhr in Friedrickeruh gestorben-

Wieder find die Augen des ganzen deutschen Volkes nach

riedrichSruh gerichtet, wie einst in den Tagen wo dort die

schicke der Welt gewogen wurdexi. Der _al'ierortezi, auch außerhalb der deutschen Grenzen,. mit schmerzlicher Teilnahme aufgenommenen Nachricht von e_mer schweren Erkrankung des Fürsten Herbert von BiZinarck ist nur allzuschnell die "Todes- botschaft gefolgt. Am _18. Sepiember 1904 ist der Furst zu Friedrichsrul) einem tückischeii Leiden erlegen. _

Nikolaus Heinrich erdmand _Herbert von BiSMgrck ist am 28. De ember 1 9 als ältester Sohn dTZ damaligen LandiagSabgeor neten Otto von_ ViSMarck-Schonhaysen zu Berlin geboren. Als er noch cm Knabe war, erstieg sem Vater die höchste Staffel des Ruhms. und des Erfolgs. Als Jän ling nahm er teil an _dem siegreichen Feldzug, aus_ wel em das neue“ Deutsche Reich hervorging, .und wurde bei der historischer: Attacke der Gardedragorier bei Mars-la-Tour schwer verwundet. Wenn die gaiize Nation voll stleen Hoch- qefüHls ihrem Pfadfinder, drm eisernen Kanzler, zu1u eite, wre hätte sick) der Sohn nicht mri iiiibeqrenztrr Verehrung und Be- wunderung für dcn Vater erfiillen Tollen? Daim ward erselbcr noch bei jungen Jahren schnell auf des Lkbeps Gipfel 11111geiragen. Am 15. Januar 1874 zunächst als Offizierzum Nuswarngrn Amt kommandiert und nach Attacbierung bei der Gesandtschaft in Dresden und demnächst in Münchsn am" 14. April 1875 zur diplomatischen Laufbahn in das _Auswarti_ge Amt_ em- berufen, wurde er, nachdem er eine Zrit lang mrt der Leitung der Missionen im „Haag und m Loiidon betraut gcwescii war, 1885 durch das Vertrauen seines Karsch ais Unterstaatsiekrctar in das NiiSrvärtigc Amt berufen, im'Mai 1886311111 Staats- sekretär und während der Regiermig weiland _ .inscr Friedrich ]]1. im April 1888 zum preußische'n Staatsmrmxier ernannt. _ „_ “_ _ .

Was der Staatssekrktär und Staatsministor Er_as Bis: marek an der Seite des ersten Reichsskanzlrrs ,als ds_syrn ver: trauter Berater für unsere auswärtigr Politik geleistct hat, das wissen bis jeßi nur wenige _emgrwcibtc . Mitarbcitsr. Sein Verdienst wird voll crit __ churdigt „_wcrden können, wenn dcrcinst_ die urkiindxicbgrr Z:ugmmc_ der diplomatischen Geschichte ]MU“, Jahre dcmMYijiorikcr vorlicgc'ti. Mit bcrrchiigtcr Genugtuung durfte der Sohn sicb sage:), da[; er, wie kaum rin anderer, dem chankcnfltige _drs (89111112; zu folgen und die Qlusgkstaltung der_großcn Entwurfc zu fordern vrrftand. Ganz ging drr Sobn i_n dem Vaier, drr Junger in dem Meister auf, und der Rucitritt des großen Kanzikrs wurdc nach des Grafcn Herbert cigiier Wahl 01111) der Ab: schluß feiner cigcnrn ministsricllen Wirksamkeit. _ -

Fürst Herbert Bi-Zmarck 11ng nach dcs groxzchaZzli'r-Z Rücktritt fcme Stellung im offentliche'n chsri 11111 Joige: richiigkcit und Würde. Die Lebensaufgabe, die' 11033 111121), diinkts ibm groß und schön genug, dqiikbar tur din Patrioten und tröstlick) für den Sohn, die Iiafgabr, kme Heilige Flamme zu bütcn, immer wwdcr auf di? _natixonalcn Ideale Und auf den Scha15 staaiSmanmscher Wershcit ds_s

roßen Vaters hinzuweisen. Die Liebe und Bkwundxruiig, die

]eder deutscbgesinnte Deutsche deni Andenkxn des nationalen Helden im Herzrn bewahrt, potenzierte sich in dem Herzende Sohnes. _ _ *

Zwei treffliche Sohne find de_m unsterblichen Vater schjiell nach einander in einem vorzeitigen Tode gefolgt. urid alle treuen Deutschen, dir heute an der Bahre von FrwdrxchSrizk) trauern, verkiuizén fick) in chi wärzniten Srgcnswunschen fur die unmündigcn Enkel des erixen Furjten Biémarci. _

Wenn ein Patriot, der mri) als der Tragkr Liner grbßkn nationale'n Ucbc:1icfcrung fÜiiitk, aus umkrkr Mitic s(QLLDÜ, so ist ein solchchrr1ust für dikUWLkich11d0n cms ncuc-Mabnung, das unsirrblick)? Vcrdienst dss uiirrsrßiickxe'ii Mannes“, ÖkffLU Name'n jcner trUg mid_.dcffcn Scdiid er ÜUZNT in Ehren boch birlt, nicmais zu vrrgkmcn.

Fürst Herbert bon Bi§marck ließ sicb, nacbdcm er don Ostkrri 1866 bis Anfang März 1869 das Frisdi'ich-Werdc,riche Gymxiufium beiucbt batte, bei der juristischen Fakultät in Bonn immzztrikuireren und „i_rat am 1. Oktober 1869 als Eiyjäbrig-Fieiwiliigßr in da:“; 1. Rbkimirbe

usarcnreginwnt Nr. 7 (Königébufarrn) ('in, dor. wo cr im Yaiiuar1870 zum ]. Earicdragonerrkgiment Verssxt w:rrdx._ Hier Trat er, nack) kurzer Immatrikiilation bei der Bkrlinrr Uxiibkriiiat, 1711 Frühjahr 1870 ai? Avaniageur übrr und zox; ais Pyricheiabiiricb mri seinem Regiment in den Krieg gegen Franrexkb. ? Jm Skriicmbrr drs- clbea Jahres zum Offizisr befördert, e_rbielt sr ipaicr daS EPM? Krsux

nfang1874 trat er in die diplomatiiche Lazifbabn em u_nd wurd? zu- nächst den Gefa'idiscbaftsn in Dresdcn Und "Mimcben atiarhtert und darin zur weitrrcn Ausbildung in das ÄuZwarnge Ami einberiricn. .Yre; dipTOmatiicbe Prüfung bcitand Lk mit AquUkhr-ung. Anfang April 1848 wurd? cr zum Legationbirkrstär ernannt. Er MÖLLTLTL kurzc _:Zeit als zwciicr Borswaiiékickrctär in Wikn und _farad ÖLMUJÖÜ in dcn Jabrrti 1877/78 im Peribulichi'n Disriie drs Rkicbs- f::ziers Vrrwyndung. In dieser S-thuwg nahm er «ck an den Arbeiten des Brrlinrr KongrxiisI 7.511. Vom Ja:)uar 1879 ab war er Legationsiekreiär bxi drr prsußiicbkn Geiandtichft in Drxbdkn. „ZU icincr miiitäriichn Steliung war er mrtrixrwexie zum Riiimsmer auigerückt und zu dyn Oifizirren Ü 18 5011-6 dar Arm-ce vcrisßr. Im März 1880 wurde er zum Lch.ga1wn§rat ernannt. Nach wicdkibzi11cr Bsicbäitigung bei der Botscbaii in London Ulid' bc: der poiitqcben Abteiiung dcs Auéwäriigcn _Amxs erhielt xk im Novxrriber 1882 den Pdiicn des ersten BchicberssCkreiars in Logdor'. udkrtrageri. 1884 wirkte C! in giricber Cigxnkcbaii Vorübergcbknd in Si. Prixrxbmg und wurd? am 11. Mai 1884 zum Kaiserlicbrn Griandtep im Haag ernannt. Ein Zabr ipäter übrrnabm er, untkr Brilegizng des Charakiers als Wirklicb-Ir Geheimer LkgatioriSrat, dez! Poxieri des

Unteriiaatsickreiärs im Aubwärtigen Ami. Nach einem weiixren Zabrc trat er als Siaatssekrctär an die SMS! dieser Beborde und wurde durcb Allerhöchste Kabinettöordre [wm 15. Sep- tember 1886 wii dcr Sieüverrrkiung des Neichsxanzlrrs _ im Bkreicbe dcs AuSwärtigen Amts beauftragt. Nm Werbnqckptßavend 1887 ernannte ibxi Kaiskr Wilhelm der Groß: zum Wrrkitchxn Ge- heimen Rat mit dem Prädikat .Exzslienz“ und am „22..AP11[ 1888 wurde er durch Aüerbbcbiir Kabinetthdre Kaiser Friedrich Staats- minister und Miigiicd des Staatéministeriums. Den Rot:)n Adler- orden 1K1affe mii Eichenlaub baite er am 27. Januar 1889 erhalten, am 25. Februar desselben Jahres war er von Seiner Majestät dem Kaiser und Könige zum Oberstleutnant 81a Zaids der Armee befördert

worden.

Der Staatssekretär des Auswärtigen Amis Freiherr von Richthofen ist vom Urlaub zurückgekehrt und hai die Leitung der (Heschäfie des Yußwärtigen Amts wxedxr uber- nommen.

Der Bevoümächtigte zum BuddeSrat, Königlich bayerische Ministerialrat und Kronanwalt Ritter von Burkhard ist m

Der Kaierli persische Gesandte Mir a Mahmoud Khan ist hierbei? zurückgekehrt und hat die Geschafte der Gesandtschaft wieder übernommen.

Baden.

Die „KarlSruber ZLÜUUZ“ schreibt: Bei Empfang der höchsten Staatsbeamten von onstan aiif Schloß Mainau am 9. September d. I. richtete_der ' eheime Oberregierungs- rat Dr. Krems an Sein? Konigltche Hoheit den Groß- herzog eine Ansprache, worm er im Namen der Anwesßnden Geburtstagglückwünsche darbrachte. In seiner Rede erwahnte er dann das im leßten Landtage zum Abschluß gelangte Ver: faffungsrcformgeseß. . Die Worte der Erwiderun , die Seiiie Kimi .UÖL'HOHLÜ dcr Großherzog an die Ers ienenxn richteie, „md m den Zeitungen sc r ungenau und zum Teil so u_iiricbtig mitgeteilt worden. da gmx mißverständltche 'Ero'rtcrmiget) daran geknüpft wurden. s ist daher notwendig, eme Nicht: stellung u brinqen, und wir find in die Lage verseßt,_ 111 fd gendem en analt der Ansprache dem Sinne track) rlchtlg Wiederzu- geben.

Nach Dankeswortcn führte Seine Königliche Hoheit dcr Großherzog aus: .

Die Einführun der direkten Wabl _für die; Zweite Karnmer des Landtages sei von i m im Vertraucn aus die fest begründe'tc (Heseßsb- treue und anbänglicbe Gesinnung des badiscben Yoikes, wie er sie in langen Jabren babe erlsbsn und erkeimrn durien, _unternommcn worden. Dieses Vertraued dründe sicb auf die Ct'sabrzmg, 1von welchem Werte es ei, das Pflicbtgefübi dcs RSJEjitkn „beim Volk? zur Erksmxtnis zu ringen, auf daß die Pflicht der M1trv1rkung bst der Arbeii für das Wohl drs Landes gcwmkt werds. Das, was er in der Vrrfaffungsfrage getan habe, ski gksch011211 in dcni_Lieiv11ßt[ein der Erfüllung einer wcrien Pflicht, und was in solcbcn FaU-xm Pfiirbt beiße, sei der Blick nacb oben, zum Lknker' alirrxunscrrr Gestbrckx, drssen Gnade uns beisteben möge. Dkk Aufgabe abbr, die nun brvorstebe, sei die Ankrendixng drr gcqrbcnen Nxcbw zum Wobiö des Landes. Hisrbci kniiiebc dis Pfiicbt, die',_ wie kr brffr. in ibrér Bedeutung _ ganz crkarmt wxrdsri moge. Es KLUL, gegen dis ;!mstürzleri1kbrn Trndcuzen mi zusammeii zu halten und zu bekundsn, daß die staais-xrbxalisnd 1161701111011 Burgcr obne Rücksicbi auf das Partciintcrsffe das Ziel fxstNiiii Ange ke- biciisn, nur Vsrtreter xu wäblk'n, die u::bcdirgt „kik Grundfesten des Staates aufrecht erbaltcn woiitcn. Dax sci cine Pßirbi. 101? MW dann richtig erkannt werden könrik, _WSFM mgndun _Séid 4:18 kme r-ai'b oben gerichtete Verpflichtung auxfamr. Jirdtchm Sinne brite er die Erschisnenkn, in ihren Kreisen für die Cimgmxg dcr FWW Badsiijer zu wirkkn.

Deutsche Kolonien.

AusDkutsch:Südwc-stafrika erfährt „W. T. I.“, daß ÖLL' Nciter Emil (5511 itav Bium, geboren 24. August 1884 in Elbing, früher Grcimdirrrrgimcm Nr. 9, am 15. Sep: tcmbrr im Lazarett Okosongobo am Typhus «rstdrbcn sci. Drr Reiter Alfrcd Sedclld, 9611. in Raircnbnrg, frübrr im Jufantcrierégimcnt Nr. 87, T_VVTÖL ftir 10. 211191111 bi'i Okaieitei vermißt, Der UNil'WfslZikr Fkiß “Miiller, gcb.16.Feb,ruar 1879 in Groß=Wsssnberg, Kr. xtormarn, früher im 9. Jägerbataillon, sei am 14.STP1MWU' 1mL:zarctt zu Waterberngsztéphus gestorben.

;-

Frankreich.

Bki der gestern in Ajaccio vorgrnommcncn Nachwahl zum Senat für dsn kastOkkaM SriiQTdr Mircmrciole (radikal) wurdc, dcm „W. T Y.“ zdsoigc, dcr mmUtrrie-Uc prublikaiicr Aréiic mit 676 Siiwmc'n grwiiblr. TVT Ergon- kandidai Décori (NFPUbiikÜNks) eiiiis'ii 96 Sxiiiime'n.

Dkk 'm TQULor. zum Hdipiiaiiibiff umgrbautc rxrffiscbe Dampfcr ,.Orei“ ist nach Barccldna (LÜZMNZWCU, wo ('r Kobicn Nehmen wird, Um sich ai§ddxm nacb Ostdsirn zu be: gében. Dir Miiirärbcbördkn babén dM Dampftr mit Variieren verscbrn, in dcnkn frfigkstciii wird, dax; :*r kciricrlci Krirgs: munition an Bord bat.

Rußland.

Dcr Dirckior dcs DLPQÜC'MLUW fiir akigkmeine Angrlegcn: briicx'. im Ministerium des IUUL'M SiÜrmer ist, wie dem .,W. T. V.“ gomcidct wird, in den Rkici)srai beriifcn worden.

Italien.

D;"? Sckiloßqcistiiche iii Raccoxnirzi ('1'1L111L, wir „W. TV.“ bcricbict, dcm Prinzrn von Pismont dis Luitraiion, Dix fcieriirbe Taufzcrsmonie wird in Rom stattfinden, io- baid dix Kbnixiiiriik Famiiie ddribiii ZiikÜckZCbLhri skin wird.

Spanien.

DN russische KonsUl in Vigo, dEr gicicbzkitig Konsul für England ist, hat UUfBLbei dcs russischen Ministers des Vlkußrrn Grafsn Lamxxiidrff sem? Geschäfte als rufiiicbcr Konjai an den franziisisciikii Konsul ad- ge eben. - Dkk Kommandcxrii diE rUssisckxn Kreuzer?- „Ékkék“ ist von Liffabon in Big!) Linxxrirdffen und bat dem französischen Konsul eimn Besch) abgrsratist.

Niederlande.

Das Budget für Niedrri-äudisch-Ostindien für 1905 in Höhe von 16115 Mil1ionexi (Huidsn wrist ein Defizit von 141'2 Millionen (Hulden auf; die Jirgix'rung kündigt daher eine Erhöhung drr Eiriiiikirzölle und eine (Hewrrbcsteuer an. Der Stadt Batavia und den' Orseii YiecsWr-Cornelis und Buitcnzorg soli Autonoma: gew-xbrt werdeii. Bxi den Budqrtansäßen für das Heer und die Fioiie hat die Regierung der Lage in Ostasien Rechnung getragen.

Türkei.

Aus Konstantinopel meldet das Wicnxr „Telegr-Korr: Burrau“: zum Kommandanten des “ur Unterdrückung der albanesischen Bewequng zusammengefieliien Korps sei der Divifionögeneral Suleimay Pas (13a eriianzit worden. Eine Bci ade unter dem Brigadegrneral Bidaxct Pgscha solle nacb Mitrowißa, die zweite unter dem Bri ade- general Said Pascha iiach Priz-rend kommen. Vquaufig würden die Brigaden ]e fünf Bamillqne jiark sem; sie dürften aber verstärkt werden. "- Dieser Tage werde

(Saloniki) beendet sein., Dort würden _sodann _außer der organisationSgemäßen Friedensstärke (83 Nizambatgillone an mobilen Truppen nur folgende_stebex1: 16 Redithtai um weiter Klasse, früher Jlave, die bei Beginn der Demobilifierung ber Redifs erster Klaße als teilweiser Ersaß einberufen wordezt seien, sodann 12 weitere Redifbataillqne zweiter Klasse, die soeben einberufen und dazu bestimmt seien, die _gleiche Anzahl Nizambataillone zu ersehen, deren Entsendung m das Gebiet von Prizrend vertfügt worden FU, um der_ Bewegun der Ljumescn Einbat zu tun. ebenfalls seien nu_n urch die beinahe durchgeführte Demobilisierun der „Zeit .mehr als einem Jahr mobil gewesenen 7 „Rxdtbataillone die drei" in das Reformwerk einbe riffenen Wilajets o,on den großen außerordentlichen militäri?chen Aus gbcii, die _von türkischer Seite auf etwa 600000ka111ch jahrlich beziffert würden, beinahe ganz entlastet.. Die Zivtiaqenten hätte_n daher in der jüngsten Zeit beim Generalitispektor aiif die Regelung des Budgets der drei Wilajels im Sinne der Finan- reform des Mürzsteger Programms zu dringen begonnen, an es dürfe nun die Ordnung dieser Frage- auf_ Grund der früheren Erhebungen und Vorarbeiten m Angriff genommen

werden. Dänemark.

Die Königin von England und die Prinzessin Victoria sind «ostern nachmittag, wie „W. T. V.“ meldet, an Bord der Jacht „Victoria und Albert_“ _in Kopenhggrn eingstroffcn und von dem König Christian, . dcm Konig von Griechenland und den übrigen Mitgliodern der Königlichen Famili e empfangen und nach Schloß Vcrnstorff geleiict worden.

Asien.

Der (General Kuropatkin bat, wre „W, T. B.“ erfährt, dem Kaiser unter dem 16. d. M. gemeldet: , '

Di? ganze ::iandschuriscbc _ Armee ist durch die "buidreicbe Beurteilung ibrcr Mübcn und Kampfe durcb EUU' Maxssiat iiberaus erfreut worden Wir alle sind allrin von dem WYMÖ durcbdrgrigen, ken Feind zu besiegen und das Bciirmtey, das unicr obxrsirr Kriegs- bkrr in uns scßt, zii rechtfertigsn. ch bm ubcriqnqt, dix; dic Truppsn aucb ferncrbin niit Selbstvrriengnurg [bie Pflicht ersiiiien wrrden. Dcr Rückzug aus Liaujang n'ar untcr dL11U111110110C11„11ntek dcnsn er rr-[ivogrn wnrdl,“ in der Tat notwsndig und 9.1ka bei ihrer Scbwirtigkeit hervorragende Taxi. Sogar unsere Gcgnersmd diesmal äußerst bcscbeidcn. In ihren Bcrizbtcn werden weder die Gefangen- nabmc von Mannschaften noch 010 Wegnahme bon Gescbu en und anderen Twpbäkn crwäbnt. Dcr amilickhe Bericht dcs enerals Kuroki bestätigt, daß am Morgen des 4. September die ganze Arnzee Knrokiß, die? zabircicbste don al_1cn drei fcindltcbkn Armccn, sicb béréits anf dem rccbtcn Ufcr dos TaitirQUffes besizndrn „babe und. 1111127 für fie günstigsn L edingungrri die Ttupbkn, die». Ltguxaug bertcidigtcn,_von dcn Trixppcn, die auf dem rscbten User dk-Z Taitsefluffes standort, hätte abscbncichn könmn. .

Dcr Cbef des Stabes des StatthaltersAlexcicw mcldct dcm Gencralstabc: ' ,

Dsr amiiickye Bcrirbt des Viarsiballs Obama über, die Etn- nabme Liaujangs weiche stark vrn drr Wahrheit ab, insofsrn dsr Feind Krirgsvonäte und roiicndes Materiai zienommxn haben wolle. In Wabibeix baden wir zwsi alte, zur, Wegschafsung unßeeigncte Waggons, die als Wohnungen dientxn, einige zerbro ene imd auAf- gegcbene Patroncnwagcn sowic einige . Verbsuits lcchkasten fur Patronen zurück/Zeiaffsn. Unscre _aUgcmem bekannten Revolbcrkugclu mit stumrfer Spitze smd fälschlich von dem Marschall Obama als Dumdumsescboffe bkzricbnet wvrden.

Wie der Generallcutnant Ssacbarow dem (Hrneral: stabe vom 17. d. M. meldet, batts die Mandschureiarmee am 16. urid 17. Sepismber ksmc Kämpf: zu bestehen. Auf der ganzc'n ("*r-oni ch Gcgnerk: wiirdcri dis Vorpostrii"k_)edcutend verstärkt, bcizondc'rs bciderfi' Bianiuniusa iind 01111ch von dsr Eisenbahn in dcr Richrung auf die Stcmkohlcngrubcn von Z antai.

Aus Mukdén vom 17. d. M. berichtet das „Nsutersrhe BUL*M11“, man m€1dr,daßdic J apano r auf [3810811 Fla nken VON Tsikn, Siiddjisn und Südwcstenkvorrückten. Die russischem Vorposten bäitin enge FÜNYUI rnit den Japanern, die 20 Moilcn südwestlich von Mukdkn 'ständen, und Es fänden frist beständig Scharmüßel statt. Anzsichen deutßten daraii hm, daß es zu Liner neuen qroßeu _S_chlacht in der Na 8 von Mukden kommen werde. Die rus111chen Trapped hielier) alle umliegendrn Tbrfe'r besrßi. Tausende von Fluchtlmgen stromteii in die Stadt hinein.

AUS Tokio vom 17._d. M. meldet dasselbe Bureau: DLT Marschall Obama bcrichte: '

Die ruififckyc'n Kavallerievorpysten babén ibre Operationxbasis in Pantscbiapau, Hanlinpau und Pasantschiatsii. „EZ findkn lieb AufklärunsSriite in die (Hrgend von Wulitaitsu und Nixenfulatai sicxn. Die Ruffen nehmen eine ]2 Yieilen lange Front in der Nirhtung auf Jinrai ein, das ZMeilen won Tatangichanpau entfernt ist.

Ekstkrn früh ist iti Tokio eine Meldung des Marschalls Obama eingetroffen, die folciendes besagt:

Der Ge-ixral Oku habe in Liaujang 13 Nuffrn zu foangenen JLMchk. Cr berichte fritirr. daf; di? Japan er in Ltauxang 30 Pferde, 2258 Gewrbre, 127“ Muriiiionx/Zwaixen, 5892 (Granaten, 659 930 PÜWMU und große Memgen Holz, Mehl, Neis, Futter. Werkzeuge und KléiÖUUJ eibemet hätten. Die Generale Kurokx und NddzU bätisn ksins Geiangenrn gemacht. Der (General Kuroki babe 40 Pferd? und Munitionswagen, 800 Gewehre, 300 Granaten, 600 030 Patronen, einen telegrapbischkn Apparqt und verschiedene Wkrkzeuge erbeutet. Dem General Nodzu seien 490 (Gewehre, 1164 Granaten, 37 880 Patronen, 3 Heliograpben, Telephonayparate, Werkzeuge und viel Mundvorrat und Holz in die Hande gefallen.

Infolge der Nachrichten über RLibungené die zwischen den japanischen Militärbebordrn und den dem; japanischen Hrere weilenden fremden Offizieren und ZLUUUFS- berichterftaitern vorgekommen smd, hat, dem „Reuters en BareaU“ zufolge, der Marschall Yamagata nachfolgrndes Tslegramm an den Marschall Oyama gerichtet: _

Die ron der Kaiserlichen Regierung 'erlassene KriegberklaruW sowie der an das Volk ergangkne Aufm! stitßen sich auf die Grund- fäye der Billigkeit und stellen daher“ keinerlki Unte1schied der Raise- der Religion oder drr nationalen Sitten auf_. Das ein ige Ziel des Kkie es iii, drm Reiche die Erhaltung des Friedens zuck1 ern und die Wo [taten der Zioiiisaiion im gemeinsamenIniereYe a er Nationen zu verbreiten. Es ist daher zu hoffen, da? dicieGrundsciße ei der von uns gegen die bei unserem Heere weilenden remden Offiziere und Ver terstatter beobachieten Haltung Anwendunk finden werden, und daß lese so- lan e militärische Geheimnisse n cht verleßt werden, von uns mit der baltslosefteu Herzlichkeit behandelt werden, damit die aufrichtl9§ Haltung Japans der ganzen Welt offenbar werde.

Nach einer Meldung des „Reuterschen „Bureaus“ _aus 5 eking ist es daselbst am_ 15.1). M. zu eiiiem'ernktlrchen

usammenstoß zwischen ch1n2s1schenuunv itaiieii [chen oldaten gekommen. Als auf dem (Gelande der italienische)?

die Heimsendung der 40 kleinasiatischen Medif-

Berlin angekommen.

bataillone aus. dem Bereiche des 111. Korps

Gesandtschaft italienische Soldaten exerzierten, blieben zwe!

unbewaffnete Yinesifche Soldaten auf der öffentlichen Straße stehen und a en zu. Von den Italienern. we gewiesen, weigerten fie fich, fortzugeben. Es entstand eine ch1ägerei. Die beiden Chinesen wurden geprügelt, Während der eine ergriffen und nach der italienischen Gesandts aft gebracht wurde, lief der andere nach dem Hause des Befe [Shabers der chineüschen Truppen. Etwa ein Dußend Italiener liefen Hinter ibm her und feuerten zwei Schüsse in das Haus hinein. 'Die chinesischen Soldaten schickten sick) an, das Feuer zu erwidern, wurden aber von dem Kommandeur davon abge- halten. Von chinesYcher Seite wurden alsbald bei der italienischen Gesandts aft Vorstellungen erhoben, doch ist bis- her noch keine Antwort erfolgt.

Der „Agence avas“ wrrd aus Peking vom 16. d. M,

emeldet, chinesis e Truppen seien nack) dem Süden der

rovinz Tschili und dem Norden der Provinz Honan entsendet worden, um dort den Ausbruch von Unruhen zu fverhindern, denn Agitatoren drohten, in diéLen Gebieten eine eindseligeBewe ung gegen die Eisen ahnHankau- Peking hervorzurUJSn.

Dem „Reuterschen Bureau“ wird aus Lhas s a gemeldet, daß der Abmarsch der Engländer auf den 23. d. M. fest: ge eßt sei. Es friere bereits Nachts. In den Ver en sei Sc?nee gefallen. Man befürchte, daß die Leute, da sg Pe ze hätten, stark leiden würden.

ie keine

Nr. 75 des „Zentralblattsder Vauberwaltung', beraus- kegeben im Ministerium der öffentlicben Arbeiten, vom 17. Septsmber 904, bat folgenden Inhalt: Amtliches: Dienstnacbricbten. - Nicht- amtliches: Die neue Technilxcbeßocbscbule in Danzig. - Entwickelung des städtischen Schneliere rs seit Einführung der Eiektrizität. »- Us]. Wanderbersammlung des Verbandes deutscber Architekten- und Ingenieurvercine in Düsseldorf vom 11. bis 14. September 1904. - Vermis tes: Jdeenrvattberverb zur Erlangung bon Künstlerischen Ent- würfen ür ein berrscbaftlicbrs Wohnhaus in Honnef «Rb. - Wett- bewerb um Entwürfe für ein Sparkassengebäude in Jägerndori. _ Gedächtniskirche in Speyer. - Freisiebender Aborifiß.

Statistik und Volkswirtschaft.

Zur Arbeitsrbewegung.

Eine Versammlung aÜer in den Siemens-Scbnckert- “Werken inBerlin beschäftigten Arbeiter und Arbeiterixinen, egen 1800 Personen, nabm, wie die „Voss. Ztg.“ mitteilt, am Freitagabend folgende Erklärung einstimmig an: „Ist der Ausstand im Glühlamkpenwerke nicht bis Ykontag, 19. Scptember, Abends, beendet, so wird in den anderen Werken der Firma in den Abteilungxzn die Arbeit niedergelegt, welche in der Lage sind, die gesamten Werke zum Stillstand zu bringen.“

DicAquiandbe'ivegung, die in Italien eingeleitet worden ist, um gegen die Vorgange in Baggern auf Sizilien, wo Karabinieri mit Bauern zusammengestoßrn waren, zu protestieren, hat, wie „W. T. B.“ mrldet, außrr Mailand, Pionza und Genua (v [. Nr. 220 d. Bl.) aucb cmdere Städte in Mitleidenschaft gezogen. Zn Bologn a find die Arbeiter ebenfaus in AusstandYtreten, während in Florenz, Liborno und Neapel der treik nur für einen Tag erklart wurde, deSgleicben in Forli und Fabriano. Jn Turin haben troß der Erklärung eines aligemeinen Aus- siandes am Sonnabend nur einige Arbeiterklasfen die Arbeit niedergelegt; in Rom sind im wesentlichen nur die Angesteliten der Straßenbahnen und die Kutscher ausständig. Auch aus Terni und Ancona werden Ausstände gemeldet. Verschiedentlich kam es zu Straßentumulten, und an manchen Stellen wurde auch der Eisen- babi-betrieb grsiört, besondkrs in der Nähe Gxnuas und auf der Strecke Vencdig-Meßrs. - Jm Axiscbluß an dick.? Vorkommnisse ist eines Depcychenwecb1€19 zwischen dem Bürgrrmrisier don Turinf Senator " Frola, und dem Ministerpräsidenten Giolitti zu erwabnen. Der Bürgermeisirr richtete an den Präsi- denten folgcndes Telegramm: Die foziali tischen Gemeinde- rate fordern den Bürgermeister auf, fich bei der egierung zum Dol- metscher des Wunsches drr Arbeiter zu machen, daß xine Intervention der Truppen in bürgerlichen und frisdiicben Konflikten zwischen Kapital und Arbeit vermieden werd?- Da mir der Wunsch in dieser orm Frecbt erscheint, zögere i_ch ni t, ibm beizutreten. Der Ministerprä dent

iolitti antwortete, bat; er s ets für die absolute Freiheit zum Ausstand und, die Pflicht der Regierung, in friedlichen Konfiikten zwischen Kapital und Arbeit nicht zu intervenieren, eingetreten sei. Die scbnxerzlicben Vorkommni e, die man allgemein bkdauere, seien aber UnfaÜe, „die mit Feiner Blenderung des Regierungsprogramms etivas zu tun batten. Die Gerichtsbebörde unternehme die nötigen Schritte, um etwai e Schuldige festzustellen.

Aus om wird von beute gemcidet, daß in allen Betrieben wieder gearbeitet werde und die Stadt ibr normales Aussehen zeige,

Kunst und Wissenschaft.

Wie die „Kölnische Zeitung" erfährt, hat der Völkerrechtslebrer, Profeffor an der Brüsseler Universität Ernest Nys Von der japanischen Regierung dsn Auftrag erhalten, ein Gutachten über Verschiedene Jrggen des internationalen Rechts auszuarbeiten, die der gegenwärtige rieg hervorgerufen bat.

Der Ophthalmologenkongreß in Luzern (Vgl. Nr. 218 d. Vl. wiirde, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonnabend geschlossen und a s nachste: VersammlungSort Neapel gewählt.

Land- und Forstwirtschaft.

Weizeneinfubr Marseilles.

Nach den Wochenübeificbten des in Marseille erscheinenden ÜSSmaphore“ bat die Weizeneinfubr Marsriiles auf dem Seewege

tragen:

in der Zeit Vom 7. bis zum 12. August d. J. . . 135 344 (1- davon aus Rußland . . . . . . . 46 030 ,

in der Zeit vom 14. bis zum 19. August d. J.. . . 113 018 badon aus Rußland . . . . . . . . 40 406 .

in der Zeit vom 21. bis zum 26 August d. I. . . 113 022 . davon aus Rußland . . . . . . . . 28 468

in der Zeit vom 28. August bis zum 2. Sept. d. I. . 110 548

davon aus Rußland . . . . . . . . 60 881 . I]"1 d4e610 P(klars eiller Docks und Entrepots befanden sich am 31. August * U-

d.J

Ernteergebnisse in Rumänien.

Dao Kaiserliche Konsulat in Iassy berichtet unterm 8. d. M.: JFdFrntearbeiten sind im August 13- I. bei günstigem Wetter beendot Das Ergebnis der Wei en- und Rog enerntc ift, was die Menge anlangt, in den Bult en Botoscban un Doro oc miktel, in a v, Sutscbawa, Roman und Bacau unter, mttel, und in den übri en Bezirken schlecht. Ae ulicb lie en die Ver- hältnisse ei der Gersten- und Ha erernte, ie im gan n ausizefallen ist. Zu bemcr en

eignete Fracht geliefert bat. Der Mais bat infolge der Dürre stark Ylitten, sodaß auch einige ergiebige Niederschläge gegen Ende des ' erichtsxnonats eine Besseruna nicht mehr herbeiführen konnten. Die Ernte iit bis auf Teile der Bezirke Botoschan, Dorobac, Sutscbawa

FIM? _sfTweit erholt, daß das Vieh bis zum Winter mit Futter ver- org ! .

Ueber 'die Herbstaussicbten in der Ostschweiz schreibt die B,as'ler_?'eitung vom 15. September: Die Ostschweiz darf einem gut mtttelma igeanerbst entgegenseben. Troß der Trockenveriode in den Monaien Juli und August sieben _die Kulturen im allgemeinen gut. Das erbstgras, der sogenannte dritte Schnitt, läßt aÜerdings durcb- ivegs' ebr zu wünschen übrig. Der Ertrag an Kartoffeln wird be- friedigend ausfallen, namentlich in qualitativer Hinsicht. Die Obst- ertrage stehen im Kanton Thurgau ,und teilweise auch im Kanton St. Gaiien etwas über .mittel'. Durch die langeTwckenbeiiwurde die Er- giebigkeit der Bäizme etwas berabgemmdert'und frühes Fallen derFrüchte verursqcbt. An einigen Orten, namentlich _1m Thurgau, find die Minier- und die Obstwade als gefräßige Schadsmge aufgstreten. Auffailend ist, wie in einzelnen LandeSgegendeti der obstbaumreichen Ostschweiz besonders und sogar fast ausschließlich,die Birnbäume mit rüchten bebangen sind; ixi andern Gegenden ist dann wieder das egenteil der Fall. , Aucb'dic einßelnen Obstsort-exi sind je nach der Gegend in ihrer Ergiebigkeit verschieden. Teilersbirnen, die im obern Teile des Kantons St. Gallen voUe Erträge liefern, haben in einzelnen Ge- gxgrnden des Thurgaues die Erwartungen der Landwirte nicbt sr'fulit. Für Frübobsi war ,der Absatz nicht befriedigend; die Preise standen auffallend niedrig. Hinricgen ist die Nachfrage nach Most; urid Luxgsobst sebr rege. Jm Thurgau machen sich jéßt schon auslgndiscbe Handler mit ihren Agenten bemsrkbar, und WM fixid verschiedciis_ Verkäufe abgeschlossen worden. Die erzielten Preise durfen xedock) Nicht als Wegleitung für den kommenden Hsrbst be- trgcbtet werdrn. Teilersbirnen wurden z. 28. schon zu 4 r. für den Kilozentxier verkaUst, andere Frübbirnen zu 5 bis 7 Fr. östli- und WafferbirnJi Wurden zu 8 bis 12 Fr. “losiieschlagen, Mosiäpfel zu 6 539 9 Fr. Sehr wahrscheinlich werden die Obstpreise um einige Franken fiir drn_ D'oppelzsntnxr böber angeseßt werden müssen als bei diesen frUÖZSTTiJSU Kaufabscblüffen. Die Obstkommisfion des Kantons St. (Salieri hat bereits in diesem Sinne die Preise iestgeseßt, ob mit Erfolg bleibt abznwarten; sie möchte damit dem Zwischenbandrl einen Rißgki strc_ken, um die Einnahmen der Obstzücbtkr etwas zu bskben. Wie in fruheren Jabren, so wurden auch heuer wiedxr zuviéi Käufe bor Herbstbegtnxi abgescbioffen. Unsere Bauern werden anch im Jahre 1904,Wiede_r rriabren, daß die Obstpreise gegen den Spätherbst al]- mfabliéh strigen; (:s ist das zwar eine (1113 Erfahrung, die aber immer wiedér bsrgcffen wird zum Nachteile drr Landwirte.

Ueber den Obsierirag und-den Obstbandél am Zürichersee schreibt die .Scbwrizrriscbe Landwirtschaftliche Zsitscbrift“ unterm 10. d. M.: Fragen wir zur Zeit nach schönem Tafelobst, so glauben u_nsere Landwirtx fast dnrcbweg (xm [LHijäÖ'liFen Preise fsstbalten zu konnén. Das nt auch ganz begreiflich für Leute, Welche die Obstlage gqußc'r unsersn Landesgrenzen nicht kennen. Man sagt sich, der dies- 1abr1ge „Obstertrag steht dem [6 tjäbrigen quantitativ ziemlich voran, hingegen hat die günstige irrerung gar schönes farbiges Obst erzeugt. Dem gegenüber siebi nun die Tatsgcbe fest, daß nicht_ nur die bekannten riValiüerenden Obiigegenden anderer Lander, sondern unser Hauptabsaxßcbiet, Denkschland, zur 3511 ganz bedeutende Obstquantitaten an eine Hauptpläße ab- zugeben imstande ist. Unsere Leier hiervon zu übcrzeugen, diene ihnen zur Kenntnis, daß vor einigen Tagen in Zürich deutsches Tafelobst ziim Verkaufe an*eboien wurde. Diese Aussichten wären nun aller- dings zirmlicb, tro tlob. wenn wir nicht aus Erfahrung wüßten, daß,. wenn die Preiß im Herbst niedrig angesetzt werden müffen, eber Aus- sicht ist auf steigende Tendenz und umgekehrt. Man möchte sagen: die Preise regeln sicb gewöhnlich selbst.-- Ist nun zur Zeit unsere AbsaßqueUe ein w€nig ein etrocknet, so ist ziemlich sicher an- zunehmen, daß fich aucb au? diesem Gebiete die Witterung ändern wird. Unsere „Frühherbstsorten find bald beisammen; verkaufen wir diese so gut wie möglich. Die mittleren Sorten bsbaltsn wir zurück so lange wi? möglich, und ganz haltbare schöne Ware kellern wir ein oder, wo dies nicht möglich isi, verkaufen wir erst gegen Ende Oktober, falls nicht vorber gümiiqere Preise gebotxn werdrn können. Es ist nun mit ziemlicher Sicherheit anzunehmen, daß sicb bei den jeßigen niederen Preisen im Auslande die Obstber- brauY dermaßen steigert, das? in kurzer Zeit große Quan_ritätrn der- br_au t sein werden; freuen cb doch die Einwohner deuticber Gros;- stadie überal] über billiges Obst. Sorgen wir nim dafür, daß wir unser Tafelobst als solches behandeln und nicht, wie es imawr wieder vorkommt, bei seiner Ablieferung alTe möglichen Sorie'n mischen und minderwertige Ware mitsenden. Ist dann die sorgfältig gebfiückte Ernte beisammen, so dürfen wir hoffen, daß sie (:ck) drr Qualität entsprechend bezablt Werde.

Gesundheitswesen, Tierkrankheiteu und Absperrungs- maßregelu.

NiederländisÖ-Jndien.

Nach im ,Jadascben Courant“ vom 16. Augusi d. J. ver- öffentlichten Verordnungen des Generalgouverneurs von Niederländisch- Jndien ist wegen Ausbruckos der Pest die Quarantäne gege n Foochow und Macao (Südcbina) yerbän gt worden.

In Detmold waren, der „Magd. Ztg.“ zufolge, bis zum 16. September 420 Fälle von Typhuserkrankungen amtlich emeldet. Als geheilt sind von den Erkrankten bis jest nur 12 Per- Lonen gemeldet. Siebsn Kranke nd bisher gestorben. Ein NachwG? der Epidemie ist noch nicht fetzustellen. Am 14. und 15. d.5 . kamen 40 neue Fäiie zur Anzeige.

* Konstantinopel, 18. Sxptetrzber. (Meldung des Wiener .Tklegr.-Korresp.-Burraus'.) Mit Rucksicht auf vier in Baku vor- ?ekommene Cbolerafälle ist für Herkünfte aus Batum ärzt- iche Untersuchung und Desinfektion vorgeschrieben worden.

Verdingmigeu im Anstande.

Belgien.

27. September 1904. 116031 (16 71116, Ostende: Lieferung von Röhren und verschiedenen Gegenständen für die Wasserleitung. ():-111101" (188 obarxos 0,50 Fr.

8. Oktober 1904, 11 Uhr. Justifzministerium, 2 Rue Ducake, Brüs sel: Bau eines Rettungbbauses ür Frauen in St. André bei Brügge. 99000 Jr. Sicherheitsletstung 10000 Fr. Eingeschriebene Angebote zum 5. ktober.

Aegypten. 18. Oktober 1904. Jäwiuth-raßiou (168 Showing 66 lsr (16 l'lübat, (163 '1't516grap1188 st- äu kort- ä'zloxanärjs: Lieferung von Holz. Bekanntmachung und Lastenheft: beim .Neichöanzeiger“.

Verkehrsanstalteu.

Beförderun? von Gütern an der Eisenbahn. Die Ursache der Vetsch eppung von Eisenba nstückgütern lie t vielfach darin, daß die Versender die ihnen nach § 58 der Eikenbabnver- kebröordnung Zbliegende Be eicbnuYi des Guts unterlassen oder nicht genü end auöf hren. Oft iii die * ezeichnung so allgemein ebalten, kein euügendes Unterscheidungßmerkmal bietet und erwecbs- un en begün tigt. oder aber : stimmt mit den Angaben im Frachtbrief nicb genau herein. Wicht g ist, daß das Frachtstück außer mit

Md Jaffy gefährdet. Die Weiden haben fick) infolge einiger Negen- *

von den Begleitpapieren unter Umgehung besonderer zeitraubender achforstbungen sofort seinem Bestimmungöort zugeführt werden kann.

r selbst deutlich und dauerhaft angebracht. Läßt die affen eit des Guts dies ni t zu, so müffen Täfelchen aus HoF, Paxpe, Schirting usw. ange racbt werden. Si nierfabnen aus Schirting mit entsprechendem Vordruck werden zur äuflicben Abgabe an die Ver- sender bei den Eisenbabngüterabfertigungsstelien vorrätig gehalten.

gestellt;,m'an'boffi, daß der_Bau bald in Angriff genommen wi , zumal die [eisigen Anlagen fur die Bedürfniffx der Schiffahrt völlig unzureichend find. Seitens der russischen Südwest-Eisenbabngeseaa schaft werden gegenwartig große Getreideelevgtoren in Odessa gebaut.

Theater und Musik.

Deutsches Theater.

. ermann Heyermans, der boliändiscbe Di ter, it bei uns kein Fremder mehr, seitdem wir seine_ *Schaitspielec?Die Hoffnung“ und „Gra 67- 18001713.“ m denisckpen Aufiübrungen kennen lernten, und seine neue“ dramatqcbr ArbLit .Kettenglieder', die am Sonn- abend auf crrselben Bubne ,in stne girig, auf der er seine früheren Erfczlge errang, bat den biébrr Zewonneren günstigen Eindruck nur bestatigt; Hcyrrmans beboxzxißt freilich rinsn Stil, der bei uns nicht mehr . so eiziisitig gepiiégt wird wie ehedem, als der NgturaliSrnus itrenqstrr Srbuie am Ruder war, der vielmehr Ltiier freiersn Aniiaffung wisdsr ZSWiÖLU ist; er schwelgt noch 111 der breiten Schilderung drs Zusiänklirhkn, in drr Beobachtung vo'n aÜerlei Einzelzugen dcs _Aiitagsicbsxix, rrrsn gcwiffenbaste Auf- zeichnung manfeinst als unrrlaßlick) für bis WabrbsiiSkunst hielt. Bei ibn) obenr isi HTLF? Kunst noch nicht zur Manis: gérrordrn, er batseinen Blick fur Kikinigkeiteii gescharft, abxr er sikbt fix doch mit dem Auge drs Poeten, ,der emen ausgeprägten Sinn für Humor bkfißt. Aller- dings. bat srm Humor„ der zumeist auch aus der Tragik berborlugt, zumeist etwas Grimznigeb, weil er Höitékkéit über Dinge erweckt, die an _ sich schmerzlich bsrubrxn. Darum nennt er auch sein Stuck ironisch: „Ein fröhltchrs Spiel am häuslichen Herd“. Diesxnl bansiicbrn Herd bat Paiicras Dizif als einfacher Schmied einst begrunbet; Gited fur Glied hxzt er die Ketten g€schmiedet, die ihn zu Wbblsiand, 1a sogar zii Reichtum emporzogen. Seinen Kindern, drei, Söhnen und einer Tochter, ließ er eine sorgfältige Erziehung angsdsihrn und versorgte sie fürs Leben, und gab auch in semcm zu einer Aktiengeseüscbaft umgewandelten Fabrikariternxzbmen als moderner König Lear die' Zügel aus der Hand, um“ si'lnét1 Lebenßabend in Ruhe und Glück zu genießen. Zu diesem Giucks ereiwt sich der noch rüstige Fünfzigjäbrige an seinem vrreinsa1iiteii bausiichn Herde wieder ein Wüib. Und er braucht nicht iatige 'z11 sucher); Marianne, die Vor kurzem als Wirt- schaftizrixi bei ihm Dienste genommen und ibn auch während einer ernstlicbkn Er_kxgnkung aufopfernd gepfl-th bat, erscheint ihm durch Anmut, Sitxsamkeit, Gew1ssenbaftigkeit in der Pflichterfüllung in hohem Maße fur den dauernden Platz an seiner Seite geeignet. Sem Antrag Verwirrt sie, und nach einigem Zögern gesteht sie ihm, das? sie xiicbt, Wie er glaubte, Witwe sei, sondern. ihre Zeug- nt (: gefalscbt habe, um " fich und ihr vaterloses Kind, das 1761“! _Pflsgr gegeben, ernabren zu können. Duif bleibt twh- dem bei se„me'm Vorhaben und kündigt der Familie seine Absicht an. Alle mdgltcben Mittel werden nun Von der egoistischen, geldgierigen, berzlosen Sippe angewandt, um den Alten um sein Glück zu bringen. Es gelingi thSU, außzukundscbaften, daß Marianne ibr Zeugnis ge- falscht_ bee, und sie droben in robesier Weise mit dem Staats- anwalt; den „Vater aber lgsien sie durch einen Psychiater beobacbtsn, um ibn erforderiicheniaüs für unzurecbnungsiäbig erklären zu lassen. Obwrxbl Duif dieses Swirl durchschaut, sxkbt Lk ibm doch marbtlos „gegenuber. Marianne derläßt das Haus, und er bleibt aliein an „dem nun gänzlich vérödéten häuslichen Herde, nunmehr Trost und Vergeffen im Trunke suchend, zurück. _ Die Dar- steliung wurde im großen, und ganzen den Absichten des Dichters gérexbt, 'das Zusammenspiel tn den Familienzankszenen war sogar voiltg einwandfrei und steÜt der Leistungsfähigkeit der Regie das gianzeridste Zeugnis aus. Unter den Einzeldarsteiiern zeichneten sicb die Tragc-xr dex «Hauptrollen Herr Marx als Paneras Duif und ganz besonders Fraulem Klara Rabitow als Marianne aus, die in dem stqiken Leidrnscbaftssausbrucky im le ten Akt bsrzergreifende Töne fand. Viel Humor entwickeiie Herr Ern t Arndt als Bruder Duifs, ein alter Seemann, der mrt sxmer Frau in_ Unfrieden lebt und ihre Zänkereien mrt Gleicbmui erfragt. Auch die Damen Gallus und Müller, die Herren Schwaiger, Larida, Geisendörfer, Strobl und Abri Verdienen volie Anérkennung. Fur den starken Beifall dankte Dr. Paul Lindau kiristJtiamen des anwesenden Dichters, der dem Herborruf nicht Folge er e e.

Jm, Kbniglicben Opernbause wird morgen, Dienswg, .Der Scbguspieldirxkior“, Musik Von W. A. Mozart, in der neuen Ein- studierung wiederholt. Die'Damen Dietrich u_nd Herzog, die Herren offmann, Reha und Pbilwp find in den Lauptwüen beschäftigt. en Vrscbiuß des Abends bildet das Bailett . oppelia“, Musik von Leo Delibes, mrt Fraulein Dell'Era in dcr Rolie der Swanilda.

Jm _IZCULU Königlichen Operntheater gelangt morgen O'Skar Blumentbais emaktige Plauderei „Wann wir altern“ mit Frau Poppe, Herrn Keßlgr, und Herrn Christians in den Hauptroüeii zur Auffübiung. Otékauf folgt Edmond Nosiands Berslusispirl .Die" Romantiscben“, Deutsch von Ludwi Fulda, mit Fraulem Arnstadt und den Herrin Publ, Boettcher, &raußneck und Volimer iti den Hauptrollen. Als. erjicLustspielnovität geht am Sonnabrnd „Ein kritijcber Tag“ von Hugo Lnbliner in Szene. '

Jm Lessingtbeater findet am Sonnabcnd die Erstaufführung der Komödie „Traumuluß' von Arno Holz und Oskar Jerscbke statt, in der die Damen Eberty, Pöbniscb, Schiff, die Herren Bassermann, (Grunwald, Iwaid, Marr, Marx, Meinhardt, Neuß, Patty, Reiäöer, Rickslt, Sauer, Stieler, Wertbmann und Zicner in größeren Roilen mitwirken. Als nächste Neuauffübrung nach .Traumulus' fol 1 Gerhard auvtmanns „Florian Gsyer“, dessen erste Aufführung MUL Oktober iattfinden soli.

Der zweite Musikpädagogiscbe Kongreß ta t unter dm Vorsiß Professor Xaver Scharivenkas vom 6. bis 8. Bktober d.I. zu Berlin. Die Sißungen finden im ReichStagSgebäude Vormitt 10 Uhr und Nachmittags 4 Uhr statt. Die Tagesordnung laut : 1. Tag. Referate über allgemeine mufiZeädago ische Fragen u, a. „Die Pädagogik als Lebrgegenstand im usiklebrerscm um:“, Die Musikästhetik und ihre praktische Einführung“, „Musikalische Akuittk“, ,Das Musikdiktat und seine Pflege“ usw. Ferner Vorträge 11 .Die Physiologie des Anschlags und der Bogentechuik“ „Reformen auf dem Gebiet der Notens rift' u. a. 2. Ta . Vier Vortr 6 über .Der Kunstgesang und d e Ausbildung der Éesangslebrkräfte . 3. Ta? „Reformen auf dem Gebiet des Schulgesan S', zu dem abl- reicbe Referate angemeldet Lind. -- An den Kongre schließt si am Nachwittgg des 8. Okto er die Generalversammlung des Musikpadago ischen Verbandes, zu der nur die Mitglieder utritt haben. nmeldun en zur Teilnahme am Kon reß sind an die eschäftsstelle des Musi dagogiscben Verbandes (Verbin 117. 50, Au!- bacherstraße 37) zu richten.

Mannigfaltiges.

Berlin, den 19. September 1904.

Die 21. IYbresversammlun des Deutscben Vereins braucb geistiger etränke trat unter Leitung.

a noch etwas ist jedoch, daß die Gersibb stoFeeiiweise eine schöne. m Brauzwecken ge-

W versehen wird. damit es im Falle einer Trennung des Guts

' eicbeu und Nummer usw. auch mit dem Namen der Bestimmungs- Legen den Mi

esaSenatspräfidenten Dr. von Strauß und Torney und unter Teil-

N Die Bezeichnungen werden am zweckmäßigsten auf dF sF achtsiiick e

Der Plan für einen neuen Hafen in Odessa isi fe " -

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