1884 / 226 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Thu, 25 Sep 1884 18:00:01 GMT) scan diff

6) das unterm 25. Juli 1884 Allerböcbst vollzogene Statut für die Drainagegenoffenschafs zu Dombrowka im Kreise Tost-Gleiwiß, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Oppeln Nr. 36 S. 344 bis 347, ausgegeben den 5. September 1884;

7),das AÜerhöchste Privilegium vom 26. Juli 1884 wegen Ausfertigung auf den Inhaber lautender Anleibescheine der Sjadt Cöln im Betrage von 6100000 „ja,durcb das ?] tsblatt der König- lichen Regierung zu Cöln Nr. 34 S. 163 bis 1 5, ausgegeben den 20. August 1884;

8) der AÜcrböcbsie Erlaß vom 28. Juli 1884, betreffend die Ver- leihung des Enieißnungsrechts an dcn Kreis Niederung bezüglich der zum Bau einer C auffee ron Heinricbsivalde nacb Groß-Jriedrtchs- dorf erforderlichen Grundstücke,“ durch das Amtsblatt der König- lickxen Regictung zu Gumbinnen Nr. 35 S. 301, ausgegebrn den 27. August 1884;

9) das unterm 28. Juli 1884 AUerhöÖst vollzoasne Siatut fur die Drainagegenoffcnicbafi zu Latscba im Krcisc Tosi-Glrin*:i„:, dursb das Amtsblatt der Königlichen Rrgierung zu Oppeln Nr. 36 S. 339 bis 342, ausgegeben den 5. Scptembcr 1884;

10) das untirm ]. August 1884 Allerhöcbst roUzdgxne Statut für die Drainagegenoffenschafi zu Gogolau im Kreise vamk, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Oppeln Nr. 36 S. 342 bis 344, ausgesehen den 5. September 1884;

11) das AUetböchste Privilegium vom 9, Augusi1884 _weßrn cbentucüer Ausfrrtigung auf den Inhaber lauicnder Anleibxichne der Stadt Konitz bis zum Betraae von 193 0605-15 Reichswahrung, durch das Amtsblait der Königlichc'n chicrmtg zu Maricnircrdcr Nr. 37 S. 257 bis 259, ausgegeben den 10. September 1884;

12) das AUerböcbstr Pcirilcgium WM 10. August 1884, „irrgcn eventurkier Ausfertigung auf dcn Inhaber [auicndcr Anletbeschetne des Kreises Neisse bis zum Betrag: rrn 1080 000 „(46,durcb_das Awts- blatt der Königlichen Regierung zn Oppeln Nr. 37 S. 351 bis 353, aUSJegcben den 12. September 1884;

13) das Allerhöchste Privilegium vom 17. „August 1884, trcgcn Ausgabe auf drn Inhaber lautrnder Stadt-Anlctbeschctnc drr Stadt Freienwalde a. D. im Brtrage von 131400 545,durch das Amisbiatt der Königlicbrn chikrung zn Poisdam Nr. 38 S, 357 bis 360, ausgegeben den 19. Scptrmbir 1884; "

14) das unterm 18, August 1884 Ulirrbocbst rrlizogene Statut "ür den Viriiherricbbcrband, durcb das Amtsblatt der Königlickyen

egierimg zu Oppeln Nr. 37 S. 356 bis 358, ausgcgebrn den 12. Skrirmber 1884.

Bekanntmachung.

Tie Immatrikulation auf hiesiger Universität fiir das bevor- itebrndc Wintersemester 1884/85 findet am 15., 18., 22. und 25. Okiobcr (r., ' Nach1nittags3Ubr, im Priifungszimmer des Univer1itätsgebäudes statt. Bcbufs derselbcn haben die Studirenden, weiche Von einer anderen Universität kommrn, ein vorschriftsmäßiges Abgangszeugnis; von jeder früher besuchten Unibersität nebst dem SchUlchgniß im Original, diejenigen Inländer und Angehörigen anderer deutscbrn Staaten, welche die Studien erst beginnen, Zeugniffe der Reise, die Ausländer wenigstrns einen Pas; oder sonstige Legitimationspapiere vorznlegcn. Nacbiräglicbe Immatrikulatidnen bedürfen einer besonderen Bc- willigung. Halle a.,S., am 22. September 1884. Der Rektor der vereinien Friedrichs-Unit)ersität Hallc-Witienberg. ckermann.

Yichtamtliches. Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 25. September. Ss. Maje_stät der Kais er find mit Ihren Kaiserlichen, und Königlichen Hoheiten dem Kronprinzen und der Kronprinzessin und den anderen Mitgliedern des König1ichen Hauses gestern Nach- mittag 13/4 Uhr in Münsirr eingetroffen. Am Bahnhof fand großer Empfang durch die Spihen der Militär- und _Civil: behörden statt, hierauf begaben Sick) S2. Majestät mtt den Übrigen Fürstlicbkeiten unter begeisterten Begrüßungszurufen der in den Straßen versammelten Volksmenge durch die festlich geschmückte Stadt nach dem Regieruugsizebäude.

Ihre Majestät die Kaiserin und Königin, Allerböchstwelche vorgestern Abend spät in Münster «in- getroffen war, empfing dort im Königlichen Schlosse gestern Vormittag folgende Deputationen milder Stif- tungsn und Vorstände wohlthätiger Vereine: 1) des St. Clemrns-Hospitals, 2) des evangelischen Kranken- hauses, 3) des katholischen Krankenhauses der Franziskaneffen, 4) des Vorstandes der von Schwestern zum guten Hirten ge- leiteten Anstalt für Magdalenrn, 5) des westfälischen Pro: vinzialvereins des Vaterländischen Frauenvereins, 6) des Lokaldereins des Vaterländischen Frauenvereins zu Münster, 7) der Zweigvereine des vatrrländischen Frauenvereins der Provinz Westfalrn, 8) des Vorstandes des katholischen Frauen- verein-3 zur Bekleidung armer Kinder, 9) des Vorstandes des evangrlischen Frauenvereins zur Bekleidung armer Kinder, 10) des katholischen Vereins zur Pflege von Wöchnrrinnen, 11) des evangelischen Vereins zur Pflege von Wöchnerinnen, 12) des Vincenzvereins für Damen, 13) der sogenannten Supprnvereine in den Pfarrgemeinden in Münster.

Später hielt Ihre Ma1estät einen Empfang von Fürst- lichen Damen und Damen des Adels der Provinz, sowie von Damen der Militär: und Civilspißrn ab, bei dem auch Se. Majesiät der Kaiser und König erschienen.

Um 4Uhr fand das Ihren Majestäten von den Provinzial- Ftänden gegebene Diner in den auf das Geschmackvollste ge- ichmückten Räumen der Akademie statt. Mit JhrenMajestäten demKaifer und der Kaiserin nahmen Ihre Kaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und die Kronprinzessin, sowie ZhrsKöniglichsn Hoheiten die Prinzen Wilhelm und Hein- rich und die Prinzeßin Victoria Theil. Der Landtagßmarschal] brachte den Toast arif die Majestäten aus und gab darin der Freude Ausdruck, daß die Provinz nach so langem Zwifchenraum die Ehre babe, Zhre Majestäten hier zu sehen. Die ganze Versammlung stimmte enthusiastisch in das Hoch ein, mit welchen) die Rede schloß. Hierauf erhoben Sich Se. Majestät der Kaiser, und brachten mit kräftiger überall vernehmbarsr Stimme den Toast auf die Provinz Westfalen aus. Nach dem Diner, welches um 6 Uhr zu Ende war, fuhren die Via- jestäten unter enthusiastischen Kundgebungen der dichtgedrängten Volkswenge zum Bahnhof, um nach Brühl zurückzukehren.

Vor dem Diner hatte der Kaiser eine Spaziersahrt durch die reicbgeschmückten Straßen der Stadt gemacht.

Heute Vormittag trafen, wie „W. T. V.“ meldet, Ihre Majestäten der Kaiser und die Kaiserin in Cöln ein, und haben unter dem Geläyte der Glocken und unendlichem Jubel .der maffenhast herbeigeftrömten Bevölkerung in offenem

Wagen die Rundfahrt durch die_ 71211 angelegten Stadttheile angetreten. Die Stadt ist bis in die kiemsten Siraßen aufs Festlichsie geschmückt, der Jubel der Bevolkerung Überdl], wo die Majestäten erschienen, unbeschreiblich. Allr Geschafie smd geschlossen. Der Empfang ist so glanzend, Wie ihn Coln me gesehen.

_ Nach Anzeige des Kaiserlichen Koysuls in Canton hat nunmehr die chinesische Regierung die von den deutschen Staatsangehörigen auf Schamien anläßlich der Unruhen vom 10. September 1). J. geltend gemachten Schadensersaß- forderungen anerkannt und m der Gesammthöhe von 57 000 Doll. angezahlt.

_ Drr Gemeinde Herrn im Landkreise Bochum ist fiir die von ihr chauffeemäßig aUSgebaute, von der Herbeder Ruhr- brückc ab über Heben nach Wannen zum Anschluß an die Krengeldanz-Sprockhöveler Gemeinde=Chaussee fiihrende Straße durch AUerhdchste Ordrewom 1. September d. J. gegen Uebernahme der künftigen cbausseemäßigen Unterhaltung derselben das Recht zur Erhebung der 11/2fachen Sätze des Chaussecgeldes nach den Bestimmungen des Chansseegeld- Tarifs vom 29. Februar 1840 einschlirßlicb der in demselben enthaltenen Bestimmungen über die Befreiungen sowie dsr sonstigen, di Erhebung betreffenden zusäßlicben Vorschriften _ vorbehallick) der Abändernna der sämmtlichen voraus- gefübrten Bestimmungen _ verliehen worden. Auch soüen die dem Chaussesgeld-Tarif vom 29. Februar 1840 angehängten Ve- stimmunaen wegen der Chaussee-Poiizeivergehen auf die ge- dachte Straßenanlage zur Anwendung kommen.

_ Die Gewohnheiis- oder Gewerbsmäßigkeit des Betrie- bes yon Darlehn2g6schäften an sich ist, nach einem Urtheil des Reichsxxerichts, 111. Strass., vom 30. Juni d. I., nicht verwerthbar für den Schluß auf gewohnheits- oder ge: werbSmäßigen Betrieb von Wuchergeschäften; ss kann dem- nach nicht zur Feststeüung des gewohnheits- oder gewerbs- mäßigen Wuchers, welcher aus §. 302 des Wucbérgeseßes vom 24. Mai 1880 mit Gefängnis; nicht unter 3 Monaten und mit Geldstrafe zu bestrafen ist, auf Handlungen des Beschul- digten Bezug genommen werden, welche den Hang desselben zu Darlehn69eschästen ergeben, ohne daß sich bei ihnen ein Hang zu wucherlichen Ausbeutungen von DarlehWnehmern klarlegen läßt.

_ Die im Reichs=Eisenbahnamt aufgestellte, in der Ersten Beilage veröffentlichteUebersicht der Betriebs- ergebnisse deutscher Eisenbahnen für den Monat August d. J. ergiebt für die 40 Bahnen, welche mzch schon im entsprechenden Monate des Vorjahres im Be- triebe waren und zur Vergleichung gezogen werdrn konnten, mit eimsr Gesammt-Betriebslänge von 30 737,72 1chm, nach- stehende Daten:

Die Einnahme aus allen Verkehrszweigen war im Augustd. J.; 3. beim Vergleiche der provisorisch er- mittelten Ergebnisse des laufenden Jahres mit dem Definitivnm des Vorjahres: bei 18 Bahnen mit zusammen 283386 km höher und bei 22 Bahnen mit zusammen 27 904,66 km niedriger, als in demselben Monate des Vorjahres, und auf das Kilometer Betriebslänge bei 17 Bahnen mit zusammen 273356 km höher und bei 23 Bahnen mit zusammen 2800416 kw (darunter 5 Bahnen mit vermehrter Betriebslänge) niedriger, als in demselben Monate des Vorjahres; 10. beim Vergleiche der pro- visorisch ermittelten Ergebnisse des laufen- den Jahres mit den im Vorjahre ermittelten provisorischen Angaben: bei 25 Bahtien mit zusammen 623985351 höher und bei 15 Bahnen mit zusammen 24 498,37 km niedriger, als in demselben Monate des Vorjahres, und auf das Kilometer Brtriebslänge bei 24 Bahnen mit zusammen 613985 km höher und bei 16 Bahnen mit zu- sammen 24 597,87 ](m (darunter4Bahnen mit vermehrter Be: triebslänge) geringer, als in demselben Monate des Vor: jahres.

Die Einnahme aus allen Verkehrszweigen war vom 1. Ja- nuar bis Ende August d. J.: 8. beim Verglcicbe der provisorisch ermittelten Ergebnisse des lau- fendenJahres mit demDefinitivum desVorjahres: bei 24 Bahnrn mit zusammen 585986 14:11 höher und bei 16 Bahnen mit zusammen 2487786 [cm geringer, als in drm- selbrn Zeitraume des Vorjahres, und auf das Kilo- meter Betriebslänge bei 24 Bahnen mit zusammen 585986 km höher und bei 16 Bahnen mit zusammen 24 877,86 151] (darunter 5 Bahnen mit vermrhrtrr Vetriebslänge) Jeringer, als in demselben Zeitraums des Vorjahres; b. beim Vergleiche der provisorisch rrmitteltenErgebnisse mit drn im Vorjahre ermittelten provisorischen Angaben: bei 28 Bahnen mit zusammen 27 593,12 [(m höher und bei 12 Bahnen mit znsammen 314480 km ge- ringer, als in demselben Zeitramne des Vorjahres, und auf das Kilometer Betriebslänge bei 26 Bahnen mit zusam- men 638183 km höher und bei 14 Bahnen mit zusammen 24 356,69 1511 (darrmter 5 Bakmen mit “vermehrter Betriebs- länge) geringer, als in demselben Zriiraume des Vorjahres.

Bei den unter Staatsverwaltnn stehenden Pri v atbahn e n , ausschließlich der vom Staate Für eigene Rech- nung verwalteten Bahnen, betrug Ende August d. I. das gesammtekonzessionirteNnlagekapital160280000976 (54 915 000 «75 Stammaktien, 44595 000.75 PrioritätsStamm- aktien und 60 770 000 5-5 PrioritätsObligaiionen) und die Län ge derjenigen Strecken, für welche das Kapital bestimmt ist, 642,82 km, so daß auf je 1 km 249 339 «5 entfaÜen.

Bei den unter Privatverwaltung stehenden Privatbahnen betrug Ende Angust d. I. das gesammte konzessionirte Anlagekapital 625849129 «75 (311069650 «75 Stammaktien, 70 914100 «75 Prioritäts- Stammaktien und 243 865 379 „75 Vrioritäts-Obligationen) und die Länge derjenigen Strecken, für weiche diefes Kapi- taltfbleXstimmt ist, 330283 ](111, so daß auf je 1 km 189 489 «44 en a en.

_ Der General-Lieutenani von Oppeil, Commandeur der 2. Garde=Jnfanterie-Divifion, ist von bei großen Herbst- übungen am Rhein hierher zurückgekehrt.

Württemberg. Friedrichshafen. 24. September. (St.-A.f.W.) Der König und die „Königin habrn heute früh 83/4 Uhr nebst Gefolge Friedrichshafen mittelst Extrazugs verlassen und werden Mittags 1 Uhr in qultgart eintreffen.

Oesterreich-Ungarn. Pest, 23. September. (Wien. Abdpost.) Der Kaiser ist „gestern Abend um 93/4 Uhr in Begleitung des General-Adjutantxn FZM. Baron Monde! und des Hofrathes von Papa1)_m1ttelst Hofzuges der ungari= schen Staatsbahn hier eingetroffen und am Bahnhofe von den Spißen drr Lokalbebörden und von dem versammelten Publi: kum mit lebhaften Eljenrufen begrüßt worden.

Agram, 23. September., (Wien. Abdpost.) Dag Journal „Sloboda“ ist heute wieder erschienen und brachte neuerdings einen Brandartikel gegen die Magyaren, Deut: bchlkn, Serben, iiberhaupt gegen Alle, welche nicht zu Starcevi; a ten.

Aus vielen Gemeinden werden Ausschreitungen gegen die regierungsfreundlichen Wähler gemeldet. In der Gemeindr Vojnic wurden denselben die Fruchtfelder abgemähx und die Feldfrüchte vrrnicbtet. In Skrad wurde dem Geiß: lichen der Eintritt in die Kirch? vrrwehrt; den Ungarn und Serben dsr Nachbargemeinde wurde das Mahlen auf der Mühle unter lebsusxzefährlichcn Drohungen verboten. _ Es ist bereits die Weisung zur Anwendung der strengsten Maß.- regeln gegen die Ruhestörer ergangen.

Belgien. Brüssel, 24. Septembrr. (W. T. V.) In den ersten Abendstunden hsrrscbte hier einiac Er: regung, doch blieb es verhältnißmäßig ruhig. Eine aus einer 11111.“ geringen Anzahl von Personen bestehende Bande zog durch das Centrum der Stadt, zerstreute sich aber bald. In der Umgebung des Palais des Königs Und der Ministrrisn ereignete: sich nichts Bemerkenswertdes. Um 11 Uhr Nachts hatte die Stadt wieder ihr früherrs Aus: sehen. _ Bsi dem Direktor und den Redactenren des Jour: nals „National“, welches in den letzten Tagen mehrerr fiir die republikanische Staatsform plädirende Artikel gebrach? hatte“, sind HaussUchngen vorgenommen worden. In dem Lokale der rrpublikaniscben Liga sind sämmtliche Doku: mente und Namensoerzeichniffe mit Beschlag belegt worden.

_ 25. September. (W. T. V.) Der Chef der öffent- lichxn Sicherhsit hat an die Bürgermeister von Brüssel und der Vororte cin Nundschrriben gerichtet, in welchen er sie auf: fordert, genau darauf zu achten, daß die Instruktionen der Fremdenpolizsi auf das Strengste befolgt wiirden. Das Rundschreiben wird motivirt durch die Betheiligung von Fremden bei den letzten Unruhen.

Großbritannien und Irland. London, 23. Sep: tember. (Abg. Corr.) Dir meisten Blätter vrröffentlichen heut? eine Zuschrift des ehemaligen Chris der Admiralität, Mr. W. H. Smith,inwelcher die Nothwcndigkeitbetontwird, den gegenwärtigen Zustand der englischen Marine sobald als möglich zum Gegenstand einer parlamentarischen Enquéte zu machen. In diesem Schrsiben hsißt es u. A.: . . . . Das Publikum wünscht ;,u wissexx, ob unsere eigenen Gestade und unsere kolonialen Besißungen sicher sind; ob wir Line Kampf- fidtte besißen, die mit irgend einer wahrscheinlichen Koalition von Streitkräften, dis gcgen dieselbe in einer Schlacht aufgebracht wsrden könnte, fertig werden kann; Ob unsere NahrUngmittelzufuhren, “unsere Industrie und unser Handel vernünftigerweise sicher gesteilt sind gegen die Beein- trächtigtmg Seitens eines Feindes, _ ob wir thatsächlick) stark genug sind, um es im höchsten Grade unwahrscheinlich zu machen, daß ein Angriff irgendwo gemacht wird, und unmöglich, daß ein solchsr Angriff erfolgreich sein kann. Dies sind Fragen, die auf allen Seiten und mit uneh- xnender Häufigkeit gefragt werden, es sind nicht artei: fragen, denn sir werden mit dem größten Ungestüm von warmen Anhängern der Rrgierung, sowie von libkralen Organeii urgirt, und faÜs sir nicht erschöpfend und unverzüglich behandrlt werden, werdrn Unruhe und VLsOngiß zunehmen und anschwellen, _ In der gestrigen Sißuna des Kon: grrsses zur Förderung der S03ial=Wissenschafi hielt Vicomte Lymington 2111611 Vortrag über die Tendenz der modrrnen Grießgebnng gcgenüber drm Sozialismus. Unter den in den verschiedenrn Sektionen erörterten Fragen befand sich auch dir iiber den Handel in gestohlenen Gegenständen, über dir Jurisdiktion der Wohltl)ätigkeitskommissäre, dir soziale Lage der arbeitenden Klaffcn und dir Förderung dr: schönen Künste unter dsn Masssn.

_ 24. Ssptembrr. (W. T. B.) Wie dem „Reuterscbrri Bureau“ aus Tientsin vom heutigen Tage gemeldet wir , ist dor vor einiger Zrit abgssehtr Vizr-König Li-Hung: Tschang in 0116 srine Armirr wirdrr eingeseßt worden.

_ Das „Reutsrsche Bureau“ mrldet aus Kairo: Es wird bestätigt, daß drr russische General-Konsul von seiner Regierung amgewiesen worden ist, sich dem Proteste dr: anderrn Vertreter der Mächte grgrn die SUZpi-ndirmig drr Amortisirung der öffentlichen Schuld anzuschließen.

_ 25. September. (W. T. B.) Der „Times“ wird aus Konstantindpsl von gestern gemeldet, die rnglischr Nrgierung habe drr Pforte die Gründe für die Susdendi= rung der Amortisirung drr öffentlichen Schuld mitgethsili und dir Hoffnung ausgesprochen, das; dir Pforte diEsLibLU bikliqen und den Schritt des thdive unterstützen Werde. Diese Mitiheilimg sei gestern Nachmittag dc-m Ministerrathe zugegangen.

Frankreich. Paris, 23. September. (Köln. Ztg.) Die Versammlung der unbescbiiftigten Arbeiter in Lyon, die von 10 000 Arbeitern besucht wnrde, schickte cine Drputation an den Bürgrrmeister, und da drssen Antwori nicht znfriedrnstcüend erschien, ein Telegramm an den Cviiseils:Präsidetiten Ferry mit der Bitte, die Lyoner Verwaltnng aufzufordern, unverzüglich den unbeschäftigten Arbeitern, wie drr Bürgermeistsr ver- sprochen, die Werkstätten zu eröffnen. Die versammrlten Arbeiter zogen ruhig auseinander. Ferry antwortete umgehend durch den Telegraphen: er könne sich nicht in dir Frage einmischen, deren Entscheid1mg der Lyoner Gemeinde- verwaltung zustehe, und cr übergebe daher das Gesuch dem- Minister des Jnnérn. Heute findet eine weitere Versamm- lung statt, um Über Feriy's Antwort zu berathen. Die Noth. in Lyon hat in Folge der Cholera und der Quarantäne in leßter Zeit sehr zugenommen. _ Sämmtliche Franzosen ohne: AUSnahme haben Peking verlassen. Die französische Ge: sandtschaft wird nur noch von einigen einheimischen Dir: nern bewacht. _Aus Hai-Phong, 22. September, wird ge- meldet: ..Hai-Phong ist von Truppen überfüllt; die einen trafen mit dem Rio Negro ein; von andern, die durch dasselbe Schiff nach Frankreich zurückgebracht werden soÜten, ertrunken 11 Mann durch Unvorsicbtigkeit. Die Chinesen erheben in Tha-Nam am linken Ufer des Cua-Thai Steuern. Ein afrikanisches BataiUon hat soeben Dong-Trim beseßt. _ Nack)- richten von Nossibé melden, daß in der Bai vonPassandach

ada askar, die am 8. August von den Frapzosen bexeßt iinirde,gsofort) ein Fort gebaut werde, und daß dix Sakalavas großen Eifer zeigen und sich jetzt um das Fort mederlqssen. _ 24. September. (W. T. V.) Gestern kamen modem Departement der Ostpyrenäen 15 Cholera-Todesfalle vor, davon 8 in Perpignan.

Italien. Rom, 24. September. (W. T. B.) Dem Cholera - Bericht vom 23. d. M. zufolge xamen „vor: In Aleffandria 3 Erkrankungen und 3 Todesfalle, m Aqmla 4 Exkrankungen, in Aveklino 3 Erkrcknkungen und 1„Todes: fal], in Bergamo 18 Erkrankungen und 8 TodesfaUe, m Campobaffo 1 Erkrankung und 1Todesfali, m Caserta 19 Er- krankunaen und 10 Todesfäüe, in Cremona 10 Erkrankungen und 2 Todesfäüe, in Cuneo 23 Erkrankungen und 14 Todes- fäile, in Grnua 36 Erkrankungen und 10 Tddesfqüe, hiervon in Spezzia 21 Erkrankungen und'6 Todesfalir, in Mailand je 1 Erkrankangs- und Todesfall, mNeape[ 311 Erkrankungen und 151 Todesfäüe, davon in drr Stadt Nkapel 264 Er: krankungen und 126 Todesfälie, in Modena 1 Erkrankung, in Parma 3 Erkrankungin und ebensoviel Todrsfalle, m Pama 3 Erkrankungcn, in Réggio 11611' Emilia 2 Erkrankungen rind 6 TodesfäUe, in Novigo 5 Erkrankungen und 2 Todesfalie und in Salerno je 1 Erkrankung: und TodesfaÜ.

Türkei. Philippopel, 23. Srptember. (Al]g. Cdrr.) Nachdem der General-Gouverneur von Ostrnmelien, Kriftowichs, in Erfahrung gebracht, das; dcr permanente Ausschuß, ungeachtét seines, die Provinzialverjamxnlizng auflösenden Dekrets, noch immer Tage, hat er die schr1ftltche Erklärmig abgegebrn, daß 01]? von dem Ausschnssanch .der Axiflösmrg dsr Legislatur gefaßten Beschliiffr gesrßwwrig sind. Nichtsdrstowrnigcr fährt der Ausschuß fort zn tagen.

Rumänien. Bukarest, 25. Srptember, (W. T. V.) Die Einbrrufnng der Kammsr wird Ende d. M. Erwartet.

Rußland und Polen. St. Pétersburg, 25. Sep- irmber. (W. T. B.) Das „Journal de St. Péz'ersbdurg“ theilt bestätigend mit, daß die russische Regierung sich drr von den Mächten formulirtcn Reserve bezüglich der Sirsißendiruna der egyptisckzen Staatsschulden- tilgung angeschlossen habe, und bcmerkt, die Regierung habe drm Londoner Kabinet ihr Vedanern ausgedriickt, daß die SUSPLndirung ohne dorherige Befragung der intrressirten Mächte angeordnet worden sri. _ Wie hiesige Blätter melden, werde gegeuwärtig im Domänen-Ministerium der Ent- wurf fiir ein neues Regulativ fiir FSraeliten ausgearbeitet, welche Ackerbau treiben.

Amerika. Washington, 25. September. (W. T. B.) Das Journal „Washington Repnblican“ meldet, der General- Direktor der Posten, Gresham, habe seine Entlassung als solcher gsgebrn und werde an SteUe Folgers Schaßsekretär werden.

Afrika. Egypten. Wadi) Haifa, 21. Srptembcr, (Allg. Corr.) Die berittene Infanterie schiffte sich heute in Sarras ein und segelte nacb Dongola ab. Der Dampfer „Ghizeb“ vrrließ heute Morgen mit einem kleineren Dampf- boote Wady Halfa, um die Katarakte zu passiren. Kleine Eingeborenrn-Boote werden eiligst iiber den zwritrn Katarakt befördert.

Suakim, 22. September. (AÜg.Corr.) Die Amarars haben einen weitercn Sieg über den Hadendowa:Stan11n errungen, sie verlorsn aber selber 30 Mann an Todten. Wie verlautct, haben sich die Hadendowas an Oswan Digma Um Beistand gewandt.

Zeitungsstimmen.

Aus Anlaß dEr Manöver am Rhein rrzxrht iich die „Timcs“ in längeren Betracht_yngen iiber das deutsche Militärwesen, iiber wclcbcs sie 11121) U. 21. folgendermaßen äußert:

.Es smd jkßt 14 Jabrc ber, sciidkm der Welt der übkrzeugendste Beibris von drr Urbrrlrgcnbrit des dcutsckwn Militairshstrms vor UUJM geführi Wiirde, und während dieser Zeit ist ganz Europa bestrebt ge- Wesen, mrbr odcr Weniger drm Vorbildc nacbzuabmrn. Keinrm Schüler ist es indes; gclungen, einen Mrister zu iiberirkffen, der xmausgesetzt auf Mittcl sinnt, um zu verbeßcrn, Was so vollkommen scheint, und der Aufgabe cine geduldige Wissenschaft und einc un- brsitgbare Energie, bor drnen alle Schwierigkeiten verswwinden, cntgcgenbringf. Die dcu1schcn Militairmauöber bleiben die inter- cffantesten und wiibiigstcn in Europa, und es sind noch immer die deutsckxn Soldaten, nach denen jcdcs Krikgsamt für maßgebende Entscheidnngcn blji militairischcn Problemen blicki.“

Nachdem die „Times“ dann hervorgehoben, daß die Rhein- wanöver den besondrrcn Zweck haben„ _zu priifen, inwieweit TZ? Ansicht der_Ncuzeit, daß die Entwrckelung der modernen Schußwaffrn die KavaUerie (ils eine _unabhängige Waffe eni- behrlich gemacht habe, brgriindet sei, iährt das Blatt fort:

„Welwcs auck) ixnmer die gcnancn militairiscben Lehren sein möch, die den deuijcbcn Manövern entnommen Werden können: es ist äußxtst brfriedigcnd, zu wissen, daß Line Nation, Wclcbe in dem wiffenjcbastlicben Studium drr Kriegskunst an der Spitze sieht und die zur Aufrcchibaitung cincr unannreifbakrn Stellung schwere Opfer bringt, gleiwzeciig so crnsilick) besorgt ist, ihren ungeheurcn Einfluß in Europa der Erhaltung drs Friedens zu widmen ..... _Es ist vielleicht in England zu sehr in dcr Modo, sicb übst diese 1chrcck1ichen Opfer zu ergehrn, Welche das deutsche Militairsystem auferle f. Das Opfer ist unzweifelhaft cin schrveres, aber bei dem gegenw rtigen Zustande der Welt muß es in einer oder der anderen Form von jeder Nation gebracht Werden, die, in solcher Lage wie Deutschland, ihre Einbrit und Unabhängigkeit zu Erhalten wünscht. Cin Sysirm, Wellbes die Dienste eines jeden Bürgers für einen festen Zcitraum fordert, aber gleichzeitig überinütbige eigene An- griffe äußerst schwierig macht Und die Angriffslust Anderer zügelt, ist im Ganzen genommen viel billiger als eins, welches die Industrie mit der Erhaltung ciner stehenden Armce belastet, obne irgend einen dieser Vortbeile wirkungsvoll zu fiebern.“

_ Wie die „Norddexttscbe Ll'llgemeine Zeitung“ mittheilt, sind in neuerer Zert dem Reichskanzler Zustinnnungs- gdreffen bezüglich der Dampfersubventwns-Vorlage noch von iolgenden Korporationen 26. zugegangen:

Von den Handelskammern in Stuttgart und Lahr, dcm Ge- werbeverein der nordöstlichen Ober-Lausiiz, dem Gctniindcausschuß yon Marburg, der Direktion der evangelischen Brüderunität zu Bert- iclsdorf bei Herrnhut, dem anservaiiven Vcrcin der Rheinprovinz, den deuticben Kaufleuten in Yokohama, dcm freisinnigcn Verein in Karlsruhe, dcm nationalliberalen Vercin für das Königreich Sachsen, dem Präsidium des Deutschen Kolonialrereins und dessen Sektionen Eisenach, Mainz, Saarbrücken, Wiesbaden_ und Würzburg.

_ Die „Deutsche Volk61v1rthschaftliche Cor- respondenz“ schreibt Über Deutschlands Seeverkehr:

, Die neueste Entwickelung der Dinge an der Westküstx von Afrika, die Aussicht, daß Deutschland demnächst mehr noch wie bis-

!

Q-

her auf seine Verkehrsmittel zur Sce wird ein be_sondcres Augrnmerk richten müssen, das sind Umstände, wclche gegenwartig zu_ ciner Be- trachtung der Lage unserer Seeschiffabtt bejonders herausfordern.

Die Lage der deutschen Seeschiffabrt war vor noch nicbt allzu langer Zeit eine recht gedrückte, in den leyten Jahren hai six aber einen sehr erfreulichen Aufschwmig genommen Der_ leistete ist m_ der Hauptsache auf die entschiedene Steigerung des Perwncn- trie (Huter- verkebrs zurückzuführen, welchcr sicb seit dem Jabre 1880 bemerkbar macht. Die “deutsche Scbuxéollpolitik, an die man alle" mbzlicbcn Be- fürchtungen für den VL tand unserrs Exports knudfte, bat be- kanntlich diese Brfürchtungen glanzend 3." Schariden ge- macht, denn unser Gütkrkxport ist gxrade [611.1880 m „arißcr- gewöhnlichem Maße gestiegen. Ihr Ut cs 1a in erster Linie zu danken, daß unsere Industrie wieder an chen und Cnergte gcn»0nne_n hat. Die Bestrebungen nacb Vcrbrfferung dcr Fabrikation firzd scit 1879 ailgkmrine geworden, das Prinzip „bilitg und sch1echt' ist fur unsere Industrie gänzlich verschwunden, mit Erfolg bat man neue Absatxwegc anfgksucbt und alle Absperrungspoirttk der 31:19 Ußmgebendcn Länder hat nicht verhindern können, daß, wir fast in sanxmtlicben Jrßdusiriczweigen von Jahr zu Jahr steigcnde erorie aummreiicn ba en.

Ohne Weiterrs [embtrt bierna'cb ein, 99.9 diese Vrrbäliniffc auch die deutsche Secschiffabrt nicbt unberührt [amen konnirn. Wenn auch

leider cin großer Theil unserer überseeiichrn Exporte nicht den WSJ.

über deUtscbe Häfen nimmt, sondern namenilick) 'brlgiicbe Häfen hierzu noch mit Vorliebe benuyk, sich oft auch 1eider tmmrr nchb enxiitscber Vermittlung bedient, so hat der allgemeine VerkehrsaufWWUng dbch auch das deutsche- Schiffahrtsgewerbe sichtbar gsbobcn; dch wird durch die Resultate der bis 'jeht Vorliegsnden See- fcbiffabrisstaiisiik in jedcr Weise bcsiaiigt ,' und zwar kam] Es als ein besonders erfreuliches ZLXÖLU gslicn , dax; man nunmehr auch in Deutschland von dir Vermcbrimg dcr SMF- schiffe d:finitib zurückgekoman ist und (1116 Kraft auf die Kompleii- runa unscrer Dampferflotte konzentrirt bat. Die Zahl drr Dampf- schiffe ist von 515 mit 311204 Reg.=T0ns am 1. Januar 1883 auf 603 mit 374 699 am 1. Januar 1884 grstirgcn, während die_Zahl drr chrlscbiffc von 3855 mit 915446 Reg.-T0ns in drrjelben Zcit auf 3712 mit 894778 Reg.-Tous gksuxikrn" ist. Wknn auch in Folge dessen die Gesammtzabl der Segelicbim' von 4370 auf 4315 Schiffe zurückgegangrn ist, so hat doch ihr Gehalt vor". 1226 650 auf 1269 477 Rea.-Tons zugenommen. Zam erstrn Male ist im Jahre 1880 der Bestand unserer Haudeléßmarine an Segel- schiffcn wesentlich zurückgegangen, nämlich von 4403 mit 974 943 Reg.-Tdns anf 4246 mit 965 767 Rrg.-Tons, im folgendrn Jahre dagegen dir Vrstand an Dambfscbiffen beträcbilicb, nämliib bon 374 mit 196 343 Reg.;Tons auf 414 mit _215 758 Reg.-Tons gestiegen. Seit jenem Jahre nun hat die Zahl unierer chrlsckyiffe konstant ab- grnommen, diejenige unserer Dampfschiffe dagegen konstamt zugenom- mcn, wie aus folgenden Angaben ersichtlich ist. Es betrug am bei den _ , 1. Januar der chelschiffen Dambfichiffen Jahre Zahl Tonneng-b. Zahl Tonnengeb. 1880 . . . 4403 974943 374 196343 1881 . . . 4246 965767 414 215 758 1882 . . . 4051 942 759 458 251648 1883 . . . 3855 915 446 515 311204 1884 . . . 3712 894 778 603 (374 699 Eine Folge diescr Verhältnisse ist geWescn, das; trotz dcr Ab- nahme der (Gefammtzabl der Sébiffe bon 4777 am 1. Januar 1880 auf 4315 am 1. Jannuar 1884, also um 9,7 0/0, dsr Gewinnzi- Tonnengebalt von 1171 286 auf 1269 477 r, also um 8,4 % gestie- gen ist. Nicbt alii-in, daß also auf Grund dcr Vrrmrhrung'der Dampfschiffe die Transportfähigkeit unserer Handelsmarinc d11rch1bre größer? Schnküigkrit wesentlich genommen hat, ist sie aucb durch. die VergrÉößerung dcr Schiffsgesäße an sich eine Wesenilick) leistungsfähigére gewor en.

Kunst, Wiffenschaft und Literatur,

Unfer der Kriegsflagge des Deutschen Rsicbs, Bilder und Skizzrn von der Weltreise _S. M, S. Elisabeth (1881_1883) von P. G. Heims, Kaiierlicbrr Marinc-Pfarrcr. Mit mcbreren Kartrn der Reise, Verlag von Ferdinand Hirt und Sohn in Leipzig. Preis broichirt 6 «75, gebunden 8 „45- Dir höchst interciianien Schilderungen, Miche dicsks Buck) veröffentlirbt, sind zum Tbiil schon als Fcuillcions dcr „Täalilbrn Rundschau““ bekannt geworden, die bei den Lesern den Wimscb crivrc'ktrn. Diese Reiseskizzen boilständig und in Buchform zu erhalten, diesem Wunsche ist jryt grnügt, und jc-drr, _ Webber das vor- liegende Buri; darcbbläitert, wird dem Versasisr und Vrrlsgrr dafiir dankbar skin, „Keine großartigen Abentcitrr, beißt es in dem Vor- wort, keine flagrantrn Brgrgnungen ircder auf Scr, noch am Lande; keine romanbaffcn oder romcmiiscbcn Entrrsilsts, keine gkbßrn bisto- rischen Thatrn kommen zum Biricbt _ selbst drr Pulverraucb, dcr bin und wieder 1":er die Zeilen zieht, ist im Grunde harmldirr Natur. Aber eins Haben die wecbseindcn Bildcr dieses Traumes, dis bier wiedergegeben Werden, doch für sich: irh habe sie eben wirklich selbst erlcbi und geschaut, babe mich selbst daran crfrcut, sclbst darüber Leid getragen, srlbsi mich dariiber geärgert; und hoffe, daß fie den Stempel dessen tragen. Und ob wir auch oft auf WMW dabinzieben mußten, auf denen schon (in_drc vor uns grwandcli: wir babens dock.) nicbt immer gctban. Wir [ind auch manchmal nach links und rechts von der großen Chauffrr auf Neben- wkZe und Fußpfadc abgrbbgen, auf Welche die Touristrn und Sommcrfriscbler fick) nicht zu verirren likben, Weil da krinc Bänke anfgestelit sind und man untir Umständen naffe Füßr bekommen könnte. Sind auch nie vcrlrgenrn Angesicbts da strben geblicbm und umgekebrt, Wo ein Sirobwiscb odcr cin_e Tafel bcsagicn:_ „Vrrbbicncr Weg! Kontrabrnicnten zahlrn anscmrßenc Brüche _“ wudrrn haben dcm Fcldhüter freundlich grüßend umfcrrn kasss-part011igczcigi, oder auch nicbt; sind nach Herzinslusi und Brhagcn durch Feld und Wald gestrcift, und haben hier eine Biiitlw und da ein Zivciglrin gepflückt zur Erinnerung an das, Was vor uns mtr wenige Auserwählte odrr keiner gesehen, Man reist doch eben anders unter der Krirgxflaggo, als auf dcm Posidambfcr.“

Diese Worte charakterifiren den Inhalt des Buchs: dcr Verfiiffer scbildert seine intersssanten Erlebnisse so lebcndig, das; man_ sie beim Lesen mitrrlebt; er bietet des Neuen viel, namcnililb in drnmcistcrbaften, farbenreichen Gcmäldrn aus den Tropengracndrn, er wird nirgrnds breit oder gar langWeilig, er belehrt in aiigcncbmster Weise iibrr dir politiscben, sozialen und religiösen Vkrbältnisw der Länder und Städte, wclche rr gesehen, mit einem scharfen, praktiskbcn Blick, den man seinemSiande kaum zutraut, Dabei würzi er seine Scbilderungrn durcb köstlichen Humor, vor Allem aber ist es ein dcutsibes Bewußsein und seine Vaterlandslicbe, die überaus Wo ltburnd berühren. Dcr anczlt dieses sehr empfehlensivrrthen Buches ist folgender: Die Ausrciie. (1. Oktober 1881 bis 10. Mai 1882.) 1. Kapitel. Die Jhdienst- stellung und Antritddcr Reise. _ 2. Kapitel. Madeira. _ 3.-Kapitel. Yiontevideo. _ 4. Kapitcl. Magelbacnsstrgßr. _ 5. Kapitel. Vai- paraiso. _ 6. Kapitel. Callao und Lima. Dre Andrababn nach Chiesa. _ 7. Kapitel. Auf dem StiUcn Occan. _ 8. Kaditel. Honolulu. _ Auf der ostasiatischen Station. Erste_ Abibeilung: In Japan. (10. Mai bis 28. August 1882.) 1. Kapitel. Yokohama. __ 2. Ka- pitel. In unerschlossenen Häfen. a.. An 'der Ostküste. _ I..)?apitcl. b. Airömoti. _ 4. Kapitel. Nord-thpon und Hakodaie. _ 5. Kapitel. Wladiwostock. , Skizzen aus Ostsibirien, _ Zweite Abtheilung: In China. (28.August 1882 bis 6. Januar 1883) 1. Kapitel. Cbeefoo und die chinesische Mauer. _ 2. Kapitel. Von Cbcefoo bis Peking. _ 3. Kapitel. Peking und Umgebung Shang- hai. _ 4. Kapitel. Amor). _ 5. Kadiiel. Sivataw. _ Dritte Ab- theilung: Wieder in Japan. (16. Januar bis 13. April 1883.) 1. Kapitel. Von Amoy bis Nagamki. _ 2. Kapitel. Kagoschima auf Kiusiu. _ 3. Kapitel. Kobe. _ 4. Kapitel. Kioto. _ 5. Ka-

Von Kobe bis zum Antritt der Hcimreise. _ 6. Kapitel. Die Abschied ron Japan. _ Vierte Abtheilung: Bildrr (15. April bis 20. Moi 1883) ]. Karit-l. Ein Blick auf Corbincbina, Singapykc

(20. Mai bis 27. Sedtcmbxr 1883.) Port Natal. _ 2. Kapitel. Kadstakt. _ 3. Kapitrl. Strandbildcr ans Nieder- und Ober-Guinea. (Gabun. Waidab. Kein odcr Quitiab. Arab. Pamrram. Y_krab. Care Coast Castle. Ruinen von Groß-Jriirriäxsburg. 4. Kaprtcl. SchlUi; der Weltreise und .Hrimkebr.

Gewerbe und Handel.

Die nächste Börsen-Bc_rsam1nlam zu Essen finde! am 29. Septembrr cr. im Kafind statt.

_Die .New-Ydrkcr Handels-Zeituna' schreibtin ihrem vom 12. d. M. datirten WoÖenberiÖt: Das bsiße Wetter, rvelrbes wir seit Brginn dicses karats gébabt, hat, während es den (Ernten, namentlich vdr: Mais und „Obst, ("rbk zn Gute arkbmmrn ist, auf das Gescbäft icmrbrär läbmend cingewirkt. Dyck) licgrn aUe Anzeicbcn dafür vor, das; Handel und Industrie bkffékkkl Zsiten ent- gegrngeben. _ Das Gcscbäfiam Wa ar rn- und Produktrr-„xnarkt ist durch die anbaltende, drückende .Hiye nackItbcilig becinilußt worden nnd Womößlicb noch stiiler grircskn als in dcr VOUVOÖL. JmWeizcn baben Transaktionen bei überwica-knd riickgärigiger Preistendrnzdri Umfang grwonnen, während andrrc Grtrcide- und die meiitcn Mrblsorirn Verhältnißmäfeig ruhig gewesen find und 1“in mii Wenigen Ausnahmen im Wertbe nicdriser gesirllt baben. Am Frackotsnmarkrc machte sich grgrn Swlus; drr Wocbr eine frsiere Stimmurg grltmd. Baumwolle in disponibler Waare bxeibt Seitrns einbeimiicbrr Spinner gefragt, hat aber cbenso wic Trrmine rorn*bchen_iliche Notirunßcn nicbt brbaudtrn können. EiUbéimisÖL Tuäowdile seiner Qualität, sowic fremde TeddichtroUe famdrn zu strigciidcn Prsissn ricl Bracbtung. Brasil-Kaffrcs warrn stil] und grain Schluß chr ctwas williasr, während rcinschmeck€nde Sortrn bci mäßig lebbaiicr Kdnsumfrage dnccbgebcnks fest: Tcndenz bibaltcn babrn. Rob- zucker ist [cbbaftcr grwwsen und hat im Preise angézogen. Am Thccmarki bcrrstbte rrcbt Vixl Nacbfrage und eine ent- scbirden fcsie Siimmung. Prbrisibncn haben eins anfänglich erlittene, ziemlicb bedrutcnde Einbuße später zum Theil wiedcr- gewonnrn und zu den nixdrigeren Preisen animirtkrcs lrgitiir-(s Gc- scbäft gehabt. Terpentinbl War loco rernacbläsfigt und wiliiger, bc- akgneir für srätdrr Trrmine dagegen guter Frage; Harz hai, brem- fiußt durcb [rbbaftcrrn eroribegcbr, im Preise angezbgkn. Raki. Prtrolcum ist fest. National Transit Pipe Line Certifikairs babexi sicb scit grstrrn rom niedrigsicn Punktc von 723 C, bis 731 C. er- holt und schließen zu 753 C in fesirr, steigendcr Tendsnz. Merasie berbarren fast obne Ausnahme in flauer Gcicbäftslagr. Zn cinbci- mischen und fremden Manufakturjraaren ist es zu kcincn cm- ikbnlicbcn Transaktionen gekommen. Drr Import frcmdrr chftoßr beträgt für die benie bréndrte Woche 2 839 219 Doli, JLJM 2 473 932 Ddil. in drr Parailslrvdcbe des Vorjabres.

Verkehrs-Austalten.

Bremen, 24. September, (W. T. V.) Der Dampfer dcs Norddc'atschen Lloyd „Oder“ ist gestern Nachmiiiag 6 Uhr in Southampton, und drr Dampfer .Salirr“ bondcrselben Gesel]- schaft ist gisicrn in Baltimore ringetroffen.

Pitei. Binnenlandsee. aus den Trodrn, Hongkong. _ 2. Kapitel.

und Java. Dis Hrimreiie. ]. Kapitel. Aus Süd-Afrika.

Sanitätsuwsen und Quarantänetvesen.

Oestrrrricb-Ungarn.

Vcrdrdnung der österreichischen Ministrrirn des Innern, dcs Handels und der Finanzen vom 11. September 1884:

„Wigen der Erfahr der Cinicbleppung ansteckender Krankheiten wird im Einbernkbmrn mit der Könialicb ungarischen Regierung die Ein- und Durchfuhr von Hadern, altem TaUWerke, dann von alten Kleidern, gebraukbirr Leibwäsch und gebraucbiem Beiizkuge, insofern dirZe tGegenstände für den Handi! bistimmt smd, aus Spanirn rer [) cn.

Diesr Verordnung tritt mit dcm Tage, an Welchem fir den be- 1reffrndcn ZoÜämtern, bezirhungsnwise Sre-Saniiätsbebördrn bekannt wird, in Wirksamkeit“.

Im Anschluß an vorstehende Verordnung bai dic K. K. Sce- bcbbrdc zu Triest verfügt. daf; drrartiac Gegenständc, Wenn sie auf nationalen oder irrmdrn Schiffen iii östirrcirbisckyrn Häfsn cintrkffen, in das näcbstr Scelazaretb zu bringen smd, ron ww sic in kürzester Frist rrrrporiiri Mrdrn müssen, Widrigcnfails fie nacb Ablauf der Frist verbrannt Werden.

Dänemark. _ VNläUfiJcS GMF, bkircffend frrnrrc Maßrcgrln gegen die Ciiiscbleddimg dcr asiatisebcn delem aiif drm Srcivegc. Vom 12. September 1884.

Wir CbrisiiaU 18. TC. ,

Thun kund: Da Uns vorgetrasxen wordcn, daß die BUÜMMUUFLLL, irrlcbc in dcm Abschnitt 2 1. drs Gcsrhcs vom 2. Ju1i1880, bc- ircffehd Maßrkgeln gegen die Einscblrpdung ansteckcndcr Krankbcitsn ins Reikb, vorgrscbricben find, nach dem von Unserem Gesundheits- kdlleaium bicriibxr erstatteten Guiarbtrn hinsichtlich der Cholera nicb'r ais binrcicbind 1icbcr angrscbrn werden, und da letztsre Krankbcit tbeils sick) aUsgrbrciict bai, tbciis brfürcbtrt wrrdcn kahn, daß sie auf Orte fick) ausbreitet, 1116117)? mii Dänemark durck) Schiffahrt in Vor- bindung siebcn, _so Milan Wir in Folge dessau und in Kraft dcs „D. 25 der Verfeisimm AUcrgnädiÉsi 1Nachfolgr'ndes bestimmt haben:

Unser Zusiiz-Minisicrinm soi] eräcbiigi icin, grgsxx Sibiiid, Welche von fremdcn Ortrn, aus denen die' Ciniwlcddung der (&cker bciiirchtci Mrden karin, odcr Weiwc auf der Rrise mii Srbiffcn Vcr- kebr gehabt babcn, welcbe ron “[bl-„ben Orten rintrkffcn, in Urberriii- stimmung mit nacbstrb'cndcn Vorsck)r)ificn Quarantäne anzuordnrn.

Jedes Schiff, auf Weichs die mit Rückficbt auf dem §. 1 crlasirnc Bckanntrnakbimci „zutrifft, soll auf dänisckpem Sceickritdrium, Wrnn rs nacb cinem dänijcbcn Hafrn brstimmt ist chr die dänische Küste an- ]äuft, sobald cs letztere in Sicbi bekommt, eine grüne oder gelbe Flaggc an dsr Sbixxe drs Großmasirs und außerdem eine Flagac auf halb gleichfalls an dcr Spitze des Großmasics aufzicben. Das SCW? soll so lange auf disse Wcise bdzeicbnrt sein, bis dcmsrlbcn ron dcr Ouaraniänekonnuissiowddcr drr Aufsicbt (Gesetz, betreffen“; Maß- rrgcsn gegen die Cinirbli'pyuna anstrckrnder Krankhritcn ins Rcicb, vom 2. Juli 1880 ,L. 6 ]. Stiick) dcr Verkehr mit dem Lande gc- statiei WOkdéii ist, 8

. 0.

Bis die Erlaubnis; ziim freicn Vcrkrbr mit dem Lande bon dcr Qaarantänc-Kommission odcr der Aufsicht ertbcilt ist, wird solches Schiff abgesondert Jebalien und darf von demsclbcn Krincr dcr an Bord Befindlicbcn _odcr irgcnd rvrlcbc Güter gcldndct nwrdcn; ch.".- sowenia darf vom Lande odcr von anderen Schiffen, mit Ausnahme von Beamten und Unierbcamtcn, irgend Jemand an Bord dcffrlbcn gcbrn. Diejknigcn, ivrlcbc an Bord solcher Scbiffe gewesen, find rücksicbtlicb der Desinfektion von Person und Gütern _denjcnigen Vorschriftrn unterwvrfen, welcbe die Quarantäne-Kommiifion o_dcr die Aufsicht anordnct, und können von diesen Bchördcn, wcnn rrior- derlich, dersklbrn Behandlung unterworfen werdcn, wie die, welcbe mit dem Srbiffc angekommen sind.

Zur Erreichung dcr im (H.] des vorgcnannten Gesetzes vom 2. Juli 1880 rorgescbricbenen Anmeldung und um dirjenigen Mi!- iheilungen zu mackyen, welcbe erforderlich smd, 11111 die writere Be- handlung dcs Scbiffcs zu bestimmen, darf wbblcm Boot vom Schiffe abgeben, daffclbc darf aber Krincn aus Land sech oder mit anderen im Hafen lirgxndsn Schiffen in Verbindung treten,. und jede Berüh- rung mit dem Booic sol] untcr Brobacbtgng “dcrxen'iaen Vorsichts- maßrcgrln gcscbcbcn, welcbe die Luaraniane-Komnussion oder die Aufsicht für niithig findet. *