S. M. S. „S perber“ ist an demselbén Tage in Hongkong angekommen. ;- S. M. S. „Hertha“ ist am 24. Januar von Colombo (Ceylon) nach den Seychellen in See gegangen.
Heffen.
Die „Darmstädtex Zeitung“ veröffentlicht cinen Gnaden- erlaß Seiner Kömglichen Hoheit des Großherzogs anläßlich ferner bevqrstehenden VermäHlUUg für alle diejenigen Personen, _dte im Großherzogtum durch Straf- befehl und Strafbefebetd oder ein bei den bürgerlrchen Gex richten ergangenes Urtei_l zu Gefängnis, Festungshaft oder Geldstrafe wsgen Majestätsbeleidigung usw. nach den §§ 95, 97, 99 oder 101 des Strafgeseßbuchs, wegen" wört- licher Beleidigung von Behörden usw., wegen Zuwiderhand- lUngcn gkgm die Bestimmungen des Forst: und Fcldstrafrechts sowie wegen Uebertretungen verurteilt sind. Der Erlaß findet nur auf solche Strafen Anwendung, die spätestens mit Ab- lauf des 2. Februar 1905 rechtskräftig geworden sind oder
werdcn. Lippe.
(Gestern mittag um 121/2 Uhr fand im Schlosse zu Detmold, ww „W. T. B.“ berichtet, die feterltche Er- öffnung dcs_Landtages statt; der (Hraf-Regent verlas dabet die nachstehende Tyronrcde:
Meine bochgeehrten Herren! Die Einberufun des Landtages im gegenwärtigen Zeitpunkte ist ein an erordentlicher kt, bedingt durch das Ihnen schon bekannte schmerzli' e Ereignis, das dem Lande nicht nur seinen Fürsten, sondern in dem erlaucbten Herrn auch den [eßten männlichen Spro der alten Linie d€s altehrwürdigen (Gesamtbauscs der Grafen und ,dlen Herren zu Lippe genommen hat. Schwer hat das vérfloffene Jahr auf meine'm Hause und dem Lande gelastet, und mit ernster Trauer beginnt das neue Jahr feinkn Kreis- lauf. Umsomebr ist es ein Mabnruf und ein chkruf für alle, die durch ihre Stellung und ihr Amt außetkoren find, die Gesch1cke des Lautes zu lenken und zu [Litem Daß Sie dieser Ihrer Pflicht in treuer Fürsorge für das Wohl des Landes, für die äußxre Wohlfahrt und den inneren Frieden des Landes genügkn, daran crmnere ich Sie in dieser Stunde, wo wir zum ersten Male in qeseßlicher feierlicher Weise den Landtag des Fürstentums hier begrüßen. Erneuern wir das Gelöbnis, alle uns übertragenen Rechte und alle uns über- tragcnen Pflichten auszuübkn und zu VoUzieben in Verfaffungsmäßig'er Wahrung kkr Interessen unserks Landss als Einzelstaat, wie als Mit- glied des großen Deutschen Reichs. Wir [eben der frohen, gewissen Zuverficht, daß Sie, meine hochgeehrten Herren„ meine hierauf _ge- richteten Vkstrebungen in dem Sinne mrt gleichem Elfer wärmstens unterstüyen. Für diese außerordentliche Sißungsperiode wexden Ihnen nur zwei Vorlagen unterbreitet, ihrem Wesen nach miteinander verwandt und in ihrer Bedeutung bestimmt, für Gegenwart und Zukunft die Grundsteine dcr Rscbtsficherbeit im Verfaffungsleben zu bildxn, eine geordnete Entwickklung aÜer Ver- hältnisse herbeizuführen, namentlich für die noth-ZÉY Ruhe und Eintracht der Bevölkerung im Lande zu sorgen, UFO“ so mögen Ste denn, meine hochwerebrten Herrkn, in Ihre Beratungen eintreten mit Ernst und frohem Mut, und aus Ihren Verhandlungen erwachse ein dauernder Segen für unser geliebtes Land.
Deutfthe Kolonien.
" Nack) einkm Telegramm aus Windhuk in Deutsch: Südwestafrika ist, wie „W. T. B.“ berichtc't, der Gefreite Ernst Hentschel, geboren am 9. Mai 1882 zu Zedlitz, früher im Leibhusarenregimcnt Nr. 2, am 23. Januar in Klein- Windl)uk an Typhus gestorben. Der Reiter Paul Eckelt, geboren am 17. Juli 1882 zu Nathan, früher im Ulanen: regiment Nr. 13, irt in einem Patrouillengefccbt bei Ankubis am 16. Januar schwer vsrwundet worden. Der Rcitcr Kurt Krüger, geboren am 15. Dezember 1884 zu Berlin, früher im 2. GardedragoncrrcgiMnt, ist am 21. Januar im Lazarett zu Otjimbinde an doppelseitiger Langen: und Brustfellenlzündung gestorben.
Oesterreich-Ungarn.
Im österreichischen Hexrenbause wiedetbolte gestern, wie „W. T. B." berichtet, dcr Minikterpräfidsnt reiberr von „Gautsch seine am Tage zuvvr im Abgeordnetenhause a gegebsne Erklarung und knüpxte daran ken Apel], das Herrenhaus möge ihn in ferner fckweren, verantwortungWr-[len Steklnng seine woleoÜende Unterstüßung leihen. Der Ministerpräfident glaubte auf dic Erfüüung kiefer Bitte um so sicberkr zählen zu können, als das Herrenhaus seine patriotische Geßnnung sjets in einer für das Staatswobl ersprießlichen WLise betätigt habe. Das Haus Wolle überzeugt sein, daß die Regie- rung bemüht sein werde, stels volles Einwernebmen mit dem Herren- hause zu Oflsgen und mit wärmstem Danke jede Förderxxn ihrer wesentlichstcn Aufgabe. die “Sxs1e_11ung des ersehnten politxj en und parlan13ntarischen Friedens, kgrüß-xn werde.
Im Abgeordnetenhause jeilte nach der Verlesung _des Ein- laufs, die auf Verlangen des Abg. Kl ofac im Wortlaut? erfolgte, der Präfident Graf thter mit, das; Von den zu Beginn dieses Sessions- abschnittes Vorhandenen dringlichen Anträgen sämtliche bis auf 14, die von Un T schkcbisch-Radikalen und dcm Abg. Breiter eingebracht seien, zurückgezogen worden seien. Das Haus verhandelte alSdann über den dringlichen Antrag de's Abg. C [) oc, betreffend die Abändcru n g ein es Paragraphen des Webrgeseßes. In der Begründung der Dring- lichkeitseines Antrages erklärte der Abg. Choc, die Tschechisch-Radikalen zögen ihre dringlichen Anträge nicht zurück, Weil die' Wünsche des tschechischen Volkes nicht erfüÜt würden. Die Dringlichkett wurpe abge'lelxnt und sodann ebenso die Dringlichkeit eines zweitkn tschcch1sch-radtka1en An- trages, betreffend die Einführung des allgemeinen, "aleichen, direkten und geheimen Wahlrechts. Als der Prafident um SZ Uhr zum Abbruch der Verhandlungen scbrxiten wollte, wurden lebhafte Yrotesjrufe seitens kerD eutschen laut: .N1cht abbrechen ! Fortberatsn !"
er räfident ersuchtc, einen*dicsbezüglichen Antrag zu stLÜen. Vom Abg. löckner wurde daraus ein Antrag auf Weitkrberatnng gestellt, der mit Überwiegendkr Mebxbeit angenommen wurde._ Das „Haus xäoritt nunmehr zur Verhandlung des driitsn tschechtkch - radlkalen ringlicben Antrages, bejreffend die (Gewalttaten geaenüber den böhmischen Minderheiten in Böhmen. Der Abg.Dr.Baxa begründete eingehend den Antrag. Die Dringlichkeit wurde mit großer Mébrbeit abgelehnt, nachdem der Präßdent dym Abg. Baxa sowohl in seiner Begründungérede alsim SÖlußwortdasWortentzogen Hatte, weil er tryxz wiederholter Ermahnung fich nicht auf die Begxünduna der Dringlichkeit beschränkt hake. Ein um 9:1 Uhr Von dem Abg. Choc gestellt?: Antrag auf Sckoluß rer Sißung wurde mit allen gegen 7 Stimmsn abgklkbnt. Nach knrzcr Beratung wurde dann ein vierter tscbkcbiscb-rakikaler dringlicher Antrag abgelehnt und die Sißung
um 10Y Uhr gsscblcff-sn. Frankreich.
Die Enqué-tekommission über dcn Zwischenfall in
der Nordsee trat gkstern untcr dkm Vor tß de's Admirals
ournier zu einer öffentlichen Sißungzusammcn, über deren lauf „W. T. V.“, wie folgt, berichtet:
Der Akzniral Fournier Verkündete, die Zeugenaussagen würden
in: Franzöfixche übersetzt werden. Der erste Zeuge, rer vernommen
wurde, war der Kapitätf eines englischen Dampfers. Dieser sagte aus, er habe das rns ische Geschwader am Nachmittag des
21. Oktober in der Nord ee bemerkt, und gab eine ausführliche Darlegung der Stellung des Geschwaders an diesern Nach- mittage. Der Admiral. Dubass ow richtete eine Reihe von Fragen an den Jenaer! über die en Ge enstand. Die Sißung wurde darauf bis 3 Uhr acbmittags unléerbro en. In der Nachmittagsfisung sagte der Zeuge B e eching. Verivalter der Fischereigesell1chaft, aus, daß während der Nacht den Fischerbooten die Signale durch rote oder grüne Raketen gegeben worden seien; er setzte auch die Bauart der Boote auseinander. Auf die Frage nach der Zahl der in der Nacht zum 21.0ktober an der Doggerbank anwesenden Fischerboote erwiderte der Zeuge: 46. Auf eine andere Frage sagte er, daß man an Bord wsrer Torpedos, noch sonstiges Kriegömaterial gehabt habe. Auch habe er nie- mals davon gehört, daß Japaner fich auf den Booten befänden, und noch viel Weniger, daß in den dortigen Géwäffern Kriegsschiffe seien. Der rusfische Vertreter Mandelstam fragte hierauf, ob es möglich sei, Torpedoboote mit Fischerbooten, die keine Segel hätten, zu ver- wechseln. Der Zeuge erwiderte, nein, dasseiunmöglich. Barqn Ta ube fragte sodann, ob nicht irgend ein anderes Schiff zu der Fijcherflotiae gestoßen sei. Der Zeuge antwortete, nicht ein einziges. Hierauf fand eine Pause statt. Nach Wiederaufnahme der Sißung wurde der Ver- treter einer HuUer Fisckoereifirma Heers vernymmen. Er sagte aus, daß die Boote seines FMM vorn ein deutliches Firmenzeichen &e- tragen und die vor cbriftSmäßigen Lichter gehabt hätten. r habe die Beladung der überwacht, rs
Boote mit Vorräten
seien weder Kriegswerkzeuge noch KriegSmaterial an Bord gelangt; ebensoWLnig . habe sich irgend _ ein Japaner dort befunden. Hierauf wurde der zweite Fuhrer der Fischer-
flottille VLMVMMM. Er erklärte, daß er gerade den Booten das Signal gegyban babe, die Ne e auSzUWerfen, als er in nördlicher Richtung ein grünes Licht bemerkt abe. Bald dczrauf babe erSchein- werfer und Signale wahrgenommen, die von Krjkgsschiffen gekommen seien, die, vier bis sechs an der Zahl, auf die Flotille loSJefabren seien und den Kurs nach Südwesten gehalten hätten. Die“ Schiffe hätten' alt gemacht, ihre Scheimxverfer aber weiter spielen lassen. lößlich hätten fie gefeuert. Er habe darauf eine grüne Rakete steigen lassep, um_ anzuzeigen, daß die Fischerboote ihre Fahrt nach Ojten fort1ex3ten. Granaten und Kugeln seien rings um das Boot eingeschlagen, auf dem er fich befunden habe, das Deck sei durchlöcbert wordep. Die Fischer seien in die Kabinen gefkücbtet. Er habe dann damrt fortgefabren, grüne Raketen steigen zu lassen, um zu zeigen, daß die Schiffe Fischerboote
seien. Der Zeuge erklärte weiter, es habe Nebel geherrscht, das Meer sei stark [vervegt gewesen. AÜe Lichter seien an- aezündet gewesen, die Laternen hätten gebrannt. Alle
Nachdem das Feuer 5 Minuten gedankrt babe, hätten die ischerboote ihren Kurs geandert und fich in nordöstlicher Richtun ent ernt. Von den Kriegsschiffen sei mit Gewehren und Kanonen geßchoffen worden, die Beschießung habe etwa 20 Minuten gewährt. Auf die Bemerkung eines tussi chen Vertreters, daß zu Bkginn der Beschéeßung kein Schrecken der Fischer bemerkt worden sei, erwiderte der Zeuge, man habe zuexst geglaubt, daß von den KriegLsÖiffen blind geschossen werde. Hierauf wurde die Sixzung geschloffen.
Dic demokratische Linke des Senats hat beschlossen, den bisherigen Ministerpräsidenten Combes zu ihrem Oh- mann zu wählen. -Der sozialistisch:radikale Deputierte B u i s s o n , cincr der Führer der sozialistisch:radikalen Linken der De- putiertenkammer, ist aus dieser Partei UUSgetreten, weil fie den von ihm wiederholt beantragten Protest gegen die An- geber ab elehnt habe.
Me rere hundert sozialistische Studenten und Mit- glieder anderer sozialjstischer Vereine versuchten gestern abend, nach einer aus Anlaß der Vorgänge in St. Petersburg abgehaltene» P ,testversammlung eine Kundgebung vor _der tussi „chen Botschaft zu veran- stalten. Sie wurden jedoch von der Polizei, die mehrere Ver- ha'ftungen vornahm, aus einandergetricben.
Rußland.
Bei dem Minister dss Aeußern Grafen Lambsdorff findet heute, wie dem „W. T. B.“ aus St. Petersbnrg be- richtet wird, die erste Beratung mit den Delegierten statt, die dic italienische Regierung zu Verhandlungen über einen Handelsvertrag entsandt hat. An der eratung nimmt auch der Finanzminister Kokowzow teil.
Ueber die Lage in St. Petersburg liegen folgende Depeschen des „W. T. B.:“ vor:
Die Nacht zu gestern ist in dem Stadtteil Wassili Ostrow wurdcn Schüsse „arbört. Den Petersburger Stadtteil durchzogen die ganze Nacht hjndurck) Patrouillen, die die Passanten an- hielten und ausfragten. Arbeiterhaufen durchzogen bis Mitternacht die Hauptstraßen. Die Läden 1varkn g“stern ge- schlossen, eine Ayzahl Straßen wurden von Patrouillen durch:
ogcn, im allgemeincn zeigte die Stadt aber cin ruhiges Au.:- Zebcn. An den höheren Lehranstalten wurdcnkcichorlesungcn ZLÖÜUNZ- Auf der Newskxwerft erschienen die Arbeiter, um sech" Rehjx ihres Lohnes in Empfang zu nehmen, sis verhielten [ ru rg.
Der Minister des Innern Fürst Swiatopolk:Mirski empfing gestern die Vertreter der St. Petersburg“ Presse, die ihm eine Bittschrift und die Beschlüsse der Konferknz der Redakteure überreichte. Ein Mitglied der Abordnung wies auf die Notwendigkeit der Freiheit der Presse sowie darauf hin, daß die Semstwos zu einem Kongreß einberufen werden müßten. Das sei das einzige Mittel, um die' Gemüter zu beruhigen. Der Minister crwidertc,"er werde die Petition prüfen, aber er könne nicht allein darübcr ent: scheiden, das gébörc auch in das Ressort des Generals Treporv.
In der gestrigen Sißung des Stadtrats stcllte der Stadtverordnete Nabokow im Namen von 16 Stadtverordneten einen Antrag, der lautete:
Die Bekanntgabe der Regiemng bestätigt, was alle Bewohner der Stadt gesehen haben, daß_nämlich am 22. Januar Truppen auf Arbkiter, dre mit einer Bit11chrift an den Kaiser zum Winterpalais gingsn, geschossen haben. Der Stadtrat von St. etersburg ist hierüber aufs höchste empört und erklärt, daß eine so! ?Grausamkeit die Grundstüße der bürgerlichen Ordnung, nämlich die Sicherheit des Lebens, untergräbt, und erachtet es als seine Pflicht, die Geschädigten zu unterstüßen, indem er 25 000 Rubel für dre Verwundeten und die Familien der Getöteten bewiüigt.
Der Vorsitzende Durnowo weigerte sich, den Antrag zur Besprechung zuzulassen. Darauf beantragte der Stadt- vkrordm'tc Baron Ko r ff, 25000 Rbl. für die Ge- schädigten zu bewiUigen, ohne zu erwägen, ob fie schuldig oder unschuldig sejen. Der Antrag xvurde mit roßer Stimmenmehrheit anqenommen. Gleich eittg wurden 200?) Rbl. bewilligt zur Verbesserung der städtjsch Ambu_latoricn und zur Hilfeleistung für Verwundete nn Falle elner Wieder- holung der Ereignisse vom 22. Januar. Ferner wurde das Stadtamt mit der unverzüglichen Bearbeitung der Frage der Einrichtung fchnel1er ärztlicher Hilfe beauftragt, denn am Sonntag Hätten nach Aussage vzm Augenzeugen Verwundete auf den Knien von der Morskaxastraße 1115 zur Kasankirche kriechen müssen.
Fischer hätten auf Deck gearbeitet, die Segel seien beigeseYt gewesen.
ruhig verlaufen, nur
Der Rat des Polytechnischen Instituts hat gefiern folgenden Beschluß gefaßt:
Cin Angehöriger der Gemeinschaft des St. Petersburger Pol tcchmschen Instituts, der Studierende Sawinkin, ist eines g samen Todes gestorben; er ist am 22 Januar im Alexander- garten erschossen wvrden. Sawinkin ist gegen eine unbewaffnete friedliche Menge begangenen Schlächtetei. Der Rat des Instituts ist entrüsiet und niedergedrückt ob der Er- eignisse vom 22. Januar, die bewiesen haben, daß in Rußland das Leben selbst friedlicher Bürger nicht sicher ist, und spricht seine tiefe Entrüstung übst die Maffßnerscbießung aus, von deren Opfern der Studenx Sawinkin eines ist. Der Rat ist der Ansicht, daß unter den gegeanrti en Umständen die Fortführung des Unterrichts durchaus unmögltch st, und beschließt, den Finanzminister von seiner Ansicht zu unterrichten. -
_Die Professoren und Studenten des Polytechnischen Znstttuts sxnd brs zum September beurlaubt, da die Vor- lesungen emgestellt smd. Die Studierenden haben dem Direktor Vertreter gesandt und ihre Solidarität mit dem von dem Rate gefaßten Beschlusse erklärt.
„ Der Bestattung des am Sonntag am Alexandergarten gexotexen Studenten des Polytechnischen nstituts Sa- w1nk1n, wohnten gestern der Direktor des nsjituts Fürst Gagarin, alle Professoren und Studenten und eine etwa 2000 Personen starke Menschenmenge bei. Der Sarg wurde von Studenten getragen. Ein Student der Unioersrtät sprach am Grabe; er sagte:
„Wir begraben unsern Kommiljtonen, dessen unschuldiges Blut durch einen Gewaltakt der autokratijcben Regierang vergoffen wurde. Er ist tot, aber seZn Geist lebt unter uns und fordert uns auf, unaufhörlich zu kämpfen für das Recht, frei zu leben und zu denken.“
In einer gestern im BezirkSgericht abgehaltenen
Sißung erklärte der Verteidiger, er sei infolge der auf- rcgenhen Vorgänge der leßten Tage nicht in der Lage, die Vertetdigujng ruhig und sachgemäß zu führen. Kaum hatte der Verteidiger dies auSgefprochen, als der Obmann der Geschwoxenen slch erhob und namens der Ge1chworenen erklärte, _dlßse seien aus dem gleichen Grunde nicht in der Lage, objektiv Recht zu sprechen. Der Vorsißende hob hierauf die Verhandlung auf. . Der Unterricht in den Gymnasien und Realschulen tst gestexn wieder aufgenommen worden. Der Kurator des Lehrbkztrks machte bekannt, daß es als trifti er Grund für die Vsrsäumnis des Schulbesuchs gelten so e, wenn diese Versäumnis aus Furcht vor den. Unruhen erfolgt sei.
In zwsi Tabakfabriken ist gestern die Arbeit wieder aufgenommen worden.
Heute ist auf den Straßen von St. Petersburg auf Befehl desKaiserséme Bekanntmachung desFinanzminifters und des Generalgouverncurs angeschlagen worden, die, der „St. Petersburger Tele [“.-Agentur“ zufolgx, lautet:
Der ruhige Verlauf des H „entliehen Lebens in St. Petersburg ist
. in den lkßten Tagen durch die Einstellung der Arbeit in den Fabriken
und We'rknätten gestört rvorden. Indem die_Arbeiter zu ihrem offen- baren eigenen Schaden und dem der Arbeitgeber die Arbeit nieder- legten, steüten fie zugleich eine Reih: von Forderungen auf, die gexneinsaxne Beziehungen zwijcben ihnen und den Fabrikantkn betreffen. Dre entstandene Bewxgung nußten schlecbtgefinnte Personen aus, die die Arbeiter als thr Wkrkzeug benußten, und verleiteten die Arbeiterbevölkerung durch betrüFrische und unmögliche Ver- sprecbu'ngen auf einen Jrrpfad. ie Folgen dieser verbrecherischen Agitatwn warkn zahlreiche Störungen der Oxdnung in der Hauptstadt und die in solchen Fäüen unvermeidliche Einmischung der bewaffneten Macht. Diese Erscheinungen find t_ief traurig und rufen Unruhe bewor. Die schlechtgefinnten Perwnen schrecken nicht vor den. Schwierigkeiten zurück, die das Vaterland in der schweren Krtegszeit durchlebt. In ihren Händen erxvies fich das Arbeitexvolk der St. Petxröburger Fabriken und Werkstätten als ein blindes Werkzeug, das fich kerne klare Rechensxhxft darüber gab, daß im Namen der Arbeiter Forderungen gexteUt wurden, die nichts Gemeinsames mit ihren Bedürfnissen haben. Indem die Arbeiter diese Forderungen äußerten und ihre üblichen Beschäftigungen ein- stellten, haben die Arbeiter der St.Petexsburger Fabriken und Werk- stätten auch vergeffen, daß fich'die Regierung ststs ihren Bedürf- njffen gegenüber vorsorglich verwelt, wie fie sich auch_gegenwärtig Verhält und bereit ist, ihre berechtigten Wünsche aufmerksam zu hören und liess, sowÜt möglich, zu erfüllen. Aber zu solcher Tätigkeit braucht die Regierung vor allsm die Wiederberstellung der Ordnung und die Rückkehr der Arbeiter zu ihrer alltäglichen Arbeit. In Zeite'n der Unruhe ist eine ruhige und woblgemeinte Tätigkeit der RegierunK zum Nuyen der Arbeiter undenkbar und eine Er- füllung i rer Fordérungen, wie bercchtigt dieselben sein mögen, kann nicht erfolgen, wenn Unordnung und Widerspenstigkeit herrschen. Dre Arbeiter sollen der Regierung die ihr obliegende Aufgabe der Vzrbsfferung ibkék Lage erleichtern; fie können dies nur auf einem Wc e VoUbringen, indem fie fich Von jenen entfernen, die allein UnruZen nötig haben und denen dsr wahre Nasen der Arbeiter sowie die Wabrcn Jntsreffen unserer Hsimat fremd find und die di : nun als Vorwand zur Hervorrufung von Unruhen gebrauchten, d
nichts mit dem Nußen der Arbeiter zu tun haben. Die Arbeiter sollen zu ihren gewöhnlichen Beschäftigungen zurückkehren, die dem Lande ebenso notwendig find, wie den Arbeitern selbst, die sonst Frausn und Kinder der Not weihen Das Arkeitervolk möge, mdém es zur Axrbejt zurückkehrt, wissen, daß seine Nöte dem Herzen des Kaiyers ebenso nahe stehen, wie die aller ireuen Untertanen. _
_ Mit dem, was der Kaiser unlängst nach seinem persönlichen freten Willen zu befehlen gerubt, daß nämlich an die Bear- bkitung der Frage der ArbeiterverfiHerung berangetreten werden soUe, zu dem Zwecke, fie geqen Invalidität und Krankheit fieber zu stellen _ mit,dieser Maßregel ist die Sorge des Kaisers für das Wohl der Arbeiter nicht erschöpft. Vielmehr geht gleich- zeitig auf VerfüÉung des Kaisers das Ynanzministetium an die Aus- arbeitung liULs eseßes, betreffend die erkürzung rer Arbeitözeit, und an die_Ausarbeitung yon Maßnahmen, die dem arbeitenden Volke die gefeßlicbe Möglichkeit geben werden, über seine Bedürfnisse zu be- raten und sie zum Außdruck zu bringen. _
Mö en auch die Arbeiter in Fabriken, Werk11ätten und anderen gewerbli en Einrichtungen wissen, daß fie, nachdem sie zur Arbeit zurückgekehrt find, darauf rechnen können, daß die Regierung die Un- verleßlichfcjt ihrer Person, ihrer Familien und ihres baußlichen Herdes schüßen ward; die Régierung wird diejenigen, welcbe zu arbeiten wümchen und dazuFereit find, Vor verbrecherischen Anschlägen auf die Freiheit ihrer Arbeit seitens échlecht gestnnter Personen schützen, die die Freiheit laut Verkünden, (: er darunter nur das Recht verstehen, ibre Kameraden, die bereit find, zur friedlichen Arbeit zurück- zukehren, auf dem Wege der Gewalt hieran zu hindern. - -
Aus Moskau vom gestrigen Tage meldet „W. T. B.“: In densStraßen ist es gan ruhig, das Ausstanngebiet dehnt s1ch gber aus. Bei Herstellung der Ordnung in der Pjatnizkaxastraßc fielen einige Schüffe, deren Ur- heber nicht bekannt smd. Die Ausständigen wurden mit Peitschen und blinden Schüssen Yersireut. In den Theatern ist es ruhig aber fie sm nicht se r b- sucht. Dix Straßen sttzß leer, überall smd Patroui en. _ Die Hospitäler haben keme Verwundeten angenommen. _ Die Arbeit ruht in fünfzig Fabriken des eigentlichen
Fabrikenftadtteils mit im ganzen 30000 Arbeitern; in den
eines der Opfer der
übrigen Fabriken wurde weitergearbeiiet. Dies nyurde dad_urch erreicht, daß die Ausständigen verhindert wurkZen, stch nach_d1esen
abriken zu begeben und dort einen Druck auszuuben. Von großeren
abriken ist die Metallfabrik Hübner heute vom Strxtk. be: troffen worden; in den Druckereien herrscht Urzruhe, ty engen davon wurde die Arbeit niedergelegt. Dux ausnändtgen Arbeiter gingen truypweifekdur dre Straßen, dock) kam es, außer in der Pjatnizkaxastra e, “Nicht zu Zusammen: stößen mit den Truppen. _ .Etne Vz'rsammlung von
abrikanten beschloß, an die Negterung em Telegranzm_ zu enden, in dem es heißt, die zur Beratung der gegenwart_1gen Lage versammelten Vertreter der Moskauer Jndufm? baten, daß die Truppen nicht die Waffen 9599". dt? Axbetter an- wendeten, solange leßtere nicht Gewalttattgketten verubten oder plünderten.
Eine Gruppe von Rechtsanwälten stellte bei Gericht den Antrag, die Sißung wegen nicht genügender Ruhe abzubrechen. Dér Antrag wurde abgelehnt. -
Heute früh find, deux „W. T. B.“ zrzfolge,_die Straßen ruhig. Die Zeitungen smd bxs auf drer erschtenexx.
An den Straßenecken von Moskau ist heute ettze Kund- gebung des Stadthauptmanns angeschlagen, Hre besagt:
Unter dem Einfluß von Drohungen Uebelges'mnter set e_in Aus- stand ausgebrochen, daber erachte ker, Stadtbazxptmann es fur ,seine Pflicht, die Arbeitetbsvölkerung davon 111 Kenntms zu seßen, daß zu tbrem Schu e gegen die Aqitatoren entschiedene Maßnahmxn getroffen seien. Die rbeiter, die die Arbkij aufnehmen Wollten, konnten das ohne Gefahr für ihre Sicherbeit tun.
In den Werkstätten der Kursker, Prester, Moszkau- Kasanba n ist die Arbeit eingestellt. Die Wasserleitung, die clektriche Station und die Gasanstalt wxrden durch Polizei und Militär bewacht. Der Versuch exner starken Arbeitergruppe, den Betrieb der (Gasanstalt zu storcn, wurde
vereitelt.
Vierzehn Mitglieder dqs Semstwo des Gouvernements Simbirsk Haben, nach emer Meldung des „W. T. B.“, folgende Nesolutron gefaßt:
Während unseres ganzen Lebens waren wir gezivungen, Siiu- scbweigen zu beobachten und nicht zu sprechen. Jn a_llen'unseren neuen Gedanken sahen die Behörden rote Gesyenster, dte dte Grundlagen des Staats zu zerstören drobterx. Vterztg Jahre [9119 haben wir bestätigt, daß alles gut set; dermaßen find w]: an den Gedanken gewöhnt, das; _ jede andere Aeußerung em _Stgats- verbrechen sein würde. Dieke Haltung des zum SklaVen erntedrrgten
Volkes hat Rußland eine Krifis gebracht. Aus dieser kann man nicht
dur vanative halbe Maßnahmen herausgelangen. Rußland ist auf demchWege zum vollständigen Untergang; kie_ Gefahr „fur daß Vatex- land ist ungeheuer, nicht allein von seiten der auSwartrgen Fetnpe, mit denen wir jest im Kampfe liegen, sondern auch „seitens der tnneren einde, ge en die die Bureaukratie so lange; m.dem Vaterland'e cbädlicher eise gekämpft bat. Die'Gefahr liegt in “dem durcb'dte Bureaukratie geschaffenen Darniederltegen per allgememxn'Entwtcke- lung. Die ru1fische Nation ist künstlich_1n ihrer n_atur11chen Ent- wickelung aufgehalten. Jeder Orgamsmus gerat dem Tode nabe, wenn das Leben fich nicht mehr ragen kann; auch das Dax- niederlkegkn des Landes bringt eine unentrinnbare Gefahr berbxr. Vertreter der Semstwv haben „Gelegenheit erhalten, ehrluF) und frei über die Mißstände m Rußland zu sprechen, _dte Bureaukraten haben jedoch Maßnahmen ergziffßn, um dtese Möglichkeit außzuscbließen. Der Prasident des Sxmbrrsker Semstwo hat beantragt, ein? Adreffe abzuse_nden, gegen die mneren Fernde an- zukämpfen, was nicht zur ZuFtägdxgkeix der Semstwos gehört und hat in keiner Weise von den Mißstanden in Rußland gesprochen_. Unsere Pflicht gegenüber dem Vaterlande und dem Throne zwwgt _uns, dieser Adresse unsere Zustimmung zu vexxagen uyd zu, ech1aren, was uns das Gewissen heißt; der Pra]1dent_ laßt dies 1edoch nicbt zu. Es ist verbrecheriscb, die Auaen gegexmberr dex das Land bedrohenden Gefahr zu Verschließ_en._ Nur gewczbl'te fxexe Vertreter würden Rußland aus der gegenwmngen Lage befreien konnen. Diese Vertreter müßten stets an der EeYeßgebung, der Btzdgetgehabrung und der Kontrolle über die Behörden terlnebmen; sze wurden Rußland und feinem Kaiser eine neue friedliche und rubmre1che Bahn We11en.
Das Semftwo von _Taurten bat, wre „W. T. B.“ berichtet, folgende einstimmrg angenommene Adresse an den Kaiser gesandt:
Majestät! Das Semstwo Von Taurien beglückwünscbt Cure Majestät und dieKaiserin zur Geburt des Tbronfol ers; er ist in eznem schrecklichen Jahre eines grausamen und blutigen rieges unk? eme_m Jahre schwerer Unruhen im Innern geboren. Daßxder Frtede txn Innern Ru lands und an seinen Grenzen kommen_moge, das find die besten Wünfzcbe, die aus russischen Untertqnexx fur den_Tbrcnfolger aussprcchen können. Der Ukas Eurer Majestat pom 25. Dezember gibt uns die Hoffnnung auf den innerxn Fneden, er uberall auf ker Sicherheit des Geseßes, de'r,Gletchbett 911€; Burger, der Freiheit des Gewissens und der Relxgton, dcr Fretbett d'cs Worte?, der Presse, der Vereine und Vers_an1mlungen beruht. Majestat! Ytr find überzeugt, daß die Durchführung Ihrer_ Abficbten und Ihre Unwerlk lichkeit nur möglich find, Wenn fretgexvahlte Veztrexer a„n dxr Geseßgeßung teilnehmen. Wir glauben auxrxchttg, daß dre Emden des Staates und der Nation ein Untervfand fur die machtool1e Ent- wickelung der produktiven Kräfte dcs Landes g:_bt. Wenn Ste Ver- treter der Nation berufen, um an der Eejeßgebung, der Budget- aufsteüuna, ker Kontrolle über die Behörden und der Uebxrwgchuyg der Durchführung der Gesese und der Absichten Euerer Majestat terl- zunebmen, werden Sie aus Rußland eine Vkacht “schaffen, unbefiegbar nach UULLU und im Innern blühend unter dem Lichte des Rechts und der Wa rbeit.
Zn Saratow find gestern, wie „W. _T. B.“ erfahrt, dtc Arbeiter in den Werkstätten der Etsxnbabn m den Ausstand etreten. Der Gouverneur hat ]ede Ansqmmlyng in den Stra en verboten und gegebenenfalls das Eingreifen der bewaffneten Macht angekündjgt. . _
Der allgemeine Ausstand ist gßstern' m Rrga proklamiert worden. Alle Arbeiter haben stch mti denen_m Peteerurg solidarisch erklärt. _ Dte 'zu den Fahnen enz- berufenen Soldaten zertrümme_rten Schetben und Laternen, dze Yolizei machte von der Waffe Gebxauch und _zerstreute dre
uhestörer. Nach allen Richtungen smd Patromllen entsandt.
Zn Reval herrscht, wie die „St. Petersburger Telegr- Agentur“ meldet, ein allgemeiner Axusstand. Gestern abend zog eine große Anzahl ausständiger Arbetter vor das Hausdcs' Gou- verneurs. Auf die Worte, die der (Gouverneur an ste richtete, beruhigte sich die Menge. Es wurden darauf Vertxeter„der ver- schiedenen Gruppen gewählt, um dem Gouverneur dre Wuns_che der Arbeiterschaft vor utragen; diese eherz auf Lohnerhohung, Ack)ksiundentaa un Tettnahme der rbejter an der Abschaßupc? der Arbeit. Im Bureau des GouvexneurY versammelten, sr . FZeichzeitig die Direktoren und_B_ctr1ebsfuk)rer _der Fabrtken,
“ Besprechungen zeitigten befried1gende Ergebmffe.
Spanien.
Schiveiz.
Am 24. und 25. d. M. tagte in Rorschach die internationale Rheinregulieryngsko'mmi'ssron, um über das von der schweizerischen Regxexung tm Emvernehmen mit der österreich1fch:ungarischen Regierung. der Kommtsfion zur Antragstellung überwiesene Sachverstärxdtgengutachten, bk- treffend denDiepolÖSauerRheindurchs11ch,zU bLkUkLN-DßM Gutachten zufolge ist, wie „W. T. BZF meldet, die baldige energische „ZnangrYnabme des Durch1t1chs geboten, dessen
Kosten dle Sa verständigen auf 15100000 eventuell 16130000 r. veranschlagt haben. Der KommtsfionSantrag soll helden egierungen vorgelegt werden.
' Türkei.
Die Untersuchungskommisspn, die nach Dschum- bala emsandt worden war, hat, LWL „W- T- B“ erfährt, konstatiert, daß tatsächlich von türk1sch_en Truppen bet der Vornahme von HauSuntersuchungen Mtßhandlurxgen vozt bulgarischen Ortsinsassen begangen woxden sexey. DLL ursprünglich darüber verbreitetenNachrtchterz hatten s1ch1edoch gls sehr Übertrieben erwiesen, insbesqndere sex unwahr,_daß em TSU der christlichen Bevölkerung mfo!ge dtesex _VorJange nach Bulgarien geflüchtet sei. Die schuldtgen Offtztere 911th vor ein Kriegs ericht gesteklt oder verseßt werden.
Wie as erner „Telegr.-Korr-Zsp.:Bur9au““ erfährt, Hat der Generalinspektor Hilmi Pa1cha eme stxenge _Be- wachunkx des Sees v'on Zenxhsch.6:Varda_r tm thaxet Saloni i angeordnet, um die m drksem Gebxéte Hausenden Banden in Schach zu halten. . _ „
Der „Frankfurter eitung“ mr_d aus ZOJPFÜUTL'UOPU gemeldet, daß die Aknon gegen 1312 Ilusstandrschen m der Yrovinz Yemen täglich einen exnsterxn Charakter annehme,
ußcr neuen Veruärkungen 181211 111 den leßten Tagen 42 FRilitärärzte von Konstantmopel nach Yemen beordert wor en.
Schweden und Nouvegeu.
Wie dem „W. T. B.“ aus Stockholm gemeYdet wird, find am 24. d. M. infolge der Erlaqbnis des K'ai1ers pon Rußland, daß die: ausxewiesepen Ftnnländer m ihre Hetlmat zurückkehren könntén, me rere m Stockholm wohnende Fum- länder nach Finnland zurückgekehrt, darunter Graf Creutz und Advokat (Tastren. -
Asien.
Der General Ssacharow meldet dem Generalstabs unter dem 24. Januar: ._ . , ' .
In der Vorhergehenden Nacht machten rusfi1che ernvtllxge _etne Rekognoßzierung südlich von Schankanww _und' meben dte ]ava- nischen Voxposten zurück, wobei zrret Fabnrtcbe getötet und mehrere Soldatkn getötet oder verWUndet Wurden“. „Um Mitternacht am 23. Januar warf ein kleines Detachemenx m etnem schnellen Angriff die Japaner aus einer Lünette südö1jlich yon Sakevou; Cs rrurda ein Soldat Verwunret. Während der Nacht Versuchten die Japaner zweimal, die Lünette wiedcr zu nehmen, aber ohne Erfolg. .
Das japanische Marinedyparxejnent Hqt, wre das „Ncutersche Bureau“ berichtet, dre. Btldung ernes .Ge- schwaders für einen Spezialdtenst angeordnet. Einzel: heiten find nicht angegeben worden.
Parlamentarische Nachrichten.
Die Schlußbericbte über die estrigen Sißungen_ des Reichstags und des Hauses de_r lbgeordneten befinden sich in der Ersten und “ weiten Beilage.
_ In der heutigen (128) S1ßung des Rezchßtaqs, welcher der Staatssekretär des Innern, StaatSrytmjtYr Dr. Graf von PosadoxvskYWehner, der“ Staats1ekretar des Auswärtigen Amts Dr. erihcrr von N1chtlzofen und der Staatssekretär des Reichsponamts Kra_etke berwobnte'n, nahm vor Eintritt in die Tachordnun zunachst das Wort dßr
Staatssekretär des Innern, „ taatßminister Dr. Gras Von Posadowsky - Wehner: Meme Herren! Auf dle Inter- pellation des Abg. von Normann, betreffend . den ijchu des deutsch-österreicbiscben Handclsvertrach, habe :ck) erklart, 1 würde die Jntexpeüation im Laufe die1_er Woche beantworten. Inzwischen bat fich die Sachlage dadurch geandert, daß gestexn (xbend ker deutsch-östetreicbische Handelsvcrtra v'on der) Beyollmacbttgten der beiden verhandelnden Mächt€_ _unter abkleben tst. Ich „darf an- nehmen, das; der Bundesrat jetye eratup en übkr dte fieben Handelsverträze so beschleunigxn wnd, daß dteiZleen am 1“. Februar dem hohen Hause zugeben werden. Bei dieser Gelegenheit „werden auch alle kte Fragen, die sich auf unsere Handelßvertragspolttjk,be- zieben, wahrseheinlich Gegenstand'der Erörterung sem. _ Ich darf luxk- nach annehmen, daß die JnterpeÜatwn von Normann Vorlaufig erledigt tft.
Darauf wird die zweite Lesung des. Retchsbaushalts- etats für 1905, bei dem Etat der Rc1.chspost- _und Tele: graphcnverwaltung, und zwar bel dcm Tnel „Gehalt des Staatssekretärs“, in V_e_rbmdung mit den Antragen Hiße und Gröber-Etckhoss fortéxeseZt.
Abg. Dove (fr. Vgg): Der A g. rzberger hat gestxrn_dxr Postverwaltung ein hohes Lob gespenxst- Jeb w1Ü dtescs_xnstnxr1e1ts nicbt schmälern, Wenn leick) man muß, daß das Bewußtxem, m der besten der Welten zu eben, nur zu oft das Ruhebext fur alle 1109!) so notwendi en Reformen abgeben myß- So War es in dercleßten Zext unter dem taatssekretär von Stepoan- Jm ggnzen w1ll es mxr scheinen, als ob die Verwaltung andcrswo, z.B.)n der Scbtyxiz, m_tt etwas weniger Bureaukratie auskomuzt und dabet dassx'lbe [LULLT'LUS bei uns. Welche Umständlicbkcit bringen bei uns kre Vorschrtsten über die äußere Form der Briefe, und Pakete mi_t sich!, Es ließe
ch nach der wirtschaftlichen wte nach der soztglpolinschen Se_tte noch manches tun, um aus der deutschen ost exnen Mynxrbetrtcb im höchsten Sinne des Wortes zu machen. ie Soztalpoltttk' 1911 nzan nicht bloß soweit treiben, wie das axttVe Wahlrecht th. Dje Sozral- politik des Herrn Böckler wenigstens „hört im aUgememen Wahlrecht auf, fie will von der Berucksichtigung des rauenelements nichts wi en. Es muß befremdcn, daß dtels'e erten Klagen führen 11 er die zu hohen Bezüge der weib tchen Angesteütep; die Damen werden für ihren höchst ansfrxngenden Dienst wabrlrcb nicht überreicb bezahlt. Der Resolgtton Hive nxegen Er- mäßigung der Telephongebübren fur die Arbetstgcblese timme ich zu, ebenso der Resolutiorz Größer bezugltch d'er fatistiscben Erhebungen und der Verkurzung Yer ArbertSzett. Nicht aber kann ich zustimmen der ersten Forderun dteser Resolution, welche die weitere Einschränkung des Sonntagsbetelldienftes ur_1d der Yaketannabme an den Vorabenden der Sonn- und Festtage_wunfcht.
er Kollege Erzberger scheint fich stexs in der Vermogenölage befunden zu haben, daß es ibm anf emen Tag Verlust bei der
liegt nicht immer schlechthin eine Buuzmelei yok. Will man bret den Unschuldigen nicht mit dem Schuldigen [exden lassen, s? muß ein anderes Außkunftömittel gefunden Werden; mxt der Heraufruckung der Zeit der Auslieferung wird nicht geholfen]. Der Erlaß vom 13. August 1904 gibt selbst den richtigkn Fingerzetg: Sowsit die Abhilfe nicht auf anderem Wege gxbt, muß das Persona! vermehrt ryerden. Schon die Rücksicht auf die mternationalen Verhmdungsn laßt es, nicht zu, das; Einfach die Dauer des Schalterdtenstes verkürzt wtrd. Das Material, daß Herr von Chlapowo-Cblapowski auf den Tisch des Hauses niederaelegt hat, unterstüßt seine BebauptunZZn doch nur in bedingten: Umfang. Wenn auf einer Adreffe zwei amen stehen, deren Beziehung zu einander durch eine p_olnisäpe Angabe exläutert ist, so muß ein solcher Brief zur UWerMHungßstelle; andererseits ist bei Eilbriefen jede Vermeidbare Verzögmxng vom Uebel. Merk- würdig berührt, daß fich auf diesen polni1chen Adreffen eine Art Titelsucht bemerkbar macht, In dieser Beziehung würde die oft einen Kulturfortscbritt machen helfen, der uns bedeutend yon C ina eanernt, wenn fie darauf hinwirkte, daß au_ch bei dem deutschen Brief- aufschriften in den Titulaturxn eine Be1chrankung einträte.
Bei Schluß des Blattes spricht der Rédner weiter.
_ Das Haus der Abgeordnete-n- seßte in der heutigen (126) Sißung, welcher der Minister für Landwirtschaft 2c. von Podbielski beiwohnte, die zweite eratung des: Staats- haushaltsetats für das Rechnungß1ahr1905, und_zwar unächst die Besprechung des Etats der 1andw1rt1chaftlxchen ?Berwaltung bei den einmaligen und außerordent- lichen AUSgaben fort. ' _ _
Zur Förderung der Land- und Forsthrt1chqft m den weft- lichen Provinzen (als sogenamxter Westfond s) smkz 745 000 «M., d. s. 110000 „sé mehr als tm Vor1a§xez zur Forycrung der Land: und Forstwirtschaft in den oytljchen Provinzen (als Ostfon'ds) 1 120000 «46, d. s. 200000 445 mshr als tm Vor- ]ahre, emZefteUt. , _
Abg. ourneau (Zentr.) spricht seine Befrtedxgung darükér aus, daß ker Westfonds erhöht ist; aber auch dtUe Mittel r_eichten bei der Notlage der Landwirtschaft noch nicht (Ws. Namentlxcb_ sei die Provinz Sachsen, die in einzelnen Teilen, wis dem Eichsxeld, gleichfalls bedürktig sei, nicht genügend kedachx. Die _ProvinzialNr- waltung habe eine weitere Crböbyng ihres Melwrattonswnrs ablehnen müssen. um nicht die Provinzialsteuern zu erböben._ _ „ _
Abg. Dr. von Savigny (Zentr.): Der Westsonds stammt aus einer Zeit, in der die Notlage der, Laydwirtschaff nur itz einzelnen Teilen unseres Vaterlankes besmnd; 1eitdem bat fich drs Notlage unter der Herrschaft der Handelswekträge VeraUgemeinert und ver- schärft. Darum müffkn wir beffere Handelswerträge wßnfcben. Aller- dings wird fich die Notlage auch dann noch fortstßen, Weil fie nur allmählich zurückgedrängt werden _kann. DeSbalb genügt disser Fonds noch nicht. Man hätte dafür 10rgen sollxn, daß dsr deutsch- österreichisch-ungarix'cbe HandeYSyertrag, aaf denen Ab1chluß _wir so lange haben wartén müssen, !oxort in_beiden Läpdern Verösssntlicbt worden wäre, “damit die L_a_ndwirt1chaft endlich Weiß, _woran fie ist. Allerdings hat der Weßsonds disßmal eine Erhöhung erfahren, aber das ist doch nur die Einlöxung eines im Vorige" Jahre gegebenem Versvrccbsns. Schon damals hätte? der Fonds erhöht msrden müssen. Bei dsr Vorjäbrigen Etatsberatung haben m_eine Freunde den Antrag gesteÜt, [eistunß'éscwackoen GemeindenBeibils-Zn zur'Wafferkeschaffung zu gewäbrsn. Di€1er Antrag ltsgt zur _ 3th noch 111 _der Kommisfion. Der Redner tritt nament11ch für dje bemere Unterstützung der Rheinvwvinz, bésonderß der Etfel, . ein. Gegenüber der Tatsache, ka Vom Landtage Hunderte Von Miklwnen für die wafferwirtschastlickpe orlage vzrlangt werkamjwürdenxs diese ländlichen Distrikte sebr schmerzlich'empfindenx Wenn tbnen „kern Aus- gleich gsboten würde für die Vortetlc, die anderen Landesteilen durch jene Vorlage zuteil wetden soUen. ' „_ _
Abg. Busch (Zentr.) bedauert, daß der NÖSMUÖL Bauxrnerxm weder von der Landwirtschaftskammer, n_och Von dem Mintsxer eme Unterstüßung erhalten habe. De_r Rbeinikcbe Bauernvsreirx „hatte für ein Bauamt und für eine Vsrmchsstation eine Staatsbetbtlfe wobl verdiknt, und es sei zu Hoffen, daß der Minister einem erneuten An- suchen entsprechen werde. _ , _
Abg. Dr. Becker (Zentr.) bittet dxe Regtérung, namentlich den kleinbäuerlicben BEKB der Rheinvroan aus dem Westfonds zu bedenken,
Ab.; von Strombeck (Zentv) beschwert fich übxr disyaritä- tische Behandlung des Ostens und des Wkstens bei Bereitstküung des Ost- und des Westfonds.
Hierauf nimmt dkr thxter für Landwrrt1chaft M. von Podbielski das Wort. An der werteren Debatqteqbe- teiligen sich bis zum Schluß dss Blattes außer dem Mtnzner noch dieAbgg.vonlee_nburg (fans,), Basnsch:Schmxdt- lein (freikony) und Gerster (Zentr.),
Nr. 4 der .Veröffentlicbungen des Kaiserlichen Gesundbeitßamtß' yom_25. Januar 1905 hat folgenden Inhalt: Personalnackprickptcn. _ Gejundbeitsstand und Gang der Volkskrank- heiten. _ Zeijxveilige Maßregkln gx en Zest. _ DeLgl. gegen Cholera. _ E1krankung€n :e. im englr] kn eere, 1902. _ Gefes- gebung usw. (Dxutsckoes Rsich.) _Leichenbeförrerung auf'dem Seewege. (Preußen.) Nabrunakmittclchemtker. _ (Neg-Bez. Trter.)„ Tyybgs- erkrankungen. _ (Hessen.) Reisekosten der Verxreter Von Kreisweterrpar- ärzten. _ (Ungarn.) Avojbekkrtarif. _ (Jtalten) Gewerkekrankbexten. _ (Schweiz, Kant. Thurgau.) Brunnen- und Wafferkyyxrolle. _ (Belgien.) Anspannen Von Hunden. _ (Ryßlandß' Sußxtoffe. _ Gifte :c. _ (Cuba) Olcomargarin. _ Tter1eychen_tm Deutschen NSU), 15. Januar. _ DeLgl.„ in Ungarn, 4. Vterxelxabr 1904. _ D(Szl. in Frankreich, 3. Viertxljabr1904. __ Yeößktn Biulgarten. _ Rinderpest tn Aegypten. _ Küstxnfiéber mBrtmch-„Oudafrtka. _ Lit- rveilige Maßregeln gan Tterseuckpen._(Deutsches Retcko.) _ Vkrmis tes. (Deutfckpes Retch) “cblachwiekxverx1chcrungSanstgltsn._ _ (Preußen.) Oberschlefifcber Knappschaftsvercm, 1901. _ Epidemmbe Gentckstarrs,
1903. _ (Ungarn.) Jrrenanstalten, 1903. _ (Großbritannixn) Nabrungßmittelfontrolle, 1963, _ (England und Wales.) Sterhltcb- keit :c., 1902. _ (Niederlande. Rotterdam.) Nabrungömrttel-
kontrolle, 1903. _ Geschenklifte. _ Wochcntaheüe über dre Sterbe- fälle in deutschen Ortcn mit 40 000 und mehr Etnwobnkrn. _ DeSgl. in rößeren Städten des Auslandes. _ Crkrankun en in Kranken- bäu ern deutscher Großstädte. _ DeSgl. m„deu„ts en Staßt- und Landbezirken. _ Witterung. _ Beilage:'Gertchtlt e Entfche1dungen auf dem Gebiete der öffentlichen Gesundbettkpfikge ( urpfu1cher, Kur-
pfuscberei).
Kunst und Wissenschaft.
7. .11. Im Hobenzollern-Gewerbebaus stellt Paul Brück neben einer Anzahl von,Gemälden und Litbog'raxbien die Originale zu seinem großen grapbtschen Werk ,Sympbome , das im Grotescben Verlag erschkenen ist, aus., Boy Klinger und angep- scheinlicb auch yon Sascha'Scbnmder tn seinem Ideenkrexse und seiner Außdrucksweise beetnflußt, gelingt es Paul Bruck doch, eigenes herauszuarbeiten und einen besonderen Klang zu finden, der ibm allein gehört., Der Grundgedanke der .Svmpbonie' ist ein faustischer er zelt uns einen Menschen, der durch aUe Tiefen des Lebens Üindurckpge t und fick) s ließlicb aus aller Verzweiflung und Verlorenheit denno in eme ejabunß des Lebens rettet und es wagt, s1ch troß aÜes unkels in das Ye e u steUen und dies zu genießen. Dem gewaltigen Stoff ist der unstler
Der Ministerrat hat, dem „W. T. B.“ zufolge; die sofortige Einberufung der Cortes beschlossen.
Ankunft einer Geldkenduna nicht ankam, aber nicht alle find in derselben günst gen Lage. Auch bei der Paketauflieferung
nicht ganz gewachsen. Besonders da, wo er die Mächte der Finsternis,