_ Reißensiein: Römische Satire. _ Hypercides' Epiigvbios. _ Stilistische Uebungen. _ Henning: Vom jungen Deutschland bis zur (Gegenwart. _ Sckpilier. _ Koeppel: Geschichte der engli] en Literatur im 19. Jabrbundxri. _ Im Seminar: Mitielengiicb, Interpretation des Havelok. _ Jacobstbal: Gsichicbte drr peueren Mufik seit Bach. __ Usbungen in der musikalischen Komposition, _ Leitung des akademiichen Gesangbrrxins. _ Leumann: Sanskrit- Grammatik mit Uebungen. _ Käliräias Schauspiel Mälavikägnimitra, Einführung und WWW. _ Die Hymnen des Rig-Veda, Intxr- prxtalion. _ Y:";li und Prakrii, Grammatik und Lektüre. _ Keil: *Aischylos' Peiier. _ Jm pbilylogischen Seminar: ASconius. _ *Im Philologischen Prosemingr: Jiocrates bilippikos. _ *Im Institut für AitertumSwiffe-isckxast;_Grieckiiscbe alaeograpbie'. _ *Gri€ch1sch€ Kulturgeschichte in Jusgewablten Abicbnitten. _ Meineckex Geicbicbte des Zeitalters der französischen Resolution und der Brfreiurxgskriege. _ Uebungen im Seminar für neuere Geicbicbte. _ Spahn: Deuts ? Geschichte im Zeitaiter der Reformation und der katholicben Restauration. _ Uebungen zur Ecicbichte der neueren ei. _ Baeumker: Ldgik_ Und Einleitung in die Philo- sophie. _ Aesthetische Grundfragen. _ Jm Semiriarz Psycho- logiicbe Uebungen. _ Eating: Nabataiicbe Jnjcbriften. _ Wiegand: Paläograpbie des späterkn Mitxelaliers. _ Landauer: Arabisch, 11. Kursus. Tbrämcr: Griechi/cbe Mythologie. _ Römische Numismatik. _ NlUÜiÖMAU/ÖLÖ Kolloquium. _ Spiegxl- berg: Aegyvtiscb: 1.1114d 11. Kiiriris. _ Kopiiscb: Achmimiicbe und faiumische Texte. _ Arckräologiickoe Uebunget). __ Ludwig: Franiöfiicbe (Hesckyicvtk im 19. Iabrbundcrt. _ Hiiiori'che Uebixngen Jroseminar). _ Polaczek: GZ'ÖZÖTS der Kunst im Eliaß.'_ unstgeschichtlicbe Urbungcn. __ Polizznann: Geschichre Jialiens dom Ausgang dsr Hohenstaufen bis aus Cavour und die politische Einigiing (1250_1870). _ Rudolpb: erreskimre und Welt- verkehr. -- Geographisches Seminar_für Yiisanger. __ Preuner: "Griechische Pridataltcrtümer, _ JArcbaologi]cb-epigrapbiicbe Uebungen. _ Kiencr: Paysiriim und Konzila im 15. Jabrbizndert. _ Streck: Einführung in das Sindimn der “babyioniicko-aiH/vriichen Keiiinschrisien. _ Ueberblick über die babyloniW-amwriickye _itsratur. __Svriiche Grammatik und Lektüre don Brockaimanns ivriscber Cbreiwmatbie. _ Giilot: ])ii rérriiZiUS xiii §)'1Ui)01i§(r16. _Romanixches Seminar. _ Praktischr Kursus fiir Studenten_aller Fakxiltäten. _ Bartoli: Neuiialieniicb für Hörer aiier Faknltaisn, Karius [ und 11. _ Ait- itaiieniscb für Mitglieder des roman. Sciriinars. _ ngrsrrrryra 1137111111111- (161 ZSC. „YYY. "- Ellis Williams, L. A.: Engliicbe Landeskunde. _ )ieuengliicbe Uebungsxi. _ (Yrammaiiicbe Usbungefn für Studenten aiier Fakaitßten. _ Karl “St_atsmann: Theorie und Praxis drs architektoniichkn ercbnens, ncbii Uébungrn im Auf- nehmen ältercr Bauwxxke. ,_ _ _ . 6) Mathematiicbe und naturwrifenjcbaitlrckye Fakul- tät. _ Brnecke: Geologie mit Exkursionen. _ Geologische und aläontologiicbe Uebungen. _. Reize: Llysgewabite„_Kapitel drr Höheren ivntbetiichen Geometrie. _ TÖLOUS der Kruste, die nach Newtons Gesetz wirken (Potentialtbxeorie). _ Uebungen des marbe- matiicbxn Seminars. _ Bücking: Kriitailograpbic. __Uébungrn im Besiimmcn don Mineralien und Gestrinen, gcmcinicbastiicb mit
Brnbns. _ Krisialiongvbiicbe und mineraiogiscbe iiebuygcn für Anfänger. _ Mineralogi/cbe und_pxtrogr,apbi1ch'e Arbeiten iür Vor- geschriitene. _ Goettc: 30510912 1. Tris (Wirbellose Tikré'). _
Zoologische UcbungEn für Aniangßr. _ Leitung von Arbeitsrx S8- iibtsrer im zoologischen Jn/iitiit. _ Becker: S_pbarxjche Astronomir, inSbesondcre in ihrer, Anwendung aus astro- nomisch - geographische" Ortsbestimmmig, mit Uebizngrn. __ Seminaristiscbe 1i€bunzen_ (Kolicqumm). _ Aitronomi/ciye Beobachtungen an den Jmiriimcntsn dcr Sternwaric. _ Gra zu Solms-Laubacb: Grundzügr dsr griamienBotanik. __Demon- iirationen im botaniicbxn Garten. _ Anleitung zu miiro/kopiscben Untersuchungkn für Anfänger. _ Aniéitung zu bota11i1chsn Unter: suchungen für Vorassckyrittenr. _ Schar: Pbarmazeuiückoe Cbemis. _ Geschicbts der Pbarmazie. __ Uebungen und Untersuchungen. im Laboratorium des pbarxnazxutiicben Y_nstituts. _ Pbarmakognostixckoes Zraktikam (in Gemeinicbait mit Roientbal-xr). _ Die ätb€riichen
ele und Kamferarten in pbarmazeut-cbem. Beziehung. _ Weber: Bestimmte Integrale und Einleitung in die Funftionsnibeorie. _ Variationsrecvnung. _ Uebungen des mathematischen Oberseminars. _ Braun: Experimcnialvbvfik, [. Teil (Mechanik, Molekularpbysik, Optik). _ vafikaliscbe Uebungen. _ Uebcr11chtskursus füerediziner. _ Wissenschaftlickpe"Physikalische„Arbeithi. _ Physikalisches Kolloquium. _ Nose: Chemische Technologie der letcbtan Meiaile. _ Repetitorium der analytischen (Zbkmie. _ _Brennstyffe und'Heizung. _ Thiele: Aligcmeine CxpxriinkntaTÖImie, drganiichsr Trii. _ Koiioguium iiber organische Chemic. _ Cberrriichss Praktikum im Univeriitätsiabora- torium für Anfänger und Fortgeicbrittcne. _ Simbn: Metbcdik dcr elemrntaren Aritbmcxik in Vcrbindung mit aigebraiicbsr Analysis. _ Nicbt-Euklidiicbe Geomrtiis. _ Cohn: Tbeoric drr Wärme. _ Be- sprechung neuerer Arbeitsn _aus dem Gsbirt der _tbecrctiichen vafik. _ Döderlein: Uebrr iosirle Säuthiere. _ Oitsolrzisckoc Uebungen. _ Zoologische Erkiirswiien. _ “Foil: vafio'wßic der Pflanxyn. _
Uebungen iin Untersucbcn iind Beiiiinmkn don Pilrnzen. _ Pflanzrn-
(i,“e Exkursionen (in Theoretische Photo- Verbäliniffe am Himmel. Beiprecburg der nxueiten literarischen Er- Stereo: Anfänger und Geübtrrc (in Gemeinicbaft niit Kreutz). _ Brubxs: Prtrograpbie. _ Die nutz-
vbvfioiogiscbe Unteriacbuxizrn. _ Pfianzcnbiologii
Gemeinschaft mit Hannig). _ WislicSnus: metrie mit besondersr Berücksichtigung der _ Pbotogrammctric. __ scheinungen auf astronomiicbem Gcbictc.
chemie. _ Cbemiicbcs Praktikiim iür
_ Erlenmever:
53th Mineralien und Gesicine im Dcntscbcn Reick). __Ueburißen in Bestimmen von Mineralien und Gcsicmsn (gsmemicba'tiirb mi
Italien, Belgien,Ruß Serbien und Oesierreich-Ungarn abgeschlossenen Zusaß- verträge zu den Handels-, Zoll- verträgen mit diesen Staaten und einkommens mit Oesterreich-Ungarn.
Freiherr von Rheinbaben:
boben Hause am Sonnabend sprach, hoben gegen die HandelsVerträge und gcgen die Verbündeten Re- gierungen, Behauptung aufgestellt, es seien die süddeutschen Bauern den osi- elbiscben Junkern geopfert worden; er bat dis Behauptung aufgsstcllt, cinrr Handdoil Leuten würden Millionen an den Hals geworfen; !; es handle fich um eine Aussaugung der Bevölkerung, und die Re- gierungen seien die Helfersbelfer dabei. Ich hätte gern diese, wie ich glaube, Singer sofort richtiggesiellt; allein als er schloß, war die siebente Stunde nabe, es mir, noch die Aufmerksamkeit des Hauses in Anspruch zu nebmen. Ich baite es aber für unerläßlich, diese Ausführungen des Herrn Abg. Singer richtig zu sielien, sprochen gebliebenen Daten nacbber ein agitatoriscber Gebrauch oder _ Mißbmucb im Lande getrieben wird.
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BückinaÉ __".111incraloziicioeErkiirswnen. _ Tornqurit: _AÜ- gemeine 221091: und Berucksichtigung ibrer Anwxndimg aui Löiung
praktiicbsr Fragen. ' ( emeimchaitltcb mii apitel der m odcrnrn
Hergesell: Ausgewählt
B c n eck e). _ ieminariitisckoer
Metcoroiogie in des Raurncs. _ Uebung?
_ Disteli: Annivti'cbe Geometrie
zur anaivtiickosn _ _ Gravbiixbc Uebuann ziir dariirilenkcirGromr'tric. _ stein: Abkiicbe Funktwnrn. _ Riemaniiicbe Flächen (Uebungen
_ Ucbungen rss maibematiicbcn Uni:rs€minars. _ Ucbungrn dss „ Weber und Köbi: Einführung in die neuere cbrmische Literatur. _ Genuß
matbemariscben Oberssminars (gcmcixiscbaftlick) mit
Epstein). _, _ Kreutz: Anlritang zur Unteriurbung der Nabriings-_ und mittel. _ Bereitimg von Moikererprodukten. _ Cbemiicbes Praktika
für Anfänger und Geübterc (in Gemeinicbaft mit Erlenmever). _
en neck: Die pbvükali/cben Grundlagxn der drabtioscn Telegrarbie. _ und Griellicbastsicben im _Tierreicb. _. Aus- Jnicktenbiologie. _ „Hannig: Urberficht
schericb: Stxatsn- gkwäbite Kapitex aus drr _ _ über die wichtigiten cinbrimiichxn Pbgnerqgamcxisamilicn. __Pflanie biologische Exkursionen (gkineinicbastlicb mri Jost). _ Koblichütte Spezielle anorzanifcbe Chemie. _ , Praktische Uebungen und Unteriucbungen m der o_norganifckoen Abieilu des Univerfitäislaboratcrimns (in Gemeinschaft mit Tbiele).
Epstein: Vektorenrecbnung. _ Uebungsn des mathematischen Ober-
seminars (in Gemeinschaft mit Weber und Wellfiein). Bre lau: Darwinismus. _ Das Tisrleben dcs Meeres. _ Wir
Einfü rung in die Theorie der Mondbrweguna. _ Rosenthaler: ' Pbarmakognoimcbes Praktikum (in Gsmcin-
Neue Arzneimittel. _
schaft mit Schär). _ Krause: Ueber einheimische Pßanzen. Straßburg i. E., den 9. Februar 1905.
Der Rektor. Breßlau.
_ Geoiogischs Und valäoniologiicbe Uebungen
Be-
handlung. _ Mktcoroloaiicbi' Arbeiten im mrieorolvgisckyrn Institut.
Gcomciris. _ Darstellende Geometrie 11. Teil. Well-
Praktikum für Gasanaivse. _
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in ihnen Vorgesehenen Erhöhung des SCHULTZ der Landwirticbaét hat man sich meines Erachtens ganz sachlich und leidenschaftslos drei Fragen vvrzulegen: zuerst, ob der Schuß, drn die HandrlsVSrträge dor- seben, in dsr Tat der Landwirtschaft im allgemeinen, insbesondere auch dem mittleren und kleinen Grundbefiv zu gute kommt, zweitens ob dieser Schuß notwendig ist für die deutsche Landwirtschaft und drittens, ob dieser Schuß verträglich ist mit den Jntereffen der übrigen Berufs- stände unseres Vaterlandes.
wie vorher der err Abg. Gotbein die Behauptung artigesielit, daß der erböbte Schuß grundbefiß zugute komme und nicht dem kikineren und mittleren Bcfiß. Ich weise darauf hin, Landwirte, und zwar auch in den Bezirken, Betriebe Vollkommen prävalieren, sich auf genau den entgegengeseßten
Siamdpunkt gesielii baben. Mitte.) Ich weise darauf bin, daß die Landwirtschaftskammern Von
der süddeutschen Staaten einhellig die Notwendigkeit betont baben, der Landwirtschaft einsn erböbten Zoilscbuß angedeihen zu laffen, und
Deutscher Reichstag. 140. Sitzung vom 12. Februar 1905, Nachmittags 1 Uhr. (Bericbt von Wolffs Telegrapbischem Bureau.)
TageSordnung: Fortseßung der ersten Bcratuna der mit and, Rumänien, der S chweiz,
und Schiffahrts- des Viehseuchenüber-
Bevollmächtigter zum BundeSrat, preußischer Finanzminister
Meine .Herren! Der Herr Abg. Singer, der ais leßter aus dem hat sebr schwere Vorwürfe er-
die diese Handelsverträge vorgelegt haben. Er bat die
unrichtigen und irrefübrenden Aeußerungen des Herrn Abg.
und die schuldige Rücksicht auf dieses bobs Haus Verbot
um zu verhüten, daß mit diesen unwider-
Meine Herren, bei der Würdigung der Handelsverträse und der
Was den ersten Punkt betrifft, so hat der Herr Abg. Singer für die Landwirtschaft lediglich dem Groß-
daß die fämtlicben Vertretungen der deutschen wo mittlere und kleinere in der
(Wbt: richtig! rechts und
Westfalen, Von der Rheinprovinz, die [andwirtschaftlichen Vertreiimgen
zwar an.“!) gerade für dsn kleineren 232173, und einstweilen darf ich annebmen, da!"; diese geskßlicben Vertretungen der Landwirtschaft deren Jniereffen und Bsdürfniffe beffer zu beurieilsn Verstehen, als der Herr Abg. Gotbein und der Herr Abg. Singsr. (Sebr richtig! rechts und in dsr Mitte.)
Ich weise fernkr, mrine Herren, auf die sehr eindrucksvollen Reden bin, die bier bei der Beratung ies Zolltarifs die Herren Abg. Dr. Heim und Nißier gehalten haben. Haben diese etwa für die oft- esbischen Junker gekämpft, die auf der linken Seite so sehr verbaßt sind? Haben sie nicht vielmehr iüribre bayerischen Kleinbauern gekämpft und von ihrem Standpunkt aus die Iiotrvrndigkeit eines crböbten Zoll- scbußes betont? (Sehr richtig! rechts.) Ich erinnere ferner an die Rede, die am Sonnabsnd er Herr Abg. Speck gsbalten bat. Auch er bat doch nicht um der schönen ALLJCU der Oiiribier willen die Arena bctreten, sondern für die kleinen bäurrlicben Befißsr in Bayern. Nun, meine Herrsn, babcn beide Rcdner, sowobl der Herr Abg. Gotbein wie dsr Herr Abg. Singer, cinen Haiipicouv zu fechten ge- glaubt, indem fis den beimgegangrncn Fürsten Hobonlobe grgrn eine Aeußerung Von mir, die ich im Abgerrdneienbause gemacht babe, aus-
JS/Pielt haben. Meinc Herren, ich nebmr die Gelegenbsii gern wabr, den Sinn jemr Aeußeruns, die ich im Ab- geordnetcnbause getan babe, klar zu steiler. Jeb babe don
einer Art der Agitation, trie fie damals gcgcn den Zolltarif inizrniert wurde, den Ausdruck „Vergiftsie Waffen“ gcbraucht, und der Herr Abg. Gotbcin bat daraufhin grsagt: ,Das beißt, daf; wir wider bsfferes Wiffen und mit unlauieren Mitteln dieie Politik brkämpfenk Meine Herren, eine derartige Deutung bat mir vollkommen fern ge- legen. Es bat mir donommen fern gelegen, auf eine sachliche Be- kämpfung der Handelsberiräge und auf eine sachliche Bckämviung der Behauptung, daß die Handelsverträge dcn Minen Grundbefißern zu gute kommen, eine derartige Bemerkung anwenden zu wollen. Was ich im Auge gehabt babe, das war dis Agitation, wie sie damals in eineur Teil der iozialdrmokratiickoen
worden durch die Erbedrrngen, die der Herr Graf Posadokay ange- stelit hat und welche ergeben haben, daß schon vielkieinereBefißungm tatsächlich einen Vorteil vom Schuß behaupte namentlich, daß die kleineren Besißungen indirekt einen sehr erheblichen Vorteil an den Preisen der Körner baben; denn die mangel- bafte Rentabilität des Körnerbaus bat die größeren Besitzer geradezu dabin getrieben, fich anderen Gebieten zuzuwenden, namentlich der Pflege tcs Hackfruchibaus und der Viebbaltung, sonders von den größere Befißer gezwungen worden, machen, was allerdings für diesen höchst unerwünscht ist. (Sehr
richtig! rechts.)
des Körnerbaues haben- Ich
welcbe bisher be-
kleineren Besitzern gepflegt wurden. So ifi der dem kleineren Konkurrenz zu
Es fiel mir vor einiger Zeit der .Naiffeisenbote' der Provinz
Heffen-Naffau aus dem Jahre 1900 in die Hände, ein Blatt, das bei
dem anßerordentiicb parzeliierien gegen die Vermutung gefeit ist, ettva die Interessen des
befißes vertreten zu wollen. scbaulicber Weise das auSg-eiübrt, was ick) mir kurz darzulegen erlaubt
Besiß Von Heffen-Nassau gewiß Großgrund- Jn diesem Blatte rvurde in sehr an.
abe, das große indirekte Interesse auch des kleineren Befißers an
der Hebung der Getreidepreise.
Dieser Artikel sagt: _
Alles, was der Landwirt braucht in seiner Wirtfchaft, steigt Von Tag zu Tag, steht jedenfaiis in gar keinem Ver- hältnis zu den Preisen, die er für seine Produkte, besonders sein Getreide erzielt. Wo soll das binaus? fragte sich Groß- nnd Kleinbesiß mit Sorge. Der Bote kebrt sich sonst nicht viel an Poliiik, selbst nicht einmal an die sogenannte Wirtschafts- politik. Er überläßt das den Leuten, die mehr davon verstehen wie er. Abrr manchmal wird man dazu gezwungen. In diesen Tagen sieben wieder die Handelsserträge im Vordergrund des JntercffcS, und die bewußten und unbewußten Gegner des Land- wirts sagrn wieder ihr altes Sprüchlein auf: „Dem Kleinbauer kann ein hoher Frucbtzoii nicht nur einerlei sein, sondern er schadet ihm sogar, denn er muß ja meistens noch Frucht oder Mehl kaufen.“
Wenn man es hört, scheini's einem recht Vernünftig. Und der Bote hat sich in früheren Jahren zwar nicht dadurch imponieren lassen; denn er war stets der Ansicht: „Alles, was Bauer ist. Vom großen Herrn im Landauer bis zum kleinen Hüttner, der 4_5 Morgsn baut, gebbrrn zusammen!“ Und das bai ibm auch das Grnoffenscbaftswesen so lieb gemacbt, weil da zum ersten Male seit Iabrbunderten die Großen und die Kleinen zusammenwirrten. ',Also, imponieren ließ er fich zwar nicbt durch solche Weisheit, abér seine Last batte er doch, um in Vrriamm- lungen solchen Geistern den Widerpart zu baltrn. Da belebrte ibn eines Tages ein ganz cinfacber Kleinbauer, allerdings einer, der nicht von Dummbach, sondsrn aus der intelligenten Hanauer (Gegend war, über die Sache. Es War im Herbst und die Kartoffel- preiie r€cht minimale. Da sagte ihm diescr Kleinbauer: „Ja, das haben uns auch die niedrigen Fruchtzölie gkbracbt" Erstaunt sieht er ibn an: ,Kartoffein babcn doch nichts mit den Getreidezöllen zu tun?“ _ „Aber sebr viel“, sagte er; „sehen Sie, früher, wo sich
der Getreidebau noch rentierte , da bauten die großen Oekonomen bei Hanau und Frankfurt Frucht; aber beute legen sie sich auf den Kartoffklbau und fabren die Ware
nach Frankfurt und Hanau, und wir find aufgrfcbmissen mit unseren Kartoffeln, die wir sonst preiswert los Wurden.“ Also auch dem nicht Getreide bauenden Landwirt schaden die niedrigen Getreideprcisc.
(Sehr richtig! rechts.) Ich sebr Von diesen kikinsten Betrieben ab. Daß ferner die
größeren bäuerlieben Betriebe, ctwa von 5 118. aufwärts, auch in erheblichem Maße Getreide Verkaufen und ein sebr direktes Jntereffe an der Sicigcrung der Getreidrprcise babe", kann, glaube ich, gar nicht in Zweifel gezogen werden. (Sehr ricbtig!) Wir haben solche Be- triebe über 5 112. nicht weniger als 1280000 gleich 23 0/0 aller Betriebe; und zwar machen diese Betriebe _ und das bitte ich zu beachten _ 60 0/0 der gesamten landwirtschaftlixbcn Fläche unseres deutschen Vaterlandes aus.
Abrr dar Schuß der Landwirtschaft deckt sicb durchaus nicht allein mit der Erböbung der Zölle für Getreide. Ick weise darauf bin, daß an dem erböbten Srbuße dss Kohls doch faktisch der kleine Grundbssrßcr, namentlich der rbeiniscbe, allein Jntereffe bat, daß an dem erböbisn Zoll aiif Weinmaische wiederum der kleine ländliche Besitzer alicia Oder überwiegend Jntereffe bai. Von den 344000Wein- baubetrieben mit 126 000 113 Weinbaufläibe baben überhaupt nur 6 0/9 einen Befiß Von über 1 113, alio 4 Morgen. Mithin kommt der Schutz des Weinbaus überwiegend dem kleinen Winzer zugute. Was endlich die Hauptsacke ist: bei der Frage des erhöhten Schußes für unsere Viebzucbt isi der kleinere Besitzer noch erheblich stärker be- teiligt als der Großgrundbefißer. Die Viebiäblung von 1895 ergab, daß von circa 5& Millionen landwirtschaftlicben Betrieben 4700000 Betriebe, also die ganz große Mehrheit, Nußvieb halten und nur 800 000 keines besitzen.
und der verwandtén Preffe getrieben wurd? (Zurufe links), eine Agitation, die dabinging, daß die einzelncn Großgrundbefißer,
wurden und ausgrrecbnrt wurde, wieviel Vorteile sie von dem erböbien Zollschuß hätten, und dann der Staatsregierung vorgeworfen wurde, daß fie diesen wcnigen Großgrundbefiyern zuliebe die ganzr Bevölke- rung ausvovere, wie der beliebté AuLdruck lautet. Duo babe ici) sagen wollen, mehr nicht, und ich erkiäre gern meine Wcriein diesem Sinne.
sogar ein Mitglied dieses bobsn Hauses, prrsönlicb nambaft gemacht *
Nun lassen Sie mich, bitte, in wenigen Worten darlegen, in welcbem Maße der mittlere und kleinere Besitz an der Aufzucht der / einzelnen Tiergattungen teilnimmt. Auf die Betriebe unter 100 113, 5 also auf die mittel- und kleinbäuerlichen Betriebe, entfielen bei Pferden 2700000 Stück, auf den größeren Besitz mit über 100 113 nur 650000. Jeder, der die Verbältniffe in Ostpreußen, Hannover, in den schleswig-bolsteinscbsn Marschen kennt, weiß, wie gerade aus der
Nun, meine Herrrn, babe ich damals schon gesagt, daß don den 5 580000 landwirticbastlicben Betrieben nicht weniger als 5200000 Betriebe nur bis 100 113 umiaffen, und wir im ganzen deutschen Reicbe überhaupt nur 25000 Vesißungen über 100 113 haben, also noch nicht zo/o der ganzen [audwirtschaftlicben Befißungen. Der Herr Abg. Gotbein sagt nun, gegen mich polemisierend, icb bätte be-
den Getreidezölien haben. Ich glaube, er bätte, wenn rr gegen mich polemifierte, meine Aeußerungen gam sinngemäß wiedergeben müsien. Jeb babe im Abgeordnetenhaus: erklärt, daß die mittleren und kleineren Befiizer an einem erböbten Schußxoll für die Landwirtschaft ein erhebliches Interesse haben. Das deckt fich keineswqis mit dem erböbten Schuß des Körnerbaues, ck umfaßt weitere Gebiete, nament- lich die Viehhaltung, auf die ich nachher eingeben werde.
Abgesehen davon, daß die Aeußerung des Fürsien Hohenlohe ge- fallen war bei der Beratung des Antrages Kanis, also auf einem
bauptet, daß diese kleinen Befisungm einen überwiegenden Nuycn von
ganz anderen Gebiete lag, ist ße zum Teil klar- und richriggeftellt ] wollen, ibm verflärkten Scbuß und
Pferdezucht dem kleiubäuerlichen Besser eiue verbältniSmäßig sichere Rente zufioß, die allerdings in den letzten Jahren immer spärlicber geworden ist, seitdem der maffenbafte Import fremder Pferde die ? Pferdezucht im Vaierlande immer mehr unrentabel macht. Also an 1 der Preissteigerung für unsere Pferde hat der bäuerliche Besißer ein ganz hervorragendes Jntereffe; ich glaube, das kann von keiner Seite in Abrede gestellt werden.
1 Noch stärker ist das bei Rindvieb. Die Zählung von 1895 ergab ! einen Bestand von 17 Miiiionen Stück Rindvieb im Deutschen Reich; 1 davon entfielen nicht weniger als 15 Millionen auf den Besiß bis zu
i 100 ha, und nur 2 Millionen auf den Besiß über 100 118. An ; Schweinen wiesen die kleinen Wirtschaften bis zu 100113 13 Millionen ; Stück aui, die Wirtschaften über 100 118 noch nicht 1 Million Stück- “ (Hört! bört !) Jeder, der ländliche Verhältnisse kennt, weiß, welcher
wertvolle Befiv für den kleinen Landmann im Schwein steckt, wie - dringend nötig ck18, wenn wir die Lage des Kleinbesißerl bessern Rentabilität gerade für seine
Schweinezucht angedeihen zu [offen. in der Mitte.)
Meine Herren, ich will Sie nicht mit allzuviel Daten aufhalten; ich glaube, die wenigen, die ich Ihnen vorgeführt babe, beweisen zur Evidenz die Richtigkeit meiner Behauptungen und die Richtigkeit desen, wovon die ganze Vorlage ausgeht: daß der crböbte Schuß unserer Landwirtschaft nicht etwa, wie von sozialdrmokratischer- Seite immer behauptet wird, nur wenigen Großgrundbkfißern zu gute kommt, sondem dern Gros unserer mittleren und kleinbäuerlich2n Befißer in ganz hervorragendem Maße. (Lebhafte Zustimmung.)
Jeb kormne zur zweiten Frage: ist es nötig, unserer Landwirtschaft, insbesondere der mittleren und kleinbäuerlicben, cinen dxrsiärkten Schuß angedeihen zu lassen? Meine Herren, ich babe mich, wie mein ver- ehrter Herr Nachbar Graf Posadorrskv es schon kürzlikb aussprach, aucb Segen die Art der Agitation gewendet, die von einzelnen Seiten für die Erhöhung des landwirtschaftiichen Schußes inszeniert worden ist, und kann diese nach mannigfachen Richtungen bin nur bedauern. Aber, meine Herren, das kann mich nicht von der Erkenntnis abhalten, daß die ganze wirtschaftliche Entwickelung der leßten Jabraebnte zu Gunsten don Handel und Industrie gegangen ist und zu Un- gunsten der Landwirtschaft (sebr richtig! rechts und bei den National- liberalen), und daß, wenn man die Erwerbssiände gegen einander ab- wägt, die Landwirtschaft derjenige Stand ist, der am ersten eines der- ftärkten (?'cbußes, einer erneuten und vermehrten Förderung bedarf. (Sebi: richtig! rechts uud bei den Nationalliberalen.)
Der Herr Reichskanzler hat in seiner einleitenden Rede schon darauf hingewiesen, in welchem Maße die landwirtschaftiicbe Be- völkerung zurückgegangen ist. Er hat darauf hingewiesen, daß im Jabre 1871 noch 64 0/0 der Bevölkerung auf dem Lande wobnten und daß dieser Prozentsaß im Jahre 1900 auf 46 % zurückgegangen ist. Von Verschiedenen Seiten, von der linken Seite ist diese Aufmachung des Herrn Reichskanzlers bemängelt worden, und in der „Freisinnigen Zeitung" war sogar der freundliche Rat gegeben, der Herr Reichs- kdnzier möchte bei drr Reichskanzlei ein besonderes statistisches Amt ei-nricbten, um sich rechtzritig zu informieren und künftigbin nicht wieder so1che Febler zu begeben. Mein: Herren, die Statistik, die der Herr Reichskanzler aufgemacht bat, iii Voiikommen zutreffend. (Widerspruch links.) _ Ick wrrde gleich darauf ant- wortcn. Selbstberständlicb ist jede solche Statistik mit einigen Fehlern behaftet nach oben und nach unten. Die Statistik des Herrn Reichs- kanzlers geht davon aus, daß die Gemeinden unter 2000 Scelen als landwirtschaftlicbe gerechnet werden (Zuruf links) und die Gemrinden über 2000 Seelen als industrielle. Nun ergibt die Erfahrung, meine Herren _ und das ist nicht eine wilikürlicbe Annahme, sondem Von unserem statistischen Burrau festgestellt _ daß die Gemeinden bis 2000 Seelen im aUgcmeinen einsn [andwirtscbaftlickyen Charakter haben, wenn auch naturgemäß in ihnen sich andere Elemente finden. Ist dies also eine gewiffe Fehlerqueiie, so wird fie kompenfixrt da- durch, daß auch Gemeinden über 2000 Seelen nicbt obne Weiteres rein industrielle Germeinden sind, sondern in ihnen auch Landwirtschaftliebe Etriwobner cntbalirn sind. (Sehr richtig! recbts. Widerspruch links.) Wie es Gemeinden unter 2000 Skelen mil teilweis industrieÜem Charakter gibt, so gibt es auch Gemeinden über 2000 Seelen in denxn die [andwirtsÖaftlicben Elemente von erheblicher Bedcuiung Und. Meine Herrkn, in den Motivsn zur Zollvorlage war ferner nachgewiesen, daß die landwirtschafilicbe Bevölkerung im Jahre 1882 noch 42,5 % ausgemacht bat, 1895 auf 35,7 % zurückgegangen war. Man bai daraus den Schluß gezogen, daß der gesamte Zuwircbs von 6? Miütonen Menscbzn in diesen 13 Jahren Von der nichtlandwirt- scioaftlicben Bevölkerung aufgenommrn und die Landwirtschaft darüber binaus F Millionen Köpfe Verloren habe. Diese Berechnung die der Zollvorlage beigegeben war, ist ailerdings von der ,Freismnigen Zeitung“ in dem sorgenannten Artikel mit Recht als nicht ganz zutrcffend beanstandet wordkn, weil die landwirtschaftlickpen Tagelöbner und die Alienieiler im Jahre 1882 zu der Landwirtscbaft zugerechnet waren, im Jahre 1895 yicbi, also die Grundlagen der Berechnungen fich etwas Verschoben batten. Aliein ich will auf diese Dinge nicht näber eingeben. Wer sich dafür interessiert, findet das weitere in einer angczeichnetcn Abbandlunz, die'der deutsche LandWirtscbaftsrat über die Frage Verfaßt bat, und danach kann kein Zweriei sem, daß in der beregten Periode zwar die kleinen landwirt- scbaftlrchen Stellen zugenommen haben, (1er die Zahl der landwirt- scbaftlichen Arbeiter außerordentlich zurückgegangen ist, und daß die Landwirtschaft in dieser Periode etwa 400000 Köpfe einfach Verloren hat. Meine .Herren, wir haben in Preußen die ersten Schritte getan u'm dieser Abnahme der Bevölkerung im Osten entgegenzutreten und eine pianmäßige Befiedelungspolitik einzuleiten. Daher haben wir ?Zéft'mtlt dxesen sBFv-ZlkerungsVerbältniffen im Osten besonders be- a tg, un es m einige Daten 0 a'1 ' bitte, sie Ihnen vorzutragen. s scbl „end, daß ich um Erlaubnis Meine Herren, nach dem Bericht des Ober rä e Ostpreußen 28 Landkreise von 1895 bis 1900 ein? asbsdobrktex beblbuii? erfahren, 28 Landkreise, die große Majorität der Landkreise, und zwar um 42 000 Menschen. Während Ostpreußen nach der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 noch 1502000 Seelen batte, ist die Be- v-öikerung am 1. Dezember 1900 auf 1439000 zurückgegangen also eine absolute Abnahme in 15 Jahren um 63 030 Seelen. Nimmt man den „Geburtenüberschuß über die Sterbefälle hinzu, so haben die Landgemeinden Ostpreußens in 10 Jahren nicht mehr und nicht weniger als F Millionen Menschen verloren. (Höri! hört! rechts.) lind meine Herren, kürzlich ist seitens des deutschen Landwirtschaftsrats eine sebr interessante Statistik veröffentlicht worden über die Abnahme der weiblichen Arbeitskräfte in einem Landkreis, der Mitten in der Monarchie gelegen ist, im Saalekreis, mit gutem Boden ausgestattet mit guten„Verkehrsserbältniffen, der also im ailgemeinen gute land: wirtschaftliche Verhältniss aufweist. Bei dieser Gelegenheit bat fich beraingestellt, daß im Saalekreis 36,7 0/9 der militärpflichtigen Jugend in die' Großstadt abgewandert ist und 38 0/0 der in Halle gemusterten „militarpfiichtigen Jugend vom Lande zugewandert waren _ und daß :;ffeeixem Kreise mit allgemein günstigen landwirtschaftlicben Verhält- Aber, meine Herren, noch mehr als dieser Rück an der Be- Ylkerungsßffer beweist, glaube ich, die Differenzierung zwiscbengStadt und Land binsicht1ich tbrer finanzielien Leistungsfähigkeit, die Notwendigkeit der ndwirtschaft auf diesem Gebiete zu Hilfe zu kommen. Nack) der preußischen Einkommensteuer belief sich das Veranlagungssoll der pbvfiscben Pusonen im Jahre 1904 in den Städten auf 133 Mil-
(Lebbafte Zustimmung rechts und
urid das steuerpflichtige Einkommen betrug in den Städten 6446 Mil- lionen, auf dem platten Lande 2675 Millionen. Aber, meine Herren was am meisten beweist, das ist das Aufkommen pro Kopf der Be: völkerung. Wir haben in Preußen ein durchschnittlicbes Aufkommen an Einkommensteuer pro Kopf der Bevölkerung von 4,98 .“, also rund 5 „46; das steigt in den Städten auf 8,48 ckck und sinkt dagkgen auf dem Lande auf 2,20 _ also auf dem Lande weit unter dem (O_urcbscbniit, in den Städten weit über dem Durchschnitt. Welche Vér- baltmffe „fich dabei entwickelt haben, das lehrt besonders wieder die Statistik für unsere östlichen Landesteile. Während also selbst auf dem Lande das durchschnittliche Aufkommen noch 2,20 betrug sinkt es auf, dem Lande im Regierungsbezirk Königsberg auf 095, aiso iioch nicht 1 „;ck, in Gumbinnen auf 0,85, in Danzig auf 095 und, in Marienwerder sogar auf 0,78 „44 Meine Herren, das sind Bezirke, in denen der kleine und mittlere Landwirt Vollkommen über- wiegtAgegßniLrbexl dem Großgrundbesitz.
. m „e en ichsien aber, muß ich sagen, mu in die er e' stimnien die Verschuldung, die in immer steigendßm Maßse fx TXYZ landlicben Befis zu konstatieren ist. In dcn ländlichen Bezirken Preußens hat im Durchschnitt der Jahre 1886 bis 1891 das Plus an Einiragungen von Hypotheken gegenüber den Löschungen durch- schnrtilicb 146 Millionen Mark im Jahre betragen (hört! hört“) und m „der Periode don1892 bis 1903 ist es sogar gestiegen uiii 326 Millionen im Jahre, also gegen die Vorperiode mehr als der- doppelt worden. In den leisten Jahren (1900 bis 1903) bat das Mehr an Eintragungen gegenüber den Löschungen brtragen 395 Mil- lionexi, 401_Miliionen, 395 und im Jahre 1903 sogar 444 Miilionen. Dabei betragt in Preußen der gesamte Grundsteuerreinerirag nur 409 Mibwnen. Also das Msbr an Hypothekenbelastung Von 444 Millionen übersteigt noch den Grundsteuerreinertrag in Preußen und man kann doch nicbt bsbauptkn, daß dem im aligemeinen eine? entsprechende Wertsteigerung gegenüber stand. Das ist wobl im WLstJZ der Fall, aber keineswegs im Osten.
e ne Herren, ich gebe Übks zur dritten Frage, zur Bkaiitwsri der Frage: ist der erhöhte Zoiischuts, den wir für die Landwirtscklpxxf? vorgesében haben, verträglich mit den Interessen der übrigen Berufs- stande.) Was die Brdeutung ier Handelsverträge für die Industrie betrifft, so ist dies durch den Herrn Staatssekretär Grafen Posadowsky und seinen Unicrstaatssekretär eingehend dargelegt worden, ich kann m1ch also eines näheren Eingebsns hierauf enthalten. Aber ich muß gkgenüber den Ausführungen des Herrn Abg. Singer, daß die Lebens- baltiinzz der grrßen Maffen durch die Handelsberträge in un- ertragltcber Weise Verschlechtcri werde, nochmals die Frage kurz beléuckyten, ob in dsr Tat eine solche Verschlechterung zu brfurcbteri ist. Der Herr Abg. Singer bat dason gesprocbrn, daß durck) die Erböoung des Kornzolis die Nation um 500 Vkiiiionsn Mark be- lastet werde. Das würde doch nur richtig sein, wenn das Inland den erböbten'Kbrnzoii allein zu tragen hätte, eine Annahme, die voll- kommsn trrtg" ist. Ich wiU mich über die schwierige Frage nicht ein- gebend auslaU-Zn, fie hängt von den Marktwerbältnissen nicht nur in
Deutschland, nicht' nur in Rußland, sondern in der ganzen Welt ab,- sie bangt davon ab, ob wir darauf angewiesen sind, rufsiickzes Getrcide zu beziehen, oder ob die Ruffen
untsr Urbernabme des Zciies suchen müffen, ibr Getreide auf unsern Markt zu bringen. Aber wenn man jene Behauptung auf- stellt, dann dürfte man doch die Ergebniffe nicht übersehen, die wir in den Jahren _1888 bis 1891 vor uns gehabt haben, in einer Periode wo dequslUci/uß für das Getreide fast. genau derselbe gewesen ist, wie derjenig'e, den wir jest anstreben. Wären die Folgen so exorbitani und bedenklich, wie der Herr Abg. Singer sagte, hätten diese Folgen auch in dxr Periode von 1888 bis 1891 eintrefen müffen, und ich bedauere, daß der Herr Abg. Bernstein die Behauptung aufgestellt bat, die Getreidepreise wären gestiegen “während sie tatsächlich gesunken sind. Er bat fich,alie:dings aiif das Jahr 1830 bezogen, das _sind aber ganz inkomnienfurable Größen. So gui, wie auf das Jahr 1830, hätte er sich auf die Getreidepreise zur Zeit Karls drs Großen und Dschingis-Cbans beziehen können. Man kann nur gleiche Größen in Parallele stellen und nicht das Jahr 1830 mrt dogkommcn anderen Wirtschaftsformen, obne Verkehrs- Wezze, obne Eisenbahnen mit unseren jeßigen Verhältnissen in Ver- gleich steileri; das führt naturgemäß zu vollkommen irrigen Folgerungen. Stellen wir aber wirklich vergleichbare Größen, d. 1). also die Ent- wickelung .der ießten Jahrzehnte zusammen, und fragen wir uns _ und das ist doch das Thema probanänm: _ bat die ZoUge/efzgebung der Jahre 1888 bis 1891 eine PreiSerböbung des Getreides hervor- ;;ieebrkacxt OY? tnisxix? _ dsil) müffen wir die Frage auf Grund der Vor- 9 11 en ai un 8 n t Verneinen; ' gestiegen, sondern gefallen. 9 die Getretdepreise sind nicht Meine Herren, die Getreidepreise haben betra en 1":
in den Jahren 1871/75 179 „M, und sie sind in de? PefribdéFY/9F also_bauptsachlich in den Jahren, in denen wir einen erhöhter; Zollschuß balken, von 179 „46 auf 143 «ja gefallen, und der Weizen- preis, dsr in den Jahren 1871/75 235 „46 betrug, ist in den Jahren 1886/90 auf 175 „ja gefallen. Also der Fünfmarkzoll bat eine Steigerung der Getreidepreise nicbt mit sich gebracht.
Dazu kommt, meine Herren, daß die Situation in wi e - Yunsten der Landwirtschaft noch weiter boiikommen veriscbbbhenn tblbrYn ist durch das Sinken der Frachten für überseeisches Getreide, ein Punktaauf den früher Herr Graf von Kaniß, glaube ich, mit Recht hingewiesen hat. Die Seefracbten von New York nach Rotterdam und Amsterdam, die im Jahre 1892 noch 14,90 „“ betrugen, sind im Jahre 1902 auf 5,44 „M gefallen. Wenn wir also jeßt der Land- wirtschaft einrn erhöhten Zollscbuß zu geben suchen, so wird da- durch nur daS1enige zum Teil paralysiert, was zu Ungunsten der Land- wirtschaft durch das Sinken der Frachten von Amerika hervorgebracht ist. Wenn wir nunmehr auf Grund des neuen Zolitarifs hoffen können, daß der weitere Sturz des Getreidepreises bintangebalten TirTirTaßdeidn Teitxkcrbes Abibröckeln des Getreidepreises vermieden wird, a ur on e n we " schaft erreicht sein. . sentlicber Fortschritt fur die Landwtrt- Und ich frage weiter, meine Herren; hat in den letzten Jahr- zebnten, und zwar aucb in der Periode, während wir den Fünfmarkzoll hatten, die Lebenshaltung der städtischen Bevölkerung, namentlich auch der Arbeiterklassen, sicb verbessert oder verschlechtert? _ Und da hat der Herr Reichskanzler mit seiner Behauptung doch ganz unzweifelhaft recht, daß die Lebenshaltung der städtischen arbeitenden Klassen sicb bedeutend und konstant gebessert. ch ver-
liouen Mark, auf dem platten Lande nur auf 43 Millionen Mark,
kenne gar nicht, daß es auf dem Gebiete noch viel zu tun und viel
nachzuholen gibt, und icb erkenne namentlich mit errn
Bedürfnis an, die Wobnderbältniffe der ArbeiterH in F?r?mxroxxt? Stadien und den Industrieorten zu bessern, und wir haben in Preußen zrinäcbst einen Gesetzentivurf einer solchen geseßlicben Wohnungsfursorge aufgestellt. Aber im allgemeinen ist festzustellen daß troß' der Zöiie, die wir in den letzten Jabrzzbnien eingefübri haben, einmal unsere Zollbelastung auch noch eine viel geringere ist
als im Auslande und Troß dsr Zölle die L
, , ebes [ der Arbrtier bsbarrlicb gestie'gen ist. Wir babcn M?ptixlnsé weise in Prrußen im Jahre 1892 chfiten der unteren
Klasse don 900 bis 3000 .“ Einkommen 1170 000 ' J'abl dieser Zenfiten ist im Jahre 1904 auf 2261 FZZQZLnsItTrdi dlee stiegen, bat fich also fast Verdoppelt, und während wir im Jab; „ 1892 auf 100 Personen der Gesamtbevölkerung 9,91 Zenfiten batte;e ist diese Zahl im Jahre 1904 auf 14,32 gksiiegen: bor aiiem abe, [)th fich das effektibe Einkommen aus dissen Steuérsiufén Von 900 bis 3000 „FC, das im Jabre1892 19 Millionen bstrug im Jahre 1904 auf 34 Miiiionen gehoben, der bsste Beweis in welcbem Maße immerfort neue Elemente, aus den rintsrn Klamene a'ufsteigen in diejrnigen Kategoricn, die schon.st-3uerpflichti smd, wie, immer neue kieinß Vermögen fich biideri, immer bon neuen? den arbeitenden Klassen Gelegenheit gegeben wird, in die oberen Klasse
die FF Sieurrsbflicbt unisrlicgkn, aufzusteigsn. n,
anz das elbe Ergibt sich aus dcr Sparka en ia ' ' “ '
Herr Rkicbskanzier seiner ini schon hingWicsYn LaZstlxÖi-TULEFTFT besta-nd der deutschen Sparkaffcn betrug im Jabre1903/4 nicht weniger als (229 Miliionen, während er dor 10 Jabren Lkst 3750 MiÜiochm betragesn bat, also in dieser kurzen zebniäbrigrn Periode bat fich der Emlagrbesband der Sparkaffen nabezu Verdoppelt. Zutreffende Berechnung?] uber die Beteiligung der kleineren Einlege'r an diesem Britande [amen sich ja nicht anstellen, weil wir nicht wissen 1n welcbe
Handeii *sich die Einlagsn befinden. Man fcbäizi bcrß 2 hi? 21 Milliarden sich im Befiye der unteren Klasen befinden Die Sparkaffenbücber, obwvbl wir bereits auf jedsn vierten Einwobrisr ein Sparkassenbuch haben, sind ferner in einer steten erfreulichen Zrinabme begriffen, und im Jahre 1903 Wurden mu ansgsgcben 1341263 zuruckgezogen 947 000, sodas; ein Ueberschß an nruen Büchern vori
rund 393 000 Stück Verbleibt. Was schließlich das Ent- scheidende ist für die ganze Art der Lrbensbaltung' ist der Konsum der arbeitenden Klaffkn zurückgegangen . oder nicbt? Es wird in einsm Blatt, das ich vor mir habe, die
Besserung der Lebenshaltung der Arbeiter ausführlich dargelcgt Es wird darauf bingewiesrn, wie die Auswandcrung zurückgcgange'n ist die Geburtenziffer gestiegen ist. An threids wurdrn im Durchschniti der Jahre 1893 bis 1902 auf den Kopf der Bevöikerung 1497 R7 Roggen Verbraucht gcgsn 116,3 in dem 15 jährigen Durcbicbnibi Vorher; beim Weizen betrug der Konsum 89,5 kg gegen 574 bei dcr (Gerste 69,4 ge'gen 51,8, béim Hafer 111,9 gegen 82,6. Ulis, ein er- erfreulicbrs Zricben der ziinebmendcn Woblbabenbeit isi fernsr an- geführt, daß der Konsum des Branntweins zurückgegangen ist daß dagegen in rrfreulicher Weise drr chkerkonsum, der Bierkonsuui und ebenso der Konsum an Kaffee, Kakao, Reis :c. gestiegen ist. Und das alles finden Sir nicht etwa in einem gonsernementalen Blatt nicht etwa in einem konserdatidcn odrr schutzzölineriscben Blatt, iondern in drr „Freisinnigen Zeitung“, einem Blaise, das doch gewiß nicht Ver- dachtig ist, etwa die Jntercffrn des Großgrundbesißes zu fördern.
Meine Herrrn, bei dieser fortwährenden Be - weise der arbeitenden Klasse in den Städten, ineinseseiixkjgbebsxtr eLseTech die“ Dinge übertreiben, wenn der Abgeordnete Gothein dabon spricht, daß die Vorlage der verbündet-Zn Regierungen cine massenmörderiscbé sei, und Wenn er sogar das Wort grbraucbt hat: laß sie betteln gebn, wenn fi? hungrig sind! Wäre das der Fall so wurden die Verbündeten Regierungrn ihrerseits niemals, eine Vorlagederart dem Reichstage gemacht haben. Aber die Notwendig- keit, un/erc Landwirtschaft einen erböbiixn Srhuß zu geben, ist nach dem,"wirs ich dargelegt babe, sehr wohl vereinbart mit den Interessen der ubrigen Stände. (Sehr richtig! rechts.)
Wenn ich mich nun frags wvber es kommt ' | ' , , . , , daß die So [- demokratie, mit dieser Lerdenscbaftlickpkeit dsn mäßigen Schuß, denzibir der Landwirischaft geben wollen, bekämpft, so kann ?ck die Antwort nur in politischen Riicksicbten findkn. Die Sozialdsmokratic? will ja doch aus diesem rrd11chen Jammrriäi ein Paradies machrn und hat es doch angrbltcb auf ihre Fahne gsscbricben, namentlich drn keinen und kleinsten Mann zu scbüysn. Wie ist es nun mit diesrr Tendenz vereinbar, daß die Sozialdemokratie fich über die Lebens- bedurfn'isse drr klemen baueriickyrn Brüser einfack) binwegseßt, das; sie sich weiter bmwegseßt über Millionen landwirtschaftlickper Arbeiter, die, wie Herr Graf Von Posadowsky mit Recht ausgeführt bat, doch lrdiglich aus einer Erhöhung der Produktivität der Landwirtschaft eme Steigerungnder Löhne und eine Verbesserung der ganzen Lebens- lage erwarten konnen“? Wäre wirklich die Sozialdemokratir diejenige Instanz„ die alle Ndilage auf der Erde zu beseitigen willens und im- siande isi, so mußte sie für diesen erhöhten Schutz des kleinrn landlichen Vefißers und des landwirtschaftlicben Tagelöhners eintreten. (Sehr richtig! rrcbts.) ' Wenn sie es nicht tut, meine Herren, so ist der Grund der, daß die Sozialdemokratie sehr wohl weiß, daß die“ deutsche Landwirtschaft und der deutsche Bauer das stärkste Bollwerk gegen die Fladen der Sozialdemokratie sind. (Brabo! rechts.) Des- wegen sucht sie dieses Bollwerk zu unterminieren. Wir aber müsssn doppelt bestrebt srm, es zu erhalten und zu verstärkcn; denn Deutsch- land wird sein mit feinem deutschen Bauernsiand, oder es wird nicht sein, und wer die deutschen Bauern schützt, schüßt desbalb zugleich die Lebensiniereffen unseres Vaterlandes. (Lebhaftes Bravo rechts.) Abg. Nißler (d. kons.): Mit solchen Redensarten wie wi Ye von den Herren Singer und Gothein gehört haben, sind di: ragen, dix hier zur (Entscheidung sieben, nicht zu [6 en. Alles, was die Herren uns vorgetragen haben, bewies nur, daß sie Feinde der deutschen Landwirtschaft sind. Bei den Handelsverträgen trifft das Wort .Was lange währt, wird gut!“ nur sehr bedingt zu. 1Fewi rvar uber Tausende von Positionen zu verhandeln; aber e eiäierung verfugt doch auch über sehr zahlreiche ilfskräfte. edenfa s können wir vi)" unserem klein - landwirtcbaftlicben tandpunkje aus die Vertrage nicht als Völlig brfriedigend erklären. Die Unterscheidung der Futter- und Braugersté, wozu, wie mir gesagt wird, vom Zentrum die Anregung ausgegangen sein soll, und wo Tmcb wohl die Großbrauer dahinter stecken, bedeutet für den bayerischen Bauernsiand eine sehr starke Schadigung. Die Gewichtsgrenze von 65 kg geht viel zu weit. Die bayerischen Gersteproduzentcn werden
unter dem neuen Verhältns schlimmer daran sein, ls v Graf von Posadows und raf von eilivscb haben “uns 'Trbbié
strengste Kontrolle ver prochen; es muß (: erdings das strengste
ugen-