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,2) 24. März d. J., 2 Uhr Nachmittags. Direktion des Militär-Ykommiffariats der Division von Florenz Lieferung von: 45 300 m Militärtuch, 500 „ Seidensammt, 422000 „ Leinen: und Halbleinen, ] 000 Fez für Versaglieri, 3 000 üte „ „ 6000 aar Schuhe, 2 000 Tornister für FestungSartillerie, im Gesammtwerth von 904 060 Lire. 3) 24. März d. I., Nachmittags 2 Uhr. Direktion des Militär=Kommiffatiats der Division von Neapel. Lieferung von: 44500 m Militärtucb, 416000 „ Leinen und Halbleinen, 2 000 Fez fiir Versaglien, 7 000 Paar Schubx', zum Gesammtwerth von 825 400 Lire. , _ 4) 24. März d. J., Nachmittags 2 Uhr., Direktion des Militär-Kommiffariats der Division zu Turin. Lieferung von: 62 500 m Militärtuch, _ 511000 „ Leinen und Halbleinen, 2000 Fez für Bersaglieri, 3 000 Hüte „ 7000 Paar Schuhe, zum Gesammtwerth von 1 088400 Lire. _ „ Nähere Bedinuungen der bei 11. _erwäbnten Submisjtonen liegkn in unssrer Expedition zur Einsicht aus.
_ Nach einer Mittheilung des Finanz-Ministerx; an die Provinzial-Steuerdirektoren, vom 14. d. M., smd die nach- benannten Vodenerzengnisse, nämlich Kartoffcln, Rüben, Möhren, SeUerieknoÜen, Meerrettig, Rettige, Radieschen, Speisczwiebeln, Lauck), Knoblauch, Champignons und Trüf- feln, den Vorschriften im §. 4 der Kaiserlichen Verordnung vom 4. Juli v. ZS. nicht unterworfen, vielmehr zum freien Verkehr zuzulassen.
_ Das Bestätigungsschreiben eines Geschäfts- manncéZ an seinen Geschäftsfreund, welche beide xnit einandbr in 'aufender Geschäftsverbindung stehen, über dw Richtigkeit eix ck, den Erstean in einer bestimmten Summenböhe be- las :iden Konto-Auszuges für einen vergangensn Jahres- abi-,;nitt, ohne darin eine Verpflichtung zur Zahlung aus- zuiprechen,1mterliegt nach einem Urtheil des Reichsgerichts, ]1'. Civilsenats, vom 3. Januar d. I. nicht dem preußiscbcn SchUldverschreibungsstempel.
_ Der Königliche Gesandte in Darmstadt, LegationsRath Stumm, welcher gleichzeitig mit der interimistischen Wahr- nehmung der Funktionen des Gesandten in KarlSruhe betraut tist, hat einen ihm Allerhöchst bewilligten kurzen Urlaub ange: reten.
_ Der Chef der Admiralität, General:Lieutena_n1 von Caprivi ist von der nach Kiel unternommenen Inspiztrungs- reise hierher zurückgskshrt.
_ Das „Marine-Ver.-B1.“ veröffentlicht folgende Nach- richten über Schiffsbewe ungen (das Datum vor dem Orte bedeutet Ankunft baielbt, nach dem Orte Abgang von dort). S. M. Knbt. „Albatroß“ 8/12. 83 Punta Arenas 13./12.83._ 14./12.83 Port Tamar 15./12.83._17./12.83 Molyneux Sound 18/12. 83 und in den Brazo delNorte ge- steuert; 27./12. 83 wieder berauSgedampst; 5./1. aus dem Picton Kanal gedampft; 13/1. Rückfahrt nach dem Molyneux Sound angetreten. _ 14./1. Molynenx Sound. (Poststation: Sidney1Auftralien].) S. M. S. „Freya“ 20./1. Kingston (Jamaica) 26./1. _ nach La Guayra. (Poststation: biéZ 23/3. Havanna, vom 24/3. bis 27./3. Bermuda: Inseln, vom 28/3. ab Norfolk [Virainia].) S. M. Knbt. „Hyäne“ 21/11. 83 Avia 1./12. 83 _ nacb Saluafata. (Poststation: Sidney [Australien].) S. M. Knbt. „Iltis“ 19,/1. Shanghai. (Poststation: Hongkong.) S. M.
S, „Leipzig“ 12/.1 Hongkong 21/1. _ nach der Mirsbay zur Abhaltung von Torpedoicbteßübungen. _ 26/1, Hongkong. (Poststation: Singapore.) S. M. Av. „Loreley“ 19./12. 83 Malta. _ Lebte Nachricht von dort 4./3. (Poststation: Malta.) S. M. S. „Marie“ 28/11. 83 Val: paraiso. _ Leßte Nachricht von dort 7./1. (Poststation: Panama.) S. M. Knbt. „Nautilus“ 3/2, Kapstadt. 15./2. _ nach Singapore. (Poststation: Hongkong.)
S. M. S. „nga“ 8/2. RhedeÖortachFaya1)13./2. _ 21/2. Plymouth 6/3, _ 10/3. Frederikshaven. _ 13/3. Kiel. (Poststation: Kiel.) S. M. S. „Prinz Adalbert“ 26/2. Kapstadt. 4,/3, (Poststation: Hongkong.) S. M.S. „Sop'ie“ 27./2. Porto Granim (St. Vincent) 2/3. (Poststation: Ply: mouth.) S. M. S. „Stosck)“ 6/9. 83 Hongkong. _ Letzte Nachricht von dort 4./2. (Poststation: Hongkong.) S. M. Knbt. „Wolf“ 28/12. 83 Canton. _ Leßts Nachricht von dort 8/1. (Poststation: Hongkong.)
Wiesbaden, 17. März. (W. T. B.) Ihre Majestät die Kaiserin von Oesterreich und Ihre Kaiserliche Hoheit die Erzherzogin Valsrie sind heute früh 8 Uhr mittels Extraznges bier eingetroffen und am Bahnhof von dem RegierungsWräsidenten von Wurmb und dem Polizei- Präsidenten von Strauß empfangen worden. Bei der Fahrt vom Bahnhof nach dem Hotel „ u den vier Jabrészeiten“ wurden die Ailerhöcbsten Herrscha ten von der Bevölkerung lebhaft begrüßt.
_ (Tel.) Heute Mittag 12 Uhr fand die Eröffnung des Kommunal-Landtage-Z des Regierungsbezirks Wiesbaden im Sißungssaale des Regierungsgebäudes durch den stellvertretenden Landtagskommiffariuéz, Regierungs-Prä: sidknten von Wurmb statt.
Sachsen. Drßsven, 15. März. (Dr. J.) Die Erste Kammer bertetb in ihrer heutigen Sitzung die von der StaatSregierung gemachten Vorlagen, betreffend die Er- bauung mehrerer S_ecunbärbahnen. Bezüglich des Pro- jekts Geithain-Laustgk-Leipzig wurde dcr Antrag, dieses Projekt abzulehnen, nach ZL/Zsiündiqer Diskussion mit 23 gegen 17 Stimmm angenomxnen. Das Projekt Potschappel- Wilsdruff fand gegen 4 Stimmen, die Projekte Mosstrt- mannsdorf und Wilisch1ha1-Ebrenfr1ebersdorf nebst Zweigbabn Herold:Thum einsiimmig die Genehmigung der Kammer. Dem Beschluß der Zweiten Kammer, ]eßt schon die Ausführung der Projekte StoÜberg-Zwöniß und Schönfeld-Schwarzenberg nebst Zweigbabnen für die nächste Fmanzperiode zu bswiÜi- gen, stimmte die Kammer nicht zu; sie be1ch1oß vielmehr auf Anrathen der Deputation, die Regierung zu'ersucben, die Er- örterungen wegen Hersteuung von Babnberbmdxxngcn in die:
sen Landestheilen fortzustellen und daß Resultat derselben der nächsten Ständeversammlung mitzuthetten.
_ 16. März. (W. T. B.) Die inanzdeputation d er Z w eiten Kam m er hat die Bewilli ung yon 2 567 700 „(ck zur Erbauung eines neuen Kunsta ad emte- und KunstanEstellungsxzebäudes auf der Terrasse in Dresden beantragt.
Baden. KarlSrube, 15. März. (W. T. B.) Bei der heutigen Verathung der Zweiten Kammer über _den Unterrichts=Etat richtete der Abg. Schneider (Mannheim) bezüglich der Federschen Motion iiber die Organisation des Mittelschulwesens die Anfrqge an die Regierung, ob dieselbe dem nächsten Landtage ein einschlägiges Gesey voc- ulegen beabfichtige. Der Präsident des Kultus-Ministerzums, Ziokk, erwiderte: die Regierung wolle erst abwarten, w:o fich die in den letzten Jahren erlassenen Verordnungen erprobten, ehe sie zu einer geseßlichen Neuregelung schreite, indeß sei keinerlei Verschleppung beabsichtigt.
Hamburg, 11. März. Nach hier eingegangenen Nach- richten hat Hr. Hilary Richard Wright Johnson am 7. Ja: nuar die Präsidentschaft der Republik Liberia übernommen und Hrn. Moore Thomas Worrell zum Schaßsekretär, Hrn. Shadrack Nathaniel Williams zum Sekretär des Innern, Hrn. James Thomas Wiles zum General-Post- meister und Hrn. WiÜiam Mc. Call Davis zum Staats- sskr€tär und interimistischen Attorney-(Heneral ernannt.
Elsaß:Lothringen. Straßburg , 15. März. Die „Els.-Lotl)r. Ztg.“ veröffentlicht folgende Verordnung zur Ausführung des Reichsgeseßes vom 15. Juni 1883, betreffend die Krankenversicherung der Arbeiter:
Mit Bczug auf die §§. 44 und 84 des Gesetzes vom 15. Juni 1883, betreffend die Krankenverficherung der Arbeiter (Reichs-Gcscy- blatt S, 73) wird Folgendes bestimmt:
1) Unter ,Gemeindebehördc“ sind die Bürgkrmeisier, unter „böbcrk Verwaltungsbebörde“ sind die Bezirks-Präsidénten, unter „weitcrer Kommunalverband“ find die Bezirke zu verstehen.
2) Die Auffickht über die Gemcinde-KrankeriVLrficberung führt der für die Gemeinde, in deren Bezirk die Verwaltung der Versichérung ihren Sitz hat, zuständige Kreisdirekior, in den Städten Straßburg und Metz dcr Bezirkspräfident. „
Die Aussicht über die Ortskrankenkaffen, Betriebskrankenkasicn und Baukrankenkaffen, dercn Bezirk über den Bezirk einer Gemeinde nicht hinausgeht, führen in Gemeinden bon mehr als zehntausend Einwohnern die Bürgermeister, im Uebrigen bie Kreisdirektoren. „
Fiir gemsinsame Ortskrankenkaffen mehrerer Gemeinden und fiir Betriebs- und Baukrankenkaffen, deren Bezirk sich über den Bezirk einkr Gemeinde hinaus erstreckt, ist, sofern nicbt in dem speziellcn FaÜe etwas Andkres bestimmt wird, der für die GkMeinde, wo die Kaffe ibren Siii bat, zuständige Kreisdirekior die Aufsichtsbehörde.
Jn Vejrcfi ker Aufstcbt übkr ioicbe Beirich- und Bau- krankenkaffen, rvclcbe ausschließlich für Betriebe des Reickzs oder des Landks errichtet Werden, bleibt besondere Bestimmung vorbehalten.
Straßburg, den 14. März 1884.
Dcr Kaiserliche Statthalter in Elsaß-Lotbringcn: Freiberr'von Manieufiel.
Dasselbe Blatt publizirt eme aiz-Zfiibrlicbe Verfügung an die VezirksPräsidenten, betreffend die Ausführung desselben RsicHSgeseßes.
Oesterreich - Ungarn. Wien, 15. März. (W. T. B.) Der Kaiser empfing heute Vormittag den Großherzog von Mccklenburg-Schwerin, welcher darauf auch von der Kaiserin empfangen wurde. Später fuhr der Groß- hsrzog auch bei dcm Kronprinzen und der Kronprinzessin vor, traf die H-erscbaften aber nicht an.
Schweiz. Bern, 15. März. (N. Ziirch. Ztg.) Der Nationalratb ratifizirte heute die Uebereinkunft zwischcn der Schweiz und Oesterreich-Uiigarn, betreffend die gegbnieitige Gewährung des Armenrechts in Civil: und Strafsachen, ebenso den Friundschaftsz Niedsrlassungs- und Handelsvertrag mit der Republik Salvador, sowis den AnchieferungSvertrag mit dem nämlichen Staate, und ferner die Uebereinkunft zwischen der Schweiz und dem Deutschen Reich iiber die gegenseitige Zulassung der an der (Hisnze domizilirtenMedizinalpersonen ziirVerufs: ausübnng.
"Großbritannien und Irland. London, 15. März. (W. T. B.) In der [)?UÜJEU Sitzung dss Unterhauses theilte der Staatssskretär des Krieges, Lord Har- tington, mit, daß seit den gestrigen Telegrammen keine weiterbn Nachrichten vom General Graham eingetrof: fen ssien. Auch aus Cbartum fehle es an Nach: richten; anscheinend sei die telegrapbiscbe Verbindung zwiscbsn diesem Orte umd Sbsndy seit zwei oder drei Tagén unterbrochen. Auf einen Dampfer, welcher gesteru bon Khartum in Sbendy eintraf, sei geschossen worden. Ver- muthlicb hätten sich einige Stämme jener Gegend erhoben. Die lkßtsn Nachrichten von Gordo n datirtsn vom Donnerstag. Aus Assnan lägen keine Nachrichten vor; so viel er wisse, sei do:“t nicbts Neues vorgskommen. Das den Nil aufwärts geschickte Bataillon englische Infanterie sei nach Assuan abgegaugkn. _ Labouchizre beantragte eine Ness: lution, in welcher angesprochen wird, daß Die Noth- wendigkeit des großen durch die militärifchen Operationen im Sudan verursachten Menschen- verluste-Z nicht erwiesen sei. _ Der Unter-Staatsiekretär des AuSwärtigen , Lord Fißmaurice, erklärte unter Zurückweisung einer bezüglichen Behauptung Bart- lettS: die Beziehungen Englands zu Deutschland und Oesterreich seien niemals herzlicher und freundlicher als gegenwärtig gewesen, und die Aufrechtsrhaltung dieser freundlichen Beziehungen sei für England von der größtsn Wichtigkeit. Lord Fißmaurice bemerkte dann weitér: der nörd1ich von Kbartum erfolgte Angriff auf einen Dampfer und die Unterbrechung der telegrapbischen Verbindung zwischen Khartnm und Shendy seien zwar geeignet, Besorgnis; zu erre en; er halte es aber für eine Uebertreibung, zu agen, daß General Gordon sicb ju ExtrSij bLfinde. Dem General Graham sei nach den ihm bis jetzt ertheiltcn Instruktionen nicht gestattet, einen Vorstoß auf Berber zu machen. Bei der fieund11chen Haltung des Königs von Abessinien werde es nicht schwer sein, die Garnison von Kassala im gogebenen Momente ihren Rückzug nach Egypten bewerkstelligen zu lassen. Zur Regelung der zwischen demKönia von Abefsinien und der egyptischen Regie- runxi bestehenden Differenzen sei eine Mission an den König von Abessinien abgegangen. Lord Fißmaurice wies endlich darauf hin, daß die Küste des Rothen Meeres behufs Unterdrückung des Sklavenhandels unter der Kontrole ciner civilisirten
Macht stehen müsse, und Lord artington betonte dabei, daß, als er jüngst sich über diese rage geäußert, nicht von der britischen Macht, sondem von einer civilifirten Macht ge- sprochen habe. Für England liege dabei aber mit Rücksicht auf seine Verbindung mit Indien allerdings ein besonderes Interesse vor. _ Sir Ch. Dilke, Präsident des Lokal-Government- Board, gab dem Bedauern Ausdruck, daß der Premier Glad- stone noch nicht wiederbergestellt sei; aber die Minister hätten ihn vor dem heutigen Kabinetsrath gesehen. _ Unstreitig sei das Klima von Suakim derartig, daß es nicht erwünscht sei, dort eine große britische Streitmacht einen Tag länger xu belassen, als nothwendig sei. Was den S k l a v e n h a n d el betreffe, so habe Geyeral Gordon die Regierung benachrichtigt, daß falls ihm die Regierung dies gestalte, er die Räumung des Sudan voUenden möchte, um nach dem oberen Laufe des Congo zu gehen und den Handel mit Sklaven in dessen Hauptquartier zu unterdrücken. Er (Dilke) glaube nicht, daß das Land Wiliens sei, eine Sklavenmacht an dEr Küste des Rothm Meeres etablirt zu sehen; aber der Schuß der Häfen sei nicht so schwer, als Manche vermutheten. Die Regierung werde ihr Bestes thun, die Geschäfte des Landes so langefzu fiihren, wie es ihr möglich sei, aber wenn ihr diese Aufgabe durch die Opposition unmöglich gemacht würde, so werde sie ihre Be- rufung an das Land nicht nur auf ihre egyptische Politik stiißen. _ Northcote erklärte: er werde für Labouchére's Antrag stimmen. Da?) Land habe das Recht, die Politik der Regierung kennen zu lernen. Redner fragte, ob die jüngsten Schlachten den Zwsck gehabt hätten, den Weg von Suakim nach Berbér frei zu machen. Lord Hartington erklärte: die Regierung habe keine Kenntnis; von der Absicht gehabt, heute eine ernste Debatte über die egyptische Frage anzuregen; es scheine sich um ein Ab- kommen zwischen Laboucbére und dem Führer dEr Opposition zu handeln. Laboucbére's Antrag verlange keine Information, sondern sei ein Tadelsvotum, was das Land in Betreff des Votums der Opposition zu würdigen wissen werde. General" Graham babe wahrscheinlich einen Hauptzweck erreicht und Suakim und die Häfen des Rothen Meeres auf bedeutende Entfernung bin )'th ziemlich gesichert. Aber es sei nöthig abzuwarten, ob nicht eine feindlich Ansammlimg Suakim aufs Neue bedrobkn werde. Der Vormarfch aiif Berber ski nicht in General Grahams Instruktionen eitibegriffen, aber wenn man ihn, den Rednsr, frage, ob Grahams Streitmacht unter keinen Umständsn in jener Richtung vorgehsn werde, so sei diés eine (Frage, auf welche er eine Antwort bestimmt verweigere. n Betreff Zebehr Paschas sei noch kein Besshluß gefaßt. _
Bei der nun folgenden Abstimmung wurde der Antrag Labqucbére's mit 111 gegen 94 Stimmen abgelehnt. Die Parneliiten stimmten mit der Minorität.
_ Der Abgeordiiete Beach erklärte sodann: als das Re- sultat der Abstimmung verkündet worden, habe er den Staatssekretär des Innern sagen hören: „Dieser schmußige Streich ist nicbt gelungen.“ Er frage an, ob cine solche Sprache erlaubt sei. Dcr Sprecher erklärt?, wenn jener Ausdruck in öffentlicher Debatte gebraucht wordsn wäre, würde er ordnungswidrig sein, Harcourt erklärte: er würde einen solchen Ausriruck in der öffentlicher: Debatte niemals gebraucht haben, (1er er beanspruckze die eribeit, seine Worte in privater Unterhaltung mit seinen Frevnden wählen_ zu dürfen. Northcote bemerkte: der fraglich lus- druck 121 den Oppositionsfiihrern ziemlich peinlicb gewessn, worauf Harcourt die Erklärung abgab, er habe diesen keine Pein verursachen wollen und bedauere, dies «Ethan zu haben.
Das Kriegs-Ministerium erhielt folgende Depesche dcs General Graham aus S uakim, von heute Abend: Alle Stämme zwischen Sinkat und Tolar waren in der Schlacht bei Tamanieb vsrtreten; einiae Jicboüen waren aus der Gegend von Kassala aekommen. OIm an Digma halts den O11€rbcf€1)l, 3613118 sich aber nicht. Drei vornehme Scheiks und mehrere leiUL Anführer sind getödtet worden. Untcr den Arabern herrscht dis Meinung, das; die friedlichen Stämme ibr Vsrtrauen zu OZmanDigma verlieren und bald bereit sein werden, zu unterbanbeln. Wiß es heißt, hätte OSmcm Digma etwa 150 Frauen von Sinkat fortgeschleppt, und dieselben befänden sick) gegenwärtig im Gebirge.
_ 16. März, Morgcns. (W. T. B.) .. Dis Sißung des 111116r1)auseS, welcbe gestern Mittag begonnen [)(]119, ist erst bentb friih 53/4 Uhr gesckzlossen worden, W211 man in derselben die Nachtragskredite fiir das laufende Finanz- jahr erledigen onte.
Ein Telegramm des „Observer“ aus Kairo, vom gestrigen Tage, meldet, daß man wegen des Generals Gordon besorgt ist, weil der cms Kbartum in Bsrber fäUige Dampfer aUSgeblieben ist. Der sofortige Rückzug der MM? des Generals Graham wird alS ein Fehler angesehen, weil derselbe die Rebellen im Ceutralsudan vsranlaffen bürsts, die Beunruhigungen dcr Straße nach Bsrber fortzuscßen. Von Berber ist Ein Schiff in der Richtung nach Kbartum zur RekognocZziruug abgesandt worden.
_ 17. März„ friih. (W. T. V.) Eine Extra-Aus- gabe dss „Observer“ meldet aux: Kairo, von gestern: Der von VLWLT in der Richtung nachKbartum ausgesendete DÜMPfLr ist zurückgekehrt, obne irgendwo an den Ufern des Flusses Aufständische wahrgenommen zu haben. Die telegrapbiscbe Verbindung zwischen Berber und Shbnby ist wiederbergesteljt, zwischen Sbendy und Kbartum ist disselbe aber noch unterbrochen.
Frankreich. Paris, 14. März. (Fr. Corr.) Der gestrige Ministcrrrail) beschäftigte sich 11. A. mit dem Ge- feßentwurf Über die Wiedereinführung der Ehescheidung (cijyorcs), wslcher demnächst im Senat zur Debatte gelangen soll. Der Ministerratk) b?sch10ß, das PWjékt des Senators Eymard-Duvsrnay, welches die Senatskommisfion angenommen hat, und das eine Art von beschränkter Eheschsidung zulassen will, durch den Justiz-Ministcr Martin-Feuiüée energisch zu bekämpfen und einfach die Wiederberstellung der bbtreffenden Artikel des (1069. 01711 11er den (11170700, welche das Gesetz von 1816 aufgehoben hatte, zu verlangen; aÜerdings mit Aus- nahme VIS Falles der gegenseitigen Zustimmung.
_ (1115111. Zti.) Der „Temps“ schreibt: „Frankreich ist jest Herr des Deltas, aber um die Scbliisssl zum Delta gygsn die chinesische Provinz Quangsi in der Hand zu haben, muß Frankreich sich in Thai-Nguyen am Song-Cau und am Song:.Hoa festsetzen.“
_ 15. März. (Köln. Ztg.) Seit dreiTagen wirbt man eine größere Anzahl von Ingenieuren, Mechanikern, Schlosser", Bergleuten u. s. w. für Tongking an. Die Gesellschaften, wclche sich fiir die Ausbebtung der neuen fran- zösischen Kolonie gebildet haben, erbiklten die vertrauliche
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Mittheilung, daß der Augenblick gekommen sei, wo fie ihr Personal Organifiren könnten.
_ 15. März. (W. T. B.) Der Senat votirte heute auf Antrag des Grafen St. Vallier den französischen Truppen in Tongking wegen der errungenen Erfolge seine Glückwünsche. „ „ „
In der Kammer der Deputtrten hielt der Präsident Brisson eine kurze Ansprache zu Ehren der, Armee von Tongking. _ Der Senat nahm das Munizipalgeseß mit eix-igen Abänderungen an. .
EineDepesche des General Millot auSBacninh, vom 13. d. M., meldet, daß die französischen Truppen 100 Kanonen und eine große Anzahl Gewshre und Munition er- beuteten. Ihre Verluste am 12. d. M. betrugen 6 Todte und 25 Verwundete. Zwei Kolonnen lexchter Truppen sind vor- geschickt, und zwar die eine in der Richtung auf Thaingnuyen, die andere in der Richtung auf Langson.
Das „Neutersche Bureau“ meldet ach, Saigoon, unter dem 15. März: Gestern wurde bei Haipbong ein kleines Handelsschiff von Piraten genommen und der französische Kapitän nebst elf Mann der Schiffsmannfcbaft ge- töbtkt. Es ist eine Expedition behufs Verfolgung der Piraten au-defandt worden.
Der „Temps“ äußerst sick) höchst unzufrieden, daß der Kriegs-Minister Campenon die Vorschläge der Kom- mission fiir die Rekrutirungsworlage, durcbwelche jedes Privileg zu Gunsten gewisser Berufsartcn aufgehoben wird, angenommen habe. Das Blatt sagt: die nationale Kultur werde dadurch ohne Vortheil für die Armee geschädigt, und es spricht die Hoffnung aus, daß dEr KriegS=Mi11ister hier nur seine persönliche Meinung, die das Kabinet keineswegs thsile, achgedrückt habe.
_ 16. März. (W. T. B.) Dem „Journal des Débats“ wird aus Bourg Madame vom heutigen Tage gemeldet: die nach Andorra entsandte französische De- legation, welcbe sich dort einer sehr zuvorkommenden Auf- nahme Seitens der Behörden zu erfreuen gehabt habe, sei nach Frankreich zurückgekehrt. Wie es heißt, hätte der Bischof von Seu d'Urgel die Abrüstung verweigert, und 171-411 glaubt, daS diese Weigerung die Blockade von Andorra SLÜLUÖ Frankreichs nach sich ziéhen werde.
Eine Versammlung der Anarchisten, wolckze 1181118 in dem Elysée Montmartre stattfinden sol1te, wurde dadurch verhindert, daß der Eigsnibiimer des bctreffenden Lokals die Hergabe dsffelben verweigerte.
Nachrichtsn aus Vacninl) zufolge iftGenLral Négrier zur Verfolgung der Chinesen aufgebrochen und wird sich nach Langson begeben, während General Briére auf dem Wege nach Thainghuyen vorriickt, WLlckWZ cr bLsLHLU 1011. Die di- rekte Straße von Hanoi nacb Bacninb ist frei.
Spanien. Madrid, 15. März (W. T. V.) Die von Casielar vorgeschlagene Koalition der Republikaner mit der monarchisch-liberalen Partei ist an_den1 Widerspruch der leßteren gescheitert. Die Oraane der RWW- rung macben darauf aufmerksam, daß die Presse der Opposi- tion anläßlich der gleichgültiykn Haltung des:, Publikums ihre Angriffe zu mäßigen beginne.
Die Verhandlungen zwischen Spanien und Enxiland iiber den Handelsvertrag nehmen einen günstigen Verlauf. Beide Regierungen baben bsi diesem An- laß ibre Atischauungsn Über die afrikanischenVerbältnisse aus- getauscht.
Henry Abend wurden General Velarde und einige Unteroffiziere verhaftet. Es wird diefemVorgange jedoch keine weitezre Bedeutung beigelegt; derselbe diirfte vielmehr lxdiglicb dießziplinarer Natur ssin. Wabrscbbirilickg handelt es sich um in verbotenen GcisÜscbaften gclwltene Radon.
. _ 16. März. (W. T. B.) Der Sekretär des Zo: rxlla-Coniités und der Prisster Defroque sind wegen agitatoriicher Umtriebe gegen di? Regierung verbastst und mehrere von ZoriÜa herrührénde Briefe und Schriftstücke mit Beschlag belegt worden. Die gerichtliche 1111t€rsuchung ist in vollem Gange.
Italien. Rom, 15. März. (W. T. B.) Die De- p_utirtevkammsr biclt heute zum Gedächtnis; Sella's eme feierlicbe Sißung ab, welcher die Deputirten in große'r Anzabl beiwobnten. Das Präsidium beantragte, nach der Gedächmißfeier zum Zsichen der Trauer die Sitzung der Ka'mmer aufzuheben und die Berathungen bis zum nächstßn Mittwoch zu sukzpenkriren. F?rner steÜte das Präsibium den An- txag, 91116 Büste Sella'H auf dem Monte Citorio aufzustkllén und emsn Bronzskranz fiir das Grab des Versiorb2nen nacbOropa zu senden. Von Seiten der Regierung wurde beantragt, auf Kosten des StaateH, welcher hierfiir 100 000 Lire widme; bsm Ab- geschiedenexi in der Academia dei Lincei, deren Präsident er gewcsen, em Denkmal zu errichten. CriÖpi bZantragte,sän11nt- liche Redey Sella'S aufKosien der Kammer zu vcröffcntlichsn. Die Anträge des Präsidiums und Crispi's wnrden einstimmig nnd der Nnirag der Regierung wegen Errichtung cines Mo: numents Mit einem Amendcment Vaccarini'H angenommsn, das Denkmal vor dem Finanz-Ministerium ZU errichten. _ Das L61chenbegängniß Sella's in Oropa aoftaltete sicb trbß dcr 13011 176111 Dahingesckßedenen und seiner Familie gc: wgnichtenßmfacbheit und Prunklosigkeit zu einer imposanten Feier. Die Zahl der Leidtragenden war sehr groß.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 16 März. (W. TB.) Das„Zournal de St.Péte1*Sbourg“erklärt die Meldung dss „Standard“, daß nacb der Annexion Merws_auck) noch andere Turkmencn-Stämme Rus;- land ihre Unterwerfung atmsboien hätten, für unbe- gründet. In gleicher Weise Widerspricht das genannte Blatt dxr Bshauptung der „Daily News“, das; die russische Re- g1erung eine Kommision mit dem Studium der fxanzösischcn und englischen Gesetzgebung, betreffend die Muhamedaner, beauftragt baba». Ju Vszug auf _Egypten werde Rußland keins Initiative ergreifen. ULbklgMS sei der europäische Charakter der Frags von Eng- land.]xder Zcit anerkannt worden, und es folge daher die definitive Regelung der Frage nur als das Ergebniß des Einvernehmens sämmtlicher Mächte.
_ 17.Mäcz. (W.T.B.) Das Finanz-Ministerium hatte in Folge zahlreicher Gesuche von russischen Montan- ixzdiistriellen um Erhöhuna des Eingangszolls auf aus- landischcs Gußeisen die Börsencomités zur gutachtlicben Acuße- UML K_Ufgeiordert; die Letzteren haben nunmehr, mit AUSnabme des Börsencomités in Odessa, Riga und Liban, sich dafür agsgesprochen, paß das unbearbeitete Gußeisen mit einem Etngang-zoll nicht unter 15 Kopiken Gold pro Pud belegt
und baß dem entsprechend auch für Maschinen und bearbeitete; Gußeisen der ZoUsaß erhöht werde.
Schweden und Norvegeu. Christia nia, 16. März. (W". T. V.) „M o r g e n b la d et“ bezweifelt die von hiefigen _Blattexn „gebrqchten Meldungen über bevorstehende Aenderungen tm _M 1 n 1 st e rt u m und meint : es werde kein neues Minifierium gebildet werden, bevor der vor dem Ne ich 2- (; er icht schwebende P r o z e ß beendet ist.
Afrika. Egypten. Kairo, 15. März. (W. T. B.) Bakey Paschq ist hier eingetroffen. Die] telegraphische Vverbzndung )enscits Berber ist unterbrochen. Die Auf- standtschen schossen auf einen von Berber kommenden Dampfer.
Alexandrien, 16. März. (W. T. B.) In einer beute Yornnttag abgehaltenen öffentlichen Versammlung wurdc eme Resolution angenommen, in welcher die sofortige urwßrkiirzte Außzahlung der von der internationalen Kom: m_isJon genehmxglen Eiitschädigungssummen gefordert mtr .
Suakim, 15. März. (28. T. V.) Heute wurden hun- dbxtMann Kavallerie zu einer Rekognoszirung in nordlxcbcr Richtung bis Handuk entsendet, woselbst sich Brunnen bsfmden. Es wurk-e Alles rnhia gefunden. _ Bis ]th 1st über künftige Bewegungen der Truppen nichts be- kannt; dieselben werden, wie es heißt, einen Monat bier b1e1ben. Abmiral Hewett begicbt sich in der nächsten Woche nach Maffovah auf dsm Wege nach Absssinien.
ZeitungSfiimmen.
Punkt 111 des Programms der „Deutschen Freisinnigen Partei“"hat den folgenden Wortlaut:
„Fordernpg der Volkswoblfahrt auf Grund der bestehen: den Gescüschaytsordnung.
__ _Bei vollsr Wahrung der.GleichbsreckUigung, der Selbst- thangElt zmb dss stkfétl Vereinigungswsssns der arbeitenden Klassen Emtrktkn (iir alle auf Hebung derselben zielenden Bestrebungen.
Bekämpfung auch bos Staatssozialismus, sowie der auf Vevormxmdupg und Fssseiung des Erwerbs: und Verkehrs- lebkkis, der (Hewerbsfreiheit und Freizügigkeit gerichteten Maß: rege n.“
Punkt 117: Im Steuersystem Gsrcckßigkeit Und Scho: ming dxr Volks'kraft; Entlastung dcr nothwsndigen Lebens- bedUtfmffe;' keine Zoll: und Wirthschaftspoliiik im Dienste vqn Sondermtqrisfen; keine Monopole; Gkstßgebung und Wirksame Aufsicht des Reickxs im Eisenbahnwesen.“ Die „DSUtsche volkswirthschaftlicbc Correspondenz“ bemerkt hierzu:
Gegen die Faffgng des Punktes 111 wäre Wenig cinznwenden, wann es lediglich aus den Wortlaut ankäme. Wer abcr den Eifer kennt, 'mit welchem die Fortschrittsparisi und ihre Anhänger gcgen die Prmztbien ankämpft, Welche der vom Kaiser und der Regierung Verfockxtcnen sozialen Reformarbkit ixinewobnkn, der wird sicb nicbt bexbeblcn können, daß die anscheinend unb€d€11kliche Fassung in Wahr- bert höchst bxdenklicber Art ist._ Denn die FortschrittÉpartci will zwar anscheinend die bestehende gkselisibaftlicbe Ordnung erhalten, aber auch jene Faktoren großzikben, deren Wirksamkeit dic geseU- schaftliche Ordnung bedrohen. Die Gefährlichkeit Dieser Faktoren wird von ibr geieugncf, nicbt so sehr (1th Uebkrzeugung, sondern weil diese Faktoren dsr NULLU ihres eigenen politiscbcn Einflusses sind, auf dessen Erhaltizng CI (1110 Mi? mehr ankommt, als auf die Er- haltung der Gesellickyaft in ibrer heutigen Form. Die Regixrung und ihre Freuybe andchrscits erstrebkn mit ernster Tbatkraft die Sicherung und Befestiguna_ de'r geseÜsÖaftlicbkn Ordnung, und da sis zu der auf- richtigkn_ Erkenytniß gkkommkn sind, daß nicht alle Esemente und Fakwren in derselbsn so fungiren, iwie sik dem GksammtwoN cntsprecbcnb fungircn sollten, so find sie darauf bedacht, die SÖädkn aiiszumerzen_und solche Einrichtungen zu trcffen, melchc dcr Silbe- rung dsr geielxsäéaftlicben Ordnung wirklikb dienlich find. In diesem Punkte 170111171an ibre Absichten mit den ZWi-cken der Fortschritts- partei, wie wir das in dcr Fragc dcr Stéuerreform, dcs Vcrsikberungs- Wesen:“; und auf dein Gébict der Zöch gescbeii Haben. Vor a11€n Dingen bcrtritt die Fbkistbkiftsbartei das Jutercffe des Kapitals in Liner Weise, Welche über diE Grenzen dks Berechtigten Weit bin- ausgcbßt _kalte man in diesem Pimkie cin Element zur Erba1tung dsr gc1cilicbastiicbcn Ordnung erblicken, so müßte man blind sein für die d[*uilichste_n (Frscbcinungen dcr Vkrgangcnhkit und Gegenwart, nicbt 111112171. Deutickiiand, sondern in 1111121 Ländern. War es doch die Linjeiitgc Pflsge und Begünstigbiig dxr Kapitalmaébt, welche die
anaxcbistiskberi Agitationca eme _10 furchtbare Außdebnung gewinnen ließen. Skitdkm Gitizot den Franzosen sein beruhmt gsjvordencs „IUÜQYZZZZQ * 70118“ zurief, bis (ius
den“ bcaiigen Tag, laffsn sick) in Frankrcich die Folgsn disser Liiiiéitigén Entwicklung deutlich nakbweiscn. Die Freibxit des Indi- viduums, wie iie Von der FortsÖrittWartci verstanden und vertreten wird, ist in Wabrbcit nichts andsrcs, als das Neeb? dex? Stärkeren, wie es sicb auf viel?" Gsbieien des JCsLÜsÜiÜfsliÖMLLÖWZ jbatsäcblicb entwickxlt bat. Von diesem Staiidpimkt aus find di3K1agcn der minder begünstigtenMitglicdcr der wkiiicblicbe-n Gesellschaft aber nur allzu bc- griindci, und WennAngoficbts bicsm: Klagen dic Fortschrittspartki von einer Erhaltung der bsstcbciiden MiLUsÖaftlikth Ordnung spricht, so kann (ik darunter kciiicSrvc-gs die Festigung des Staakes, dcr auf das Wohl aULr seiner Angcböriacn ernstlich bedacht ist, verstcbcn, sondern fie versteht darunter die erbarmungslose Herrschaft des Kapitals und sLiULk Affi1iirten über die wirkbsÖaftlick) Schwalben. So gelangen wir du?:, in dem Punkt 111 111,1! eine .Besckoöniaung der wirkliäoc'n Zick? ir _FortWrittk-partci, oder, wie Wik" cht sagen müssen, der „Deuticben Freisinnigen Partei“, zu Erbiicken; darauf berccbnef, die Lcicbtgläubigcn ZU täuschen und die Menge zu bctbörcn. Zn Wirkliebkcit begünstigt die Fortscbriits- partci in upzulässigsm Maße die Hkrricbaft einer Klasse von Staats- bürgern über die andern, obne auf die Milderung des traurigen Looscs der Armcn und SÖWQÖM Bedaibt zu nehmen. Sie befindet sich auf diesem WM? im offenbach Gcgsnsaxz zu a112n Jrcundcn der sozialen Rcformarbcit , Welche den SÖUH dcs wiribsxbaftlicb Schwachen gegen die Uebermacbt dcs Kapitals anstreben, obne die vwÜkommen und in weitem Sinn berechtigte Sphäre des Kapitals zu vcrleßcn .....
Noch bedenklicher ersckycint der Purikt 117 des Programms, Wenn er auf_1einen wabrcn Gehalt gspiüft wird. Hinter debnbaren und unberfgnglicben Wortcn birgt sicb bier die KricgÉTerklärang gcg-sn die Wirtbichaftspolifif, gegen die sckiichdcn ZöUe, welchen die deutsche Jndustrtc: eine allenthalben anerkbnnte Und im Ausland? mit unver- boblenem Neid betrachtete Blütbe verdankt. Es ist auffaÜcnd, daß das Programm nicht mit klaren Worten „Bekämpfung der schützenden Zölle“ sagi. Das; man fich vors1chtigcr,ausdriickt, erskbcint uiis als ein Beweis, daß man im fortschrittliüoen Lager die Folgen eincr ofienen_Spkache fürchtct. Man weiß auch dort, daß die schüßenden ZbUe langst die große Mehrheit des Volkes für sich haben ...... Em iondcrbarcr Freifinn, Weicbcr aus allen Gebieten die Interessen des Volkes bekämpft.
, _ DLS französische Dcputirtsnkammsr hatte vor einiger Zeit eme Kommission zur Vrüiuna deH Antrages Ballue auf die Erseizung emsr Anzahl iiidirektsr Steuern durch direkte
niedergeseßt. _ Der dieser Tage der Kammer vorgelegte Bericht diesex Kommission empfiehlt die Annahme des Antrages mid eZthalt detaxlbrte Vorschläge zur Ausführung des Ballue'scben Gixuerreform-Progrqmms. Diese Vorschläge und ihre Ve- grimdung ipurden „mz „Journal des Débats“ von dem friiheren Fmgnz-thster und Bertranenömann Rothschilds, Laon S_ay, e_mem Manchestermann, der jedoch an dem in Frankreich, seit lange bewährten, vorwiegend auf indirekte Ab- ?aben bastxtxn Steuersystem nicht gerüttelt wissen will, einer cbarfen Kritik unterzogen, welche die „S chl es i s ck 6 Z Sit U n g“, mie folgt, zusammenfaßt:
Herr Say ist der Ansicht, die Kommission würde klüger gebau- bxlt haben, wenn sie, anstatt der angeblich größeren Gerechtigkeit der direkten Sieuerzx das; Wort zu reden, fick) die Frag: vorgelegt hätte. in We'lcher.W?11e diejenigen Natiomiökonomsn, deren Ideal in der Theorie bie direkt? Bxsteuerung gewesen war, sich vérbielten, sobald sie Mtlglxedcr drr Regierung geworden waren und die Verantwortung fur die Fmaxizlage dcs Landcs_zu tragen batten. Herr Say erinnerl: daran, daß wabrend_ (“er franzöfi1chenNev01ution “oer Freibändler Dupont _de Nemours die geiesgebende Versammlung zucrst zur Abschaffung der rnbirekten Steucrn, Veranlaßt und später „unter Thränen zwar, aber m1t Cntscbichenbeit“ diese parlamentarische Versammlung gebeten babe, tbren fruheren,Beschluß wegen dessen gänzlicher Undurébfübrbar- Yext aufzugeben. „ Die Begründung, wslcbe Dupont de Nemours für 121116 Meinungk-and'erung gegeben, sei die beste Motivirung der indi- rekien Steuern: 25 ist unmöglich, ohne sie auszukommen! Hr.LSon Say weist qudann nacb, daß die Abschaffung der Getränkstcuer, womit die Kbmmiiiwn „den §Ynfcmg zu machen gsratben bat, nur Nachtbeile und keine Voxibctle brmgcn Werde, da von dsr Aufbebunq nicht die Konsu- menten, (onbern lebiaiick) die Zwischenhändler, We1che400000 cm derabl find, prbsiiiren wurden. Im Jahre 1880 bat seins Herabseizung der Weiyacxiie Yin 70 Miliionen Francs stattgcfunden, ohne daß die Preige tm Etnzklvsrkauf dadurch gesunken wären; nur die Detail- berkaufex haben den Gswinn eingezogen. Auf 100 Einwohner kbrximt tn Frankreich ein Spirituosenverkäafer _ dsr größte Theil dteier Lcutx muß augenscheinlich am Rande des Hungers sieben; _erlaßt „nun der Staat einen Theil der Auflagen, Wc1chc bis dahin 'die (HescbäftSunk-oiten dcs Detaiüisten ver- mebri batten, so wird derselbe zunäébst diese Ersparnis; dazu ver- wxndkn,'fich imd seine Familie bkffer 311 ernäbrxn; das Publikum aber wird kbtnxrle'i Vortbcil daraus ziebsn. Wollte man jest die 100 Miüzoncn betragende Gxtränkfteuer erlassen, so würde man ein- fach damtt' den Kneibwirtben ein Geschenk machn und wäre ge- zwungen, die Steuerzabler, die nichts dach jcnen Steuernachlaß „cie- wannen, Mit einer ncu€n direkten Steuer von gleichm Betrage zu be- lastxn; Sai) i(bilt dk'n blinden Eifer der Theoretiker, die gänzlish Unfa'brg' ietkn, zu bkgrsifxn, daf; grbße Budgets nur bei Anspannung der m_kirektcn Steuerkraft dcs Landes auirecbt zu erbalfenseien. Eine „erabwtzung der indirekten Stkucrn wird, Hrn. Sab zufolge, (ich Mit Geivißbkit in der Praxis als unmöglick) erwxisen.
Mgriqxverordnun'asblati. Nr. 6. _ Inhalt: Erste Sbeoffizierprunfung.__ Schiffswerpflkgung. _ Landungéübungen, _ Wiscbstocke fur Jagorbijcbsen 111/71. _ Weiße Müßcnbizüge. _
Ucbungsbericbte. _ Ausbildung von Säoiffsjungen. _ Strafvoll- streckmereglemcnt. _ WSHrordnung, _ Pkrsonawßrändcrungen. _ Benachrtcbttgungen.
Beiheft .lem Marineberbrdnunasblatk. Nr. 50. _ anali: Beibeiltgung dec xranzéisiicben Marine an der tunesischen Erbebition. _ Nachrichten vermi1chten Inhalts. _ Literarische Ve- nachrichtigungen.
Statistische Nachrichten.
Von den d'eutscben Schifva-ercssungs-Revi(“ions- bcbbrden finb nn Jabxe 1883 337 Meßbrikfe aus.]efertigt wvrden: 301 iiber deuticbe Schiffe (123 Skgel- und 178 Dampfskbiffe) und 36 fremde (18 Segler_ und 18 Dampfer). Die msisten Mkßbriefe wurdbn aUsaeferticit ,in Schleswig 89, Hamburg 61, Stade 31, Aaricb und Bremsu 12 30, Stettin 28 u. s. w.
VM dcn Sibisfsvermessungs-Bebörden Wurden 465 Meßbricfc ausgestsllt: 109 für deutsche Sébiffe (85 Segler und 24 Dampfer) und 3561ÜrfremdeScbiffe (1 Segler und 353Dambfer). BÜ bissen Meßbriefsn stand Hamburg mit 150 obenan“ es folgten Stettin mit 44, Altona mit 38, Bremerhaven mit 36, * ecstemünde mit 28, Swinemündö mit 24, Danzig mit 22 u. s. w.
Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Als Separat-Abbruck aus .Gruébois Beiträgen zur Erläute- rung des deutschen Rechts“, 28. Jahrgang, ist kürzlich von Professor 131“. Birkmeber eine „Zusammenstellung der gesammten bis jéHt zur Reichs-Civilbrozeßordnung erschienenen L i t 2 7a 1 u r, geordnet nach der Reihenfolge der Geieler-Paragravhen“, im Vcrlaxic Von Franz Vahlen, Bcriin, berausaegebbn wvrden. Der Verfaffer bat bereits im Jabre 1881 in der Mecklonburgisckyen Zeit- schrift für Rccbiöpfieac umb Reckotswiffenscbaft cine Zusammen- stel-lung der Rkicbs-Civilbrozeßliicxatur veröffentlicht, welcbe in der vorlii'genden Scbriit bis auf die Gegenwark fortgeführt worden ist. Die Schrift gswäbrt cine UcberfiÖt über di? einzelne Materien der E, P. O. bkircffcnben Bücher und Abbandlungcn, Weläoe in thun- 1ichstcr VbÜständigkeit aufgefübrt Wordkn find. Jnébesondere hat der Verfaffcr eine große Anzahl dkr VLrscbicdenen_ßpgrtikuläxen deutschen Zcitscbriftcn_, Sammlungen von „Vorträgen“, „Bciträgen“ xc. sowie die in Zeitschristsn Veröffentlichtcn Mittbcilunacn aus der Pra is, soweit dieselben durcb kritische Bemerkungen des Einsendcrs oder „ usäße der Redaktion über dem bloßen Abdruck von moiivirtcn Entscheidungen hinausgehen, berücksichtigt. Eine Sicbtuna der einzelnen Schriften nacb ibrcm inneren beiilt und ihrer Braakbbarieit vorzunehmen, erscbim hierbei nicbt angängia; der Verfasser hat indessen auf vor- bandcne Besprccbumgen, der aufgenommeben Abhandlungen :c. sowohl kritifirend: als blos referircndc, verwiesen, da diese häufig neues Matérial zur Auslegung des Gesktch beibringen und dem Leser die Oricntiruna über den Inhalt [011ng21? Abbandlungsn erleichtern. _ Nach Vorstehendsm gehört die Aufführung der Kommentare, der ibstematisckyen Darstellungen, der Formulariensammlangkn, der tabella- rischen und [erikoarapbiscben DarsteÜunai'n des nc'ucn Pcozeßretbts, sowie der bloßsn Mittbeüunßsn von Urtbciien und Entscheidungs- gründen, Welcbe di: Schrift Über den bkabficbtigien mäßigen Umfang außgsdcbnt haben würde, nicht in din Plan derselben. Trotz dieser Einickxränkung repräsentirt die zusammengesteüte Literatur ein beträcht- lickes wisicnfchaftlicbks Material, für welcbks cin HiilfSMittcl, wie das vorlieacnde, Bsbufs Erleicbterung seiner Verwertbuna ein drin- gendcs Bedürfnis; ist. Die mübcbolle, mit großer Umficbt abgefaßte ?Lrbeit des Verfassers wird diesem Bedürfnis; in voüem Maße ent- precben.
_ (Ein Rheinisches Provinzial-Handbuch (25 Druck- bogen stark, Preis gebunden 6 „M) ist soeben im Verlage der Fr. Linizsibcn Buchhandlung in Trier erschicnen. In demselben ist sehr reicbbaliiges Material verarbeitet und durch zMckmäßige Cinibeilung und Zusammensteliung zu cincr Ucbirficbilicbkcit anf verbaltnißmäßig knabpem Raume gebracht worden. Die Vollständigkeit des Buches er- giebt sich aus den tabellariscben Vcrzeicbniffen a11er vorhandenen Be- bördcn und Korporationen. Dank amtlich:: Miiwirkxmg und sor - fältiger Redaktion des Buches ist neben der Reichhaltrgkeit aucb dre Korrektheit des Inhalts erreicht worden. Einen besonderen Wkktb erhält das Werk" durch die von dem Regierungs-Ratb Grotefend gegebene konzise Darsteliung der behördlichen Organisationen. Auf 63 Seiten ist die Zusammensetzung, Erneuerung, Wirkungsspbäre, Kompetenz-