1884 / 205 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 01 Sep 1884 18:00:01 GMT) scan diff

Ministerium der öffentlichen Arbeiten.

Dem Ober-Ne ierungs-Rath Kauih in Cölri _Tst' die Strüe des Dirigengten der erfixn Nötheilung dsr Komgltchen Eisenbahn:Direktio11 (linksrheinnche) m Coln verliehen worden.

Bekanntmachung.

ie Kandidaten des Bau- und Maschineniachs, welche die

erfteLtaatsprüfung im Winterhalbjahre Oktober 1). Z. bis rinschließlich März k. I. abzulegen beabsichtuzen, werden_h1rr- durch aufgefordert, bis zum 30. September “0.3. sich schriftlixh bei der unterzeichneten Behörde u- melden ,und „dabei dli vorgeschriebenen Nachweise und eichnungen, einzureichen.

Wegen' der Zulassung zur rüfung wrrd denselben dem- nächst das Weitere eröffnet werden. _ ' "

Meldungen nach dem angegebenen Schlußtermm mussen unberücksichtigt bleiben.

Berlin, den 30. Augyft 1884., , _.

Königliche technische Prufungskommisnon. Obsrbeck.

' A n g e k o m m e n : Se. Excellenz der General-Direktor der indirekten Steuern, Wirkliche Grheime Rath H a s s e l b a ck.

Bekanntmachung.

Allerhbcbster Bestimmung gcxnäß wird die Große Parade auf dem Tempelhofer Feld,? ;norgen mcht um 10 Uhr, sondern erst um 10 Uhr Vormittags eg nnen.

1?Die in dcr dirffeitigen Bekanntmachung _vom 28. d. M. aiigeord» neten Absperrungsmaßregeln werden dementjprechend der Zeit nach um eine halbe Stunde hinauSgeschoben, so_ daß die Absperrung der Tempelhofer Chaussee erst um 91) Uhr beginxit und die Maß- regeln wegen der Omnibusse und Pferdebabnen crit um 9 Uhr bezw. 113 Uhr eintreten.

Bcrlin, den 1. September 1884._ _ , Königliches Polizct-Prafidium. ron Madat.

Yichtamtliche5. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 1, September. Ueber die gestrige Tauffeierlichkeit in Potsdam meldet „W. T. B.“:

Die Feier fand in dem als TaufkapeÜe hergerichteten Bibliothekzimmer Friedrichs des Großen, stati und verlief voii- kommen programmgemäß. ZhretMajesktht dre Kaiserin und Königin war schon Vormittags 1m_Stadtschloß ein- etrosfen, Se. Königliche Hoheit der Prinz Arnulf von Bayern mit Sr.König1ichen Hoheit dem. Prinzen Wilhrlw Um 11/2 Uhr. Se. Majestät der Kaiser und Könixz sowie Se.Kaiser1ichs und Körtiglicbe Hoheit der Kronprinz langten gegen 2 Uhr im Stadtschldß an. Kurz vorher war auch der Täuilmg durch, die Hofdame von Gerswrff von der Villa Liegnitz dahin gebracht wprdexi. Gegen 21/2 Uhr trafen mit einem Extrazuge von Berlin die Minister, Generale, sowie die iibrigen geladenen Hofheaxnten und Staatswürdenträger ein. Die Tauffeier begann, mit einem Gesangs des Berliner Domchores; hierauf folgte die Taufrede des Ober: ofpredigers 1). Kögel. 'Ihre Majestätienv der Kaiser und die aiserin, Se. Kaiserliche und „Königliche Hoheit der Kronprinz, Jhre Königlichen Hoheitsn die Prinzen Wilhelm, Heinrich und Leopold, der Prinz Arnulf vdn Bayern, der Erbgroßherzog von Baden, die Prinzessin Linie von Holstein und die anderen geladenen Taufzeugxn und Gäste standen im Halbkreis? vor dem Altare. Die Erb: prinzessin von Meiningen, welche deri Täuflmg aus den Händen der Ober-Hofmeisterin Gräfin Perpqncher an der- Thüre der KapeUe entgegengenommen hatte, hielt denselben während der Taufrede. Bei dem ei rntlichen Taufgft hielten Se. Majestät der Kaiser den Täu ing. Der Prinz erhielt die Namen: Adalbert Ferdinand Berensar Victor. Der Nufnams des jungen Prinzen ist Adalbert. Wiihrend des eigentlichen Taufaktes wurden im_Lustgarten_„ die_GeschÜHe gelöst. Unmittelbar an die Tayffeier schloß nch em großes Galadiner, bei welchem Se. Ma1estät der Kaiser dasHoch auf den jungen Prinzen Adalbert ausbrachte; wiihrend der Tafel spielte die Musik des 1. (HardeMegiments zu Fuß._ Anläßlich der Feier waren die öffent1ichen Und viele Prwatgebaude festlich geschmückt.

_ Se. Kaiserliche und „Königliche Hoheit der Kronprinz begab Sich am Freitag um 81/2 Uhr früh nach Ruhlsdorf, stieg dort zu Pferde, wohnte dem Manöver des Garde-Corps bis zum Schlusse bei und kehrxe um 21/2 Uhr nach Potsdam zuriick. "

Das Diner und Abends den Thee nahrn Hochstderselbe bei Ihren Majestäten auf Schloß Babelsberg ein; _ '

Gestern wohnte Se. Kaiserliche und Königliche Hoheit dem Gottesdienst in der Friedenskirche bei. ' ,

Um 11/2 Uhr empfing Höchstderselbe Se. Königliche Hoheit den Prinzen Arnulf von Bayern _im Stadtschjlolß und stattete Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Christian zu Schleswig-Holstein emen Besuch ab., ' ,

Um 3 Uhr begab Sich Se. Kaiserliche Hoheit zur Tauf- feierlichkeit, kam nach dem darauf folgenden'Galadiner mit dem 6 Uhr-Zuge nach Berlin und fuhr direkt nach dem Victoria-Theater, wo Höchstderselhe der Ausfiihrung von „Maria Stuart“ biszum Schluß beiwohnte. Dre Nacht y,er- blieb Se. Kaiserliche Hoheit in Höchstseinem Palais in Berlin.“

_ Ueber das Befinden Ihrer Kiin i glichen Hoheit der Frau Prinzessin Wilhelm ist gestern folgendes Bulletin auSgegeben worden : . '

Marmor-Palais, 1 1 Uhr Vormittags.

re Köni liche Hoheit die Frau Prinzessin Wilhelm habenJheinc gut? Nacht gehabt und find heute Morgen

e er rei. 5 b f Ebmeier. Velten.

Das heutige BulXetin lautet: Marmor-Palais, 11 Uhr Vormittags. ' Der usiand Ihrer Königlichen oheit der Frau Prin-

zessin Wil elm isi andauernd befriedigend; Komplikationen

sind bisher nicht eingetreten. Da der feriiere Verlauf der Krankheit voraussthlich ein langsamer sem mird, werden

BuUetins nur von eit u eit erfolgen. 3 Z Ebmeier. Velten.

_ Wiederholt vorgekommene Verstöße veranlassen das Kriegs-Ministerium unter Bezugnahme auf den Erlaß vom 20. Oktober 1875 in einer Bekanntmachung vom 28. 1). M. darauf hinzuweisen, daß die zur Erledigung kommenden preußischen DienstauSzeichnungskreuze und „nicht mehr auSgabefähigen DienstauSzeichnungen v_on den Konig- lichen Genekal-Kommandos 2c. an das Montirun'gsdepot in Breslau und nicht an die General-OrdenSkommrssion abzu- liefern sind.

_ In Bezug anf die Bestimmung des §. 146 der Reichs- Gewerbeordnung, in welchem als Strafe für die daselbst be- zeichneten Vergehen Geldstrafe, bis zu „2000 «14 und im Unvermögensfalle Gefängmßstrafx bis zu 6 Monaten festgesetzt wird, hat das Neichßgericht, 111. Strafsenat, durch Urtheil vom 16. Juni d. J. aingesprochen, daß selbst in FäUen, in welchen es feststeht, daß. der Angrschuldigie ZUB Zeit der Verurtheilung zahlungsunfähig ist (beispielsweise in Folge eines über sein Vermögen eröffneten Konkurses), stets prinzipaliter auf eine Geldstrafe und erwulurll, falls die Geld- strafe nicht beigetrieben werden kann, auf eine Freiheitsstrafe zu erkennen ist.

_ Der General-Lieutenant von Leszczynski, Chm- mandeur der 15. Division, ist zur Abstattung persönlicher Meldungen aus Anlaß der Rückkehr von den Manöosrn m Rußland hier eingetroffen.

_ Dio Reduktion des Lehr-Jnfgnterir-Batailions auf die etatSmäßige Stanrm-Cdmpagme hat in diesem Jahre am 20. September stattzufinden,

_ Als Aerzte haben sich niedergelassen die Herren: 1)1. Schoenemann in St. Johann und .l)r. Kohlstock in Trier.

ElsaßLothringen. Straßburg, 30.21uguft. Die „Els.-Lothr. Ztg.“ veröffentlicht nachstehenden Erlaß dcs

Statthalters: Straßburg, den 28. August 1884.

Aus Euer Exceüenz Berichten vom 28. Norember v, Js. und 15. August d. Js. mit ihren Anlagen babe ick) ersehen, daß dir Zahl der im Reichslande wohnenden National-Franzosen und ursprunglich gültig opiirt habenden Elsaß-Lotbringer fortwahrend gestirgen ist u_nd fich ihre Zahl gegenwärtig schon auf 14924 Personen beläuft. Dies legt die Verpßichiung auf, die Zukunft in Betracht zu ziehen.

Ick sehe vorläufig Von den 696 Personen, die auf Vorschlag der Optanten-Kommission als Ausländer anerkannt Worden und ins Land zurückgekehrt sind, ab, und faffe nur obige 14 924 Individuen ins Auge, welche nicht in Elsaß-Lothringen_geboren, oder wclchcursprüng- lich gültig opiiri hatten und gegenwartig im Reichskande Wohnen. Diese bilden 4585 Familienstände.

Sind nun in einer solchen Familie- vjele Söhne, welche Aus- länder bleiben, heirathen, wicder viel Söhne zrugen, io würdcn sich

' :::". Reichslande vollständige französische Koloniern bilden, mit der

Zeit ein großer Theil der Bewohncr dcs Reichslandes aus Aus- ländern bestehen und der deutschen Armee ein nicht unbedrutender Prozentsah von einstellungsfähigen Männern entzogen Werden.

Ich bin damiÉ-kinverstanden, daß die hier im Lande wohnenden geborenen ranzosen und-die ursprünglich güiiig opiirt habenden Elsaß-Lbihrtnger bci ruhigem Vrrhaitcn in ihrem Hierwohncn nirhi gestört werden, denn diese Auffasiung entspricht dem Wohlivollcndrn Gedanken Sr. Majcstät dcs Kaisers bei Einseixung der Optantrn- Jmmediat-Kommisfion Aber auch damitbin ich es, daß dem obigen unnatürlichen Zustande vorgebeugt Werden muß.

Der Zeit unkt, wo dies am richtigsten geschieht, ist der, an dem einer der S1") ne dieser 4585 Familicnvorstände das Wehrpflichtige Micr erreicht. ,

Jn prinzipieller Uebereinstimmung mit den in Ew. Excellenz Be- richten niedergelegten Ansichten bestimme ich demgcmaß: ,

]) daß, wenn ein solcher junger Mann das 17. Lebensjahr 17911- endet hat, die Verhältnisse der betreffenden Famrlte genau gepriift wcrden. Gewähren diéseiben die Garantie, daß keine Bedenkeii da- geßkn bestehen, daß die Familie oder auch nur der beireffende xtinch Mann die deutsche Nationalität empfangen, so ist deni Fatmlicn- vorstande die Frage zu stellen, ob er_ sich nczturalisiren „lassen, oder ob er die Naiuralisation nur aus_den tm webrpflrcbiigc-n Alter stehenden Sohn beschränkt wis1cn„ will. Sti-Üh 'der Familienvorstand den Naturalisaiionsanirag fur sich bdrr' _fur icinen betreffenden Sohn, so ist die Sache erleiigt. Stelli cr dirien Anirag aber nicht, so bleibt die Familie zwar ungestört hier wohnen, dem im wehrpflichiigen Alter stehenden Sohne kann der darrerndc Aufxxit- halt im Lande aber nicht länger gestattet werden; er isi auIqueU'M und darf nur auf einen Besuch Von 14 Tagrn bis 3 Wochen im Laufe eines Jahres zu scinrn Eltern oder Verwandten nach Elsaß- Lothringcn zurückkehren. . ' ' .

Liegen gegen die Naiuralrfirungder Famrlic oder, gegen _dze des jungen Mannes Bedenken vor, so ist zwgr die Fatmlre uxmeiiort zu belassen, der junge Mann aber auszuweiien und darf diescr dann ebenfaUs nur auf obiiie Zeit seine Familie besuchen.

2) Ebenso wird bei den 196 amrlienvorstandrn drr qu Vor- schlag der Jmmediaikommiifion als "Ausländer anerkazmicn, m Elsaß- Lothringen geborenen Und dahin zurragekebrienIndividuen verfcrhren.

3) Den auf Vorschlag der Optantenkommiffwn ais Auslander anerkannten Unverheiratbeten wird, so lange fie fich gut fuhren, drr Aufrnthalt im Lande ungestört gestattet, bis fie fich Verheirath'cn und einen eigenen Hausstand gründen Wollen. Jn dtxsem' Falle isi wieder zu prüfen, ob Bedenken dagegen bestehen, daß sie die deutsche Nationalität empfangen. Liegrn solche Bedenken. nicht vor, so find die Betreffenden aufzufordern, fich naturalisiren zu lassen. Thun fie das, so ist die Sache erledigt, thun st: 25 nicht,_ so bestimmen die aus obiger Prüfung hexvorgegangcpcn allgemeinen Verhältniffe, ob dieser Optant vor seizier Verheirathung ausgr- wiesen Werden, oder ob ihm doch sem Hrerbleibcn nach der Heirath unter der Bekanntmachung gestattet werden soll, daß, weiin ker Söhne bekommt, dcrrn Verbleiben im Lande hon ihrem wehrpfluhtigen Alter an, ohne sich naturalifiren zu lassen, nicht gestattet ist.

Ich glaube, daß diese Bestimmungen den Pflichten gegen das Reich und dcrwol)1wollenden Rückfichtnahme auf dieLandcseinwohner, die Se. Majestät befohlen haben, entsprechen. ' , ,

Aber es ist noch eine Kategorie von Auslandern im Lande. die besondere Anordnungen erfordern. Das sind die jungen Leute, welche mit Entlassungsurkunde ausgewandert sind und. die dann noch im wehrpflicbtigen Alter nach Elsaß - Lothringen zurückkehren und hier dauernden Aufenthalt nrbmen; Der 'Auf- enthalt dieser jungen Leute, welche, obgleich m_Eljaß-thbrmgen geboren, doch der Pflicht, im deutschen Heere zu dienen, nicht _nach- gekommen find, macht einen bösen Eindrurk auf alle Elsaß-Lothrmgcr, welche dieser Vaterlandspfiicht treit genugt haben. Außerdem, liegt hierin etuyas, die Aristokratie Begunstigendes und der "Gleichheit Vor dem Geseß WiderspreÖendes. Diese jungen Leute gehoren meisten- theils den reicheren Ständen an, welche genug Vcrznögen befißen, ihre Söhne im Auslande erziehen zu, lassen, was ar_meren Leuten, wenn sie ck auch Wollten, nicht möaltck) ist. Gegenwartig befinden sich 359 junge Leute, welche mit Entlassungsurkunde ausgewandert

.

und nach Elsaß-Loibringen zurückgekehrt'sind, im Lande. In Bezug auf diese Kategorie von AuSlandern bestimme ich:

4) bei ihnen wird streng" nach dem Gesch Verfahren. * Es sind die obigen 359 jungen Leute daher soiort aufzufordern, binnen vier Worber den Nachweis zu liefern, daß sie eme andere Staatsangehörigkeit als'dte deutsche erworben und sie nicht wieder verloren habezi. Können diese jungen Leute diesen Nachweis nicbt führen, so werdeii dieselben iiach §. 19 Ziffer 2 der deutschemWehrordnung sofort in die Armee _eingesteüt. Können fie abrr den Nachtveis führen, d-xß Fie gegexiwartig eine andere Staatsirngehörigkeit besitzen, so sind dte1e_lbcn iofort' aus Elsaß- Lotbringen auszuweisen, und ist dann auch ihnen nur ein kurzer Be- such von 14 Tagen bis 3 Wochen jährlich bei ihren Eltern oder Ver- rvandten im Reichslande zu gestatten. ,

Kehren von jeßt an solche mit Entlaffungsscbem ausgewanderten jungen Leute ins Reichsland zurück, so haben diese sofort drn Narb- Weis zu liefern, daß sie eine andere, als die deutsche Staangngshoria- keit erworben haben, und ist dann gegen dieselben nach obigen Fest- setzungen zu Verfahren.

Ick füge speziell noch hinzu, daß die Festseizung wegen des Auf- enthalts im Reichs1ande auch in Wirksamkeit tritt, wenn solche _Aus- gewanderte erst nach drm 31. Lebensjahre nach Elsaß-Lotbrmgen zurückkehren. . '

Ueber das Verfahren gegen diejenigen Jndivrduerx, welche mtt Entlaffungsurkundc ausgewandert, in das Reichsiand zuruckgekehrt und- bereits Familienvorstände geworden sind, sche lch Ew. Erceüenz be- sonderem Berichte entgegen.

Ich ersuche Ew. Excellenz, die erforderlichen Anordnungen hicr- nach zu erlassen und glaube, daß die Rücksichtnahme auf die Bevöl-

kerung dic Veröffentlickyang diesrs Schreibens erfordert, damitdicselbe'

volle Klarheit iibcr diese, die Gemütber vielfach beschäftigendcn Fragen erhält.

Der Kaiserliche Statthalter in_ Elsaß-Lotbringen: E. Manteuffel. An den Kaiserlichen Staatssekretär, Hrn. Staais-Minister von Hofmann Excellenz b“ ,ter.

OesterreichUngarm Agram, 29. August. (Wirt:.Zig.) Der Landtag Jnartikulirung der Wahlordnung und der Auto: nomie der Serben, in dritter Lesung angenommen und den Antrag, betreffend die Lonjskopolje-Affaire, nach kurzer Debatte genehmigt. Ebenso wurden die Anträge des Ver- waltungsausschusses über die Znartikulirung mehrerer imVerord- nungswege erlaffenrr und in Kroatien bereits bestehender Ge- sehe, dann die Schlußrechnungen von 1881 und 1882 an genommen. Die Petition der Gemeinde Vanija um Vereinigung _mit Karlstadt wurde der Reaierung abgetreten. _ In einer Abendsthung nahm der Landtag nach kurzer Debatie den Ausschußdericht, betreffs der Abrechnung zwrfchen Ungarn und Kroatien pro 1880, an. Hirrnach wurden die Abrechnungen unter Aufrechterhaltung allfäüiger 'Erfah; ansprüche zur Kenntnis; genommen, und wurde die Differenz in der Auffassung des Gesrhes durch die Regnicolar-Deputg: tion gelöst, welch [eßterc vorzusorgen habe, daß Kroatien M seinem geseßlichen Einkommen nicht verkürzt werde.

Niederlande. Haag, 30. August. (W.T.B.) Die Regierung hat den Kammern einen Geseßrntwurf znr Abänderung des Artikrls 198 der Verigssung'vow gelegt, wonach wiihrend der Dauer der ngentichgf t keiner- lei Aeuderung in der Thronfolge stattfinden dars.

Belgien. Brüssel, 30. August. (W. TV.) Die Reprä- sentantenkammer hat bLUtL dis'Berathimg des'Schul- geseßrs beendet Und das Gesch, her der Schlußabjtimmung übrr dasselbe im Ganzen, mit 80 gegen 49 Stimmen ange- nommen.

_ 31. August. (W. T. V.) Dir Kundgebung der Liberalen begann Um 2 Uhr Und endete ghgen 5_Uhr. Die Zahl der Theilnehmer wird auf 90 000 geschutzt. Cine Depu- tation überreichte im Palais eine Adresse. .Die Ordnung wurds nirgends gestört.

Grossbritannien und Irland. London, 29. August. (Mg. Corr.) Der Herzog von Edinburg , der mit dem unter seinen Befehl gestrllten Kanalgesrhwader an der irischen Küste kreuzt, besuchte gestern Dublin rind _wurde yon der Bevölkerung allenihalben mit großer Herzlichkrit (brgrußt. _ In einem Artikel über den Besuch drs Herzogs uno semen enthusiastischen Empfang in Dublin bemerkt „eremans Journal“, das; das irische Vo_lk, (Jb'wohl es eme Auto: nomie anstrebe, doch stets loyal gesinnt 121. '

Die Verstärkung der britischen'Fldtte 111 den chinesischen Gewässern scheint ernstlich „m Aussicht ge- nommen wordrn zu sein. So meldet ein heutiges Telegramm ans Portsmouth: Die Stahlkorvette „Canada“, welchq Mit großer Falzrgrschwindigkeit eine niächtige_21rinatiir verbindet, erhielt heute unerwartrt den Befehl, sich 3111? Abfahrt am 9. September bereit zu halten. Wie verlautet,_isi,die Kor- vette zur Versiärkunn des britischsn Geschwaders in China br- stimmt. Die Schiffswerft-Behörden haben der Admrralitat berichtet, daß, außer dem im nächsten Monat nach dem Mitteiländischrn Meere abgehenden Thurmschiff „Dreadnought“, ein anderrr Monitor sowie mehrere andere. Panzrrschiffe imd Avisoboote auf kurzen Befehl nach Egypten oder China aus- laufen können.

_ 31.. August. (W. T. B.) Lord Northbrook rind General Lord Wolseley sind heute Nachmittag über Wien und Triest nach Alexandrien abgereist, wo sie am Sonnabend einzutreffen gedenken.

Frankreich. Paris, 30. August. (WZT. B.) EML“ Depesche des Admirals Courbet aus Prcargu, vom 29. d. Mis, Abends 6 Uhr, dankt für die der Flottenmqnn- schaft gezoÜte Anerkennung und meldet, daß glle Bgtterien am Minflusse zerstört seien. Sämmtliche Schiffe hgtten gestern den Minffuß verlassen und würden heute aus der Rhede von Wentschu eintreffen. Die, Verluste der Franzosen betrugen 10 Tobie, daruntrr 1 Offizier und 41 Verwundete, darunter 5 Offiziere. Mehrere Baitsrierr der Forts vgn Mingan und Kimpai waren kasrmattirt, mrt, eisernen Brmt- wehren gepanzert und mit 14- und 21=Cent1meter-Geschüßen armirt.

Der Conseils:Präsident Ferri) hat im Namewder Regierung dem Admiral Courbet den Dank der Nation ausgesprochen. ,

Der Commandeur der Truppen in, Tongking, General Millot, ist erkrankt und hat deshalb die Er- laubniß Erhalten, nach Frankreich zurückzukehren. „General Briére de ['Jsle wird ihn nur provisorisch 111 dem Truppenkommando in Tongking ersehen. _ Die Flotter- Abtheilungen in den Gewässern von Tongkmg und China

...*x-eka».xus«WÉ-KWWU .*

hat heute die Gesehentwürfe, betreffend die

sollen künftig ein einziges Geschwader unter der Bezeichnung „Geschwader des äußersten Ostens“ bilden.

_ In Marseille sind am 28, August 6, am 29. August 9, am 30. August 12 Personen an der Cholera gestorben.

_ 30. August, Nachmittags. (W. T. B.) In den leßten 24 Stunden smd in Marseille 8, in Toulon 1, in den Departements Hérault 3, in (Hard 1, in Aude 4, und in den Ostpyrenäen 8 Personen an der Cholera gestorben.

_ 31. August. (W. T. B.) Die „Agence avas“ meldet aus Hongkong, voti hente Morgen 8 U r: Der Vizekönig von Kanton 1Ükchtkt, daß die Franzosen die Bogue-Forts angreifen werden, Die französischen Zoll- beamten haben Kanton verlassen. Ein französisches Kriegs- schiff ist hier angekqmmen, um die französischen Handelsschiffe zu schüßen. Die chinesische ngr-Zrung hat eine Pro- klamation erlassen, nach welcher auf den Kopf eines jeden Franzosen ein Preis geseßt wird.

_ 31. August. (W. T. B) In den leisten 24 Stunden sind in Marseille 9, in Toulon 2, in den Departements OstpYrenäen 11, Hérault 5, Aude 7 Personen der Cholera erlegen.

Italien. Rom, 30.Augnst. (W. T. B,) Gestern sind in den Provinzen Aquila, Bergamo, Vologna,Campobaffo, Cremona, Cunro, Genua, Masa e Carrara, Neapel, Parma, Turin insgesammt 117 Erkrankungen und 56 Todesfälle _ davon in Busca 21 Erkrankungen und in Spezzia 24 Er- krankungen und 6 Todesfälle _ an der Cholera vorge: kommen.

_ 31. August. (W. T. V.) Gestern wurden in den Provinzen Bergamo 17 Erkrankungen und 6 TodesfäÜe, in Bologna 2 Todesfäüe, in Camyohaffo 3 Erkrankungen und ebenso viel Todesfälle, in Cimco 32 Erkrankungen, davon in Busca 12 und 17 Todesfälle, in Spezzia 33 Erkranknngen und 17 Todesfälle, in Mafia 9 Carrara 3 Todessäüe, in Parma 4 Erkrankungen und 3 Todesfälle, in Turin 2 Er- krankungen und 2 Todesfälle, in der Stadt Neapel 1 Todes: fall an der Cholera gezählt.

_ 31. August, Abends. (W. T. V.) Die kleri kalen Journalc wsrden mrrgen eine päpstliche Encykli'ka an den gesammten katholischen Episkopat veröffentlichen, welche, an die vorjährige Encyklika bezüglich der Rosenkranz=21ndacht erinnernd, zu erhöhter Andacht ermahnt, der Kirche zu sichern und Italien vor weiteren Verheerungen der Cholera zu bewahren.

Serbien. Belgrad, 30. August. (Wien. Ztg.) Der König von Rumänien ist heute, Vormittag 11 Uhr, auf der Yacht „Stephan drr Große“, begleiter von den Kanonrn: bootsn „Griviza“ und „Alexandcr“, hier eingetroffen und von dem König Milan, welcher die Uniform einrs ritmänischrn Obersten trug. Empfangen worden. Am Laiidmigsplaize hatte sine EhrerrCorr-pagnie Anstellung genommen. Als sich die Yacht näbsrte, wurdrn 101 Kanonenfchüsse gelöst undintonirte die MusikkapeUe die rumänische Hymns. König Milan eilte auf das Schiff und begrüßte den König von Rumänirn in der herzlichsten Weise, worauf die Vorstellung der Suiten, Ministrr und Würdenträger erfoixite. In den Straßen, welche mit Triumphpforten geschmückt sind, bildete die Garnison Spalier, hinter welchrm sich eine große Volksmenge angesammelt hatte, dir den Königlichen Gast mit enthusiastischrn Zurnfen empfing. Im Palais fand die Begrüßung dnrch die Königin Und drn Kronprinzen statt.

Dänemark. Kopenhagen, 31. August. (W. T. B.) Die Versammlung drr evangelischen Allianz ist gestern eröffnet worden. 1)r. Kalkar begrüßts die Versammlung, namens welcher der Lordmayor von London Fowlrr dankte. Ferner sprachen noch Graf Bernstorff aus Berlin und Preffrnsé aus Paris.

Afrika. Egypten. Kairo, 29. August. (Ailg. Corr.) EinTelegramm aus Wady Haifa, datirtv011126.21ugust, 2 Uhr Nachmittags, meldet, daß Commodore HammiÜ dort mit 800 Mann der Flottenbrigade angekommen sei, Um die Passage der Dampfrr iiber die Katarakt? zu beaufsichti: gen. Die Beförderung der obigen Drpesche nahm 61 Stnndsn in Anspruch. Das rgyptische Telegraphendepartemcnt ist mit seinem eingeborenen Personal gänzlich außer Stande», den gegenwärtigen lebhaften Depeschenverkehr zu bewältigen.

Eine weitere Depesche aus Wady Halfa, v011127.d., meldet, das; die Verpflegung der 2000 Arbeiter von Don- gola und der gegenwärtig an den Kaiarakten befindlichen Kameele eine zu schwere Last fiir die dortigen kleinon Hülfs- quelien sei. Der Mudir von Dongola hat 12 Boote von je 20 t Tragkraft nach Tangur gssandt, um den Traus- portdienst oberhalb des Katarakts zu erleichtern. Eine writsre Sendung von Booten wird folgen.

Lord_Wolselcy hat den hiésigen Militärbehörden dic telegraphijche Weisung gesandt. den Vormarsch der Trup- pen zu beschleunigen. Di? Truppen werden ihren Marsch von Sarras aus am 7. Oktober beginnen, und man erwartet, daß sie in Dongola am 7. November eintreffen werden. (He- neral Wolseley ist drr Ansicht, daß die Schwierigkeiien der Flußroute iibertrieben worden seien.

Suaktm, 28. August, Abends, (A. C.) Es ist den

Nähe gelegte Minen

Nebe11_en gelungen,- zwei hier in der

zu _zerstoren. GcsiertrAbend kaperten sie südlich vom Hafen drei Dhows, wobei sie vier von den Mannschaften tödteten Ynd 25 zu Geiangenexi machten, von welchen Leßtcren später Ziehen'etitkamrn. Die Dhows wurden zuerst südlich nach Jaffhriyeh geführt und alsdann nach einem 50 Meilen weiter ?udlich gelegenen Vlaßc, _wo, wie gemeldet wird, die RedeUen in Masse vrrsammelt smd. Ihrer Majestät Kanonenboot „Condor“ mird zur Verfolgung abgesandt werden.

Zeitungsstimmen.

_ _ Das „Deutsche Handelsarchiv“ berichtet in ieinem Auguftheft Über den ausländischen Handel Dänemarks Folgendes:

_ In Dänemarks ausländischem Waarenverkebr nehmen seit einer Reihe von Jahren Deutschland und Großbritannien mit Irland dcn beworragendsten Play ein. So wurdcn zwischcn Dänemark. und den gedachten beiden Staaten in dem Fünfjahre 1878 bis 1882 im Durchschnitt 64 0/0 der Menge und 65,5 0/9 des Werthes dcs gesamm- te_n 'WaarenVerkebrs mit dem Auslande umgcse 1; zwei Drittel des damkchen Handels rnit dem Auslande cntfalen also auf Drutscb- land und Großbritannien mit Irland. Nimmt man jedes Land für

um den Triumph *

mit Irland umgesetzte Waarenwcnae über das Doppelte dessen, was zrviscbrn Deutschland und Dänemark umgesetzt wird, aber aleicbzeitig rst der Werjh des Umsatzes mit Großbritannien erheblich geringer, als der Werth der'im Verkehr mrt Deut1chland umgeseyten Waarenmaffe. Der Durchschniit der mrt Deutschland in dem Fünfjabre umgesetzten Y_Zaarenmque betrug nur, 20%, der berechnete Werth dagegen 35,5 0/0; bei dem Umsatze mri Großbritannien und Irland steUt sich dasselbe Verhalxniß auf beziehungsweise 44 0/9 und 30 0/0. _ Bei dem Hande[_Danemarks mit den gedachten beiden Ländern giebt die Bxschaffenheit der Waaren den Ausschlag. Die Einfuhr von Groß- brttgnnien trnd Jrlqnd besteht größtentbeils aus sehweren Waaren von verhalimßmaßig gcrmaem Werthe, wäbrsnd die Einfuhr von Deutsch- land werthvoilrre aber weniger schwrre Artikel umfaßt. In dem Umsare mtt Großbritannien und Irland hat der Ausfuhrhandel die größte Bedeutung, Wogegen bei drm Handelsverkehr mit Deutsch- lgnd der Cmsxtbrbandel die Ausfuhr übersteigt. In den Jahren 1878 bis 1882 belief sich sonach der Werth der Ausfuhr nach und der Einfuhr vozi Deutschland durchschnittlich auf beziehungsweise 33 und 37,4%, wahrend sich der _Wertl) der Ausfuhr nach und der Ein- fuhr von Großbritannien mit Irland durchschnittlich auf 38,7 und 23,2 0/0 bezifferte.

Was speziell dcn Umsatz im Jahre 1882 betrifft, so hat drr- selbe in Bezug auf den' Handelsverkehr mit Deutschland, sowohl in dem Einfuhrhandcl 'Wle in dem Ausfuhrhandel, eine noch nie dagewesene Hohe erreicht; in den [chien fünf Jahren 1878 bis 1882 hat sich , der gesammte Umsah von 123,7 MiÜionen Kronen auf 157,5 Millionen Krbnrn, nämlich die Einfuhr von 75,7 Millionen Kronen «UF 97,5 Millionen Kronen und die Ausfuhr von 48 MiÜionen auf 60 MiÜronen Kronen gehoben .....

_ In der „Weftiälischen Volkszeitung“ lesen wir:

_. . . „_ Um nun wieder auf die Getreidezblie zurückzukommen, ]“ erklaren noir ganz offen, daß wir uns mit einer Erhöhung derselben recht wohl befreunden könnten und zivar nicht aslein im Interesse der Landwirihickoaft, sondern auch in dem der Industrie und der In- dunstriearbcrtex, welche von _dicscr Maßrrgcl auch Vortheil haben wurden. Die liberale Preiß“, welche von wirtbschaftlicher Ordnung nichts versteht und davvn auch nichts wissen wissen will, spricht mit Vorliebe rbm „Brode'dessarmcn Mannes“, welches man nicht veribeuern diirfe. Das ist nichts als eine leere Phrase; denn, was näht dem „armen Manrie' das .biUige Brod“, Wenn er kein Geld hat, es zu bezahlen,? Eine gesunde Wirtbsckoaftspolitik wird also ihren Augen- merk nicht darauf zu richtc'n haben. daß das Brod möglichst biliig sei, Fondern darauf, daß der „arme Mann“, der Arbeiier, Geld genug verdiente, iim seine Lebensbedürfniffe bezahlen zu können; er wird alsdaiin nichts dagegen haben, wenn er das Brod um einige Pfennmr Theurer einkaufen muß. Das Brod ist in Deutsch- lz'md rtcmals verhältnißmäßig biliiger grrresen, als Mitte der sicbcnziger Jahre, und doch haben Woh! zu keiner Zeit mehr Leute ge- hungert und gedarbi, als gerade damals. Sie hatten kein Geld, Brod zu kaufen, was nuiZte es ihnen also, daß es so biilic; war. Daßsie abr]: keine Arbeitfiund mithin auch kein Geld zur Bestreitung Von, ihres beenstoihdursi hatten, das hing aufs Jnnigste mit den biÜtgcn Brodpreisen zusammen. Tausende und Abertausende von Arbeitern haben dawals widcrwiÜig feiern müssen, weil das Brod so billig war, d. 1). weil die Landwirthe für ihr Getreide nickot einmal die Crzeugunaskosien' erhielten, in Noth und Schulden gcrieihrn und fick); aufs Yeußrrste einschränken mußten. Der Landwirih ist aber der weitaus größte Konsumrnt dcr industrirÜen Erzeugnisse. Wird seine Konsuniiionskraft dnrch irgendwelche Umstände vermindxri, so hat die Industrie darunicr zu _1eidcn. Wenn dsr Landwirtl) nichts mehr kaufen imm“ wcrden uniere meistcn Fabriken und industricüen Cia- bliffrznents ihrer), Vetrieb einstellen oder einschränken dürfen. Die Arbrtter aber mussen alsdann feiern und hungern, Zu biÜiges Brod balrcn wir Wegen der daraus entibringcndcn Folgen geradezu fiir ein nationales Unglück.

Man _spricht so riel von einem Jntcreffengegensaß, der zwischen der Lapdwirthicbast und drn übrigen produzirenden Ständen bestehe. er einc solchc Behauptung leichtfertig ausspricht, ist entwedcr rin Faicl'bans, der von den Vorbedingungcn einer gesunden WirthsÖafts- 101711111,k nichts versieht, oder ein radialer Manchestermann, dcr, jeder wirthicbaftltckxcn Ordnung abhold, an deren Stelle ein Chaos iexzrn möchte, ivo Jedesdas Andere auffrißt, bis schließlich die große Mehrzahbder Menichbett untcr dem Sklavenjorhe weniger Arbeits- ihranncn 1cufzi. Zwiscbrn der Landwiribschaft, Industrie und Gewerbe u'nd deniHandel besteht gar kein Jnterrffengegcnsah. Wo Wirthscbafi- liche Ordnung herrscht, da stützen, ergänzen und erhalten sih diese verschiedenen Zweige menschlicher Thätigkeit gegenseitig. Die Land- wrrtbsrhaft erzrugi die Nahrungsmittel, welcher die Gekammihcitbedarf und einen großen Thsil der Rohstoffe. Diese Rohstoffe werden von der Industrie ,und dein Gewerbe zu fcriigen Fabrikaten umgestaltet, welche durch die vermittelnde Thätigkeit des Handels an den Mann gebracht “.ind zum writaus größten Theile von den Landwirthen ge- Yauft werden. „So lange dicser Kreislauf nicht gestört wird, erfreut zich das, Gcmemrvesexi cinesfortscbrritenden Woblstandrs. Tritt aber trgrnd cine Sibrung em, so wird die Gefammtbeit dir nacbtbriligcn Folarn derieibkn crlsbald spüren. Vrzicbt cine Industrie die Nahrungssioffr be'tsprrlswcrsr aus drm Auslande, so daß der cinhcimistbe Land- Wt_rtb setnr Erzeucmisje entwédrr gar nirhi, oder nur zu unvrrhältniß- maßig germgrm Prei1e anbringen kann, so wird er alsbald in eine Notb'laae gerathen, wrlcbc ihn verhindert, fich in den Besitz drr Zn- dizsirtc-Erzeugntffe zu setzen. Die unwittrlbare Folge biervvn wird die jrm, daß misere Industrie zuerst auf Lager arbeiten und alsdann ihren Betrieb cinsckoranken muß. Darunter hat alsdann auch der Arbeiter schmier zu leiden.

(„33-3 ist ein altes wahres Wort, daß, wenn es dem Landwirih übel ergeht, das ganze Staatswesen darunter leidet. Der Bauernstand ist das Fundament jedweder sozialen und wiribschaft1ichen Ordnung. Man sorge daher für sein Wohlergehen.

_..Jn den „Berliner Politischen Nachrichten“ lesen Wir:

Die volkswirtbschafilicken Uebelständc, welche aus dcm maßlosen Umfichgrcifen des Haufirwesens als naturgemäße Folge resultircn und höchstens von solchen Parlamentaricrn geleugnet werden, welche in den Haufirern „die cdclsten und besten Kräfte der Nation“ erkennen, babcn jeht auch in der freic'n rcpublikanisckyen und demokratischen Schiveiz cine Beweßung der geschädigten Jntereffcntenkreise, nämlich der HandWerker und Genrrberreibendcn, hervorgerufen. Gleichermaßen, wie in dem , nach deutsch-freismnlicber Bethrurrung unter dem Joche drr wirtbschaftlichen Reaktion schmachtenden Deutschland, wird auf skbn'eizer Boden der Ruf nach Maßregeln zur Beschränkung des HaufirWesens laut, aber der schlichte Menschenverstand predigt auch dort dem politischen Radikalismus, der in den Regierungs- und KantonSräthen stark vertreten sitzt, iauben Obrcn. Da ist es denn interessant, daß das Organ der obersten Bundesbehördr, dcr Bcrnsr „Band“, sebr eifrig für die Sache des Handwerker- und Gewerbestandcs eintritt, die Gegner der Haufircrplagc crmuthigt, den Weg der Volksabstimmung zu betreten und seine feste Ueberzeu- gung ausspricht, daß eine bezüglichc Agitation im Volke allgemeinen Anklang finden Werdr. Die Schädigung des ehrlichen, reellen (He- schäftsbxtriebes durch die .edelstrn und besten Kräfte der Nation“ muß a110 in der Schwciz wohl schon schr bedeutende Dimensionen angenommen haben. Uebrigens ist es bei den Bundesbehörden be- schlossene Säche, der Frage legislatorisch näher zu treten.

Armee-Verordnungs-Blatt. Nr. 15. _ Inhalt: Fonds- Ucberrvcisung für die Generalstabsstiftung. _ Train-Depot-Pcrsonal. _ Abänderung der Bestimmungen über die Beschaffenheit der Särge zur Beerdigung verstorbener Mannschaften des Friedensstandes. _ Verseßung Ic. von Zablmeistern. _ Rückgabe erledigtcr Dicnst- auszeichnungskreuzc und Dienstauszcickxnungen. _ Reduktion des Lehr- Jnfantcrie-Bataiilons auf die ctatsmäßige Stamm-Compa nie. _

sub, so beträgt zwar die zwischen Dänemark und Großbritannien

Eröffnung nrucr Eisenbahnen. _ Ermächtigung des Dr. Ltndcs in

Si. Petersburg zur Ausstellung von Zeugnissen für deutsche Miliiär- pflichtige im inneren Rußland für die Monate August und Septem- ber d. J. _ Ausgabc von Nachträgen zu Gesehen.

?lmtsblatt des Reicbs-Poftamts. Nr. 43. _ Inhalt: Vrrfugxmgen: Vom 25. August 1884. Post-Dampfscbiffverbindunaen mit Danemark und Schweden. _ Vom 25. August 1884. Eröff- nung der Eisenbahnstrecke Septbeim_Masmünsier.

' Nr. 44. _ Inhalt: .Veriügungen: Vom 29. Augusi1884. Zuge- bbrigkeix von Patagonien zum Weltdostverein. _ Vom 27. August 1884. Etnscbrankung des Packetverkehrs mit Spanien auf dem Wege über Hamburg. _ Vorn 29. August 1884. Einschränkung des Postpacket- verkehrs mtt Italien. _ Vom 27. Aurust 1884. Eröffnung der Eisenbahnstrecke"Orzesche-Sohrau (Oberschl)

Archiv fur P_13_ft und Telegravhie. Nr. 15. _ Inhalt: Aktenstucke rmd Außahe: 55) Die Hamiltonscbe Handschrift“:- Sczmmlung im erlrncr Museum und ihre Beziehungen zur (Ge- schicbte dcs Nachrrcbten- und Berichtswesens. _ Kleine Mitthei- lungen: Das Telegraphenwesen von Neu-Seeland im Jahre 1882. _ Zu Lande fortzubewegendes Damrfboot. _ Zur Frage der Orirrit- Eisenbahnen. _ Oesterreichische Trajektanstalt am Bodensee. _ Ewe besondere Einrichtung zur Bezeichnung des Fahrwassers. _ Zartschrtften-Ueberschau. «“'-**“

Statistische Nachrichten.

Jm JZlihxft, der vom Kaiserlichen Statistischen Amt beraus- argebenen Statistischen Mx. Usbefte find die Uebersichten über die Einfrthr und Ausfuhr der wichtigeren Waarenartikel im deutjchcii ZoUgcbiet für den Monat Juli und fiir die Zeit vom 1. Januar bis Ende Juli 1884 veröffentlicht. Hiernach bat sich die Wa'arenadsf'ubr im Vergleich zu dem betreffenden Zeitraum dcs V'orjabrs fUr die meisten Industriecrzcugniffe und verschiedene land- wirihschaftltche Produkte günstii gestellt, so für Leinen- und Woller- gar'n, (Gewebe aller Art, Kleider, Leibwäschr und Puhwaaren, Soda, Anilinfarbcn und _sonsiige Artikrl der chrmiscben und Farben- Jndustrie, ferner “für Glas und Glaswaarcn, Papier und Papier- tapeten, Holzwaaren, musikalische: Instrumente, Kautschuck- und ercrwaaren, Erze, Blei, Zink, Waaren aus Kupfer oder anderen un- edlen MetaUrn und Legirungen aus solchen, Kohlen und Koks, Ccment, Thon- und PorzeUanwaaren, Bier, “Branntwkin, Salz, Zucker u'nd Melaffe, für Stärke und_Kraftm_ebl (Kartoffelmehl), Lichte, frisches Obst, Hopfen, Butter, Käß:- und Fleisch. Tabackblätter und Tabackstengel. Größere Ausfuhren haben insbesondere aufzu- weiien: Wollergarn (alles in Doppel-Ctrn) + 11403, Baum- woÜcnwaaren +_ 14 649, Leinenwaarcn (meist feinerer Qualiiät) + 1604, 'Hcrlbsetdenwaarcn + 4670, Wollenwaaren + 10128, Kleider, Leibwascbe und Puhwaarcn + 5632, Soda + 47 027, Anilin- farben + 9186, Blei- und Zinkwciß + 9159, Mineralwasser + 19 295, Glaubersalz + 22101, Schwefelsäure + 15 365, Glas und Glaswaaren + 10 291, Papier und Papiertapeten + 66193, Hblzwaarcn + 9509, Thon und Porzellanwaaren + 8747, _ B1cr_ + 61709, Branniwein + 208 444, Zuckrr +, 75013), Starke und K*raftmebl + 91687, Tabackbläiier und Tabackitengelß-k- 6225. Dagrgewxist dic Ausfiihr von Baum- wbllcngarn, schwrici- Und salziaurcm Kali (Chlorkalium), Eisen- und Eisenhoaaren, Mairhinen und Eisenbahniahrzrugen , Wäaren aus edlen Metallen, Holz, Kartoffeln, Wcin, Mehl,. Frbrannten odrr ar- mahlencn C1chOkiéi1 und Schafwolia im Vrrglcick) zu demselben Zeit- raum des Vorjahres mcdriaer. Das Mimis beträgt 11. a. bei Baum- wollenqgrn 7519, bei schwefel- und sizlzsaurem Kali 80 224, bci Eis?"- Und Ei1enwaarcn 326 926, bei Mairhinen 29 269, bei Holz 81950 und bei Kartoffcln 1621015 Doppel-Ccntner. Dcr Mindcr- a'usfuhrFP-ezieil von Eisen und Eisenwaciren liegt in der Hauptsache eme geringere Ausfuhr von Roh, Bruch- und Lupvenciscn, ferner von EtienbabnsÖisnen und Eisendraht um 107 319, bezw. um 239 337 und 80 333 Doppel-Ctr. zu Grunde. Doch ist die Ausfuhr vbn Eiscndrabtbereits wieder eine steigende, denn die Ausfuhr von diesem Artikrl im Monat Juli 1884 aklcin bclisf sich auf 172 487 DbddLl-Ctr. geaxxi 114751 im Monai Juli des Vorjahres. Von srhmtedbarrm EUM- in_ Stäben, Ei1engußwaaren, Drahtstiften, anderen groben, sowic fernen Eisenwaaren wurden erheblich größere Mengen ausgeführt als im betreffenden Zrit'raum des Vorjahres. Die Ausfuhr von Rind- und “Schafbirh ging um 6668 bezw. 33193 Stück zurück, dagegen hob sirh dic Auswhr ron Borstenrich um 77 036 Stück.

London, 29. Augusi. ('Uli-Z. Corr.) Den Statistiken des ,Burcau Veritas“ zuwlge aingcn im Juli d. J. 45 Segel- 1chif fc zu Grunir, und zwar 23 briiiiche, 4 amerikanische, 1 däni- sches, _6franzbs1srhe, 4 deutsche, 5 norwegischc, 1 italicnisches und 1 spanisches. Voq Dampfcrn wurden 21 als berlbrrn angrmsldci, und zwar 17 briiijcbc, 2 deutsche, 1 norirrgischcr und 1 spanischer. Uritcr dcn Segelschiffcii befindcn sich 2, die vermißt werdcn.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

Von der im Jahre 1882 erscksiencnrn „])1111080111118 0rgauth19“ don Or. Hugh Doherty, welchc den Titel fÜhrT: ..]-'Ü01111116 (It; 18. Radurs“ (1mm0rta1ité3 (18 1'31118, 01r0u1at1011 (18 18- 716, 1110111168 UZLUkS]§ 96 811r113t111'618, mat-iézrs Sk- f0109§ juässrruarjdlss, variadjljté (185 1111611011161]er (18 1:1 uatnrs. jurarjabjiité (158 1013, 501611085 81“- 1'611J10U) liegt icht cinc zweite Auflage vor. Zum Mojib hat der Verfasser dcn Ausspruch Barons gewählt, wzlcbrr dahin lautet, daß ein Wenig Wisicn von der Religion entferne, viel Wissen aber wieder zu ihr zurückführe. Von diesem Standpunkt aus wrndet er sich auck) gegen die Tendenzen der Materialisicn, irslcbe durch ihre Sophismen die Jugend von dem_Si11dium dcs Evangeliums und den Wahren Grund- lagen der Wiffcniibaft des chrys abwendxn. Als Erprrimentalistcn Verwechsclri iir, wie cr richtig ]agi, die Kenntnis; von den thsiolo- gi1chcn Erichcinunarn, die Biologic', mit der Wiffeiiscbaft von den Ge- seßcn, welche die Bewrgunq der unzcrstörbarcn Kräfte in den ver- gänglicbcn Ericheinungen des chens in diesrr W911 beherrschen und die er als 80161106 djorsobnjqus über jene stellt. Sie hätten keine Berechtigung ihre cmpirischcn Mcthodcn als wissen- schafllichc zu bczeicbnen. _ Sir licßen zWar 'das Prinzip von dcr .Er- haltung der Kraft“ zu, 1ei€n aber nicht im Stande zu sagen, wo denn die Lebenskraft geblieben sei, die den todten Körper verlassen. Durch das Studium der Natur müsse man Deist werden, durch das Studium des Evangeliums Christ. Das Evangelium werde schließlich die Pblitisckoen, Woltlichcn Kirchen, in soziale, religiöse Institutionen verwandeln, wie die Seele, welcbe dcn Foetus belrbi, ihm schließlich die menschliche Form gebe. Mic das Evan- gelium ainsi das heidnische Rom überwunden habe, so werde rs einst in Gestalt eines gcläuicrten sittlichen und rcligiösrn Sozia- lismus zum zweiten Male triumphircn. Zu dem ersten Triumph habe es“ Jahrhundcrte brdurft, vielleicht wrrdc es für _ dcn . nächsten xbensovielcr Jahrhunderte bedürfen. _ Dczs Ergebxnß seiner vbtlosopbistbcn Untersuchung faßt er am Schluß dabiti zujammcn: Der men1chliche Kbrper sci iiach demselben Plan organisirt wie dir menschliche Seele, die Körper der gesammten Natur nach demselben Plan wie die verborgenen Kräfte, welcheckie beicbcn. Es sei also der Mcnsck) theoretisch der Maßstab a cr thgr, und es bestehe eine planmäßige Einheit in allen Or- ganismen, vom unendlich kleinen bis zum unendlich großen, rom un- endlich cinfachcn bis zum unendlich zusammengeseßtcn. Der Mensch werde immer nur die (mehr oder weniger entwickelten) Fähig- keiten seines Geistes haben, um darin aÜe Ideen einzuordnen (08561), die er sicb von der absoluten Einheit der Naiurkräfte und der unend- 1ichen erschiedenbcit der Erfcbcimmgcn, welche die Vervegungsarten dieser Kräfte offenbaren, zu bilden vermag. _ Das trois mancher Unklarheiten und Ucbcrscbwänglicbkcitcn doch viele Anregung bietende Buri) ist verlegt in dcr bibrairje acaäémiqua Oiäiet (12111116 Perrin) zu Paris und bei Trübncr u, (Co. in London.

_ „Reisen in Tibet und *.1_m oberenLauf dcsGelben Flusics in denJahren 1879111? 1880,“ vori N.von Prscbe- walski, Aus dcm Rusfiscbcn im 111 das Deutiche übertragen und