1905 / 83 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 06 Apr 1905 18:00:01 GMT) scan diff

die Bureaudiätare B (“3 r an e r , Bernhard, S choele, Crone, Seehandlungskassenfekretären und

der Bureaudiätar bei dem Königlichen Leihamt W en dt zum Leihamtssekretär.

Obnin , Keue, homas, LeFmann zu

Ministerium für Handel und Gewerbe.

* Bei dem Berggewerbegerichte zu Beuthen OS. ist der Bergmeister Wiester daselbst zum ersten SterertretYr des "Vorsißenden untkr gleicher Betrauung mit dem Vorstß der Kammer Ost:Veuthett und mit der Stellvertretung im Vorfiß der Kammer Süd-Beuthen des Gerichts ernannt worden.

Zum 1. April d. Z, sind verseßt worden:

Gewerberat Tschorn von Berlin nach Marienwerder zur zunächst kommissarischen Verwaltung der dortigen Regierungs- und Gewerberatsstelle,

Gcwerberat Ermlick) von Dortmund nach Berlin unter Verleihung der SteUe cines gewerbetechnischcn HilfSarbeiters bei dem Polizeipräsidium,

die (Hemerbeinspekwren: Gemerbcrat Max Fischer von Marienwerder nach Berlin 111 (Potsdam), Gewerberat Kattentidt von Schleswig nach Dortmund, Gewerberat Niemann von J shoe nach Kiel, (Hewcrberat Knoll von M.-Gladbach nack) erlin Z., Gewerberat (Harnn von Danzig nack) Stettin 1, Gewerberat Dr. Spruck von Hildesheim nach Wandsbck, Gcwerberat Nemerß von Kielnack) Schlsswig, ulius Schul, von Magdebnrg nach Paderborn, Dr.

ittrick) von Haderborn nacb HildesHeim, Steinhäuser von Stettin nack) JHLHOO und Dr. Welzel von Aachen nach Berlin 0. in der bisherigen AmtSc-Zigenschaft,

die Gewcrbeaffessoren: Kaufmann von Iserlohn nach Marienwerder, Lüdemann von Cassel nach Flensburg, Dr. Burgaß von Magdebnrg nach Aachen 11, Kern von Solingen nach M:(§ladbach, Dr. Klein von Posen nacb Graudcnz und Dr. Urban von Duisburg nach Magdchrg ]] unter Ernenßung zu Gewerbsinspckrorew.

DU“ Gemerbeassessor Dsbusmann in Saarbrücken ist zum Gewerbeinspekwr ernannt und mit der Verwaltung dsr Gewerbeinspektion in Saarbrücken betraut worden.

Den ererbeassefforen Dr. Neiße! in Frankfurta.M.11, Dr. Gundermann in Dortmund, Karl Kl-Zin in Düssel- dorf, Schmitt in Berlin 80, Liebrecht in OSUabrÜck und Hekrdegen in Erfurt ist einc ctatSmäßige Hilfsarbeitcrftelle bsi den 11czeichneten Gemerbcinspektionen verliehen worden.

In der Zweiten Beilage zxxr heuti en Nummer des „Reichs: und Staatsanzeigers“ M eine enchtmgungs- urkunde, betreffend eine Anleihe der Deutschen

Continental-Gas:G8sellschaft in Dkssau, veröffentlicht.

Yichtamtliche5.

Deutsckzes Reich.

Preußen. -Ber1in,t_3.April.

Der Bundesrat versammelte sick) heute zu einer Planar: sißung: vorHer hielten dkk Ausschuß fÜr Handel und Verkehr und die' Okrcinigten Ausschüsse für Handel und Vékkkhk und für Fustizwesen sowie die vereinigten Ausschüsse für Nochnungs: wesen und für Handcl und Verkehr Sißung-xn.

Laut Meldung des W T. B.“ gebt S. M. S. „Hansa“ mit dem Zweiten Admiral des Kreuzergcschtvadcrs, Kontrc: admiral Grafen von Moltke am 8. d. M. von 211710!) nach Futschau in Set'.

S. M, Flußkanonenboots „Vaterland“ und „Vor: wärts“ sind am 4. April in Zchiakwan (Nanking), S. M. Yußkanone'nboot „Tsingtau“ ist an demselbcn Tage in

mscban 11110 S. M. Torpedoboote „Z 90“ und „Tafu“ sind qestcrn in Tsingtau eingstroffcn. kk ausreisende Ablösungstramsport fÜr S. M. S „Condor“ ist mit dem Rcich§p0stdamvfer „Scndliß“ geslcrn in Frcmantle eingetroffen und hat an dcmsslben Tage :? Reise nacb Adelaide fortgeseßt.

Tor Dampfer „Ednard W09rm0nn“ mit der 2. Ttaffsl des Marinch'weditionskorps an Bord ist auf dLrHsßm: reife am 3. AVU]. Las Palmas 009210115811 21710 alsbald von dort wsiteracgangen.

Dcr Tampfsr „Frankfurt“ mit 08:11 Transvort der abgelöstsn Besaxznng von Kiautscbou an Bord ist am 2. Avril in Kalfmxa cingetrokfsn und hat an dcmselben Tage die Heimreiss fortgese'tzt.

Wiesbaden, 5. Avril. TL: 39 Kommxxnallandtag des Regiernngsbezirks Wiesbaden warrebxute, Mittaas 1211br, "durcb "cen steUVertretenren Landkaßskvmmiffar, Königlicbön NézierUngS- präüdénten Hengstsnberg mit einer Akxsrrache eröffnet.

Als UlterZVräfikent übernabm kcr Gekeime Justizrat Hilf- Limburg d'en Vorfis cnc brachte? ein von der Versammlung begeistert aufgenommSncx- Hoch auf Seine Majestät den Kaiser und König aus. D:? VNsammlung wählte ""Mann zum Ersten Vwrfi§7nken dkn Eebsimen Justizrat Tr. Humser-Frank- fun a. M. und zu BMW SthXrtrerer ksn Justizrat Tr. Alberti- Wieskakcn. Nach der Wahl der Schriftkübrer unk Begrüßun der in die Kérrerscbaft [1711 einsetreteuen Mitgliérer Sanken einige Urlauéégesucbe Erledigung. Aach stellte der Vcrßssnkx den (*Im Lanre-ZauZschaß zum Laneraffeffor neu géwäbltén Getiäxtsaffeffcr ?( u,; Usttn dem Kommunal- landjaze vcr. Zur N::brrüfung dsr Neuwaklen zum Kommunalland- tage wurden 'die Wablakten an die Refexenten _vetteilt, woran? der VOlfianké yon dea einzzegangenxn Vorlagen „Kennjnés. cab. Diese wurden den einzslrxen Auerhüffen zur Vmb-xxeitung 1:2“: Vkscblußfafsung ore: auch direkt rsm Plenum ke; Kommunallanktaés überwiesen. Als AuZ'chüsZx watrrn gekilrejx ker Finanzauxschuß', rer Wegxbaa- aussekuß, Ték Recknunsévrüfungsauéschß, “k?! Eingaben- m d Beamtén- auSqu. Ter W::bloorschlagkaussckouß, m:: wegen T€? benotftebenden Neutrakl eines Lankeébauxtmanns ein ScnxetzuSschß für Vcr-

bereituna dieser Wahl; In eine; Untkrkryzbunz dcr Sisung wählten die einzeTnen Aysscbüxre alsbald ikke _Vorkxsenken, kirsn Namsn in L der fogleich wiexer aufgenommenen SWMZ bekannt gegeben warden.

Württemberg.

Die Kammer der Abgeordneten se te gestern, wie „W. T B.“ meldet, die Generaldebatte über den tat fort. Der Mmister des AuSwärtigen Freiherr Von Soden gab dabei die Erklärung ab, daß durch die geplante Betriebsmittelßemeinschaft_an dem Bewilligun Stkcht der Kammcr bei Anschaffung don BetriebSmrtteln für die Eisknba n nichts geändert werde. In Zukunft werde die Einstellung der Forderungen in den Etat statt durch die Generaldirektion durch das Gemein- chaftßamt geschehen. Der Minister erklärte weiter, daßibm persönlich eine Betriebs- und Finanzgemeinscbaft lieber gewesen sein würde, da die Betriebsmittelgemeinschaft die Verkehrßumleitunßen nichtbeseijigen werde. Eine Betriebs- und Finanzgemeinschaft b_a e er jedoch nicht erreichen können. Entspreche aber die Betriebémlttelgemeinscbaft den Erwartungen nicht, dann werde durch die Macht der Verhältnisse etwas andeves an ihre Stelle gesetzt werden.

Deutsche Kolonien.

Ein Telegramm aus Windhuk _m Deutsch-Südweft- afrika meldet, tmc „W. T. B.“ benchtet, folgende Verlute:

Es find efallen: im (Gefecbtbei Groß-Heusis am 26. ärz Leutnant der eserve ElSUer, früher im usaxenregkment Nr. 16, und Reiter Karl Schimmel, geboren am 25.5 ugust 1883 zu Besse, früher im Füfilierregiment Nr. 39, bei Kranxzplaß, nördlich von Gibson, an demselben Tage Gefreiter Gustav Herrmann, geboren am 20. März 1881 zu Ropn, früher im Feldartillerieregiment Nr. 56, und Reiter Max Ander1eck, geboren am 18. Juli 1878 zu Polsniß, früher im Feldartiüerieregiment Nr. 21. ».

Oesterreich-Ungaru.

Der Kais er ist gesiern abend von Budapest wieder in Wien eingetroffen.

_ Die ungarische liberale Partei beriet, dem „W. T. B.“ zusolcxe, gestern daxüber, welche Faltung fie in der heutigen Siyung des Unterbauses annehmen olle, _wenn der Abg. Kossuth den Antrag stelle, den Beschlufzdes Präsidenten des Unterhauses Yom18.NOVLmber v.J., [)(-treffend djs: Revision der Hausordnung, für un ültig zu erklären. Auf Vorschlag des Minisjerpräfidknten Grafen iSza wurde beschlossen, daß ein Mitglied der Partei bei der Beratung des Antrages den Standpunkt der Partei kurz dahin k_€nnzeichnen sone, daß fie für die Ablehnung des Antrags ttimmen werde. Hinficbtlich d_es Antrags, einen_Ausschuß einzusetzen behufs Abfassung einer Adresye an den König, beantragte Graf Tisza, daß die [i_berale Partei dagchn stimmen solle, da die gegen- wärtige Lage für emen solchen Schritt nicht geeignet sei. Die Partei stimmte dem Anfrage zu, da nach dem parlamentariscben Gebrauch in den Adreßausschus3_11ux Mitglieder dex Majorität ewäblt werden und die liberale Partei mttbin ausgescblonen sei. Der inisterpräfident Graf TiSza stellte den Antrag, bci der Vorlage der Adresse im Unterbause einen Adreßentrxurf der [i_beralen Partei als Minoritäts- partei einzureichen. Sch1_1eßlich _skizzterte der Ministerpräfident in kurzkn Worten die politiycbe Situation. Er bob Hervor, daß jedes Ykitglied der Partei, das zur Teilnahme an „der Lösung der Ktißs herangezogen wqrden sei, sowie auch “ker Yéinistetpräsident selb!t_ mix größter ngebung x_md Anpanungsfäbkgkeit bemüht gewejcn keien, die_ Bildung emes Koal_itionskabine1ts zu _er- lichen. Leldkr seren alle Versuche _fehlgexchlagen, der Minister- prä1dknt sei mitbjn genötigt, die promforische Geschäftsführung vor- läufig weiter inHanden zu bqbaltqn. Er wünsche sehnlichst, daß diesxr Zustand so bald wie möglrch em Ende nehme, nicht nur aus sub- jektiVen Motiven, sondern weil er wünsche, daß die falsche Situation der liberalkn Paxxsi bcsndigt werke und daß sie aus dem Zusammen- hang mit_der Regikxunsx befreit _rvkrde, da dcr “eisige Zustand ihre

ofition tm Lande xcbwache. Dre Versammlung Schloß mit lebhaften

ljknrufen auf den Minijterprafidenten.

Großbritannien und Irland.

Zn Brighton (Grafschaft Sussex) wurde gestern, wie „W. T. B,“ meldst, Villiers (liberal) mit 8209 Stimmen gegen Loder (konservativ), der 7392 Stimmen Erhielt, zum Mitglied des Unterbauses gewählt. Die Regierungs- partei hat damit einen Siß verlore'n'.

Das Unterhaus féßte gkstern die Bkratnng des Armee- budgcsts fort. Mehrere Vcexnér takelten die Haltung der Ncgierung gsgenübär dén Freirrjlliscn. Der Prxmxerministér Balfour und der Staatssekretär des Kriégsamts Arnold-Forster bestritten, daß die Regierung 065211 die FrciwiUigen, die 6111211 wesenilicben Teil der eng- lischca Streitmacht kildkxkn, Abneignng empfinxe, aber fia wiesen darauf hin, daß mit Rücksickt auf Die gwßkn Auswendungsn für die not- wzndige bel rsxnäärxr TrUrrsn, die Anfwxndungen für die FreiwiUiz-xn beschränkt werxcn müßtsn. Das Haus müss? wählsxx xrréscbkn einér großéx; Zahl von Freiwiüigcn mit einer aexingxn Ausbtldung und 211181“ zrrar gxringeren, aber'leistunesfäbigeten Frsiwiüigcntrvvrs. Der Antrag, Abstrich? von dem Budget zu machen als Protést gkgen die Haltupg_der ngieruna, wurde schließlich mit 218 gegen 157 Stimmen Verwoxsen. ngxn Schluß der Sitzung riFen verxckpiedéne liberale Mitglie-rkr kes Hauskö rie chierung ,e5tig an. Dabki betontkn sié, daß die Wahl in Bligbton ken Aus- druck der Unznfriedenbeit de? Landss rnit dcr Regixrung bedeute, und verlangten zugleich die Auslösung res Parlaménts. Dkk Premier- mkmistcc Balfour war nickok mehr zugegén; !eine: Abwesenheit Wurde von dem Rkknérn ker Lppcsition scharf fxitifiert.

Frankreich.

Die Königin von England ist gestsrn, wie „W. T. B.“ meldkt, in Marseille gelandet.

Jnfolgs fortdausrnder lärmsnder Kund ebungen der Ztudentén der Medizin gegen den ProZessor Garriel hat Der Dekan dcr mkdizinisckxen Fakultät der Sorbonne beim Unterrichtsministcr BiLnVCUU 5 artin die Schließung

; der mediziniscbsn Fakultät beantragt.

In Paris ist der beurlaubte „Hauptmann Tamwurini, in Oe1scn Wohnung kürzlich bei einer Haussuchung 500, an: geblich für die Milizsolcaten eines privaten Kolonial: umernehmc-ns beßimmte Jnfanterjeuniformen gefunden worden waren, VSrhaftet worden. Ferner wurde in dem V0rorte Puteaux sin Mechaniker namens Meyer verhaftet, in dessen „Hause 8000 kaehrpatronen be: schlagnabmt wurden. Ter Zchwisgervater Tammurinis, der eHemaUge Unteroffizier Vrinat, wurde ebenfalls ver- Haftet. Dem „Temps“ zufolge, glaubt die Polizei, daß es sich um eine militärische Verschwörung handele, die derjenigen gleich?, die der General Maler 1111 Jahre 1812 zum Sturze des Kaiserréichs angezettclt Hurts. Nach einer weiteren Msidung habe die Polizei festgestellt, daß die Verschwörer Etwa 50) alte GrasZewebro beiseite geschafft hätten. Sie besiße auch ene Liste derjenigen Leute, für die diese Gewehre beftimmt gewesen skien. Es seien dies zumeist aus- gediente Unteroffiziere und Kolonialsoloaten, die von einer unxer der Leitung eines" gewissen Vunau stehenden Kolonial- geseUschast angeworben worden seien unter dem Vorwande, daß man ihnen in Südafrika, wo die Gesellschaft große Ländereien best e, Stellung verschaffen molle,

Tas Zuxtoolizeigericht m Havre verurteilte das

' Loleblatt „Eclair“ wegen Veröffentlichung von Aus:

kunftzetteln zu einer Geldbuße von 500 Frank: Und zu

einem Schadener son 2000 Franks an den reimaur ' Advokaten Guiklpt. Der Deputierte Guycxt de EFFI?“ neuoe wurde fretgesprochen," da das genannte Blatt die Aus: kunftzettel nicht von thm erhalten hatte.

Rußland.

_ Das Ministerkomitee verhandelte, wie dem „W.T. B b_er1 tet wird_, in zwei Sixzungen am 4. und 5. d. M. übér m_e ere_chttgung der Polen, Stellungen im Staats= dienst etnzun_el)men, und beschloß, in dieser Beziehung be: st_ek)en_de Beschrankungen aufzuheben. Solche sollten nur für die hoherxn Stellen bestehen_ bleiben. „Die Frage, ob die Umer- beamtengn den ne_un westltchen Gouvernements der Sprache der dorngen_pqln1schen bezw. littauischen Mehrheit der Be: vötlskaxg machtjg sem müßten, wurde in bejahendcm Sinne en re en.

Die „No_1voje Wremja“_“ _meldet, in der am 4. d. M. ab: e_haltenen Stßmxg des Hetltgsten Synod sei endgültig die mberufungetneé-Konzils zurWahleinesPatriarchen

bes [offen worden. _Der Beschluß werde dem Kaiser vorgelegt mer e_n. Dgs Kon ll solle in Moskau stattfinden. Erster K_andjdat fur das ?Yatriarchat sei nach den kanonischen B1: smnmungen der höchste Geistliche der auptftadt, also der St. Petersburger Metropolit N n t o niu s. er Synod werde dem Patriarchen als beratendes Organ zur Seite ste en. Dcr Posten des Oberprokurators werde abgeschafkf)t werden und das Recht des Vortrages beim Kaiser auf den Patriarchen übergehen.

Aus W ars ck an meldet die „St. Petersbur er Telegraphen: agentux“, am 4. und tn der Nacht zum 5. d. ?. seien 77 Per- sonen m den Vorstädten verhaftet und bei ihnen viele Aufrufe und Rcvolyer gefunden worden.

In Krschensw verübte in der Nacht zu gestern cin Unbexannter _eine_n Anschlag (*.-egen den Gehilfen des Polizei: xommtffars K1r11gki m der Nähe des StadtwaÜs, ohne ihn ]edoch zu yerleßx-n. Es gelang dem Tätcr, zu entkommen.

Aus zahlrerchen Orten dcs Bezirks (Gori werden schwere Ausschxeit_ung_en der Bquern gemeldet, die sich besonders gegen dlc (Hexslltchkeit und dw adligen Gutsbesißer richteten. Die Ruhestorcr pl_ünderten, verübten Brandstiftungen, schlägen Waldungen nieder und raubtcn Gelder. Kosaken und Polizei- mannschaften seien gegen die Tumultuanten vorgegangen. C'ine Anzahl Personen sei getötet und verwundet worden.

Italien.

_ Der_ König Ut in Beglcxtung dcs Mmisters des Aeußerxr Tittom und des Martnemmistcrs Mtrabellz) heute früh um 7 Uhr von R0m__zur Bcgrußung des Kaiyers Wilhelm nach Neapel abgereist. _

Bet der Ankunft m_Neapel meldeten sich gestern, wie „W. T. B.“ bkrtcjset, bm dem Kaiser Wilhelm an Bord des Danzpfcrs „Hamburq“ der Prinz Adalbert von Preußen, dcr deutÉe Botschafterraf von Monts mit den Mitgliedern der deut cn Botschcxft m Rom, der deutsche Generalkonsul in Neapel von Rckowskt, dic Kommandanten der_Schiffe „Hohen: zo__llern“ und „Hex_tl)a“__ sowie 018 Spißen dcr_ [taltenischen Be- borden. ?_Oer Kankr jtcdeltq jodann auf die Jacht „then: zollern“ uber. Am Nachm1ttag begab Sich Seine Majestät nach der auf _dem Vomsro gelegenen Van des Generalkonsuls von_ckRckowskt und kehrte Abends auf die' „Hohenzollern“ zUru .

Die Dcputiertenkammerberietgesterndendeutsch-italieni- sche_n_ Handelsvertrag. Gaetani di Laurenzana Frack) sicb gün1_ttgi:bcrken Verttczg aus. De Marinis meinte, dieser ertrag sei weniger schlecht als die anderen; doch müsse man sagen, daß troß des gu_ten thens der italienischen Unterhändler die neuen Handels- be_1timmungen die Lage des Landes, anstatt zu vsrbeffern, verschlechtert hatten. Der Redner sprach seine Freude darüber aus, daß Handels- Vertragswerbandxungcn mit Rußland eingeleitet eien, und wünschte, daß man anch ahnlich? Y_krbandlungen mit den * ereinigten Staaten, England und_ andéren Landern beginne. Graf Arnaboldi führte aus, der dkuUcb-jtalienische Handeléthrag sei bei 20 Artikeln, darunter einigen landwirUchastlicben Erzeugninen, Vorteilhaft, bob aber dem gegßnüber den Schaden hervor, den Italien hinsichtlich seiner Wein- axtsfubr 1:0an werde, und_ ferner die außerordentlicben Erleichterungen, dre der Einfuhr des deutxcben Bieres zugestanden seien, und äußerte, man bab; überhaupt die Jntereern ker landwirtschafjlichen Produkte vornachläjßgt. Er forderte die egierung auf, Schritte zu tun, um eine verbangnißvolle Krifi? zu verbütcn. Die Regierung soüte dak Beispix! Deutxchlands befolgen, das sich als _metsterhaft in der Organqati-er au_s_ komrxtkrzieüem Gebiete erweije und geschickt aus allen Zugerlandmnen, dxe ihm bei den HandelZVertragsverhandlungen geznacbt 1eien, Nasen ztesye. Pantano, der einer der Unterhändler bet ken Han_del§vertragéVerhandlungen gewesen ist, erklärte, durch die neuxn Vsrtrage eclange man asics, was man unter den gegenwärtigen, de_randkrten Verbältniffen Habe erlangen können. Der Bericht- xrxtattex Cbimirri erklärte, das_Ziel der Regierung und ker xtalieniscben Unterhändler babe 1etn müssen, von ken Be- stimmungen des Vertrages__ Von 1891 so viel als möglich aufrecht- zuerbalten. _Den italiennchen Unterhändlern hätten die deutschen Agrarier x_mt ihren Forderungen gcgenübergestanden; die Unter- bandler Haften alle ihre Bemühungen Darauf gerichtet, die Jntereffen_ der italienjschen Landwirtscöaft zu wahren. Der Redner schloß mrt der_ Aufforderung an die Kammer , dem Vertrag“: zuzustimmen. Hierauf erklärte der I.)?inister des Aeußern Tittont die abgeschlossenen Verträge seien nicht allein in kommerzieller. sondern auch in politischer Hinficbt von Bedeutung, indem sie die guten Beziehungen Italiens nzit den Nachbarnationen ficherstellten. Jn Er- wihexyng aus die Auésübrungky des Grafen Arnaboldi erklärte der Mtnnter, di: Klausel__k_)er Meqtbeqünstigung sei eine Not!!)mdigkeit und_ kiste einen gewtnen Voxtcil. Den Ausführungen Cbimirris scblteße er fich an und erkläre, daß die gemachten .Kon- zesfionen und die erlan ten Vorteile sicb vollständk das Gleichaxwickt_ hielten. _ um Schluß bewnte der Minister. die Wichtigke1t_ dxr Bestimmung zum Schnee der Arbeiter und diejenigexezügltch rec schiedeZerichtlicben Anstra ung von Streitfraaen und emxxsabl rec Kammer !) e Annahme des Äertrages. Der Ack??- baumin_ixter Raya deutete die Schwierigkeiten an, denen rte italienikchen Untecbändler wegen der agrarisch-fchußzöllnerisckkéü Strömung in Deutschland begegnet seien, und führte auI, CS seéen die bestmöglichen Resultate erzielt worden, unter wirksamer Wahrung ker wichtigsten Interessen Italiens. Die Be- fürchtunzen wegen der Meistbegünsti ungsklausel seien ungerecht- fertigt. Der Handelsvertrag _werde talien auf 12 Jahre em? ftieoliche, rubiae Tätigkxit aus einem der Hauvtmärkte der WSU sichern. Der Schaßminnter Carcano befürwortete gleichfalls rte Annahme des Handelsvertrages und rühmte den freundschaftlicben Geist, der bei den Vertra Svecbandlungen obgewaltet habe. Die Be- ratung wuxde hierauf Xchloffen. Ueber den einzigen Artikel dé? Vorlage wird geheime stimmung erfolgen.

Sahneden cmd Nouveau.

_Die RegierunÖ hat gestern, wie „W, T. V.“ erfährt, *- Rerchsta einen esehentwurf, bene end die Fetstsevuna k" Strafbetimmun en für gesells aftsgefäbritbe Au; stände der Sozia demokraten, e1n3*bracht. Der GUMMI“ warte einer Kommission überwiesen.

„außergemob

bedenklichen Finanzlage zu, indem wir die Besserstellung der

Amerika. S

. * -- ' der Vereinigten taatenhat, wie DW RÖg-Zerxxuéet, die Re ierungen_ von Groß: „W. T*ien. Deutschlayd YU. ?_rankretch xrsucht, ]e b_rttann en,ieur als Mttglted _ur den Betrax der emen ZYJanajkommissiop zu bezetchnen_. Dte Negterung Ist mu djerussischeReg'erung davon_m_Kenntms geseßt, hat ernktk Veri t des Gesandten der Veremrgten Staaten in daß_1au ie Bewegung gegen die Ausländer in Vextng. em arakter und threr Ausdehnung nach keine Chtna 19T, „lich? Bedeutung habe,

ington wird, dem „Reuterschen Bureau“ zu:

I" Wash * Ansprüche aller Nationen gegen die "folge, geplaanisFT Republik durch eine internationale Tu lassen, deren Urteil endgültig sein

Mika n prüfen_ _ _ glaube, dix ZMÜKLEFLW werde;) dteVleJFF EZM

' europat en a 8 gegen en or ag er wendungen beeffend die Erhebung der dominikanischen ZöUe

Regierung„ i c Beamte, beseitigen. durchJßmÉleYHckZ ist gestern Dunne (Demokrat) mit 24248

Stimmen Mehr eit egen Harlan (NLPUblikaner) zum Bürger- meister gewählt wor en. Asien.

DLX“ General Linew1tsch_- hat, dex _„St. Petersbuxger Tkqux-Agcntur“ zufolge, dem Krteg Imtmster telegraphtert: Ruß Mulden ist der Vertreter des rusfischen Roten_Kreuzes (Goucbkof1 mit neun barmherzigen Schwestern, 26 hoben arztlicben Beamten und 65 Krankenpflegetn im Hauptquaxtker eingetroffen. Sie sd von den Japanern unseren Ko1aken entgegengesandt wvrden. (Youcbkoff berichte, von Tschifu seien 200 Sanitätspersonen (20 barmherziae Schwestern, 30 Aerzte und 150 Kranken- fleger) nach Rußland gesandt worden. Goucbkoff habe femer Favon Meldung gemacht, daß er in Mukden den (General (Hannenfk d, 36 Offizierk, einen Arzt und 1649 Soldaten vernmndet zurückgelassen habe. Bei der Räumung von Mukden seien in den Spitälern des Roten Kreuzes 460 Soldaten krank oder Ver- wundet zurückgelassen worden, außerdem 406 Japaner, die ebenfaUs krank oder vcrwundet ewesen seien. Unsere anderen Verwundeten, der General Gannen?eld, _36 Ofßzjere und 1189 Soldaten, seien nach der Räumung von Mukden in die dortigen Spitäler gekommen. Die im FCU? Verwundeten seien durch unsere Krankenpfleger und die Japaner dorthin gebracht wvrdcn. ©ouchkoff berichte ferner, daß die Japaner unsere Verwundeten, die Aerzte ugd_ Krankenschrvestern gut behandelten und fie weder beleidigt noch belasttgt hätten.

Aus Tokio wird amtlich mitgeteilt:

Ein Teil der japanischen Yesaßung von Tschantschun habe dieRuffen, dieTsuluscbu, 2 Meilen nördlich von Tschants un, und Sumientscheng, 9 Meilen westlich Von Tsuluschu, eseJFtk ge. halten hätten, vertrieben und beide Orte am Montag bese t. 5 ach- dem die Japaner dann den Feind aus der Nachbar (haft von Sumiaotsu, 6 Meilen südöstlich V_on Tsuluscbu, vertrieben hätten, seien fie am Dienstagmittag in dte Nähe von Santaoku ge- kommen und hätten ein heftiges euer gegen ungefähr 500 russische Kavalleristen eröffnet, die fich na Norden der Eixenbahn entlang zurückgezogen hätten und schließlich zersprengt worden seien.

Der Generalgouverneur von Jndo-China Beau, der un: verzüglich nach Frankreich abreisensollte, tvtrd, dem „W. T. _B.“ zufolge, in Saigon bleiben, um den Kolomalmrmster C émcntel ku empfangen und auf seiner Rexse durch Indo- China zu beg eiten.

Afrika.

Aus Tanger meldet die „Agence Havas“, dcr Kaid Maclean sei vom Sultan nac!) cz berufen worden und WWW sick) in Begleitung des Vizekonsuls der Vereinigten Staaten zuglkick) mit dem Onkel des Sultans Mulen Abd:el-Malek dorthin bcgebcn._ Uebsr dsnForschungEreisenden Segonzac lägen gute Nachrichten vor, er sei bei guter Gesundheit und werde gut behandelt. Der Scherif von Ta1cruad habe dexn Schkik Sultana, bei dem chon ac sick) als Gefangener bßsinde, ge'schrieben, er solle ihn sofort Zreilaffen, und sich für die Zahlung des verlangten Lösegeldcs verbürgt.

Parlamentariséhe Nachrithten-

Der_Schlußbericht über die Ystrige Sitzung des Reichs- tags bcfmdet fich in der Ersten etlage.

_ In der heutigen (180) Sißung des Reichstqgs, welcher der Staatssekretär des ReickYschaßamts Fretherr von Stengel beiwohnte, stand der ese entwurf, be: Mffcnd die Aufhebung des § 46 Nr. des Retchs: bcamten escßes von 1873, zur ersten Beratung. Die a_ufzu- h_cbz-nchißer enthält die Bestimmung, daß, wenn das pensrons- 111le2 Dicnsteinkommen dieser Beamten mehr als 12000 «10. betragk, von dem überschießenden Betrage bei der Berechnung dezr Psystqn nur die Hälfte in Anrechnung gebracht mird. Dre Iz Hitch?- Vorschrift ist vor kurzem in Preußen aufgehoben

Ok en.

Abg. Raab (wirlscb. Vgg.): Wir stimmen der Vorlaße troß der ktreffenden bobkn Reickszeamten nach dem Vorgehen Preußens Als Link! Pf" t 5“,Gkkkcht1gkeit anerkennen. Wir möchten freilich dem Gcsxv de LV_tdmung hinzufügen: „In Dankbarkeit seinem Staatssekretar der dkatenlose Reichßtag.“ Stimmen auch Sie zu nach dem Grundsah: Llébér Unrecht leiden als Unrecht tun. _ Darauf wurde die Vorlage in zweiter Beratung un: verandert angenommen. _ _ Der von dem Abg. Büsing (nl,) in Gemeinschaft mtt YUMYUM aller Parteien eingebrachte Geseßentwurf, betreffend *? Nbandcrung des § 55 der Grundbuchordnung, WWF- _darauf in dritter Lesung ohne Debatte, unverändert, enbgulttg angenommen.

. Es Wie die weite Beratung der Er änzung ä“'"-Rei shaushzalTSetat für 1905. Die * ud et-

kor"",Zission hat von dem für Kamerun zur Verstär ung

. ppen um 2 Kompagmcn geforderten außer- WMW". Kredit von 723 732 «0 100000 0-0 abgeseßt, MULTI“? fUr Bauten geforderten 200000 „zz auf 100000 416 S„aßlgt _wuryen. Dic extraordinäre Y?oxderung flxx" dielekktafrtka tm Betrage von 341/4 illwnen sonne nun librigkn Forderungen des Ergänzung-Setatß, der rejchMe)r als Nachtrag-Zetat bezeichnet mtxd, tt_n Bc- dese dkk Ressorts des Auswärti en Amts, tm Ret_ch§amt wiu'Jnnern und der Marine sin von der Kommtsswn be:

M worden. Fer Re'ferxnt ng. Erzberger (Zaun.) erstattet aus- ,chen_ VMM uber die Erörterungen, die die Kom-

Lage in Kamerun und Südwestafrtka

_ Ems Behalte knüpft steh nur an die Forderung für Sudwestafrtka.

Aba. Ledebour (Soz.) erklärt, er w:)Ue das Referat des Aba. _Erzberger durch die eststellung ergänzen , daß der Kolomaldirektor in der Komm ssion es unter allen Umständen für ausgeschlossen erklärt babe, daß den Hereros das früher von ihnen besessene Land zurückgegeben werde; er steÜe ferner fest, daß na? der Auffaffurzg der Sozialdemokraten Deutschland fich damit außer all) der Gebrauche ztvilisierterNatione-n stellen würde. Geld und Menschenleben seien in SüdWestafrika in unsinnigster Weise vergeudet worden; das südwestafrikaniscbe Abenteuer koste dem Deutschen Reiche schon über 200 Millionen und noch sehe man kein Ende ab, im Gegenteil könnte sehr wohl der Hexerokampf eine zweite Auflage erleben_ in Gestalt einer Expedition gegen die Ovambo. Die Sozialdemokratie lehne jede Verantwortung und jeden Pfennig für dieseÉForderun en ab.

bg. Dr. renpt (Rp.): Herx Ledebour würde rech haben, wenn es sich um einen Krteg zwischen zivilisierten Völkern handelte. Wir haben es hier aber mrt Gegnern zu tun, die raubend und mordend und unter allen Greueln wilder_Völker über unsere deutschen Landsleute bergefallen find, und da ware es doch eine unerhörte Politik, wenn man mit Herrn Ledebour sagte: Ja, das haben die armen Leute ein- mal getan, aber nur) mögen sie wieder zurückkommen und fich auf dem- selben Lande ausbrerten, das fie besessen haben. So etwas würden die éereros nicht für Zivilisation, sondern für Schwäche und Furcht alten, und fie würden bei nächster Gelegenheit wieder über unsere deutschen Landsleute berfallen. Wir müssen fie unter allen Umständen fühlen lassen, daß sie sich an deutschem Leben und Eigentum ver- angen haben. Herr Ledebour wird doch nicht verlangen, daß man ck sämtlich an Leib und Leben straft; da gibt es eben nur eine Strafe am Eigentum. Daß Stammeseiqentum bildet die (Grundlage für die KrieJSentschädigung, die diese Völker zu leisten haben. Mittels einer Anleihe werden fie doch nicht die K1ie skosten erstatten. können. Es ist übrigens eigentümlich, daß gerade err Ledebour und seine Freunde sick) so sehr als Beschüßer des Eigentums, allerdings der Herexos, aufwerfen. _

Bet Schluß des Blattes sprtcht der Redner weiter.

_ In der heutigen (174) S_ixung des_ auses der Abgeordneten,_ welchcx der thter der getst ichen, Unter- richts: und Medtzinalangelegenhctten Dr. Studt und der Mmister des Innern Dr. von Betl)mann:Hollweg bei: wohnten, gelangte zunächst folgende Interpellation der

Abgg. Faltin (Zentr.) und Genossen zur Verlesung: ., | der Königlichen StaatSregierung bekannt, daß in Ober- chlesien die Gxnickstarre epidemisch auftritt? Welche aßnabmen Hat dre Königliche Staatßregierung dagegen ergriffen

und gedenkt sie dagegen Weiter zu ergreifen ?"

Nachdem der Minister der geistlichen, Un_terrichts- und MedizznalangelegeWeiten _Dr. Studt aux dre Frage des Präsrdenten __s1_ _berett erklärt_k)at, xe Interpellation namens der Komgl1chen_ StaatSregxerung sofort zu beant- worten, nimmt zur Begrundung das Wort

Abg. Faltin: Er führt unter großer Unrube des Hauses aus, daß es fick) hier um eine Frage handle, die in Weiten Kreisen des Volkes, nament- lich in Obersckplezxten, großeVeunrubigung hervorgerufen habe. Die Genick- starre sei eine rankbeit, die außerordentliclk gefährlich und auch weit Verbreitet Lei. Der Redner gibt eine Stat stik über die Verbreitung der Krank eit in Schlesien, vermag fich aber, obwvbl der Präsident wiederholt ein Glockenzeicben gibt und auch auödxücklicb das Haus ersucht, die Gespräche etwas weniger laut zu führen, da er den Redner nicht verstehen könne, nicht (Gehör zu verschaffen. Er geht dann auf die Entstehungöursache der Epidkmie ein und weist darauf hin, daß die Krankheit bereit? am Anfange des neunzehnten Jahrhunderts aufgetreten sei. Sctne Ausführungen im einzelnen geben aber wiederum in der großen Unruhe des Hauses unter. (Präsident von Kröcher: Ich muß das Haus bitten, etwas leiser, und den Herrn Redner, etwas lauter zu sprechen, die Königliche Staatsregierung kann ihn nicht Verstehen.) Er habe dieJnterPeUation einaebracht, damit das Volk über das Wesen der Krankheit auf- geklärt werde, _ _ _

Minister der geistlichen, Unterrtchts- und Medtzmalangelegerihéitcn Dr. Studt: Die erste Frage kann_ ich dahin beantworten, daß es der Regierung bekannt ist, daß dre Genickstarre in Oberschlefien epidemisck; auftritt. Sobald die erste Anzei : daVon im November 1). J. erfolgte, haben die Behörden éKofort _cnergische Maßnahmen veranlaßt, und es ist von bter emgebcnde Berichterstattung gefordert worden. Troß _der ums1chtigen Maß- nahmen der Behörden bat die Krankheit im Januar einen aus- aesprocbcn epidemiscben Charakter angenommen. Jm Regierungsbezirk Oppeln find ungefähr 120) und im Regierungsbezirk Breslau 60 Exkrankungsfälle und 600 bezw. 9 Todesfäüe vorgekommen. Selbst- verständlich haben die Behörden ihre Aufmerksamkett darauf gerichtet, die Entstehungßursachen der Krankheit zu erforschen, aber die Forschungen haben leider zu einem nennenswerten Ergebnis nicht geführt. Einzelne Fälle von Genickstarke find in jedem Jahre vorgekommen, aber in den Jahren 1886/87 und 1895-97 batte die Meningitis einen epidemiscben Charakter angc11ommen._ AUe Behörden und Privatbetwaltungen sowie namentlich die Medtzinalvcrwaltung haben vollkommen ihre Pflicht zur Bekämpfung der Krankheit getan, aber troßdem ist in der Bevölkerung eine gewtffe Beunruhigung ein- getreten. Ich möchte die Bkvölkerung Oberschlefiens beruhigen. Der Minister gibt sodann eine eingebendc Schilderupg dcr zm; Bekämpfung der Krankheit getroffenen Maßnahmen, rst jedoch der der andauernden sebr aroßen Unrube_ des Hause's auf der Tribüne nicht zu verstehen. Er werft besynkxcrs auf die Untersuchungen des im Jahre 1900 errichteten Hygtemscben Instituts in Beuthen bin und spricht die Hoffnung aus, daß das dem Hause vorliegende Geseß über die Bekämpfung dcr _übertragbaren Krank- heiten eine Handhabe dazu bieten Werde, aucb dteser Seuche entxegen- zutreten. Wenn auch die Epidemie schon _eine große Anzab _vvn Menschenleben erfordert babe, jo likge doch eme Veranlassung zu etnc'r großen Beunruhigung nicht vor. _ _ _

Geheimer Obermedizinalrat Dr. Ktrchner legt et_ngebend _dte Ursa en und den Verlauf der Krankheit dar und vorbrertct fich uber die Zittel, die bisher zu ihrer Bekämpfung angewandt worden find. Es handele sich hier auch um einen Krankheitskrreger; ken sßgenannten Diplokokkus. Wenn die Epidemie auch außerordetztltcb gefahrlich sei, so sei doch Aussicht vorhanden, daß man ihr t_n_1t Erfolg etztgegen- treten könne. Die Ausführungen des Kommqmrs tm_ L_tnzelnen bleiben bei der großen Unruhe des Haujes auf der Trtbune un- verständlich _

Damit ist dieser Ge enstand d_er T'qae'Schdnxmg lrlkdlgf, da eine Besprechung der Fntcrpellatton mä" ytattnndet.

In dritter Bcratnng werden darauf dj_s (Zöcpeßxtxttvürfe, betreffend Abänderung der Amtsgerichtsbeztrke Czar- nikau, Filehnc und Schönlankc und per Amts: gerichtsbezirkc Alt-Landsbcra und Ltchtcnbcrg, endgültig angenommen, Mehdorn Abg. Dx. "_Ycckcr (“chjtr.) noch den Wunsch ausgesprochen hat, dax; sur den Westen ähnliche Gesehennvürfc oorgelx'gt werdcn m_ochtcn._

Auf der Tachordnung steht ferner die zwette Beratgng des GeseZentwurfs, betreffend du" Verwaltung gemetn:

a tli er “'aqdbc irkc.

sch Ciba. Grafzxu“ Linszur_g_-Stirgtx1_ (km“.s.) beantragt zur Geschäftßordnun im Namcn 1911er roltxzvchen Freund?. den Gefes- entwurf an die ommiYwn zur_uckzuvetwet]en, da ryan fich im Plenum über die neugesteüten nträge 1chwer11ch werd; cinmen (önnen.

bg. Herold ?Zentr.): Wenn eme so große Fraktwn einen der- artigen Wunsch aus pricbt, _dann sind wir immer ganz außerordent- lich geneigt, einem derartigen Vorschlag entgkgcnzukommen. Aber

nach den Vor ängen, die [ich bislang_ in bezug auf diesen Gese entwmf abgespielt ha en, be ck doch dre Befürchtung, daÉ3 an in der Kommission keine migung erzielt werden wird. ei den zwei Lejungen der Kommission war eine Einigung nicbt lich, auch nicht spater bei den monatelangen Verhandlungen a er Fraktionen und den priVaten Unterredungen. So bleibt uns nicbls anderes übrig, als die Sache durch eine Abstimmung im Plsnum zur Entscheidun zu bringen. Ich bitte daher, in die Beratung cin- zutreten. “Ich befürchte auch, daß, nachdem die Zeit so Weit vor- geschritten ist, bei einer nochmaligen Verweisung an die Kommisfion die Vorlage wegen Mangels an Zeit und wegen Vorhergehende'n Schlusses der Sesfion nicht zur Verabschiedung kommen könnte.

Abg. Dr. Krause (nl,): kann mich nur den Ausfühxungen des Vorredners anschließen.__ Es handelt fich hier nicht um ein poli- tisches Geseß; Ngch dem bisherigen Gange der Kommisfionsverhand- lungen babe 1ch dxe Ueberzeugung, da? eine nochmalige Beratung in der Kommission eme Verständigung n cht herbeiführen wird.

Abg. Ftscbbcck (fr. Vol_k§p.) erklärt namens seiner Fraktion, daß auch sie eine sofortige Entscherdung über diese reformbedürftige Materie im Plenum wünsche.

_ zL_lbg. Brü_tt (fr. kopf.); Ich babe die Ueberzeugung, daß, wxnn wtr dje Sache xeßt an dre Kommission zurückverweisen, fie zu einem gexeiblichen Ende gebracht wxrd. Es ist auch eine Anzahl Von An- tragen emgebracht worden, die eine solche Summe von Intelligenz und Erfabrung m ZU) bergen, daß es besser ist, fich darübsr in dsr Kommlsfion zy Ver tandigen.

Abg. Fretherr von Doben eck (kons.): Ick) kann mich nur für den Antrag des Grafen Limburg aussprccherx. Selbst auf die (Gefahr hin, daß noch eipige Wochen hingeben, ist es beffer, wir beraten dgs (Geseß grundltxh, zu dkm so viele Anträge noch Vorliegen. Die? bauerlichen Gemxtndkn fit_1d in dcr größten Aufregung, und daß aus der Kommtsfion ntcht etWas Fertiges berVOrgcgax-„ge'n ist, beweist die_aroße_Zabl W ]_L t eingkaangc'ncn Anträge. Dic Mehrbkit der Kommtssion tft sclbst nt t mit den Einzelnen Bestimmungen ein- verstanden.

Abg. Dr. Krause: Diess Anträge find nnr ein BMAS des Weitgehenden Entgegenkommens; ein neuer Gedcmke ist in aÜen An- trägen nicht enthalten. -

Abg. Herold schliéßt fich diesen AUHführungen an.

Abg. Graf zuLtmbnrg-Sttrum: Es wäre doch Lin seltsamer Vorgang, wen_n der Vorschlag zwßier bsdentender Fraktionsn, eine Vorlage an du: Kommisfiyn zurückzUVerrveisen, Vom Haus abgelehnt würde. Ick) glaube, das; tn der Kommission eine Einigung zustande kommen würde.

Abg. Herold: Die_lleberwcisung an eine Kommission erfolgt in der Regel auf Wunsch einer großen cFraktion, aber ks find auch Aus- nahmen daVon gemacht worden, an gegen unscrkn Wunsch, 5. B. beim Ueberschwemmungsxzeseß.

_ Abg. Dr. Krause: Dre, parlamentarische Uebung besteht wol)! darm, daß, wenn nach einer ersten Beratung eine Kommissions- beratung gewünscht wird, das Haus dieskm Wunsche folgt. Hier handelt es fich aber um eine Zurückverweisung.

Abg. Freiherx von Dobeneck: In der Kommission ist die Vor- la 8 nur mit_ emer Stimme Mehrheit angenommen worden; daher beßtebt die Memung, das; doch etwas an dem Geseßentwurf geändert werden könnte, und “deshalb ist noch eine ganze Menge yon Anträgen gekommen. Das (Gesetz würde hier dock) nur stückwcisS zustande kommen, es würde immer Stückwxrk bleiben.

Dix Abstimmung bletbt bei Probe und Gegenprobe zweifel: haft;_ ste muß also_ durch AUSzäblung erfolgen. _Für die Juruckverweisung stzmmt außer den beiden konstrvatiycn Parteien auch ein Teri dex Nationalliberalen und des Zentrums; die Abstimmung ergibt d1e Annahme des Antrags auf Zurückverwersung mit 133 gcgen 123 Stimmen.

(Schluß des Blattes.)

Nr. 14 der „Veröffentlichungen des Kaiserlichen GesundbejtßamtS' Vom 5. April 1905 hat folgenden Inhalt: Gesundheitsstand und Gang der Volkskrankheiten. _ Zeitweilige Maßregeln gegen Pest. _ DeLgl. gegen Cholera. _ Gcfeßkxebung usw. (Deutsches Reich, Schußgebiet Deutsch-Neu-Guinea) Opium. _ (Preußen.) Aerztlicbe Studienzeit. _ Schlachtvieb- und Fléiféy- beschau. _ Schwarzburg-Sondershausen.) Schlachtvich06rfichcrnng. _ Fleischbeschau :c. -Stati11“ik. _ (Reuß ä. L.). Schlachtvic'y- und Flei abbefcban. _ Fleiscbbéscban 21“ -Statistik. (Belgikny KaffEe. _ (Niederländisch-Neu-Guinea.) Spirituoskn. _ Tierseuchen in den Niederlanden, 4. Vierteljahr 1904. _ Dchl. in Skrbikn. _ DeSal. in Akgypten. _ DLM]. in Natal, Sept. 1904. _ Zeitweilige Maß- regeln gegen Tier1euchen. (Schwkden) __ Verbandlungsn won gefes- gebenden Körperschaften, Vereinen; Kongressen usw. (Preu en.) Staatshaushaltsetat für 1905. (Fortjexzung) _ (Frankreich.) (E im)- kokkenkrankheit. _ Vermi!chte§. (Dkutsches Reich) Ebcscbließungcn, Geburten, Sterbefäüe 1903. _ Schlachtvich- und Flekcky (“schau, 4. Vierteljahr 1904. _ (Rußland.) Bevölkerungsbswegung 1901. _ Infektionskrankheiten 1902 u.1903. _ (Vsreinigta Staaten Von Amerika.) Ausfuhr Von Tieren 1902. _ Gesundheitswerhältniffe in Alaska, Arizona, Hawaii, Oklahoma, Porto Rico 1902/03. _ ?Bafiben.) GesundbeitEVcrbältnisse der Stadt Bahia 1904. _ (55e- cbenkliste. _ Wochentabelle über die Sterbefälle in deutsch8n Orten mit 40 000 und mehr Einwohnern. _ Desxleichen in größeren Städten des Außlandks. _ Erkrankungen in Kran enhausern deutscher Großstädte. _ DeSgleicben in deutschen Stadt- und Landbezirken. _ Witterung. _ Beilage: Gerichtliche Entscheidungen _auf dem Gcbiete d'er öffentlichen Gesundheitspfiege (Kurpfuscber, Kurpsuscbcrei).

Statistik und, Volkswirtschaft.

Zur Arbeiterbewegung.

Jm Kreise Eschwege sind, 11312 die .Vo11._31g.“ krfäbrt, mehrere hundert Weißbinder und Ztmmerlkute tn den Ausstand etreten,

(; Zum Ausstand der Maler, Lackierer und_ Anstreicher in Darmstadt (Vgl. Nr. 80 d. Bl.) teilt die .Ftks. Ztg.“ mi_t, daß einige Unternehmer die Foxderungen bewiüigt babcn, sodaß em Teil der Arbeiter die Arbeit wic'der aufZeznommen hat.

In Szegedjn hatten, wie .“ . T. B.“ msldet, sämtliche Ge- Werkschaften angehörende Fabrikarbeiter der Stadt gsstern die Arbeit niedergelegt, weil der Stadtbauvtmann den Sozialistcnfübrer Reyes; ausgewiesen, der den Bürgermeister in seinem Amtslokal beleidigt hatte. Die ausständigen Arbeiter zogen mehrere tausend Mann stark, ein Arbeitersied singend, in das Streiksager. Der Generalausstand ist aber inzwischen bcendet. Cs find nur noch 650 Arbeiter der Hanfspinnerei ausständig,

Kunst und Wissenschaft.

Ein neuer Zumachs ist der Menzelausstellung in der Königlichen Nationalgalerie durch die Eröffnung des [an ca Seitengangs vor dem Yandzeitbnungskabinett des zwxiten Gescho ck zuteil ewvrden. Auch ier wieder reiht sich dichtgedrqngt Zeicknung an Ze9chnung aus dem Nachlaß Menzels; unter tbnen fir! die aniüsanten und oft boshaften Skizzen, die der Kgnftler von Festen und Hofbällen beimzubtingen pflegto, 235: erwabnen. Auch als Kriegsberichterstatter lernt man enzel hier in den Skizzen aus dem Kriege von 1866 kennen. Von seiner minutiösen Beobaehtungsgabe zeugen die Studien von den Billardspielern und die aeradezu fachmännische Art, wie er das Fabr- rad und seine einzelnen Bestandte le studiert. Einzelne Gouacben aus

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