1858 / 142 p. 4 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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Angekommen: Se. Excellenz ber Wirkliche Gobelins Rath,“

Graf v o n Nen a r d , von Groß-Strchliy. Dcr Erbschenk in Hinterpommern , Graf 1? r 0 ck 0 w v o n

Wickcrod e, Von Krockow,

Abgercist: Der General-Bau-Dlrektor Mellin, nach Bad Tepliy.

Berlin 21. ;uni. Sc. Majestät dcr Köyig haben „Aller- gnädigst gerrkht, dex nachbe'nanntcn-Pßrso-ncn dlc Erlaubmß „zur Anlegung des von des Sultans Ma1cstat thuen derltchcnen Mcd- schidie-Ordcns zu ertheilen, und zWar:

der zweiten Klasse: . . dem vortragcnden Rath im Ministerium der auswartlgen An- gelegenheiten, (chheimen chatrons-Rath Abeken; der dritten Klasse: ' . dem Legations - Secretair von Gundlach, thhcr bet der (He- sandtschaft zu Konstantinopel, und , . . dem Geheimen Hofrath Weymannj im thftcrmm der aus- wärtigen Angelegenheiten; so Wie . dcr visrten Klasse: dem Konsul in Belgrad, Meroni,f dem Geheimen expedirenden Secrexatr Franke und dem Hülfsarbeitcr Sperling be: der Gesandtschaft zu Konstan- tinopcl.

Summarische Uebersicht der immatrikulirten Stu- direnden auf der Akademie zu Münster im Sommer- Scmeßer1858,

Von Michaelis 1857 bis Ostern 1858 find gewesen ........... 476 Davon sind abgegangen ...................................... 6.4 Es find demnach geblieben ................................... 412 Dazu find in diesem Semester gekommen..., ................... 37 Die Gesammtzabl der immatrikulirten Stadtrenden beträgt also 449 Davon befinden fich: ..

n der theologischen Fakultät ................................ 235

In der philosophischen Fakultät .............................. 312

Summa 449

Außerdem besuchen die Akademie, als Hospitanten, die zum „Hören _

der Vorlesungen berechtigt sind .......................... 5 Gesammtzahl 454

Unter den lmmatrikulirtcn Studirendcn sind aus der Rheinprovinz 146, aus der Provinz Sachsen 10, Brandenburg 2, Schießen 1, PAFUÖ- Westprcußen 7, Ostpreußen 6, Außländer 33; näml1ch 15 (1115 dem Komg- reiche Hannover, 13 aus dem (Hroßber ogthum Oldxnburg, 2 aus Luxem- burg, 1 aus Waldeck, 1 aus dem Gro herzogthum Hessen und 1 aus dem

Herzogthum Nassau.

Nichtacktlicheck

Preußen. PotLdam. 21. Juni, Ihre Majest'äten der König und die Königin begaben Sich gestern Vormtttags nach Sacrow und wohnten in der dortigen Kirche dem (Hottes- diensie bei. Nach der Rückkehr empfingen Allerhöchßdicsclbcn auf Sanssouci den Besuch des Prinzen Friedrich von Preußen Königliche Hoheit. Abends begaben Sich Ihre Königlichcn Majcstäten nach Charlottenhof zum Thee, woran auch JhreKöniglichen Hohcitey die Prinzen Karl, Friedrich, Georg und Adalbert Thc1l nahmen.

Berlin, 21. Juni. Se. Königliche Hoheit der Prinz don Preußen traf heute Vormittags um 11 Uhr von Schloß Ba- beleerg im Palais hier ein.. Untertvch hatte Se. Königliéhe Hoheit den Vortrag des Wirlechen Geheimen Mathes Illairo ent- gegen genommen. Im Palms erivartete der Minifter- Präsident Se. Königliche Hoheit, um Höchstdemselbcn Vortrag zu halten. Gegen 2 Uhr emvfing Höchstderselde den Präfidcntcn des Ober- Kirchenraths, Wirklichen Geheimen Rath Von Uksbtkixz.

Lippe. Detmold,18,Juni. DieLandtags-Abgcordncten sind am 15ten in ihre Heimath wieder zurückgekchrt. Während der dieSmaligen kurzen Diät von 8 Tagen haben fie hauptsächlich die Etats berathcn und, wie es scheint, ohn? erbrblicbe Abrveichun- gen Von den Propofitioncn, fcßgestcllt, aber auch noch zwei andere Gegknfiände berührt. Zunächst haben fie nämlich, unter dem 211th druck des Wunsches, daß Prinz W oldcmar geneigen möge, fich bal- digst zu vsrmählen, vom Lande eine jährliche Dotation Von 6000 Tblrn. offerirt, Und dann die Propofition wegen Entschädigung der

der Juden im Betrage von jährlich 500 Tblrn- angenommen, die fie auf dem vorigen Landtage, als die volle Summe zu jährlich 960 Thlrn. verlangt warde, abgelehnt hatten. (Westf. Ztg.)

Sachsen. Gotha, 17. Juni. Der jeyt noch der Finanz; Kommisfion des Sonderlandtags vorliegende Voranschlag zur Staatskasse auf die Jinanzperiovc Vom 1. Juli 1858 bis Ende Juni 1861 zeigt in Einnahme und Angave die Summe von 570,600 Thlr., um 400Tblr. höher als für div vergangene Finanz- Pcriodc. Durch die Ablösung der von der Domame an den Staat abgetretenen &ckij und Zinggcfällc ist ein Einnahme- Abfall von 23,420 Thlr. entstanden und es hat deshalb die Staats- Régiorung auf eincn Auchg zur Deckung dieses Defizits Bedacht nehmen müssen. Sie hat geglaubt, einen solchen darin zu finden, daß se die Postfion für Sporteln um 5800 Thlr. erhöhte, wt'lche Erhöhung durch eine Erhöhung der Sporteltaxe bei Kauf; und Tauschfällen, so wie bei Verpfändung ermöglicht werden sol]. Ferner ist die Grundsteuer mit 73,662 Thlr., anstatt früher 61,377 Thlr., etatifirt.

Frankfurt, 19. Juni. Ja der Bun d thagssißnng vom 17. d. M. Wurden erfolgte Einzahlungen zu dem Fonds für Unterstüyung der Gesellschaft für Deutschlayds ältere Geschjchts- kunde angezeigt, und von dem Präsidium dw Ergebnisse der von der Kassenvcrwaltung über den gedachten Fonds für das verflossene Jahr gestellten Rechnung zur Kenntnis; und Genehmigung mitge- theilt. Jm Vollzuge des Beschlusses vom 15. April 1. J. ließ die herzoglich anhalt:dessau-köthenschc Regierung über die zu Hebung der Beschwerden der Gesannntlandschaft der anhaltischen Herzog- tbümcr getroffenen Einleitungen Anzeige erstatten. Der Gesandte der fre'icn Stadt Frankfurt stellte den Antrag auf Aufhebung der Bestimmung des Bundesveschlusses vom 9, Dezember 1830 [it. 11, Ziffer 3, naa) welcher die Stadt Frankfurt für ihr Kontingent zum Bundesheere, ansiatt jedes fie treffenden Kavalleristen und Artlleristen, 3 Infanteristen zu stellen hat, indem diese Bestim- mung unter den gegenwärtigen Verhältnisscn cine drückeade Ueberbürdung veranlasst. Der Antrag wurde dem Llusschusse in Militair-Angelegenyeiten zngewicsen, Dieser Ansscvuß legte ciycn Bericht der Militair-Kommisfion, in welchem die Beibringung dor noch fehlenden Notizen Über die Eisenbahnkn Deutschlands, und die Vervollständigung dcrsklbcn in Anregung gebracht wird, der Versammlung Vor, und es ersuchte diese die betreffenden Regierun- gen um geneigte Bcrückfichtigung dcr Militair-Kommisfion, Dkk Von demselben Ausschusse Vorgelegte Ve1pf1ichtung drs UW“- ernannten Kommandanten drr BundeSfc-stung Luxemburg für den Dienst des Bundes Wurde der Vorschrift entsprochend befunden und die chfallfige Urkunde in das Bundes-Archiv hinterlegt. Für den Festunngau zu Ulm stellte die Versammlung der Mi- litair-K'ommisfion einen Betrag aus dem Reserdcfonds, zu Bestei- tnng der 11017911 einiger unvorhergeschcncr Bedürfnisse, zur Verfügung. Eine Eingabe des Herrn Bischofs won Mainz vom 7. v. M. in Bezug auf die Wicderherstcllung der als Garnisonskirche benugten Stephanskirche zu Mainz wurde, im Hinblicke auf den Bundes- beschluß vom 6ten v. M., den durch die Puloer-Explofion Vom 18. November v. J veranlaßtcn Schaden betreffend, in welchkm auf die (Barnisonökirchen zu Mainz bsroits Bedacht genommen iß- dcr (Großherzoglichen hesstschon Regierung durch Vermittelung ihres Herrn Gesandten zur thunlichstcn Bcrückfichtigung empfohlen. Einem vormaligen Marine-Beamtcn lies; die Versammlung auf sein Ansuchen im Wesentlichen die (Hründe knnd geben, aus welchen der von ihm erhobene Ansprnch auf cim: Pcnfion aus Bundesmitteln als unbegründet erkannt und abgelehnt worden war. Endlich genehmigte die Versammlung die Aritheilnahme des hessen-homburgiscben Kontingents an Waffenübungen der zu Frank- furt garnisonirenden Bundestruppcm und Nellie die weiteren Ein- -leitun_qcn hierzu dcr landgräfticyen Regierung und dej11OberchKom- mando hierselbst anheim. (Jr. Vl.)

Nassau. Wiesbaden, 18. Juni. Zu der heutigen Sixzung dcr Stän d e- Versam m l u 11 g Wurde eine Vom Regierungs- K'ommissär Übergebenc Proposition, die Anforderung von 6000311. als Juschuß aus der Staatskasse für die Aufbessc'rung dcr Schul-

ki

lehrergehalfe betreffend, dcm Budget:?lusschuß überwiesen.

VJürttemberg. Stuttgart, 18. Juni. Die Ständc- vl'rsammlung ist bis zum 5. Juli Vertagt, um den A1:Eschüsscn Zeit znr Vollendung ihrer Arbeiton zu gönnen,

Großbritannien und Irland. London, 18. Juni. In der gestrigen Oberhaus :Sigung überreichte der Bischof don Oxford eine Petition aus Jamaica, in welcher Vcscksvcrde darüber ge- führt wird, da die spanische Regierung fortlvährend die den Sklaven- handel bctre'cnden Verträge Vorlege. Zugleich begehrt die Bittschrift, daß Maßregeln ergriffen jvcrdvn mögen, um Spanien zur Erfüllung seiner vertragsmäßig cingegangcncn Vcrbindlichkeitcn anzuhalten. Er glaube so- gar, daß Pcrsonon. die dem spanischen Throne nahe ständen, aus dem

Rentkammer für die weggefallenen Schuy- resp. Konzcsfionsgcldcr

cubanischen Sklavenhandel pecuniairen Vortheil zögen. England sei in

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“eder Wei e ver* ichtet, darauf zu sehen, daß Spanien die Bcstxmmyngen 13er VcrtLäge chtreu'lich erfülle. So lange ÖW Sflapen - Ctnfuhr nach Cuba fortdauerc, Werde stets die Gefahr Vorha'nhen sem, daß Eng- land in eine bkdenkliche Kollision mit den Verexmgten Sxaaten von Amerika gcrathe. Spanien müsc gezlvungen Werden, das fur Cuba zu thun, Was Portugal fürBrasilicn gethan habe. Lord Vrougham spxach in ähnlichem Sinne. Der Earl von MalmeShury bedmwrle, daß dtcsexr Gegenstand in anderen Ländcrynlcht' das glcrche Jntercsse cx1'cge, 11111“ in England. Jedes englisch thjtcruzm babe Versucht, Sp9mcn zu bew, anlasscn, daß es in der Sache“ seine! Pfl1cht thuc; Alle Bemuhungen abel seien vergebens gchscn; denn die jpamscYe Regtcrung habe ,dcnselben 'das furclxtbarste Hindernis; cntgcgsngcscgt, jzamltch den hartnäcktgsten passWen Widerstand. Daß man das zur Vcrhmderuns? dcs Sklavenhandels be- ßimmte ©8schrvader nach den cubanischen Gelvä“ crtx gesandt hahe, statt .es an der afrikanischen Küste zu lassen, halte. er fur emen bedxauerltcheijitßZ tiff. England und die anderen europätschcn Staatßn hatteg s1ch_ stets Festrcbt, Cuba für Spanien zu erhaltsn und gegen fezndltche anaswn zu schüßen. Wenn aber Spanien fortfahre, [1ch so getmsscnlos zu benehmen und eine solche niedcrträchtige Undanlbarkett g_egcn Englgnd“ an dey Tag zu legen, so werde die englische chgrerlmg, [13111 Varrel fur Spanten zu ergreifen, dasselbe den Folgen semcs Handelns ubcrlasse-n. Earl Grey rügte das Benehmen dcr franzöfiscbxn und der amerxkamschcn Regierung. Dcr legteren gegenüber räth er dre größtYVoxßcht ynd Langmutl) 'an. Der Earl von Ab erdccn begreift nicht, lvre Hre engl1schcn ch-Offizzere im Golf von Mexiko, Wenn sie ihren Jnstructwnsn treu gebltcbcn sm_d, fich frevclbafte Gewaltthätigkciicn haben. zu Schuxldeq kommen lassen. (xs wird beschlossen, die Petition auf den Ast!) des zoaujcs mcderzulcxget). , n der Unterhaus : Siyung wurde die Debatte über dW 1ndt- schen Resolutionen wieder aufgenommcp. Die sechste Resolution kouxmt zur Sprache. Sie lautet: „Die Mitglrcdcr des zu ernennendcn T_hetlcs dcr Rathökammcr sol1cn als allgemeine Regel unter den txorertvawatßn Bedingungen Von Jhrcr Majestät ernannt jverhen, und,mmdestens d1e Hälfte der zu jvählxndcn Mitglieder soll dc11 glelch-cn Bcdmgungen untcr- worfcn seln.“ Lord Etanlcv bemerkt, dte Regterung habe dßn Plan, daß von den fünfzehn Mitgliedern der Rathskannner acht (Zurck) dre Krone zu crncnncn und die sieben übrigen von dem gegenwärtig vorhandetzen Direktorium der Ostindisawn Compagnie zu erwählcn 1cien. Wenn cm'e Stelle Vacant jvcrde, so solle die Neuwahl ablvechselnd der Krone und der Rathßkammer zustehen. Lord Palmerstonxrätl) ,er Vertagung der Diskussion über diese Resolution, damit dem Hajuse 3911 vergönnt werde, sich den Gegenstand rciflichizu überlegen. SUZWI Erachtens “muß dén Grundsäßen der britischm Verfassung „zufolge dle erantlvorthkett fur die Ernennung der Rathskammer-Mitgltcdcr den thstern der Krone zu- fallen. Der Schaßkanzler schlägt Vor, die aukjs Zusammncyscßung dlzr Ratbskannner bezügUakcn Artikel 6 und 7 vorläupg_wcgzglaßcn und UE Debätte bis zu dem Augenllicke zu de_rschiebcn, ivo dze chterungSyyrlage gedrucktscinwerde. Lord Stanley'brnxgt eine auf dxc berclts angenomme- nen fünf Resolutionen grstüßte B1ll cm, und dlxselbe Mrd zum ers1cn Male verlesen. Die zlvclte Lesung Mrd auf nachstcn Donnerstag an: beraumt. - 19. Juni. Der Herzog und die HerzOJin Von Aumale statteten geßern Ihrer Majestät der Königin einen Besuch in Buckingham Palace ab. Der König der Belgéer besuchte gestern die Herzogin von Kent, die Herzogin von Fambridge uud_ de_n Herzog von Cambridge im Palaste von St. James. Dex Kömg der Belgier empfing Besuche Von dem Prinzen Augusi von Sgchset1- Coburg, dem Herzog und der Herzogin von Anmale, __dcn1 Herzog von Nemours und dem Prénzcn von Zoiuville. Dée Kömgm gab gestern Abends ein Konzert. . . , . In der gestrigen Unterhaus-Slßufng crklarte F1ß,gcrald m Ermlderung auf eine Frage Horsfa ll's pxe „Angabe, das; dre Vollmach- ten der Vertreter der vxrbündctcn Mächte m China nenexdings beschränkt worden seien, für uurichjig. Bright drückte dyn Wun1ch aus, daß die Regierung das Haus von dcm Stande der Bcztchuugcn zu Amerika in Kenntnis; soßen möge. Fißgcraldz hält es für nicht rath1am, diesen Gegenstand jcyt zur Sprache zu brmgcn, da die Anrcgnng dcss_clbcn 'in England und Amerika Besorgnifsc erlveckcn könnte. Wenn englixxherscits Unrecht begangcn Wordcn sei, so werde die Regierung daffclbc offen ein: gestehen. Dic Nachrichten Von den sogenannten britischen Frchlthaten seien offenbar Übertrieben. Doch glaube er garn, das; die amerikanische Rxgie- rung bono. 11:10 gehandelt habe. Auch werde sich mit derselben Wohl nach Feststellung der Ereignisse ein Abkommen in Bezug a'uf Maßregeln zur Unterdrückung dcs €llabenhandels treffen lassen. Das Dawd- suchungsrccht sci yon der Regierung der Vereinigten Staaten nie aner-

kannt lvorden, und die englischen Kronkuristen seien drr Ansicht, daß Eng: ,

land nicht dus Recht habe, amerikaniche Schiffe zu visitircn. Es Würde

der englischen Regierung nicht gczicmcn, dies nicht clnzugestehcn. Die ,

Regierung Ihrer Majcsjät ziehe in Erwägung, ob es nicht Wünschens- 1Vcrtl) sei, das englqkhe (HMschWadcr aus den cubanischcn Gewässern zu entfernen. Den engli1ckcn Scc-Offizieren scien' seit den ihnen unter der Regierung Lord Abcrdccn's erthciltcu Znstructioncn keine neuen Zn- structioncn ertbeilt [worden, außer insofern, als man sie angewiejcn habe, mit der 914315th Vorsicht u Verfahren, Roebuck rügte den Ton,„ dessen sich der Kongreß in Washington bedient habe und der anständigxr und gcbildctcr Leute nicht Würdig geMscn sei. England sci bestrebt. gute Beziehungen zu den Amerikanern anf- rccht zu erhalten und dabci die Rechte Großbritanniens zu verlhcidigcn,

ohne die Bürger der Vereinigten Staaten zu beleidigen. England sei es *

eben blos darum zu thun, cinen grünlichen Frevel an der Menschheit, dcn Sklavenhandel, zn untxrdrückcn. „Zu diesem Zlvxckc seien geiviffe Instruc-

1ioncn exthcilc lvordcn und cs sci möglicl)_, daß junge Leute sich durck) ; 1l_)rcn Eifer hätten Vcrlcxtcn lassen, ihre Jnjtructloncn cin Wenig zu übcr- '

schreiten. Im Allgemeinen jedoch glaube er, daß die englischen Offiziere blos ihrc Pflicht gethan hätten. Lord J. Russell legte den im Kongreß zu Washington gehaltenen heftigen Reden gegen England keine große

Wlchtigkeit bei. Der gemäßigten Rede des Herrn Flygerald schenkt er seinen Beifall. Lord Palmerston meinte, daß die in Bezug auf diese Angelegenheit so vielfach Verbreiteten Gcrüchte hauptsächlich von Skla- venhändlern angcgangen seien. Die Regierung der Vereinigten Staaten habe stets den Wunsch kund gcgeben', dem scheußlichen Menschenhandel Einhalt zu thnn. Er hoffe, daß Ihrer Ma'estät Regierung diex der Vereinigten Staaten Veranlassen Werde, das; sie amerikan'qche Kreuzer nack) Cuba senden Wards, um den Mißbrauch der amerikanijclxn Flagge durch Portugiesen, Spanier und Banditc'n aller Nationen zu verhindern. DerSchaHkanzler bemerkte, die englische Ne- gierung habe, um dem Piratenthum der scheußliclystcn Art ein Ende zu machen, die Regierung der Vereinigten Staaten gcbctcn, ihr Mittel vor- zuschlagen, durch Welche dem Uebelstande Einhalt gethan Werden könne, und sie habe ihre Bereitwiüigkeit attsgedrückt, mir der amsrikanischen Regierung zur Lösung der Frage zu cooporiren. Eine Antivort sei noch nicht eingetroffon, doch glaube er, man dürfe die Sache nicht in einem zu düsteren Lichte ansehen. In Bezug auf alle großenPrinzipien der Politik herrsche im Allgemeinen Uebereinstiunnung zwischen den beidenNegierungen. Auch sei eigentlich kein hinreichender Grund Vorhanden, dcr Arngbn oder Eifersucht zwischen ihnen Veranlassen könnte. Eine vorübergehende ge- reizte Stimmung Werde das gute Eindernehmen zwischen den beiden Ländern, dcss-en Er altung so lvünschcns1vertl) sci, Wohl schwerlich stören.

Frankrei ). Paris, 18. Juni. Der „Moniteur“ meldet,

das; am 13. die Natificationen des Vertragks Vom 16. November 1857 zwischen Frankreich und Baden wegen des Baues einerfesten thin-Brücke bci Kehl angewechselt wurden. , Der Kaiser hat den Senats-Beschluß vom 14. Mai Über die Kompetenz des" hohen Gericht§hofes am 14, Juni bestätigt, und der „Moniteur“ veröffentlicht heute nebst dieser Meldung den be.- treffenden Beschluß, dessen stehen Artikel lauten:

Artikel 1. Der durch Senatus-Consult vom 10. Juli 1852 organi- srte hohe GcrichtShof erkennt Über Verbrechen und Vergehen, Welche durch Prinzen der Kaiserlicher: Familie und der Familie des Kaisers, durch Minister, Groß-Offizierc der Krone, durch (Hroßkreuze der Ehrenlegion, Gesandte, Senatoren und Staatörätho begangen Wurden. Dennoch aber bleiben die Wegen auf den Militairdienst bezüglicher Thaten verfolgten Senatoren, dcm Milttair-Geseßbuchc für die Land- und Sce-Armcen ent- sprechend, durch die Militair-Gericht:?barkeit abzuurtheilcn, Art. 2. Bertl t die Verfolgung ein Vergeben, 10 wird nach Art. 11 und 12, ZZ. 1 und , 13 und 14 des Senatus-Con altes Vom 10. Juli 1852 verfahren. Die Aburtheilungs-Kammek (01mm ['S (16 ]uZtkment) wird ohne Beistand der Jury urtlyeilen. Aber in diesem Falle Werden ihr der Präfid-znt dss Casa- rlonshofes und die dreiPräsidcnten der Kammer dieses Hofes oder an deren Stelle die fie Vertretendcn Räthe beigxgeben Werden. Der erste Präsident führt den Vorsiß. Art.3. WennM'mistsr VomSenate inAnklagszustand verseßtWerden, so wird auf Grund des Art. 13 der Constitution die Aburtheilungs- Kammer des hohen (Herickytshofes durch kaiserliches Dekret zusammen- bcrufen, worin der Sisungsort und der Tag der Eröffnung der Debatten bestimmt ist. Art. 4. Wenn der Angeklagte oder Angeschuldigte für schuldig erkannt ist, so spricht der 5056 Gerichtshof die vom (Heseße fest- gestellte Strafe aus. Art. 5. Die in Art. 1 bezeichneten Würdenträger oder hohen Staatsdiener, egen Welche ein Fksthaltungs! odcr Haftsbcfehl erlassen Wurde, sind ihrer Zunctionen provisorisch enthoben. Art. 6. Kein Mitglied des Senates kann Wegen eines Verbrechens, Vcrgshsns oder einer Uebertretung, Worauf (Hefängnißßrafc geskyt ift, Verfolgt oder ver- haftet Werden, ohne daß die Ermächtigung des Senates zurVerfolgun vorhergcht. Das Verhaftungs - Protokol] im Falle der Bctretung au? einem Verbrechen wird dem Senat durch den JUstiz-Minister unVcrzügllcl) übermittelt, und entscheidet dicser vorfonnncndénfalls Über die zu er- thcilcnde VerfolgungS-Ermächtigung. Diese Ermächtigung ist nicht erfor- derlich, Wenn es sich um Militair-Dienstsachcn handelt. Art. 7. Alle Bestinnnungcn des Senats = Beschlufscs Vom 10. Juli 1852, Welche nicht durch vorstehende Artikel aufgehoben Werden, bleiben in Kraft.

_ 19. Juni. Die Vereinigung dss Y.Uittelmeer-.1md Ocean- Geschwaders, leZteres mit dem Standorte Brest, in Chexbourg, ist ]eyt eme angcmachte Salbe,. Am 7. Juni brach Admiral Romain Dcsfosfés Von Toulon auf und wird bis zum 30. Juli nakl) 11m- segelyug dcr pyronäisÖen Halbinsel in Brest erwartet, während Admtxal Furien de la (Hraviäre am 15. Juli Das Adriatischc Meer Verlajscn und dem Miltßlmcsr-(Hcschwader mit seinem Linixn-Dampfcr 11c1che1len soil, indes; einc Dampf-Fregattc an der albanischen Küste Verblctbt. Der Kaiser wird mit dem gesammten glänzcndcn Dcppel- Geschwader von Cherbourg nach Brest fahren.

Der „Constitutionnel“ brirtgt folgende Mitthrilung: „Mehrere österreichischc Blätter reden fortwährend Von 111110“th Truppen, welche in dcr Unxgegcnd Von Grahowo zu dym Zwecke, die Mon- tesxcgrincr anzugrcich, zusannnengezogmt wurden. Die von der Pforte eingegangenen förmlichen Verpflichtungen, gcgen Montenkgro nichts zu unternehmen, gcsatten die Annahme nicht, daß dioscVor- kchrnngcn dicses Filrßcmhum bedrohen könnten. Die 111 Rede stehen- den Trnppcn sollen vielmrhr filr, dicHerzcgowina und BOInicn be- ttinnnt sein.“ Zugleich erklärt der „Constituxionncl“ dic (RUMOR vox] etncm zwischen Ocs1crrcich unk- dcr Pforte Wegen VOSUKU und dsr erzcgowina mbgeschlossenen Vcrtmgc fÜr grundlos.

Cine tl'll'gl'sPhUM Depcxchc, WLW)? dcr Marim-Minister bc.- kommsn hat, kündigt an, daß die„Ja1xpc111111sc“ 1*o1'(§*:1*al*osa ang?- kommen 111, mcldct aber noch nichts von der Jifxcksalgt't dex"; „El)lan“,

'-5_20. Zuni. WU" der heutige „Monilcm“ meldet, hat die seöléste Konferenz wegen drr Organisation der Donan-Jürstcn- thümcr gestellt slangcfundcn.

Das amtliche Blatt Meldet scruer, das; dir gcßcrn WU WM