Zuverehrende Landsleute, dercn erfier
Majestät zu sein die hohe Ehre babe, fordere ich auf, bekräftigen Sie meine Worte, geben Sie dem Gefühle der _Ltebe und der Dankbarkeit, dem Gefühle der Anhängliibkeit und Treue fur Jbre Majestäten den Kaiser und
die Kaiserin und unser erhabenes
Westfalens kräftigen Ausdruck, indem_ Ruf, Se. Majestät der Deutstbe Kaim, und Herr, und Ihre Majestät die Kaiserin und Königin leben hoch!"
Se. Majestät erwiderten auf die Ansprache:
.Der Einladung der Provinz Westfalen folgend, bin Ich mit
Meinem Hause gekommen und erscbi in Ihren Worten erinnert an Me und an die 19 Jahre, welcbe zwisch jekt rerflosien find. Es ist Uns i
die Vorsehung des Allmächtigen zu erkennen.
in dieser Zeit in den Kriegen gefalle
ein Denkmal auf dem Niederwald errichtet, um die Erinnerungen an diese Ereignisse auf die spätesten Nachkommen zu vererben. Gesinnungen, welche diese Zeit bezeichnen, konnten auch die Be-
wohner der Provinz Westfalens n
Beirohncr der rothen Erde haben gekämpft und gen'etteifert mit allen anderen Provinzen des Staates.
Kriegen mitgefocbten, von denen Sie land ist ein Werk der Armee und de
trinke auf das Wohl der Provinz Westfalen, und Namens der Kaiserin und in Meinem Namen fordere Ich die Herren auf, auf das
Wohl der Provinz Westfalen und trinken: Sie leben hoch!“
Cöln, 25. September. S und Ihre Majestät die Kais Cöln einen Besuch abgestattet. schienen Ihre Kaiserlichen Hoheiten Prinzessin, Ihre Königlichen Hoheit
die Prinzen Wilhelm, Heinrich und Albrecht.
Erlanchten Gäste_hatte Cöln sich Tagen des Tonneftes hatte es Mauern gesehen. Es war. eine lassung, welche den dem alten Cöln sol] ein Schnürbrust, ngelche die und ein neuer Gürtel von Festx sich um die Stadt. EiUe diesen neuen Anlagen
Es ist ein Bild regster Bauthätig bietet; noch liegen weite Strecken fich doch schon Straßenzüge, die aufkommen lassen, welch ein
in einem Jahrzehnt sich erheben Luft ist gesorgt, theoretisch alles
Die alten Mauern
Die Gräben sind auch zum Theil
Ganze macht den Eindruck des Unfertigen; üürzt, doch neues Leben blüht aus den Ruinen. um dieses neu entstehende Cöln Sich anzusehen.
kam nun heute, Dem Hochqefühle, das die Herzen Festschmuck der Stadt;
Fahnen, Triumphbogen, ]auchzende Menschen. Der Weg
Ihre Kaiserlichen Majestäten von dem Ober-Biirgermeister Becker Namens der Stadt ehrfurchtsvol! bewillkommnet wurden,
3unächst auf Wunsch Ihrer Maj Domes herum, wo sich den Er noch nicht geschaute architektonische gelegten Südportals darbot. Da taschenmacher“ nach vorüber nach dem Heumark dankbaren Rheinlande“ dem
helm 111. ein Denkmal errichtet
sich der Zug über den Filzengraben nach dem Rheine zu, und den Holzmarkt und die Bayenstraße entlang nach dem Bayen- thurm, der die Grenze der alten Stadt bildet. brefche hindurch _ noch sind die Reste der alten Kaserne uicht
ganz verschwunden, _ fuhr der Kai
Neu-Cöln ein, das sich hier freilich dem Auge noch als eine Stadt ohne Häuser, als ein weites Terrain zeigt, über Straßen
das einige wohlgepflasterte, Unter unbeschreiblichem Jubel der
massen fuhr der Kaiser nunmehr in den Kaiser-Wilhelm=Ring ein,
der bis auf Weiteres diese Ringanlag
das dahinter liegende Terrain wird für den Bau des neuen Cen- Quer Über den Ring zog sich
tralbahnhofes offen gehalten. eme mächnge Tribüne, überragt
Germania, umrauscht von der Kaiserstandarte, von der Königs- standarte und ungezählten deutschen, preußischen und städtischen
Fahnen. In der Mitte des Ring gestreckte, Überaus
vor: der Schuljugend auf der Tribüne hatte die corps AufsteUung genommen. büne standen hundert
Schmugke weißer Kleider, mit und 1chwarz = weiß = rather ließen hier halten,
aiserin unter kurzer
hand eine duftige Spende. von Schulkindern, welche jeßt mit erfreuten. Zn langsamem Seinen treuen Cölnern , fuh nach dem Regierungsgebäude, die Hohen Herrschaften erwartete.
Württemberg. Stuttgart, 24. September. ((St.-A.) König und die Königin von riedrichshafen mittelst Extrazugs hier eingetroffen und haben ich sofort nach dem Königlichen Residenzschloffe begeben, Das
Heute Mittag 1 Uhr sind der
vor dem Bahnhof versammelte Vol als dasselbe den Wagen bestieg, Man konnte überakl Stimmen de hören über das frische Aussehen de
Kaiser heute hierher führte; neben neues Cöln entstehen, Stadt higher getragen, ist gelockert
_ die Hauptzierde, Rückgrat sem, von dem aus sich die Straßen abzweigen, welche den Verkehr vom Innern der Stadt
_ sind _gesunken, als stumme Denkmäler einer großen Vergangenheit hat man nur lassen, die auf eine anders gewordene Welt herniederschauen.
weit Über eine Stunde der Kaiser zurückzulegen, und überall, geschmückte
dem Altmarkte ,
lan = _ _geschmackvoll angelegte Gartenanlage, ii) d_aß hierdurch zwet Fahrstraßen entstehen. säumt von den Gewerken und Kriegervereinen
Kommunalbehörde In der Mitte Ehrenjungfrauen Eichen- und Kornblumenkränzen _Schärpen. __ _ _ __ mzd zwei ]unge Damen traten hervor; Jraulem Fischer uberretchte dem Kaiser, Fräulein Meuser der Ansprache einen grüßte das Erlauchte Paar im neuen prinz und die Kronprinzessin erhielten von zarter Jungfrauen- Es war eine unabsehbare Schaar
Vertreter ich durch die Gnade Sr.
Herr_schexhays als echte Söhne Ste einstimmen in den lauten unser allergnädigster König
enen in Ihrer Mitte. Sie haben inen leyten hicfigen Aufenthalt en diesem lthen Aufenthalt und n dieser Zeit beschieden chesen, Denjenigen, Welche 71 sind, ist von dankbaren Herzen
Die ur von Neuem bethätigen. Die
Sie haken in den glorreichen s).*rachen, und das einige Deutsch- r (Gesmnungen des Volkes. Ich
ihrer Hauptstadi Münster zu
9. Majestät der Kaiser eri_n_ haben heute der Stadt M1t Jhren Majestäten er: der Kronprinz und die Kron- en die Prmzessin Victoria und _ Zu Ehren der festlich geschmückt; seit den den Kaiser nicht in seinen besonders freudige Veran-
die eiserne
mgswerken und Forts zieht breite Ringstraße wird gleichsam das
nach auswärts leiten. keit, das sich hier dem Auge vöUig leer, aber ex: erheben eixx frohes Ahnen in uns 1chöner Stadttheil hier
wird. Für Licht und auf das Beste vorbereitet.
die Thore stehen
noch nicht ausgefülit, das das Alte ist ge- Der Kaiser
beglückte, entsprach anch der Weges hatte aÜüberaU wehende _ Häuser, jubelnde, führte vom Bahnhofs, wo
estäten um den Chor des lauchten Gästen die bisher Pracht des 1th vöÜig frei- nn ging es Über „Unter- am Rathhaus welchem „die Friedrich Wil- Weiter bewegte
te , auf Könige haben.
Durch die Mauer:
ser auf dem Ubierringe nach
_ sich hinziehen. dicht geschaarten Menschen-
e nach Norden zu abschließt; von dem Standbilde der
s befindet sich eine
Sie waren ge- auf der einen, andern Seite. Vor der und das Offizier- der Tri: Cölns, im
Ihre Majestäten
Viumenstrauß und be: Coin. Auch der Kron-
ihrem Gesange den Kaiser Trabe, umjubelt von r alshann der Kaiser wo em Gabelfrühstück
k brachte dem KönigSpaar, ein dreifaches Hoch aus. r freudigen Genugthuung
werden über die Dauer des Volksfestes auf etwa acht nge hier Aufenthalt nehmen und gedenken sodann wieder für einige Zeit nach Friedrichshafen zurückzukehren.
Oesterreich-ungarn. Pest, 24. September. (Wien. Ztg.) Die gemeinsamen Ministerkonferenzen in Angelegenheit des gemeinsamen Budgets haben heute be- gonnen. Die heutige Konferenz begann Mittags 12 Uhr im Palais des Minister=Präsidenten. Anwesend sind: der Mi- nister des Aeußern Graf Kalnoky, ReichFKEiegE-Minifter Graf Bylandt-Rheidt, der gemeinsame Finanz-Minister von Kallay, Seitens der Marinesektion Vize-Admiral Baron Sterneck, ferner Seitens des österreichischen Kabinets Minister-Präsident Graf Taaffe und Finanz-Minister 1)r. Ritter von Dunajewski und vo_n Seile des_ ungarischen Kabinets Minister=Präsident von Tisza und Fmanz-Minister Graf Szapary. Die Konferenz wurde spin Nachmittags beendet und wird morgen fortgeseßt. Die gemeinsame Konferenz unter dem Vorsiße des Kaisers wurd wahrscheinlich Sonnabend stattfinden.
_ Belgien. Brüssel, 25. Septxmber. (W. T. B.) Dte liberale Assoziation hat folgenden von sämmtlichen Mitgliedern des Comités unterzeichneten Aufruf erlassen: Das geseßlick) verkündete Schulgesetz nmß respektirt werden. Wir werden damit den Katholiken beweisen, daß wir die faktiöse Opposition nicht nachahmen onen, die sie bei Verkündigung des Gesetzes vom Jahre 1879 gemacht haben. Wir weisen mit Entrüstung jede Gemeinschaft mit den Personen zurück, die die herrschende Auf- regung benußen, um unter dem Rufe: es lebe die Republik! die Grundlagen unserer nationalen Institutionen anzugreifen. Wir weisen die verleumderischen Behauptungen der katholischen Presse zurück, welche für derartige Vorkomm- nisse die libergle Partei verantwortlich macht. _ Bei den zur republikanischen Liga gehörigen Personen wurde im Laufe des heutigen Tages mit der Vornahme von Haus- suchungen fortgefahren. Das „Echo du Parlement“ be- hauptet, es seien dabei Waffen und Munition sowie anar- chistische Schr1ftstücke gefunden worden, auch will dasselbe von der Entdeckung eines gegen die Sicherheit des Staats gerichte: ten Komplettes und von vorgenommenen Verhaftungen Wissen. __ 25. September. (W. T. V.) Der heutige Abend verlief vonommen ruhig, so daß die bisher täglich vor- _g__;kx_)mmenen Manifestationen ihr Ende erreicht zu haben
emen.
Großbritannien und Irland. London, 24. Sep- tember. (Al_Xg. Corr.) Sir Stafford Northcote richtete gestern an eme sehr zahlreich besuchte Versammlung seiner Parteigenossen in Newcastle eine Ansprache, in deren Verlaufe er die Frage stellte, ob diese ganze Agitation wegen Ausdehnung des_Wahlrechts nicht mehr deshalb ins Werk geseßi worden set, um das Haus der Lords anzugreifen, als mit irgend einem aufrichtigen Wunsche eine Wahlbill durch: zubringen. Er drückte die Meinung aus, daß Mr. “Zatycett in Wirklichkeit dieselbe Ansicht wie die ionjervative Partei habe, nämlich,. daß die Ausdeh- nung des Wahlrechts mit der Neuvertheilung Hand in Hand gehen solLe. Die Aussichten betreffs der auswärtigen, Kolonial- und indischen Politik schilderte Sir Stafford als düster und erklärte die Situation im AUgemeinen für eine solche, die W[ler Besprgmsse sei. _ Graf Herbert ViSinarck ist gegenwärtig im Verein mit dem Prinzen von Wales und verschiedenen Mitgliedern des schottischen Adels der Gast des Earls vo_n Fife in Mar Lodge, bei Braemar, woseibst große Wildmgden abgehalten werden.
_ 25._September. (W. T. V.) Aus Kapstadt wird gemeldet, eme gestern von angesehenen Einwohnern abge- haltene Versammlung habe gegen die Verleßung der Trans- vaal-Konvention, welche sich die Voern im Vetschuana: land hätten zu Schulden kommen lassen, Verwahrung ein- gelegt, WLLl dieselbe für die Suprematie Englands in Süd: afrika von _verhängnißvolien Folgen sein könne; gleichzeitig habe man sich für die Unterstüßung Englands zur Behauptung der ms Innere führenden Handelsstraße ausgesprochen.
Frankreich. _ _Varis, 24. September. (Fr. Corr.) Das „Journal officiel“ bringt hente den Originalbericht des Contre-Admirals Lechés über den Angriff auf die Forts von Kelnng am 5. Angust. Der Bericht enthält mchts, was mcht schon aus früheren Meldungen her bekannt wäre. _ Der Marine=Minister hat vom Admiral Miet De- peschen erhalten, aus denen hervorgeht, daß derselbe sick) einiger neuer strategischer Punkte der Nordostküste von Madagas- kar bemächngt hat. Gleichzeitig aber erheUt auch aus den Depeschen, daß der Admiral sich mit den ihm zur Verfügung stehenden Streitkräften nicht stark genug fühlt, das verschanzte Lager der Hovas bei Farafatte anzngreifen.
_ _ (Köln.,Zta.) Der Präsident Jules (Hré-vy kehrt mcht vor dem 6. Oktober Und vieUeicht noch später nach Paris zurück. Derselbe richtete folgendes Telegramm an den König Humhert: „Dries Unheil, welches Italien heimaesucht hat, erregi in Frankreich und in der gesammten civilisirten Welt die tiefste T_hetlnahme, die Unermeßliche, erhabene, heroische Hochherzigkeit Ew. Ma1estät Bewunderung und Begeisterung.“ Yang-Cha_ng_-Tsan, ein Schützling des Tft), eines Haupxes der chinesischen Kriegépartei, wurde zum Vize- König von Fokten, als Nachfolger Chan-Pei:Luns, er- n_annt; _Leßterer _ wurde seines Ranges entkleidet, weil er in einer Zett, wo dre Feindseligkeiten nahe bevorstanden, Cour: bets Geschwader die Minforts passiren und SteUung vor dem Arsenale vor Foutschu nehmen ließ.
_ 25._September. (W. T. B.) Im Departement der Ostpyrenäen starben gestern 5Personen an der Cholera. Dem „Temps“ zufolge sind auch in Clichy 2 Cholerafälle vorgekommen. ?_n _Saint Ouen tritt das Typhusfieber äußerst heftig auf, der _ oltzei-Präfekt hat die von der Krankheit ve- troffenen Quartiere heute persönlich besucht.
_ _ 26.___September. (W. T. B.) Wie das „Journal des Debats“ erfahrt, smd die choleraartigen und typhösen Krankhettßerscheinungen in Clichy und St. Ouen ohne Bedeutung und_ weniger zahlreich als im letzten Sommer, Die Aerzte schreiben dieselben dem schlechten Wasser zu.
Spanien. Madrid, 25. September. (W. T. B.) In den_von der Cholera heimgesuchten Ortschaften starben gestern tm Ganzen 9 Personen.
Italien. Rom, 25. September.
(W. T. B.) Der
s Königs. Ihre Majestäten
Dem Cholera: Bericht vom 24. d. M. vor: In Aleffandria 3 Erkrankungen und 1 Todesfall, in Benevento je 1 E:krankung und 1 ToDesfaU, in Bergamo 18 Erkrankungen und 10 Todesfälle, in Breöcia 4 Er: krankungen und 2 TodesfälXe, in Campobasso 1 Erkrankung in Cremona 4 Erkrankungen und 3 TodesfäUe, in Cuneé 12 Erkrankunaen und 7 Todesfälle, in Caserta 14 Erkrankun- gen und 4 Todesfälle, in Genua 41 Erkrankungen und 20 TodeSiäUe, davon in der Stadt Genua 9 Erkrankungen und 5 Todesfälle und in der Stadt Spezzia 20 Er: krankungen und 10 Todesfälle, in Massa ?. Carrara 3 Erkrankungen und 2 Todesfälle, in Mailand ]e 1 Erkrankmms- und 1 Todesfall, in Modena je 1 Erkran: kungs- und 1 TodesfaU, in Neapel 305 Erkrankungen und 156 Todesfäüe, davon in der Stadt Neapel 242 Erkran: kungen und 121 Todesfäüe, in Reggio nell' Emilia 10 Er: krankungen und 6 TodesfälTe, in Rovigo 4 Erkrankungen und 3 TodesfäUe, in Turin 2 Erkrankungen und ] Todes: fal], und in der Stadt Rom 1 Erkrankung.
Rumänien. Bukarest, 25. September. (W. T. B.) Der König und die Königin verließen heute Sinaja, um dem Kronprinzen und der Kronprinzessin von Oesterreich, welche zu mehrtägigem Besuche hier eintreffen, entgegenzufahren.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 26. Sep: tember. (W. T. B.) General:Major von Dahler ist seiner SteUung als Militär-Bevollmächtigter in Berlin enthxben und der Haupt:ArtiÜerie-Verwaltung zugetheilt wor en.
Warschau, 25.Septen1ber. (W. T. V.") Die Abreise des Kaisers und der Kaiserin von Liubochenek erfolg: nächsten Sonnabend oder Sonntag; die Reise geht, ohne nach St. Petersburg. Der
Warschau zu berühren, direkt Kaiier hat in den Waldungen von Liubochenek und Radziz
täglich Jagden abgehalten.
Amerika. Washington, 25. September. (W. T. B,) General-Postmeister Gresham ist an SteUe Folgers zum Schaßsekretär ernannt worden.
Afrika. Egypten. Cairo, 23. September. (Mig. Corr.) Unter den eqyptischen Truppen unweit Assiut hat eine Meuterei stattgefunden, die indeß rasch unterdrückk wurde. Emissäre des Mahdi sind in Hodeida und Jeddah erschienen. _Lord Northbrook ist in Alexandrien angekommen. Lord Wolseley begiebt sich am Sonnabend nach O11er:Egypten. Sir Charles Wilson, der Chef des JnteÜigenz-Departements, begab sich heute nach Dongola.
_ 25. September. (W. T. B.) (Telegramm dex, „Reuter: sche11Burea1ts“.) Die Vertreter Oesterreichs, Deutschlands, Frankreichs und Rußlands machten am heutigen Spätnach: mittage nach einander dem Minister-Präsidenten Nubar Pascha einen Besuch und Überreichten demselben eine identische Protest: no e.
_ (W. T. B.) (Telegramm des „Renterschen Vureausx) Dem Vernehmen nach bezeichnet die heute dem Minister: Präsidenten Nubar Pascha überreichte identische Proteß- note die Suspendirung der Amortisirung der egyptischen Schuld als eine flagrante Verleßung des Liquidationsgeseßes, behält den egyptischen Gläubigern a11e ihnen geseßlich zu: stehenden Rechte vor, erklärt den bezüglichen Erlaß des egyp: tischen Finanz-Minifters für nul] nnd nichtig und macht die egyptische Regierung für a11e aus ihrem Vorgehen entstehenden Folgen verantwortlich.
zufolge kamen
Zeitungsftimmen.
In der „National=Zeitung“ lesen wir:
_ Ueber den deutschen Wcltverkehr stellen wir die foiscndem im:“.- zöiischen Uriheiie zUsnmrxicn, die manches Interessante darbieteii. In einem Berichte des sranzöfi1chen Konsuls zu Bremen lesen wir das Folgende: _
„Das (Gedeihen des Hafens ron Bremen wie des von Hamburg Verdiente von Seiten der frarzzöiiirhen Kaufleute und Industriellen einer ganz besonderen Ausmerkmmkeit. Nach Bremen oder Hamburg müßten unsere Landsleute kommen, um zu sehen, wie man arbeitet, wie man Geschmfte macht, sie wiirden _dns (Geheimnis; des Gedeihcns finden, das sie auf ihre eigenen (Heichäsic amvendcn könnten. .
Um nur von Bretnen_ zu sprechen, so bemerke ich, daß die Mehr- zahl ker Leiter von Geschaffen die fremden Märkte aus cianer Beob- acbtnng kennt._ Ein großer Theil von ihnen war in den Vereinigten Staaten, in (kuba, in Indien, in Afrika ctablirt, fie haben dort ihre Komtoxre, schicken ihre Söhne, ihre Verwandten hin, find mit allem vertraut, was die Angelegenheiten fremder Länder heirifft, ihre Zei- tungen sind mit telegraphiscben und anderen ganz spezieÜen Berichten wohl versehen. Für die Einzelheitenihrcr Geschäfte und Buchhaltung, für die ganze innere Organisation ihrer Bureaux haben fie die eng- lischen und namenilick) die amcrikaüisehen Formen angenommen, die abkürzen, vereinfachen und die Operationen leicht und schnell machen. Bremen hat einen sehr Wichtigen Markt für Tahack, Petroleum, Baumrvolie, Kaffee, Reis und WoÜe. Seit mehrere Bremer Häuser sick) in Rangoon niedergelassen haben, ist Bremen der maßgebende Plat; fiir Reis geworden, im welchem Artikel das Geschäft ganz aqßerordeqtlicb lebhaft rst. __ _ Es ist sehr zu fürchten, da, die mit spaniikhen und portugtesiichen Weinen Verschnittenen eine, die landläufig unter dem Namen St. Estephe, Margaux u. s. w. hier verkauft Werden, in Folge ihres abscheulichen Geschmackes dazu führen, den Verbrauch _ von Bordeaurweinen im Allgemeinen zu schädigen, dem das Publikum reine spanische Weine und selbst das Bier vorziehen wird.“
Von einem anderen Gesichtspunkte aus beurtheilt cin franzöfiscbcr Fachmann, der für den „Temps“ reist, den Weltverkehr in der Art des Wettbewerbes zwischen Franzosen, Engländern und Deutscher.. Er konstatirt die ,Naivität“ der iranzöfisében Industriellen, die bei det) Fortschritterx, welche die fremde Konkurrenz auf den Welt- markten macht, in Bewegung gcrathen, aber die Mittel nicht an- Wenden, [„im dieser Konkurrenz zu begegnen. Sie erWarten, daß die Kundickoast zu ihnen?:kommt, statt sie aufzusuchen, und lehnen es ab, Kredit bei überseeischen Unternehmungen zu geben. Diese Furchtsamkeit des franzhsisiben Kapitals zusammen mit dem Mangel 011 französischen _Kommrsfioyären, die den Zwischenhandel betreiben, lahmt das Geschaft. So 1chließen sich langsam, aber sicher, meint der ,Tempß“, die französischen Absatxgebiete. Diesem französischen System wird das Vorgehen der ngländer und namentlich der Deutschen entgegengestelit, die angefangen hätten, den Engländern selbst fur_chtbgr_ zu werden.
.;Snt einigen Jahren, so sagt der französische Berichterstatter, erscheinetz die Deutschen in allen Hafenplätzen der Welt und nament- ltcb im außeriixn Osten als unwiderstehliibe Konkurrenten. Sie er- schüttern die Greilungen, die am stärksten befestigt scheinen. Eine ganz besozidere kuhne Art des Vorgehens und die so abenteuerlick) ist, daß selbst der englische Handel davor zurückscbreckt, giebt dem Deutschen diese Eroberungskraft. Die deutschen Fabrikanten über- lassen ihre Erzeugniffe ihren Geschäftsfreunden gegen haare
hierher zurückgekehrt.
preußische Gesandte von Schlözer ist aus seinem Urlaube ] Z 5
a _lung__ der Hälfte des Anftblagspreises; diese glatte und liqmde Summe gestattet ihnen Weiter zu arbeiten. Für die andere
' " en ie sozusagen unbegrenzte Krekite._ Diese Produkte, ZIT? i;;ohfiiteilems Preix'e hergestellt find, fallen so 111 die Hänhe vorck Menschen, die den Chinesen vergleichbar, was die _sparsame Cmsack) heit der Existenz und die Gier al_1ch nach dem kleinsten Gew_1_nn (_:_n; belangt. Der Engländer mri seinen breiten Leberzsgewohnhet en T1 ut zu wohlfeilem Preise zu geben, dem Deutschext _geltngi es mxmer ny , ?hn zu unterbieten. Man behauptet, daß dj_c krexttirte Haifie haußJmch
anz eingeht und der Fabrikant Vergleiche eingeht, _dte ihm 3 un 20% statt der geschuldeten 50% bringey. _Es ist ntcht anz_uneh;nen, daß wenn die Preise nicht von vornherein uhersest sind, em so cher Verkehr Dauer haben kann. Sicher aber ist, daß m al_1en Huxl- orten die ich besucht habe, ich bei _allen anderen europaisckoer) ?- lonieii dieselben Empfindungen gegenuber der deutschen Kolonie g»- funden habe: Bestürzung, Zorn und Verachtung. Die Deutschen Vcr-
* e'chäit.“ . . . . _ derber-éaZié L,Ti1ne6“ brachte in ihrer Nummer vom 16. d Mrs. eine sehr eingehende Besprechung _und_BeleUchtung des Krankenversicherungs-Geseßes, welche ste mtt folgenden 'nleitete: __ _ _ _
WUFF: fileues Gesexx, von großer Wichtigkeit fur die Arbeiterberyl- kerung Deutschlands tritt am 1. Dezember d.J. in Kraft, c_t_n GMB von zu weittragendcr Bedeutung, m_n _mehr eine kurze Wiedergqbe seiner Ziele an dieser Stelle zu rechtfertigen. Es bezrveckt, um_ es im Allgemeinen auszudrücken, die Y_erficherung_ geaen Krankhexh a_l_s wjngende Maßregel, nicht nur fur htc wirklich arbeitende K_iaUe .zxüein sondern auch für weiiere gewerbliche Yeremtgungcn, als __thher der Verficherung beigetreten find. Mgn mm.; M) daheim? Gedachtritß 'urückrufen: nicht neu ist das Prinzip der Zw_angsvers1cherung im Deutschen Reick)e; es bestand schon, Wenn auck) nicht aller Orten, do?!) in größerem oder kleinerem Maße in Preußen und Bayern. Die Ausübung war den Kommunen nberiasien; indessen wurde daher so viel Raum zur freien Bewegung geweihri, daß_es in der Praxis nur von dem Willen der Gemeinde abhmg und tm Ailgemetnexr mehr durch Uchcrtretung als Befolgung «1er wurde. _ Ju Zukunst wird die Sackylase sih anders gestalten und dre Gemeinden werden ohne Zweifel um so eifriger il)ren_ Pflichten nachzukommen hgben, gls eine der kräftigsten Wirkungen dreies Geießentwurfs sexn_rvrrd: die Ver- minderung der Inanspruchnahme offentlicher Unteritutzuxxgen oder m_tt cinem Worte: ein Vorbeugen der Arznuth. Dethaib wrrd es e_benw im Interesse di'l' Gemeindehehörden liegen,_ als fur tbr Ansehn forder- lick) sein, auf gehörige Ausruhrnnz) des ©612er z_u achien_. __
Welches Echo der vorerwahnte Artikel m den mteresnrien Kreisen Englands gefunden, zeigt die n_achfolgende Zuschiit, welche am TUNE nach jener Publikat10n_ von Herrn zyhn Aird, Chef der Firma Airy and Sons, forme LueatZ qxid Aird, welche seit Jahren die größten Unternehmungen 111E11en5ahn: bau, Docks 2c. ins Werk setzen und m London zu den gr_oßter_t_ Arbeitgebern zählen, an den HeraUcdeber der „Times gerichtet wurde: __ _ _ _
„Der höchst intercnante Artikel m der heutigen Nxzmmer der Times“ iiber das neue preußische „Upfail-Ver]1cher_ung§ge1eY“_VcraU- iaßt mich, als einen bedeutenden Arbeitgeber,_ um die nochmalige Er- wäguna eines Projektes zu bitten, da§_ lch 1ahre_lang Vertre_icn habe, nämlich: „eines Versicherungsgcscxxes sur Krankheit, iowie fur Todes- " im an en Lande.“ . . . . _
WER) ?xillz HOfien. daf; dicjcnigcn. welche die .Trade-Unwns' kon- rroliren, nicht ungünstig auf dieses Pr017kt blicken, _denn, Wenn es
51115 die arbeitende Masse un5bi)angiger von den Vercm_en macht, _so bringt es andererseits die Arbeiter dem Arbeitgeber naher,_und [ck glaube, daß nur auf diesem Wege der Handel und der Wohlstand des Landes wiederhergesteilt werden kann.“ . . . .
Statistische Nachrichten.
Nach Mittheilung des Statistischen 21th der SiadtBerlr_11 find bei den hiesigen Standesämtern in der Woche von) 14. bis inkl. 20. September zur Anmeldung gekommen: 22_6 Chesckyließungen, 881 Lebendgeborene, 27 Todtgeborene, 648 Sterbefalle.
Kunst, Wissenschaft und Literatur. _
Geschichte der römischen Republik Von_ Karl Wilhelm Nißsck), nach den hinterlassenen Papieren und Vorleiungen herausge- geben von Dr. Georg Theurer. Erster Band 513 zum Ende des Hannibalschen Krieges. Leipzig, Verlag von Duneker und Humblqt. 1884. gr. 80. )(17. U. 203. _ Der am 20. _Juni 1880_zi_1 Berlin verstorbene Professor der Geschichte an dortiger Univeriitar Karl Wilhelm Niizsch, ein Sohn des berkihniten _hc)111ek_tscken Philologen Gregor Wilhelm Nißsck) (starb zu Letrztg, 22. Juli 1861), sprach in der Vorrede zu dem 1847 erschienenen Werke ,die GWÖM _und ihre nächsten Vorgänger" die Ansieht aus, daf; die alte Geichichie der Kern und Mittelpunkt aller hama- nistiichen Studien sei. Diese Werden nur kann gegen den cinbrechenden Maieriaiikmuß Stand zu halter] Vermögen, Wenn eben in der alten Geschichte eine DarsteÜung erreicht Wird, die von der trockenen Sammlung der Thalsachen oder einem wvhlrrdcriden Paths?» absieht und dagegen die alte Welt von dcuselben L_cbenßfra_acn_ bis zum Grunde bewegt zeigt, Welche noch heuie zum Theil ungelost jeden ehrlichen Mann beschäftigen. An dieser Grund_ansch2uung hat Niysch konsequent festgehalten. Vyn dcm Studtuxn der alien, insbesondere der römischen Gefchtckie hat er i_ne Grnnizsatze seiner historischen Methode gewvnnen, und die triaterielien Interessen nicht an und fiir sich als Gegenstand _dcr historischen Betrachtung wie Dxirstellung angesehen, sondern den Kampf der_ freien fiitlichen Persönlichkeit mit diesen Naturgewalten _und die Wechsel- wirkung zwischen beiden. Selbst nachdem Ntxxiii) auch gchtegetze Forstbungen zur deutschen Geskhikbtc geliefert hai_te,_ so namentlich die eigenihiimlichen aber anregenhenVorarbeiicn zur Gezéhichie der__S_iaufi- 1ch€n Periode (Leipzig 1859), ist er dori) immer Wieder zur_ror_mschen Glichichte zurückgekehrt, zu jenem Gebiet, aus_ welchem er in xugend- licher Bcgeisiernng, dem von Niebuhr vorgezeigteti_ch_folgend, zu- Llit das bcglückendeGefühl eigener schöpferisckyer Thattgkeit empfunden Wie. Die Schicksale des römischen Bauerxtsiandes, den Kgmpf der bäuerlichen Und nicbtbäucrlichen Jntcresicn . das Ringen der altrömischen Elemente in Legion __amh Volksversammiung Wen die „Herrschaft des neu fich bildenden _Kaptialistenstandes,_dicses eigentbümliche Produkt der römischen Geschichte, forderte Nixz1ch m erste Linie gesieUt. Er hielt daher bei aller ununnvundenen An- erkennung der Resultate im Einzelnen die neueren Darstcliungen der kömjscben Geschichte fiir einen Rückschritt im Vergleich zu dem, wgs Nikbubr bereits angestrebt hatte. Je aÜgememere Anerkennung m den letzten Jahrzehnten gerade die Darstellung Mommscns fand, desto kleiner wurde der Kreis derer, Welche Nißscb' Forderungen per- standen, desto einsamer dessen Steklung unter den Mitforschcrn. Leider ZW ihn der für die Wissenschaft zu frühe Tod verhindert, den Lieb- lt"(!splan, eine römiicbchicbichte zu schreiben, zum Abschluß zu h_rm- I'M- Abcr in seinen Vorlesungen trug er die letzten Resultate senzer historischen Studien im Zusammenhange vor, und bewahrte fursetne Ubörer die eigentliche Fülle der historischen Auffassung. _ Der ordentliche Lehrer am Königsstädtiscben (Gymnasium zu Berlin, ])„k- Tbouret betrachtet es als eine Ehrenpfltckzt dankbarer Schuler, dtes_e Vorträge der allgemeinen Theilnahme zuganglich zu machen; er ?kiullt diesen Zweck durch die vorliegende Herausgxxbe Lilies sorgfaltig nachßsschriebenen bezüglich zusammengearbeiteten Kollegienheites der Nlesungen über die Geschichte der _kötUlsÖLU Rcyubltk. Der erausgeber bedauert die Blume originaler Diktion, welche Mättbäi der Geschichte des deutschen Volkes _von Niyscb erhalten hat, nicht auch der römischen_ Geschichte haben bewahren zu können, „vielmehr mußte ich mtcb im Großen und anzen mit einem einfachen und schmuckloien Referat begnugen, da jeder Versuch einer Darsteüung die Gefahr einer subjektiven Farbung m fick) schloß“. Dankbar muß anerkannt iverhen,_ daß_m _dem vor- stehenden Werk treu und zusammenhängend dic eigenthnmlicbc Auf-
.durcb lange Jahre redlich Streben Aeltestes bewahrt m_it Treue, freundlich aufgefaßt das Neue" gewonnen hai_te. Die Uptverialität seiaes Wiffens, die Schärfe seiner Betretßkraft, .die Fruebt- barkeit seiner kritischen Methode tritt auch m_ _ dteixm Naéblaffe des umiasierden Geistes erfreuend _und_ nersitg so_r- dernd hervor. Eine Uebersicht über den Inhalt w11_d dre Ortginalitat des Werkes kennzeichnen, Der in_ der Einleitung zmtgetheiite „Ueber- blick über die Geschichte der Geichicbtscbreibung 516 auf Niebubr ,ist im Wesentlichen dieselbe Einleitung, Welche Ntßick) aUet) Vorlesupgen voranschickte. Von dem Satze außgehend, daß die histyrtsche Disziplin sowohl den Zusammenhang als den Werth der geiammien Uebxr- lieferung nur dann richtig zu faffen_ vermoge. wenn fie die Motive und die Berechtigung jeder einzelnen mvrduelicn Auffassung oder, wie wir technisch sprechen, jeder einzelnen_Qu_el1e zur vollen Anerkcnnung kommen läßt, giebt Nißslh eine ebcnyo ltchtvoÜe als _vollendete Dar- stellung der Geschichtschreibung, _ wie _solche tn bestatidtger Wechselwirkung mit der Ge1chichte jelbst fich _entkrickeit. Winkelmanns (Geschichte der bil_denden Kunst, Lef1_1ng§ Lao- koon und Herders kritische Bilder [i_nd __dte Anfange einer Wiederherstellung und Neusckoöpfung der_htitortichen Methqde. Un- bestritten bleibt es, dai"; Niebuhr durch eine Arbeit von__indwxdueller Kühnheif und Energie den Horizont der hisw_r11ch_;en thenscbaft bis an die (Grenze erweiterte, innerhalb deren _wtr _1exzt _m Deutschland arbeiten. _ Die Geschichte der Republik Wird in drei Perioden von der Gründimg bis zum Ende des Hannibalschn Krieges behandelt _ eine durchweg (igenartige, selbständige und anregende Forsch.!ma auf Grundlage der kritisch wie umsichtig benutzten Otzelien; Die Unab- hängigkeit des Urtheils hat der Verfasser sich nczmentliä) ber_zivetfelha_iten Anfichten ieibstbeivußt gewahrt. Obgleich Niebuhr als ern Jngemum wie Herodot und Tbukvdides anerkannt ist, _werdcn _doch mehrere Hauptanfichten, z. B 556 Eintreten der Pieds _1n_ _die Trihuö zur Zeit des zwäten Dezcmvirats 451 v. Chr., Hie definitive A51chaffung_ dcs Dczcmvirats, die nur einmalige Vera_nderung der Serwiamiäyen Stimmordnung theils irrig, theils zu Weit gehen?) genanni. Dagegen betont Nitzsch mit Nicbuhr, daß in der historischeri Zeit die [11805 küJi-ch. die unicrthäxiigen Landbefißer bedeute. Die herrliche Gc- säzicbte des Cincinnatus ist eine poetische Schilderung _voii von Un- möglichkeiten. Aufi) die berühmte Erzahlu_ng des LlVle vyxi dem Brande und der Zerstörung Roms zur Zeit ch Camtüus ist zum Mindesten für jibertrieben zu erachten__. Die Retturzg Ronix; nach der Schlacht bei Cannä 215 gegenuber der gewÜtiJen Poit- tischen Kombinaiien, an deren Spixxe Hanntbal stand, 11t ebenso beWundcrUngs- wie merkwürdig: NtZsck) nennt_ fie has Resultat der inneren Kräftigung des gesammten Staaxsweieys m Folge kolos- saler Katastrowben. _ Jm Anhange veroffentlicht der Herausgeber das Bruchstück eines Aufsatzes, welches _de_r Vsrtheikxtgung _und Wetter- iühruna des Buches „Römische Annalrsttk“ (Berlm_1873) MmeU ist. Nitzsch hält auch hier an Niebuhrs Ansichi fett, daß nach dcm Untergange des latinischcn Bundes_ uxitsr dem Eindruck dieses ieyten Kampfes ein Gedicht entstanden set, in Welchem__von T_ulius bis auf Brutus Rom mit Latium ringt und _das _romriche K'9r1tgt[)um_1ck0_n Katastrophe zu Katastrophe untergeht, 10 da[; also der altesten torm- schcn Geschichte eine geschichtliche VolkÖVoefie _zum _Grunde liegt. _
Diese Geschichie der römiichen Republik wird vorausfichtlisb Wegen der eigenarjigen Auffassung wre fe_ffel_x1den Darstellung die Freunde der historischen Wissen1chaft_voi1standrg befriedigen._ Wer den liebenswürdigen Verfasser persönl_1ch Zekanpi_haf, dank_t sicherlich) außerdem gerne dem Herausgeber fur die_ Pictat u_nd Warme, _1_n_1t Welcher cr jenem neueren Meister der Gesthtchisforichung em gering bedeutungsvolles Andenken ießtc.
Gewerbe und Handel.
Nach den statistiickxcn Ermittelungen _des_Ve_rci_ns d_eUt1c5er Eisen- und Stahlindustrieller bcl_ief 11_chk_te2)10k)e1scnpr_0- duktion des Deutschen Reichs (etnschlteßlick) Luxemburgß)1m Monat Auaust 1884 auf 306 886 r, darunter 172 445 b Pitddelroheisen, 11118 v Spiegeleisen, 44 019 c Beffemerro[)etsen, 41193 t_ Thomas- roheiscn und 34 811 r Gießereiroheisen. Die Produktion im August 1883 betrug 283 558 r. Vom 1 Januar bis 31._August 1884 wnrden produzirt 2384 623 1 gegen 2235 872 b im Vorjahr. _
_ Die gestrige Generalversammlung der Akthiare der Ver- einigten Königs- und Laurahütte genel)n_11gte sammtl_tche Anträge des Geselisäyaitsworstandes, nach denen _dte Zahlu11_g einer Dividende von 45% und_vaendun_x_1en an Arbeiter-UNTerstutZungs- ka en und Waisenhäuscr er olgen Wer en. _
ff Breslau, 26. September. (W. T. B.) Nach dem Ber1chte der „SÖlQfisshW Zeitung“ sie.?) die Abfahren von Roheis_cn 1chlcP- pend. Wöchcntiich gehen mehrere hunderi Tonnen in Bestande. O_er Preis von 2,50 „46 ist skhiVLr erreichbar. Der Walzeiienmarki iii unverändert lebhaft. L_Oic Preise find fest. Der Rohzmimarkt [[t etwas ünsii cr diT-Pon rt. _
N?xrnbgerg, 25. Sehtember. (Hopfenmarkihericht_ r-c_)_;i Leopold Held.) Am aestrixzen Mgrite bcrrschtc__gute Kauiluit fUr alie Serien, Wobei Preise sui) um einige Mark_bemrten. Heute hc- trugen die Landzufuhren 2500 Balirn, die Bah_x1abladurigen_ eiwa 400 Säcke. Es waren viele fremde und hiesige Kaiifer axn Markie, und obivohl die Yiarithovien nicht mehr 10 glatt_gr_unfar_big_w:e 1:11- her ausfallen. auch die Qualitäten VieicS zu Wunirben Ukrig [reißen, wrrrde bis Mittag 5961» der größte Theil des zugefuhrtcn O_uanrums abgeseyt. Dabei konnten die Preise sich leicht h_ehanpten, tn meien Fällen sosar einige Mark mehr erzielen. Auch fur Hallertauer, Ba- dische, Württemberger und Poiencr war Verxnehrte Frage und nament- lich Prima-Sorten über Notiz bezahlt. Die Tendenz ist gls fest zu bezeichnen. Notirungen lauten: Prima_Markthopiet»1 85-90_»48, mittel do. 74_80 ck44, Prima Gebirgshopien 100-_110 „M, m::icl 88-95544; Prima Aischgriinder 105-115 «14, mittel 85-95 5/46; prima Württemberger 120_127 «14, mrtiel 1_05_110 4/46; Prima Badische 115_140 „16, mittel 105-110 ck16; _prtma Hallertarier 120 bis 127 «16., mittel 105_110 4/14; Prima Elsasser 110 «14, Mittel 90 bis 95 W; prima Posener 127_130 „46, Mittel 115_120 „Fü. _
Bradford, 25. September. (W. T. B.) Wolle ruhtgir, unverändert, Mohairkvokie fester, Garne behauptet, gutes Gejchaft, Stoffe sich bcffcrnd.
Verkehrs-Anftalten.
5 m n, 26. September. (W. T. B.) DZ:? Dampfer dcs Norizzdrecutichen Llovd .Donau“ ist heute fruh 5 Uhr in New- York, der DQmpfer „Eins“ gestern Abend 9 Uhr in Southampton
ein etro en.
(; Hafinburg, 25. September. (W. T. B.) Der _Post- dampfer „Rhaetia“ der Haxnburg - Amerikanischen Packetfahrt-Aktiengesellschqft ist. von New-York kommend, heute Abend 8 Uhr auf der Elbe eingetroffen.
Triest, 25. September. (W. T. B.) Der Lloyddampier
„Orion ' ist heute Mitiag aus K ::stantinopel hier eingetroffen.
Sanitätsweseu nnd Quarantänewesen.
Dänemark.__ _ ___ _
Unterm 17. September hat das kanische Jgsttz-Mmtytcrium folxicnde Bekanntmachung, betreffend Verhot der Einfuhr Von Der- schiedenen Gegenständen aus spanischen Mittelmeerhafcn, erlqffen; „In Verbindung mit der Bekanntmachung des Justiz-Mimftcrtums
vom 12. d. M., wodurch auf Grund des §. 1. des vorlaufigen _Geseßcs von demselben Tage, betreffend fernere Maßregeln gegen die Ein- scbleppung der asiatischen Cholera au_f dem Seeche, 11.21. rucksicht- lich derjenigen Schiffe, Welche von irgend einem sp_anischen Mittel- meerhafen kommen oder mit einem solchen in Verbindung gestanden haben, Quarantäne angeordnet ist, _wni; hierdurch ferner auf (Yrund des Gesetzes vom 2. Ju1i1880,betr. die Einschleppung ansteckendchrank- beiTcn in das Reich, §. 32, jede Einfuhr von gebrauchtem Leinen,_aebra1_1ch- ten Kleidungsstücken, gcbrauchtcm Betizeug, sofern die Gegenstande nicht zu dem Rcisegut von Personen_ gehören, sowie von Luznpcn, ge- brauchter Watte, Krayonc, Paprcrabfal], Haaren und Haufen nach
Malta. Durch Verordnung rc? Gouverneurs vom 10. September ist das Einlaufen von _ _ _ __ Provenienz'en rem Festlanrc JtalienxK, wirre _(11!_s den_ wantyckcn und französischen Mittelmeerhäfen in den hiesigen Hafen verboten Worden. Die gegen Ankünfte aus sizilianischen Häfen verfügte Qu.:rcm- täne von 21 Tagen bleibt bis auf Weiterck in Kraft. Türkei. Die SanitätÉrerWalfung hat folgende Anordnungen getroßen: 1) Alle Provenienzen aus Tunis werden einer fünftägigen Quarantäne unterworfen, Welche in einem derjenigen türkischen Häfen, in denen fich ein Laiaretk) befindet, durchzumackoen ist. 2) Diejenigen Schiffe, welche“ aus jenseits des Suezkanais ge- legenen Häfen krmmen, in denen keine Laaraniäne besteht, werden, wenn sie auf ihrer Fahrt durch Den Kanal keine Paffagiere an Bord aufgenommen haben, nach einer strengen ärztlichen Unteriucbung, zum freien Verkehr zugelassen. 3) Die ursprünglich über die Prorenienzen aus Alicante verhängte zehntägige Quarantäne wird auf alle Häfen dcr Punischen Mitrei- meerküste aus;]edehnt. _ Portugal. Durch Verfügung des Königlich portußicfischcn Ministeriums ch Innern vom 11. September find die sämmtlichen italieniskben Häfen des Mittelmeers seit rem 21. August für: „angesteckt von der asiatischen Cholera“ erklärt worden. (RMA. Nr. 190 rem 14. August.) _ _ Ferner sind alÖ der Cholera „verdächtig “ erklart: Die balearischen Inseln (seit dem 1. Sevtember). Daßcgen find die Häien ron Algier, welche bisher (118 , ange- steckt“ angeschxn Wurden (R.-A. Nr. 217 vom 15. September) nunmehr „715 nur „Verdächtig“ (seit dem 13. September) bezeichnet worden. Oesterreich-Ungarn. Die K. K*. Seehehörrc zu Triest hat durch Erlaß vom 18. September zur Abhaltung der zehntägigcn Observatixmqwelchc gegen aile aus cholerainfi5irten Länrcrn kOk]!!llLi]d€t1_ SÖiise FUr Den FaÜ unversehrter Ueberfahrt Verhängi worden iii, die nachfolgend ke- nanntcn Stationen bestimmt: _ Jm Scegebietc von Triest: Das Seclazareth in Valle S. Bartolomeo, das Peiroleuxnbecken im neuen Hafen vom Triest, dann die Häfen von Grado Cervrgnaro, Muggia, Cxpodistria, Isola und Pirano. ZmSeegebiete von Roviano: _ _ Dic Häfen von Rovinw, Uma», Cittmiurva (PWW Qutcre) und Parenzo. Jm Sceaehiete ron Pola: Die Häfen von Fasatm und Rahaz. __ _ Jm Seexiebiete von Lyii'nwtccolo: Die Häfen von Lasfinpiccolo, Cherw und Vegiia. Jm Seegebiete ron Zara: _ Die Häfen von Arbe, Zara, Stretw und STÖM-LW. JmSeegcbieie von Spalato: _ Dic Häfen Von Spalaw, Lissa, Lefima, Trau. Makarsca, (ZWI- vccchia, S. Piciro und Pncischie auf der Insel Brazza. Jm Seegehictc von Ragusa: Die Häfen von Gxavoia, Ragnsavccchia, Curzola, Vallegrauke und Trappano. _ Jm Secaebiete von Megline: DUO Seelazarcih in Mcg1i77e UN? der Hafen von Budua. Konstantiiiopcl, 25. September. (W. T. V.) Der Sanitätßraih hat iür die Provenienzen aus den _von _der (Tholera infiiirten Ländern ciUL 151ägige statt der bißhercgcn 10tägigcn Quarantäne und für die Prowenienzen mzßdem Schiwarzen Meer UNd von Triest (irie Ztägigc statt 'Der Ztagigen Quarantane angeordnei.
Berlin, 26. September 1884.
N55) mehrwöcheniiicher Pause nehmen am _kÜnfiigexx Sonntag die. Rennen auf der Bahn des Vereins für Hznxerntßrenycn zu (Kharlotienhnrg wieder ihren Anfang._ 2th Rnckiikht auf _die jekt ikhon frühzeitig hercinbreihende Dunkelhctt hat das Sekretariat des Verein?; den Beginn der Rennen auf 2§_Uhr «_ngcsetzt und ans gleichem (Grunde dM Beßinn der RMUCU fur das im Oktober sia!)- iindcnde Herbst-Mcciing dcs Vereins auf 14 Uhr Jiaévtmtiags Wii- gcscjzt. Die Revuen, Welche am künftigen Sonntagqbgshaiien Werden, sind wieder reiht gut besetzt und versprechen cinen iniereffqnien Verlauf. Zu dem SWiember-Hürden-Reimen sind 10 UUterschrtftey einacgamgen, der Preis von Tegel (cin Herren-Jagd-Rctxnen) Zveikt 5 Unterschriften aiif, dxs große Manörcr-Jagd-Rennen, ein Offizier- Reiten, hsz 14 Pferde mmenomrncn, in dem Feld-Jaad-Renncn werden 13 sche kenkixrrircn und za dem Flachrennen fur Jagdpferdc Werden 8 Zierde am Srart erscheinen, so daß alio_ail-2 Komkurrenzen gui hesth sein Und fiir die Besucher dxr Bahn cm regeI Jntereiie darbieten Werden. __ ___ _____
Bremen. 25. September. (W.T. V.) Nach einem ker „Meier- zcitimZ“ mitgetheilten Telegramme aus Buenos-Ahre§_ ist der Hafen Von VuenoS-Avres von einer großen Fluihw e_[le__ heimgesucht worden. dnrch ivslshe ivcirc UehersÖwemmungen herbeigefnhrt wurdcxi. Viele Lichterfahrzenge und Schiffe sind theils gesunken, theils ichmr beschädigt.
Calcutta, 25. September. (W. T. B,.) In dem Gcfcixig- nisse in Mandalayhat einc Empörung der Strafgefangenen stair- gefunden, die nur mit Mühe und _unter YaniZung von Waffen- gewalt unicrdrükkt Werden konnte. WW es [MRT, waren dabei mehrere hundert Strafgefangene getödtet worden.
Nach einer dem Jntcndanz-Yath Chronegk von Cobienz zu- gegangenen tclcaraphisÖenhohen Weiiung Wird has angekandrgie Nc- perioikc dcr Mciningiichen Hofsckyauipreler insofern eine
Aenderung erleiden, als am Sonnaben5 .WaUensteins Lager“ und „Die Piccolomini“ und am Sonntag „Wallensteins Tod" gegeben Werden.
Terciina T ua produzirt im Sonntagsconccrt im Krollschcn Saale Wieniawsky'I .Ziveitcs Concert“, dic Lambsche Polonaise“ und die „Airs Hongrois' von Ernst. Als Gcsanßsnummern_fnh_xr Sgra. Monti Lieder von Robert Franz, Hartmann und Domzctix s „La Zingara' aus. Anf dem Pianino bringt Frl. Bock das Webcrs_chc k-moU-Conccrt (mit Orchester), Liszts „Rigolctw-Famasie“, Choptxis .Nocturnc“ und Schuberts ,Impromhtu" zum Vortrczg. Do.? fur nächste Woche angekündigte Fohsiröm-Concert h_edars cines Weiteren Aufschubs, Weil die gefeierte Sängerin eine Einladung nach Baden zu einem Hof-Coxicert am Doxmerstag erhalten hat.
Am Mijtwoch, den 1. Oktober, wird das Concerihaus_ fUr die bevorstehende Concertsaison wieder eröffnet Werderi. Der Konig- liche und Hof-Musikdirektor B. Bilsc,_ Welchcr m diesem_Sommcr auf einer großen Rundreise durch Deutichland und die Ntederlanhe dic großartigsten Erfolge errungen hat, Wird am genannten Tage mit seinen beliebten meisterhaften Concerten Meder beginnen. Sinfhnic- Concerte, Virtuosen-Abende, Gesellschafts-Concerte und Kompontsien- Abende werden auch in dieser Saison abecbsclnd stattfinden. Auch wird dcr Hof-Mufikdircktor Bilse nach _rvie vor an dem Grundsaß festhalten, aus der gesammten Orchester-Ltiexaiur_neben dem bewährten Alten das Beste der Neuzeit zu bringen. _Dre Be1e_ßun_g_dcs Orchesters ist dieselbe wie bisher, und zwar: 20 Violinen, 0 Yimen, 6 _Celiis, 5 Contrabäffe, 1 Harfe, 3 Flöten, 2Hoboen, 1 etigllichHor11_, L_Kla. cinetten, 1 Baßklarinetie, 2 Fagotts, 4 Horner, _2 Cornets & Piston, 2 Trompeten, 3 Posaunen, 1 Tuba, Pankcn, kleine Trommel, große
dem Reich rurch solche Schiffe verboten.
fassung Wiedergcgeben ist, Welche ein Meister der Geschichtsforschung
Diese Bekanntmachung triit sofort in Kraft.“
Trommel, leophon :c. __ .- -,