1905 / 22 p. 6 (Deutscher Reichsanzeiger, Wed, 25 Jan 1905 18:00:01 GMT) scan diff

von Fällen anführen, wo die Presse so verfabren ist, wie ich es gestern charakterisiert habe. Ich versage es mir, auf alle diese Fälle einzugeben, und ich wollte nur die Bitte aus- sprechen: nicht zu glauben, daß die Geschichten, die in der Presse stehen, wahr sind, wenn ich firnicbt dementiere. Ein Blatt aus der Berliner Presse sagt heute: die Geringschätzung liegt auf Gegenseitigkeit. (Große Heiterkelt.) Das mag sein und ist mir selbst- verständlicko total gleichgültig, denn es genügt mir, wenn ich mich auf die Männer im Staate stütze und mit den Männern zusammengebe, die mit mir ein warmes Verständnis haben für die Bedeutung unserer heimischen Landwirtschaft. (Lebhafter Beifall rechts.)

Abg. von Oldenburg (kons.): Nach den Ausfülßrungen desAbg. Oeser über die Schwankungrn in der„Zoliwrrkung bo e ich, daß _er mit mir ein Anhänger der Preisregulierung nach dem Antrag Kam? isi. Ick- kann nicht namsns meiner _ raktion sprechen, wol)

aber im Namen meinrr Freunde. Ich wei ,niY, ,ob es oppzortun ist, in rirrr Zeit. wo alle geichloffsn gegen die ozialdemokratie zu- sammznchcn soliten, u.;s Vorwürfe wegen unserer Haltung ,bei den Wahlen zu machen. Und außerdem sind doch auch dieNationalliberalen bsi der Wahl Osrtris 79 Vorgegangxn, daß man nicht weiß, 05 es noch nationailibcral war. (T's gilt (mä) hier der Satz: psocswr 111er gr SWW, WUkGZ. Dr. Friedberg hat ck als Vorzug'angesebxn, dqß seine Partri dafür gesrrgt habe, daß keiner der agrarischen Fuhrer m drn Reichstag kam. Abrr ein Vorgebxn, wie, es z B. in Frankfurt a. O. beliebt wurde, möchte auch ich nicht billigen. In der Hauptwahl schon für einander einzutreten, das lehne ich ab, forst handelte es sich um rrMQjUsr your 111011816111" 16 prolSIZ-Sax Friedberg, anstatt um trax'sjUSr pom" ]S roi (18 13111556. (Prasident von Kröcber: Diese? Ausführungen stkbrri dock) _in keinem Zusammenhange mit dem Etat.) Der Landwirtsckyaftsminiitec sollte;, keiner zu großen Wert auf Acußerirngen der Preffc legrn. Was pasmcrt mcht dgrrn! Mir wurde einmak nach einer l;);änzlicb falschen Wirdßrgabe einer ere efagt: Ein Kommcniar erü rigt sicb! Wo ist das nachste westpreußische “' rren- haus? In der Presse mü1sen_ wir uns davor huren, personlicb zu werdrn, namentlich in der Provinzpreffs. Es hat geheißen, das bskanzite Kanalwort drs Ministers sei von einem Agrarier' in die Oeffentlich- keit gebracht worden. Ich Habe das immer mti tiefem Schmerze be- dauert, daß ick) nicht selbst diese Aeußcrung gehört habe; absr Von einem Agrarier ist sie nicht in die Osffentltchkeit gebracht worden. Wir siebrn dazu in cinem, ich möchte «?"» zu kafmeradfckpaftlichen Verbäliniffc zum Minister. Ick) bitte den mister, rnit den Domänen- ankäufen fortzufabrrn. Wenn die_Befi߀r sich nicht mehr halten können, find sie doch als Domänenyachter noch in gesicherten Pofitwnen.

Abg. Dr. don Skarzynskt (Pole) warnt Vor Jüufionen auf Grund der Handelsrerträge urid spricht die Usberzeugung aus, drrß die innere Kolonisatirn erfolglos bleiben werde„ Weil es an drm notiqen Mensckzenmaterial fehlen werde. Das kleine Preußen babe fruher

Koloriistcn ans Osten und Westeii herangezogen, bente 9er sei Preußen-Deutschland das ungastlich1tch _Land der Weit. Die Aus- weisungen und Airslieferungrn seien (in traurigrs Dexikmal in der Geschichte Preußens im 19. und 20.Jabrbm_1d€rt. Vahr: etwa die Außweisung von 40000 Polen die polnische, Griabr „Vermindkrt, 'von der man immcr spreche? Die innere _Kylontsatwn sei das beste Mittel zur Öcbung des Ostens, aber alle drew ersuck)? 1cheit€rten an der falscbcn Polrnpoiitik. Das könne nur anders, werden; Wenn m_an sich zum slawischen Clementandrrs stelxe. Der Iikrirer hekampit in lan eren AuÖführungen das Anfirdelungsgrieß, das rr ais eme grausame * aß- rrgrl grgrnübcr drn Polén kennzeichnet. ' _ _

Abg. “reiberr von Zedlix und Nerzktrcl) (sr.kon1.): Ich teile die uffaffung des Miniters, daß du? Erhaltung imd Per- mcbrung drs Bauernstanch eine der dringrndsjcn Aufgaben unjerer Agrarpolitik ist, und daß die Erhaltung des Bauernstandes norh wichtiger ist als dir Vermsbrimg. In der Vrrschuldung [1691 em bedenklichcs Moment der Schwäche iiir den Baucrnstgnd. 331 der Veseitignng der Verschuldung wird daher eine wesentliche Siark'ung des Bauernstandes gegeben sein. „Diese Aufgahe Ut aüxrdmgs eine der schwirrigsien, aber wir werden em bcfrirdigerides Ergebnis erzielen können. Ich brgrüße es mit,Freud€n,_ daß zunachst in Zder Provinz Brandenburg der Versuch, etner Er111chuldung *ge- macht werden sol]. Besonders schwierig wrrd dte_Exnfübrung einer Versckpnldungsgrenze sein, aber eine jolckxe ZwangSrinrickptung ist riot- wendig. Die Verschuldungsgrcnze_wird aber_ nicht aÜein blxiben können, es wsrden noch anders Maßrcgeln'ergriffrn werden müssen, um manientlicb beim Erbgang eine Vernichtun§ des (Gutes zu ver- meidcn. Der Anfami zii LiULk die ganze Monarchrr umfaffenden Ent- schuldung dcs Grundbefißrs muß jedenfalis jeHi gemackyt werder). Die innere Kolonisation hat bisher keine: befricdrgenden Fortscbrtitx ge- macht. Es fsbltxn dic Mitt?! zum Arikauf gretgneter Grundstürle und zur Durchfiihrung dcr öffentliäpzrschtltckpen Einrickytungxn. (Es ist richtig, daß die innrre Kolonixatirn durch die Priwatiätigkeit gefördert werden sos]. Aber ich glaube,_ daß wir (Ulck) rock) kräftigxre und rnischridcndsre Maßregeln ergrrisen müffrn, Um das, nötige Mcnsckoknmatcrial zu crbalteri. Der Vorredner bai allerdings die Polonifatirn mit der Koloniiation verwechselt. Eine Poloniwtion würde Uns nichts nützen. Wir daher) in Deutschland _eine Bevölkerungsziinabme Von 1 0„-'g,_ das reicht aus, um unieren indnsiriellrn mid ländlichcn Bedarf zu decken. Es komm; nur darauf an, daß man m_is dcn großcn Zentren, dcn Waffcrköpsen, Lrute in die Landwirtschaft binüberzirbt. Dazu muß man _das plaxte Land wieder beriedrrnchrter mach€n. Unter der Herrschaft dss„(Hrasen Caprivi hat das Land an Anzirbimgskraft vrrlorrn. Wir münen also zuerst dafür sorgen, da)“; der bäuerliche BMZ wiedsr rentabel wird, um eine Llnziebungskrait auf dieLéute zu üben; die jxyt in die Städte akwxndcrn. Die Schulen aui drm Lande [Husen Gefahr, aus Mutige] an Lehrern an Wert zu Vrrlieren. Dirirn Mangel zu brseitigen, ijt eine der Vorausscßunqen für die gedetblicb; Entwickeiung_ der länd- licbrn Brvöikcrung. Aber mit der Volksichule allein ist es nicht getan, wir müffcn die? Fortbildungxsäoalc anschließrn. Ferner ge- Tbört hierher die Förderung der Wintrrschulcn und derWanderlcbrer. Herner find gute Verkehrßmittcl eines der bestxn Mittel für die gcdeiblicbe Entwickelung des Landes. (Fut? Eikenbabnverbindungen müffrn in allen Trilen des Landes geschanen werden, mehr als bisher muß das Staatsbabnneß cms ebaut wcrderi,_“ramit auch die Landwirt- schaft Vollen Nußen dadon er ält. AUS disieAungken sind nicht mit einem Male zii criüllrn, sondern erforrcrn einr konieqaente, auf Jahre hinaus bkrecbnete Tätigkeit. Aber wir werdsn daran dknkrn müssen, daß die Kräftigung unseresBaiicrnsiandes daß beste Mittcl zur Kräfti- gung unseres Vaterlandes rst._

Abg. (Goldschmidt (fkk. Volksw.): Ich freue mich, daß Herr von edlixz auf unsere Seite Tritt, wenn er Ausbau des Verkehrsneßes und 3 crbefferung der Schulen auf dem Lande Verlangt. Während er sonst dem Kanal jedes mögliche Hindernis bereitet, iii er hier mit einem Male verkcerfrenndliäo. Die Bebauytung, daß die Caprivischen HandelSVerträge die Landwirtschaft dem Rum entgegengefübrt hätten, wird immer aufgestellt, abxr nicht bewiesen. Die Tatsachen haben viel- mehr das Gegenteil bewienri. Das ist einer_der besten Beweife, daß Deutschlands Entwickelung eme gute geWefen Ut. Herr Von Zedliß hofft, daß die Wafferköpfe der Jndustriezentren sicb zurückschrauben lasen, wenn das Land anziehnngßfäbig gemacht werde. Wir wünschen aucb einrn ?esunden Vauernstand; daß aber durch eine Abkehr von der Caprivschen Politik der landlicbe Besiß rentabler grmacht werden kann, dies? Meinung teilen wir nicht. Herr von Oldenburg hofft, den Abg. Oeser für den Antrag Kunitz gewinnen zu können; aber ich

laude, er wird recht lange darauf warte_n müssen. Die Poliiik des

inisters gebt jeßt dahin: er kauft Domanen und Vertreibt die Leute, und nur!) hundert Jahren wil] er die Domäzien wieder los sein, um Leute Heranzuzieben. Dic Entwickelung m Sachsen lie t nicht an den Domänen, sondern an den ganzen Verhältni en der Provinz, dem reichen VerkehrSneß usw. Wir smd Ge ner der weiteren Festlegung Von Grund nnd Boden in Domänen. ie Ent- schuldung ist für den Minister eine verbältniömäßiji einfache Sache, er sagt einfach: billiges Gcld- und hohe Amort sa

Ick) möchte hier vor dem hoben Hause nochmals wiederholen, wie Verwendung dieser Summe von zwei Millionen gedacht ist. Es sollen 1600 000 .“ bei der Seebandlun Mittel zum Ankauf größerer Befißungexr.

führte, handelt es sich hierbei um diejeni Hypotheken hinaus be gesagt, 270000 „ckck so öffentlich-rechtliche Lei und Kirchenwesens in diesen Kolonien. einem Fonds genommen we Gräben, Brücken und äbnli

Wollen Sie das

erst bekommen. laude nicht,

belasten? Ich en zur Lösung die er wichtigen für, daß Mittel für die innere aber es ist eigentümlich, wenn ordert und sagt, Vertrauenssache. m Sinne dieses Hauses ver- ssen es aber ahwarten. ätt werden müssen, wie die daß der Nährbusen des amte Bevölkerung geben mu , nicht wenn nach der Beinen stehen soll, er ZoUgeseßgebung geben will,

billige Geld „muß man ganze Volk mit daß der Minifte age gefunden olonisation auf der Staat 2 Mi

och einem biUigen

r den Stein der Wei (; deponiert werden als Wie ich schon vorher an- die über die

Ich babe weiter

hat. Wir sind da ewendet werden, ionen von der Volksvertretung lan stehe aber n inister diese zwei Minio wendet, wollen wir hoffen, eine außreichende Zusammen Summe verwendet werd_en soll. Staates seine Milch fu nur für einen Teil. des Ministers d ihr aber anderer damit sie laufen kann.

Minister für Landwirtschaft 2c. von Podbielski:

Ich glaube, meine Herren, ich kann die Vorredners nicht ganz unwiders werden die meisten Herren, die ein besißen, mit mir aus den Worten, haben, dieselbe Ueberzeugung gewonnen Vorredner tatsächlich sehr wenig von Landwirtschaft Verstehb (Sehr richtig! Zentrum. - Abg. praktischer Landwirt führen, den Sie mit führten: .Der Landwirts Domänen die Leute dort, dieselbe Stelle schmidt: Durch Zerschlagung der wenn ich Befiß kaufe, nicht; ich weiß gar nicbt, wen i sogar beim Ankauf

ßen TeilbeträgL, im Ankauf zu zahlen sind. llten aufgervendet Werden als Unterstüßung für stungen auf dem Gebiet des Gemeinde-, Sibill- Weiter soUen 170 060 .“ zu rden, aus dem die Anlage bessere cher Anlagen erfolgen soll. Das sind die um derentwiaen wir die zwei MiUionen fordern. er Vudgetkommisfion mir

stellung gegeben

ist aber wunderbar, Landwirtschaft auf ei

seits die Krücken der ick), wie die Herren aus d

Budgetkommisfion weil mir sebr _ wie wir das Geld verwandt haben. Ich arbeit herrscht. , so würde ich

ich erklärt, ich würde über die Verwendung dieser Gelder Bericht erstatten, viel daran liegt, zu zeigen, wünsche, daß nach dieser Richtung hin die voUste Kl Denn sollten Sie dann eine abfällige Kritik daran üben daraus lernen können, und ich halte mich wahrlich nicht für unfehlbar, an jeden der Herren hier im Hause die Bitte damit wir etwas mit diesen Mitieln was dem ganzen Vaterlande zum Segen gereicht. Weil man diese oder jene Auffassung nicbt teilt, die Freilich muß ich Wert Männern, die volles haben. (Sehr richtig! reehts.)

Abgeordnete noch, die Landwirtschaft soll Beinen sieben. Gewiss, Herr Abgeordneter, auch ich daß man uns Krücken gibt, sondern mir!) ich ben unserer Landwirtschaft auf einem !) Aber eins möchte ich-

Ausfübrungen des Herrn und ick) glaube, ck Verständnis für die Landwirtschaft die wir soeben von ibm gehört haben, wie ich, daß der Herr dem praktischen Betriebe der - Heiterkeit rechts und im azu braucht man doch nicht zu sein !) -- Ja, bitte, i(b will einen Satz an- bocberbobener Stimme dem hohen Hause vor- cbaftSminifier vertreibt durch den Ankauf Von um nach hundert Jahren eventuell (Abg. Gold- Domänen, jax) Ja, meine Herren, ich doch dort die Arbeiter ch damit vertreiben soi]. Gewöhnlich von Domänen den früheren Besitzer es bleibt also nach dirserRicbtung aUes beim Alten, und Abg. Goldschmidt dankbar, wenn er so freundlich wie und wo ich die Leute Vertreibe. (Abg. Dr. Von Jazdzcwski: Die polnischen Arbeiter! Abg. Goldschmidt: sondern auch die deutschen; Sie vermindern aucb Glocke "res Präsidenten.) erkundigen Sie ?ck bei Ihrem

procben laffen,

sondem ich kann nur richten: helfen Sie uns, Goldschmidt: nicht deswegen, Kritik ablehnen und von der Hand Weisen. darauf legen, das; diese Kritik geübt wird von Verständnis für die Sache

Nun meinte der Herr auf ihren eigenen möchte nicht gern, wünsche, daß das Ertverbsle wirklich gesunden Boden ruht. (Sehr richtig eben, meine Hrrren, ck wird leider heute oft noch cboben, daß, sowie das Kkeinste passiert, Das gebt nicht. Dagegen bin ich- unbedingt. Mögen die Nachbarn helfen, wenn es jemandem einmal Man schreie jedoch nicht immer nach dem Staate. daß man uns ar, sie mir

hinzufeßen.“

ncbmrn wir als Pächter; ich wäre dem Herrn wäre, mir zu sagcn,

hierbei berdork) immer in den Vordergrund ges immer der Staat helfen sol1e.

schlecht geht. Aber dagegen muß ich mich unbedingt verwahren, Krücken gibt, wie der Herr Abgeor das Wollen wir nicht.

nur die polnischen, dadurch die Ich möchte darauf erwidern: bitte, Ihnen nicht vielleicht sagen wird, daß, er mit dem Kauf doch unmöglich die Bewohner des Ich weiß gar nicht,

Anfiedelungstätigkrii. - dnete so freundkich w Ich glaube, der Herr Abgeordnete enig wie er wünscht, daß die Industrie oder der Handel daß die Landwirt- die Landwirtschaft

Nachbar, ob der wenn jemand

ein Gut kauft, Guirs Vertreibt. (Zuruf links: Doch, gewiß!) wie das möglich sein soll. Glaiibcn Sie denn, daß der Pächter, der riders wirischaften wird als bisher, wo Ich weine, der Ankauf von DM einer Weise auf die Zahl dcr

anzubieten, wird, ebenso w auf Krücken gebt, ebenso Wenig wünschen können, schaft auf Krücken gebe. Nein, meine Herren, dort angeseßt wird, plößlieb a er Eigeiitümer war?! den Staat kann unmöglich in irgrnd Bevölkerung einwirken. Das ist eins Unmöglichkeit, und ich glaube, wenn der Herr Vorredner fich einfach bei seinen nächsten Nachbarn e ihm das gesagt, was ich ihm gesagt der polnischen Fraktion in ihm Vielleicht grantwortet haben, es (Abg. Goldschmidt:

Uänen durcb sehe ich für die Zukunft - das muß ich Vor dem allein darin, daß wir die zur äße der Handelswerträge verlassen und aus“

auf dem ein gleich-

Boden abcr bohkn Hause bier Zeit bestehenden Grands anderen Boden gelangen, d. l). auf einen Boden, für alle Erwerbézweige geschaffen wird. (Bravo!) ist meine Aufgabe

erklären _

€rkundigt hätte, so hätten dies babe, ich sebr, rs fißen einig seiner Nähe, diese werden werdrn einige polnische Arbeits: Vrrtrieben. Deutsche Ansiedlrr wcrden Vertrieben! - Glocke des Präsidenten.) die ganzen Ausführungen des Herrn Vorredners baden schafft, daß der Herr Vorredner nicht für diese Verhältnis: befißt, um hier- (Sehr richtig! rechts

mäßiger Schutz Daß wir diesen Bodkn erreichen, dafür zu wirken, in den leisten Jahren gewesen. (Lebhaftes Bravo.)

riedbera (ul.) beriäotigt z bg. von Oldenbu

e Herren Von

unäcbst einige Miß- Partei sei stets bereit, ck um die Bekämpfung der S 1 Bund der Landwirte gewisse Auch seine Partei erkenne en Blick des Landwirtschaftßminifters an, wenn dige wirtschaftsvolitische A bl mehr an seinem (des Der Redner bemerkt zum Schluß gegenüber den daß seine Partei auf dem S Sreichenden Schußes für die Land-

Schlußanirag gesteüt und angenommen.

Bemerkungen der Abgg. Goldschmidt, entr.) und Dr. Friedberg wird der inistcrs“ bewilligt.

Bei den AuSgaben für die Gencralkommissioncn

versiändniffe des rg. Seine

Opfer zu bringen, demokratie handelte, Umständlichkeite den scharfen praktisch _ er auch dessen tiefgrun immer billige, Verständnis liege. Ausführungen des Abg. Oejer, punkt der mittleren Linie eines an wirtschaft stehe, ' , Darauf mird em

Nach p_ersönlichen Graf Pra1chma ( Titel „Gehalt des I)

Ich mwfz sagen, mir erneut die Ueberzeugung vrr das erforderliche Verständnis über ein richtiges Urteil abgeben zu könnnen. und im Zentrum.)

Meine Herrsn, es interessierte mich sehr, daß der Herr Vor- redner nur den Herrn Freiherrn von chliy apostwdbierte und nicht habe vorbxr genau, wenn auch nicht den Ft, was Hcrr von Zedlitz angeführt bat. agi, daß die zur Zeit brstcbenden Handelsmrträge siveifellos Landwirtscbaft gemeicn find

während bei dem n damit verknüpft seien.

nschauungen nicht

was aber wo Redners) geringen

mich; derm ich glaube, ich Worten riaÖ, dassrlbe gcsa Ick habe 861 Von großem Nachteil für unsere grsamte (sebr richtig! r€chis und im Zentrum), und ich meine, Vorbrr darauf hiugewiescn, daß man doch ais SiaatSmann - dncr ganz unbedingt _ (große Heiterkeit)

dazu rccbnr ich den H(rrn Vorrx wor fick) geht, und, meine

aus den Zeichen dcr Zeit erkennrn sol], was die Zeichen deutcn ja doch ganz klar au,? die Nr*t bin, cht - und das babe ich jz vorher bewor- Bewegung, wirisckoaftlicxérm Grbiet,

wegung des Bundes der Landwiric, ist nismals sondern eine solckxeBewcgung entsteht (mf dem Boden des werktäiigen Lebcns, und man hat die Aufgabe, zu srben, wie man diese Sachen zum Vestrn des Staatßwobls auéscblaaen. an den Zeichen

rie Befriedigung darüber aus, seßentwurf zur Nr- , hat. Der Gesetzentwurf brtngung in den Landtag dcr unterbreitet Werden. ebiete des materiellen Rechts form solle eine selbständige die Spezial- daß sie in ihrer sion eine Lehensstellung Ebenso müme eine enr-

st illusoriscb 'th 30 neue ommissronegi

r,vonSavigny(Zentr.) sei nister für die nächste Sesfio eneralkommisfionen angekün igerweise vor seiner Ein Praxis zur Erörterun Aenderungen auf dem

den. Durch die Re gricbaffen werden. , und Gehalt so, gchestel1t_werden, pisse der Speziaikommrs diesem Amte bleiben.

Vermehrung der Vermeffungs der Separationen mache deren Wohltaten die (Gemeinden aufs schWerste. für die Bureaubeamten der Spezial So dankbar die Beamten dies gnerkennten, io sen, daß dieser Fortschritt 110 Anwärter vorhanden, Jahre auf etatSmaßige Stellung würden warten

daß der Mi 11 einen Ge form der G müßte zweckmäß Wissenschaft und müßten dabei auch in Erwägung gezogen wer

der Landwirtschaft bcrrs

eine künstliche, kommiffare in RanL Stellung an der ©

so lenkt und [Liter, daß sie sebkn und

Es ist nach mrinsr Ansicht eire der ersten Arifgaben, en, daß etwas - ich habs dafür einrn etWas trivialen Aus- (Sebr richtig! rechts.) Meine Hörrßn, wer wie ich Verpflichtet ist, immer in die Vérbkritniffe hineinzuseben, der wird und muß mit Recht gebxn, WWU ich sage, daß es am schlimmsten geradc an Die kleinsn Leute und der

beamten erfol Verzögerung und schädige etatswäßige SteUen schaffen wsrden. ätten sie doch in noch nicht genüge. welxbe nock) lange

druck -- faul im Staate ist. Eingaben darauf bingewie Es seien immrr noch (Schr richtig! rechts.) Großgrundbefiy kommen noc!) eher durch, als heute unsere bäuerlichen Besitzer. (Sekr richtig! rerbts.) Gerade dicssn Leuten zu helfen, worauf ick) schon kei der Erörterung der inncren Kolonisation binzuwrisen mir erlaubte, erachte ick“, en, die bei der ganzen AuGgrstaltung AuSgestaltung drs Enverbslebens

seren Bauern Zi'grbt.

Minister für Landwirtschaft 2r. von Podbielski:

Meine Herren! Ick) kann die Berechtigung der vielen Klagen, daß in den Generalkommissionen namentlich die Separationssacben im des zu langsam bearbeitet werden, nur un- babe mich gelegentlich einer Dienstreise nacb , in diese Verbälfniffe einen speziellen' Einblick zu daß tatsächlich auf Jahrzehnte

Westen unseres Vaterlan bedingt anerkennen. Ich Westfalen bemüht erlangen; und ich muß anerkennen, hinaus die Separationssachen noch anhängig bleiben und nicht zur yoüen Erledigung kommen werden, wenn wir nicht auf dem einen oder anderen Wege eine Beschleunigung dieser Angelegenheiten herbei- Sie alle, meine Herren, wünschen es; die landwirtschaftlick)e Verwaltung bat deSwegen dle Pfiicht,_ zu sehen, bin nicht eine Abhilfe geschaffen Werden kann. Ich kann hier nur dankbarlicbst anerkennen, daß seitens der Finanzverwaltung uns Rechnungsgebilfe werden, damit zunächst in den Bureaus Aber auch draußen bei den habe ich den Eindruck gewonnen, daß es in Gegenden, z. B. i"

für eine der Vornebmsien Aufgab unserer ZoUpolitik und der ganzen auf dem landwirtschaftlichen Gebirt zu lösen ist.

Der Herr Abg. Goldschmidt kam die ja gern seitens der Herren anges auf die Frage der Wertsteigerung

auch wieder auf eine Frage zu (bnitten wird, nämlich des Grund und Bodens. möchte ich erklären: es handelt sich für uns immer nur um Sie mögen den Grund und Boden so hoch oder so Sie keinen Ertrag Von dem die eine Rechnung noch die Die landwirtschaftlickpc Verwaliung daß keine unnütze und übertriebene Man muß viel-

den Ertrag. niedrig bewerten, wie Sie wollen, wenn Grund und Boden Haben, so nüvi weder andere. (Sehr richtig! rechts.) muß unbedingt den Wunsch hegen, Wertsteigerung des Grund und Bodens stattfindet. mehr Vor allem berechnen - die .Herren, die mit drr Landwirtschaft un haben, wissen das -, was der Grund und Boveri bringt. 9! rechts.) Alles andere hilft uns nichts, es handelt sich Ertragöwert.

mir ein Vertrauens-

ob nach der Richtung

zur Verfügung gefiellt selbst die Arbeit beschleunigt

werden kann. Vermeffungen selbst

(Sehr richti für uns, ich wiederhole das, immer nur UM den Nun war der Herr Abgeordnete so freundlich, votum, freilich etwas eingeschränkt, dadurch auszuwrecben, daß er auch er wäre bereit, für die zwei Miüionen, die der Regierung zur Verfügung gestellt werden sollen, zu ja, aber die schwete Verantwortlicbkeit!

leicht ein Gewitter vollständige Veränderungen durch Abreißen von Boden an der einen, Anschwemmen an der anderen Stelle usw. vet“ ursacht, gar nicht so genau darauf ankom Zoll rechts oder links stebt; Wert, und infolgedeffen glaube ich, meffung vornehmen können.

mt, ob ein Grenzstein eines hat dort keinen sebr bobk“ daß wir dort eine schnellen Bet-

der Boden

zur inneren Kolonisation Er sagte dabei:

tion. Ja, das

Zunächst hat der Herr Finanzminister sich auch rnit dem Vor-

schlage einverstanden erklärt - ich weiß nicht, ob ick) solche technischen Details dem hoben Hause unterbreiten soll -, daß wir an Stelle derTbeodolitenvermeffung, die ja eine sehr sorgfältige und saubere isi, im nächsten Jahr einfach versuchen, mit der Buffole zu arbeiten. Da- durch wird, meiner Ansicht nach, eine wesentliche Beschleunigung erzielt werden können.

Weiter babe ich in Aussicht genommen, niedere Techniker den

Landmeffern beizugeben, um ihre Arbeiten draußen im Felde zu be- schleunigen. In der Forstverwaltung geben wir den Landmeffern auch Förster mit und kommen bei den Vermeffungen schneüer fort; ich gebe ja zu, daß die Exaktheit der Katasterkarten dabei unter Umständen etwas [eiden kann; aber ich glaube, man muß in solchen Gegenden, wie ich sie eben charakterisiert habe, wo der Quadratmeter, der hier in Berlin vielleicht 10000 oder 5003 „ck kostet, wahrscheinlich noch nicht mit 50 „3 bewertet wird, sich eben mit einer einfacheren Ver- meffung begnügen und dadurch eine wesentliche Beschleunigung der Separationen herbeizuführen suchen.

Ich habe mich verpflichtet gefühlt, gerade dies hier einmal vor

dem hohen Hause zu erörtern. Wir Werden freilich erst im laufenden Jahre nach dieser Richtung hin Erfahrungen sammeln können; aber ich hoffe, daß die Herren mit diesem Vorgehen der landwirtschaftliäpen Verwaltung einverstanden sein werden, das eine Beschleunigung des ganzen Separationsverfabrens bedeutet, die für diese Gegenden Weft- falens eine unbedingte NotWendigkeit ist; denn vor Durchführung des Separationsverfabrens können wir nicht an Meliorationen, an die Herstellung von Berieselungßanlagen, Stauwerken in den Bächen usw. herangehen. Die Herren wollen aber auch ferner bedenken, daß eben das Kartieren der Reinkarten nach der durch- geführten Separation behufs Uebernahme ihrer Ergebnisse in das Kataster gerade der Punkt ist, Wodurch wir so sehr in Rückstand ge- raten. Kommen wir mit diesem leichteren Verfahren in dem weniger kultivierten, will ich nicht sagen, aber weniger wertVollen Gelände durch, so wird, wie ich hoffe, ein Teil der Klagen beseitigt Werden.

Ich möchte sodann hier dem hohen Hause Kenntnis geben über

die Arbeiten, die die landwirtschaftlicbe Verwaltung in Angriff ge- nommen bat betreffs der Reorganisation der Generalkommissionen. (Fs klingt beinahe, als ob wir in einem fernen Ostreich lebten, wenn ich sage, daß wir eine Menge von Gesetzen für die Generalkommisfionen haben, die aus dem zweiten Jahrzehnt des vorigen Jahrhunderts stammen, und die noch in Gültigkeit sind. Wir müffen bei der Arbeit, die wir unternommen haben, nicht weniger als rund 150 Ge- seße mit einigen tausend Paragraphen zusammenscbmieden. (Heiterkeit) Sie werden verstehen, daß es für mich, der ich den Sachen nicht so vertraut gegenüberstehe, sehr schwierig ist, einen klaren Einblick in diese gesetzlichen Bestimmungrn mir zu verschaffen.

Wir haben zum Gegenstand für die Reorganisation folgendes- genommen:

1) (Eine anderweitc Einrichtung der Behörden mit dem Ziele:

a. der Herstellung eines engeren Zusammenhanges mit den Be- hörden der aUgemeinen Landesverwaltung (Bravo!),

b." der Mitwirkung von Laien,

-- eine Forderung, die hier sehr oft erhoben worden ift -,

0. der Schaffung einer den Verhältnissen nahe stehenden ersten Justanx,

2) eine anderweite Einrichtung des Verfahrens behufs:

&. der Einführung der Oeffentlichkeit, Mündlichkeit und Un- mittelbarkeit (sehr gut!),

1). der Erreichung einer größeren Beschleunigung.

Es rvar ursprünglich beabsichtigt, das angestrebte Ziel durch eine Novelle und also durch Einführung einzelner neuer Vor- fchriften unter Beibehaltung der bereits bestehenden Bestimmungen zu erreichen. -Schon bald aber stellte sich heraus, daß bei der großen Füile der die Generalkommisfionen und ihr Verfahren ordnenden, ziim großen Teil eben noch aus den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts herrührenden Vorschriften es kaum möglich sein würde, auf diesem Wege zu einem klaren und übersicht- lichen Geseßesziistande zu gelangen. Demgemäß wurde Ende 1903 beschlossen, dic ganze Organisation und das ganze Verfahren durch ein Geseß neu und erschöpfend zu ordnen. Hieran wird zur Zeit gearbeitet; der größte Teil eines dcrartigen Geseyks liegt in einem umfangreichen Vorläufiger: Entwurfe vor und wird zur Zeit einer eingehenden Beratung innerhalb des Ministeriums unterzogen. Diese schreitet aber wegen der vielen mit der Materie Verbundenen Schwierigkeiten nur langsam fort, sodaß es zur Zeit nicht möglich ist, auch nur annähernd zu übersehen, Wann die Arbeit beendigt sein wird.

Gleichzeitig mit den Vorarbeiten zur Reorganisation der Gcneralkommisfionen ist aber auch in eine Erwägung eingetreten, ob und in welcher Weise die sogenannten alten Aufgaben der Generalkommisfionen zu einem immerhin wünschenswerten be- beschleunigteren Abschluß gebracht werden können. In dieser Be- ziehung ist namentlich eine Denkschrift über eine Beendigung ihrer Tätigkeit auf dem Gebiet der Reallastenablösungen ausgearbeitet und den beteiligten anderen Resorts vorgelegt worden. Diese haben sich hierüber noch nicht geäußert. Von ihrer Stellungnahme wird es abhängen, ob nicht schon Vor der Reorganisation der General- kommisfionen eine besondere Gesetzesvorlage dieserhalb wird aus- gearbeitet werden können.

Ebenso ist aueh die Abänderung drr materieÜen Geseßgebung über die Aufhebung der Servituten und die wirtschaftliche Zusammen- legung der Grundstücke zum Gegenstande der Erörterungen gemacht worden. Die dieferbalb bestehenden Geseße müßen ohnehin bei der Abänderung der Verfahrensvorscbriften einer Revifion unterworfen werden; es wird daher zweckmäßig sein, bei dieser Gelegenheit die Mängel zu beseitigen, die sich bei Ausführung jener Geseße im Laufe der Zeit berauögesteklt haben.

Ick) glaube, aus diesem in kurzen Zügen Ihnen vorgelegten

Programm werden Sie ersehen, daß die landwirtschaftliebe Ver- waltung die auf dem Gebiete der Agrargeievgebung bestehenden Mißstände voll und ganz anerkennt und bereit ist, Hand - anzu- legen, um den Wünschen, die von allen Seiten des Hauses hier und in der Kommission geäußert worden find, gerecht zu werden. Ick) muß aber dabei hervorheben: meine Herren, betrachten Sie diese Mitteilungen lediglich als Mitteilungen der landwirtschaftlicben Ver- waltung; die Entscheidung des StaatSministeriums in der Sache kann erst ergeben, wenn ich mit diesen Arbeiten fertig bin. Ich kann also nicht brate enva durch meine Ausführungen festlegen, ob das Staats-

ministerium mit allen meinen AUSfübrungen einverstanden ist und ob Ukchl diese oder jene Aeriderung noch in den späteren Geseßesvorlagen eintreten wird. Ick; hoffe aber, wir erreichen das Ziel, das wir uns gesteckt haben: Beschleunigung, Verbilligung, und Heranziehung des Laienelements zu diesen Arbeiten.

Abg. Freiherr von edlih und Neukirch “reiko . : de Hoffnung,_ daß uns eine &me in dem dargeleatLi SY")? VoYteleg? werden wird„ kann ich auf weitere Ausführungen verzichten.

Abg. Viereck (freikons.) spricht seine Befriedigung über die im Etat vorgesehene Umwandlung von 30 Bureaudiätarstellen in Spezial- kommissionssekretärstellen aus und bosst- daß die VermeffungWeamten bei der Reform der Generalkommisfionen auch eine Stellung erhalten werden, welche ihren Wünschen und ihren Leistungen entspricht.

Das Kapitel der Generalkommisfionen wird bewiUigt.

Darauf vertagt das Haus die weitere Beratung.

Abg. Dr. von Savigny bittet, das Seuchen ' t " Sonnabend auf die TageSordnung zu seven, weil zwischegrisißesm Féburftlxt tag Seiner Majestät des Kaisers und dem Sonntag das Haus nur schwach besevt sein werde.

Präfident_von Kröcber: Jeb Werde diefe Anregung in wobl- wollende Erwagung nehmen, aber nach den Erfahrungen von heute m_orJen werde ich keine Disyofitionen mehr kundgeben außer über die nach te Styung.

Schluß 41/2 Uhr. Nächste Sitzung Mittwoch 11 Uhr. (Landwirtschaftlicher Etat, Gestütsetat.)

Statistik und Volkstvirtfthaft.

Die Arbeit5zeit in den Kontoren des Handelsgewerbes und kaufmännischen Betrieben, die nicht mit offenen Verkaufsstellen verbunden sind.

Nachdem wir in Nr. 10 des „R- u. St.-A.' vom 12. d. M. uber die Durchfuhrung der 1903 vom Kaiserlichen Statistischen Amt, Abteilung fur Arbeiterstatistik, vergnstalteten Erhebung über die Arbeitßzeit der Gehilfen und Lebrlmge sowie der Hilfsarbsitrr in sylchen Kon'toren des Handels ewerbes und kanfmännisäpen Betrieben, die nicht zmt offenen Verkau sftellen Verbunden sind, kurz berichtet hgberr, tetlen wir nunmehr einige Ergebniffe dieser Erhebung nach der Jxxisbeßixorliegenden Veröffentlichung des Kaiserlichen Statistisckprn

Betrachtet man zunächst die Ergebniffe der Erhebung hinsichtlich der Handelsangestelltep, so tritt zwischen den Auffassungen der Handelskammrrn urid denxeniqen der kaufmännischen Verbände und Vereine, soweit in ihnen der Einfluß der Gehilfen überwiegt, in den meisten Fragen, die bei der Erhebung zu beantworten waren, eit) bedeutender Gegenfas zutage. Dieser zeigt sich sogleich bet der ersten und grundlegenden Fragé, die auf den Yersandien _Frczgebogen gestellt war: 0 die grgenwärtig ubliche tagliche ArbeitSzeit nachteilige Folgen babe. Die Berichtc der Zandelskamznern haben fich meist darauf beschrä1xkt, anzugeben, welchx rbeitszeit in ihren Bezirken üblich sei, und zu br- werkrn, daß, keine Thatsachen dafür Vorlägxn, daß die gegenwärtig ubliche taglickye ArbeitSzeit nachtei1ige Folgen habe, oder daß iHnen solche Tatsachen Wenigstens nicht bekannt geworden seien. Nur wenige macbrn gxwtffe Einschränkungen. Die Kammcr Berlin hält „im Durchsckyyitr“ die Arbeitßzeit nicht für übermäßig. Die Kammer Görlitz ist der Ansicht, daß eine Arbeitszeit Von 9 bis JZ Stunden keine nachreixigezi Folgen aben könne, wofern dir ArbeitSzeit durch eine zweistundrge Mittagspausx unterbrochen wird, in der Regel um 7 Uhr 5beends endigt und die Kontorräumlickßkeiten den normalen Ansprachen an Licht, Luft und Raum genägsn. Die Kammer Geestemunde ' nimmt an, daß immerhin Fäüc v'orkom'men mögen, in denen emx Ueberansireugung stattfindc, nament- ltch bei Speditionsfirmen, die haufig Nachts arbeiten ließen, ohne daß den Angestellten am Ta 6 entsprechend freigegeben werde. Auch nach Ansicht der Kczmmer rauffurt a. M. könnte allenfalls in der Spedition, sowie in den Modrwaren- und sonstigen Saisongcscbäften wegen ihrer. Viel längeren Arbeitszeit von gesundheitsschädlichen Folgen dxe Redr sem. _Alß besonders nachteilige BeschäftigungSart erwähnt die Kammer Goxltß das Maschin-xsckprciben, .wofern es 0an A5- wecbselung und larigcr als fecbs'Stunden erfolgt", und dies bestätigt dte Kammsr Leipzig. T_Orgn bei den Weiblichen Angestrllten, die an der Schreibmaschine be1cha_stigt seirn, steile fich mit drr Zrit „große Abstxannung und Netwositai' eiii. Am ehcsten könnte man wohl cine Schadigung der Gesundheit bei den weiblichen Personm und Un Lebrlm en vermuten„ ziimal_diese, wie die Vorerbebuug von 1901 gezeigt at,_ durchschnittlich langere Arbeitszeiten haben als die männ- lichen, Gehilfen. Die Handelskammern Vrrneinen indes auch für di? werblichen Personen samt und sonders die Frage.

Jm Gegensaß zu der Zinuzütigen Meinung d:r Handelskammern nehmen die „großen kaufmanntschen Verbände -- sowohl die? reinrn Gebilfen- wie die gemischter Verbände, derer: Mitglieder und Vor- stand_wenigstens zu & Prinzipale smd - an, daß gesundheitliche Schadiarzngxn von Angcstellten durch die gegenwärtig üblichr täg- liche ArbertSzeit mehr oder, rveni er vorkommen. Auch Von dsn kl_emeren Veretzien bejaht die' gro e Mehrheit der Gehilfenvereine dre Fragc, wahrend die Prinzipalvereine und die Mehrheit der

gemischten, aus Prinzipalen und Gehilfen bestehenden Vereine*

sie_ teils vxrneinen, teils, gar nicht oder unbestimmt beantworten. Dre Verbande und Vereine, welche die Gesundheitssckoädlickpkeit der bxstebenden, ArbeitSzett behaupten, begründen ihre Ansicht virlfach naher. Bei Uebergnstcengung und zu langer Arbeitszeit trete Ner- vositar und vorzeitiger Arbeitsunfähigkeit ein. Die Staats- und Gewxindebeagrten, die mb mit ahnlicher griffiger Arbeit 52- scbaftigen, hatten in der Regel nur eine achtstündigs Arbeitszxit. Der Zentralverband der Handlungßgebiifen und :gebilfmnen Deutsch- lands zu Hambur spricht sich auch uber die (Gründe aus, weshalb das Arbeiten in den ontoreri viel anstrengender gervorden sei. Auf der einen Seite wirke das starkere Angebot von Arbeitskräften, die writer- scbreitende Proletarifierung des Gebilfenstandes im schärfsten Maße anspornend auf den Einzelnen, seine Leistungsfähigkeit zu erhöhen, sein Le tes preiSzugeberU um srcb tros allem zu behaupten und durcbzuringen; au_ der anderen Seite würden größere Anforderungen gestellt, durch den schmieren Wettbewerb der Handels- und Fabrikbetriebe untereinander werde die Arbeit aufreibend. Die ganze Entwickelung drs neuzsitlichen Ver- kehrs der gesteigerte Eisenbahn» Dampfer-, Post-, Telegrapben- und Fernfprecbverkebr, dazu das Klappern der Schreibmaschinen, all das mache den ndlungßgebilfen in hervorragendem Maße zu einem Opfer des „nervö en Jahrhunderts“. MLbrfach wird in den Berichten den Anstrengungen der Arbeit der Mgngel an Erholun Zzeit gegenüber- geftellt. ;- Die Berichte, welche die _rage nach den chädlichen Folgen der Arbeitszeit bejahen, ffzgen meist mzu, daß jene Folgen die weib- lichen Yngestellten und die Lebrlin e wegen ihrer geringcren Wider- standsfabigkeit in besonderem Ma e, träfen. Der Deutschnationale YandlungSgehilfenverband in _ Cheuxnts meint, daß sich der weibliche örperbau fur eine Kontortättgkeit uberbau t nicbt eigne; die Orts- Lruppe „Tilsit des „Deutschnationalen zZandlun Sgebilfenverbandes ä_lt„ die Frau fur besonders unf big, cb gegcn über- maßige Anspru aufzulebnen, und der Berliner und der eriwißer Verein der_deut chen Kaufleute sehen für die weiblichen Angestellten wie am!) fur die Lehrlinge besonders das Sitzen an den Schreibpulten wegen der Behinderung der Lungentatigkeit für nachteilig an. Die Fol e hiervon sei. daß sie in ihrer körperlichen Entwickelung zurück- lie n, zumal außerhalb der geschgftlichen Tätigkeit die Gelegenheit zur Bewxgung im Freien entweder uberhaupt nicht vorhanden sei oder nicbtÖenu end wahrgenommen werden könne. LÖFÖ geben die Arbeitöräume Anlaß zu Bestbwerden. Jbre

schle te escbaffenbeit erschwere die Arbeit d ve di Schä igungen der Gesundheit, Sie seien oft mgknüberfürlFbeaubig?

schl t gelüftet und beleuchtet. Der § 62 des Handengese back», der olchen Unzuträglichkeiten entgegenwirken solle stehe 53? dem Fehlen von Handelsinspektoren tatsächlich nur auf dem Papier, wie denn aus dexnselben Grunde_alle Schußbestimmunaen, die für die Zandlungßgehilfen erlassen wurden, nur von fraglicbem Werte seien. amentltchdus den Großstädten kommen solche Klagen.

DiejemgewVer'eme, welehe über Gesundheitsschädigungrn dnrch lqnge ArbxitSzeit nichts zu bekunden haben, weisen durchweg darauf bm,'daß ni ihrem Bcobacbtungßgebiet die Arbeitsdauer keine über- mäßige ser. Solche Antworten kommen am häufigsten aus Suddeutschland, das, wie bereits die Vorerbebung von 1901 er- geben „hat„neben Nordwestdeutschland die günstigsten Arbeitszeiten bat. - Diexentgen Berickyterstatter, welche die Gesundheitssebädlickpkeit der bestehenden ArbettZzett hehaupten, nennen vielfach bestimmte Krank- heiten, unter denen dix Kontorangesfellfen besonders leiden. Es werden namentlich erwahnt: Nervosität von “22 Berichterstattern, Tuberkulose von 13, Aiigenleiden, insbesondere Kurzsichtigkeit Von 11, ngenxeiden und sonsti e Störungen der VerdaaungSoraane Von 8, schließlich bei den weib icbeti An estellten Blutarmut und Bleichsucht von 9 Berichte_rsiattcrn. Dress ngaben werden durch die allerdings nu_r_ in beschrankter Zabl Yorliegenden Nachweise Von Krankenkaffen beitatigt; _Der Deutstbncrtionale Verband in Hamburg gibt den ziffernmaßtgen VaÖweis det Ortskrankenkaffen für das kaufmännische ersonal in Munchen, Stuttgart, Mannheim, Hamburg und Berlin wieder, daß die Erkrankungßgefabr bei den weihlicben Angesteilken noch sehr viel größer _sxi als bei den männlichen Gehilfen.

U_ntcr_ den nachteixrgen Folgen langer Arbeitszeit wird Von den kaufuxanririchen Verbunden. und den Gebilfenvrreinen auch die Schadigung des geistigen und sittlichn Lebens, ins- bes_ondere der Fortbildung genannt. Es wird namsntli daruhrr geklagt, daß die zu lange ArbeitSzeit und der späte Schiri der Kontore' den B,?suck; v_on handelöwiffenschaftlichen Kurssn und synsttg'en Bildungsstatten „fur die Handelsgebilfen wie für die Lebr- lingc rn gleichem Maße hinderten, weil die geistige Spannkraft nach der anstrxngenden TagsSarbeit nicht mehr dazu auSreicbe, dem hier Geborenen zu _fylgen„und Weil ferner vielfach der Schiris: dEr Kontorc' noch water liegt:, als die Vorträge begönnen. Es sei unbrstrrttbar, bxtnerkt der Verein junger Kaufleute Von Berlin, daß die Unmöglicbert, sicb diejenigen Kenntnisse anzueignen, di: zu einem guteonrwartSkomwen unbedingt nötig find, eine beklaZ-Zns- werte Hérabjéßung der 'wkirtschaftlickyen und sozialen Stellun dcr HandrlsanesieÜxen berbetfuhrr. Die spätere Fortbildung dsr and- lyngSgrbilfen ser rim so notwrndiger, als die Ausbildung der Lkbk- itnrie wangelbafi ser. ZruaniS_k)i_erVon legten, wie der Verein ,Hania“ in Munchen berichtet, die kauxmannischen Stellenwermittelungsbureaus ab( die' stets und immer darciuf binwiefen, daß die schlechte Besch7ffew brit drs vorhandenem Materials es unmöglich mache, beffer bedachte St_eilen zu besetzen. Der erband katholischer kaufmännisrber Yar- etnrgung-xn _Deutscbiands mri dem Sitz in Effen sieht ir der ,Unmoglicbkkit, Untsrrtcbtskurse, Vorträgs, Vorlesungen, grit? Thraxer i_tsw. zu,5esuchen, teilweise eine Erklärung dafür, daß de_r _Grhilse bsaufig dre freiexi Abendstunden in Varictses und Gast- bankaiL drrbringe. Dénwbsi der griffigen Erschlaffung, in die der Handinngsxiebilfc durch sein;: Beschaftigung verseßt erde, erfa t ihn nach Brobgckytunq des Drutickpxiationalen Verbandes in Hambura äufig grradriii ern gewrffer Wrdrrwrüe gegen geistiae Fortbildung. WTS die werblicbsn AngesirUtennanlgngt, so _bebt dsr Münchener Verein .Hanfa“ LXW. hxrrwr, daß es1fur diese wümcbcnswert sri, wenn sie nicht allein xur rhrewkayfmanmsckyen Berus firb weiterbilden, sondern auch für ihren LJÜTrlkliCbW Beruf als, zukünsti Gattin und Muitrr. Es sei undexikdar, daß eine weiblick)? Angrtellts für ihr zukünftigrs Haus- wesrn - urid Lm solchrs möchte? doch jede einmal baden -- in kurzem Brautiicmd das erWerbe, was ie als Hausfrau können muss, wxnn sir mich nur die leichtesten nsprückxe bsfriedigen woile. Yan) „hrjonders Wird von „den kaufmännischen Verbänden auch die «_chadigung,„ WLlchS'dl€ LrbrlmgSansbildung unter den erwähnten Um- standen rrsabri, hingeWiesen. Die jungen Leute, die tagsüber nicht wrntgrr mr_ensiv und aiisdauernd als die-Gebilfen in Anspruch ge- *UOT'UUWU Wurden, setexi Abends Erst r€cht nicht imstande, noch geistig writerzu arbericrr„ wahrend zur Crlrdigunq häuslichcr Arbriten schon gar kerri“: Zeix bleibe. Die Gebilschereinigungrn kommen infolge dxffrn t_1_1 großerer Zahl zur Forderung Lines reichsgeseßlich€n Fort- bixdxmgNckpulzwczngss und der Verlrgitng des Abendunterrickpts in LUISE TagMetten. ,Ganz entgegenaUeßt ist 01156 hier wieder die Skrllnng der Handelskammern." Ueber nachteilige Folgen der be- striwxidcn Arbrrtßzert fur das,;ieniige oder sittliche Lrbrn der Handels- anngUten Vrrmqg keins, einziic zu berichten; nur sechs räumen ein,. das; dre Arbeitszeit dan Besujch, der Fortbildungsscbnle brbindere.

, ,“.)rxbenher anssrn fich einig; Berichterstatter auch über die Be- Zzntrarh'rtguiig des Jamrltcnlebrns durch lange Arbeitszeit. zn ionmgrerfickpt wird noch Von der Orthruppc München des Driitscbiiaitorialch Verbgndss dem Mangsl einer gescßlicben Regelung dcr-Urbcrtrzcttrtne Ver1chlecht€rung der Arbsilsbcdingungrn

zugcscbriebkn. Solangr die'se uicht durcbqrfübrt sei, werde fritens der

PrinziVJLS in srhr virien Fäüen eine Vermehrung der Arbeit nicht durcber'rmebrung drs Perwnals, sondern durch Verlängerung der Arbrtisirir aiisgeglicbcii.

BL! dcr Er_wahrung der Mittagspause erkennen die Handrls- kammcrn gletchsail§ keine. Mißstände an, absr aur!) di:- Vera trstrzngrn de_r _Angrstsllten urtsilen übrr diese Frage nicht so unguriftig wi_e 19nst.___Der sogenannten Englischen Arbeitszeit, die niir in vrrbalrnrsMrrßiix wxnigrn Geschäften und banptsärblich in cm:,ZZn (Yrofziradtkn iiblich rst, werdcn nsben manchen Vorzügrn arch ZNrij1€Yach1Liir zugeschriebsn." Namentlich di? Gebilfinnrn klagen ubrr Mißbrauchs bx“: derxngliicbsn Arbeitszeit. Es kämen Betriebe vor,d m dencn 10 bis 12 Stunden ohne angemeffsne Pause gearbeitet wer e.

Dirs Vorbandrnsein von Mißständen bei der Leistung von Ueberstnnden wird Von den Handelskammrrn mit einer Aus- nabmewkrneirit, dägquUKVOU den Vertretungen dsr Angestellten ctwa zur Halits _bexabt. Erwabnrnßweri isi, daß nicht nur üöer die über- mafzige Airsdrhnung der Ueberstunden, sondern nicbt mindrr darüber gek1agt wird, daß fiL_ in drn meisten Fällrn zu Vermeiden seien, weil sie namentlich durch 1chl€chte ArbeitSeint-zilung oder durch Mangel an Persona! herdorgrrufxn würden. _

Ber drr praktisch wichtigsten Frage, ob eine allgemeine Regelung einerseits _ geboten, andererseits durch- fubrbar sei, stehen sich die Handelskammern und die Vertretun en drr Gsbrifenschaft ncihezu als Sschloffrne Parteien gegenüJer Dr? gerrnschten Verbande und steine, d. l). diejenigen, die so- rrwbl Prrnzipale als auch Gehilfen zu Mitgliedern haben, stellen fich mit großer Mehrheit auf den Standpunkt der GSbilfenschaft. Ab- s_scben iron der Behauptung, daß die bisherige ArbeitSzeit xu Miß- tandrn,_die eine Regelung wünschen8wsrt crscbeinenließen, nicbtgefübrt bgbe, fuhren die Handxlskgmmern zur Begründung ihres ablehnenden Standpuriktrs an,_ daß erne_einbeitliche Regrlung ficb durch die groß Verychiedenhett der Verhaltnisse Von selbst verbiete, für die meisten Betrtebßarten geradezu undurchführbar sei, den Wettbewerb auf dem Weltmarkt erschweren, die Tuchtigkeit dec Gehilfen vermindern und daß Vertrauxnsverbalxnis zwischen Prinzipal und Angestellten beein- trackxtigsn wurde, Grunde, die von den Vereini ungen nicht als stirb- haltig anerkannt werde:]. Die kaufmännischen erbände und Vereine schlagen meist die Einfuhrung einer Höchstarbeitßzeit und zwar über- wirgend Von'neun Stunden vor. Mehrfach wird von den Ver- einigungen dre eseßltche Einführung eines Sommerurlaubs an- gsregt. Jm Ja 6 einer geseßltcben Beschränkung der Arbeitszeit wunsrhen die Handelskammern und die Mehrheit der Verbände und Vereine allgerneine AuSnabmen und Berücksichtigung der be- sonderen Verhaltniffe einzelner Betriebsarten. Die Vorschläge beider Parteien ,bewegen sich durchschnitt11ch zwischen 50 und 60 Tagen zu is_xwet Stunden., Auch hinsichtlich der jugendlichen Gehilfen und Lehrlinge [ebnen die meisten Handelskammern eine R elung der ArheitSzeit ab unter der Begründung, da ein geseslicher YFM un- nöng urid nich! im JntercTe derIu endli n sei, ferner den e cbäfts- gang storen Wurde. Ein eil der ereinigungen hatäbnliche enken,