Kaiser den Waggon bestiegen hatte, trat Allerhöchstberselbe salunrend an das Fenster und blieb in dieser Steüung, bis der Yk? den Perron verlassen hatte. Die Kaiserin, die Beiden 1 er und die Großfürsten winkten noch mit der Hand Grüße zu, und das Gefolge verbeugte sich tief, als sich der Zug in Bewegung feste. Ein viermaliges, wiederholtes Hurrah aller Versammelten begleitete denselben. Kaiser Franz Josef hatte Sich vorher von den Herren des deutschen Gefolges mit freundlichem Händedruck verabschiedet. Als die Aüerhöchsten Herrschaften den Perron verließen, führte Kaiser Franz Josef die Kaiserin am Arme. ' Heute Vormittag um 10 Uhr verließ auch der Kaiser Franz Josef Skierniewice. Dieselben Personen, welche Sr. Majestät dem Kaiser Wilhelm das Geleite gegeben, waren auch dieSmal am dem Vahnhofe versammelt. Nach herzlicher Ver- abschiedung in den Salons des Bahnhofes betrat Kaiser Franz Josef in rusfifcher Uniform, die Kaiserin am Arm führend, den erron. Kaiser Alexander folgte mit der Großfürstin Maria Paulowna und den Großfürsten Wladimir und Nikolai. Der Kaiser und die Großfürsten hatten österreichische Uniformen an- gelegt. Kaiser Franz Josef verabschiedete Sich Überaus herzlich von der Kaiserin, die Ihm die Wange zum Kaffe bot, küßte sodann der Großfürstin Maria Paulowna die Hand und um- armte und küßte dreimal den Kaiser Alexander, dem Er herz: lich die Hände schüttelte, mit warmen Worten für die schöne Aufnahme dankend. Hierauf umarmte und küßte der Kaiser zweimal die Großfürsten und sprach dem Divisions=Kommam danten Dandeville, sowie dem RegimentsKmnmanbunten, Ge: neral Panjutin,TS€ine11 Dank aus. AUeIAnwesenden, welche bereits die Bänder der ihnen verliehenen österreichischen Dekora- tionen angelegt hatten, salutirten. GrafKalnoky reichtei11zwischen dem Minister 11011 Giers und dem Botschafter Fürsten Lobanoff, die mit dem Bande des StephanS-Orbens geschmückt waren, die Hand. Während Kaiser Franz Josef zur Plattform des Waggons hinaufstieg, reichte Kaiser Alexander dem Grafen Kalnoky die Hand. Ersterer verweilte bis zur Abfahrt des Zuges auf der Plattform, erhob, als der Zug sich in Bewegung seßte,salutirend die Hand nochmals, und rief dem Kaiser Alexander wiederholt Dank zu, worauf dieser mit den Worten „13011 7073§e“ erwiderte. Großfürst Nikolaus rief „1111 101-011“ und gleichzeitig erschol1 ein lautes, wiederholtes Hurra!) der Versammelten. Die General-Abjutanten von Wittgenstein, Baron Vuschkin und von Benkendorff gaben dem Kaiser bis Granica, Oberst 111111 Kaulbars bis Wien das Geleite. Als der Zug den Blicken entschwand, ließ die Kaiserin mehrere der anwesenden Herren, darunter den Minister von Giers, den Bot: schafter Fürst Lobanoff, den General-Adjutanten Gurko Und den Minister Wannowskh zum Hanrkuß zu. Nach 5 Mi- nuten verließen die Majestäten, gefolgt von der Großfürstin MqriaPaulowna rmd den Großfürsten, den Perron. Das KalsLrl1ch€ Paar Mrd noch einige Tage im hiesigen Schlosse verbleiben, um zu jagen.
Bei der D11rchfahrtSr.Majestät des Kaisers auf der Rückreise von Skierniewice waren, wie „W. T. B.“ meldet, in Landsberg a. W. wie in Bromberg die Schulen und die Kriegervereine auf dem Perron aufgestellt, auch war der ganze Bahnhof mit einer dichtgedrängten Menschenmaffe beseht. Se. Majestät verließen an beiden Orten den Waggon auf kurze Zeit und wurden von den Anwesenden mit unbeschreiblichem Enthusiasmns begrüßt.
_ZhreMajestärdieKaiserinundKönigin, AÜer: höchstwelche vorgestern Abend 7 Uhr 111 Schlos3 Benrath ein: getroffen 1st,_ begab Sich gestern Vormittag nach Diisseldorf, wo Ihre Majestät im dortigen Regierungsgebäube den Vorstand des evangelischen Krankenhauses, die Oberin desDiakonissenhanses in Kaiserswerth, die Vorstände des Hospitals der Kreuzschwestern und des Marien-Hospitals, ferner mehrere Vorsihende von lokale11,_wohlthät1x1en Vereinen und Anstalten und den Vorstand des dortzgen Vaterländischen Frauen-Vereins empfing. Sodann hatten emige Damen der höheren Militärs und Regiernngs- beamten, sowie der Künstler, industriellen und städtischen Kre1se die Ehre des Empfanges.
Ihre Ma1eftät ertheilte hierauf einer größeren Anzahl von _Damen und Herren des _ rheinischen Adels Audienz und empfing Ihre Kömghche HOhSlt die Fürstin zu Wied, Prin- zessin der Niederlande.
Nachmrttczgs begab Sick) Ihre Majestät nach Schloß _???frath zurück, 1110 11111 sechS Uhr ein größeres Diner a an.
_ Se. Kaiser1iche und Königliéhe Hoheit der Kronprinz hatte S1ch gestern nach Cöln begeben. Heute rrüh fuhr der Kronprinz zu den Feldmanövern.
_ Ihre Kaiserliche und Königliche Hoheit die Kro nprinzes s m besuchte gestern in Düsseldorf die Ateliers emrger Künstler _und nahm nach Ihrer Majestät der Kaiserin die Cour _des rhezmschen Adels entgegen. Jhre Königlichen Hohe1_ten die Prinzen Wilhelm und Heinrich", der Krpnyrtnz 11011 Schweden und der Erbgroßherzog von Baden 11Se§chägten d1e permanente Kunstausstellung von Eduard
u e.
_ Ueber daS Befinden Ihrer Königlichen Hoheit der Prinzessin Wilhelm ist gestern folgender; Bulletin ausZegeben worden:
Marmor-Palai-Z, den 17. September 1884.
_ Nachdem Ihre Königliche Hoheit die Frau Prinzessin thhelm S1ch bisher eines fortgesetzten, durch eine leichte Nierenaffektwn kaum getrübten, Wohlseins erfreut haben, sind m den leßten Tagen wiederholt OhnmachtSanwanblungen anf: getreten, welche auch ferner eine besondere Schonung noth- iyenbtg machen und immerhin die volle Genesung etwas ver- zogern werden. Ebmeier.
_ Se. Kömgliche Hoheit der Prinz Friedrich Carl tra], w1e„W._T.B.“meldet, gestern früh von Schloß Benrath m Bonn em,_ nahm die Wohnung im Metternicher Hofe, welche für Semen,_ demnächst die hiesige Hochschule beziehenden Sohn€ den Prmzen Friedrich Leopold, gemiethet [?k- hut! Augenschein und tft Mittags nach Benrath zurück- 9 e r.
_ Der Reichskanzler Fürst von Bismarck ist gestern Abend aus Skierniewice hierher zurückgekehrt.
_ Der BundeSrath und die vereinigten Ausschüsse
__Der Kaiserliche Botschafter am russischen Hofe, (He- 11eral-Lteutenant von Schweinitz hat einen ihm Aüerhöchst bewilltgten Urlaub angetreten. Während seiner Abwesenheit von St. Petersburg funoirt der Botschafts-Rath von Bülow als intemmistischer Geschäftsträger.
_ Die Bevollmächtigten zum Bundeshath, Königlich bayerischer Minisierial-Rath Kerrmann und Königlich säch- srscher Geheimer Regierungs: ath Boettcher sind hier an- gekommen.
_ __ Der Königlich schwedisch-11orwegifche Gesandte am hiestgen Allerhöchsten Hofe, Baron von Bildt, ist vom Urlaube nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der Gesandtschaft wieder übernommen.
_ Der General der Infanterie von Strubberg, Geyeral-Jnspecteur des Militär-Erziehungs: und Bildungs- we1ens, ist nach dem Rhein, um auf AÜerhöchsten Befehl Sr. Ma1estät den Manövern beizuwohnen, abgereist und wird fich demnächst von dort aus behufs Besichtigung der Kadetten- häuser zu Bensberg und Plön auf Dienstreisen begeben.
_ Der General-Lieutenant Wiebe, Jnspecteur der 1. Fuß-ArtillerieZanpektion, ist von dem Prüfungs=Schießen des Niedersch1es11chen Fuß-Artiüerie:Regiments Nr. 5 aus Glogau hier wieder eingetroffen.
_ Der_SenerahLieutenant von Rauch, Commandeur der 19. Div1s1on, hat Berlin nach Abstattung persönlicher Meldungen wieder verlassen.
__ S. M. S. „Leipzig“, 12 Geschüße, Kommandant Kamran zur See Herbig, beabsichtigt, am 21. September cr. von St. Vincent die Heimreise fortzuseßen.
Diisseldorf, 17. September. Der heutige Tag brachte den Trnppen die nöthige Ruhe, welcher die Soldaten nach den Anstrengungen und insbesondere nach der Hiße dieser Tage doppelt bedurften. Diese Muße benuhten die Fürstlichen Bewohner des Schlosses Benrath zu einem Ausfluge nach Düsseldorf.
Um 6 Uhr 45 Minuten wird morgen Se. Majestät der Kaiser auf dem früheren Cöln-Mindener Vahnhofe erwartet und dort von den städtischen Behörden auf das Ehrfurchtsvoüsle bewiükommnet werden. Gleich darauf hält der Kaiser unter dem Donner dcr Kanonen Und dem Geläute der Glocken Seine festliche Umfahrt durch die glänzend er: leuchtete Stadt. Eine stolze Ehrenpforte passirend, fährt der AUerhöchfte Gast durch die KönigSaÜee, Über den Cornelius- plaß, die Elberfelder Straße entlang, die LlÜeestraße rechts bis zum Theater, den FriedrichSplaß, die Mühlenstraße, den Burgplatz, den Markt, die Marktstraße, die Flinger- straße, die Mittelstraße, den Karchplaß, die Hohestraße, den Schwanenmarkt, die Haroldstraße links bis zur Kasernen- straße und endlich die Elisabethstraße zum Ständehause. Mit dem festlichen Schmucke ihrer Fahnen und E111ble111en bilden längs des ganzen Wege?- die Kriegervereine, die Turner, die Schüßen, ber kaufmännische Verein, verschiedene Gesangvereine, die Innungen und die oberen Klassen der Schulen Spalier; auf den Plähen stehen MusikkapeUen, um mit der Freude Feierklängen den Kaiserlichen Herrn zu begrüßen. Jm Stände- hause nimmt der Kaiser zunächst eine kurze Cour der Damen und Herren entgegen und wohnt dem Festspiel bei, daS Ihm in diesem ihrem Heim die rheinischen Provinzialstände bereitet haben. Man wird dem Kaiser drei lebende Bilder mit Musik" nnd Text vorführen 111113 zwar „Siegfrieds Tod“, „der Große Kurfürst am Rhein“ und „Germania“, lehtere ein üolzes Weib zu Pferde, umringt von den Einzelstaaten, von holden Jungfrauen, welche durch Farben Und Symbole ihrehei111ische11 (Hane darstellen. Feiner Kunststnn und gediegener Geschmack der berufenjten Künstler haben hier vollendet Schönes ge- schaffen; welche Pracht zeigen die Wandelhilder, welche vornehme Auffassung, welchen Farbenreichthum die lebenden Bilder selbst! Die Töchter aus den alt= adligen Familien drängten sich 311 der Ehre, hier vor dem Kaiser zu glänzen. Für den gesprochcnen und den ge- sanglichen Theil sind 1111r Kräfte ersten Ranges gewonnen; die Rolle des „Vater Rhein“ ist in die Hände des Direktors Possart ans München gelegt. Nach dem Festspiel nimmt der Kaiser daS Souper ein; altZdann folgt der zweite Abschnitt, das von der Stadt Düsseldorf dargebotene Festspiel, das sich auf dem unmittelbar vor dem Ständehanse delegenen Kaiser- teiche abspielt. Ku11st Und Wissenschaft, Handel und Industrie werden symbolisch den Kaiser feiern, 400 Sänger Ihm eine Huldigung bereiten. Ein glänzendes Feuerwerk bildet alsdann den Schluß der gesammten Feier; um 91/2 Uhr beabsichtigt der Kaiser bereits wieder Düsseldorf zu verlassen.
Am Freitag, den 19., gedenken alsdann SeMajestät der Kaiser die Parade des 171]. Ar111ee-Corps entgegenzunehmen.
Bremen, 17. September, Abends. (W. T. B.) Die Bürgerschaft genehmigte die Beantragung des Zoll: anschlusseH und nahm eine Resolution (111, in welcher ausgesprochen wird, daß die Genehmigung erfolge in der Ueberzeugung, daß die mit dem Reiche vereinbarten bezüglichen Einrichtungen dauernde seien.
Oeßerreich:UUgarn. Wien, 18.Septe111ber. (WTV) Der Ka1ser ist heute Nacht wohlbehalten nach Schönbrunn zurückgekehrt und begiebt fich heute Abend zur Eröffnung der Arlbergbahn.
Der König und die Königin von Griechenland stat- teten gestern Mittag dem Kronprinzlichen Paare auf Schloß Laxenburg _einen Besuch ab 11111) begaben sich von dort nach Schloß We1lburg bei Baden zum Diner bei dem Erzherzog Albrecht. Am nächsten Freitag begiebt sich die Königin zum YesuchZ der Familie des Herzogs von Cumberland nack)
mun en.
_Belgien. Brüssel, 17.Septe111ber. (W. TV.) Der Köxng empfing heute Vormittag 101/2 Uhr die Bürger- me1ster von Brüssel, Gent, Lüttich, Mons, Arlon und Ant- werpen, welche die Vereinbarung der Kommunen betreffs des neuen Schulgesehes mitunterzeichnet haben. Auf die An- sprache des Bür ermeisters von Brüssel, welcher auf die große Bedeutung der etitionen von 820 Kommunen mit 2800 000 Einwohnern gegen das Schulgeseß hinwies, erwiderte der Konig: „Ich nehme Ihre Petition als den Ausvruck
deffelben für Handel und Verkehr und für Zustizwesen hielten heut Nachm1ttags Sißung.
der Wünsche einer großen Anzahl von Bürgern entgegen,
auch _eine sehr große Anzahl von Petitionen erhalten, fi_ch 111 dem entgegengeseßten Sinne aussprechen. Angesichts d1eser so verschiedenen Meinungsäußerunqen muß ich mich dem WiÜen des Landes, wie" er durch die Majorität der beiden Kammern zum Ausdruck gebracht worden ist, anschließen. Sie beurtheilen mich zu wohlwollend, wenn Sie meine Weixheit rühmen, aber ich acceptire Ihre Worte über meine gemiffenhafte Beobachtung der Vflichten cines konstitutionellen Souveräns. Ick werde meinem Eibe stets treu bleiben und fortdauernd bemüht sein, den regelmäßigen Gang der parla: mentarischen Regierung sicher zu steÜen. Ich werde niemals einen Unterschied zwischen den Belgiern machen, sondern für dre emen dasselbe thun, was'ich für die andern gethan hgbe, Mein Verhalten wird unter den gegenwärtigen Um: standen bas nämliche sein, das es im Jahre 1879 war. Indem 111) 11021 1111 wir zuLehenben Präroaativen im Geiste der _VerfassUng Gebrau mache, diene ich Belgien, unserexi zwei _großen politischen Parteien und der Sache der Frethe1t, der 1120 tief ergeben bin. Ich danke den Bürger: meistern für die Gefühle, die sie für mich persönlich an den Tag gelegt haben. _ Der Khnig richtete hierauf noch mehrere Anfragen an die Bürgermeister über die Lage, die durch die Ausführung des Schulgeseßes für die von ihnen vertretenen (Hememben herbeigeführt werden würde. Um 103/4 Uhr kehr: ten die Bürgermeister, welche vor dem Königlichen Palais wie vor dem Rathhause von einer zahlreichen Menge mit Beifall: rufen empfangen wurden, nach den't Nathhause zurück. Am 2. Oktober wollen dieselben von Neuem in Brüssel zu einer Berathung zusan11ne11t_reten._ Ein Individuum, welches durch Pfetfen bre Ruhe zu stören suchte, wurde verhaftet.
__ 18. September, früh. (W. T. B.) Der gestrige Abend verlief sehr U11r11h1g,_ mehrere, an tausend Personen starke Trupys zogen pfeifend, lärmend Und die MarseiÜaise singend durch die Hauptstraßen der Stadt und sammelten sich vor dem Kötiiglichen Palais und _vor der Expedition des katholischen Journals „Le Patriote“, 10 daß die Polizei einschreiten 1111d dieselben zerstreuen mußten,
Großbrita_nnien und Irland. London, 16. Sey: tember. (MFg. Corr.) Mr. Gladstone verließ gestern, be: gle1tet von seiner Gattin und Tochter, Braemar und begab sich nach Habbo House, in Aberdeenshire, wo er der Gast Lord Aberdeen?» bis Mittwoch sein wird. _ Nachdem der Premier: Minister den Norden Schottlands reich an Triumphen ver: lassen, 1st nunmehr Sir Stafford Northcote daselbst angekommen Und hat in Edinburg gestern den konser: rativen Feldzug eröffnet, durch welchen seine Partei dem ]i'tngst von _dem Premier a11edei'1bte11 politischen Einflnß 0111: gegenzuarheiten hofft. Der Führer der Opposition wurde von se111e11 Gesmnungßqenoffen mit Begeistermxa empfangen 111111 nahm zahlreiche WiÜk0111111e11adresse11 der schottischen konser- vutiven Vereine entgegen, _ Der griechische Gesandte am Hofe 11011 St, James, Sir Peter Brailas Ar1nex1i, 111111111) langem Kraiikenlager an der Schwindsucht gestorben.
_ 16. September. Der Großherzog von Hessen langte heute an Bord der Königlichen Yacht „Osborne“, von Vlissingen kommend, in Sheerneß an 11111) setzte um 71/2 Uhr die Rehe 11ach London fort, von 1110 er fich zu einem Besuche der Könimn nach Balmoral begeben wird.
_ 17. September. (W. T. B.) Die Admiralitär
hat beschlossen, das Panzerschiff „Agamemnon“ nach China zu entsenden. _ Ein Telegramn'. des „Reuterschen Bureans“ meldet ach Kairo: Hier ist eine vom 26. UM. da1112e Depesche General Gordons eingegmmen, worin es heißt, _er erwarte die Ankunft der e11glische11Tr11ppe11, und 111119, 1hm Zebehr Pascha sowie 300 000 Pfund znzusendcn. Gleich- zeitig kündigt General Gordon 1111, daß rr in einigen Tagen zur Besehnng Berbers schreiten und den Sudan dem Sultan Übergeben werde, sobald eine genügende 21113111)! türkischer Truppen eingetroffen sei. _ 18. September, friih. (W. T. B.) Ein Telegrannn der „Times“ ans Hongkong von gestern sagt, “das französische Kriegsschiff „Atalante“ habe ein reguläres Handelsfahrzeug 11116 Hongkong in der Hafeneinfahrt geentert und dessen Geschütze Und Munition Über Bord geworfen, die Kaufleute seien hieriiber sehr erregt, weik die Handechschiffe ohne Geschühe den Küstenpiraten gegenüber machtlos seien.
Frankreich. Paris, 17. September. (W. T. B,) Die von dem Admiral COUrbet Nestern hier eingehanaene Depesche erwähnt die von dem „Reuter'fchen Bureau“ 111 Lon- don gemeldete Landung französischer Trupden bei Kimpai nicht, meldet vielmehr nur, das; ein französischeS Kriegsschiff, welches de11Depesche11die11st nach Picaigu zu versehen hatte und hierbei jedes Mal das Fener chinesischer Batterietr 3,21 p(11“__sircn hatte, de11 Befehl erhalten habe, das Feuer 311 er: 1111 ern.
In dem Depqrtement der Ostpyrenäeu sind 111 den letzteu 24 Stunden 18 Personen 1111 der Cholera gestorben, 111111011 3 in Perpignan, 1 in PortVendres. _ Nach einer Meldung aus Oran sind daselbst mehrere choleraverdächtige Krankheitx'ofc'üle vorgekommen, von denen 4 tödtlick) verliefen. Die Aerzte erklären diese Krankheit für choleraähnliche Marien: entzündung, nicht für Cholera. Gleichwohl sind geeignete VN: sichtEmaßregeln getroffen worden.
Spanien. Madrid, 17. September. (W. T. B.) Dem Zonrnal „Epoca“ zufolge soll der spanische Bor: schafter 111 Paris, Silveln, sein Entlassungßgesuch einge- reicht haben. _ Zu den Provinzen Alicante und Tarragona sind gestern 25 Personen an der Choxera gestorben.
Jralietr. _Rom, „17. September. (W. T. V.) Zn sä1n111tltchen infizirtenProvinzen kamen gestern 581 C h ole ra- Erkrankungen und 325 Todesfälle vor, hiervon entfaÜen 463 Erkrankungen und 265 Todesfäüe auf die Stadt Neapel. Die StadtNon11stcholerafrei.
Neapel, 17. Septe111ber. (W. T. B.) In der _Zeii“ yon gestern Nachmittag 4 Uhr bis heute Nachmittag 4 Uhr smd hierselbst an der Cholera 432 Personen erkrankt und 161 gestorben.
_ 18. September. (W.T. B.) Dem Munizipalbericht zufolge sind von gestern Mitternacht bis heute Mitternacht“ 510 Erkrankungen und 239 Todesfälle in Folge der Cholera vorgekommen.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 18. Sep- tember. (W. T. V.) Der Kaiser hat Se. Majestät den D euts chen K ais er zum Inhaber des berühmten (37.) Ordens,- Draaoner-RegimentS ernannt und gleichzeitig angeordnet, daß die Offiziere dieses Regiments, sowie die Offiziere des 35. Bel- goroder Dragoncr-Regiments, dessen Chef der Kaiser von
welche
welche Magistrats- und Kommunaiämter bekleiden. Ich habe
Oesterreich ist, in ihren Epaulettes die Namenschiffren ihrer
.
hohen Chefs zu tragen haben. _ Der Kaiser vzm Oesterre1ch at dem Grafen Wielopolski den Orden der Etsernen Krone 1. Klasse verliehen und den Co111manbe11r seines Kexhblmer RegiMents mit einer goldenen, mit Vrtllanten geschmuckten Tabatiere beschenkt. _ Warschau, 17. September. (W; T. B.) Der Katser begab sich etwa eine Stunde nach Abmhrt des Kaisers von Oesterreich zur Jagd ngck) dem Fürstenthum Low1cz. Am 23. d. M. wird die Rückfahrt nach Peterhqf erfolgen. Man spricht von einrr bald bevorstehenden Crwrederung des _Be- suches des Kaisers 11011 Oesterreuh Se1t_ens quieres Konser- paares. _ Großfürst Michael Ntkola1e1v1tsch, der mit seinen beiden Söhnen auch auf_de1n Zyge desdeutschen Kaisers abgereist war, begiebt s_1ch, Wie es he1ßt, zynachst nach Amsterdam und von dort vielleicht noch zur Kur 111 em Bad.
Amerika. Nem-York, 17_. September. (WFE. B.) Nach einer Meldung _aus Mexxko hat der Prasidetzt Gonzales eine Botychafr an den Kongreß ger1cht_e_t, in welcher er erklärt, daß die vorlaufige Grundlage fur die diplon1atischen Beziehungen zu Englayd iofortdem Kongresse unterbreitet werden würde. Demnächst soll,_1171e m der Bot- schaft weiter mitgetheilt wird, eine Komrxnssidn nach China und Japan behufs Entwickelimg der 111ex1ka111schen Handels- 1111ereffen' abgehen. Schließ11ch w1rd dte Vorlegung eines neuen Tarifs angekündigt.
Afrika. Egypten. Kairo, 15; September. (Allg. Corr.) Der 111 Dongola weilende Mawr Kttchener hat em Telegramm hierher gelangen las1e11, welches__ d1e_ Anknnst Mohamed Famils, des ehenmligen Ober-Sekretars 111Darf11r, 11011 Berber 111 Dongola meldet. Genannter berichtet, daß 111 Berber sich 2800 Mrmn kriegsgefangene uiid unbewaffnete türkische Truppen befinden. Mahomed cl Ke1r, der rebeklische Kommandant, hat 200 Schwarze und 300_ Araber unter seinem Befehle, die bewaffnet si11d, aber er le1det Ma11gel an Munition.
Zeitungsstimmen.
Das „Leipziger Tageblatt“ veröfxentlicht eme Juschrist der:, Professors 01. R. Biedernmnn _nber 11112 Auf: habe der Nationalliberéklen bei den nachsten Nenhstagswahlen. » die er Zuschrift lei't es: _ _ «511 S11sckr11 Zi Töbrl11)1“prach ich es aus, und ich wiederhole es hier: ick) halte es fiir die oberste Auf;1abc,_ wie _jercr relchstreuen Partei, 19 (1111151110111er rer 1111]ere11_ (11a11011a111ber111911), Welche s1ch rte 11.111011ale“ 11211111, bei den ReWstangahlen mehl sowoh_l_1hr be- ["ondrrcI Partei-Jntereffe, als das aügememe Interesse des 31111125 1111?) rer Nation 111 den Vordrrqrdnd zu stellen. _ _ _
Das hat 1161111 111111) die nationallibenüe Pariet _SaäUens alleze1t redlich gethan, 111111111 sie überall da, Wo 13 “M Bekampfung grund- iäixlicbcr Reichsfcinre gali _ (1111 ryelcbe fich d1e _Srz1albrmokraten selbst bekennen _ jede andere 311111111311 srbwrigrn h1ef1 und auch fUr solche Kanridatcn eintrax, Welche 1111 1111) ihr kezncÖst nahe standen odcr besonders sympathijch ware11__ 11015 der ihr 11011 den anderen 511111111111 häußg versagten Gexiensmtrgkmt. . . . . _
Dic nationalliberale Partei hat 16 s1ch aber (11111) von ihrer Ent- stehung 1111 zur Aufgabe gemacht, nichr blos den Bestqnd rer netzge- gründetcn Dcntscben Reichs (1111271 Solche, rrelche de111_elbe11 111 emer oder der anderen Weise anzutasten 5111121111 Waren (Soztaldemokrgten, Uliramontane, Welfen und andere Part1kular1ste11), 311 rertheidigrn, sondern (mch dessen Ausbau 1111111 1111e11 R1chtu1111e11 [7111 fordern 111 helfen. Und sie bar 1111) die1cr 5111111161130 chen_fa_1l§ 111111) besten Kräften unterzogen. Sie hat sich rabcx e_me lange th h111d11rch des Handinhanrgehcns mit der RUÖÖWIWMUJ 111111 der Bundes- gcnosienicbaft eines The_ils dcr kdnserraiiren Partei 311 erfreuen gc- habt _ viel weniger freilich derjemgen _der 1r111er11nks stehenden Liberalen, der damaligen „Fortschritt_§b11rte1“. _ D1e1e h1elt_fich durch ihre Auffassung dcs „Liberalismus“ *sür rerdfhrhtrt, 11011211 jede, 111111) die wichtigste, Reform zu stimmen, sobald _drejelbe 1111111 allen Kon- sequenzen dieses ihres Liberaliömus zu 61111prcche111ch1e11. S1? kam rie Verfassung selbst (1316 Nrrddcnfsckpen Bunch 10111 des RclÉcS), so kamen die grrYen Fu_stizge1exr gegen den W1berxrruch rrr sort- “ r'ttthci 111 (“11111 9. _ __ _ _ WEUD!111111tr11tei11e Zeit ein, wo dds Verhaltmx; der 911111011111- 1ib1r111e11 zur RcichIrrNierung fich lockerte .
Nun hat abcr 1101161011100 1111111 „iryszcrleiterder ("(-1111011111111 1111111: einc 1111fba11111de, sÖÖrßerifche P01111_k 1116 Werk zu 111551 be- gonnen und zwar (1111 Gebieten, auf denen e_111c solche 11r11r 7119111161111, nber aurb, WWU fie (161111111, für hock1r1cht1gc Jnteresiem, tlckrtl§_der qanzen Nation, theils ihres schuhbedürfngstcxi Thetls, dcr Arhe_1t_er__, rielrcrsvreckocnd ist. Er hat auf "01111 Gebrcte_der „Sozmlpoltdk zur Verbesserung der Lage des Arbeiterstayrcs e111 gewaltmrs Unter- 11chme11 angebahnt, Welches _ i11drr_(d)estali, wie er; zeleht bein Reichstage vorlag _ zwer in_dcr Durchfuhrung (1211311; 1111111 [611111 111, aber auf durchaus gesunden (53111111511111111, drr Selbstvrmbdltung und dem GcnofseniäzaftHMsen, ruht. Er hai_auf rem (Hebwfe der Ko- lonialpolitik und der Ausdehnung des deu11chc11 Haxndelß nach fremden Wthihrilcn hin 9111111111111 entwickelt, die, ebenso k_1_1_hn als a11drrcrsczts besonnen und rorsichtig, in ihrer Verwirk11chu11ch11ur Deutschldnd e1_11e neue Epoche kommerziellen AUfWMMch, eme vrel aktwrre 319112 1111 großen Weltrerkchr, als die es bisher zu behaupten rcrmochte, 111 5211131 ! tollen. _ _ _
f'Léufsbiesen Bahnen cincr aktiren 1111d__ prod11k_11re11 Pol1t1k dem großen leitenden Staatsinmme zu 10111211, fUr AUHfllerUJ solcher und ähnlicher Pläne ihm ihre Untersinhung zn b1ctcn, dazu hai_dw nationalliberale Partei 111 den Heidelberger 11111) den Berimer Erklärungen (1111111 23. März und 18. MP) und 111 zahlreichen Znstimmungskundgebungen dazu aus_alle11 “Thetlen Deutschxayds fich verpflirhtet. Dadurch aber ist ihr fur die bevorstehenden ZbetcbstaaH- Wahlen ihre Stclkung und Aufgabe scharf und klar vorgezc1ch11e1 Sw muß nach allen ihren Kräften darauf hinwirken, bbfz f11r d1c, _nach ihrer Ueberzengung der Nation heilsamen, sozta1p011t1sche11 u11d1r1rth- scbaftlickpen Pläne des Reichskanzlers eine 1nös111chst fikhcre Mehrheit
e a cnwerdc..... g sch Hie nationalliberale Partei bleibt, indem fie so handelt, 7311111»- aus ihren eigenen geschichtlichenUebcrlieferunxxen1reu,_ denn sie_1st entstanden und fie hat fich aus der Fortsrhnxtspartct heraus_ge10st, weil sie die zu sehr blos verneinende Haltung d1eser l_eßtcre_11 fur 1111- ersprießlich hielt, Weil sie das Bedurfniß und die Pfltcht suhlte, eme mehr posikive Politik zu ergreifen und n'erkthang an dem Auf- und Ausbau des Reichs mitzuarbeiten._ _ _
Hat ein Theil der nationalhhcralen P3r1c1 (die Sezesjihmsten) W) von dieser positiven Politik wredcr ab- und zu _der 11eg1rcr_1den der Fortschrittspartei zurückge111eridet, hat er fick) gar volltg mit dreier verschmolzen und, wie das be1 solcbcy Fusionen erfahrungsmafztg immer geht, derjenigen Richtung den _Steg verschafft, Welche 1111 Re- gircn am Weiteften geht, so könncrx nnr dtes heklagey, aber w1r_ kön- nen de51vegen unmöglich auch f11r ben zur11ckgebltcbe11en Thetl der Partei die durch deren Geschichte ihr rbrgczc1chnete _thn aufgeben, müssen vielmehr Alles aufbieten, um 1111: dadurch 111 1_hrrn Reihen Entstandenen Lücken, um die bei den [ehren Wahlen crl_1tt1:11c11 Ver- luste Womöglich bei den bevorstehenden Wahlen z_11_ erganzen und zu ckseyen. Wenn es hierbei zwischen ehemals 110111011) Bcfreundeten UNd Gleichgefinnten zu einem Wahlkampfe kommen muß,. so trage11 die Schuld davon nicht Die, Wehre auf dem alten Boden der Pariet
nacb Unvoükommenbeiten eines Gesetzes mit _in_ den Kauf_n.1hmen und nicht darauf bestanden, daß jede, auch d1e_außer_ste, .ltb_erale_“ For- derung, bis aufs Tiidfelcben Überm jerqut wurde, w_1ebctspiels- weise bei der Verfassung des Reichs und den großen Justtzgewhen, so ist es lächerlich, ihnen daraus einen Vorwurf zu machen, wre b1e Jort- schritt§partei dies gejhan hat. auf die Webrhaftigkeit und Sicherheit Deutsrhlards, sowie czuf den unheftörten Verkehr, sie für das sogenannte M111tarseptcnnat'"sitmmeri, d. b. für eine Bewilligung der Friedensüarke auf 7_ Jahre,]tatx, 11311: der .Fortscbritt' wiÜ, auf 3 oder auf 1 Jahr (we1l eme 19 haufiße
zeitweilige Verzicht auf die Jarischen ZusiitnmungsreckUs voükommen gerechtfertigt durch 1cne
Wenn die Nationalliberalen in solchen Fällen, wo es galt, einen vielen Seiten
Oder Wenn aus höheren Rücksichten
Militärdebatte nuch allen diesen Seiten Nachtheile hat), so ist dieser allersirengstc Ausübung des parlamxn- 1 en und wenn der „Liberalisinus' darin bestände, daß man auch die höchsten_ Jriieressen dcs R_11_ch§ und der Nation 6111er bloßen Prinzidlenreixeret opfern munfe, so wäre damit dem Liberalismus das Urthe1l ge1drochen. Derartige Vorwürfe, von dem „Fortschritt' dcn Natwualltberalen gemacht, find übriacns um so weniger gerechtferjigt, al? man recht gut _we1f1, daß die Fortschrittspartri nur darum gegen 1e_11e Gesetze 311 strmmen den Muth hatte, weil fie fieber war, in der Mmoutat zu ble1_ben,__wahrend Fortschritt und Sezessionisten zusammen n1cht1Vagten, ge1chlo111n gegen das Sozialistengcset; zu stimmen, Wei! fie d1e _Vera111w0r_tung, dasselbe zu Falle gebracht zu haben, schenken. Wo bl1eb hter dte Kousequenz des .LiberaliSmuS“? . . . .
patriotische Rücksicht,
Kunst, Wiffenschaft und Literatur.
Der Zwanzigsie Jahresbericht des altmärkischen Vereins für vaterländisckoe Ge1ch1_chte und Industrie zu Salzkrrdel (Abtheilung für Gesch1cbte_), der, vom VLTTML- sekretär Th. Fr. Zechlin herausgegeben, kurz11ch_1n_Magdeburx_1 cr- schicncn, eröffnet mir einer Biographie des W1rkl1chen Geheimen Raths, LnndeI*Direkwr§ der Altmark Le., Otto Lubw. thb. _Ferd. von der Sckzulenbnrg, des, (1111 5. Mai 1883 rerstorhencrz, Sittlers des Vereins. Auf diese Biohraphie folgen 111€!)rerc,_auf dte Alttpqark bezüglirhe geschichtliche Aufsähe. Zunächst fuhrt Diakqnuö Pa117111§ 4. Urkunden MI 1611 Jahren 1266, 1287 uLd 1337, (Gardelegen be- treffend, aus dem Ratbsarchiv der Stadt Gardelegen (11-1, und begleitet dieselben mik lehrrerÖen Anmerkunxezx; _So- dann rbeilt Parifius in einem Aufmhc „311111 _B11111111011S- Rcßes; 17011 1541 für Gardelegen“ dcn Anfang_dtr]_es Viezrßes, der bisher gefehlt hatte, mit und verbindet hxermtt Erorternygen iiber die Ansteünng des ersten evangelischen Pred1gers_Bar_t_hol.R1e1c- bers5 daselbst. Hirrcmf berichtigt wiederum Partsius e_me fnhere Nack)- richt über die Kirchenvifitntibn in Seehausen dah111, daß es fich hierbei nicht um eine 111 Seehausen, 1011der11 11_ur 11111 rte 1600 111 (Gärdelegen abgehaltene General-Kirchenvis1_t_aiw11 handeln konne. 0711111151) berichtigt Ebenderselbe eine Angqbe uber den Amtmann des Klosters keuendorf Ochscnkopf _ dahm, daß dersrlbe mcht 11111 die Zeit dcs Restitutionscdtktes gelebt habe, 1011drrn __um die Mitre 1116 16, Jahrhunderts als der erste Protestgnwckzc Amtmann in der Altmark nach Uebergang "der Kloster- güter i11 Weltliche Verwaltung. Hieraaf Werden c111§f1111111che htsto- rische Erörterungen zur Urkunde Kaijer Otto 1120111 Jahre 956 vom Prebiaer Hofmeister mitgetheilt 11er 119111 Major a_. D. A. 11011 dem Knesebeck mit kleinen, zum Verstandnis; erforderltrben Erganzunzen als Anmerkunßen versehen. _ Den Schluß des Heftes brcht der „Bericht für die Jahre 1880_83“. enthaltend Angaben uber 118 Mitalieber des Vereins, seine Einnahmen 111173 Aushthn 11. _s. 10, Denselben zufolge bestand am Schluß des Jahres 1883 der Verein aus 1 Ehrenmitgliede, 4 correspondirenden und 4.3 ordentlichen YM- glirrcrn, die Einnahmen aber aus 1932 afl: 52 „5,d11: Au3g11b111__d11- gegen aus 331 «M 25 «8, so daß cm Bestand von 1601 „44 21 «1 werblicb. _
_ Die in Leipzig und Berlin am 20.1). M_. erschei11e11dc311.2151 drr „Illustrirtcn 31111111 11“ enthalt folgende Abbrlr111_1g_en: Die Entfaltung “rer dentschen Flagge in Cqmerun 1111 rer 111r1k11- 11ischr11 Westküste. Nach einer Skizze von Lreutenant z. S. J.?cgndt. _ Ein Abend auf der Brühlschen Terrasse zu Dresden. Or1g111ql- zeichnung von Paul Heydel. _ Berlmer Brlber: SonnTUg-Nachmzt- tag auf einer Stadtbahnstation. Or111111a13e1chm1n11 von F„_W1111_g. _ Anficlsr der von den Franzosc11_ bombardtrten Stadt F01111chO11 111 China. Nach einer photographijchcn Aufnahme. (311*ct_seif1g.) _ Lustige Fahrt. Gc111älde 11011 Prof. Karl Rand)); Neck) 1111er 1150111- grawhischen Anfnahmc 19011 F. Hanfstangl 111__§)„siu11chen. _ 1)1*._ Emtl Riebeck. _ Marcella SembriÖ. _ Das Ernhncr-Haus 111 Munchen. 7 AbbildUngen. Originalzeickynunch von F.Ri1111e_r: 1) Trcpdrn- 1111113. 3) Sckzlafgemakb. 3)K11ripzimmer. _4)Atrl11r. 5) Aeußere Ansicht 11011 Süden. 6) KapelLe. 7)_Woh113111111rcr. __ 2111111111111): Fayencen und Majolikcn. 8 Abbtldungen: Ka1111na11115115,_ Va1e. Vase 11111 Deckel. Tafelaufsah. TrUer nach Pal1s111. Grohe Jar- dinibre auf Postament zu steller. Prackytvaye, Bowle. _ Zwadren des Fiirstrnthums Achaja. _ Moran: Thecrohe. Abzug fur [and-
1' ("€ tc. [ÖL Rs Gewerbe und Handel.
Die .SÖle". Ltg.“ meldet vom Obersrhlesi]1be11_Ste_in- k11hlc11111c1rk1:1 Her Verkehr '111Kohlen «11er Art behalt 18111011 lebhaften Gang und erfreuen 011) 11cbx11_dcn auch 110111 Auslande stark bezogenen Gaskohlen namenxlick) Stuck- und Wnrfelkbhlen der mageren F1ammkohlcn-Qualita1 cines flotten Y_bsajZezö; Der Versand von Nußkohlen für den Bedarf der Zuckersabrtken _111 noch 1111191 in seinem ganzen Umfange aufgenommen, theils _wetl 1.11 a[_111_r111e1_11e 07.1- öffnung dcr Zuc'kercampagne noch aussteht; theils Wegen e111111er311r_uck- haltung der Gruben, Welche 1111111111 Rucksicht auf 1111: 111131111111 111411: der Zuckerindustrie diesmal auf die Bewilligung der laphc11__Krrd_1tc einzugehen scheuen. Auch 111111) OUtrrrctÖ-Ungarn _hm ;_rtgte 11111 e111e Abschträrhrnig des Absatzes, ra dorrtgc Abnehmer 111 Borqusficht der vom 15,11. M. auf der Kaiscr-Ferdinands-Nhrdbahn cmsretenden Frachtsrlcichtcrungen eine zuwartcnre Stellung e111nah111r11. Dcher- brauch 111 Jndustrickohlen ist ein starker ale1rh1_v1c_ber Vegehr nach Kokes sehr rege ist, deren Preise 111 Ueberemsttmnmng 1111t _der Erhöhung der Kohlenpreise meistens angezogen haben. Im kurnulatwen (Land:) chit 01111 die Preise der bcsterx Marken (Concyrdta-(Hrube) bis zu 7,20 für Stück-, 7,00 „14 für PUMP, 6,40 „46 f11r_Nußkohlc11 Per Tonne heraufgesetzt Worden. FUr bas YersandgescbaFt Werden notirt der Tonne frci Waggon ab Grube: Stuck-_u11d Warfc1k0hlcr1 600-630 „111, Nußkohlcn 111. 4,80_5,60 „461, Kle111kohle11 3,0_0_ 3,20 „14, Grirskohlen 240-480 „14 111 guter F1a11111110h1211q11a111at, Gaékohlen und Fettkohlen je nach Sortimr111 etWas hoher. _ _
_Die .New-Yorker Handels-ZUtung' schre1bt 111 ihrem vom 5. d. M. datirten Wochenbericht: Der Waareyhandel hat in dieser Woche, ohne gerade still Zenann1_1v1rde11 zu kormcn, 111 keiner Branche besondere Lebhaftigke1t_aqkzmreUen gehabt. Dte hohen Erwarfungcn, Welche man für die rtesxahrtgc Er_nte 111 1111111 Cerca- 1ie'11 gehegt, scheine11 fick) vanuf zu_1'rfnl_len. M11 231111111111in fieht es dagegen, in Folge anhaltender Yurre 1111 Suden, 111 Vielen Staa- ten durchaus nicht gut 11116; cine «112111311119 des muthma l1che11___(»_§e- sammtagsfalls läßt fich aber noeh mrht mrtAnsprucb auf 1115111111119- kcit anstellen, troxzdem Ende naehsier Woche _fqst aÜgemein mit der Pflücke begonnen werden wird. Etne ubertnaßtge Ve_rthcuer1111g de_r Baumwollprcise steht, Wenn nicht durcb Spekulanxcn kunstlich herbei- geführf, kcinenfalls zu befürchten. _Das Gcschaff _am Waaren- und Produktenmarkt ist Meder cm*as stiller Neworden. W eizen hat bei festercr Preistendenz kau1_n so Vtel Export- begchr chabt, wir in der Vorwoche, Wahrend Mais 111111) dieser 5 ichtung in Folge e111_cs [cl)r bedeutenden Avanz, der fiir Lokowaare etablirt worden itt,_11ur sebr rvemg Beachtung fand. (Hrireidcfrachtcn sind niedriger, wahrend fur Petroleum Raten bc-
bb t d ort ritt 11 erreichen, gewiffe behaupten. _ e ku en en F W z Vraßlkaffees waren stil] urd willigcr, retnfchmrckenre Sorten haben
dagegen feste Tendenz behalten. und eher willigere Tendenz. _ Folge der extremen Forderungen bi1siger Inhaber einen ruhigen Ver- lauf. _ “11er fast durchgehends in fester Preishaltuncx. 1 -
Certifikates find niedrigcr_und schließen_in slaucr, we1che11_d_er Tendenz. Mit fremden und einheim'mcben Manu1akturwaaren Ut es wieder ruhiger geworden. _ _ beute beendete Wockre 2438 842 DOU., gegen 2551682 Vol]. m der Parailelwoche des Vorjahres.
Der (1 Kaffeeauktion eröffnete für Nr.] zu 2815. 282, Nr. (] 271 & "Uh, Nr. 7 27F 1"; 27.3. Nr. 8 27 Nr. 13 431 z. 46, Nr. 14 292 a 3111 Cent.
Wollauktion waren Preise unverändert.
konnten bei ruhigem Geichäft die höchsten Notirungen der Woche nicht
Am Wollmarkt ist die Stimmung fest geblieben. Rohzucker hatte weniger Frage Am Thermarkt nahm das Geschaft in
Provisionen verbauten in stiller Geschäftslage, verkehrten Harz und Terpenttriol fest behauptet. Pive Ltne
ind unrerändert. Raffinirtes Petroleum
Der Import fremder Wehstoffe beträgt für die
Amsterdam, 17. Scptembcr. (W. “_T. B.) Die heute von niederländischcn Handelrgmellscb ft abgehaltene Nr.4 33 11 ZZZ,
271, Nr. 10 “2744,
(W. T. B.) Bei der gestrigen Ton fest.
Verkehrs-Auftalten. Bremen, 17. September. (W. T. B.)
L 0 11 d o 11, 17. September.
Der Dampfer des
Norddeutschen Lloyd „General Werder“ ist heute Nach- mittag 1 Uhr in Southampton cinaetroffen.
_ 18. Serrrmbcr. (W. T. B.) Der Damyfer des Norb- deutschen Lloyd „Rhein“ ist gestern 1507111011196 11 Uhr 111
Hamburg, 17,Se1*tember. (W. TV.) Der Post- dampfer „Frisia“ ber Hamerg-AmerikaMschenPacket- fahrt-Aktiengesellschaft ist, von Hambarg kommend, heute Morgen 9 Uhr 111 New-York cinJeiroffcn.
Submissionen im Auölande.
]. Bclsien. 1)Ver1r11[t11nqrer Staatseisenbahnen. 1. Oktober, Mittags. Börse zu Brüssel. Befesttgung _rer Brücke Über den Stadtgraben von Antwerpen, Ueberggng der L1n1c 511.111verpen-Malines. Abschätzung 42 302 Fr 5111111011 2000 Fr. Auskunft beim Ingenieur, Direktor Van Aelbrocck, rUe Latéralc Nr. 2 zu Brüssel, sowie beim Ingenieur Betriebßchef de Vudder _zu Anjkverren. Preis der Pläne 8 Fr. 94 Ct. Iastenhest Nr. 147 111 der Expedition ch „RciÖF-Anzeigerö'. 2)Verw.111ungf1"1r Brücken und Wegebautcn; 13. Oktober, Mitfags. Provinzial-GouoernemcntéZgrbaude 5,11 Anthrpen. Bau eines Hänßcbens für den Stromaufjeheran der lee zu Malkurs. Abschäx-Ung 12116 Fr. Vorläufige Ka1111o11 600 Fr. Preis des Planes 2 Fr. 15 Ct. Lastenheft Nr. 73 bet der 111111111115111111011 (188 1101115; 61 0113'1555133 et (1133 11111188. rne (]S [011- Min Nr. 24 311 Brüssel käuflich. 11. Niederlande.
1) 20. Sediember, 1 Uhr. Gemeindehaus ron L_eeUWQrden. (Provinz Friesland.) Die Lieferung von ceti1e11ic11_e_11 Rohren nnd anderen Gegenständen für Kanalisatiorxs- und Waiierlxttungszwccke. Entwürfe und Zeichnungen bei dem Dtrektor der Ge111c1nde1verke. ?) 1. Oktober. Gemeinde-Verwalfung 111 Nicurrer-Amstel. (Provinz Nordholland.) Uebernahme dcr Gasbeleu_chtung_1n der G:- meinde vom 1. Oktrber 1885 bis 1. November 1925, 11111 dem aus- schlicßiickorn Rechte, während 40 anfeinandcrfolgcnder Jahre Gas- röhren für eigene Rechnung legen zu dürfen. __ 3) Vorläufige Ankündigung der Submhfion - Almelo-Nordhbrn. 8005 Nr. 1. Anßer Erdwerf, Schle11sen_u._A 111111) 16 Brücken. Gesammttzrwrrih 834 000 Fl. Entwurf kaufixch für 6 Fl. bci „Erben J. JDM“ zu ZwvÜe. Auskunft wird erthetlt darch den Oher-Jngrnieur L. A. NcUrens zu Zone und durch 1111 Ingenieur H. Hendriks zu Almelo.
111.P0rtuga[. _ 12. Dezember. Sradtrerwaltang ron Oprrw. Errich1ung_c1ncr größeren Nkarkthaüe mit Zubehör. K111111011 4445 „46. DW. naheren Bedingungen in Portugicfisrbcr Sprache 1011112 dtc 11011 der Behorbe genehmigte Gru11d5eich111111g 111 der Expedirion des „Deutschen Rcrchs- Anzeigers“.
New-York eingetroffen.
für den Kanal
117. Spanien. _ __
24. September, ]? Uhr. Gencral-Direktibn der Straiamtaitcn, Pkadrid. Lieferung von 20000 Paar Schniirsjiefel11au§ weißem Kalbsleder. Voransrblag 7 Pcs. das Paar. KIUÜOU 14010 Pcs. “.)Tähercr“? 1111 Ort 1111d Stelle.
Berlin, 18. September 1884.
(513111, 18. September, 1 Uhr 15 Min. V. (Toi,) Die englische Post vom 1/. September friih hat 111 Cöln den Anschluß 1111 Zug Cölt1_OS11abr1'1ck 11 Uhr 40Min. Nach111. verfehlt. (Hrrmd: Verspätete Abfahrt von Vermers und 21111: enthalt (mf der Strecke Herbestha[_Aache11.
Dcr11olde11eNheinlqnd-Pokal, das Horhzcitsgesäycnk der rheinisckxen Stämde für Ihre Königlichen Hohette1_1_Prtnz_ W11hcl1n und Prinzessin Victoria, ist 111 der Werkstatt des Meisters Gabrwl Herme-
ling i11 Cöln volLendet Und 111 diesen Tagen _dort zur Besichtigung aurigcstrllt. Wir en111ehmcn der ..K V. ZW: iYgende _Beschretbu11g des Kunstwerks: Die crsée Anreaung zu dem sur _Sr. K11111g11che_H01111t dcn Plinzen Wilhcim Und Seine Gemahlin Smtrns der Rhemlande gestifteten .Zorhzeitsacsrbenk 9111111111 Januar 1881 von dem LandtagH- 111arscbc111 Würsten Wilhelm zn WM (1118. Nach Verhandlunhrn 11111 drm GoidWmied wnrde die Form des Pokals frstgestcll) 11111) 5111 dessen Vorschlag die Harken Alex. Li11nc1nan11 und Fr113_?)_k_dbcr zu den Vrrhandlunhrn z11gezegcn. Der AuPchuß _dcs rh11n11chc11 Pro- 1111151111-8111111111125 bcsckloß, den) Prtnzen 1111611 110111111111 _ Pokal zu widmen, 11111chcr in seiner k11111tler11chen Ausstaxtung d1e Gchmt- heit der Rheinprorinz, ihre Geschichte, das Leben ihrer Bewohner _und ihre ErwerbsqucUcn versinnbildlichrn _s-okltc. Mitdem Enxwurs emer Skizze war rer Architekt Alexander Linnemann 111 Frankfurt a. M. betraut. Zur Ausführung der Arbeit wurbc dcr (5100311111111?!) und Emailjcur Gabriel Hermelina i11 Cöln ge1rahlt. Dre Zr1chnuna__der iä111111ilichcn figürlichen Darstellungen übernahm Maler FM; Roher 111 Düsseldorf. _ __ _
Der endgüljihe Plan ch Kunstwerks bestimmte, daß 11111__F11ßc ch Pokals die Erwerbsquellcn der Rheinprovinz in 1hren Kunst_en, Gerorrben und Industrien dargestellt Werden sollen, Am Ektffe wil der Rhein mit den besondern Eiaenthü1nlichkeitrn__seiner Anwvhner, (111 der Kuppe die Geschichte, die ständische Verfahung, die acht bc- deutendsten Städte und die Geographie der Rheinprovinz Veranscbau- licht Werden. Der Deckel zeigt die hervorragendstcn Tugenden_ der Rheinländer und ihre Beziehungen 311111 preußhchcn Staate und sc1nrm Königshause. _ _ _
Gemäß der Skizze des Architekten Lmnetzmnn war der nunmehr vollendete Pokal 111 der Viertheilung durcbzufuhrcn, und kamenxdaber am Fuße acht Reliefs und acht voilrundc Figuren, daxstcüend: Kunst- cherbe, LNalerei, Skulptur, Architektur, Bergbau, Fandel. Leinen- Jndustrie, Schiffahrt, Wissenschaft, Mufik u_nd P_rc1e,_ zur AWZ?!" dung. Der Uebergang zwischen Fuß und Griff zeigt vier Delphmc, die NÖ (1113 stilisirten Wellen hervorheben; sie halten je einen ge- schliffenen klaren Rheinkiesel im Maul. Den oberen Theil kch Griffes beleben errhantcn 111 Tra_11bcn-Rankenwcrk und 4 Mas e11- köpfc, an den Wein und den rhcrnischcn Karnehal eri11_ner1_1d. Den unteren Theil der Kuppe bildcn vter große getrtebene Reliefs, das alte, mittlere, neue und neueste Zeitalter vcrsinnhildend. __ Sie stellen dar: den Uebergang Cäsars über den Rhem, die GrundunJ des Aachener Müüsters durch Karl den Großen, den Uebergang Bluebers
stehen geblieben sind, sondern Die, Wclchc ihn re11affen und mit den Gegnern der Partei gemeinsame Sache gemacht haben.. . .
hauptet bleiben. Baumwvch in disponibler Waare begegnetein den lehtcn Tagen zunehmender Erkort- und Konsumfrage, Tcrmme
über den Rhcin und die Vollendung des Cölner Doms.