_ 1. Oktober. (Hannoverscher Courier.) In der heutigen (Z.) Sisung des 18. hannoverschen Provtnzrfal-Land- iags stand der Entwurf eines GeseHeY zur Eraanzyng und Abänderung der Wegegeseßgebung„1n der Provinz Han- nover auf der Tachordnung." Nach langerer _Debatte wurde die Vorlage an eine Kommisnon von 9,Mitgl'1edern mit Zu- ziehung der Mitglieder des LgndeßDtrekiorrumS und des Wegbauraths der Provinz verwresen. DW Wahl der Kom- misfionSmitglieder wurde sofort vorgenommen. „'
_ 2. Oktober. (Hann, Cour.) In der heutigen (4.) Gißung des 18. hannoverschen Provinzial : Landtags wurde nach längerer Debatte der Geseßentwurf iiber die AbfteUung von Berechtigungen zum Hauen oder Stechen vpn Plaggen, Haide 2c. fiir die Provinz Hannover an eme Kommission von 9 Mitgliedern verwiesexi. Darauf wurde die Berathung des Finanzetats pro 1885 wieder aufgerwmmen. Zunächst wurde der DisPOsitionsfondeZ fiir alle drei Irren- anstalten mit 15 000 „44, und die Etuis der "Taubftummen- ansialten, die gegen das Vorjahr wenig Veranderungen er: fahren haben, bewilligt. Dann wurden_ mehrere_ kleiriere Etgts (Hebeammenlehranstalt, Landwirt_hscha1tsichule m_ Hildesheim, Ackerbauschule in Meppen, Bethülie (i.". mrlde Stiftungen und Vereine, gemeinnützige und wohlthatige A11ftalten2c.) ohne Debatte genehmigt.
Ueber die Auggaben fiir Chausseen, Landstraßen und G em 2 i ndew eg e refrririe drr Wegbau-Rath Willigerod. Die Besoldungen seien von 100700 auf 103 700516“,gestiegen. Es folie den Wegbau-Jnspcktoren eine GrhalfSerhohung zu Theil werden, die in folgendem Ausschußantrage begrundet
werde:
Der Provinzial-Landiag trolle beschließen, den Wegbau-Jnsprk- toren _ unter Aufhebung der jeyigen Bestimmung, nach welchcr dieselben durchschnittlich 4350 «76 Besoldung erhalten _ kunftig von 4 zu 4 Jahren eine Besoldungßzuiaxie von je 300-76. innerhalb des bisherigen Minimal- und MarimalsatZes von 3300_5400 914 zu bewilligen. „ , '
Die Debatte wurds zur nachsten Sißung (Freitag 1Uhr) vertagt.
Elsaß-Lothringen. Straßburg, 1.0kiober. (Land. Ztg. f. E.:L.) Der Statthalter gedenkt heute Gastein zu verlassen und sich zunächst für einige Tage nach Salzbrrrg zu begeben. Der Tag der Abreise von dort isi norh unbestimmt. _ Der StaatSrath von Elsaß-Lothringen w1rd am 7. Ok- tober behufs Berathung des Entwurf?» des LandeshauHhalts- Etats für 1885/86 zu einer Sißung zusammentreten.
Oesterreich-Ungarn. Triest, 1. Oktober. (Wirn. Abendp.) Heute Morgen ist der König vori Griechen: land mit seiner Familie und dem Gefolge hier angelangt und am Perron des Bahnhofes von dem Statthalter Baron Prrtis, dém griechischen und dem russischen General-Koniul, dem Sckiffskommandanten der Königlichen Yacht 'und'emer großen Anzahl Notabiliiäten der griechischen Koldnie m1t leb- haften Hochrufen empfangen worden. Der Kbyxgni wurden prachtvolie Bouquet?» Überreicht. Der König schiffte sich sofort auf der Dampfyacht „Amphiirite“ ein, welche 1111 Laufe des Vormittags abgeht, _ '
Vest, 1. Oktober. (Wien. Abendpoft.) Die „Sek- tionen des Abgeordnetenhauses haben sich Vormittags konsiituirt. In acht Sektionen hat die' liberal? Partei die Majorität, in einer (der fünften) Sektion siegte die Opposition mit 2 Stimmen, nachdem die Mitglieder der liberalen Partei nicht vollzählig erschienen waren. Die Sektionen begannen sofort nach ihrer Konsiituirung das VerifikationSverfahren. Nach Beendigung desselben wird jede Sektion in den ständigen Verifikationsausfcbuß je ein ordentlichss und ein Ersaßmitglied von jenen Abgeordneten entsenden, gegen deren Wahl kein Protest erhoben wurde. Die Srktionen werdrn iiber das Vsrrifikationsverfahren in der morgigen Plenarsißung Bericht er,iatten.
Großbritannien und Irland. London, 1. Oktober. (Alig. Corr.) Der Marquis von Salisbury eröffnete gestern in Glasgow den konservativen Feldzna, durch welchen seine Partei dem jüngst von drm Prrmier:MinisiEr ausge: übten politischen Einfluß entgegenzuarbriten hofft. Der Führer der Opposition im Oberhause wurde auf dem Bahn- hofe in Gla§gow von etwa 15 000 friner Grfinnungs- genossen mit Begeisterung rnipfangen und nahm zahirriche Wilikommen-Adreffen der schotiischen konservativen Vereine entgegen. Zn Beantwortung derselben betonte der Marquis, daß die Konservativen von dem Wunsche beseelt seien, die Wahlreform-Vil] anzunehmen, aber ehe neue Wähler geschaffrn wiirden, solite festgestellt werden, in welchsn Wahlkreisrn sie ihr Stimmrecht ausüben folien. Was die Konservativen anstrebten, sei nicht die Verschleppung der Wahlreform, sondern zu verhin- dern, daß die Neueintheilung der Wahlbezirke und damit die Freiheiten der Nation gänzlich der Willkür der jetzigen Re- gierung überlassen werden. _ Sir Stafford Northcote hat an seine Partsigenoffen im Unterhause ein Rundschreiben gerichtet, worin er sie dringend auffordert, am 23. 5. sich im Hause einzufinden, da wichtige Geschäfte 1ofort zur Verhand- lung gelangen werden. _ Graf Herbert Bismarck hat fich von Abergeldie nach Schloß Dupple zu einem mehrtägigen Besuche des Earls von Dudley begeben.
_ _ 3. Oktober. (W. T. V,) Der „Times“ wird aus Tientsiy ' vom 2. d. M. tclegraphirt, daß Frankreich die Mediation Amerikas wünsche und daß der amerika- nische Gesandte in Peking in Folge ihm von seiner Regierung _zugegzmgenen Instruktionen in Tientsin ein- getroffen sei. Li-hung-chang habe den Wunsch zu erkennen gegeben, das Telegramm einsehen u dürfen, durch welches dem Gesandten 018, bezüglichen nsiruktionen zugegangen seien und sodann _seme Urbrrrafchung über dessen Inhalt aus- gedriickt, wonach die, franzosrjche Forderung in dem Ultimatum vom 19. August lediglich, wreder lt und hinzugefügt werde, daß Admiral Courbrt die Opera Zonen fortseßen werde. _ Außer dieser Mittheilung der „TimeS“ liegen keinerlei Ve- stätigungen dieser Nachricht vor.
Frankreich. Paris, 1. O_ktober. (Köln. Ztg.) Der Budgetausschuß hielt heute „seine “erste Sißung; die Ar- beiten desselben find noch sehr im NÜcksiande; der General- Verichterstatter wird kaum vor dem 10. Oktober ernannt werden, und die öffentliche Budgetberathung nicht vor dem 3. November auf die Tagesordnung geiangen können. In der eutigen Sißung theilte der Vorstßendr des Budget- auss uffes, Rouvier, ein Schreiben des, Kriegs-Ministers Campenon mit, der für 1885 einen Kredit von 2 Milliqnen verlangt, um vom 1. Januar an mit der Abtragung eines
Theiles der Festungswerke vo'n Lyon zu beginne_n und den dortigen unbeschäftigten Arbeitern Erwerb zu eroffnen. Der Ausschuß erklärte fich unverzüglich fiir die Bewrlltgung dieses Kredites.
_ (Fr. Corr.) Die Arbeitskrisis, welche in Lyon .
bereits einen so ernsten Charakter angenommen hat, macht srch auch in anderen industrieüen Ceniren geltend, und aus ver- schiedenen derselben wird von einer steigenden Aufregung unter den der Beschäftigung ermangelnden Arbeitern berichtet. So fand gestern in Saint-Etienne eine 'von etwa 1100 Personen besuchte Versammlung statt, 111 welcher nach einer oft tumuliuarischen Debatte Resoluttonezr zur Annahme gelangten, die darauf hinauslaufen, die Munizipalität und im AUgemeinen alle Behörden aufzufordern, ehestens Werkstätten für die unbeschäftigten Arbeiter zu er- richten und bei den Minengesellschaften dahin zu wirken, daß sie ihre entlassenen Arbeiter wieder beschäftigen. Ein weiteres Arbeitermeeting wurde gestern in Chamais ber Vesanqon abgehalten. Verschiedene Redner beleuchteten'die traurige Lage drr beschäftigungsloien Arbeiter, die sich noch der- schlimmern wiirde, faUs die RegierUng nicht sofort zu Hiilfe
kommt.
_ 2. Oktober. (213. T. B.) Der Präsident Grzxvy wird heute Abend111/2 Uhr hier zurückerwartet. Der Kriegs- Minister legte in einem heute früh stattgehabten Minister- rathe den Entwurf für die Organisation der Kolomalarmee vor. _ Die Kredite für die Expedition in Tongking und in China bis zum Ende des Jahres, welche der (Zr- öffnung der Kammern beantragt werden sollen, werden im Ganzen nicht mehr als 10 Millionen betragen. _ Am Sonn- abend findet ein Ministrrraih unter dem Vorsiße Grsvh'H statt. _ In City lr Noble bei Macon hat ein Dynam1t- attentat stattgrfunden, durch welches erheblicher Schaden an- gerichtet wurdr. _ Die heute hier Über militärische Operationen des Admiral s Courbet und iiber die Beseßung von Kelong durch französische Truppen verbreitst grwesenen Nachrichtenwerden von der „Agence Harms“ mit dem Vemerken demrntirt, daß die», Regierung seit 2 Tagen keine offizielle Mit'theiiung von dem Admiral Courbet irhalten habe. _ Nach Ziner Mrldung aus Hanoi von heute ist der neue franzöiisckzr Minister- Resident Lemaire in Hue eingetroffén. _ Aus Singapdre ist gestern ein Schiff abgegangen, um die Kabelverbin- dung zwischen Saigun und Haiphong und Hongkong wwder herzustellen. _ In Perpignan sind gestern 3 Cholera- Todesiälle vorgekommen. Aus Oran wird gemeldet, daß vom 1. d. M. Mittags bis zum 2. d. M. Mittags 10 Cholera-Todesfäile und 11 neue Cholera-Erkrankungen vorge- kommen sind.
Italien. Rom, 2. Oktober. (W. T. B.) Der Kaisrr von Rußland hat dem Minister des Aeußeren, Mancini, den Alexander-NewskyDrden verlieben. In dem Schrciben, mit welchem der russische Minister dees Auswärtigen, von Giers, den Minister Mancini hiervon in Kenntniß setzt, heißt es,'der Kaiser habe Mancini einen Beweis seiner Achtung und seiner Anerkennung für die der Rechtswiffenschast geirisieten Dienste geben woiien, wie auch für den Einfluß, den Mancirii zur Aufrecbthaltung und Befestigung der freundschaftlichen Beziehun- gen zwischen den beiden Regierungen aus-geübi habe. _» An- läßlich des heutigen Jahrestages der Beseßung Roms ist die Stadt festlich beflaggt. Abends fand eine aligemeine Zliumination statt. Der Unterrichts=Minister wohnte der Ver- theilung der Preise an 'die Zöglinge der Kommunalfthulen bei, welche auf dem Kapitochplaße stattfand. Die Vertagung des Wiederbeginns der Elementarschulen aux: GesundheiiSriickiichten ist lediglich eine V0rsichtsmaßregeh der öffentliche Gesundhriis: zustand in Rom ist ein auedezeichnrter.
Dem Cholera - Bericht vom 1. d. Mis. zufolge kamen vor: In Alrssandria 7 Erkrankungen und 12 TodesiäÜe, in Aquila 2 Erkrankungen und ebrnso viele Todesfälie, in Bergamo 13 Erkrankungen und 9 Todesfälle, in BrrHcia 4 Erkrankungen und 3 Todesfälis, in Cmnpobaffo 1 Er- krankung und 2 Todesziälie, in Caserta 15 Erkrankungen und 10 Todrsiäilr, in Cremona 16 Erkrankungen und 7 Todesfälle, in Cunro 34 Erkrankungen und 12 Toch- iälie, in Ferrara 5 Erkrankungen und 1 Todesfail, in GLUUU 81 Erkrankungen und 38 Todesfälle, davon in der Stadt GLUUÜ 45 Erkrankungen und 19 Todesfällr, und in der Stadt Spezzia 4 Erkrankungen und ebenso viel Todesfälle, in Mantua 2 Erkrankungen, in Maiiand 5 Erkrankimgen und 3 Todrsfälle, in Modena jr 1 Erkrankimch- und Todes- fal], in Neapel 133 Erkrankungrn und 82 Todesfälle, davon in der Stadt Neapel 82 Erkrankungrn und 55 Todesfäüe, in Novara 2 Erkrankungen und eben so viel Todrsfälle, in Parma 3 Erkrankungen und 3 Todethäiic, in Pavia 3 Er- krankungen und 1 Tddrsfali, in Reggio nrli' Emilia 6 Er- krankungen und 2 Todesfälle, in Rovigo 4 Erkrankungrn und 1 Todechal], in Salerno 2 Erkrankungrn und 1 Todes- fal], in TurinLErkrankungen und 3 Todesfälic, in Venedig 2 Erkrankungen, davon eine in der Stadt Venedig.
Genua, 2. Oktober. (W. T. B.) Von gestern Abend 10 Uhr bis heute Abend 8 Uhr kamen hier 17 Cholera- Erkrankungen vor. Der Vürgermrisier, welcher an der Cholerine erkrankt war, befindet sich auf drm Wege der Besserung. Der König von Birma hat durch seinen Konsul hier für die hiesigen Cholerakranken 5000 Frcs. übergeben
lassen. Neapel, 2. Oktober. W. T. W) Von gestern Nach- mittag 4 Uhr bis heute Na mittag 4 Uhr kamen 72 Cho-
lera-Erkrankungen und 40 Cholera-Todesfälle vor.
Rumänien. Bukarest, 2.0kiober. (W, T. V.) Der König und die Königin treten nächsten Montag die Reise nach Deutschland an, um der Feier der goldenen Hochzeit des Fürsten und der Fürstin von Hohenzoilern in Sigmaringen beizuwohnen.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 3.0ktober. (W. T. B.) Der Präsident des Warschauer Bezirksgerichts, Smirnoff, ist zum Adlatus des Ober-Prokurators im Kriminal-Kaffationsdepariement des Se'nats ernannt worden. _ Die „Deutsche Petersb. Ztg.“ erfährt, die Z u d e n kom mis s i o 11 werde zunächst das Ansiedlungsrecht der Judrn im Innern der Gouvernements und ihr Recht auf Grundbesiß berathen. Die Kommission hatte beide Fragen den örilichen Administrations- bxhörden zur Begutachtung vorgelxgt- DW quWtät hattesich fiir eme ganz alimählich zu verwirklichrnde Erweiterung des Ansied- lrrngSrechteS auSgesprochen; hins1chtlich der“ zweiten Frage seien'verschiedene Meinungen lautgeworden, und zwar wollten die „emen den Juden den Besiß und die Pachtung von Län- dereien verbieten, die anderen den Grundbesitz wohl, aber
nicht die Landpachtung gestatten, andere endlich denZuden in dieser Beziehung die nämlichen Rechte zugestehen wre aus- ländischen Unterthanen.
A ika. Egypten. Kairo, 30. September. (Allg.Corr.) FSL" 200 Mann der berittenen Infanterie sind in Don- ,a angekommen. _ Die Garnison von Berbera hat
nach Suez eingeschiffi. ,
Alexandrien, 30. September. „(Mg, Corr.) Em aus Maffaua heute hier eingegangener Brief besagt, daß die Ein- wohner von Kassala nicht geneigt sind, den Ort zu verlassen, wenn nicht TranSportmittel für ihr sämmtliches Hab und Gut gestellt werden. Einer ungefähren Schätzung nach wiirden hierzu 30 000 Kameele erforderlich sein. Der“ Gouverneur kann nur deren 3000 liefern, und ist der An11cht, daß die Karawane, wenn nicht von Truppen beschiißt, in großer Ge: fahr stehen würde, von Räubern überfalien zu wsrdrn, welche in großer Anzahl die Straße unsicher machen.
Kapstadt, 10. September. (Al]g. Corr.) Aus „Bet: ich 11 a n a l a n d [anfen fortwährend widcrsprcchende Nachrichten ein. Die Boeren soUen auf cinen Krieg versessen sein und die Diplomatie ist eifrig bemüht, einen Zusammenstoß zu verhindern. ES verlautet, der Besiß von Betschuanaland läge den Voeren dcshalb so sehr am Herzen, weil dort Gold ge: funden worden sei.
Zeitungsstimmen.
In der „Kölnischen Zeitung“ lesen wir:
Die sozialpolitisébrn Reformen des Fürsten Bisinarck ivcrdcn, darüber hat man sich anch in Regierungskrciien wohl keiner Täuschung hingegeben, nur langsam die Wirkung crziclrn, daß das aufwiegicrische Treibrn der soziaidemokratischeri Führer lahmgelegt wird durch die in den Arbciicrkrei1en aui- tauchende- Erkrnninifz, daß die Wahren Fccundr der Arbeiter nicht auf der Seite der Feinde der Regierung zu _]uchen i_ciru. Aber Wenn auch diese wohlihuende Wirkung der BiSrnarckichcn Sozialrrform erst nach Jahren, vielleicht nach einem Jahrzehnt völlig eintritt, fo [affen sich icbmi beute gewiffe Anzeichen nicbt verkenzien, daß die sozialdemokratiichen Aufrührer den Arbeitermaffcn gegrnnbc: in einiger Vcrlegrnhcii sind, daß fir die Wißmarckscben Brstrrbunger. nicht mehr einfach mit einigen spöttischen Redensarten abibun können, sondern sich bemiißigt sehen, ernstlich Steiiung zu denielbcn zu nehmen. Ist das innrrc Widerstreben aucb noch unberkennbar, mit Welchem drr BiItnarckscben Reform einige Zugeständniiie gemacht werden, so werden dicse ancständniffe doch imrxicrbin gemacht urid es wird nur fiir die Sozialdemokraten als obcriie Schied§ri_chtcr in diesen Dingcn das Rewt der Prüfung vorbrhaltcn. S0 ist heute im zweiten Berliner Reichsragswahlkrcisr cin beinerkrnswcrih maßvoU grhaltcncr sozialdcmokrritisäycr Wahiaufruf zu Sunsten ch Herrn Tußauer Verbreitet worden, der schon Wenig «»Der: mehr vor dem BiNnarckschrn SozialiSmus zeigt. In demselben wird u. A. ausgeführt: „Daß die auf wirklicberfreihcttlicbcr Grundlage: vorzunehmende Erwriierung des Unfailversiwe'ruygsxicsexes nothWLndig ist, bedarf keiner langen AitSeinanderieHung; wir wviicn, daß alle Arbeitcr, nicht nur einzelne Kategorien derselben, vor Roth und Elcnd gcscbüizi Werden, wenn sie von Unfälirn betroffen," in ihrer Eriverbsfähigkeit beeiuiirächtigi oder gar ganz eriverbßunfabig werden. Wir Verlangen auch, daß die durch das Irrirauen dxr Bx- rufsgenoffen gewählten Arbeiter in freier, ungehemmter__Thaiigkeii an der Verwaltung dieses Gesetzes Theil nehmen, und münen deshalb
die Beseitigung dieser Beschränkung sowvhl als auch die Aufhebung,
der Karenzzeii, durch welche die Krankenkassen erheblich belastet werden, als dringendes Erfordernis; bezeichnen. Die im Todesfall ihres Ernährers brraubtrn WitWen und Waisen haben ein durch die Arbeit des (Hatten und Vaters geheiligtcs Recht auf die Hülse und Unterstüizung dcr Eiriammtheit, und dicser Fordcrung in aud- gicbigster Weise gcrrcbi zu werden, halten wir für eine der wichtigsten Aufgabrn der Gesetzgebung. Ferner wollen wir staatliche Jnvalidcii- und Altersversorgung für die Arbeiter; es ist eine hohe siitiirbc Aufgabe drs Staairs, auch den Invaliden dcr Arbcii Sahm; und Theilnahme zu gewähren. Nicht ein Almosen in Form rox: Unterstiitzung soi] gewährt Werdcn, sondern der Lohn iiir irciic, redlichc Arbrif ist «s, ch wir durch Juvalidiiäis- und MMS- Versorgung gewährt zu ichen wünschen. Auch unsere Reicbsrrgic- rung hat sich drr Thaisache nicbt verschlirßcn können, daß es hobc Zeit ist, auf dem Gebieic drs Erwerbslcbsns beffcre Zustände (in- zubahnrn. Vcrscbicdrnc Vorlagen Hat der nene Reichstag zu erwar- tcn. 2111 1156 wird es sein, cinen Vrrtretcr zu wählen, der dicse_Vor- lagen prüft, drr 1ich überzrugt, ob das Wii drr Regierung in Vorirhlag Erbrachte auch wirklich zUM Wohl drs Vdikrs sein wird; drr das Gute iiberall, gleichviel ob es von Seiten der Regierung oder (1116 der Mitte der Volksbrrtrrtrr kommt, anerkannt und annimmt, dcr abcr anrb von srincm Rechts, “009 Schädliche und Unnühc ii: kritifirrn und zu vertrericn, um kcin Iota zurücktritt.“ In dirsrn Worten sind ja reriwwdene und auch wirlich bcachtenswerihc Aussieüungcn an der neursirn sozialpoiiiiscben Gcseiigebung gc- macht; aber es wird doch umumwunden in seix-ien wesentlicch Grundlagen und Brstandibrilsn das sozialpolitische Programm der Kaiserlichen Botschaft und das bisher auf dirsrm Gebiete Grieisteic gutgeheißen. Das ist gewiß an (1118 (Huigcfinntrn eine neue, ein- dringlichr Mahnung, auf dem kingricblagcnen Wrge _fortzuschreitcn; denn aiich das Ziel des sozialrn Fricdens, das die Rciormbolitik vcr- folgt, erscheint näher erreichbar, als noch vor Kurzem gehofft Wurde.
_ Dem „Diisfrldorfer Anzeiger“ wird aus Diisseldorf geschrieben:
Die Kolonisationen in Westafrika find, so Wenig sir sick) sur MasienauSwanderung eigncn, der deutschen Arbcit dock) in doppeltrr Weise sebr förderlich. _
Zunächst durcb Vermehrung dcs Absatzes der heimischen Industrie. Schon jrizt hat sich, seii der drittsébe Unternehmungsgeist jrnen Grgenden sicb zugewandt, iu wenig Jahrrn die Ausfuhr aus deutschen Häfen nacb Westafrika mehr als verzehnfackyt; fie ist auf nahezu einc Million Crntner gestic'gcn. Je mehr unter dem Schuhe des Reiches deutsche Handelsiiiedcrlaffungen dorr gedeihen und fich ausbreiten, nw so lebhafter und umfangreicher wird Zick) der Waarenaustausch, die Ausfuhr ans dcn drutschen Häfen dort in entw ckeln.
Das bisherige Wachsthum dcr Ausfuhr ist aiicrdings nur zum Theil der dcut1chcn Industrie zu (Giite gekommen. Denn, so un- zweifelhaft auch diejenigen Handeltreibenden, Welche in den Hanscu städten Schiffe nacb jenen Gegenden entsenden, bei der Befracbtung deutscher Waare den Vorzug geben, so sicher ist es anderseitig, daß, xo lange die Freihafenstellung von Hamburg und Bremen besteht-
ei der dadurch bedingten Ueberfiillung dieser Handelsplätze mit eng“
lischer Waare, in vielen Fälien diese zur Verschiffung gelangen und gelangen müssen. Sobald beide Hansestädte dem ZoÜvercin angr- schlossen sein werden, wird aber der dortige Markt mehr und mehr von der deutschen Industrie beherrscht werden, deren Produkte werden demzufolge auch in den fiir Westafrika bestimmten Schiffsladungcn vorherrschen.
Gehen aber erst in dcr Regel nur deutsche Waaren in die Han- delsfaktoreien ab, so ist die Aussicht eröffnet, daß die afrikanisckyen Abnehmer derselben an ihrer Qualität Gefallen finden und deshalb nach deutscher Waare eine dauernde Nachfrage entsteht. Erft damit wäre die Vorausseßung eines ständigen, der Erweiterung ungemein fähigen Waarenaustausches zwischen Deutschland und unseren wcsik afrikanischen Kolonien geschaffen und zugleich die Perspektibe ani" Steigerung der inländischen Produktion, aus Verwahrung der Arbeits“- gelegenbeit und des Arbeitsverdienstcs eröffnet. _
Man Lebt aufs Neur., wie wirbtig gerade im Interesse der nationalen. rbeit dle .Be'setttgung der Sonderstellung der Hansestädte ist und wie sebr Diejenigen, welcbe dem Abkommen mit Hamburg sick) wtiderseßtem wiederum die Interessen der arbeitenden Bevölkerung verle en.
achdeux durch die Zolipoliiik von 1879 dem deutsckoen Gewerbe- fieiß der heimische Markt gesichert ist, liegt die Möglichkeit der weiteren Versorgung der [Öneil wachsenden Bevölkerung mit lob- nender Arbeit nahezu 9u61chließlich auf dem Gebiete der Ausfuhr. Jede dauernde Stkrgerung der letzteren bedeutet neben den Vortbetlen, Welche sie den beibeiligten Handel- treibenden _bringt, vdr Allem _ eine Vermehrung der heimi- schen Arbmngclegenbett,_ und, sdscrn sic rentabel ist, zugleich eine Besserung der Lohnv'erhaltniffe in den bei der Ausfuhr bcibeiligien Gcwerbßzwetgen. Mit Recht wird ncbcn der Förderung der Ausfuhr durch Haridclsvertrage daher Von der Regierung deren Strigerung durch Errichtuna von deutschen Handelsfakwrcien gerade im Jntereffe der arbeitenden Bevölkcrung angestrebt.
Neben der_Förderung, welche auf diese Weise die nationale Arbeit im Jnnerxi erfahrt, crwackzit dem deutschen ArbeitSmarkte aber, wie wir demnachst erörtern merdcn, noch eine direkte, nicht unwesentliche Entlastung „durch _die gegenwärtige Kolonialpolitik.
_ Die „Neue RerchScorrespondenz“ schreibt:
Die deutsche Industrie fährt untcr dem Schuixe der gegenwärtigrn Wirthschaftspolittß fort, sicb von demAuslande und insbesondere Von England zu emanztpiren. Selbst in Bezug auf Spezialitäten, Welche bisher 9132770115801 gewisser ausländischer Industriellen galten, tritt der hctmricbe (Herverbflciß mehr und mehr mii Erfolg in die Schrankcn.
So galt z. B. bis vor Kurzrtn Armstrong als so ziemlich dcr rinziae, von dcm bhdrauiiscbe Krahnanlagen in größcrem Umfang ein- gerichtet wrrdcn könnten.. Nock) bei der Ausstattung des Antwerpener Zafrns mtt de_rartigcn Crnrirhtungen istArmsirong betheiligt gewescn.
ie nmsangrmcben Krahnanlagen, welche für den neuen Packbof in Berlin erfqrdc'rltck) find und „wrléhr ebenso wie die Aufzugéeinrich- tungen a1161chlteßlich mit querkrast getrieben werden folien, haben dagegcn einer dcutirbcn Fabrik dcrdungen werden können, ercbe nicbt blos auf die Détails _drs Prdirkis, sondern auch in Bezug auf die Airstfübhrtung der cngliichrn Konkurrenz sick) mehr als gewachsen gc- zerg ,a.
Statistische Nachrichten.
_ SammarisckM Urb_crsichi der im Priifunxisjahrr 1883/84 bei den Königlich preußisckyen medi- ziniscbrn und rbarrnazciltiskbcn Prüfunaö-Kommisfionrn geprüften Doktoren Und Kandidaten der Medizin Und Kandidaten drr Pharmazie.
bri dcn. Prüfungs- Kommrsßonen zu
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Summa
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i ]. Doktoren und Kandidairn '
der Medizin smd aus drm vorigen Jahrs wieder in die Priifung gciretrn . USU ringeireten . . .
28? 4Z 7; 2.) Zi 3, 3107 2 67 . . . . 146,29393139'39192625393 zusammen 174j3346-33i47 4222 363271460
davon haben die Prüfung als Arzt ; i , bestanden: | | . . x
mit der Crnsur genügend . . . 40, Zi 9i_ 15i23 4 614119
do. gui . . . . 702308042015'13123 9194
do. schr gut . . . 2/ 2; 4; 9'- 1; 1 3,4 22
_ zusammen 112 33312335 3918 21 23 335
UiÖt brstandrn reid. zUriirkgriretcn 62»_*15;10]I12' 3 4 15 4125
11. Kandidairn dcr Pharmazie ; ' , ' sind aus dem borigrn Jahrcwicdcrin Z * » , ! ' * die Prüfung grircicn , 5 _, 1_7_'_;_' 3,_ 9 11811 eingrirrtcn . . . . . 641739101412] 3 925193 zusammcn 6917 40101412 312- 25 202 davon haben die Priifnng als Aro- „* ! i ; * ihckrr bestanden: i , , j „ x “ mit der Crnsur genügend . 15 6 4'_- 4, 3 1; ] 45 dt). gut. . . 34 724? Hi 9, 7 2 .* 102 do. schr gut . 10 410 4. ][ 1_i * 37 _ _ zusammen 59 17 383 91411! 3102.“ 184 nicht bestanden rcip. zurückgetreten 10_- 2; 1F_i 1„_i 2; i 18 , _ Das socbext erschienene Aumisthefi zur „Statistik des Druischcn ReichSf Veröffentlicht eine Statistik der Straffälle in Bezug auf die Zölle und Steuern drs Deuiscbcn Reich6 bezw. Zollgcbiets im Etatsjahr 1883/84, bestehend aus 2 Nachwei- 1ungrn, von denen dir erstc je nach der Gattung dcr hinterzoiienrn Abgaben rc. und WO Struerdircktibbezirken dic Zahl der im Laufr des Ctaisxabres anhängig gewordenen mid cricdigtrn Prozesse nnd skrnrr dic Vcrurtheilungen zu (Hrid- und Freiheitsstrafrn, zu denen die erledigten Prozesse geführt haben, angicbi, während die zrvciie die Konfiskatwnen wegen ZoÜdefrauden, nach den Hauptwaarengaiiunhen getrennt, vcrzeicbnct. Zn Beziehung auf die Einaangéäzölle sind der crstbrzeichneten Nachweisung zufolge im Jahre 1883/84 17 347 Prozesse angcfaliezi und 17 366 Prozesse erledigt worden gcgen 16098 bezw. 16598 Prozesse im Vorjahre. Dazu ist bemerkt, daß aus diesen Zahlen nicht etwa 91118 Zunahmr des Schleicbhandels überbriupt gefolgert wrrden könne, lm Gßgeniheil eine Abnahme des gewerblichen Schmuggels zu konsigtrren, und dic_ große Zahl der anhängig gewvrdrnen und erledigten, Z'oliprozesie mcbr auf den sogenannten Taschen- und Gelegenhetidichmuggrl zurückzufübren sei, Dies aebi schon daraus Hervor, daß bei den im Jahre 1883/84 erledigten Zoliprozeffrn es sich um hinterzogenr Gefälle bon nur 56 917 „M gehandelt hat gegen 132 586 «44 im Vorjahr, und daß die erkannten Geldstrafen 340.804 „44 betragen haben gegen 547 549 «24 im Vorjahr. In Beilehung auf die Ein-, Aus- und Durchgangsver- bote wurden 1883/84 anhängia 468 und erledigt 406 Pro- zesse (350 bezw. 371 im Vorjahr), und sind Geldstrafen erkannt worden 6140 „74 (16 681 974 im Vorjahr). In Beziehung auf die Tabacksieuer wurden anhängig 9932 und erlrdigt 10118 Prozeffr (11838 bezw. 13278 im Vorjahr), Wechselstempel- steuer 3448 bezw. 3698 (3878 bczw. 3886 im Vorjahr), Reichs- Stempelabgaben 2715 bezw. 581 (399 bezw. 359 im Vorjahr), BranntWLinsteuer 1079 bezw. 1077 (1152 bezw. 1134 im Vor- !abr) und Brausteuer 1278 bezw. 1280 (1280 bezw. 1334 im Vor- 1abr). Zu den letzteren Zahlen ist zu bemerken, daß sie sick) lediglich auf die Gebiete der gemeinschaftlicben Branntwein- bczw Brausieuer bezirhen, und daß die Prozesse wegen Hintergehung der in den süd- deUtsÖezi Staaten geltenden bcsonderen (Getränkesteuergesehc in der Nachweisung für fich aufgeführt sind.
_ Nach Mittheilung des Statistischen Amts der Stadt Berlin find bei den hiesigen Standesämtern in der Woche vom 21. bis inkl. 27. September 'ur Anmeldung gekommen: 332 Eheschließungen, 920 Lebendgeborene, 29 Todtqeborene, 646 Sterbefälle-
*JmMoqatSeptember 1884nmrden bei derAllgemeinen U"_sa[l-Versrcherungsbank in Leipzig 7Todesfälle, Zlebens- gxfahrliche Verleizungen, 11 Unfälle, die ihrer Natur nach eine gänz- liche oder theilweise Invalidität erwarten lassen, und 1223 UnfäUe von voraussichtlich nur vorübergehender Erwerbsunfäbigkeit der Ver- lehten, zusammen 1247 Unfälle angemeldet.
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„7. '5'3' “Ußxzxé..-*
Knust, Wissenschaft und Literatur.
. Dic- gesammten Organisationsgesetze fiir die trinere Verwaltung des preußischen Staates. Text- AZUSgabe mit Anmerkungen, einem die einschlägigen sonstigen Gesche“, Verordnungen, Regulative und Cirkulare enthaltenden Anhang und einem ausführlichen Sachregister. Zweite neubearbeitete Auflage. Heraußgegeben von Carl Pfaffcrotb. Berlin und Leipzig. Verlag von J. (Hutteniag (D. Coliin) 1884. _ Das vorstehende Werk bringt in _einem handlichen Bande sämmtliche neuere Geseße uber die Organiiation der inneren Verwaltung und das Verfahren dcrixlbcn mit_ kurzen Erläuterungen und ergänzt durch die ein- 1chiag_igen Geieizx, Verordnungen und die wescntlicbcn ministrrielikn Auéfnbrungserlame, Citkulare u. a., und zwar zunächst das Grieß übrr die allgemeinc Landesverwaltung vom 30. Juli 1883; fcriier die Provinzialordnuns; für dir 5 östlicbrn Prorinzcn des preuß. Staatrs, nebst dem Gesetze, betr. die Abändrrung dersrlben, und di? Bexkannirxiackdung, betr. ihre Redaktion, sowie die Kreisord- rJung fur die 6 östlichen Provinzen, nebst dem Grsehe über die Ab- andrrunxi und_die Bckannimackwng dcrselbrn, endlich das Vrrwal- iungßgericbtsgeirß „11110 das Zuständigkeitsiieset; drr Vcrrvaltungs- 2c. B'chordsn; „Arz 'das]? Geseke u. s. w. schlirßt fich ein Anbang an nur 21 einichlagtac-n Gesetzen bezw. Verordnungen, Cirkularen, Zn- struktioncn und Regulativcn, von denen 2 (Hrscße von 1842 und 1850 (die polizeilichen Vcrfiigungen und die Polizeiverwaltung brir.), dtc ubrigen 19 ein1chläciiacn Gesetze 11. s. w. aber aus den Jahren 1872_1884 datirrn. Auf diesen Anhang mit drn 21 Gesrhen u. s. w. fol.“,en sodann rin “Vrrzcicbniß der Stadtkrcise und der Städte mit wchr als 10 0(0 Emwobnrrn in den Landkreisen der 6 östlichen Pro- vrnzrn und cin Ökonologifches Verzrichniß der in Bezuz genomme- nen Gesetze, Verordpunrien, AÜcrböchsten Ordres u. a. Den S_ci;[11ß_bi[det ein ausführliches Sachregister. _ Was das Verhält- niß, rtejcr 2. vorliegenden AusZabe zu der rrstcn bciriffi, so entsprichi dirye 2. Auflage drm grgemrärtigen Standprrnkte der Gesrßgebung, ww fie aus drr im vorigcn Jahre vorgenowmrnrn Reform hervor- gciiangen ist. Dir Anordnung drs Inhalts ist im Wesentlichen dir- selbe geblieben, nur ist in dcr 2. Auflage das Vc-rwaltungsqericbts- GULP unmittelbar hinter das Landeövrrwalfungs-Grseh gcstrlit, und die Verordnung über das Vrrwaltungs-Zwangsverfabrrn in den An- bang übertragen. Der Anhang hat außerdem eine CrWLitccung durch Ausnahme einiger iernerer Ministerial-Ausfiihrungserlaffe erfahren. Endlicb find die Anmerkungen durcb Aniiihrung alier wichtigeren Minisicriaierlaffe sowie der Mseniiichsten Entscbridungerr drs Ober- Vrrwaltungsgerichts vermehrt und ergänzt worden. Nuri) diricn Um- änderungen bezw._VrrbrfferUngen dürfte auch dirsc 2. AuflaJe ihren chäk als prakiijcbes und zuverlässigrs Haiidbuch in 50119111 Piaße erm en.
Gelverbe und Handel.
Bei denAbrrcbnungsstellen der Reichsbank findierp- tember_cr. 974 359 800-74 abgerechnet worden, gegen 873199 300 „14 im August cr.
_ VomBerlincr Pfandbrief-Jnsiiiutsmd bisEnde SLP“ tember 1884 671 100 „M 33- %ige, 18 585 900.44 4 0/0706, 44 346 000 216 43 %ige und 9317700 „26 50/0ige, zusammen 72 920 700 “Fl: Pfand- briefe ausgegebrn, wovon noch 671100 „44 330/0igc, 18 224 100 „74 40/0ige, 34 304 400 «16 43 %ige und 6568 800 «14 50/9036, zusammen 59 768 400 «14 Piandbriefr verzinslich find. _ Es sind zugesichert, abcr nock) nicht abgrhobcn 297 300 4/74, im Lane des Monats Srp- tembrr1884 angemeldci 2 Grundstücke rnit eiiiem FcucrversWcrnngZ- Miihe von 187 300 „M
_ In der Grneralrersammlung der Württembergiscbrn Kriituzi-Manufaktur Heidenheim wurde die Dividende fiir das Geicbäftsjabr 1883/84 auf 10 % fcstgcstclli und beschlossen: drm Dclcredrrcconw 40000 „74, dem Reservrfond 20000 «ck und dem Bramfrnpenfionsfond 15 (."-00 «14 zuzutheilén.
Breslau, 3. Oktober. (W. T. B.) Narb drm Brrickxtr der „Schlesischen Zeitung“ behält der Robeisenmarkt seine matte Haltung bci. Dic Bcsiände übersteigen 110004, Preis 5,20 „„/6 und darimter, Waizeiscti fest, Prrisr unrerändrri, Rohzink zu steigcndrn Preisen begehrt.
Nürnberg, 2. Oktober. (Hopfenmarkibericbi vori Lroboid HTW.) Dcr Markt zrigie g(stern nicht mehr die grbdbenc Stim- nmrxg wie an den rorhrrgebcndrn Tagrn, und die Preise der Viarki- h-wsen konnten fish nur ichwach behaupten; dir Miikelsorrrn mußten sogar bis zit 5 „46. Einbußr criciden. Der heutige Markt hatte eine Zufuhr von 1500 Ballen bissiger Landwaare und etwa 600 Ballen fremde Sorirn pr. Bahn. Das Erschäft zeigte? weniger Animiriheii und Verkäufe voiizogrn sick) srhr Wieppend. Namrnriick) WÜL'LU dir Mittelsorten, welch? meist in gelbcr Farbe und geringer Qualität aufgestcllt waren, vrrnärbiässigi und konnicn nur zum Theil verkauft Werdrn, wobri di: Prrise, cxrgen chi [LHÜLU Bericht, um c.). 5 «16. narblicßcn. Die guten Markt- und Gebirgshopfen Waren mehr gr- sncht und find aiie, größienihrils zU unvrrändrriem (Kouric, über- UOMMLU worden. In Wiiriirmbrrger, Elsäffrr und Hailertaucr Hopfcn war stiller Vcrkrbr bci vrrmchricm Angrboi und nocb unver- änderten Noiirurigcn. Die Tendenz des Marktes ist abgeswwiiäxi. Hrntige Noiirungcn: Markihops'cn, prima 95_105 „46, mittel 82_88 „M; Gebirgshopfen, prima 112_120 «74, miitkl100_105„-6.; Aisciigründcr, prima 120--125 914, mitirl 105_110 „4-6; Württem- brrgcr, Prima 128_130 «FQ, mittel 115_118 „kl.: Haiieriaurr, prima 128_130 „FQ, mitfri 1]5_118 «tk; Badische, prirna 128_130 „46, Uiiitel.115_118 4/14; Elsässer, prima 128_130 „16, mittil 115 bis 118 «14; Posener 128_135 916,
Gotha, 2. Oktober. (W. T. B,) Der Vorschlag der Drcsdncr Bank für die Sanirung der Deuiskben Grundkrediibarik ist beute prinzipiel] angrnommen und rinr Kommissiox: zum rorläufißen Vrrtragsabicbluß gewählt worden.
Bradford, 2. Oktober. (W. T. B.) Woile ruhiger, Tendenz zu (Gunsten der Käufer, Botanywollen stetig, Mohair fest, Alpacca ruhiger. Garne ruhig, die Spinnrr halten ihre Aufträge" Friick, bis die früherrn Kontrakxe abgewickelt smd. Lustrr fancics
a tg.
Submissionen im Auölande.
_ B e [ g i e 11. Verwaltung der Staaißeisenbahnen.
1) 16. Oktober, Mittags, im Wartescxal 1. Klasse der Station Lüiiicb-Guillrmins. Pflasterung und Uwzaunung des neuen Waaren- Lagerpiahes der Station Verviers (Gérard-Qbamps). Abichäßung 53 212 Fr. Vorläufige Kaution 2000 Fr. Auskunft beim Ingenieur, Bcirichcbef Lambrri, Rue des Guiiicmins Nr. 99 zu Lüttich, Lasten- heft Nr. 176 in dcr Expedition dcs „Reicbs-Anzcigers'.
2) 15. Oktober, Mittags, "186615116 Nr. 38, zu Brüssel. Licferung bedcutender Quantitäten Bekleidungssioffe, namentlich blauen Tuches und blauer Leinwand. 11 Loose. Lastenheft Nr. 143 und Avis 179 in drr Expedition des „Reichs-Anzeigcrs'.
Verkehrs-Anftalteu.
Bremen, 2. Oktober. (W. TB.) Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Werra“ ist heute Nachmiiiag 2 Uhr in Southampton eingetroffen.
Hamburg, 3. Oktober. (W. T. B.), Der Postdampfer .Frisia“ der Hamburg - Amerikanischen Packetfahrt- Aktiengesellscbaft ist, von New-York kommend, gestern Abend 10 Uhr auf der Elbe eingetroffen.
Triest, 2. Oktober. (W. T. B.) Der LloyddampFer „Diana ' ist heute Mittag aus Konstantinopel bier eingetroffen.
SanitätsWesenZund QuarantäneWefen.
SÖWLiz. Y.?ln den Eisenbahnstationen Cbiaffo und Bellinzona wird eine arziliche Inspektion der aus Italien kommenden Reisenden vorge- nommen. Eine gleiche Inspektion findet an den Postrouten Bries- Jntra, Colico-Chiavenna-Samaden, Colico-Chiavenna-Cbur und
Poschiavo-Tirano, an den Grenzorten Gondo, Castasegna, Splügen- dorf und Cbamrocologno Und für die DampfsÖiffe des Lanaen und Luganersecs an aiien schweizerischen Landungsvlähen statt. Zur Er- xmialiebuna lchierwäbnter Inspektion haben die italienischen Damvf- ]chtffaeseliscbaiten die Anordnungen dcs BundrÖmths angenommen.
Lqut Bcichluffes des Bundesratbri rom 11. Juli sind in dcr Schwetz Jphaber von Gasthöfen und Privathäusern, in denen Per- sonen_ aus infizrrxten Gegenden Quartier nehmen, verpflickotet, sofort von wichen Zuzugen _Anzeige zu machen, worauf die betreffenden Sanitatsbehörden die1e Quartirre unter sprzielle Kontrole zu steÜen haben. Den Kantonen, ist der Inhalt diesrs Beschlusses in Erinne- rung'gebracbt _und gletcbzeitigsvrrfügi, daß die Wäsche von aus Iialrrn :,uxicrriiien Personen während der rrsten vier Wochen ihrer Anweienbeit nicht zum Waschen gcgeben mrrdcn sol], ehe sie dcr vor- 1chrtft§mäßiZen Désinfrktion unterworfen worden ist.
".in den Eisenbahn-Staiionen Chiasso und Luino sollen die ge- wöbnlrwrn Personenwagen wie die Schlafwaxcn regclmäßig aus- gewecbjelt werden, ix_) daf; bis auf Weiteres italienisckoe? Rolimatcrial grnqmiier Art auf isbwrizeriscbem und schweizerisches Material auf italiemickyem Gebiet nicht über die genannten Bahnhöfe hinaus soU verkehren dürfen.
Ein gleicher Waaenweäysel ist für die intcrnationalen Poitroutcn an" den Grenzpunkten (Hondc), Castasegna und Svlür'endorf vorgesehen. Fur den Postkurß Poschiavo-Tirano und 5211 Omnibusdienii Luino- P(Znte-Treia wurde ein Wagenwecbsel mit Rückfickot auf die große Rafik);t tder Endpunkte zu der Schweizergrenzc nicht für erfordcrlich era e.
Berlin, 3. Oktober 1884.
Emden, 3. Oktober. (W. T. B.) Die Mitgiic-dcr ch Wrstdeutickwn „Fluß- und Kanalvereins find nach Befichtiaung drr Groningcr Hafenanlagen und eincr Dampscrfabrt auf dem Groningrr Emskanal, dcm Dollart und der Ems über Leer heute hier ringe- irdffrn, werden hirr eine Versammlung abhalten und beute nach Oldenburg weiierfabren.
"Weimar, 2. Oktober. Unter dem Vorfiii des Obcr-Biirgrr- meqiers Pabst (Wrimar), _Mlcbem die Hrrrcn Lammers (Bremen) und Scyffardt (Crefeld) asiijiiren, wurdrn heute Nachmittag die Ver- handiun'gcn drs Deuischen Srarkassentages eröffnet. Nach den iiblichen BegrüßungSreden trat die ziemlich zahlreirbc Versamm- lung in dir Bcraibung drs ersten Gcgrnsiandes ihrer Taaesordnung ein: .Uebrrtragbarkeit der Einlagen.“ _ Der Rsferrnt Obrr-Biir- germrisier Hache (Effex!) empfabb folgende Resolution: „Der deutsche Sparkaffentag erachtet die Einführung der Uebrrtragbari'eii für ge- boiezi und rmpiirhlt den Sparkaffrnrerwaltungsn die Annahme drr Düstridorfsr Normen des Uebr'rtragunqsrerkebrs.“
i"t Tie Vcriawwiang stitumie der Resolution mii großer Majori- a zu.
Ueber den zvoriien Gegenstand drr TageSordnung: „Begrenzung dsr Einlagen nach oben“ crstaiiete Régierungs-Rath 1)r. Roscher (Dresden) daI Rejrrat. Mit_ einem reichen statistischen Maieriai führte er den Nack)weis,daß nichts bedrnkiirber sri, als dcn Sparkaffrix die Annahme hohrr Beitäge zu grsiattrn. Gcradr in Zeiten der Krifis, dcr Revolutionen und drr Kriegs seien die Einlagrn hoher Sparbriräge diejrnigrn, welche am rückfichislossstkn ihre Forderungen an die Sparkassen geltend machrn und diese dadurch in Verlegen- hrii bringcn. Dir Inhaber kleiner Einlagen haben in den schlimmstrn Zriien fich als die tayfersien Sparer und geduldigstcn Gläubigrr erwiesen. chn man nicht die Maximaliummen der Einladen cinschränkr, ]“0 mürdrn die Sparkaffen immer mehr zu Depositenbankcn werden, statt zu solchen Anstalten _ die sie dow sein soÜcn, _ W?[chL kleinrn Leutrn die nutzbringende Aniage kleiner Summen crmbglicbcn. Es ist gar nicht wimschendwerth, daß x. B. Gewcrbtreibrndc ihre crübrigten Summen audsckolieleicb den Sparkassen Übrrgrbrn. Schon in dem Gleichnis; des «Heilands wird drr als drr bcste Haushälter gepriesru, der sein Pfund bat Warbern laffrn, d. [). der srine Mittel zu neuem Erwrrbe angcwsndrt hai, nicht aber der, ivrlcbrr nur Zinsen davon bezogen hat. _ Als Mitiri znr Wicdcrhcrsiriiung drr wahren Aufgabe der Sparkaffrn empfiehlt der Rcscreni: Ausscbiirßnng der hohen Einiagrn, _ Vermridung sebr hdhrr Vrrzinsung, _ Ierbot der Bestimmung, daß iwb: Einlagen mit einem Vrrzuaszinsfuf; auéögrzeichnct Werden dürfen, und Erlaß cinrs Vcrbois, das; kein Einleger mehr als ein Sparbuii bei der- srlbrn Sparkasse bcfiizrn dürfe. _ Nur von einst Sriic, von Hrn. Lsfevrc (Schwedt), wurde gegen cine allzu enge Bsgrcnzung drr Cin- lagcn nach Oben hin Widerspruch erhoben; die Stimmung der Ver- sammlung nrigie sicb aber crfichtlich dcn Ausfiihrungcn Roscbrrs zn.
Bci vorgcriickirr Stunde konnic drr dritte Gcgcnstand dcr Tagcd- ordnuxrrx: ,Betheiliang der Sparer am Rrinacwinn“ UU): flüchtig gestreift kvcrdrn. Dcr Referent Siadtsbndikus Duiio (Vrandcnburg) sprach fich Trotz. einiiicr untergeordneirr finanzieller Bedenken für di: Brthriiigung drr Sparer am erinn aus, so niedrig auch drr Prdzsnisah dieses Gewinnanthcils bcmcssen wcrden möge.
Dic Vcrsarnmiuxtq wurde bicraui durch Ein DankeZwort des Vorsitzenden cm die Refcrcnicn in ziemlich ipätcr Abcndstunde gc-
schlosien.
München, 2. Oktobrr. (M.TB.) Dic deUtsche Molkerci- ausstellung ist heute im Auftrage des Königs durch den Ehkrn- Präfidrntcn derselben, Prinzen Ludwig, eröffnet worden. Die hier anwcsrndrn Mitglieder drs Königlichcn Hauses, die Minisirr, die Spitzen drr Civil: und Miiiiärbebörden, sowie die deutschen und frsmdiändisrben Dcicgirten und srnstigr Notabiliiätcn wohnten der Eröffnmmdsrirr bci.
Nach eincr Nekanntmarbung drs Polizci-Präfidiums ist am 26. v. Mis. bei den Pferden dcs Fubrherrn Herrmann, Münchebergerstr. Nr. 8 biersclbsi, der Ausbruch drr Roßkrankheit amtlick) fest- gestrlit worden.
Im Deutschen Theater tritt morgen Frau Niemann zum ersten Mal nach ihrkm Urlaub als „Susanne von Brie“ in „Der leyte Brirf' auf. Die zu Doanerstag angekündigte erste Auf- führung ch Lustspicis .,le große Glocke" don Oskar Blumcntbal findet rrst am Sonnabend, den 11., statt.
Die Meiningisckyen Hofscbausbieler werden ihr Gasi- sPiel im Victoria-Thcater am Sonntag, Rn 12. Oktobcr, bc- schlicßcn; morgen geht die .Ahnfrxu' in Scene. Dieses Drama kann nur cin Mal gcgrben Werden. Die zweite Aufführung von „Miß Sara ngdson“ wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen; nach alien Akticbliiffen wurden die Darstelier zu wiederholten Mairn gc- rufcn. Am Sonntag wird „Julius Cäsar“ aufgeführt werden.
Tereiina Tua produzirt am Sonntag im Krovllscbcgi Sadie in ihrrm vorletzten Concert Beriots 7. Concert, Wientqwskvs „**-UI 1'118808“ und Vieuxtemps „Ballade und Polonaise“ (mri Orchester). Frl. Annie Duncker wirkt als Sängerin mit und bririgt Lieder von Riedci, Franz von Holstein, Mozart und ein [ombardiicbes Volkslied 119. Jmortimi) zum Vortrag. Die Pianoproduktioncn hater. Conrad “nsorge übernommen. Dem Tua-Concertxfolgt unmrttelbar am Montag das AbschiedSconcert des Frl. Fohftrom.
Jm Zoologischen Garten werden auf vielfachen Wunsch die großen Militär-Concerte Dienstag, Donnerstag und Sonnabend, so lange die Witterung es noch gestaltet, fortgesetzt. Eine ziveck- mäßige Aenderung soil insofern eintreten, als der Anfang der Concert: um 4 Uhr, das Endegegcn 8 Uhr in Aussicht genommen ist.
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