1884 / 77 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 29 Mar 1884 18:00:01 GMT) scan diff

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Regierungsbezirk Posen.

ProvinzPosen. A n w e i s u n 9

zum Anleibescbein des Kreises Buk . . . Au5gabe, Buchstabe . . ; . . Nr über ..... Mark Retckoswähmng. Der Inhaber dieser Anweisung empfängt gegen deren Rückgabe

zu dem Anleibeschein des Vuker Kreises Buchstabe ..... Nr. . . . über ..... Mark Reiebsnxäbrung zu 4 Prozent Zinsen die . . „tc Reibe Zinsschei'ne für dj_e funf Jahre vom . . ten . . . . 18 . _. bis . „ten . 18 . . bet der Kreis-Kommunalkaffe in Neutomtschel und bei den mit der Zinsenzabiung betrauten Stellen in Berlin und Posen, sofern dagegexi Seitens des als solchen legitimirten Inhabers des Anleibesäoeins kein Widerspruch erhoben ist.

Neutomiscbel, den . . ten ........

Die kreisständiscbe Finanz-Kommission des Kreises Bak.

Anmerkung. ]) Dre Namensunterscbriften können mit Leitern odcr Facfimilestcmpeln gedruckt werden; doch muß jede Annwtsung Wr dér, eigenbandigen Namensunterschrift eines Kontrolbeamten ver- e en em.

2) Die Anweisung ist zum Unterschiede auf der ganzen Blattbrcite unter den beiden letzten Zinsscbcinen mit davon abweichenden Lettern in nachstehender Art abzudrucken:

. ter Zinsschein. [ . m Zinsschein.

Anjveisung.

Der Königliche Hof legt heute für Se. Kbnigli'che Hoheit den Prinzen Leopold von Großbrttannten und Irland, Herzog von Albany, Herzog zu Sachsen, die Trauer aux viorzehn Tage an.

Berlin, den 29. März 1884.

Der Ober:Ceremonienmeifter: Graf A. Eulenburg.

Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten.

Dem ordentlichkn Lehrer an der Königlichen Ober-Real: „"le zu Breslau, ])1'. Friedrich Haußding ist der Titel :rlchrer verliehen und der ordentliche Lehrsr Vr. Gusiav xtner an der städtischen Abtheilung dersslben Anstalt zum s.:clehrer ernannt worden.

Justiz-Ministerium.

Der Rechtsanwalt Dr. _jur. Klasen in Leer, ist zum Notar für den Bezirk des Landgerichts zu Aurich, m1t ANWA- sung seines Wohnsitzes in Leer, ernannt worden. '

Der Fabrikbefißer Wilheim Westermann m Wesel ist zum Handelörichter bei der Kammer für Handelssachen m Duisburg ernannt. .

In der Liste der Rechtßanwälte sind gelöscht: der Rechts: anwalt von Fabian kowski bei dem Amtszzericht in Mogilno und der RechtEanwalt Schorn bei dem Landgericht m Elber- feld, bei dem A1nt§gericht und bei der Kammer für Handels- sachen in Barmen.

In die Liste der Rechtsanwälte smd eingetragen: der Gerichts-Affeffor ])r. Körfer bei der Kammer für Handels- sachen in M.-Gladbach und der RegierungS-Affeffor a. D. Ohly bei dem Landgericht in Bielefeld. , '

Dem Notar, ustizNath Mög er in Dortmund ist ins Verlegung seines ohnfihes nach Höxter gestattet. _

Dem Rechtsanwalt und Notar, Justiz-Rath Stöckxcht in Ems ist die nachgefuchte Entlassung aus dem Amte als Notar ertheilt.

Der Amtherichts:Rath Petersen in Flensburg und der Rechtsanwalt und Notar, Justiz=Nath Werner in Marg- grabowa find gestorben.

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Der Regierungs- und Baurath Kozlowski zu Marien: werder ist nach Danzig verfeßt und demselben die bei dem Königlichen Ober-Präsidium der Provinz Wsstpreußen mit dem Prädikat als Weichselstrom-Baudirektor neu errichtete Regierungs- und Baurathsstelle vorliehen worden.

Berichtigung.

„In der veröffxntlickyten Ziehungsiiste vom 12. Fkbruar [. Js. über die jechs und vierzigste Vcrloosung der Prämienscheine dss vormals Nassauischen Domänekaffe-Anlchens vom 14. August 1837 ist an- gegeben, das; die Nummsr 61685 mit der Prämie von 200Fl. gezogen worden sei. Dieses wird dahin berichtigt, daß nicht die Nummer 61685, sondrrn die Nummer 81685 mit der Prämie bon 200 Fl. ge- zogen Wurde und diese zur Einlösung gelangen wird. Die Nummer 61685 ist bereits früher gezogen und eingelöst worden.

Wiesbaden, den 25. März 1884.

Der Königliche Regierungs-Präfident: von Wurmb.

Bekanntmachung.

Die Immatrikulation auf hiefiger Universität für das bevor- stehende Sommersemester 1884 findet am 16„ 21., 26. und 30. April er., , _ Nachmittags ZUbr, rm PrufungSzimmer des Universitäts-Gcbäudes statt.

, Bchufs derselben haben die Studirenden, Welche von einer anderen Uywerfität kommen, ein vorschriftßmäßiges Abgangszeugniß Von jeder fruher; besuchtetx Universität nebst dem Schulzeugniß im Original, diejentgexi Jnlayder und Angehörigen anderer deutschen Staaten, welche die Studien erst beginnen, Zeugnisse der Reife, die Ausländer wenigstens e_mxn Paß oder sonstige LegitimationSpapiere vorzulegen.

'aiNacbtragltche Jmmatrikulationen bedürfen einer besonderen Be- vor gung. Halle a./S., am „25. März 1.884. Der Rektor der vereinten FZedrickK-Univerfität Halle-Witienberg: ore us.

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 29. März. Se. Majestät der Kaiser und König nahmen heute militärische Mel- dungen entgegen, empfingen den Obersten z. D. von Elpons mit den in die preußische Armeke übertretenden türkischen Offizieren, ferner den Prinzen Frtedrich Wilhelm zu Hohen- lohe-Jngelßngen und den Grafen Clemens zu Schönburg-

Glauchau, welcbe nach Beendigung der Sixungen des ren- hauses slch vexabschiedeten, und nahmen odann den ortrag des General-Lteutenants von Albedyll entgegen.

_ Ihre Majestät die Kaiserin und K_önigin besuchte gestern, gleich nach dem Eintreffetx dex Nachncht .vqm Tode des Herzogs von Albany, Ihre Kaiserliche und Kdmg: liche Hoheit die Kronprinzesfin.

Heute war Ihre Majestät bei der Generalversauzmiung dcs Frauen-Lazarelh-Vetejns im Adlersaale des Kömgltchen Palais anwesend.

_ Se. Kaiserliche und Königliche Hoheix der Kronprinz begab Sich gestern Morgen 8 Uhr 25 Minuten mit Sr. Königlichen Hoheit dem Prinzen Heinrich. nach Potsdam zur Compagnie-Befichtigung des 1. Garde-Regtments 3. F. und kehrte um 12 Uhr von dort zurück.

Hierauf empfing Se. Kaiserliche Hoheit den _General von Dannenberg, besuchte um 31/2 Uhr die Ethnologische Samm- lung im Gebäude der alten Bär 6 und ertheilte um 4 Uhr dem Grafen von Bentinck Audienz.

_ Se. Majestät der Kaiser und König haben auf das Glückwunschschreiben der hiesigen Stadtverordneten zum Alierhöchsten Geburtstage folgende Antwort erlassen:

Mit froh bewegtem Herzen habe Ich die Glückwünsche cmpfangcn, welchc Mir dic Stadtverordneten zu Meinem diesjährigen Geburts- tage ausgesprochen haben. Der alte treu bewährte Sinn der An- hänglichkeit, Welcher die Bürgerschaft Berlins von je her mit ihm:: Königshause v:"rbindef, hat darin wieder seinen bercdten Ausdrmk ge- funden. Ich freue Mich diescr Wahrnehmung und danke den Stadt- verordneten für Ihre Theilnahme um so mehr, als Ick) aus Ihrer Zuschrift zu Meiner Befriedigung ersehe, daß die aufrichtigen Bc- strebungen, Weiche Ich im Verein mit Meiner Rezierung in der Fürsorge für das Wohl der Volksklaffen unab- lässig vcrfblgr, auch bei Ihnen die rechte Würdigung finden. Ermuthigt und gehoben durch ein solches Vertrauen gebe Jck) Mich der Hoffnung hin, daß Mein lebhafter Wunsch, die wirthskhaftlicbe und soziale Lage der arbeitendön Bevölkerung im Wege der gksexz- lichkn cheiung gcbeffert und sOWeit ais möZlicb gefichert zu fthen, seiner Erfüllung entgegen geht; nicht minder lebe Ich der Zuversicht, daß, wie die dcutsckze Nation fich nach außen hin dauernd friedlicher Beziehungen zu erfreuen haben möge, durch alimählicbén Außgicicb der Gcgcniäye auch im Innern Beruhigung und Zufriedmbeit gefördert werde. Möge die Bürgerschaft Berlins zur Erreichung dieses Zieles, welches dem Gedeihen des umfangreichen Berliner Gemeinweskns nur fördkrlich sein kann, nach Kräften beitragen!

Berlin, den 26. März 1884,

W i l l] e l m.

An die Stadtberordneten zu Vkrlin.

_ Durch das gestern Abend aus Cannes gemeldete plößliche Hinscheiden Sr. Königlichen Hoheit des Herzogs von Albany, jüngsten Sohnes Ihrer Majestät der Königin von Großbritannien und Bruders Ihrer Kais erlichen und Königlichen Hoheit der.,Kronprinzessin, sind “die Kronprinziichen Herrschaften uind die Kaiserlichen Majesiäten in unerwartete Trauer verse t worden. _ Wie „W. T. B.“ meldet, wurde der Tod des ** rinzen durch einen Sturz her- beigeführt, den derselbe am Ybend vorher im nautischen Klub erlitten hatte. _ Ihre Majestät die Königin Victoria, welche mit Ihrer Königlichen ÖVhLLt der Prinzessin Beatrice zu der Vermählnngsfeier nach Darmstadt reisen woÜte, hat in Folge des Trauerfalls diese Absicht aufgegeben. Allerhöchstdiefelbe erträgt, nach einem aus London vorliegenden Telegramm, den schweren Schlag mik wunderbarer Stärke.

_ Die vereinihten Ausschüsse des VundeSraths fiir Zoli- und Steuerwesen und für RechnungSwssen, die ver- einigten Ausschüsse desselben für Zoll- und Steuerwesen und für Handel und Verkehr, sowie der Ausschuß für Zoll: und Steuerwesen hielten heute Sitzungen.

_ In den Berichten vsrschiebener Zeitungen über die g estrigeSißung des Reichstages sind dem Vertreter des Auswärtigen Amts die Aeußcrungen untergelegt worden: der Art. 10 .der Litkrarkonvention mit Belgien befinde fich in völligér Uebereinstimmung mit den bisherigen Reichsxxeseßen Über den Nachdruck, und als Anfangstermin der zehnjährigsn Schußfrist gelte ein für (111€ Mal der 31. Dezember dLSjSUiaLU Jahres, in WLichem ein Werk" erschiénen sei. In beiden Be- ziehungen sind, wie dsr in der Beilage enthaltene, dem Steno- gramm Entsprechende Bericht über die betreffende Sißung er: giebt, die Neußerungen des Vertreters des Auswärtigen Amts in dM bezeichneten Blättern nicht richtig wiedergegeben worden.

_ Der Bericht über die gestrige Sitzung des Reichs: tages und der Schlußbertcht Über die gestrige Sißung Ys'lHauses der Abgeordneten befinden fich in der Ersten

etage.

_ In der heutichn (68) Sitzung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Vize-Präsident des Staats- Ministeriums, Staats-Minister von Puttkamer, der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, Vr. Lucius und der Staats-Minister von _ Boetticher, nebst mehreren Kom- miffarien beiwohntcn, stand auf der Tagesordnung: die Fort- seßung der zweiten Berathung der Jagdordnung.

Die Berathung wurde aufgenommen bei §. 57. Derselbe lautet nach dem Kon1misfionsbeschluffe:

§. 57. Kibixz- und Möveneier dürfen nur bis zum 30. April jeden Jahres eingesammelt Werden.

Durch Beschluß des Bezirksausschuffes kann dieser Termin bis zum 20. April zurückverlegt oder für Kiebißeier bis zum zehnten Mai, für Möveneier bis zum achtzehnten Juni einschließlich ver- längert Werden. Der Beschluß ist endgültig.

Die Eier ober Jungen von anderem jagdbaren Feberwiide durfen auch von dem Jagdberechtigicn nicht fortgenommen werden, mit Ausnahme derjenigen Eick, Welche in Brutstätten ausgebrütet, xdär welche zu wissenschaftlichcn oder zu Lehrzwecken benutzt werden () en.

Nach kurzer Debatte wurde der §. 57 in der Fassung der Komrmssion angenommen.

Es _folgte die Berathung des §. 58, welcher nach d€m Kommissmnsbestbluß lautet:

§. 58. Vom fünfzehnten Tage Der für eine Wildart fest- gesehten Schonzeit ab bis zu deren Ablauf isles verboten, derartiges

Wild, sei eH in aanzen Stücken oder zerlegt, in demjenigen Bezirke, für welchen die Schonzeit gilt, zu versenden, zum Verkaufe umher- zuktrasfxen, auszustellen oder feilzubieten, zu verkaufen und an- zu an en.

Die Bestimmungen des ersten Absaves finden auf Kiebiy- und Mövcneier Anwendung.

Hierzu lag folgender Antrag der Abgg. Dirichlet= Schmieder vor:

Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen:

In §. 58 hinter .zcrlegt“ einzuschalten:

„soweit dasselbe nicht zum (Henuffe zubereitet ist* und vor „an. zukaufcn“ einzuschalten: „zum Zwecke der Weiterveräußemng.“

Der Abg. von Tiedemann (Bomft) bat, es bet dem Kommissionsbeschluß zu belassen. Wenn der Wilddiebstahl in diesem bekämpft werden sollte, so dürften nicht Exemptionen zu Gunsten der Frauen stattfinden. ,

Der Regierungskommiffar, Geheime Regierungs-Rath “Freytag erklärte sich mit dem ersten Theil “des Schmiederschen [ l;Urags einvexstanden, hat dagegen, ren zweiten Theil abzu- e nen.

Hierauf wurde der erste Theil des Schmiederschen An: trags angenommen, der zweite Theil jedoch abgelehnt. So- dann wurde der Paragraph in der von der Kommission vor- geschlagenen Fassung mit dem Amendement Schmieder an: genommen.

§. 59 wurde ohne Debatte nach dem Kommissionsbeschluß genehmigt, ebenso §. 60.

Auch §, 603 wurde ohne Diskussion ?enehmigt.

Das Haus berieth sodann §. 6], we cher nach dem Be: schluss des Herrenhauses iautet:

§. 61. Auf Wild in eingefricdigicn Wildaärten finden die Vorschriften der §§. 58 und 60, nicht aber des §. 54 Anwendung.

Hierzu lag folgender Antrag des Abg. Schütt vor:

Das Haus der Abgeordneten Wolle beschließen:

Dcn §. 61 folgendermaßen zu faffen: „Auf Wild in (inge- fricdigtcn Wilbaärten, sowie in dausrnd und gegen den Einlauf von Wild voliständig cingcfriedigicn Glunkflächen (§. 2), finden die Vorschriften der §§. 58 und 60, nicht aber der § 54 Antvcndungk

Der Abg. Schütt begründete den von ihm gesteÜten An- trag, während der Abg. von Rauchhaupt denselben bekämpfte.

Derselbe wurde hierauf abgelehnt und der §, 61 nach dem Vorschlage dsr Kommission angenommen.

Damit war der fünfte Abschnitt erledigt.

Der sechste Abschnitt handelt vom Wildschaden und der erste Titel desselben von Verhütung des Wildschadens.

§. 62 lautet nach dem Kom111issionsbeschluffe:

§. 62. Schwarzwiid darf nur in geschlossenen Wildgärtenodsr solchen Revieren unterhalten Wkkdln, Welche dcrgkstait cingefriedigs (vcrgattert) sind, daß das Wild Weber ausbrechen, noch an fremdem Grundeigentbum Schaden anrichtcn kann.

Hierzu lag ein Antrag des Abg. Conrad vor:

Das Haus der Abgeordneten Woüe beschließen:

Den §. 62 folgendermaßM zu faffen:

.Scbwarz-, Roth- und Damwiid darf nur in akschloffekcn Wildaätten oder in solchen Revieren unicrbaiten Werden, welcbe dergestalt eingefricdigi (bkrgattert) smd, daß das Wild weder aus- brecben noch an fremden Grundstücken Schaden anrichten kann.“

DLS Weiteren beantragten die Abgg. Dirichlet=Schmieber, im FF. 62 hinter „Schwarzwild“ einzuschalten: „Roth: und Dammwiid“.

Endlich beantragte der Abg. Bobh, im §. 62 Zsile 2 statt „unterhalten“ zu sagen „gehalten“.

Der Abg. Conrad führte aus, daß der Ersatz für Wild- schaden eine Forderung der Billigkeit sei, nachdem das Feld: und Forstpoiizeiqeseh den Waldbesißern genügenden Schuß gebracht habe. Der Schaden, der gerade den kleincn Grund: besißern zugefügt worde, sei ein iiberaus großer. Tausende kleiner Leute würden durch den Wildschaden in ihrer Existenz bedroht. Hier müsse also Wandel geffchaffen werden. Das Geseh erkenne zwar an, daß ein Ersatz für Wildschaden zu leisten sei, lege abCr die Verpflichtung zum Schadenersatz dem Pächter auf, dessen Solvenz nicht in (111611 Fälien zwsifelsohne sei. Er hoffe daher, daß dsr Ministsr sowohl wie die Par- teien des Hauses fsine Bestrebungen, den kleinen Mann zu schüssn, untcrstüßen und ssincm Antrags zustimmen würden.

Der Abg. ])1'. Grimm hob hsrvor, daß der Abg. Conrad dis Situation zu schwarz gemalt habe. Allerdings sei dem Wildschaden zu steuern. Aber die Rogierung sei bsmüht, durch gehörigen Abschuß die bedrohliche Zunahme dss Wild: stands zu Vérhindern. Er bitte deshalb, den Antrag Conrad abzulehnsn und den Paragraphsn in der von dsr Kommisfion vorgßschlagenen Fassung anzunehmen.

Dsr Abg. Frhr. von Eckardtstein glaubte, daß mit dem Schwarzwild in dém §. 62 Vi€[ zu hart umge'gangen sei. Das Roth- Und Damwild richte nicht geringeren Schaden an.

Der Staats-Minister [)r. Lucius erklärte, das; unbedingt Ersatz für den Wildschaden zu leisisn sei. Dieser Ersatz werde am besten erxeicht werden, wenn man den Weg, welchen die Regierung in der Vorlage vorgeschlagen habe, betreten wollte. Es seien durch dieselbe die Befugnisse der Aufsichtsbehörde verstärkt, auf einen erhöhten Abschuß zu dringen, und diese Vejugniß folie für ails Wildarten gelten. Wynn die Kommission 1ich bemüht habe, einen anderen Ausweg für den Wildschadenersah zu finden, so müsse er bemerken, daß die Vorschläge der Kommission praktisch nicht durchführbar seien. Eins Reduktion dss Wildstanbes werde sich nur durch die Re- gierungSvorlage herbeiführen laffen. Allerdings sei diese Re: duktion nicht ohne Schwisrigkeit. Die milden Winter der lehten Jahre hätten den Wildsiand vermehrt. Troßdem sei die Zahl der Klagen über Wildschaden nicht groß. Das fails um so mehr ins Gewicht, als in der Presse eino künstliche Agitation in dieser Frage monatelang unterhalten worden sei. Nur aus 4 Regierungésbezirken seien Klagen bei ihm eingkgangen, und in ailen diesen Fäklen" sei sofort verfügt worden, daß für gehöri- g€n Abschuß und Einzäunung gesorgt werde. Er mache sich anheifchig, daß berechtigte Klagen in Zukunft nicht wieder vorkommen sollten, soweit Königliche Forsten in Betracht kärsjieljlt' Er bitte deshalb, die Regierungsvorlage wieder her- zu en.

Der Abg. von Krosigk erklärte sich für die Kommissions- vorschläge, obschon dieselben Znicht ohne Bedenken seien; da- gegen sei der Antrag Conrad für ihn unannehmbar.

d Der Abg. Dr. Köhler sprach sich für den Antrag Con- ra aus.

Der Abg. von Rauchhaupt wies darauf hin, daß ein agitatorisches Vorgehen, wie es vom Abg. Conrad beliebt werde, sicher nicht den Interessen der kleinen Grundbesther dienen könne. Wer es ehrlich mit dcm Wohle des kleinen Mannes meine, müsse den Kommissionsvorschlägen zu- stimmen, die gegen den WiUen der Regierung zu Stande ge- kommen seien. Die Vorschläge der Kommission bedeuteten einen großc-n Fortschritt gsgen den bisherigen geseßlichen Zustand. Werde der Vorschlag des Abg. Conrad angenommen,

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so bedeute das nichts weiter, als den großen Waldbefisern

eine Verpflichtung auferlegen, die zu halten unmöglich sei.

Der Abg. Westerburg erwiderte, daß es fich bei der Wildschadenfrage um eine Frczge des Rechts ,und des Anstands handle. Seit 1848 sei, wxe in den Motiven bemerkt, der Wildstand gewachsen. Daraus schon könne man entnehmen, daß auch der Wildschaden zugenommen haben müsse.

Der Staats-Minisier 1)r. Lucius erklärte, daß im Jahre 1881/82 17 und im Jahre 1882/83 _20 Klagen über Wild- schaden zu seiner Kenntnis; gelangt seten.

Die Diskussion wurde alsdann geschlossen. In nament- licher Abstimmung wurde bei Schluß des Blattes der Antrag Conrad mit der vom Abg. Bachem beantragten Aenderung, hinter dem Wort „unterhalten“ in Klammern „gehegt“ zu setzen, mit 160 gegen 148 Stimmen angenommen.

_ Jn Berücksichtigung des Umstandes, daß in der Eisen- bahnverwaltung die Regierungs z Vaumeisth und Regierungs-Maschinenmeistex mchtmehrvonSettender einzelnen Königlichen Eisenbahn-DtreknonYn nach Maßggbe des jeweiligen Bedürfmffes m Yohtraktltche1y Vexhältmsse engagirt, sondern von Seitsn des Mm1sters dcr bffentltchen Ar- beiten zur Beschäftigung einberufen und den „einzelnen Ver- waltungen überwiesen werdßn, fiUd beréits _d1e Besoldungs- verhältniffe derselben nach emheitl1ch8n Grunbsäßsn und zwar unter dem GefichtSpunkt eines mit dem Antritt dsr Beschäf- tigung bei der Staatsverwaltung beginnendxn anmten- verhältnisses geregelt. I'm Anschlußßhieran tst heuer- dings eine Revision der bisherigen Voxsch-cnten über 518 Ge: währung von Tagegeldern und Retsekosten forme von Umzugskostenvergütungen an die ge:».annten auß§r= etatßmäßigen Beamten veranlaßt worden, dsren Rssultatc tm Eisenbahn-Verordnungsblatt veröffentlicht werden.

_ „Verlobte“ im Sinne des Strafgeseßbuches und dsr Strafprozeßordnung (betreffend die Nothwendigkeit der Steilung des StrafantrageH bei Diebstahl, Untexschlagung, Betrug imd das Recht der ,Zeugnißoerweigerung) smd nach zwei Urthetlen des Reichsgerichts, 1ll. Strafsenats, vom 28. Januar d. I., nicht nur die in einem cixwilrechtlich=wirisainen Ver: löbnisse stehenden Personbn, sondern ""ck 0:9]ext1ge_n PLL"; soncn, welche zwar nicht in der landksge'seßiich v_ora€schr1€bencn fortneÜen Weise, aber doch Lin LkUstllck) gememtch und auf moralischer und geseßlich erlaubter Grundlage bcruhendeI (mit Ausschluß also von unmoralischen resp. strafbaren LiebeHverhältnissen), anf Verheiraxhung abzielendes Ehever- sprschen sich gegenseitig gegeben haben.

_ Die Bevoümächtigten zum Bundesrath, Königlich bayerischen Ministerial=Näthe vqn Kastner und Herr: man 11 sind nach München ahgere1ft.

_ Mit dem heutigen Tage endet dsr am 10. ,d. M. bierselbst begonnene militärärztliche Operattons- kursus und werden sich die zur Theiinahme an demselhsn kommandirt gewesemn Assistenz-Acrzte der Armee und Marine in ihre resp. Garnisonen zurückbsgeben.

Bayern. München, 28. März. (W. T. B.), Die Kammer der Abgeordneten génshmigts heute rnit 125 gegen 15 Stimmen, dem Ausschußantrage gemäß, das Rexite- rungSpoftulat von 380 000 ..ck-x: zum Ausbau "dcs Akadem1e- gebäudes.

* Baden. KarlSruhe, 28. März. (W. T. B.) Im Landtage brachte der Abg. Junghanns (ultramontan) hexite die Interpellation ein: ob die Regierung die Ecrtch- tung einer öffentlichen HagelversicherungSanstalt mit freiwilligem Beitritt, welche nach dem Vorgange der bayerischen Gesehgsbung auch für Baden als wünschsnswerth uni? durchführbar €rscheine, bereits in Erwägung gezogen ha e.

Sachsen-Altenburg. Altenburg, «7. März. Die „Lsipz. Ztg.“ berichtet: In dem Befinden Ihrer Hoheit der Frau Herzogin ist erfreulichczr Weise eins Bcfferung einge- lreten. Das hsute fxüh ausg€legte Bulletin lautet: Wäh- rend schwächere Amfälle von Herzschwäche gsxtern Vormittag fick) noch mehrfach zeigten, sind disselben von Mittag ab nebsn starken Schweißbilbungen immer mehr vsrschwunbcn. Die Nacht, in der zwe1ten Hälfte wenigstens, den Umständen nach ziemlich gut. Heute Tsmpcratur 38,90, gestern PulS 136, unregel- mäßig, heute 122 und regkimäßig. NPPLLU Und Kräfte; noch gering, aber besser als gestern. Eilert.

Heuteist die Landschaft nach Beendigung ihrér Arbeiten Vertagt morden.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 27. März. (Wien;

Abdp.) Die Budgetkommission dex“, Herrenhauses hat den Gestßcntwurf, betreffend die Verlängerung 5643 Budget- provisorinms biss) Ende April 5. J., bereits erledigt nnd beantragt die unverändcrte Annahme der Vorlage. _ Jm Abgeordnetenhause tagten hsute zahlreiche Ausschüsse», um das ihnen zugewiesene Berathungsmaterial mit thunlichst- ster Raschheit aufzuarbeitsn. , Pest, 28. März. (W. T. B.) Im Unterhanse sprach slch „heute bei der Berathuna dsr Gewerbevorlage der M1mster-Präsident Tisza entschieden gegen eine Zoüschranke Oestßrreich gegenüber aus, weil den ungarischen Rohprodukten darmt ein wichtiges Absaßgebiet entzogkn werden würde.

Belgien. Brüssel, 28. März. (W. T. V.) Die Repräsentantenkammer hat die Konvention mit Deutschland zum Schutze des gewerblichen Eigen- thums genehmigt.

Großbritannien und Irland. L0ndon, 28. März. (W. T. B.) Im Oberhause wurde heute von Lord GranviÜe, im Unterhause von Lord Hartington der schmerzliche Verlust mitgetheilt, der die Königin durch den Tod „des Herzogs von Albany betroffen hat. Lord GranmÜe und Lord Hartington fügten ihrer Mitthsilung hinzu, bas; sie eine Vertagung nicht beantragen würden, _weil dafür'em Präzedenzfaü nicht vorliege. Beide kündigth aber für nächsten Montag den Antrag auf Erlaß einer Veileids- adresse an die Königin und an die Herzogin von Albany an. Im Oberhause gab Lord Carnarvon, im“ Unterhause Northeote den Gefühlen der Trauer und der Theilnahme an dem tief betrübenden Todesfalle wärmsten Ausdruck.

_ 29. März, früh. (W.T.B.) Das Hinscheiden des Herzogs von Albany hat hier und in den Provinzen Uefe Trau2r hervorgerufen. Von aÜen Seiten gehen Beileids: bezcxgungen voll größter Sympathie für die Königin und die

Königliche Familie ein. Die Kaiserin Eugenie kam gestern Nach- mittag in Windsor an, wo fie von der Königin empfangen wurde gnb einige Stunden verblieb. Nack) Mittheilung der Kaiserin an etmge hochgestelite Persönlichkeiten erträgt die Königin den schweren Schlag mit wunderbare Stärke. Gestern Abend traf auch der Prinz von Wales in Windsor ein; derselbe wird sich voraussichtlich heute nach Cannes begeben. Die Herzogin von_ Albany, welche die Trauerkunde von der Prinzesfin Chr1st1an erhielt, ist voüständig gebrochen. _ Der Hofmeister der Königin, Sir John Cowell, ist auf Befehl der Königin Abends nach Cannes abgereist, um die Leiche des Herzogs nach Windsor überzuführen.

Das Unterhaus hat géstern mit 208 gegen . "* Stim: men einen Antrag Pens auf Herbeiführung einer Er. hte: rung der lokalen Steuern angenommen. Die Rea.erung hatta den Antrag bekämpft mit der Erklärung, daß diese Frage von derjenigen der lokalen Verwaltung nicht getrennt werden könne. Ueber lehrere bereite die Regierung einen Antrag vor, welcher bei günstiger Gelegsnheit eingebracht werden soUe.

, _ 29. März, früh. (W. TB.) Sämmtlicbe Morgen- ze1tu ngen erscheinen mit Trauerrand und enthalten Artel, in welchen die Verdienste 1325 verstorbenen Herz 0 gs v o n Albany herborgehobenwerdenund das tiefsteBedauern Über seinen Tod sowie die Sympathie für die Königin und die Königliche Fa- milie ausgedrückt wird. _ Ein der „Times“ aus Cannes zugegangenes Telegramm von gcstsrn berichtet, das; der Herzog bei dem Treppcnsteigen im „(Torch nxiutiqm?“ fikl, wobei er fich das Knie verießte. Nach Hause und zu Bett gebracht, empfand er keine Schmerzen. Er nahm ein leichtes Souper ein, wobei er einschlief Um 21/._, Uhr Morgens tburbe der Arzt, welcher in demsslben Zimmer schlief, durch em schweres Athemholen dss Herzbgs geweckt; er fand ihn in einem KrampfanfaU. Sechs Minuten später erfolgte der Tod. Fi? ' Tobe§ur1ache ist muthmaßlich eine Blutergießung ins

eztrn.

Italien. Rom, 28. März. (W. T. B.) Wie in parlamentarischen Kreisen versichert wird, wäre das Ministe- rium definitiv konstituirt: der Minister-Präsident und Mi: nister dcs Jnnsrn Deyretis, der Minister des Auswärtigen Mancini, der Fiuanz-Minister Magliani, der Arbeits-Minisier Genala und der Marine-Minisier dei Santo würden auf ihren Postcn verbleibsn, das Ackerbau-Minisierium von Gri- maldi, das Justiz-Ministerium von Ferracini, das Krisgs- Ministerium von Vertole Viale, das U11terricht§=MinisieriUm von Coppimo Übernommen werden.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 28. März. (W. T. B.) Die in auswärtigen Blättern cnthaltenen Nachrichten über angebliche Nuhesiörungen in Kisw erweisen sich nach wiederholten Anfragen 0.163 unbegründet; es handelt sich ohne Zweifel um Line Réproduktion der bezüglichen Gerüchte, die bereits am 24. und 25. d. M. hier kursirten und schon damals nach authsntischen Informationen als unrichtig bezeichnet werden konnten.

Der neu ernannte württembergische Gesandte, Graf von Linden, überreichte gestern dem Kaiser sein Beglaubixxitngsschreiben und wurde sodann von der Kaiserin empfangcn.

Afrika. Egypten. Kairo, 28. März, (W. T. B.) Wie am."- Suakim gemeldet wird, trafen mehrero Scheiks, welche dLU bisher den Engländern feindlich gesinnten Stämmen der Samarar, Damileb und Hoorah angehören, gestern Abcnd daselbst ein und gabcn Versicherungen ihrer Freundschaft. Dieselben versprachsn zugleich, ihr Möglichsi2s zu thun, um mit Hülfe andsrsr Scheiks OSman Digma gefangen zu nehmsn. Die durch diese Scheiks vertretenen Stämme zählen ungefähr 5000 Männor und haben ihre Wohmsiße auf dem Gebiet zwischen Suakim und Kaffala Andere Scheiks verbürgen sich für die Frei; [Lgung des WLJLS nach Berber._Ein Regiment Kavailerie und zwei Regimentcr Infanterie sollen sich morgen an Bord des TranSportschiffs „Jumna“ einschiffcn.

Zeitungsstimmen.

Dl? „Kölnische V91k5zeitung“ brachte in Nr. 71 eine_Besprechung der Schmft bes Hrn. N. Esssr: „Der Ent- wnrs dss GessheT'betreffend dre Kommunditgeseüschasten auf Aktien und die'AktwngessÜsWsten“, und kam im Gegensatz zu dem Verfasser jener Schritt zu dem Resultat, daß aUerbings eine Verschärfung des_ Aktwngesxßes» noth thus, wie solche der mus Gesehentmurs thatsächltch bezwscke. Zn Nr. 78 und 79 erörtert das" Blatt dann w.iter, daß, so einschneidende Vorschriften der Entwurf auch bezüg- lich der Gründung enthalte und so sehr der vierte Thsil bes Gesehes, die Strafbkstimmungen, perméhrt und präzisirt wor: den seien, man doch in den OEldL11_Absch11ittén dcs dritten Theiles, welche vori dem Rechtc30erhaltniß der Aktionäre und den Rschten und Pßtchtenbes Vqrstandcs handeln, Bestimmun: JLU vsrmisse, weiche allem gee1gnet wären, die Rechte und Jntereffen dér Aktionäre, bcsondexs der Minderzahl desleéU, wirksam zu wahren 11115 znr, Geltung zu bringen. Nachdem die „Köln. V.-Z.“ eme Verschärfung _der Vorschriften Über die Bilanz befürwortet hat, sagt ste m_etter:

Cin andcrer, geradkzu s_chreiender Mißttand, Welchcc sich an einer ganzen Reihe von Aktiengejelisckpasten rmt der Zeit herausgebildet hat, wird auch von dem neuen Gescxxentwurf voUständig unbeachtet gelassen, nämlich das Cliquean-sen ux1d der Nebotismus.

Den .Klüngel' wird freilich kern Gesey dcr Welt wUscbaffen können, aber dem Staate muß doch daSHRecht Und die Pflicht zu- gesprochen werden, Wenigstens nacb Krusten Dämme gegen eine Gefahr aufzqufen, welche niebt nur den engcrn Kreis der Aktien:“ntereffenien foriwährcnd [*edrohN' sondern bei ihren! Weiter- scbreitcn Über kurz oder lang zu einer soz_1aien Kalamiiät Werden muß, DMU wobinFoil es führen, Wenn xine einzige Person, wie das vorgekommen tft, Inhaber von 28_Aufs1chtsrathsstclien werden kann? Niemand wird glauben, daß bei jblchcr Apbäzxfung ber Acmter auch nur eines gewissenhaft im Interesse der Aktwnare von einem 28fachen Aufsichtsratb vertreten Werden könne. CH_muß fick) Jedem die Ueber- zeugung aufdrängen, daß in gewissen Kretjen die Aufsicbtßrathssicllen entweder lediglich als Sinekuren oder als Mittel zu ganz andern Zwecken betrachtet und benutzt werden. Den Aktionären ist damit sicherlich nicht gedient, und der Staat hat ohne ZWLifel das Recht und die Pflicht„“die Zahl der AuffiÖtSrathssteilen, Welche von einer Person bekleidet Werden könncn. möglichst zu beschränken, wie ck_denn thatsäcblicb fich das Recht 'mmmt, die Minorität der Aktionare auf 1/20. 1/10 oder 1/5 des Aktienkapitals zu normiren, um dxr Gefahr vorzubeugen, daß die Gkncralversammlung zu einem pol- nischen Reichstage oder zu einem Tummelplaxxe gswiffcnloscr Spe- kulanten gemacht Werde.

Einen das EWerbsleben sowohl wie die Aktiengesellscbaft an sich mehr und mehr bedrobenben Charakter hat die Anhäufung der Aemxex dadurch an enommen, daß dieselbe in den Händen weniger

amtlten rubt. 11 dem Aufficht§ratb einer ganzen Reihe von

ktixngeselischaften finden s1ch stets dieselben Brüder, Schwäger, Ohetme und Neffen, ja es ist, Wie wir oben scbon angeführt haben, d.“ staunenxwerch Fal] vorgekommen, daß Vater, Oheime und Schwager als 'Au111chts_räthe ihrem Sohne und Neffen als Direktor Decharge erthetlten, wahrend eine erhebliche Minorität ganz anderer

emung war.. So weit_ist es übrigens schon gekommen, das; der ArzffichSratb einzelner Aknerxgesxlischaften fast ausschließlich aus einer Sippe besxeht Solche an iich 1chon höchst unpassende Zustände Wer- dxn sich nachstenH mit erneuter Kraft wiederholen, wenn das Gesetz mcht amendxrt erd. . . .

Zum Schluß heißt es:

Vox ixus lrsgt eme sorgfältig gearbeitete, aber noch immer nicht ganz er1chopfstzd§ Aufstellung aus der Zeit vor der Verstaatlichung der großen westlichen Babncgz, Weiche einen Maßstab liefert für die uygeheuerx „finanzreiie Maciotsukle,_welcke im Laufe der Zeit in ver- baltnrßnzaßtßwemgen Handen 1ich angesammelt bat. Da ist in Wahrheit . cm Staat im Staate. Cin Gesellschaftskapital (etnscblteßltch des in der Rheinischen uno Cöln-Mindener Eisen- babn-Gexkellkcbaft angelegten, im Ee1ammtbetrane von 1 331 058 700 “M, sa„ge Drexzehnhynderteinunddreißig Millionen Mark, wird fast voll- standig von einem Gremium bon etwa 40 Personen bcb-rrskbt. Mustert man die Direktioner) und Aufsichtskäthe dsr betruffénden Jystttutc, so hat man insbewndere cinsn wahren Rattenkönig der Colyer bohen, Finanz vor fich: die Zuzsbörigkcii derselben Perwn zu _emem halben Dutzend VLWVÜTUUMU ist nichts ]eltenesZ dr_er Namen finden fich in 7, zwei in 9, zwei m 10, einer tn 11, einex im 14, einer in 16, einer in 17 und einer gax m 19 VsrwaltungNatben, _ und die Träger diescr Namen find jaxt aiie__untLr einander verwandt oder verschwägert! So ist bei- Wlechlje der yeunzehnfache AUffiÖtSratk) Bruder cines secbsfachen Und Schwaacx eines zehnfachen, Eine nicht geringe Zahl diessr Auf- s1_chtsra1k_)s-Mttglteder bat vislsack) jährlich Tz.".tiémen bkzogen, welche die Gehalter unsérer Minister bei wsitem übcrsteigen.

„, Wir _glauben, daß die großen Gefabrcn einer solchen Ent- k!)!(kélung nch Jedem aufdrangen müssen, und daß dieselben bei der bcvbrsiebxndcn Beratbung dsr Aktien-Gescßxtovcüe nicht außer Acht bleiben ionnbn. Es muß das unseres Ecaéhtens dazu führen, daß dre Besttmniungen ugserer Kommunalgeseßgebung hinsichtlich dsr ver- txgndtsckoastitchen Bezrchungen analog auch in der Aktiengeseygebung Cmgang finden.

_ Tas „onbschüher Wochenblatt“ meidet:

In dem zum„e1st von 'arrnkn Webern bervohnten Städtchen Kat- fchsr, tm wascbuyer Kretsc', scheint die vor lävgkrer Zeit eingetretene Befferung der Erwckxb§verbältniffe nilbt nur Bbsiand zu haben, son- kern noch an Jnxenmtat zu gewinnen. Zur Zeit werden in Katscher kurz? neun, auswattige Fabrikanten mehr «(8 450 Stühle allein mit Piu1charbch1t, durch zwei Fabrikanten etwa 200 Stühle mit Schach- wxßweberct und Yurcb etwa sechs bis acht Weitere Fabrikanten außer- dem noch ungefahr 300 StÜhle für Züchenlkinwand, Creas, Bar- chend :e. beschäftigt.

_ Dein (Frankfyrter) „Aktionär“ Wird zur Lage der deutschen E1sexnndustne aus St. WLUDLl, 25. März, berichtet: Die Walzetsenwerke find gut beschäftigi, zum Theil mit Ordres in_r das Auélqnd, Wo das deutsckye Fabrikat fich mehr und mehr Bahn bncht „und vrelfacb dem e:]glinhen unb belgischen vorgezogen wird. In Tr_agern geht das Geschast augenblicklich sehr flott und würde es nicht uberrgschen, wenn die Prei1e hierfür in nächster Zeit etwas anzrebcn Wurden. In Schrvarzblscben ist der Absatz sebr stetig und die Werke bxhauptexxghre Notirzmgen mit Leichiigkkit. Das Siegenerland hat sogar ferne Prktxe, dre, frltlick) enorm gedrückt Waren, bereits wieder crhöbén könnexi. Wklßblkche sind ungemein fest und können die Werke, die aus mehrkre Monate voile Beschäftigung haben, den an sie gxsteliten Ayforbcrunchn kaum nachkommkn. Jn Eisenbahn- matertal haben die Submisjionen der letzten Monate größkre Ordres gebracht, sodaß das dringende Arbcitsbedürfniß der Werke gestillt ist und bei den „neuesten Ausschreibungen für Lieferfristen per Anfangs Sommer bereits eme Prolongaiion von Seiten der Werke Verlangt wiirde. Auch vom AuZlande find verslhiedenc größere Ordres zu bcneren Prxisen in Deutschland placirt worden.

_ Em sachs1scheb JndustrieÜer schreibt dé]? „Nord-

deutschen Nllgemstnen Zeitung“: , Jn unsere'm _industriciien_Sachskn, Wo die nnistc'n Lsute von tbrer Hände Arbett lsben müßen, macht es einsn gcradszu peinlichen EindrUck, zU hören, wie Seitens der Foxfskbrittsxxaktei im RLiÖÖWJ immer und immer wieder Nörgslcicn über die von der Regierung eingeschlagene Schuhbolitik stattfinden. So hat in einer der [chien ReickostagHiitZungen Hr. Profcffbr Häns! allerlei Beweisstückc, z.B. den BLWeiE der Erhöhung dsr Arbeitsiöbné, Verlangt und mit der ibm eigenen Katbebkrweixbcit iiber SOUL dcr najibnalcn Akbéit gesprochen. "WEM“! fich dcr _.Okrr Professor beispielSMise über die Verhältniß? derjcnigen Induytrie. durch die in Sachsen die meisten Arbeiter beschäitigt Wlde, der Tcxtilirqbnstric', einmal gründlich informircn_wolite, st; würde er erfahren, in wclck) geradezu erstaun- licher WSUS sich diejelbe in dön ießtkn Jahren entwickelt hat und wie 1ich im Zusammenbang damit auch die Arbeitsibbne gebeffsri haben. FÜr die Jndusirisiicn 7elbft ist ('I kein Gehc'imniß mehr, daß durch bie_Erböhnng bös Zolis auf Webmvaarcn IC. der Import fran- zöfistber und Cngliikbkk Waaren wesentlich beschränkt und daß dadurch der erst? Abstoß, gegebxn wurde, diese Industrie so zu kräftigen, daß sie hcute fabia rst, aus dem Weltmarkt erfolgreich aufzutreten. . . .

Centralblatt für das Deutsche Reick). Nr. 13. _ In- halt: Justizwcsen; Aknderungcn im Verzeichnis; der zur Einziehung von GcrichtIkbsten bestimmtsn Stelien. _ ?)]?arine und Schiffahrt: Berikbiigwng._ KonsulatM-scn: Ernennung. Cxcqnatur-Erthcilungcn. _ Polizeinmsen: Auswäsung von Ausländern aus dcm Rkichsge'biete.

Justiz-Ministerial-Blatt. Nr. 13. _ Inhalt: AÜgemeine Verffigung'vom 20. März 1884, bctrcffénd die Mittbciiung der Strafurtbetlk. _ Alig_emeine Vcrsügung vom 20. März 1884, be- treffend die (HeriÖtsvetsaffung in Rußland. _ Allgemcine Vérfügung vom 24. März 1884. betreffend die ngistrirung der Kosten der Unter- ZuchtFYk-Zhaft. _ Erkenntnis; des NÜÖÖJLÜÖW vom 15./16. Novem- er .

Eisenbabn-Verbrdxtungs-Biatt. Nr. 7. _ Inhalt: Erlaffe des_ Ministers dcr öffcntlichkn Arbciten: vom 9. März 1884, betr. Bcwtiiigung von Taaageldcrn und Rcisskostcn :c. an Re- gierungY-Baumeister und Rogierungs-Maschinenmcistcr. _ Vom 17. Marz 1884, betrkffend Regelung des Abreckynungsbcrkehrs zwischen den Eisehbabn- und Pcstvcrwaitungsbchörden. _ Vom 19. März 1884, betr. Reglement über die Annahme, Aasbilduna und Anstel- lung von Civil-Supernumerarien im Staats-Eisenbahndienst. _ Vom 19, Marz 1884, betr. Veranschlagux1g und Verbuchung der Kosten für den_Umbau und die Echiterung von Bahnhöfen bezw. einzelner Gcleixekomplexe auf denselben.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Von dem Deutschen Wörterbuéo der Gebrüd_er Grimm (fortgesetzt von Moriz Hchnc, Rudolf Hildebrxmd, Mgtthtas Lkrer und Karl Weigand; Verlag von S. Hirzel tn Letpztg) ist kürzlich des 171. Bandes _12. Lieferung ausgegeben wordexr. Dieselbe enthält die Artikel .Messe“ bis .jnißlick)“ und ist bsarbe'ttet von Dr. Moriz Heyne. Wie aÜe Von diesem Geishrterx bearbeiteten Theile des nationalen Werks zcichnet sich auch dicxe Lteferzmg durckvkgründ- liehe spracbgefcbichtlicbe Einleitungen und etymologische' Erklarungen zu dem einzelnen Artikeln aus. Dic Liefcrung begmyt innerhalb des Artikels ,Mkffe“, dem sich cineYanhl davon abgelcitcter und damit zusammengesetzt“ Worte anretbe'n. Dann folgt das Zeiiwort .mcffen'. In dem Artikel „Mcs7cr' Werden auch einige sprüch-