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Nichtamtliches.
Preußen. Brrlirr, 11. Mai. Jbrc Majrstäten drr König und die' 1761119111 brgabrn fia) gesicrn Nachmrttag2 11111" mitirlst drr Eisenbahn rrack) Potsdam und nahmen im Stadthdjyc Wohnung. Nuri) drm “Diner machtrrr Allerhöchstdirsribrn rtnr
liingrrc Spazirrfahrt.
-- Sr. Königlirrc 13013911 drr Prinz don Preußen 111117111 beute Nachmittag 3 “Uhr den Vortrag drs Ministrrpräyidrntrn rntxrcgrrr,
Sachsen. Gotha, 0. Mai. Die Abgrordnrtrn drs dicti- qxn “Landtags smd durch Ministerin! : AnssrDrribrn auf Mtliwch- den 12. d. M., einberufen wvrden, um zunächst das (Hciiirirrdr: gescxz und das Organisationsgrsry, welcbe _brrdc PNY“? Rom- missron bereits durchgrgangcrr find, und. rden 19 das Waiirr'grsry zu brrathen. Dic Finanz-K'omnrisfion wird bereits nwrgrrr hierzu- sammentreten, um den Zcit-Ctat drr Dorriaincrrkasse auf die Periode vom 1. Juli 1858 bis Ende Juni 1801 m Vorbcrgihung zu nehmen. Dieser Etat zeigt cmc (Ziesarirmtcmnadmr don 500,200 Thlr. Dic Bilance rrgirbi cinen _Etnrmdme-Ucbcrschuß_ don 108,300 Thlr, von welchem die Civiliiytc dcs 1ckrrzogs_ mit, 100,000 Thlr. und der vertragsmäßigr Anthril drr-Staatskasje niit 84,070 Thlr. bestritten wird, dir noch überschüs1igc Summe von 84,221 Thlr. kommt vertragsmäßig zur Hälfte der Herzoglichen General- kassr, zur Hälfte der hirfigrn Staatskasse zu Gute. (L. Ztg.)
Großbritannien und Irland. „Londop, 0. Mai. Dcr „Observcr“ bringt heute einen „ Mitgctyerlt“ überscvrrrbrncn Artrkel, worin es heißt: „Dic Stellung der Regierung Ihrer Majestät wird mit jedem Tage unsicherer, und mit raschen Schritten naht dic Kriss heran, wo das Ministrrinm entweder *aus dem Anrte treten oder „zur Aufiösung des Parlaments 1chrcitrn Wixd, Es kann kaum ein Zwrifri Obwaltrn; die indiscke Frage wird in dieser nächsten Wochc in eine Phase treten, wclche eine Ab- stimmung unvermeidlich nmcdt. Herr Rorbnck hat für Dienstag'cin leendcmcnt angekündigt, weiches rin höchst gefährlicher Prüfstein fÜk die Stärke der Regierung sein wird. Es handelt sich nämlich dabei um die Ernrnnrmg dcr Rathsfammcr, Welche drm Minister für Indien zur Seite sjrhrn 1011. Herr DiSracli kann_ noch immrr nicht von seiner LiediirrgI-Jdee, dem Wayl-Prinzip, lasen, welchcs einigen der großen kommerziellen Wählerschaften als eine)) Bissen Lockspeise hinwirft. Lord Palmerßon und Lord John Runeli aber sind gegen eine solche Neuerung, wclche fie als höchst gefährlich betrachten. Roebuck ist gcgcn jede RatHSkammer und wird, ohne Ziveifrl mit Beistand Milnrr Gibson's und Lord Z. Russe-U's, cin Amrndcment entwerfrn, Welches hinlänglich umfassend ist, um das Ministerium in einem Meyer zu fangen. Allein selbst wenn die indische Verlegenheit glücklich umschifft wer: den soÜte, so droben noch genug andere Klippen, an denen Vorbrizusrgcln schwer halten möchte. Mair nehme z. B. die Art, wie die Regierung die Proclamation Lord Qanning's behandelt hat, und man denke an 'die ihm gesandte Depcscyc. Die Regierung verdammt in beiden Häusern des Parlaments öffentlich ihren Diener. Es wird das sofort in Indien bekannt wrrdcn, und er wird bei drn Eingeborncn in Mißfredit grratden. Auch persönlich ist Lord Canning aufs Unedeimütdigste behandelt worden. Das öffentliche (Hrfühl sprach s1ck zicmlicy deutlich in den Reden des Jord Granville, des Earl Grey und des Herzogs von Llrgyll aus, und im Hause der Gemeinen wird man noch mehr von der (Saäoe hören.“ In demselben Artikel wird eine Versöhnung Lord J. NusscU's und Lord Palmerston's und ein Ministerium: Pal- merston-Russell als gar nicht unwahrscheinlich dargestellt. Daß das Ministerium zu einer Auflösung des Parlaments?» schreitrn werde, hält der „Obschcr“ übrigens nicht für unmöglich.
Frankreich. Paris, 9. Mai. Nachdem am Schlusse dcr FrxitagKSiYung drr geseßgrbende Körper das Adchgescx, nach deftiger Debatte bei 234 Adstimmendcn mit 211 gegen 23 Stim- men angenommen, erfolgte in der Sonnabends-Sigung die Ver- bcindlrrng/ Über das pariser Vcrschönerungö-Gesry, dessen "Annahme bm 220 Abstimmenden mit 180 gegen 45 Stimmen erfolgte. Nach Erlarigrriig dieser beiden, mit ungewöhnlicher Wichtigkeit Von der Regierung brhdrideltcn Gescße wurde (wie bereits tclegraphisch ge- Meldet) dle dWSLÜHÜJL Session geschlossen, obgleich noch eine An-
JÜUGeskßenkwürferückständig blieb. Unter diesen bis zurnächstcn
bScißtoIi dersciZobrnen befindet sich auch der [*,-om Staatsrathe
UKFWUYOUÜDMÖFJ (Jitsgearbcitete „Über die Erfindungs-
, “„, Effi" Hauptbestandthrile nach einer Mittheilung
d“ „_Pressx WIND? find: Die Dauer ein s C'tfird n s-Pa-
18111221 ist gegen eine 'ädrl' _ k„ ', "_ J “ “
„] TÄ)?- ngabc Von 100 (zr. auf 13 Jahre
festgesexzt, und dem Erfinder wird für die erst ()' M 1 d (H
hetmniß scincr Erfindung efich t ;- - e" _ “*"“ ck “S. 9“,
hat das Re 1 , 9 er“. &,m rm Auslande Patentirtcr
- ck quf' em Patent 111 Frankreich aber nur für die
gleiche Dauer ww im AuLlande. Während dir 1 85.1)
kann der Erfinder noch unentgeltlich Zusäye und YscrLZoÜroanoÜlÖtré
gen zu seinem Patente machen. Um alle Schwierigkeifen und
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Zweifel_ im_Fal1e der Abtretung eines Patenls zu vermeiden, wtl'd cm sur alle Mal festgestellt, daß Zusäye und Ver- bessrrungen nicht mit in der Abtretung cindcgrifscn sind. Eine Frist vdn drei Jahren 111 fiir die Llrrssührung der Erfindung ge- ricUt; ist bis dahin nichts geschehen, gleichviel aus wolchrn Gründen, so ist das Patent vrrfaUcn. (51.1113 neu ist in dem vor: liegenden („dicsrxxrnttvursc die Bestimmung, wonach der Patent- Jnyadcr dic Neudert srmcr Erfindung fonstatrrrn lassen kann, während krndcr der Staat ]rdc nähere Prusnng derselben ablehnte. Wer ein Patent yadrn will, hinterlegt beim Ministerium eine gewisse ;ummr, wvxr'ir dirsrs cincr bry'ondrrrn Kommission die Unter: silchlmg der Erfindung irdrrträgt. Vrrwii'ft diese das (S*rsllch um ern Parent, so wird die Summe zurückbezahlt; rrkcnnt str dagegen dreQrfmdung als hinreichend neu an, so wird die Beschreibung derjeldcn drei Mal 1111 „Morritrur“ und andrrcn geeigneten Blattern Veröffentlicht. Hal Jemand Einwendungen gcgen dic Patcntnahme zu machen, so muß dieses innerhalb dreier quate von der Veröffentlichung mr grsrhchen; entweder ent- ycdrtdcn dann die Gerichte", oder wenn keine Einwendungen gemacht werden, so holt das Mmistrrimn das Gutachtrn der Kommission cm und brwiUrgt das Patent, wcnn nicbt andere Gründe zum Verweisen vorliegen. Jede spätere chlamation ist dann unzulässig; 101110 abcr Jemand die Erfindung schon vorher angewandt haben, ohne ein Patent zn brsiycn, so behält er doch das Recht, sie aus- zubrutrn. Hieraus folgen noch rmige Brstmnnungcn über die ge- richtirchcn Verfolgungen dci ungrsrylichrr Anwcndung ciner Erfin- dung durch Unberechtigte, und cnd11ch über die Expropriirung von Palrrrt-Jnhadcrn im Interesse der (HrsrUschast. T'irCntscdädigung wrrd dabei durcy cine Kornnriffion von neun Mitgliedern fcstgrscyt, von denen dxci durch das 9.11'inistrrimn, drci kilkä) dcn pariser Gerichtshof Ulid drci durch den Patrnt-Brfiyrr ernannt werden.
Durch Dekret vom 235. Februar 1853 hatte drr Kaiser cinen außerordentliche" Preis von (30,000 Fr. ausgrscht, der im Jahre 1807 dem Autor zucrkanm werden sollte, welcher die Anwendung der Volotaschcu Saule um eine berucrkcnswrrthe Vcrwerihnng für Industrie oder Medizin erweitert habe. Wie aus dem heute im „Moniteur“ Veröffentliarten Berichte dcs Srrmtors und Akademikcrs Dumas crhrllt, hat drr Prüfungö-Ausschuß keiner der aus allen Ländern Europas eingereichten Arbeiten den Preis zuerkcnnen [ön- ncn; die Konkurrcnz-Jrist 111 deshalb bis 1803 verlängert worden. Uebrigens haben dre Herren Fromcnt und Ducdcnne iu Boulogne einc Aufmunterungs-McdaiUe und Brytcrcr zngleicd das Kreuz der Ehrenlegion erhalten, während dre auswärtigen (S*cleyrten Ruhm: forfs und Mittelsdorff cincr öfferrtltchcn Ebrctwrwähnrmg würdig befunden wurdcn,
Italien. Turin, 6. Mai. Die zur lintersnchmrg der Vorgange drr branständrtrn Wahlrn zusannnrngrsrytc Ronnnisfion hat vier Berichte vollendet, die unter die Mitglieder der Kmnmern vertheilt wurden. Zu allen Vic]; Berichten 1011 auf Ammilirung der Wahlen angetragen werden, man glaubt, daß auch rückfichtlich dcr Übrigen FäUc Gleichcs beantragt werden wird, da sie Priester odc'r Mitglieder der Rechten betreffen. Das Konsulargrsry wurde angeuonmrrn, das Airieihegrscy wrrd erst nach der Feier des Jahres: tages der Verfassung zur Bcrathung kommrn.
-- 8. Mai. Dem „Espero“ zufolge beantragt ein von meh- reren Dcputirten eingebrachter Gescßvorschiag die Naturalisation der in Folge der Ereignisse von 1848 aus den übrigen italienischen Staaten von Piemont Emigrirten.
Neapel, 3. Mai. Der Spruch des APPLÜÜÜOUÖZCÜchtI in der „Cagliari“-Angelegenheit 1011 nächster Tage erfolgen.
Türkei. Nachrrchtcn aus Ragusa zufolge ist der türkische
Dampfer „_Srlistrm“ nebst einem Linienschiffc, 3500 Mann und 12 Feldgeschüye am Bord, unter dem Kommando Hassan Pascha's 111 den Hafen von Kiek eingelaufen. _ Rußland und Polen. St. Petersburg, 30. April. „Zur Förderung der Volksbildung und des Unterrichts sollen dem Vernehmen nach weitere wichtige Maßregeln im engeren kaiser- lichen Raths angeregt und vom Monarchen gebiliigt worden sein. Zu allen Gduvcrrrcmerrts- und anderen größeren Städten sollen höhere Spezial- und Real-Schulen angelegt werden, die allen Volksklassen ohne Beschränkung geöffnet wären. Ferner soll, wie bereits früher erwähnt, die Regierung mit dem Plane umgehen, das Thraterwcsen einer durchgreifenden Reform u unterwerfen. In Betracht des Einfiusses der Bühne auf Volsbildung wird ein Progkk behandelt, wonach in sämmtlichen Gouvernements; und anderen größeren Städten Rußlands, Polens, Sibiriens, drs Laudes ain Kaukasus (in Tiflis besteht bereits ein pracytvoll aus- gestiiottetes Thrater), wo noch keine Theater besiehen, solche Kunst- Inyirtute gegründet und mit einer Oper Verbunden werden, subven- tioiitrt durch Mittrl, wrlche jedes Gouvernement im Ganzen auf- bringt. Die Oper soll vorläufig, beim Mangel ringeborncr Künst- ler, von Ausländern, Italienern, Franzosen, Drutschrn zusammcn- gesexzt werden. Zur Förderung der National-Bühnc soll ein Kon- servatorium, gegründet ugd überhaupt die darstellende Kunst als Bildungsmrttel systematisch organißrt Werden. (H. B.-H.)
Bei lage
925 Beilage zum Königlich Preußischen StaatS-Anzeigcr.
NÖ" 109.
Mittwoch, den 12. Mai
] 858.
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Amerika. New-York, 24. April. In Bezug auf.!kan- sas ist ein Vorschlag von English in der Conierenz berdrrxwarrscr angenommen worden, der eine friedliche Aquleichung des »étrcitLZ in Aussicht siclit. Er besirht seinem Hauptinhalt? nach darin, daß er keine neue sofortige Convention anberaumt, fur den Jal],_ daß die Lecompton-Conveution in KansaZ verworsep werden jollie, sondern die Einberufung derselben aiif 10 lange hinausschiebt, bis die Bevölkerung won Kansas auf 93,000 Seelen angewachsen sem wird. - Die auf Antrag des Senatss_ Vorgelegte,-den Sclaveti- handel betreffende Correspondenz zwnchen dem Staaissekretgir und dcm britischen Gesandten, Lord Napier, gewahrt eme ziemlich klare Einsicht in die Anschauungßweise beider, Mächte. General Cass Versichert darin unter Anderem, Amerika habe nicht minder aufrichtige Vorkehrungen als England zur Unterdrückung des Sclavenhandels gemacht. Aber er bxdaure, sagen zu müssen, daß dasBlokade-System an_ der afrikannchen Kuste den Opfern an Menschen und Geld incht eritjprochrn habe. Deshalb wäre es vielleicht gerathenrr, dwses Sysiem ganz aufzugrden und dafür Cuba's Häfen - die beinahe einzigen S_klaverr-Markte der Welt -- streng zu bewachen. General Cajs spricht don „der Sklaverei in den Vereinigten Staaten als Von einer anntuttou, die, da sie aus früheren Zeitennun einmal da sei, auch fortbcsichrn werde, und die ein Verveis sei für den gesunden Sinn Amrrika's. Den Handel aber mit Merrschcnfleisch abschaffen, könne einzig ,und allein Spanicn. Es vermöge in dieser Beziehung mehr zu leiste): als die gemeinschaftliäxe Blokade der afrikanischen Kuste. Die Ausdehnung freier farbiger Anfirdelungen an der lcytcrcn werdcn von Cass als ein sehr wirksames Gegengift gegen den Negerhandcl ancmpfohlen', schließlich schreibt er: „Ich bin vom Präsidentsn be- auftragt, anen mitzutheilcn, daß er wohl entschiossen rst, dcn Ver- trag von 1842 getreulich und wirksam du_rchzusuhjren,q1edoch unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht gcionnen ist, [lch 111 neue Stipulationen Betreffs des afrikanischen Sklavenhandels einzulassen.“
London, Montag, 10, Mai, Nachts. (Wolff's Tcl. Bur.) Zn heutiger Siyung des Uuterhauses kündigte Cardwell für den nächsten Donnerstag ein Tadelsvotum gegen das Ministerium an, lautend, das Haus habe besorgt und bedauernd gesehen, das; die Regierung Canning's Proclamation getadelt, wo- durch dessen Ansehen geschwächt werde. Die Opposition applaudirte der Ankündigung und dem ministeriellen Schwei- gen. Russell's Antrag, daß das Unterhaus das Amende- ment des Oberhauses in Betreff des Judeneides Verwerfrn möge, wurde mit 263 gegen 150 Stimmen angenommen. Hierauf stellte Russell den neuen Antrag, daß das Unterhaus in dieser Angelegenheit zu einem Konferenz-Comité mit den Lords zusammen- trcte. Dunc 0 mb e beantragte, daß Rothschild zum Mitgliede die: ses Comité's gewählt werde. Die DiZkussion über diese Anträge Wurde vertagt.
Jm Oberhausc kündigte Lord Shaftesbury ebenfalls für nächsten Donnerstag ein Tadels-Votum desselben Inhalts wie im Unterhausc an. Eine Konvcrsation zwischen Malmesbury und Lord Alderley, wclche Regierung für die Unterhandlungen mit Oesterreich in Betreff des indischen Telcgraphcn verantwortlich sei, blieb resultatlos.
London, Dienstag, 11. Mai, Morgens. (Wolffs Tel.Bur.) Sir Henry Bulwcr ist zum englischen Gesandten bei der Pforte ernannt worden.
Der „Morning - Herald“ sagt, daß wenn die Regierung bei dem zum Donnerstage angekündigten Tadels-Votum in dcr Minori- tät bleibt, zuverlässig cine Parlaments-Auflösung rrfolgen werde.
Paris, Montag, 10. Mai, Abends. (Wolffs Tel. Bur.) Bci der im fünften Arrondissement stattgefundenen Nachwahl haben vorbehaltlich cines Jrrthums der Kandidat der Opposition Picard 10,323, der Rrgierurrgskandidat Eck 8,976 Stimmen erhalten. Picard ist also zum Deputirten erwählt.
Dcr Erbprinz Von Württemberg wird übermorgen in Paris eintreffen.
Statistische Mitiheilnngen.
Die Vergleichung dcr Brutto : Einnahmen des Zoll; yereins währxnd des ganzen Jahres 1857 mit den Erträgen des Vor- jahres ergiebt Folgendes: Cs Wurden im Jahre 1857 vereinnahmt an Eingangs-Abgavcn 26,014810 Thlr. gegen 2:3,5111500 des Vorjahres, an AusgangS: Abgaben 108,013 Thlr. gcgen 220,800, an Durchgangs- Abgabcn 382,050 Thlr. gcgen 379,985, Es stellt sich mithin bei den EingangS-Abgaben eine Mehr-Einnadme Von 465,220 Thlr., bei den Aus- gangs-Abgabcn eine Minder-Einnadmc don 28,853 Thlr., bei den Durch- gangs-Abgaben eine Mcdr-Einnahmc von 2071 Thlr. dcraUs, im Ganzen eine Mehr : Einnahme von 430,338 Thlr., welche einer Steigerunq qeqen die Einnahme des Vorjahres im Betrage von etwa 12 pCt. gleichkömint.
Die aus den Eingangs-Abgaben erzielte Medr-Einnadme, welche, für sich aÜein, nicht ganz 2 pCt. beträgt, ist durch die gcsteigertcn Einnadmen der Vereinsstaaten Preußen, Luxemburg, Sachsen, Württemberg, Baden, Großherzogthum Hessen, Oldenburg und Frankfurt a. M. berbeiqeführt worden, Wochen eine Minder: Einnahme bci z,")annchr, Braunschweig, Baiern, Kurfürstcntbum Hessen, Nassau und Thüringen stattfand., Die Steigerung der Einnahme betrug bei dem Großberzogtdum Oeffen, dei Oldenburg und Baden über 10 pCt., während bei den Übrigen angeführ- ten Staaten diescr Prozentsaß nicht erreicht Wurde. Die Minder: Ein: nahmen erwiesen sich am dcsräcirtlichstcn (iiber 10 pCt.) dei HannOVer und Nassau, was in Bctrcff drs ersteren hauptsächlich seine Er: klärung rn der Mindrrvcrzoljung don Rohzuckor für die Siede- reicn findet. Die Mindercinnahmcn der außerdem gcnanntsn Staaten sind weniger crdcblieh und geben nur zu der Bemerkung Veranlassung, daß die Einnahmen in Bayern fich bereits seit mehreren Jahren vermin- dert haben. Der Ertrag der EingangSabgaben des gesammten Zollver- eins dagegen ist seit drei Jahren im Steigen, und wenn das Ergebniß des ver'stonenen Jahres in dieser Beziehung feine AuZnahme macht, so ist dies um so bcmrrkenswerther, als im Laufe desselben außergervöhnlichc Hinderuiffe, wie die während des ganzen Jahres durch den niedriqen Wasserstand der Schifffahrt erwachsenen Störungen, nicht minder die gegen das Ende deffelben hervorgetretene Geldkrisis, der Ent- wickelung des Verkehrs hinderlich gewesen sind; dazu kommt, daß beim Robzuckcr für Vereinsländische Siedereien eine Minderverzol: lung von 358,098 Ctr. eingetreten ist, was einem Einnahme-AquaU von 1“; Millionen entspricht. _ Aus der Uebersicht der zum Einqanqc verzoil: reti (Gegenstände geht verbot, daß instyesondere die Mehrvérzoijung oon Eixeri uno Eijenivaaren, rohem Kaffee, Getreide und .!)ülscnfrücbtcn, dem: nächst von Baurmvollengarn und baumwollencn Waaren, Kudfervitriol, Soda, Bau- und Nugholz, Holz in geschnittenen Fourniercn, Kupfer- und Mejsingivaarcn, furzen Waaren, rohem und gebleichtem Lrincnqarn, Wein in Fässern, (Homiirzen, Käse, Syrup, Vieh, wollenen, scidencti und halb: seidenen Waarcn erheblich gctvrjen find. Dic Mchr-Einfubr bci Roheisen, geschmiedeten! und faconnirtem Eisen ist namentlich durch “den oermrlwten Betrieb der Hütten: und Walzwerfe, durch den gcstcigcrtrn Bedarf in, den Fabriken und die Anlage neuer Eisenbahnstreckcn veranlaßt worden. Minder- Vcrzollungen von größerer Bedeutung haben Vorzugsweise bci Rodzucker für dcceiirsläudischc Sicdercien, demnächst bei unbearbeitctcn Tabaksblät: tern, geschälte!" Reis, 10 wie auch bei Talg, Oel in Fäffcrn, Rauchtabak in 01011611, Cigarren und anderen Artikrln stattgefunden. Dic Minder: Veronung don Rodzuckcr erläirtert sich dnrci) dic Einstellunq odcr Ver: minderung des Betriebes in virlcn dcr bedrutcndsten Zuckerfatiriken. Oer vertriindert; Eingang don geschälten! Reis findet seine Erklärung in der Preisermäßigung der einheimischen Crrralinr. Hinsichtlich drk Minder: Verzollung won unbearbeitcten Tabaksdiättcrn ist zu bemerken, daß im Vor- jahre, in Erivartrmg einer Erhöhung der TabaközöUe dieser Artikrl weit Über den Bedarf bczo cn wordexrwamvas einc cntsprechcnchbnahmc des Einqanqs im folgenden Jahre 1837 zur Folge hatte. - Anlangend dic Einnäbnie- Resyltaie in den einzelnen Prodrnzen Preußens, so bat eine 10 pCt.“ der vorxährigcw Einriahme Übersteigendc Mchrrimmhmc in den Provinzen Po1en, Wejlpreußen, Brandenburg und Pommern stattgedabt, während in Schlesien dirser Prozrntsay nicht erreicht Will'Öi'. Dic stattgcdabtcn Minder- em_nahmen 1in_d am crhcblichsten (fast 10 pCt.) in der Rheinprovinz aus- gesailen, ivo iolchc ausschließlich durch die Mindcherzolwng don 187,000 C'tr. Rohzuckcr herbcigeführcwurde. WenigerbcträcdtlicdWarrn die Mindcr: einnahmen der Provinzen Ostpreußen, Sachsen und Westfalen.
Von der Mindcreinnadmc aus der Ausgangöabgadc faUrn12,723 Thlr. auf den östlichen Verband, wv cincrseits im Jahre 18.50 noch dc- dcutcnde, aus dem Jahre 1855 dcrrübrcndc Waarendcstäudc zur Aus- fuhr nach Rußland gelangt waren, während 1857 außer dem chfau dieses Transits andererseits 11011) starke Minderweronung von roher Bärrm- ivoUc durch die ungünstigen zionjunkturen in Posen nnd Sachsen eintra- tcn. Eine Mindrrvcrzommg von 10,130 lern. trifft den Westlichen Ver: band, ivo cine Vcrmrndcrung der im Vorjahr schr beträchtlichen (dialmri- ansfuhr nach Belgien eingrirrtcn War, andrrntdriiö ist mrs Baden rmr große Menge Ninddiri) Und Schafe nach Frankreich arrsqrfiidrt worörri, was rixic verringerte 52111671er 0011 Nodchcn Und rodckSWawaU-x 5111" Folge hatte". “
Dic Mrhrrinnadme aus den *Orrrcdgo119S-21bgubrn (2071 Tirir.) 113111 sich (][I das Ergebniß rirwr Mcdrcinnadme in drm westlichenVerband Wr 8371 Thlr. und cincr Mindcrcinnabme des östlichen Verbandes Von 400 Thlrrr. dar. “Die _lcytrrc, Übrigens Urrrrdrblicdc Mindcrrirrnadrrw drrridrr 'm L)]tprcußen aus denselben Gründen, wclciér dcn “2111571111 an der 21115» gangsabgabc Oase!,bst bcwirfterr, '" Schirsicrr rind Brandrmdrrrx] mrs dcm