1884 / 98 p. 3 (Deutscher Reichsanzeiger, Fri, 25 Apr 1884 18:00:01 GMT) scan diff

falls still, und wo noch Arbeit vorhanden ist, suchen die Arbeitgeber endenx_ macht so daß Strikes In Sunderland striken den Clybesrale Works haben etwa 600 Eisen- und Stahlarbeiter wegen Lohnberab- setzung Strike gemacht, in London striken die Schuhmacher, in New- port und Preston die Maurer, in Nottingham die Weber, kurz in “fast allen Industriezweigen Wechseln Stagnation und Strikes mat einander ab. In den Kohlenminen find die Arbeitetverbältniffe eben- Stillstkben so vieler sehr beschränkt, Verluste decken, der Arbeiter wieder mit Strikcs beantwortet wird. _ Schiffahrt liegt sehr barnieder; die Rheder sind gezwungen, Frachten ist. zu so mäßigen Preisen anzunehmen, daß von einem Gewinn gar nicht Und dabei wird, wies es scheint, d1e1e große, aUgemeine Geschäftsflaue noch eine geraume Zeit anbalten, denn die alten Ordres smd größtentbeils erschöpft, und neue Bestel- lun kn laufen entweder gar nicbt, oder doch mzr sehr spärlich und

?tens obendrein noch zu wenig lobnenben Prei1en ein, so daß an Es

Diese T

die Löhne zu reduziren. bemerkltkb,

in fast allen GeschäftSzWeigen überall an der Tagesordnung sind. die Maschinenbauer seit 10 Monaten, in

MW Fabriken ist und die Eigenjbümcr reduktivnen Wenigstens

sehr unbefriedigend; durch das die Nachfrage nach Kohlen suchen ihre theilweise zu

mehr die Rede sein kann.

mei eine Besserung vorläufig gar nicht zu denken ist. Bradford, 24. April.

Verkehrs-Anftalten.

Bremen, 25. April. (W. T. B.) Der Dampfer des Nord- heute früh

Der Lloyddampfer .Castor' ist heute Nachmittag 1 Uhr aus Konstantinopel hier ein-

deutschen Lloyd .Werra“ ist Southampton eingetroffrn. Triest, 24. April. (W. T. B.)

getroffen.

(W. T. V.) Wolle stetig, Super- Lusttes anziebend, in woÜenen Garnen ziemlicher Begehr, haupt- sächlich für Superluftrcs und Mohairgarne, onene Stoffe tubig.

sicb überhaupt dem

dadurch bekundet, daß für das

fonds je 4000 „46

sowie die von je 300 „“

durcb Lobu- was Seitens Auch die

Das

tagen verpflegt wvrden, konnte

auf der Insel Föhr fandén dort 95 Aufnahme. Auch in Gr.

VLkalkgt Worden. erfrkuliche Resultate biniveisen. meisters, Bankdirektor von 428490 „M (mit wiUigung von malige und 6700 ckck vereinnahmte Verpflegungsgclder. 7600, für Wyck 28900 und für

1 Uhr in

z. Z. auf 220700 «Fü;

„Berlin, 25. April 1884.

Am künftigen Sonntag nehmen die annen des Frühjahrs- des Unionklub auf der Rennbahn zu Hoppe- garten ihren Atifanq und werden am 4, 11. und 18.Mai dann fort- gesetzt werden. Die für die Sonntagsrennen bkstimmten Anmeldungen sind geschlossenund haben ein solches Resultat erzielt, daß die einzclnen intersffanten Verlauf erwarten lassen. Eröffnungs-Rennen um den Staatspreis von 1500 „44 haben Zu dem Schneemann-Handicap um den Gradißer (Gestütspreis von 2000 «M sind 17 Pferde gehandicapt worden. Zu dcm Preise von Dahlwitz um den Staajsprkis Von 1500 «46 wcrdkn 8 Pferde am Start erscheinen. Zu dem Verkaufs- R ennen um den Preis von 1200 «16, zu welchem die Nenmmgen bis Sonnabend noch offen sind, find bis jexxt 5 Pferde angemeldet, während das Hürden-Rennen um den Staatspreis Von 1200 „16 7 Unterschriften erhalten hat und im Veilchen-

Meetings

Konkurrenzen Siren

9 Pferde angknommen.

Pferde die ihnen auferlegten Gewichte angenommcn

Der unter dem Protektorat

Seeküsten biclr heute Vormittag Minister-Residenien 1)1'. Krüger im

gewissen Sorge in die Zukunft blicken. Se. Maiestä die Gnade gehabt, für den Bau eines großen Hosp 250000 «16 untrr der Bedingung in Ausfiébt zu

Vrtein eine gleich große Summe bis Ende 1883 a In der Kaffe des Vereins befanden_fich na währten BeWiUigungc-n 30 000 „76; es galt jomit innerhalb 9 Mo- Der Verein, dcr außerdem noch dcn Verlust scines Vorfixzenden, des Geheimen Medizinal-Raibs Prof. 131“. Benccke zu beklagenbatte, hat sich jedosb, wie Ministcr-Resident 1)r. Krüger in scinem Bericht bervorhob, nicbt entmutbiaen lasfc-n, und die Bemühungrn des Véreins iind denn auch nicht ohne Erfolg gsblieben. „Die behufs Beschaffung der Mittsl veranstaltete Lotterie hat einen Reinertrag von 225000 «Fü erbracht, einen Ertrag, der sich voraussichtlich noch um einige Tausend Mark erhöhen dürfte. Die finanzielle Schwierigkeir war dadurch gehoben, aber auch in anderer auf

möchte. naten 220000 «16 zu beschaffen.

Lottcrie dcm Verein Nußen haben den

deffelben in ails

Wrise hat die ausgegebenen Loose die Wirksamkeit

Handicap 14 Haben.

Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinzlicben Herrschaften stehende Verein für Kinderheilstätten an den dcutscben unter Vorsiß des hanseatischen Herrenhause seine Gmsralber- sammlung ab. Als der Verrin im vorigen Jahre zusammentrat, be- fand er fich in einer recht schwiérigen Lage und konnte nur mit einer 1 der Kaiser batte izes in Norderney steÜrn, daß der ufzubringen ver- ci) Abzug der ge-

Namen des Schichten Kolkcs getragen und die Bestrebungen der Kinderbeilstätten schneUer

lichen Bewiüigung.

Verfügung.

Bau des Hospizes 50000 „M Das

UOMMLU,

Diakoniffenhäusern geficbcrt.

Greis.

.Heimatk) noch gesteigert war,

Trennung zum zweiten Malr

Lebenstage gastliche Aufnahme.

Forschers ein Ende. Welchem gebracht. Die Vereins und dem des deutschen

populär gemacht, als dies sonst möglich gewesen. Auch sonst sigd Verein namhafte Zuwendung") gemacbtworden: Se. Ma 1estat der Kaiser hat 500 .“ zu bewiÜtgen Herrfchaften haben ihr lebhaftes Intere e für den Verein|von' Neuem sie sowobl im vorigen Jahre wie auch laufende aus dem Friedricb-Wilhelm- zur Verfüaung stellten.

Rücksicht auf das Hospiz in Gr. Müriß bewilligten die Großherzogin Großherzogin Wittwe von und die Großfürstin Katharina von Rußland einen Jahresbeitrag Ein unbekannt gebliebener Deutscher im Auslande endlich hat dem Verein eine Summe “oon 100000 «ja zum Geschenk gemacht. Der Verein konnte somit noch vor Schluß des Jahres de'n Befiß jener 250000 0-6. nachweisen, in Folge dcffen den'n auch die vom Kaiser in Ausfiébt gestellie Summe definitiv bewilltgt worden Die disponiblen Mittel haben von 50000 auf 630000 „M erhöht. richtet: sodann Pcof.Ewa1d. In dem das eine Erweiterung erfuhr, sind 114 Kinder mit 5846 Verpflegungs-

-Ueber die einzelnen Hospize be-

Kinder Müritz ist der Hospizes so Weit gefördert, daß er am 15 Juli 7). J. in Benutzung genommen werdkn wird. In dem provisorischen Hospiz find 20 Kinder Die speziellen ärztlichen Berickote konnten auf

Tborade, Ausschluß der 250000 .“), jährliche Beiträge, Verausgabt wurden für Norderney Gr. Yküriß 10000 „46. Außerdem wurde in Zoppot b?bufs (Errichtung eines neuen, vierten Hospizes rm Bauplaß für ca. 1500 „M erworben. Der Kassenbestand beläuft steh an Effekten besißt der Verein 150000 .“, und hierzu treten alsdann noch die 250 000 „js. der Kaiser- Nach Annahme Statuten, stcUte die Generalversammkung dem Vorstande Mittel bis zur Höhe von 500 000 «M zum Bau des Hospizes in Norderney zur Nach den vom Reichsamt des Innern bereits genehm» jan Baupläncn ist der Bau eines Verwaltungsgebäudes, das zugleich

für je 40 Kinder bestimmten PaviÜons, von 2Jsolirbarackcn und den nöjhigen Wirthscbaftsgebäuden in in Zoppot bcwiüigte die Generalvrrsammlung

Das neue Hospiz soll 40 Kindern Aufnahme gewähren, doch ist eine spätere (Echiterung bis 80 Kinder in Ausficht ae- Cndlich Wurden nocb 5000 „M für das Hospiz in Gr. Miirix; bewiÜigt.- Zum Schluß beschäftigt? ficb die (HencralNrsamm- lung mit der Frage, nxie der Transport unbemittc'ltcr kranker Kinder aus dem Jnnerxi Deutjchlands nach den Hrilsiättkn an drn Seeküstrn zu organisiren1ei; man hat sick) bereits hierzu die Mithülfe bon

(Nat.Ztg.) Bei dcr hiesigen Afrikanisckyen GesellsÖaft mit letzter Post aus San Paulo dc Loanba cinaelaufene Briefe be- richten Näheres über das Dahinscbeiden des Afrikareisenden 131". P () gg e. Wie Lieutenant Wißmann vom 22. Februar aus Malange meldet, traf ('r daselbst unvermutbet mit seinrm alten Reisegcfäbrten, dem aus dem Innern zur Küste zuriickkehrcnden 1)r. Pogge zusammen. War Pogge schon damals, als er sick.) in Nganrve vvn Wißmann trennts, auffaliexid ge- altert, so erschien derselbe jcßt, als nach1chjabriger Trennurm ein glücklicher ZUfaÜ die beiden kühnen Wanderer auf wenige Tage wieder vereinte, als ein durch Sjrapazen und Krankheit gebrochener Eine hochgradige Nervofität, die wohl momentan durch das unberboffte Wicderseben und die Fülle von neuen Nachrichten aus der ließ in ihren Erscbeinungen das Schlimmste befürchten. Nach dem Genuß bon Morphium beruhigten fick) die krankhaften Erscheinungen, so daß er, von Lieutenant Wißmann ibm geliehenen Geldmittel, 11er Dondo den Hafenplaß Loaxxda erreichen “konnte, von _wo er nacb jahrelanger

die Zeimrcijé Jn Loanda fand er im Hobländiscben interimistisch die deutschen Konsulargcschäfte verfisht, fiir seine letzten

Stundén rapid? sich entwickelnde Lungcnentziindung, die der herbei- gsrufene portugikfistbe Militärarzt verqrblicb zu bekäntbfsn versuchte, machte jedoch in der Frübstunde des Fern yon der Heimatb, absr auf dem Boden, cr jahrelang eine hatte, fand Pogge's Leichnam auf dem protestantischenKirchof neben Grabe seines im Nobsmber Verstorbenen Freundes Niemann, des früheren Chefs" des holländisében .Handlungsbauses in Loanda, seine Ruhestätte. SammtlicheMilitär- und Civilbehörden sowie alle Hono-

erubt und die Kroaprinzlichen

und Victoria- Mit besonderer

Mecklenburg - SchWerin schon mit Reisenden

schen

fick) durcb alle diese Zuwendungen

provisorischen Hospiz in Norderney, hafter Treue Hospiz in Wyck eröffnet Werden. Verpflegungstagen Neubau des

neu erbaute am 3, Juli an 4072 können. Dies

Reise den

Der Kaffenberickot des Sckxaß- ergab eine Gesammteinnabme Kaiserlichen Be- 24000 «is. ein- sowie 15900 «ik

darunter

einiger Abänderungen der

Aussicht genommen. Fiir den

Auf der

sind obdackolos.

Aufführungen

dieser unterstützt durch die

_ _anzuxsetrn gedachte. 01118, besten Cbef gleichzeitig

Cine innerhalb vicrundzrvanzig

17. März dem Leben des kübncn

rubmroile Thätigkcit entwickelt

(Nr. 3) gesetzt.

kanischen Gesellschaft gestellten Reisenden ihm

Koango Dunkel gebüllte Reich des Muata Yamwo betrat, dies zeigt, als er auf seiner zweiten Reise in Vrgleitung Wißmanns auf nördlicher gelegenen Pfaden wiederum in das Hrrz des dunklen Erd- theils cindrang und hier im Lande gründete, welche er so lange zu halten gedachte, bis von der Heimatk) ihm ein Nachfolger dorthin gesandt Werde. geleitete er seinen Gefährten Wißmann nur soweit gen Osten, bis er denselben im Schuß der arabischen Händler geborgen Wußte, kehrte allem unter harten Gefahren auf die Station zurück und verließ die- selbe erst, als vergebliches Hoffen auf Ersaiz aus der Heimat!) und Krankheit ihn selbst zur Rückkehr zwangen. Namen in der Reihe dcutscher Naturforscher makellos dastehen.

handlung des Hr

«JWD 4331-42“?- - :, “1.-

P () rt - S aid , Arabern bewohnte Viertel ron Port-Said ist heute durch eine Feuersbrunst zur Hälfte zerstört worden. /_ Das Feuer war am Nachmittage in dcm Koblen- dcpot ausgrbrochen. bei den Löxckyungsarbeiten Hiilfe.

trägt hiermit den Wünschen amnutbigen Straußscben Operette Publikums immer zahlreicher einlaufen. in der nächsten Woche auch (am Sonntag) wiederholt. in Vencdig“ debütirt als „Anina“ Frl. GustiZimmermann. - Bezüglich der Anzahl der „Fledermaus'- Vorsthungcn in Berlin ist die Direktion iibrigens gcnöthigt, einen Jrrtbum zu berich2igen, Gasispicle in Bremcn, Richtigstcllung der, Zabl gebt demnarb die morgen zum 387. Male in Scene.

Concertbaus. Beethoven-Abends 8. Symphonie (176111), und Cello in 13-661 (arrangirt fiir 12 Violinen, 8 Bratfcbkn und 6 CeUi) sowie die Ouverturkn zu .Coriolan“, .Egmont“ und „Leonorc'

ratioren der Stadt batten dem aUgemein eacbteten Manne das [este Geleit gegeben. Glücklicherweise sind die den dem Untergangs entzogen worden. berannahen fühlte, Tagebücher Verbrannt werden sollten, weil dieselben wohl so manche Ungenauigkeiten und Fehler enthalten dürften, und später nach Rückkehr Wißmanns mit diesem gemeinsam zu be. richtigen im Stande sein könnte. der Gastfreund entscbteden entgegen, nächster Post erwarten

Konsulatsflagge benen sicher in seine Heimatk) gelangen, Deutschland in Eigentbum dcutscher Reisenden, z. B. Mohrs, .in unverantwortlicber Weise verschleudert rvurde. - Ohne wissenschaftliche Durchforschung Afrikas müssen wir es aber offen bekennen, daß an Energie und gewissen-

ufzeicbnungen des Reisen. Als er sein leYtes Stündlein verlangte er von seinem Gastge er, daß seine welche er selbst nur,

Diesem Verlangen Pogge's trat und so werden wir vielleicht das Eintreffen des Nachlaffes des dürfen. Unter dem Schutz der deut. wird das Eigenthum des Verstor- während früher, als

keinen Vertreter hatte, das

Angola noch Pogge's Bedeutung für die überschätzen zu Wollen, Erfüllung der ibm von der afri- Aufgaben nur wenige andere die Palme des Rubmes streitig machen hat er bewiesen, als er auf seiner ersten überschritt und das in mysteriöses hat er gc-

in der

der Tbussilange ('ine Station In treuer Pflichterfüllung

Jedenfaüs wird Pogge's

Von der vor Jahresfrist bcgründeten biesigen Sektion des G'ebirgsvereins für die sächsiscb-böbmischc Werden von cht ab in der sächsischen Schweiz belegene empfehlens- 1svertheSdomtxerfrisches§tuneAntgeklt1icho nafcbéxcxviesch d 5 k . - - owie je an ere gewün e us un er og an run iretcr das Pensionat fur 18 junge Leute enthalten soU, sowie der von 6 Mittheilungen der Verschiedenen Sektionen dcs genannten Vereins. Die Auskunftssteüe der Berliner Sektion befindet fich in der“ Taback- 11. Hermann Poppenburg, 0. Poststraße 14.

S ck w ei,; Der Nachweis

mit dem Internationalen Ornithologen- Ko ngrps; in Wien Verbundcnen Ausstellung wurde dem Schrift- stekler Dr. Karl Ruß dischen Stubenvögcl", „Handbuch für Vogelliebbabcr“, „Die sprechen- den Papagaicn“, _ _ Welt' 11. a.) der höchste Prcis in dcr Abibeikurig Literatur, ein Ehrendiplom, zuerkannt.

in Berlin für seine Wcrke („Die fremdlän-

„Der Kanariknvogcl“, die Zeitschrift ,Die geßkdsrte

24. April. (W. T. B.) Das Von den Gegen 4000 Araber

Die hier antvcsendsn englischen Matrosen leisteten

Die Direktion dcsNeuen Friedricb-Wil[)elmsiädtiscbsri Tbeaters bat fiir dkn nächsten Montag und Dienstag wieder 311961 der vielbegebrten „Nacht in Venedig“ angkseyt und

Rechnung, die bci ihr gerade beztiglich

aus den Kreisen des Der „Bettelstudent' wird In der „Nacht eine für Berlin neue Sängerin:

der durch Hinzurschnung der auswärtigen Stcttin und Nürnberg cntstanben ist. Nach Strauß1che Operette

Auf das Prograwm des morgigrn _leizten bat Hr. Hof-Mufikdirckwr Bilie die die 6säßige Serenade für Violine, BratsCbe

W X Ins erate für den Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. Staars-Auzeiger und das Central-Har-idels- register nimmt an: die Königliche Expedition

des Deutschen Reichs-Inzeigetz nnd Königlüh

Preußischen Staats-Auzeigers: Berlin ZW., Wilhelm-Straße Nr. 82.

Ztsakbrisfs unä UntsrgnobuugI-Zaobsu. Zubbagbatjousu, Qufgsbobs, 70118611113'611 11. 118181.

1.

2.

3, 7611161118, ssrpaabbungeu, anmjgßionen sto. 4. 76110081111g, smorrjsatjon, Zinssablung B 11.15.77. 7011 öikanbjjabsn kapieren.

Oeffentlichev Anzeiger. ..

5. [näustriSUS ]Zrabljsgsmsurg, 881911116311 11116 (3105511811661,

6. 7618611186838 Zskaynnvaobnugsn.

7. birizrarjgabs WSÄJSU.

8. Rbsatsr-QuasiZ-Su. )

9. kamüjsu-Uaobrjvbtezn.

111 äer 861-8811- bsüags. V

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expeditionen des „Invalidendank“, Rudolf Mosse, Haasenftein & Vogler, G. L. Danbe & Co., E. Schlotte, Büttner & Winter, sowie alle übrigen größeren

Annoncen - Bureaux, Z|!

Subhastationen, Aufgebote, Vor- ladungen u. dergl. [19790] '

Nachdem bezuglich des "im Zwangsversteigerungs- verfahren verkauften , fruher dem Tischler Carl dee gehörigen Grundstücks Nr. 124012. an der Jägerstraße? bieselbst das Verfahren aus §. 73 Abs.] der Verordnung vom 24. Mai 1879, betr. die Zwangsvoüttreckung in das unbewegliche Ver- mögen Wegen Gekdforderungen, stattgefunden hat, und Erinnerungen innerhalb der zrveiwöcbigen Frist nicht erhoben wvrden sind, ist von dem Großherzoglichen Amtsgericht Termin zur Abnahme der Rechnung des Sequesters und zur Rückzahlung der bestellten Sicher- beit an den Käufer angeseyr auf

Freitag, den 30. Mai1884, Vormittags 11 Uhr, Zimmer Nr. 12, des Amtsgerichtsgcbäudes. ,

Die Rechnung des Sequefters über dre Verwal- tung des Grundstücks während des Zwangsbersteige- rungsverfahrens ist mit den Belägen_ zur, Einsicht der Betheiligien in der Gerickytsschretberet, Abthei- lulngtfür „ZwangsvoUstreckungen und Konkur1e, nieder- ge eq .

Schiverin, den 21. April 1884.

F. Meyer, Aktuar, Gerichtsschreiber des Großherzoglich Mecklenburg- SchWerinscben Amtsgerichts.

[19792] Aufgebot. Der Kaufmann Seraphin v. Zychlinski zu Posen, gegenwärtiger Besißer einer in der Gemarkung von

Babki am Wege von Groß Ieziory nach Rzeszyn gelegenen, unter Artikel 9 des Katasters Verzeich- 11eten Büdnerstelle in der Größe Von 1 118. 60 a und

0 (1111 und mit einem Reinertrage von 2,24 Thim, Welche derselbe durch den Kaufm'rtraq vom 21. Sep- tember 1883 von den Ritterßutsbefi er Zenon und Johanna, geborenen v. Tucholka - v. ßtkowski'scben Eheleuten erjvorben hat, und für welche ein Grund- buchblatt bisher noch nicht angelegt ist, hat das Auf- gebot des Grundstücks und der ihm unbekannten Eigentbumspratendenten und Realbereibtigten be- antragt.

Es Werden daher die unbekannten Eigentbums- prätendenten und dinglich Berechtigten aufgefordert, ihre AnsprüÖe und Rechte auf das Grundstück spä- testens im Aufgebotstermine den 19. September 1884, Vormittags 11 Uhr, bei Vermeidung der Ausssbließung ibrer Ansprüche und Rechte bei dem unterzeichneten Gerichte anzu- melden.

Strelno, den 17. April 1884.

Königlickoes Amthericht. Müll e r.

[19787] K. Amtsgericht Stuttgart Stadt.

Aufgebot.

Anton Zoos in Waldsee hat das Aufgebot des abhanden gekommenen, von der württembergischen Hypothekenbank in Stuttgart für ein Darlehen von 2000 „46 ausgesteüten, auf den Inhaber lautenden Pfandbriefs Serie ]).11. Nr. 1926 zu 4%, auf 1. April und 1. Oktober verzinslich, beantragt.

Dieser Antrag Wurde zugslaffen und Aufgebots- termin auf Samstag, den 21. April 1888, , Vormittags 11 Uhr, Justtzgebaube, A.-G.-Zimmer Nr. 33, eine Treppe,

bestimmt.

Zusolge Gerichtsbescbluffes vom 4. April [. I. wird der Inhaber der erwähnten Urkunde aufgefor- dert, spätestensin dem Aufgebotstermine seine Rechte bei dem diesseitigen Gerichte anzumelden und die Urkunde vorzulegen, widrigcnfaÜs deren Kraftlos- erklärung erfolgen würde.

Dsn 17. April 1884.

Gerichtsschreiber: Haid.

[19793] Aufgebot;

Die nachstcbepd benannten Personen haben das Aufgebot der bei ihren Namen verzeichneten, angeb- 1ich verloren grgangenen Urkunden beantragt, als:

1) Die Wittwe Rebecca Sülau in Elmshorn rücksicbjlicb das im Schuld- und Pfand-Protokol] für Kurzenmoor 1701. 5 protokoÜirten Kauf- kontraktes vom 12. Mai 1823 zwischen wall. Hermann Eyler und dessen Sohn gleichen Namens, aus Welchem für dieselbe 1200 Thlr. voxmalrgcr dän. Reichsmünze, jeZt 2700 „;ck reitiren.

Der Gerber Johann Detlef Rostock in Vorm- stegen rücksichtliéb dcs Contrabuöhs des hiefigen KreditVereins (Eingetragene Genossenschaft) 12153 ZZZ aus dem Jahre 1872, lautend auf

3) Die Erben des für tobt erklärten ,annz Schinkel aus Vormstegen rücksichtlich„der1emgen im Schuld- und Pfand-Protokoll fur Vorm- stegen 1.701. 79 Protokoüirten Abtheilungsakte der Wixtrve des Johann Engelbrecht vom 29. Dezember 1848, aus welcher für ihren Erb- lasser 300 .“ restiren. Die Inhaber der aufgeführten Dokumente, sowie Alle, Welche sonst Ansprüche aus denselben machen zu können vermeinen, Werden aufgefordert, ihre Recbse spätestens in dem auf den 29. Juli 1884, Vormitta s 10 Uhr, vor dem unterzeichneten ' mthericht, Zimmer Nr. 4, anberaumten Aufgebotstermin anzumUden, widrtgxn- falls die gedachten Urkunden fur kraftlos erklart werden. Elmshorn, den 18. Avril 1884. Königliches Amtsgericht. Stahl.

Redacteur: Riedel. Berlin: "

Verlag der Expedition (Scholz,) Druck: W. Elsner.

Fünf Beilagen (einschließlich Börsen-Beikage).

Ziveite Beilage

zum Deutschen ,Reichs-Anzeiger und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

M 9Z.

Berlin, Freitag, den 25. April

1ZZ4.

Jichtamtlichez.

Preußen. Berlin, 25. April. Zn dcr gestrigen (17.) Suzung des Re1chstages, begann das Haus die erste Verathung des Geseßes, betreffend die Abänderung des Militär = Penstoingeseßes Reichs- Beamtengeseßes.

Dcr Abg. von Bernuth erklärte, obwohl seino politischen Freunde und er bern Gesctzentwurf an sie!) geneigt seieu, so frage seine Partei'doch Bedenken, denselben so, wie der An- trag eingebracht sci,_ einfach anzunehmen. Seiner Ansicht nach sei die Zahl der M1tgli€dcr des Hauses:, die dsn Entwurf in dsr vorgelegten Fassung mcht anzurichmén gesonnen scirn, eins große. DieseAnnah111e_entszir€chc einem Rückblick auf die Verhandlungen des Hanies “1111 vorigen Jahre. Juimltlick) seien die beiden E,nt_wiirse diestlbep geblieben, nur äußerlich mit Einander vcrsmrgt. Der Cwi[:Pknsionsentwurf sLi in zwcitsr Lesung bsreits unverändrrtNrigc1toxmrwn, inZÖLsOUÖEW dis Bestimmung, wonach nach 03111 zohnten Dienstjahre die

ulage 1/7'0 statt wie bishrr 1/„0 betrage. Es ssi nicht zweifel: Fast, daß der Entwurf auch in dritter Lesung angenommen worden wäre, aber im letzten Moment fühlten sich bis Rs- gierungsn vrranlußt, '1l)n ziiritcxzxxzish€n_, angeblick), weil man den Zusannnenhang Mit dem Militäk-Prmionsgesrß habe aufrecht erhaltéii wiffc-n woljen. Er babs dixisn Eniscbluf; lebhaft be- daurrt. Der Entwurf sei fast wörtlich dcm in Pchßsn be- reits gklrenben Gsfeß nachgebildrt. Die Folge sri, d&ß dis Bcamken in Vrenßcn sich besser ständeu, als die Rsichsbßamten. Di? Zahl derselbsn _, er erimirre an bis Post: und Tele- graphenbramten _ sei Uhr (iroß, und viele ssiém unter ihtxen, die früher in preniziyckzeit Dirnstsn aostatxdsn hätten, und jsßt schlechter damm icisn, als früher. Auch für das Militär-PensionSgescY hätt.“ sich in der Kom- mission und im Hause eino Majorität gebildet, freilich untsr bir Bedingung, daß bei bicisr Gßlrgcnkwit dic Heran- ziehumzx der Miritärpersmicn zur Koxtxxnuxmlstsxiér gkregslt würds. Das Reich?:grseß von 1871 habe? 116) darauf brichränkt, cim», Bsfreiung von den direkten StSULkli auszusprsck)em, und für (111€ andorsn Fragen 0019 Lücke gelaffon. Es sei crklärllcl), daß man nach 32011 Jahren bis Anfordsrung stelle, daß dis zuweitgshcnde Befreiux-g anf ihr rirbtiges Mas; zuriickgéiiihrt words, Die Anträgs in der Konmxisston ssicn daizia gsxzangeu, daß bir aktivsn Offiziere mit ihrem Diensteinkommsn von der Konnmmalstkuer bcfrrit, dUJLgM mit ihrem Privatvermögsn ebenso wie bis Civilbsamten berangc-zogen wiirdsn. Hiergegen hättM die verbündeten Regierrmgsn Widersyrucb LkhObM mit der Motivirung, das; die Frage mit der Peniionserböhung nicht zusammenhänge. Er wolle diess Bsgriinbnng nicbt nähsr kritisirstt. Ein weiterer von der Kom: mission ins Auge gefaßter „Punkt. sei der, daß dis Wohlthaten des Entwurfs nck) „1,1166 blos ans dw gsgrnwärlig im Dienst befiiidltchkn Militärs LL'itrLckéU, sondérn auch rückwirkende Kraft auf die T_bUlnshmer an dsn léßten Kriegen haben sollten. Und das ser nur gsrecht. Es wirre ungkrecht, wenn der jiingcrs Bruder, der den Krieg nicht tmr: gemacht habe, besssr behandrlr wiirde als d-cr altrre, dsr an dsn miibßliasn Kämpfen theilgctiomnw'n hab?. 21116) dgs GL- skß von 1871 habe in viclrn Bsstmmnmgcn rijcktiiirke_xide Kraft. Er hoff? imd Wünscbs, _daß dWsE von ber Konnmsmbn im vorigen Jahre ge'faßtcn Brichiiisse ami) Wiss M51 1111 Hause Aufnahme finbcn wiirdexi. Er bcjam1rag6 bal)8r__d16 Verwsiiung dcs Gescßxntmnrxs an dicxemge __Konnmsiron, welche drr gestsrn bsrathene Antrag „von Sta1iffcni1erxi:H0ff: mann iiber dio 0391väbrimg von Psnnoiismispriiclicn (rn solche ehemaligen Militärpsrsoncn, Weichs 0611 Präklusvtormm ver- säumt hätten, beschäftigen 10116. '

Der Abg. Graf von Moltke bemerkt?, wenn ('r sicb gegen einrn von den durch den Vorrednsr beriihrtcxmexktcn1135311139, nämlich gkgen den zweiten, zegen DiEBLstC1léklijtgdL_k Omzt'cre für die Kommunrn, so miiffc LL? vbransschicksn, bai; er'wcht im Namen seiner Fraktion rcds, wudern nur s€1ne_ eigsne Ansicht a1isspr€che. Er möcbts in aller Kiirze das Ob]ekt,11m welches es sich handelé, etwas. näher UUJJVLUZM. 'Er glgubs, es wsrde in seiner finanziellen Tragwctxe bsi Wertcm uber- schäßt. Das dcntsche Offizier-Corps erganzc sick) aus alls" ge: bildeten Klassen drr Nation, aber keineswrgs yorzugsivciss aus d-sn wohlhabenderen. Eltern, „wclche 016 Mittel hatten, ihre Söhne studiren zn lassén, bksinximten 119 m dernRegel Uicht zu Bsrufsoffiziersn. Das 9161th Kontingent fur das Offizier=C0rps stLÜL dcr kleineprsußtschx Adel Dieser vormals begüterte und wohlhabende Adel habe [ich z11Gr1tnde_Nerick)t6t im Staatsdienst, sei arm geworden, WLll d-Jrselbe'von jeher dcn ehrknvollen, aber wenig cinträglichen Dienst in der Armee zn seinem Lebensbsrufe gemacht habe. Esngebe sehr WMLJL Offiziere, die von ihren Eltern ein Vermogen ,erbten. Die große Zahl von jungen Offizieren, wslche auf die vorschrifts- MÜßig nachzuweisende Einnahms 11017600 Thalbrn hin [)?-1- ratheten, und die nun mit ihrer Fatmhe 0011_dlksérEanak)111€ standesgemäß leben sollten, befändxn sich 111 10 besnngten Um- ständen, daß man ihnen wirklich nichts abüch1nerik0:1ne_._ Nun gebe es ja unstreitig auch wohlhabxndc und L'ELchL 'Osftzicre; freilich glaube er, daß die Zahl nicht' sehr groß sem werdr. Er gönne den Städten auch bessere Einnqhmen, nachdem em IkUßEr Theil derselben ihr früheres_schoxtes Besißthum an Wald und Flur veräußert und gutgetheixt habe. Aber er fÜrchte, an den Offizieren würden _stz? sick) nicbt erlioloy; Wie Jesagt, es gebe ja riue Anzahl Oiftztere, welcbe unnrémg eme höhere Besteuerung tragen könnten. Aber vor 21119111 e„ntstehe mm doch die Frage, mit welchem Rccht der Billigkeit konnten dWOffixiere gerade für die “Städte herangezogsxt werden? Und da müsse er unbedingt behaupten, daß die Stadt? absolxzt gar Nichts für ihre Garnisonen thäten. AUE _dte schonen K(“Hinrich- tUngen der Stadt, die Beleuchtung der Straßsn, „das Pflaster auf den Trottoirs, die Kanalisation, dW Heranfuhrung ' von Wasser bis in die Häuser, aÜes das sexze dcr Hgysetgen: thümer auf die Rechnung feinrr Mirther, und der Offizier be- zahle es aus seinem Servis und dem, _was er zuscbixßen Müsfe. Die Offiziere hätten keinen ThUl an den scho'nen WohlthätigkeiLSeinrichtungen der Stiidte, fir verpftegten ihre Kranken, sie versorgten die Invaliden selbst. 21116 Schau-

und des

stellungrn, Vergnügungen, AUeS, was die Stadt sonst biete, werde baar bezahlt, und wofür sei da zu danken? Nun fordere man dessen ungeachtet eine Steukr. Was werde mit dem Er: trage diessr Steuer geschehen? Man werde nicht behaupten können, die Stadt werde den Ertrag lediglich zum Besten der Garnison aufwenden, geschweige dem) der Offiziere. Was damit geschehen werde, das erfahre man nicht„ die Offiziere seien nicht vcrtreten in den städtischen KoUsgien, sie hätten auch gar kein Recht danach zu fragen, aber wo kein'Recht, da auch keine Verpflichtung. Es sei ja bekannt, daß'dieOffizierealleStaat-Z- steuern trügen, wie jeder Andere,)ie direkten wie die in- dirckten, und zwar die ersteren gewiß 111 einem höheren Maße, als viele Andere, wo die Verhältnisse nicht so klar dalägen, wie bei den Gehältern von Offizieren und Bsamten. Was da- gegen die Kommunalbestsuerung betreffe, so bestLHe in Preußen die völlige? Béfreiung geseßmäßig seit mehr als einem Men- fch€nalter Die 16mmtlichen Städteordnungen, anch dis revi- birty, sprächen ys ausdrücklich aus: das Militär g€[)öre nicht zu den Einwohnern, das servisberechtigts Militär ssi befreit von jedcr direkten Kommunalbesteuerumg sowohl für sein dienstlichrs wie sein außerdienstliches Einkommen. Daffclbe sage die Berordmmg vom Jahre 1867 und das VundeSgeséß vom Jahre 1868. Was ssi denn nun seit 1868 gsfchehen, Um WU diesen Grundsätzen abzuweichen? Es sei sogar siLschLhM, daß Mutschland eincn großsn Krieg gehabt habe, den die Arms? gewonnen, der Milliardsn ins Land gezogen habe; Und 16an auf diesen Milliarden, wie es scheine, ein sonderlicber Segen nicbt aeruht habe, so sei das wenigstens nicht bis Schuld des Militärs. Es sei fernkr geschehen, daß die siiddeutsckién Staaten dem Reich l)inzng€tr€t€n seien. Nun finde sick), daß in einigen déksßlbLU _ sr k-laube in Vayérn und Württemberg -- andere Bestimmungen Plaß für diL 3'10n1munalbestruerung gegriffen hätten. Das scheine ihm doch kein Grund zn sLiU, daß nun der übrrwiegend größere und ältéké Théil des R61chSS seine Einrichtungsn aufgebe, vielmehr dürfts LS wohl biUig ssin, daß die neu Hinzugekommenen sich dsm älteren Thsil drs Rsiches akkomobirten. Die ganze Struerfräge, Und zum guten Theil die ganze soziale Frage laufe doch darauf hinaus, daß die Reichen und Wohlhabenden msbr, die Armen und Unbemittkltxn weniger Stsuern zahlten. DÜYÜOLR ssi man einig; aber, wie das zu machen sei, darüber babs man sich noch nie vsrständigen könnrn. Man habe durch ganze Legislaturperiodén in stundenlanxisn Reden debattirt über Tabacksteusr, Börsensteusr, Branntwsinstsuer, Zucker: steuer 2c., und bei jkdem Vorschlage sei mit großem Scharf: sinn nacbgrmissen, daß gerade dieser Vorschlag 061? schlechtrste von allen ssi. Da sei man denn nicht weiter gekommen. Man fordere von der Regierung immer none Leistungen, Und bkwiÜige ihr keine Mehreinnahmsn. Er glaube nun, da?; aÜerdings die wohlhabenden Klassen Eine höhere Steuer tragen könnten und müßten, und bier nshmc er die wohlhabenden Offiziere in keiner Weiss aus, nur wünsche er zu wissen, für wen sie steuern sollten. Sei es fiir die Gesammtbeit, für das Reich, “fiir den Staat, den Erhaltsr der geseüschaftlichén Ordnung, den Staat, den Wohlthätér Aller, insbesondere Derek, die Etwas zu verlieren hätten, so werde man, er sag? nicht gerade frendig, aber bcreitwiUig steuern. Aber wie dcr Offizier dazu kommsn soils, für eine Stadt zu steusrn, die absolut nichts für ihn tbae, wo er sich seinen Aufenthalt nicht gswählt, aus der er an jsdem Tage in ("1116 andere-Stadt versetzt WZWLU kömie, die auch nichts time, dafür fehle ihm jeder Grund. Wäre Ein solcher Grund vorhanden, so würde beispielsweiss die Stadt Bérlin eine solche Steuer von sämmtlichen Mit- glißdern diesrs hoben Hauses fordsrn können, soweit sie von außerhalb hiEr seien. Sie hätten auch Nicht die freie Wahl des Aufenthalts für ihre Funktion im Dienste des Reichs, sie seien auf Beriin angewiesen, sie JLUÖffxU aÜe Vortheile und Vorzüge dieses Aufenthalts ebenso wie die Offizjere, aber auch ebeuso, wic stk, gegen baaren Entgclt. Der Untsrschied zwischen ihnen bestehe nur darin, daß sie wenigstens außerhalb Berlins noch eine wirkliche Heimath hätten, während der Offizier, so lange dsrselbe diene, nirgends einr Heimath habe, und dahsr auch nirgends dafür besteuckrt werden könne, die Abge: ordneten hätten dsr Stadt nicht mehr zu danken wie die Offiziere. Nicht die Stadt, sondern das Reich baue den Soldaten Kasernen, den Abgeordneten eitien Palast, für den beiläufig gesagt, die Armee die erforderlichen Mittel brigebracbt habe, Der Vor- schlag der Besteuerung der Offiziere passe seines Erachtexxs durchaus nicht in dieses GsseH. Was habe es auch eigentlich für einen Sinn, zu sagen: man gsbe zu, daß das Loos der Offiziere verbessert werden müss, welche keinen Dienst mrhr thun könnten, aber die Offiziere, die den Dienst thäten, soll: ten dafür bezahlen. Er yofse, daß dieser Zusaß in der Kommission abgelehnt werde. Ob das Haus dann das Ven- sionMeseß, und zwar rückwirkend überhaupt annehmen 10006, das würde davon abhängen, ob man glaube, daß das Reich einige Dankbarkeit den Männern schulde, welche die Schlachten mitgefochten, welche ihr Niles darangcseßt, und ihre beste Lebenskraft eingebüßt hätten.

Der Abg. Mayer (Württxmberg) erklärte, die Rede des Abg. von Bernuth gestatte ihm, unmiltelbar an die Verhanb: lung des (Heseßes im vorigen Jahre anzuknüpfen, als es tn anderer Form dem Hause vorgelsaen habe. Die Erwrderung auf den Vortrag des verehrten Feldmarschaüs Moltke wolle er Mitgliedern aus dem „älteren Reick)“ überlassen. Es werde hier gegen das Gesetz mit Stellung der Bedingung Operirt, daß das Privileg der Kommunalsteuerbefreiung dxr Offiziere aufgehoben werde. Er habe für diese Bedingung m der Kommission mitgestimmt, aber 111 Württemberg, aus, bem er hierher gesendet sei, und in Bayern zahlten die Offiziere jede Art von Kommunalsteuer. Er habe für die Annahme des Gesetzes 1106) eine andere Bedingung'zu stelLen, und zwar eine, die sich auf denselben Uebelstand beziehe, welchen in der ersten Berathung der Abg. Schröter von Oberbarnim und der Abg. Schneider von Karlsmhe hervorgehoben hätten, die Penfionirung der Offiziere blos aus dem Grunde, daß ste im Avancement übergangen sexen. _Von der rechten Seite sei dafür vorgebracht wordxn, daß diese Einrichtung auf einem militärischen Ehrbegrtff beruhe, der einmal bestehe,

und den das Parlament anzuerkennxxi habe. Der Abg. Richter- Hagen, habe aber dagegen vorgebracht, daß dieser Ehrbegriff boch nicht_fo ausiiahmslos feststehe, da die Offiziere, die sich im Fall eities Krieges zahlreich wisder zum Dienst meldeten, a'lsd_ann kéxnen Anstand nähmen, fich Führern unterzuordnen. die früher im Rang unter ihnen, oder selbst unter ihrer eige: nen Führung gestanden hätten. Eine Widerlegung der rage, w'arum tm Krieg mögl1ch sein solle, was im Frieden ni t, sei mcht vorgebracht worden. Sehr klar sLi ähm, woher die Uebung der bezeichneten Pensionirung Entstanden sei. Der KriegsMimister wol1e sein Heer i:: jrdem Augenblick felddienfi- fähzg haben, um nicht im Fall der Mobilisirung chhsel im Béfehl vorzrehmen, und die Truppen nnter neuen Führern aus- rücken Jamen zu müssen. Aber diese Rücksicht sei eben eine militäripck) einseitige und ihr gegenüber. stehe die ebenso sou- veräne Rücksicht auf die Fina-“izén des Volks und auf die Steuerkraft. Hier habe daher eine Reform einzusc-Hen. Welche? Diese zu bszeichnen kötme mcm ihm als Laim nicht zu: muthen, wohl aber werde er deren Richtung bezeichnen dürfen. Es soUte unterschiedeji :??de zwischen felddienst: fähig und dienstfähig Überhaupt. Für die noch dienstfähigen, aber nicht mshr felddienstfähiqen Offiziere müsse eine ehren: 0008 Steüung und Leistnng innerhalb der Armee und innerhalb des Dienstes gsfunden werden. Eine Art Seniorat, in dem sie sich noch ferner niißlich machen könnten, statt die Erhaltjmg aus der StCUkakast des Volkes anheim: zufallsn. Ein so großer Körp€r, wis dir deutsche Armee, müsse so viel? und mancherlei Funktionen liaben, daß auckz für nicht mehr. voll féldbienstfähige Offizisre noch ein Plaß sei. Die großsn Meister 1321: Kriegskunst, die Römer, von welchen dsren hsntige Meister, die Prßußrn, so viel gelernr häLth, hätten auchibre Trtarier gehabt. Hrrr von Kameke habe im vorigen Jahrs bei Verhandlung bisses (Heseßes einmal gesagt, die Pensionseinrichtrmgen im Militär und Civil müßten sich möglichst gleick) gebracht werbexi. Das ici ein gutes Wort aus dem Munde eines Mannes an der Spiße der Verwal- tUng eines Heeres, das ein VOLFÖULEL', ein Volk in Waffen sein solle. * Dsrselbe habe damals auch das Wort gespro- chen: das deutsche Heer bilde bas PÜÜÜDÄUIU des europäischen Friedens. Er glaube an diésés Friedenswort, nnd thue fiir das Heer, was er könne. Aber überspanne man die Anfor= derungen an das Volk nicht, damit es wirthscbaftlich kräftig bléibé. Mit der wirthschaftlich€n Kraft schwinde auch sein? sittliche Tüchtigkeit und selbst seine: Tapferkeit. Nur ein be- sißkrästigss, behäbigks Volk sei, wie der alte Schwabenspruch laut-Z, fitrcbtlos und treu.

Der Abg. 1)1*. Neichenspsrger (Olpe) batonte, im Allge- meinen glanba er, daß der Reichsrag wobl geneigt sei, ein Geiss, wclches die Frags der Militärpsnsionen regele, anzu- nehmen. 211an bis Vsrwirklichung dieses Gsseßes werde ver- hindert, wenn der Bundesrath sick) weigere, NÜckficht auf das zu nehmen, was in der vorigen Session bei den Verathungen im Plenum und in der Kmnmission als die Meinung des Reichstags hervorgétreten sei. Auf die Frage, ob die Wohl: tbaten des Pensionsgeseßes auch auf die bereits pensionirten Offiziere auSgedehnt werden soUten, wolle er )'th nicht näher eingehen. Zedenfaüs sei die Forderung der Art, daß der Bundesrat!) ihr wohl zustimmen wsrde. Er wolXe nur auf das Verlangen Eingehen, daß mit dsr Pension auch eine Ne: gelung dsr Kommunalbesteuerung der Offiziers vorgenommen werben soLle. Ein solcbrs Verlangen halte er für durchaus berechtigt, wril nacb Versäumniß dieser Gelegenheit das erstrebte Zirl kaum 1106) zu erreichen sein werde. Von Seiten des Bundechaths hciße LS freilich, daß die Pensionsfrage und die Frage der Kommunalbesteuerung dcr Offiziere zwei Dinge seien, die nicht zusammsn gehörten. Es liege eine Tendenz Wk, wenn zwei so getrennte Matsrien kombinirt würden. Tendrnz, das gebe er FU, jedsnfalls aber nicht eine Tsndenz im bösen Sinne dss Worts. In den Motiven zu dsr ngisrnngsvorlage bsiixe es, daß die Offizisre nicht sch1echter gestsUt werdsndürften, als die preußischen Civilbeamten. Das wolle auch seine Partei. Aber was liege näher bei einer solchsn thrachtung als die Erwägung, wie es eigentlich mit den Pflichten beider Kategorien besteklt sei? Wenn die Offi- ziere die Vorthsike der presußischen Civilbeamtrn erhalten sol!- ten, so müßten sie selbstverständlick) auch die Lasten derselben übernehmen. Nun seien die Civilbeamten bis zur Hälfte ihres Disnsteinkominens von der Kommunalstsuer befreit worden. Troßdem sei seine Partei geneigt, das Diensteinkommen der Offiziere ganz frei zu lassen, und zwar lediglich aus dem Grunde, weil man gewöhnt sei, daß den Offizieren immer etwas Beson- dsres gsléistet werden müsse. Run aer auch noch das Privat- einkommen dsr Offiziere steuerfrei zu machsn, das habe wahr: hastig keinen inneren Sinn. Man spreche wohl davon, daß diese Forderung von Feindschaft gegen das Offiziercorps dik- tirt sei. Vor einem solchen Wort soÜte man sich doch wohl hüten, wenn man anders nicht dsn Radikalismus zu Ehren bringen wolTe. Vergeffe man denn, daß dieser Forderung auch der Abg. von Kardorff zugestimmt habe? Ja mehr 1106). 1862 habe die Regierung zu der Zeit, als Graf Noon Kriegs: Minister gewesen sei, ein (Heseß eingebracht, das eine Aende- rung der Städteordnung bezweckt habe. §. 99 desselben be: stimme, daß die Militärpersonen zu den direkten Gemeinde- lastsn nur mit dem außerdienstlichen Einkommen hrrangeonn werden dürften. In der unseligen KonfliktsZeit sei diese 9- siimmung leider als unzureichend zurückgewiewn; Aber die Vorlage der Regierung beweise doch, was es mit dem Vor- wurf der Offizierfeindlichkeit für ein Bewendexx ,hfgbe. Auch im Jahre 1872, als man noch kompakte Majorttaten hier im Reichstage gehabt habe, sei _beatxtra t, daß die Offiziere ebenso behandelt würden, „als die Civil eamten. Nun sei behauptet worden, daß die O1fi31ere kein Wahlrecht in den Städten hätten und deshalb auch, von den stadttschen Steuern befreit bleiben müßten, Aber dtese Behauptung be-

-ruhe auf einer totalen Verkennung der Kommunalbefteuerung.

Auch die Geisilichrn und Lehrer besäßen für dre städtischen Vertretungen das passive Wahlrecht 131cht. Und wenn wetxer behauptet werde, das; die Offiziere keme besonderen Vorthetle von den Städten hätten, so frage er, was h_abe der Beamte für Vortheile? Auch der Bundesrath sollte slch deshalb nicht