1858 / 63 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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, Abgereiß: Se. Excellrnz der General-Lieutenant und Com- mandeur der 13. Division, von Schlemüller, nach Münster.

Nichtamtliches.

Preußen. Berlin, 15. März. Bei Sr. Köni lichen Hoheit dem Prinzen von Preußen zeigte srch am Sonna end nach Ab- nahme des Kleifter-Verbandes die Besserung soweit vorgeschritten, daß gestern ein vorßchtiger Gehversuch gemacht werden konnte, dessen Ergebniß zu behutsamer Wiederholung berechtigt.

Se. Königliche Hoheit der Prinz von Preußen nahm

estern im Laufe des Vormittags nacheinander die Vorträge des irklichen Geheimen Raths von Uechtriy und des Minister-Prä- ßdenten entgegen und arbeitete heute Vormittag mit dem Wirk- lichen Geheimen Rath JÜaire und mit dem Minister-Präfidenten. Um 1 Uhr trat sodann heute bei Höchstdemselben das Minister- Conscil zusammen.

Hannover, 13. März. Die Ausschuß - Anträge zur Städte-Ordnung empfehlen die Vorlage zur Genehmigung unter einigen Modißcatjonen, deren wichtigste die folgenden sein möchten. Es sonen zwar dem Regierungs-Vorschlage gemäß auch die unbesoldetcn Senatoren auf LebenSzcit gewählt werden; doch wünscht der AuZschuß geseleich die Möglichkeit offen zu lassen, daß diese Magistratsmitglieder nach Ablauf von 12 Jahren auf gemein- schaftlichen Beschluß des MRistrats und der Bürgervorsteher vom Ministerium drs Innern in uheßand verseßt werden können. Von Zroßer TragWeite ist dieser bereits vorgestern von der Zweiten

ammer cnehmigte Zusaxz nicht. Den wichtigen Antrag, wonach in Zukunßt die Senatorenwahl vom Magistrat und einer gleichen Anzahl Bürgervorßeher vorzunehmen ist, dem Magistrat also ziem- lich das Recht der Selbstergänzung seiner Mitglieder zugetheilt wird, hat der AuEschuß pure genehmigt und nur bezüglich der Stimmabgabe die Aenderung proponirt, daß ste schriftltch oder mündlich, nach Entschließung des Wählenden, erfolgen darf.

Zum Z. 62 der Städte-Ordvung wünscht der AuSscyuß hin- zuzuseyen, daß die nach dem neuen Staatsdienergese der Re-

ierung zußehende Befugniß, königliche Diener auf artcgeld ?eßen zu können, keine Anwendung auf Magißratsmitglieder finde. Genehmigt wird die Befugniß des Königs zur Penfionirung städ- tischer Angestellter, welche zum königlichen Dienst gehörige Ge- schäfte zu besorgen haben, mit dem Zusage: „sofern nicht der Magistrat auf andere genügende Weise für die Wahrnehmung der Geschäfte sorgt.“

Nack; dem Regierungs-Antrage 41 son Entscheidung der Pro- vinzial-Regierung eintreten, wenn der Beschluß des Magistrats ab- weichend von dem der Bürgervorsteher und eine Einigung auch durch weitere Abstimmung nicht zu erreichen ist. Der Ausschuß beantragt statt dieses Passus folgenden Saß: Ist der Beschluß des Magistrats abweichend von dem der Bürgervorsteher, und eine Einigung auch durch eine Weitere, jedoch nicht an demselben Tage vorzunehmende Verhandlung zu erreichen, so tritt Entscheidung der Provinzial-RT-Zierung ein, Wenn selbige vom Magistrat beantragt wird. Der iagistrat verpflichtet, solche Entscheidung zu er- wirken, wenn dies von den Bürgervorstehern beantragt wird, oder wenn die Angelanheit nicht beruhen bleiben kann.

Hessen. armftadt, 13. März. Ihre Großherzoglichen Hoheiten die Prinzen Ludwig und Heinrich von Hessen smd heute von Göttingen hier eingetroffen. Höchstdicselben Werden dann, wie man dernimmt, im Sommer: Semester ihre Studien auf der Landes-Univerfität Gießen fortseyen.

Die Erste Kammer hat fich heute auf mehrere Wochen Vertagt.

Frank art, 13. März. In der Bundestagssiyung vom 11. d. . kam zur An eige, daß der bisherige erste Königlich preußische Militair-Bevoüm chtig1e und Ober-Kommandant der zu Frankfurt garnisonircnden BundeStruppen, General : Lieutenant „reiherr v. Reißenstein, von seiner AÜerhöchsien Regierung zu ewer anderen dienstlichen Verwendun abberufen Worden sei, und daß der Kömglich preußische Genera -Major Dannhauer den- selben als Königlich erster Militair-Bevoumächtigter erseßen, das Ober-demmando über die Bundestruppen aber auf den Kaiserlich österre1ch1schen_Militair- Bevollmächtigten, General - Major Ritter v., Schmerl1ng„übergeben Werde, das; ferner der Kaiserlich öfter- rerchtsche L'berft Freiherr N a u b er d. P l a n ke n 11 ein von der Komman- dantur dabrer abberufenynd der Königlich preußischeOberst-Licutenant Graf V- d- GUS beßmxmt Worden sei, diese SteUe zu überneh- men: Da am 19. März, ]edes ahres bei der Stimmführung für die JUMskhtk" Armeecorps m_der ilitair-Kommisfion Wechsel einzu- trxten haben, so zetgten die betreffenden Herren Gesandten an, daß Mit dem 19ten d. M., dre SFimmffrhrung für das 8. Armeecorps von dem Großherzogin!) badtschen Generalmajor von Reutter, für das 9._Armeecorps von dem Herzoglich naLauischerseits hierzu bevollmächtrgten Königlich niederländischen eneralmajor van

_Panhuvs und für das “10, Armeccorps von dem Großherzoglich mecklenburg-schwexinschxn Obersten Schxffer werde übernommen und daß der Königltch'württembergische Obérft Bayer von“

Ehreybcrg dcr Großher oglich hessrsche Oberst re , der Kotrrglrchsächsk-QcheOberst von piegel. derKöni lich nieJerlxndische Genera] v an 'aen h u y s und der Königl. hannoverßcheOberst S ck „u l 3 fernerhin als Drvtsjons-Abgeordnete und beziehungSWeise Territorialé Commtssaire den Stßungen der Militair-Kommisfion anWohnen werden. -- Nachdem noch StandeSausweise von Bundes-Kontin enten und Nytzzen uber dre Eisendahnen und deren Verwendbarket zu mili- tarrrschxn Zwecken übxrretcht worden waren, legte der AuSschuß in Mrlrtatr-Angelegenhetten die halbjährißen Nachweisungen der Pro- vranr- und Lazareth-Vorräthe der Bun esfestung Mainz vor, welche rtchttg befunder) wurden, und auf Vortrag des nämlichen Aus- schusses genehnngte dre Versammlung die Veräußerung verschiedener älterer _Provtantkzegenstzinde in der Bundesfesiung Landau. - Ein Unterstrr ungsge uch emes Offiziers der vormaligen schleswig- holftetnrchen Armee, auf welches der VundeSbeschluß dom 6. April 1854 kerne Anwendung finden konnte, wurde abschlägig beschieden, _und der_ WWU emes früheren Marine-“Bediensteten; in Anbetracht tgherxrjhhxchß bedrängten Lage, eine Beihülfe aus der Bundeskasse r.

.Schrvxtz. Bern„11. März, Durch die Wasserleitungen tm Hauenstem wurden die Quellen abgegraben, welche dem das Thal belyä ernden' Homburger Bach Nahrung gaben. Nun plöß- ,ltcher Stil] and emrger_Müblen, Wassermangel in mehreren Dör- fern, Nothruf der Bevolkerung, Prozeß des Basellandschaftlichen Landraths gegen dre Direction dcr Centralbahn. Leytere wurde angehalten, durch Pumpenwerke das Waser wieder in den Bach zu lertxtr, Fr der Mttte April soll nun aber der Tunnel dem a11gen1e111c11 erkehr „geöffnet werden, und um die hiefür nothwen- drgen Atherton, beenthen'zu können, erwirkte das Direktorium vom Bundestath dre Erm chttgung, für 10 Tage die Pumpwerke aus dem Tunnel entfernen zu dürfen. Als gestern die Pumpwerke herausgeschafft rverden souten, rottete srch die Mannschaft aus den benachbarten Dorfern zusamrnen und beseyte die Eingänge zum Tunnel. Als dre Bahnarbctter in ihrem Geschäft “fortfahren und eure entschlo etre Haltrtng annahmen, da wurde Sturm geläutet; mehr Volk romte zusammen_; die Tunnelarbeiter wurden verjagt, de_r Beschluß des Bundeöraths verhöhnt. Die Pumpwerke durften nzcht weggenommen werden. Der Bundesrath hat sofort der Re- Yerurrg von Baselland tclegrapbisch die nöthigen Weisungen zur erhmderung fernerer Unordnungen zukommen lassen. (Fr. J.)

Niederlande. Amsterdam, 12, März. Das neue

Ministerium „ist gebildet. Der König bat den Herrn von-

Rocyussen zrrm Minißer der Kolonieen ernannt; Herr von Bose rst Ftnanz-Mrmster geworden, was er schon im Ministerium von 1849Zewese11; (Jerk 'von Goltsiein Minißer des Auswärtigen; He'rr eis von oudrtan Mjnißer des nnern und Herr Boot, Byrgertpexßer von Amsterdam, ist um ustiz -Minister ernannt. Dre Munster des Krtegs, der Mar?ne, des reformirten und des katholischen Kuljtus find geblieben. (Düss. Ztg.)

' Haag, 13. März. Der, preußische Gesandte, Graf von Kö- nrmearck, welcher „längere Zett in Berlin verweilte, ist auf seinen htengen Posten„zuruckgckehr. **

Großbrttatrmen und Irland. London, 13. März. Urrter der Ueberschrift: „Das „„Mißvcrständniß“ zwischen Frank- rerch u'nd Engdand“, meldet die „Times“: „Dem Vernehmen nach wrrd dre zwrschen den beiden Regierungen gewechselte Korre- spondenz beZden Hänsern des Parlaments am Montag vorgelegt werden. Ste besteht aus einer Reihe von Depeschen, dercn 1eßte, den Schluß der Korrespondenz bildende gestern Nachmittags gerade vor Begtrm der Unterhaus-Siyung eintraf. Sowohl Lord Malmesbury wre Graf'Walewski haben, wie behauptet wird, m, der ganzen Angelegenheit große Umfichf und Discretion be- wtesen, Alz; Antwort auf Lord Malmesbury's Begehr nach einer Erklärun'g m Betreff der Stellen, welche das Haus der Ge- metnen o sehr, lzelerdtgt haben, erinnert Graf Walewski das Land [ehr frermuthrg an die unzweifelhaftcn Beweise, die der Kaiser durch dre sowohl während des Krieges, wie nach dem Frtedetrsschluffe gemachten Zugeständnisse an unsere An- fichten davon gegeben habe, welchen Werth er auf das Bündniß mrt uns lege. Er bemerkt ferner. daß, nachdem der Kaiser zu wxederholten Malen Angrtffen ausgeseßt gewesen und entgangen set, deren Urheber Megchelmörder gewesen seien, in Bezug anf welche man den Velvets geliefert habe, daß ste ihre Plane in Englqud schmtedcten, er es für keine Anmaßung gehalten habe, an „dre fregndltchen Geßnnungen und das Gerechtigkeithefühl unserer Natron zu appelln'en, um, wo möglich, eine Wrederbolung solcher Verbrechen zu verhindern. Graf Walewski wéist im Namen des-Kaxserszedeq Gedanken daran zurück, als habe er in dtx thegorrx der Fluchtltnge, auf welche er anspielte, Engländer mtt embegretfen pollen, oder dkn Wunsch gehegt, unsere Geseke zr: ändern, „oder dre Abficht „gehabt, dieselben zu verdammen, . Er btttet aber ]eht, mdern er dte seiner Absicht gegebene falsche Deu- tung bedauert, daß dte Korrespondenz aufhören und das Bündniß

* fortdauern möge,“

Die „Times“ berichtet ferner: „In Folge "des neulichen

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„„peinlichen Mißverständn-isses““ wird, so behauptet man, der Graf von »Perfigny den Kaiser der Franzosen rrxcht chngcr an un- serem Hofe vertreten.. Wir können uns "jedoch mcht fur dre Wahr- heit dieses Gerüchts verbürgen.“ . , _

Die „TimeS“ bringt heute emen sehr geharyrschten Artrkel gegen den Grafen WaleWSki wegen der unterm 20. Januar an den Vertreter Frankreichs iy Bern gerrchtetenOepesche. „„Am selben Tage“, sagt fie, „Wo der Graf quewskr senren Brief an Herrn von Perßgn unterzeichnete, urrterze1ch)nxte er ernen anderen an den Gesandten Frankreichs zu Bern. Cs rst dtes m der Tyra ein höchstFeltsames Dokument. Ntcht nxur tft ]edeForm der „Hof- lichkeit bei 'Seite geseyt, nicht nur trrtt rtberall dre Anmaßrmg der überlegenen Stärke hervor, nicht nur kummert man fich mcht urn die Meinung anderer europäischer Staaten, sondern der Schwerz wird in den unumwundensten Worten gedroht für den Fall, daß fie nicht sofort die franzößschen Forderungen bewillige.“ , _

Der neue Vice-König von Irland, Lord Cglintdn,“ hkxlt gestern seinen Einzug -in Dublin. Zu der Nähe der Umverfitat kam _es wischen der Polizei und einer Anzahl Studenten, dre fich emrge leine Exceffe, z. B. Werfen mit Orangcschalcn, erlaubten, zum Handgemenge. Mehrere Studenten sollen gefährlich verwundet rvorden sein, da die Pol1zei von ihren Stäben und SettengeWehren Gebrauch machte. , ' .

Der „Times“ zufolge hat der angltkantsche Erzbtschof 'von Armagh und Primas von Irland, Lord John BereSford, [emen Posten niedergelegt “und erhält zu seinem Nachfolger den Brschof don Ossory, [).-O'Brien. . '

In der gestrigen UnterhauSfißung bemerkte DiSraelrxa Ich bm es dem „Hause schuldig, die erste fich mir darbietsnde Gelegenhert zu be- nuyen, um ihm mitzutheilcn, daß Ihrer Ma'cstät Regierung während der leßten Stunde eine Depesche vom französis en Gesandten als Arzttvort auf eine von Ihrer Majestät Staatssecretair an die franzöfischc Regrerung gerichtete Depesche erhalten hat. Es gereicht mir_zur großen Freude„dW Haus davon in Kenntnis; sehen zu können , daß ]enen peinlrchen Mrßper- ständniffen, welcbe leider eine Zeit [MZ zwischen den Regierungey berdxr Länder bestanden, vollständig e'm nde emacht wvrden rst, 'm einem freundschaftlichen und ehrenvollen Weite und in einer Werse, von welcher ich glaube, daß fié) für die Gefühle beider Natro- nen eben so befriedigend sein wird, ie ich die Ueberzeugrmg hege, daß ße ihre Jntereffen und ihr Glück fördern Wird. Sobaldwrr Jhrer Maxestat Erlaubniß dazu erhalten, wird es meine Pflicht sem, dre über dreien

Gegenstand stattgehabte Korrespondenz quf, den T1 ck des Ho'uses nieder- ulegen, Der Redner fügt hinzu, es ser dre Abs! t der Regrerung, von

em Hause einige provisorische Kredit-Votirungxen zu begehren, um den Anforderungen des öffentlichen Diensteß zu genugen, da das, Budget der Mittel und Wege nicht vor Ostern votrrt Werden könne. _Rrch verlangte, daß die Regierung fich so bald wie mögltch klar darrtber auY-Zspreche, Welchen Weg fie einzuschlagen gedenke, da verschiedene rhrer Mrtglreder in ihren Wahlreden die entgegen eseßtesten Anßchten üher Fragen von der größten Wichtigkeit geäußert“ ätten. O'Brren h1e1t dres gleich- falls für nöthig. Das Parlament, meint er, muffe xrfahren, Was das Ministerium in Bezug auf die Verschwdrungs-lel, das -UnterrichtEWesen und die Kirchensteuern zu thun gedenke. ,Krnglake verlangte Auskunft über-die Angelegenheit “des Cag,lrarr und „über die beiden in Neapel im Gcfängniß befindlrchen englrschen anemeure. DiSrael'r: Das SchickYal dieser beiden Gefangenen flößt rm Aljgemxinen roße Theilnahme ein. ck glaube, daß diese beiden Männer lnmoralrscher Yseziehung des Verbrechens nicht schuldig find , dessen, mqn fie anklrtgt. Nun kommt es aber leider häufig vor.,daß Leute fr „111 erner ungünsttgen Lage beßnden, in welcher der legale Belveis der Un chrlld schWerzu führen ist. Was die beiden Gefan enen angeht, um die es, f1ch brer handxlt, so ist die Frage keine politis c, sondern eine; rechtliche. Dre „Regierung Ihrer Majestät hat der neapolitanischen chrerung das'Necht erngeräumt, die beiden Engländer nach den Landes: Geseßen zu rrchten. An dresern Entscheid muß die Regierung festhalten, Während „fie zu gletcher Zert «darüber Wachen wird, daß die neapolitanischen Rrchter streng an dem ihnen durch das Landes-(Hesey vorgezeichneten Verfahren festhalten. 'Vor 10 Monaten ,tvard das Verbrechen, um dessentwillcn die Herden Jngcmertre gerichtlich verfolqt Werden, begangen, .und es wr'rrde 17151 zu spät sxm, cine neue DiLkuffion in Anregung zu bungen. Dre Regrerung „kann ]eyt nichts weiter mehr thun, alsxdarüber Wachen, daß den bcrden 'Un- - lücklichen aner der Beistand zu Theil wird, dessen fie m rhrer Zaqe bedürfen. Hoffentlich Werden fie ihrem Lande lvredergegeben Werden, und das Ende des Prozesses wird nicht so peinlich sein, jme der Azrfang. Die Regierung wird Übrigens keinen Schritt verabsäumen„ um dre An- gele enheit einem befriedigenden Schlusse cntgcgcnzuführen. Headlam: Es st neuerdings der Verweis geführt wvrden, daß die Wegnahme dcs „Ca liari“ keineswegs, wie man Anfan s geglaubt hatte, legal war. Es | deshalb eine große Demüthigung éFür England, daß die englische Regierung getattete, daß Watt und Parker auch nur eine einzige Stunde im Gefäpgni e blieben, nachdem die er Umstand bekannt genoorden war. Hätte dre Regixrung ihre Pflicht gethan, so hätte fie dre Jreilaffung der beiden englrschen Unterthanen erlangen müssen. Roebuck: Die Ge- fangenen find Engläyder "und müssen von England beschüßt werden, le'rchviel, ob das Schrff innerhalb oder außerhalb der neapolitanischen

ewä er weggenommen Worden ist. Sie hätten ehrliches Geri 1 haben und okort vor Gericht eftellt werden müYZn. Statt de en at man se in enen Kerker geworJen und in einer eise bebandet, die eines rivilifirten Landes umvürdig ift. HorSman: -Es ist hohe Zeit, daß das Haus der Gemeinen die Sache in die Hand nimmt. Wenn es rvirk- ,- lich feststeht, daß der „Ca liari“ auf offener See weggenommen tyorden ist, so wird iveder der ich ge, noch der vorige Attorney General 'zu be-

haupten wagen, daß die We nahme nicht eine geschwidri e Handlung ge- wesen sei. War aber die egnahme geschwidrrg, so it es auch geses- widrig, daß die beiden Ingenieure Ysangen gehalten und gerichtlich ver- fol 1 werden. Gladstone: Die orlegung der diesen Gegenstand be- tre enden Dokumente ist allerdings sekt Wünschenswert . Eine Diskusfion in diesem Augenblicke halte ich mcht ür rathsam, da as Haus nur un- vol1kommen von der Sachlage unterrichtet ist. Es ist schon eine geraume Zeit verstrichen, seit ich in den Zeitun en die Depesche des Grafen Qavour gelesen habe, und ich muß getehen, daß ich mit Schmerz, Staunen und Veschämung sah, wie die Aufgabe, das Völkerrecht und die Rechte von Engländern zu Wußten, statt daß England fie fich stellte, zufällig in die Hände des ardinischen Volkes gerathen ist. Die Sache ist leider jeßt so Weit gediehen, daß jeder Schritt, den das Haus in Bezug auf ße ctWa thun mag, uns leicht in den Augen der Welt 1ächerlich machen kann, da, Wenn dieser Schritt erfolgt, der Prozeß der beiden armen Ingenieure vielleicht bereits beendigt ift. Lord Palmerston: Der all, von dem hier die Rede ist, hat lange Zeit die sorgsame Aufmerksam eit der vorigen Regierung in Anspruch genommen, und ich brauche wohl kaum zu sagen, daß wir äußerst froh geWesen wären, wenn wirGründehätten finden können, die uns ein Recht dazu gegeben hätten, von der neapolitanischen Regierung die Freilassung der beiden Engländer zu verlangen. Doch ließen wir uns bei allem, was wir in der Sache thatcn, stets durch die Ansichten von Männern leiten, die beffer, als wir, befähigt waren, Völkerrechtliche Fra en zu entscheiden. Wir glaubten aller- dings lanÉe Zeit, der „Cagliam“ ei _innerhalb des Bereichs der neapoli- tanischen erichtßbarkeitnreggenommen worden. Schließlich jedoch stekltefich aus dem Inhalte gewisser Papiereheraus, daß dies nicht der Fal] war. Dadurch änderte sich die Sachlage ganz bedeutend. Als wir aus dem Amte zurücktraten, rvarcn wir nochmit Erwägung der Frage beschäftigt. Ein Theil der Papiere ist dem Hanse bereits in der vori en Sessron vorgelegt Worden, und Was die übrige Während unserer 21th ührung getvechselte Korrespondenz angeht, so muß ich, schit ich mich ihres Inhaltes erinnere, sagen, daß wir mchts gegen ihre Vorlegung einzutvenden haben können. Lord J. Muss es sa te, selbst in dem Falle, daß die Wegnahme des Schiffes gerechtfertigt ein sollte, lasse fich die Härte, mit der man die Gefangenen behandelt habe, nicht entschuldi en. Das Haus konstituirte fich hierauf als Subfidien- Komité. Sir „€ Pakington beantragte die Votirung e'mer Rei e von Poßtionen des [otten-Budgets auf vier Monate. Die auf 59,3 Ma- trosen und Marine- Soldaten festgescßte Zahl der Mannschaften wird ge; nehmigt. General Peel bemerkte, die Werbungen für das Heer hätten einen sehr guten Fortgang, indem “rm keßten Monat 7500 Mann einge- treten seien. Er beantragt, daß das Haus als Stärke des Landheeres 130,135 Mann mit Ansichluß der in Indien verWandten, von der ofrin- dischen Compagnie besoldeten Truppen ygtire. Das Votum wird genehmigt. Die indische Anleihe-Vikl wurde im Comité beraxhen. Lord Palmerston Vertagte die zweite Lesung der indischen Bill aux 22. April.

- 13. März. Bernard ift als Mithelfcr beim Morde den Asfisen überwiesen und nach- dem Gefängnisse yon Newgate ab- geführt worden. Das heutige Verhör war kein geheimes; es wurden nur drei neue Zeugen verhört.

Frankreich. Paris, 12. März. Die indirekten Ein- nahmen des Monats Februar überftcigen (wie bereits gemeldet) die des Februar 1857 um 2,251,000 Fr., doch macht der „Monit'eur“ auf den Umstand aufmerksam, daß der zweite Decime von den Ein- registrirungs-Abgaben, der im Jahre 1857 erhoben wurde, im Jahre 1858 aufgehört hat, so daß die Verbesserung eigentlich 4,269,000 Fr. beträgt. Der Monat Januar hatte eine Einnahme- Zunahme von 2,100,000 Fr. ergeben, so daß das Mehr für diese zweiMonate'6,369,000 Fr. beträgt.- Der „Monifeur“ zeigt heute an, der Ackerbauminister habe 25 Unterzeichnungen (62:30 Fr.) für die Rarey'fche Methode der Pferdc-Dressur genommen, und das Gehetmmß Werde, so bald es bekannt geworden, den Kaiserlichen Gestütcn zu Nuße kommen. - Der *„Moniteur“ berichtet ferner, daß der Kaiser und die Kaiserin gestern die Anstalt der künstlichen Jischerzeugung des Coüe e de France besucht und mit dem leb- ?)aflxestcn Interesse die orrichtungen in Augenschein genommen

(1 en. '

Bekanntlich hat die französrsche KriegSmarine in den leyten 10 bis 15 Jahren ungemein rasche Fortsckritte gemacht. Der großartige Plan, Welchen die neapoleonische Rrgierung zur Aus- führung zu bringcn beschlo en hat, wird nun auch das Material auf denselben respektablen bringen. Für den Umbau und den Neubau der Flotte ist auf 14 Jahre, von 1858 bis 1871, ein jähr- licher Kredit von 65 Millionen Francs bewilligt, und zwar werden srch bie Arbeiten in folgender Weise Vertheilen: 1) Umwandlung der Segelschiffe, bei denen fich überhaupt Maschinen anbringen lgssen, in sogenannte gemischte Schiffe. 2) Allmälige Hersteuung emer Flotte von 150 schneUfahrenden Kriegsdampfern verschicdener Größe und nach den besten bekannten Mustern ebaut. 3) VoÜen- dung der angefangenen TranSportschiffe und mWandlung einer gewissen Anzahl von Segel-Fregatten in TranSport-Dampfer, um so eme Flotte Von 72 solcher Dampfer zu erhalten. 4) Vollendung des Hafens vo'n Cherbourg und Herfieüung der für die neue Flotte erforderlichen Hafenbecken, Werkstätten :e. in den übrigen Kriegsbafen.

Ber dem Auflaufe auf dem, Roquette-Plaße in Paris in der Nacht _vom 4. auf den 5. März wurde nicht blos „Nye 1; Kéyudbque!“ sondern auch „Wye 0r5jni!“ gerufen. Eine Reiter- Abtherlung zersprengte die Unrubeßifter .und nahm zwanzig der- selben gefangen.