1858 / 39 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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fort in die Einbringun einer Via, welche die Abänderung des jeßigen Systems bezwecke, gewi igt haben, wenn die Compagnie der Unterdrückung der Meuterei auch nur das gerin ste Hinderni in den We gelegt hätte. Er fürchte, daß jetzt, wo der Au stand noch n cht unterdrü 1 sei und eine Reform-Bill bevorsteht, cine indische Bin nicht die genügende" Beachtung finden werde. Lord Abinger erblickt dcn Hauptgrund der Meuterei des bengalischcn Heeres in der Einverleibung von Audh. Der Carl von Derby rügte es als eine Unhoflichkeit gegen die Direktoren der Ost- indischcn Gesellschaft, daß die Regierung ste nicht von der Beschaffenheit der bcabßchtigten Bill in Kenntniß geseyt habe, und verdammt es als eine sclbßmörderische Fxolitik, wenn man, che der Aufsßand- unterdrückt sei, neue Geseke in Votre der Verwaltuuq Indiens crla c.

In der Unterhaus-Sisung fragte Laurie, was für Schritte man er reifen werde, um der großen Sterblichkeit, die im englis en Heere, namentltch aber unter der Garde-Jnfanterie. herrsche, abzuhelen. Aus dem Berichte der zur Unterjuchung dieses Gegenstandes ernannten Kom- misswn gehe hervor, daß zwei Drittel der Todesfälle im Heere ihren Grund in dcr Ucbcrfüllung der Kasernen hätten. Lord Palmerston cntgeqncte, der Aufmerksamkeit des Kriegs-Ministcrs sei der erwähnte Uebekstand nicht entgangen, und eben desyalb habe er die Ernennung dcr UntersuchungS-Kommission angerathcn. Der sehr tverthvolle Bericht der Kommission Werde dem Hause nächstens vorgelegt'Werdcn. Er sei erst seit so kurzer Zeit in den Händen der Regixrung, daß diese fich noch nicht zu bestimmten Schritten hgbe entschließen können, Doch sei die Sache zu wichtig, als daß man sie lange unbeachtet liegen lassen könnte. Lord J. Russell eigte an, er Werde am folgenden Tage den ersten Lord des Schases Eragon, ob er envas dagegen habe, dem Hause die

nstructionen vorzulegen, Welche Lord Elgin Vor seiner Abreise nach

hina ertheilt Worden, so wie die Bepingungen, Welche dem chinefischen Kommissar vorgeschlagen und von dicjcm verworfe11worden seien. Ein Antrag Sir J. Pakington's, Ihre Majestät in einer Arrest zu bitten, fie möge eine Kommission ernennen, deren Aufgabe es sei. zu prüfen, ob das gegenwzärtige System des V olfßuntcrrichts in Eng- land seinem Zwecke entspreche, tvurde mit 110 gegen 40 Stimmen ange- nommen. -- 13. Februar. Die Einkünfte der Ostindischen Compagnie für die ersten acht Monate des Jahres smd aus 5,1560-23 Pfd. veranschlagt, die Ausgaben auf 4,290065 Pfd., dcr Ueberschuß mithin auf 859,958 Psd. Die AusZaben für das am 30. Apnl ablaufende Verwaltungsjahr berechnet man auf 11.168,026 Pfd.; davon fallen auf Eisenbahn-Bauten 2,5„11,093 Pfd.; Rückzahlungen an die Regierung 1,403,480 Pfd.; tn England zahlbare Jahr- gehälter 1,474,711Pfd.; Vorräthe und Transportdicnft 1,090,442 Pfd.; Anleihe bei der Bank, 'am 1. Oktober des Jahres zurück- zuzahlen, 1„000,()00 Pfd.; Dtvrdcndcn mzd Jr1te1esse11980,000 Pfd.; einzulösende Bonds 653,300 Pfd. Die Aktiva find: 2,500,000 Pfd. oon indischen Eisenbahnen; 120,000 Pfd.,von der Regierung; 120,000 Pfd. Wechsel, Dteses alles macytnnt der in Händen be- findlichen Bilanz ungefähr 3,559,958 Psd. Es bliebe somit ein Dkfizit von 7,586,068 Pfd., n;)elches durch die neue Anleihe von 10 Mill. Pfd. gedeckt tverden soll.

In der gestrigen Unterh auß- S'ißun-g bemerkte Lodeohn Ru ssell: Da wir gegenwärtig in Fcindsxbgkcttcn mu China begriffen sind, so halte ich es nicht sfür unpassend, daß das Haus von den Gründen derselben in Kenntnis; geeßt Werde. Dem Vernehmen nach sollte Lord Elgin der chinefischen Regierung gewiffe Benguygm vorsch1agc11, und im Falle dicse verworfen würden, sollten die Ferndstlxgkxtten bcgmnen. Hat die Regie- rung etwas dagegen. die dem Lord ElgmkertsbeiltefqJnftructjomn vorzu- legen? Sir C. Wood: Es ist ganz regoclwxdrtg, dteje Jnstruxtionen schon jest mitzutbeilen. Sobald tmr jedoch die Antwort der chinesijchen Behör- den auf die Forderungen uyseres Bevollmächtzgten erhalten haben, wer- den alle dieje Papiere aus den Tftscb des I)auses niedergelegt werden. Lord „Manners: Ist noch kerne Antwort auf das Ultimatum un- seres evollmächtigtcn eingetroffen? Lord Palmerüon: Wir haben von Lord Elgin eine Abschrift der Note erhalten, welche er an Ye!) ge- langen ließ. Lord Elgin hatte die Antwort Yeh's empfangen, allein es War nicht Zeit genug vorhanden, ste vor'Ahgang der Post ganz zu über- s exen. Den Wesentlichen Inhalt haben Wu- ]edoch in Händen. Die auf Re- form des Gemeinderatbs der City von London bezügliche Bill wurde zum zweiten Mal verlesen. Lord Palmerston erhob fich hierauf und bat um die Erlaubniß zur Einbringung eiycr Bill, Welche den Zweck hat, die Regierung Indiens von der okttndijchen Gesellschaft auf die Krone zu übertragen. Er bringe die en Gejegentwmf, bemerkte er, keines- wegs aus Feindseligkeit egen die Compagnie xin. Er lege derselben kein Vergehen zur Last, no?) one er irgend emen'Tadel oder eine Rüge gegen „sie auSsprechen, Die ostindische Compasxnc habe vielmehr dem mzter cker Obhut stehenden Lande und Volke große Wohlthaten erwiesen. Dte polrmche Gewalt, deren fie sich erfreut habe, jej ihr nicht auf einmal verliehep worden, Sie habe fich im Gegentheil aUmälig und zufällig auß kletnm Anfängen entwickelt. Aus Faktoreien seien Distrikte und aus D1strzkten große Provinzen geworden. Seitdem ihr jedoch ihre Handelsk Prwtlegicn entzygen worden, sei die Compagnie im Ver leich mit dem. was ße fruher Wax“. zu einem bloßen Phantom herabchmken und Y emer Agentur der bxßnschen Regierung geWorden, ohne jedoch dem

grlamcqte verantwortlich zu sein oder in unmittelbarer Verbindung unt Judten zu stehen. Dte aus dem Kontrol-Büreau und dem Di- "keftortunx bestehende Ooppel-Regierung habe ihre offenbarcn Nachtbcile. Wenn eme Mgcht ch andere kontrolire, so könne das allerdingssehr wohlthätige Wtrkzmgen haben. Allein das System der gegenseitiqen Kon- trole lasse fich m dem Grade vervielfältigen, daß zuleßt alle T'häti keit gelähmt werde, und er halte es für wünschenswerth. eine so chwerfä 1 e Maschmerie auch der Form nach auf das zu rcduziren, w'as Jie in Wir - ltchkeit sei, und die volle Autorität dahin zu legen, wo nach dem Urtheile

des Publßkums die volle VerantWortlichkeit ru en musée. Die Bill werde fich auf eme Abänderung in der Verwaltung, ko weit ieselbc von England auSgehe, beschränken. ohne in den indischen Einrichtun en Neuerungen vorzunehmen. Sie bcstrebe sgh, so Wenig wie möglich Aen erungen vorzu- nehmen, msofern dj_„eses nämlxch mit dem großen " weckt, den e im Auge habe„verträglich sn. Dieser Zweck bestehe in der rrichtunq efner verant- nzortltchxn Regierung für Indien, in ähnlicher Weise, wie eine solche sehon fux dic ybngen Kronländer beßehe. Er [Klage vor, daß die unctionen des Drrcktortums un.d dcr stimmberechtigten ctionaire (Court 0 director: xml (Jourt ok l'royrxetora) erlöschen und an ihrer SXeUe ein Präfidcnt und eme Natthannner für die indischen Angelegenheiten ernannt iverde. Der Präfident toUe_ ein Mitglied des Kabinets sein; die Nätbe, acht än der Zahl werde die Regierung ernennen, und dieselben würde achtJahrcn im “Amte, dlcrben. Der Entjchcid des Präsidenten, der als Organ der Re kerung zu betrachten wäre,. würde endgültig sein. Wenn jedoch die Näf e anderer Aqnficht, als er, 1eren, sq hätten sie das Recht, ihre Meinung protokollarisch :xtederzulcgen. 213918 s1ch um die indischen Revenüen handle, solle es, um cr:1etx_Beschluß gulng zy machen, nöthig “ein, daß vier Räthe auf Seiten des Prändcptetx nchen. Ole Rathskammer Zone ermächti 1 sein, ihre Arbeiten u-nter dle em cinen Mttglicdcr zu Verweilen. Der Yräßdent werde den Man

cmes Staatséccretairs haben, und das jährli e chalt eines Natbes so e 1000 Pfd. betragen. In Bezug auf alle gcgenw rtig von den Lokal-Vehörden 111 3:32th auSgchcn__den Ernmnquen solle das Gleiche auch in “Zukunft der Jau jem. Oer Präytdent solle besagt sein, einen Secretair zu erörnncn der Un Uuterhause fiycn könne, die Räthe jedoch sollten nicht im Parlnsment Wen dürfen. Die Gegner der beabsichtigten Neuerung hätten fich häufig auf daß S_tellenvergebuygsrcchtberufen, als auf etwas, das'aus konstitutioncslen thckstchten gegen eme _System-Acnderung s _rcche. Die lokalen Anstellungen Wurden der 2811] gemäß nach wie vor in ** udien erfolgen. Ferner werde der Oeneral-Gouvcrncux die Mitglieder der lokalen Natbskammcr er- nennen. In Bezug auf andere Stellen gelte das rinzip der freien Wettbewcrdung; dre Vergebung der Kadettenßellen ei bisher zwischen dem Otrektorium und dem Kontrol-Büreau gctheilt gewesen. Hinfort solle_s1e dem Präfidentcn und der ihm zur Seite stehenden Rathskammcr anheszallen. Em Thßil diescr Stcücn Werde “den Söhnen indischer Ofsqtcrc vorbehglten blcxben. Das Stellenbergebungsrccht der Reqieknnq werde daher teme Ausvedn'ung erleiden, Welche in konstitutioneüer Br*" ztehung a'uch_ nur den germgjten Argwohn oder Anstoß erregen könnte. Da der Prästdetzt und du: Jtathskammcr dic Vollmachtrn dcs cjegenwärti

pcstehenden gehctmen AUZschuseö besißcn würden, so ver üg: d*te Bill, da

xn chn Fällen, wo der Befehl zur Eröffncmg von Feindseligkeiten in Jndtcn er che, persclbe dem Parlament binneanonatsfrist mitqctheilt tveydcn e. Ote'Revenüen Indiens würden natürlich einzig uns aUein zu Zwecken h_er indjschcn Regierung verwandt werden, man werde Audi- toxen zur Prufung der AuSgabcn ernennen, und das Ergebnis; ihrer Ar- betten Werde pem Paxlament vorgelegt Werden. Die vorgeschlagene Rc- form werde xncht allem die Macht Englands in Indien stärken, sondern azxch d1e Regierung besser in Stand sehen, ihre Pflichten gegen das in- d11che Volk zu xrsüüen. Thomas Baring beantragte als Amcndcment folgende Resolution; „Es ist gegenwärtig nicht ratbkam, ein die Regie- rung Jnkziens. bctreffcndcö Gesch zu crlasycn.“ Sir E. Terry sprach mit Wärme fur die Bill. Das Onektorium, bemerkt er, ei jest ein bloßes (,.-[mx mortuuxn, und das.Kvntrol - Bureau entziehe sich der Verantwort- 11chkc1t. Milnes sah fejnen Grund, weshalb eben die Männer, 1ve1che nu Jahre 1853 die mdtsche Ooppclrcgierung unterstügten, dieselbe jetzt bekßmpsen. Daß Indien unter dem Despotismus eines Kabinets-Minifters bcncr sahxen werde, als gxgenlvärtig, müsse er stark bezweifeln. Ayrton nnz) (Jex GchaykanzZer jprachen für die Aufhebung der Herrschaft der Zsnxwtzchen Compagme. Auf Antrag Noebuck's Wurde die Debatte cr ag .

Frankreich. PKW's, 12. Februar, Der Entwurf zu dem Represfiv-Gesese xst nut den im geseggcvcnden Körper vorge- sxhlagenxn Ymendements zurück an den Staatsrath gegangen. Das Hauptziel dieser eränderungen ist darauf gerichtet, dem Geseye _emen blos ;_ettxvetltgen Charakter zu verleihen. Graf Moray hat m den Au81chussen mit großem Nachdrucke von dem Glück 2Fe-

sprochen, welches dem geseygebendcn Körper geworden, durch

nahme des Represfiv-Geseyes dem Kaiser einen neuen Vertrauens-“

Beweis zu ertheilerx. Die betreffenden Umendements zu dem Ent- wurf? lauten:, Artikel 3. Jeder, der, ohne gesehlieb bevollmächtigt zu sem, fabrxzxrt hat oder fabriziren läßt, verkauft oder vertheilt: 1) Mordmasahmen, „L) KnaUpulver u. s. 11). Art. 8 (Vollständig neu). Dt'e der Regterung durch Art. 5, 6 und 7 des obigen (55e- seycs bennlligten Vollmachten hören am 31. März 1865 wieder auf, wofernjfie mcht vor jener Zeit-Epoche erneuert worden smd Art. 10 (gle'tcyfaUZ neu). Die durch Art. 5, 6 und 7 gestatteten Maßregeln für dre aUgemeine Sicherheit sollen durch den Minister des Innern ayf Gutachten des Präfekten des Departements, des paselbst befehngenden Generals und des kaiserlichen Pxokurators m den Hauptortcn, wo kein kaiserlicher Hof seinen Six; hat, ge- troffen wcrden,“_

Der Polizet-Präfckt hat eine neue besondere Maßregel zur Ueberwachung dxr Hotels Garnies angeordnet. , Dcr „Monttcur“ meldet, die neue Organisation der Bäckerei tm Seme-chartement habe die pflichtmäßige Reserve-Verprovianti- rung auf 390000 Säcke zu 157 Kilogr. gebracht; der Ueberfiuß- S'petcher „konne ]cdoch nur 80,000 Säcke fassen, und die Bäcker d'urfiÉn s:;xhtßüber YYY) féäcke im quse behalten; es sei deshalb cm u u zur e a an von » ei ern ür die über ü 1 en 222,000 Säcke ernannt wordetJ. p ck f fi ssg

Der Prediger Pater Ravignan ist heute Morgens gestorben

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-- 13. ebruar. Der heutige „Monitcur“ bringt an der Späße seineanichtamtlichen Theils-einen dqs Represfiv-Gescs be- treffenden ausführlichen Artikel, worxn es heißt: , '

„Die neuerdings von der Regterung zur Verthetdtgung und Befestigung unserer Institutionen gejtroffenerx Maßregeln _waren seit geraumer Zeit im (Heiße Sr. Ma1estat beschlossßn. Das Vor- handensein, die Organisation, die Komplottßder Femde der gefeu- s aftlichen Ordnung konnten von der Regterung „111chtunbe1perkt beiben. Ihre erste Pflicht war, s1ch der V'erwrrkltchung zhrer Plane zu widerseyen, und es-war beschlossen, dteselbe ohne Lejden- schaft, wie ohne Schwäche, zu vollfuhrep. Der Mordanfali des 14. Januar war nicht dazu geeignet, dte Regierung d_avon abzu- lenken. Dieses Verbrechen hat die von der Klughen exngegebcnen Maßre, eln weder. hervorgerufen, noch verschärft; aber nxchtß konnte deren ringlichk-cit besser darthun und deren Noth-wendtgkett recht- fertigen. Es galt einerseits, im Voraus dafür zt) sorgen, daß Frankreich nicht überraszht werde, andererseits aber, dxe zum“Schuye der öffentlichen Sicherheit bestehenden Geseke„zu_verVo.Uf1andtge1n. Dies ist der Gegenstand der Botschaft, worin dae-Regentz11_deßgmrt wird, so wie des Dekretes, das den Geheimen Rath etn-jeyt, und des Gefeyentwurfes über die allgemäne Sicherheit, wonnt der ge- seßgebende Körper beschäftigt ist. . .

„Der Geseßenttvurf hat cinzxg und allem dyn Zweck, der Re- gierung und dem Richterstande die Mittel an dre Hand zu geben, dieser versteckten Revolutionaire habhaft zu Werden. Bevor der Entwurf bekannt war, hatten diejenigen, welche Ursache haben, denselben zu fürchten, daraus ein Schrcckbild für das Vany. machen WoUen. Es handelte sch ihrem Vorgehen nach um, mchts als Willkür und InquisMon. Seitdem derselbe veröffentlxcht 1vorhen, hat Jeder sub überzeugen können, daß die Regierung mehr Mmger beantragen konnte, wofern se nicht vo11fich.selber abfgllcn und ihrer ersten Pflicht gegen die Gesellschaft uuemgxderyk sem wollte. Die neuen Maßregeln find einzig und allein aus “eme klar und bestimmt bezeichnete Klasse von Schuldigeq berechnet. Zu der strengen Ueberwachung, deren Gegenstand ste überall smd, nzußte das (Hesex; ein Strafmaß fügen, welches, während es den'chden der öffentlichen Ruhe über die Folgen ihrer Hajjdlung§11 dxc Augen öffnete und ihnen eine heilsame Furcht einflößte, zugleich die ehren- werthen Leute beruhigte. -

„Die besten Gcscße erhalten jedoch ihre eigentliche Bedeutung erst durch die Art ihrer Anwendung. Das in Rede stehxnde wixd mit Festigkeit in Anwendung gebracht werden, ohye daß ]Ydoch dle Regierung von ihrem Wege der Mäßigung abtrrt. „Dze Wahl des neuen Ministch des Innern Weist kcineschs 'auf eme Ver- änderung in dcr Politik des Kaisers hin. Se. Maxstät hgt das Recht, wie se die Pflicht hat, an die Epixze dcr vcrschtedenxn Zivcige der politischen Verwaltung diejenigen zu stellen, wclche ste, je nach den Verhältnissen, für die Bcfähigtsten hält, fich auf diesem Posten nüßlich zu machen. .

„Um die neuen Bürgschaften der Ordnung und der Stätigkcit zu vervoüständigcn, ist Frankreich in fünf grvße Militair-Befchlö- haberschaften eingctheilt und find dieselbenxunbeugsamen und er- gebenen IITarfchällen anvertraut worden, dkren ruymvolle Dienste die Autorität noch in den Augen der Armee und der Bevölkerun- gen crlxöhcn.

„Dios isleiu Gcsammt-Vild dcr Maßregeln, welche durch die Zeitverhältnissc erfordert worden und deren Tragweite von gewissen AuSlegern wunderbar übertrieben worden war. Dieselben waren nothwendig, doch ße reichen auch aus; die Regierung verlangt nichts weiter mehr, um die GescUsWaft zu bcruhigen und dic großen Zn- tercsscn, dercn Brschir1ncrin“ße ist, zu Vertheidigen.“

-- 14. Februar, Der heutige „Moniteur“ enthält das Kaiser- lichc Dekret, durch Welches die Marschälle für die fünf Ober-Kom- mando's ernannt werden: Magnan für Paris, Canrobert für Nancy, Bosquct für Tolouse, CasteUane für Lyon und Baraguay d'HiUicrs für Tours.

Dcr ,geseßgebendc Körper wird das Sicherheits-Gcsch am nächsten Donnerßag diSkutiren. Nach dem ihm desshalb erstattc- ten Berichte soll das Gesch für eine Dauer von sehen Jahren ge- geben „werden.

“Die Anklagekammer bat Felix Orsni, Carl von Rudio, Anton Gomez, Joseph Andreas Pierri und Eisnon Franz Bernard,

lkßkkkkk abwesend, we en eines Komplottes gegen chen und Person

dos“ Kaisers und der aiserin vor die Asßsen Vcrwiescn. Die erstem dre: find des Attentats angeschuldigt, Pierri und Bernard aber

nur als Gchükfcn desselben durch Justructionen nnd Unterstüßun- Zen. Außerdem find alle fünf, und zwar die erstem drei (113 Ur-

eber und die beiden *leßtern als Gehülfcn des Mordes“ an den

acht durch die Buben um ebra ten er onen be cbuldi t. Die“ “Sache wird aller Wah g ck P s f“ g men. Der General-Prokurator Chaix d'Estauge vertritt das öffeut- ..der Stillen Marcsyäfen mit Panama, wohin der Dampfer

kscheinlichkeit nach am 25. Februar vorkom-

liche „Minißerium.

nien. Aus Madrid,“ 11. Februar, wird Xelrgraphirté

„Herr artinez de la Rosa ist zum Vice: Präsdentcn des

Königlichen Rathes ernannt. Der Abgeordneteukamme'r wurde ein?

Geseßentwurf. betreffend die Reorganisation der Provinzial: Räthe und der Lokal-Verwaltung, vorgelegt.

Italien. Am 29. Januar begannen in Salerno die Prozeß - Verhandlungen bezüglich der Angeklagten, welche bei der bervaffneten Invasion von Ponza uud Sapri, die gleichzeitig mit dem mazzinistischcn Aufstandsversuche in Genua Vor fich ging, be- theiligt cwesen waren. Der Präfidcnt gab einen Bericht über die Thatéachen, welche den Anklagestand der Beschuldigten moti- virten. Nachdem die Verlesung der Anklage-Akte voUendet, bc- gannen die Verhöre. Alle Angeklagten erklären fich des politischen Verbrechens schuldig, dessen man sie bezüchtigt, weisen aber die Beschuldigung gemcmer Verbrechen, des Diebstahls, der Plün- derung, des Mordes zurück. Damit schloß dic Sißung vom 1sten Februar. Die Verhandlungen sollten am Zten wieder aufgenom- men werden.

Türkei. Den neuesten Nachxichten aus der Herzegowina zufolge, die in Triest den 121en d. M. eintrafen, ist (wie bereits gemeldet) Selim Pascha mit einem Bataillon Jäger und 200 Ba- sckibozuks in Trebiuje und anderseits Jaja Pascha mit zwei Ba- taillons Infanterie, einigen Geschüyen und 1800 ercgulairen in (Hatsko eingerückt. Bald darauf besetzten die Türken Bugojeselo mw Unter-Zubcj ohne Kampf. Die neuerlich am Kampfpiay er- schienenen Montenegriner hatten schon früher die Bezirke von Van- ja;)i, Grahovo, Dracevize und Ober : Zubci in der Herzegowina be 8 t. HUlm 11ten fand ein „Zusammenstoß beiZubci statt; die Najabs undMontenegriucr, welche Anfangs zurückgedrängt wurden, schlugen im Weiteren Verlaufe des Gcfcchtcs, jedoch, wie es heißt, nur die irregulaircn türkischen Truppcn in die Ebene zurück, wo die (He- schüße und die Berittcne'wdem weiteren Vordringen der Aufständi- schen Einhalt thaten. Das türkische Jäger: Bataillon war von Trebinje aus im Abmarsche auf den Schauplag des Gefechtes.

Dänemark. Kopenhagen, 13. Februar. Das heute ausgegebene BüUctin schildert denZustand des Königs als in guter

Besserung begriffen.

Amerika. New-York, 30. Januar. Das in New- Orleans erscheinende Blatt „Picayune“ enthält Nachrichten aus der Stadt Mexiko vom 18. Januar, wclchcn zufolge dieselbe nach einem vxrzweifclten Kampfe, der mehr als 100 Menschen das Leben kostete -- die Zahl der Verwundeten war noch bedeutend größer _- von Gegnetn des Prästdkntcn Comonfort bombardirt worden war. Die Personen, n'elcve s1ch im Beßye der CitadeUe. so wie der Klöster (“Zan Domingo und San Augußino befanden, waren Anhänger Santa Anna's. Am 17. Januar hatten die feindlichen Parteien eincn Waffenßillstand auf 24 Stunden ab- geschlossen. Zur Zeit der legten Nachrichten war der Bürgerkrieg förmlich ausgebrochen.

Einer dem Vernehmen nach aus England in Canada ein- getroffenen Depesche zufolge war Ottawa City (früher Bytown) zum permanenten Sige dcr canadischen Regierung ausersehen worden.

Man schrcib1 dcm „Contrier de PariS“ aus San Juan del Norte, 8. Januar: „Nicaragua und Costa Rica hach Frieden gescx'losscn, und der Freundscxafxs- und Bundesvertrag ist zwischen den beiden Republiken untcrzcichnct 1ro1den. Der Präfidcnt Mar- tinez, General Herrera, General Jerez und mehrere Offiziere der beiden Heere smd angakommcn; sie begaben fich an Bord des „Susquehanna“ und verlangten „vom Capitain Sands die Heraus- gabe der Dampfboote, wclan' dcr Oberst Anderson Weggenommen hatte. Der amerikanische Offizier antwortcte, das ganze Material siehe unter der Obhut des Konsuls der Vereinigten Staaten, welcher es dem rechtmäßigen Besiycr zurückerstatten Werde. Die Freibeuter haben übrigens im Fort Castillo alles fortgeschleppf, was fortzusWleppen war, und das llcbrige haben fie zum großen Theile crstört. General Jerez begab steh auch an Bord des „Wabaäy“, um dem Commodore Paulding im Namen des Prä- sidenten von Nicaragua für den großen, dem Lande geleisteten Dienst zu danken. Er fragte auch, ob der Capitaiu Sands den Befehl habe, ede weitere Unternehmuug zu verhüten, und war sehr erfreut, als die Antwort bcjahcnd lautete.“

Nach einer der „Pr. C.“ zugegangenen Meldung aus Guatemala vom 25. Dezember v. J. hatte die Regierung eine Voliständigc Urberficht der Staats - Einnahmen und Ausgaben für 1856 Veröffentlicht, welche mit einer (Hcsammt-Einnahme von 1,040,_14_14, mit einer Eesammt-Ausgabe von 1024,358 Dollars abschließt, so daß ein Uebcjscyuß zu Gunsten der StaatSkaffe im Betrage vo)! 16,000, DOUms [iO herausstellt. Einen sehr wohl- thätlgen Emfluß auf die innere Entwickelung dcs Landes übte - war auch der “General Carrera in seiner Jahresbotschaft vom 25.1». M. hervothob ,- die regelmässige Dampfschiffchrbindung

„Columbuß“ auf seiner lrßten Reise cine Fracht an Indigo uud CochetleLe 1m Werth von Mehr als einer lmlbcn Million vmfübrke. -W1113.Dezembcr fand in der Hauptstadt eine feieriiche Ver-