1884 / 236 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Tue, 07 Oct 1884 18:00:01 GMT) scan diff

der direkten Tarife zwischen Deutschland und Oesterreich im öffent-

lichen Verkehrsintereffe kein Wert!» gelegt werden könne. _ Auf

Grund der im Laufe dieses Jahres erfolgten Verstaatlichungen, namentlich der_ Berlin-Hamburger und der Schlesischen Bahnen- baben die preußischen Staatsbahnen vor einiger Zeit Aniaß genommen, die bxstebenden Inskrcidirungévereinbarungen zu kündigen und den österreichischen Verrvaliungen anderweitige Vorschläge unterbreitet, welche der Anknußung der nunmehr zu Gebote stehenden durchgehenden Staatsbabnroute ria Oderberg in Weitergehender Werse Rechnung tra- Xn, Es ist namentlich beansprucht worden, daß der Verkehr in der icbiung nacb Oesterreich, wenn bei Konkurrenzftattonen_ (Wien,

Brünn. Prag u. s. w) kein bestimmicr Bahnhof vorgeschrieben ist- lediglich nach dem Ermeffen dcr preußischen Versandtbabnen auf de_r ibnen günstigsten Route befördert Werde, ein Verfahren, welches die österreichischen Bahnen auf Kostrn der deatscbkn Yerwaliungen 11] der Richtung aus Oisterreicb schon immer durchgefuhrt habkn._ Htrran anknüpfend wurde überhaupt der Grundszy _au_fgeste[1t, daß in beiden Richtungen die Leitung des _Vrrkebrs lediglich dem (_Frmeffen der Vcrsandtbabnen zu überlaffen [er; ein Grundsatz, der bei allen Rege- lungen der Verkchrslcitung innerhalb Deutschlands anerkannt und erst kürzlich am?; im Verkehre zwischen ;_;[esterretrb und Ostdeutschland mit ausdrücklicher Zustimmung der Ö'terreixbisckperz Verwaltungen durchgeführt worden ist. Trsydem leb_n_icr die osterreicbiscben Bahnen die Annahme dieses Grundsatzes iur den Seehafenverkebr mit Hamburg Stettin-Bremcn ab, weil den österre1chisch_en Bahnen in diesem Verkehre auch der Elbwcg zur Verfiigung _stebe und die Transporte somit auch obne_Vermiitelung der Prcußiscben Staatsbahnen über die für die österreichischen Verwaltungen gunstigsien Routen nacb Oesterreich gebracht werden könnten, 61118 Annahme, die für dcn Verkehr mit Bremen und Stettin jedenfaUs nicht zuireffen dürfte. Da die Austragung dirscr Angelegenheit nur als eine Ji'irreffenfraqe der Bahnen anzusehen ist, so erscheint es gewiesrn, daß dem Publikum wiveit als überhaupt angimgig, hieraus keine Nacbtbcilc erwacbsrn und daß somit die direkter) Tarife zu- nächst nicbt aufgehoben werden. Die Oesterreichiicben Bahnen batten fich nun vorbcbalien, (Gegcnvorscbläge über die Regelung der Insiradirung zu machen Und hierbei die Berliner Abmackyungen x_u kündigen und für die Verhandlungen freie Hand “zu behalten. Wie wir vernehmen, ist dies inzwiscchn in der Weise geschehen, daß gerade dicjenigen Bestimmunqrn des Verbandsstaiuis, rvelcbe seiner Zeit auf Grund der Berlincr Abmacbur-Jrn ais wchribvolle Er- rungcnicbachn des öffentlichen Verkehrs angesehen worden sind, 'für die Folge bcieiiigt Werdrn sollen. Es betrifft dias namentlich die Eingangs 611110131116 Turcbfübrung der voiicn Publizität dcr Tarif? und der paritätischen Behandlung des Waiserweges mit ?Wir anicblicßcnden Vabnwcge. Es kommt dazu, dai; grade di-cse Bcstimmungen nicht nur für den vorliegenden Ver- kcbr, sondern aanz nügcmeixi für a11e Verkehrs zwischen Deutschland, Bclgirn und Hannd um) Orsterreicb und Rumänicn zum 31. Dezem- ber d. J. gekündigt worden sind. Hiernach handelt es sicb in der Thai nicht mehr um eine interne Jnteresienfrage dcr BÜHNE" unicrcinandrr, sondern um die Beseitigung derjrnigrn im bffetiilicbcn Verkehrsiniereffe Vereinbarirn Ve- stimmunaen, auf denen die heutigen Tarife aufgebaut sind und o_br-e dercn strikte Jnncbaliung dieselben Wcriblos, ja vielfach schädlich sind. Durch dieses Vorgrberi der österreichischen Bahnen ist die Vorausseßung ix_i der leisten Koriferenz für den Fortbestand ier direkten Tarife entfallen, und da im Uebrigen die Kündigung drs Verbandsübereinkommens drr Kündigung des Verbands sklbst gleich10mmt, so sind tbgtiäch1ick die Vcrbandtarife Seitens der öster- reirbiikben Vabnen miigekündigt worden, Wir haben dies hiermit nur konsiaiiren onen, um rechtzeitig gcgen die Fiktion Widerspruch zu erbyben, als sri die Aufhebung der direkten Tarife _ sciern die- selbe, wie wir nicht hoffen, zur Thai" wird _ durch die preußischen Staaisbabn-Verwaliunqen veranlaßt.

Hamburg, 6. Oktober. (W. T. B.) _Der Postdampfer .Albingi_a' der Hamburg-Ar.1erikani1chen Packekfabrt- Aktiengeiellicbaii Hat, von Westindien kommend, beuie Lizard paiiirt. Der Postdampier ,Hammonia" derselben GeieU- schaft ist, von New-York kommend, heute Nachmittag 2 Uhr auf der Elbe eingetroffen. _

Triest, 6, Oktober. (W._ T. B. Der wavddampier „Minerva ist mit der ostindiiéb-chineischen Ueberlandwst gestern Abend aus Alerandrien bier angekommen.

Berlin, 7. Oktober 1884.

Ihre Ykajestät die Kaiierin und Königin bat dem Central-Comits der Deutschen Vereine vom Rothen Kreuz folgendes Schreiben zugeben [affenr

Dem Ccntral-Comits bin Ich auch in diei'Fem Jahre zu be- sonderem Danke für einen Glückwunsch verpflichtet, der Mir stris große Freude gewährt. .Die Namen, Welche denselben unterzeichnen, erinnern Mich an manche Stunde ernster gemeinsamer Arbeit und errvecken den Wunsch, solche aucb ferner mit Ihnen zu tbeilen. Dies um so mehr, als die Sepiember-Konferenz in Grnf die Lebenskraft der freiwiüigen Hülfstbätigkeii unter dem Rothen Kreuz von Neuem bewiesen und unsere Hoffnungen auf die Eniwickelung derselben nach Maßgabe der Bedürfnisse gesi-Zigert hat. Lassen Sie uns diese Hoff- nung festhalten und, durch gegenseitige Verständigung ermutbigi, den Schwierigkeiten «niscbloffen beßegnen, durch die jede gute Sache fick) Babu brechen muß, um den Erfolg zu sichern, der ihr gebührt, und den Ich ihr von Herzen wünsche.

Baden-Baden, den 2. Oktober 1884.

Augusta. An das Ceniral-Comiis der Deutschen Vereine vom Roiben Kreuz _ Brrlin.

München, 7. Oktober. (W.T. B.) Die ,AÜqemeine Zeitung" veröffent1icht folgendes Handschreiben Ihrer Majestät der Kaiserin, welches der Deutschen Kriegerkameradscbaft in Munchen auf einen an Ihre Majestät aus Anlaß AUerböÖstderen

Geburtstages gegangen ist: .Wenn Mich jedes Zeichen der Tbeilnabme, aus [üddeuischrm Herzen kommend, zu innigem Dsnkc v-rbflikbtrt, so ist Meine Freude über den eben empfangenen Brief der Deutschen Kriegerkameradschast i" _MÜWen um so größer, als Ich die Vaterlandsliebe dieser treurn Manner kenne und mit Wahrer Anbängliéhkeit für den König und sein Haus die besten Wünsche für die Wohlfahrt Bayerns hege. Für "JW Frauen ist es Ebrensache, durch das Rothe Kreuz in enger Vei- bindung i_nit _ den Leistungen des Heeres und mit der Aufgabe jener Barmbekztgkelt zu bleiben, worauf der göttliche Segen ruht.“

und Wiedergenesung gerichteten GlückWUnsch za-

Die am Sonnabend Abend im Architektenbau e ab ebaliene SUZUKI der Geograpbiicheri Gesellschaftver1ief_gals erste nacb_den Sommerferien unter einer anz außergewöhnliib starken B2- tbelll ung der Mitglieder. Der Vor ßende, Contre-Admiral Freiherr von ck_oleiniß, begrüißxe mit herzlichen Worten die Anwesenden die unter gunstigen Alls?) z1en Wt_eder sicb versammelt baben. Seitdem leZten Zusammensen sei em sehnlicber Wunsch jn Erfüuxung Je. gangen, der auch auf die Gesellßbaft zurückwirke: das Aufbiffen der deutschen Fahne auf außereuropatschem Boden. In érhöbtem Maße nehme Deutschland Tbéil an der Ausbreitung der Kultur “der Civili- sation in fremden Ländern und an deren Erforschung. ,Die Gesell-

schaft habe heute die Freiide, in ihrer Mitte einen Sendling der deutscb-afrikaniscben Gesellschaft,.ßerrn Robert Flegel zu sehen, der seit nunmehr neunJabren in Afukawirke. Schon seitIabren babeFlcgelauf den Be 18 von__ Kamerun hingewiesen, als einen wertbvollen kolo- nialen esiß fur Deutschland; bereits im Jahre 1880 habe derselbe in einem Vortrage in der Gesellschaft fur Erdkunde von diesem bert- 1ichen Lande gut seinem fruchtbaren Boden gesprochen, die allgemeine Aufmerksamkeit hierher gelenkt, wo fleißige Hände einen überreichen Lohn finden. Das Alles habe sich in den leßien Wochen erfüllt. Das Hauptverdienst F1ege1s aber sei die Entdeckung der Binuequeüen, eine wqbre _ geographtskbx Großtbai. Lokale Schwierigkeiten und Krankbxit batten d_en Reisenden an der Erfüüung [ciner Ausgabe, vom Bmue aus sudlicb nach dem Kongo vorzudringen verhindert; dennoch schulde i_nan ibm Dank aus Anerkennung für das, was er trotzdem erreicht hätte. Seit ihrer le ien Sißung be- klagt die Geselliebaft den Verlust ihres E renmitgliedes von Hochstetter in Wien, sowie ihrer ordentlichen Mitglieder, des Professors 1)r. Lepfius, des berühmten Egyptologen, des gro?- britanmschen Botschafters am Kaiserlichen Hofe, Lord Amptbill, o wie dcr_ Doktoren Stabl_ und Heidenfeld. Die neue deutsch-afkikanische Expedition ist unter Lirutknant Schulz Ende Juli aufgebrochen.

enn man auch gute Yeiuliate erwartet, so sind doch die Schwierig- kciten nicht zu unterschaßcn, mit denen die Expediiion zu kämpfen bat. Hierher gehört vor Allem die Frage nach der Beschaffung taug- licher Träger. Die zahlreichenden Reisenden einerseits und nationale Eifersückytcleien andererseits erschweren den Erwerb tüchtiger Träger Wenigstens in Malanye, so daß man brreits dem Gedanken näher ge- treten ist. einen anderen Ausgangspunkt ins Auge zu faffcn. Von Lieutenant Wißmann lag ein unter dem 25. Juli d. J. abgeiaßtes Schreiben_ an den Prinzen Friedrich Carl gerichtetes und von Sr. Königlichen Hoheit zur Verfügung gestelltes Schrei- ben _vor, _ixonacb der berühmte Reisende seine beabsichtigte Forschungsreije nacb der_n Innern Afrikas angetreten bat. Das Aus- wärtigr Amt theilt mit, daß eine nördlich von Tibet gelegene Pro- vinz des chinesischen RLtcbi's erine neue Eintbeilung erhalten und zahl- reicbr Ortichasten neue Namen bekommen haben. Der Kultus- Minisier end1_ich xiberiende_t_eine MedaiÜe, Welche gelegxnilicb des lcßten Kongreiies fur eurobaiiche Gradmessung in Rom zu Ehren des Vorfiyendcn, Generals von Baeyer, dcs ältcstrn Mitgliedes der Ge- seüschast für Erdkunde, geprägt worden ist. _ Von ranscdendem Betsaü der _Versaxnmlung begrüßt, berichtete darauf Hr. Robert Flegel uber die ResUliate seincr leisten Reise in Afrika, die in eim'r genauen Erforschung der südlichen Zuflüsse des Binue und der Wßffcricbeide _zwiseben diesem Strome und drm Kongo bc- sieben. _ Unter frcudtgen Zurufen der Anwesenden schluß Hierauf der Vorsiycnde bor, Hrn. Robert Flegel Wegen seiner großrn Ver- dienste i_im die Erforschung Afrikas zum Ebrenmitgliede der (Gech- schast fur Erdkunde_ zu ernennen. Mit dem bewährten Reisenden waren auch die Fuhrer seiner Karawane, zwei Neger in Weißen Burnuffen_an1vesend, derrn Umsicht, (Hewcmdtbcit, Länder- und Men- schenkennimß Robrrt Flegel in beredten Worten prics; er sei beiden zu höchstem Danke verpflichtet und insbesonders hätte er obne des Ailteren Beistand niemals die Quekien des Birma enrdcxcien körinen. 21:16) der Vorsißcnde der Geseklscbaft batte die fremden Gaite bearußt und ibncn Namens dcr Gesellschaft den wärmsten Dank fur Alles insgesprocben, was fie für Robert Flegel gexihan babcn. _ Den Vorirag des Abends hielt Hr. Dr. Reichenow über die deutsche Koloiiie Kameruns.

Frankfurt a. M., 6. Oktober. (W. T. B.) Die Generell- versammlung des Vereins für Sozialpolitik, an welcbrr 50_Miiglieder ibeilnabmen, fand __beute unter dem Vorsii; des Pro- fesiors Nasse (Bonn) statt; Profenor Conrad und Ministerial-Raib Bucbenberger rrferirten 11er den ersten Punkt der Tagesordnuxig, betreffend die Maßregeln der Geseßgebung und Verwaltung zur (Zr-

baltung des bäuerlichen (Grundbesitzes im Anschluß an die Ergebnisse“

der Untersuchuns über die bäuerlichen Zuständr. In den Ausschuß Wurden nen gewahlt: Freiherr von Roggenbaib, Geibei, 131". Bren- tano, 1)r. Schoenberg, Dannenberg, Professor Conrad, Professor Coba, Bueck und Profesior Gncisi.

Weimar, 4. Oktober. In der beuiigen Sitzung fuhr dei", Kongreß__ d_es Deutscben _Vereins für Armenps'lege und Woblibaiigkeit zuna_chst in der estcrn vrriagtcn Debatte über die Frage der Zwangsecziehung verrva rloster Kinder fort. Stadt- [cbulraib 1)r. Y_eriram (Berlin) brachte den Antrag ein: bei dem VYangrl an genugexider Erfahrung 11er die Wirkungen des Gcseses in_r O_errvabrlostc Kinder für dixsmai von einer Beschlußfassunii iibcr Spezigltbesrn abzusehen und den Gegenstand auf die Tagesordnung des nachstcn Kongresses zu seßen. _ Diesem Anfrage stimmte die Versammlung bei.

i_Lebcr die Frage wegen der Gründung von Scbußvrreinen de':- nachlassigter _und mrßbaridelt-xr Kinder, sowie iiber die Fürsorge fur arbeitrnde Kinder (Fabrikkinder) erstatteti; Professor Böbmert (Dres- den) ck_n kurzes Referat; rine Beschlußfaiiung übe".- seine Thesen ;und aber nicht iratt, da sich so _großer Widerspruch dagegen geltend machte, daß Hr, Vöbmeri selbst seine Anträge zurückzog.

Jn__dcr Ybendfißung erstattete Landesdirektor Freiherr von der Go1H_(k-Otetim) an Sielle des am Erscheinen behinderten Herrn von Wintzmgerode-Knorr (Merseburg) Bericht über die Frage der deut- sch_en Aibeiisbaizser unter bisonderer Berücksichtigung der bezüglicben Etnricbtngen im_ Königreich Preußen. Cs verdient aus diesem Nefxrat dtk; entsckpiedene Forderung des Referenten aus" die Wieder- einfuyrnng der Prügelstrafe m den Arb-xitsbäusern hervorgehoben zu Werderi. Bedenken _ wegen der Ebrlosigkeit einer sxplchen Straß könziten bci _ solchen Subjekten nicbt Plat greifen, _dt_e lanzst iebes_ Gefubl der Scham _Und der bre einge- bußi baden und fur 1206 andere Strafe 00101111 unempfindlich seien. _ Der. VorfiYende 1)r. Straßmann War nabrzu geniigt, sich der An_schau*.mgs1ye1se des Hrri. von der Golß anzuschließen“. Er meinte,. dss die Entziehung des Lichtes oder die Einführung von Hungexrtagen dxe Kor__rcgenden körperlich irhr bald heruntkrbringen würde, so daß in drr Prggklsirafe _das kleinere Uebel zu *inden sei. Eine bestimmte Entschließung bebiili er fiTb vor. _ Die Versammlung verzickoteie auf eine Vcschlu [assung uber die Tbesm des ursprünglichen Refe- renten, da dersel e abwesend war.

Ueber den letzten Punkt der Tagesordnung: „Reform drr länd- lichen Armenbflege] erstattete Landraib ZiUer (Meiningen) Bericht. L_Oen Mitielpuxik! keiner Ausführungen bildeten die Zustände der länd- lichen Armenhauser, drr _sogenannteu ,Hirtenbäuser“, die er “ür die schlechteste aller legalen Einrichtungen erklärte. Der Kongreß erledigte den (Gegenstand durcb eine Beschlußfaffung, durch welche er “im Prin- zip die Uebertragang grwisier Theile der Armenpflige von den (Ge- meinden an großere_Verbände gutbcißt, dagegen die Modalitäten dieser Uebertrggung der_naberen Erwägung des nächsten Kongresses überläßt. __ Mit den Ubitibcn Dankreden rrurde hierauf der fünfte Kongreß fur Armenpflege um 7 Uhr Abends gesch1offen.

Dresden, 6. O_kiober. (W. T. B.) Von dem Ausschuß der deutschen Turner] chaft, weicher gestern hier tagte, ist der Be- ginn des sechsten deuifch2n Turnerfestes in Dresden »auf den 19. Juli 1885 festgeseßt Worden.

München, 4, „Oktober. Im Lokale des Landwirihicbaftlichen Vereins (Turkenstraße) fa_nd [17.-ute, im Anschluß an die hier statt- findende deutsche Molkerei-Aussteüung, die Generalvers amm [ ung des Deutschen Milchwirtbscbaftlichen Vereins statt. Der Vorfißende, LandeS-Oekonomic-Ratb Hoppenstedt, eröffnete die Ver- sammlurzg, indem er die anrvesenden Regierungsvertreier begrüßte. Dem hierauf vbn dem Gei'cbäftsfiibrer, Oekonomie-Raih Boysen, erstatteten Geschaftsbcricbt war zu entnehmen, daß seit dem 10jäbri-

en Bestehen des Vereins das deutsche MolkereiWesen erhebliche Jort- Ychritte gemacbt bat. Zu den Unkosten der gegenwärtigen us- tellung hat der Verein 1000 „M zugeschoffen.

_Wien, 6. Oktober, Abends. (W. T. B.) Das Leichen. begangniß _Makarts hat heute Nachmittag unter überaus zahl. reicber Beibetliaung aller Gesellschaftsklaffen, der Mitglieder der Künstlergenoffenscbaft, der Zöglinge der Akademie der bildenden Künste und einer großen VolkStnenge stattgefunden. Unter den Trauergästen in der Kirche _befanden sich u. A. der General-Jntendant von Hof. mann, der Buraermeister, die Gemeinderäibe, viele Professoren und Mitalieder des Männeraesangvereins. Nack) der kirchlichen Einsegnung der Leiche sangen Mitglieder des Opern-Tbeaters und des Männer- gesangvereins Traucrlicder. Von der Kirche aus fuhr der Leichenwagen vor das Künstlerhaus, wo der Präsident der Genossenschaft einen prachtvolien Kranz auf den Sarg legte. In den Straßen, durch welche der Trauerzug sicb beivecite, brannte in den mit Trauerfior umbüllien Kandelabern Gas. Dem Leichenwagen folgten 3 Wager; Zit _??rßnzen. Auf dem Centralfriedbose hielt der Maler Graefe die

ra re e.

Washington, 6. Oktober. (W. T. B) Die internatio- nale Konfcrenz zur Feststellung des ersten Meridians bat fich vertagt, obne irgendWelche Vereinbarung erzielt zu haben. Ergen den Vorschlag, Grccnwicb als Ort für den gemeinsamen Me- ridian zu wählen, ivurien von dem französichen Delegirten Einwen- dungen erhoben.

Die_ Sonnabend-Vorstcllung des „Gasparone' im Neuen Friedrtch-Wilbelmstädtischen Theater beebrte Jbre König- liche Hoheit die Frau Prinzessin Friedrich Carl mit Ihrem Besuch, und wohnte derselben bis zum Schlusse bei. _ Am Sonntag war das Haus skbon bgld nach der Kaffcneröffnung voÜständig auSverkauft. „Gasparone“ scheint sich also dem „Beitästudenten“ anreiben zu wollen. Nach_dem stürmisrben Beifal] und den drängenden Darabo- rufen zu schließen, gelangen die musikalischen Schönheiten dieser Operette, welcher durch die Damen Wrada, Koch, El. Sckomidt und die Herren _Steiner, Wellboi und Wxidmann eine ganz ausgezeichnete Interpretation zu Theil wird, immer mehr zur Geltung.

Krolls Theater. Die Direktion bat, vielfaiben Wünschen nackpgebend, mit Sgra, Tercsiixa Tua, außer dem morgigen Concert, noch einen Abend verrinbari, sodaß die Künstlerin erst am Freitag zum letzten Male auitrcien und fich zualeick) von dem Berliner Publikum verabschieden wird. _ Morgen, Miiiw-ocb, gelangt Beriois 7. Concert, Saraiate's „Jersuaäa 1411411101156“ und Wieniawsky's „Legende“ und zrvcitc Polonaise zum Vortrage. Frl. Annie Duncker als Sängerin und dir Pianist Aniorge wirken auch an diesem Abend wieder mit.

_ Velbe-Alliancc-Tbeater. Die Direktion wird das vier- aktige Lusiivicl .Die Wilden" VM Ernst Wichert wieder in ihr Re- pertoire aufnehmen. Das Stück Wurde zu cinrr Zeit zur Aufführung gebracht, wd das eigentliche Theaterpublikum in den Bädern und _Somnierfriichcn verweilte, und dürfte gerads jeizt sebr zeit emäß er- icheincn, ia es die Wablagitation in humoristisäyer Weise eleucbtet.

Coi1ccrtbaus. Auf dem Programm des morgigen Sym- pbonie-(zoncerts stehen die 4. Symphonie (])-111011) von Scbumann und (M11 mebriacber Bescßunz der Streicbinsirumente) das Septeti von BeeiboNn. Ferner bringt Hr. Hofmufikdirekwr Bilse die am Scblus; der vorigen Saison mit vielem Beifall aufgenommene Saite von Moriß Moszkowsky, bejitelt „Aus aller Herren Länder“ (sechs

Ckxaraktersiürkr) wio.der zur Aufführung.

Direktor Ernst Renz trifft, nacb Schluß seiner glänzend ver- laufenen Hamburger Saison, am Freitag, den 10. d., Morgens 10 Uhr, mit [einer Gesellschaft hier ein und giebt am Sonnabend, den11., [eine erste Vorsieilung. Hr. Renz hat während der Zeit 1einer AbMsenbrii von Berlin nicht nur seinen MarstaÜ vermehrt, sondern auch sein z::blrciches Künstlerpersonal durch viele neue Spezialitäten ergänzt. An Stekle der vorjäbrigen Schuireiterinnen MUes. FiUis und Drouin Werden diesmal die beiden Pariser Reiterinnen Mlles. Dupont und Adelina Price die hohe Schule reiten. Als zivei neue Parforce-Reitcrinnen find Mlle. Loyal i_md Mi Bradbury cngagirt. Eine besondere Reiter- sbezialitäi ist oni. Gcorge Loyak, mii dreisirten Tauben. Als „serieuser' Reitex wird sicb Mr. Bradbury produziren, der (mib mit seiner anmuibigen Schivester elegante 198.5 (16 (1011: auf gesattkktrm und ungeiaiteltem Pferde exekutirt. Die graziöxen Reiterinnen MÜrs. Agnimoff und Schreiber, sowie die Herren Adolf WWW und Strackey sind dem Cirkus treu gebkieben. Als „Tauben- Königin" Wird fick) Miß Mazella präsentiren, Welche ihre Dressur- proben sogar als Equilibristin auf dem Schmungdrabt ausführen wird. Vor. Ailem bat Direktor Renz dieSmal aber auch sein Augen- merk auf die Clowns gerichiei, von denen neue Originale gewvnnen sind. Selbiiverständlich “werden auch die beiden wichti sten Stüßen des (Cirkus, Hr. Franz Renz und Hr. J. W. Hager ?ammt seiner Tochter Clotilde, nicht im Programm fehlen.

Bäder-Statistik.

Aachen bis zum 28. September (Fremde_ und Kurgäste) Baden-Vaden bis zum 3. Oktober (Fremde) . . . Burtscheid bis zum 1. Oktober . . . . . . . . . . 1550 Elster bis zum 22. Srptember (nebst 567 Durchreisenden)

(3066 Nrn.) . . . . . . . . . . . . . . . 4830 Griesbach bis zum 30. September(nebft 451Durchreifenden) 550 Homburg bis zu Ende Sevtember . . . . . . . . . 10 592 Königsborn bis zum 26. September (Nrn.) . . . . . 2995 Kreuznach bis zum 24. September, dem Schluß der dies-

jäbrigen Badezeit (Kurgäste) . . . . . . . . . 5509 Münster (x_m Stein bis zum 30. September, dem Schluß der

diesjabrigen Badezeit. . . . . . . . . . . . 1526 Nauheim bis Ende September . . . . . . . . . . 5154 Neinerz bis zum 29. September, dem Schluß der diesjährigen

Badezeit (außer 2635 Erholungsgästen und Durch-

reiienden, auswärtige Kurgäste 2034 Familien mit

Personen). . . . . . . . . . . . . . . . 3402

Außer den 3402 auswärtigen Kurgästen benußten _iÖas_Bad noch Stadtbewohner: 82 Familien mit 192

er onen. Schlangenbad bis zum Schluß der Kursaison (außer 190

Durchreisenden, Kurgäste) . . . . . . . . . . Soden bis Ende September. . . . . . . . . . . Warnemünde bis zum 16. September(Familien brzw. einzelne

Personen) . . . . . . . . . . . . . . . 4833 Wernc_ bis zum Schluß der Saison (Ende September)

(Kurgäste) . . . . . . . . „_ . . . . . . 509 Wiesbaden bis Ende September (Kurgaste und sonstige

Fremde) . . . . . . . . . . . . . . . . 73250 Wilhelmshöhe am 26 September (anwesende Fremde). . 136 Wildungen bis zum 27. September (2106 Nrn.) . . . . 2682

Personen 17 441 48 973

1 829 2 235

Redacteur : N i e d e [.

Verlag der Expedition (Scholz). Druck: W. Elsner. Fünf Beikagen (einicbließliéb Börsen-Beilage), und das Postblatt Nr. 4, sowie die Winterfahrpläue für die Bezirke der Köquiéelk U

Berlin:

Eisenbahn-Direktionen zu Erfurt und Hannover, der ck ck

sckxen Eisenbahnen und eine Extrabeilage der Firma . W-

Becger & Co. Nachfolger zu Pexlin über Universal - Kohlen“ anzuu er.

zum Deutschen Reichs-Anz

.Mo? 236.

“__

Erste Beilage cigcr und Königlich Preußischen Staats-Anzeiger.

Berlin, Dienstag, den 7. Oktober

*Jns eraie für den Deutschen Reichs- und Königl. Preuß. Siaats-Anzciger und das Ceniral-Haxdels- reJii'ter nimmt an: die Königlickje Expedition des Dentsxheu Keixhs-Auzeigers uud Königlich

prenßisrheu Staatz-Inzeigerx: Berlin ZW., Wilbelm-Straße Nr. 82. ck

1. Steckbrisfs uml [)uieksuabungs-Zacbeu. 2. Zudbastatjonsu, Quigeboie, K'orlaäunxsu u. äsrgl. 3. Uerkäufs, 78chzobtnugsu, Submissioueu etc. 4. 781'10081111J, zmortjxariou, Zinsxabbwg is! n. s. «. 705 öüeutljeban kzpjaksn.

Oeffentlichev Anzeiger. *

1884.

5. 1nän8trieUs Jtabijsséxmeuw, Fabriken umi Sroxstäsl.

6. ?erscbieäeys Zekwuimxabungeu.

7. diterurigobs szeiZ-Sn.

Inserate nehmen an: die Annoncen-Expediiionen des „Iuvalideudauk“. Rudolf Muffe, Haaseufieiu & Vogler, G. L. Daub: & Co., E. Cchlotte, Büttner & Winter, sowie akle übrigen größeren

Annoncen - Bureaux. Q

8. WaatSr-zuseigen. lu äer Bönen- 9. kawüisu-Facbticbteu. beilage.

Steckbriefe und Untersuchungs-Sachen.

[44307] Steckbrief. _

Gegen den upien bcicbrtebenen Srbloiier Karl Mar Oscar Königsberg, am 12. Dezembrx 1852 in Bcrlin geboren, wclcber sicb _verborch bali, ist die Untersuchungsbaft Wegen Diebstab__1s, in 30th 83. (3. 3204. 84. .). 11. (1. 779. 84. bxrbangt.

Es wird ersucht, denselben _zu vcrbaiicn_ und _in das Untersuchungs -_ Gefängnis; zu Berlin, 2111- Moabit 11/12, abzuliefern.

Berlin. den 3. Oktober 1884,

Königliches Amtsgericht 1. Abib. 83.

Beschreibung: Alter 31 Fabre, Größe 1,66 m, SiaiUr untersetzi, Haare dunkelblond, Stirn boch, dunkelblondcr SÖnurrbari, Augeixbrauin erun, Auaen blau, Naicipiy, Mund MWÖHUUÖ, Zabnc vollständig, Kimi rund, Gssicbt blaß, GefiÖisfarbe blaß, Sprache deutsch. Kleidung: ara__ucs Jaqactt, blaue Hosen, kleiner runder Put, Schnurftbnbe.

[44311] Steckbrief.

Gegen den unten bcicbrrebsncn Mdicr Nobert Wilbclm Reddchase, geboreri am 25. Jiinr _18_54 zu Niemegk, Kreis Zaucb-Belzn), Welsber fiuchiig ist, ist die Unterincbungsbait wrgcn Urkgndenfalicdung in den Akten .]. 111, 1). 263, 84 verbangt. Es Wird ersucbi, drniclben zu verbaiirn und in das Unter- iucbnngS-Geiängniß zu Berlin, Alt-Mbabit 11/12, abzuliefern.

Berlin, den 16. Sepirmber 1884. _ Königliche Staatsanwalticbair bci dem Landgkrtcbt 1.

Beschreiburrg: Alter 30 Jabrc 2.1 I)ionai, Größe 1,70 m. Statur schlank, Haare blond. Sitrn _iker, Bmi: Sch11urrbart,Naie gewöhnlich, Mund gcrrdbn- licb, Grsirbt länzlixb, Geiicbtsfarb? blaß, Sprache dcnisch. Bciondere Kerinzeicben: kemr.

[44312] Steckbrief. _ _ _

Gegen den 1111161“. beicbriebenen Sibrifiießcr HCM- rich August Otto chdebasc. geboren «_m 25. Fc- bruar 1863 zu Niemcgk, Kreis Zauch-Belzm, rvelrber flüchtig ist. ist die Ustersuckoungsbaftrvcgen Urkunden- fälicbung in dcn Akirn ). 111. 1). 263. 1884 verbangi.

Es wird eriucbt, denselben zu bkrbaiten und in das 11niersuckmigsgefängniß zu Bcrliri, Aii-Yioabii 11/12, abzuliefern.

Berlin, den 16. Scptcmbcr 1884.

Königiicbc Staatsanwaltscbaii beim Landgericbi [_

Bsicbrcibang: Altcr 21 Jahre 7 Monat, GÜÖVL 1 m 75 am, Statur schlank, Haare bloiid, S_iirn frei, Augen blaii,_Nasd arwöbtiiicb, Mund Wbdbn- licb, Geficbi länglich. Gesichtssarbe blaß,_ S_pracbc: deutscb. Besondere Kennzeichen: Isi kiirziißbiig uiid Trägt stets eine Brille.

[44313] Steckbrief. _ _

Gegen den union beschriebenen Acbxiirr Ricbnrd Grdri Wilbclm Hasenbalg, arri 7. Jam 1845_zu Cbsrch'lde geboren, welcher sicb V?LÖVTJSU ba1_i, ist die Untersuchungsbait wegrn Untericblaciuxig in den Akten .). 11. 13. 381. 84/88 1). 612. 84

e*cbän-i.

Es Üwird crsuébi," dcnirlben zu O_crbafirn und in dr.?) Unieriuckyungsgciängniß zu Berlin, Ali-Moavit 11/12, abzuliefern.

Berlin, dc'n 1. Oktober 1884. _ _ Königliche Sinatsamvaliicbaft bcim Labdgcricbt 1.

Beikbreibuna: Alter 39 Jabra, Größe 1,75m, Siaiur icbwäcblick), Haare blond, Stirn bock), Bari blond (Schrurrbari), AagenbraUexi blbnd, __AUJM blau. Nase rbmistH- Mund gswöbnlicb. Kinn langlick), GIsicbt 1äng1ich, (Hesicbisiarbe blaß, Sprackxe deutsch.

[44314] Steckbrief. _ _

Gegen den Uiiicn beichrixbrncn _Keibier „Heinriéb Schmidt, Welcher flüchtig iii, ist die Unte_rsuchungs- bait Wegen wiedrrbolier Unicrscblaiiuzig, Wiederholter schwerer Urkundenfälscbung und Wiederholt?! Be- truges in den Akten 11. K. 11. 772. 84 Verbanai.

Es wird crsucbt, denselben zu verhaften _ Uiid in das Untersuchungsgeiängniß zu Alt-Moabit11/12, abzuliefern.

Berlin, 211t-Moabii11/12 (1817), daxn 1. Okiober

1884. Der Unieriuäounasriibter bei dem KönigÉicben Landgericht 1.

obl.

Bcikbreibung: Alter 21 Jahre, geb. 10. 9. 63 Ju Roienbeci, Größe 1 111 59-62 cm, SiaiUr schlank, Haare beUblond, Stirn frei, Augenbrauen dunkelblond, 5Y_ugen blau, Nase gewöbnlick), Mund gewöhnlich, Zähne smt, Kinn länglich, Gesicht läng- lich, Gcfichtsxarbe blaß, Sprache deni'ch.

[44318] Steckbrief.

Gegen den unten beickxrikbenen Tapetcndrucker Joseph Johann Roßbach, geboren am 17. Juni 1864 zu. Mannbcim, we1cher flüchtig ist, ist die Unter- 1Uchungsbaft rvcgrn Körperverleyung in den Akten .]. 111. 1). 482. 84 dsrbänat.

Es wird ersucht, denselben zu vcrbaitrn und [in das Unteriuckyungsgafängniß zu Bcriin, Ali-Moabit 11/12. abzuliefcrn.

Berlin, den 20. Scpiember 1884.

Königlicbe Siaaisanwaliscbaft beim Landgcricbi 1.

Beschreibung: 2111er 201 Jahre, (Größe 1,67 m, Statur unterseßt, Haare blond, Stirn niedrig, Bart im Entstehen, Augenbrauen blond, Augen grau, Nase gewöhnlich, Mund gewöbnlicb, Zähne WU, Kinn oval, Grfirbt rund, Gesichtsfarbe gesund, Sprache deutsch. Besondere Kennzeichen keine.

[44319] Steckbrief. _

Gegen den unten beiébricbenrn Sebriiiscizer- lebrling Albin Mord,; Wiilibald Löbke, geboren ain 25. Dezrmber 1869 zu Schmiedebcrm Welcher fiücbng ist, soll eine durcb Uribeil dcs Könialicben Amts- acricbis ]. zU Berlin rom 26 Juli 1884 erkannte (Zirfängnißsiraic 11011 ciner Words» ch. 1); 553 84. vollstreckt wrrden. (Es wird eriucbf, deniclben zu verhaften und an die nächste Gerichtsbcbörde ab- zulicfcrn, welche um Strasvollstreckung und Mit- 1112iluna Hiervon aebeten wird. Berlin, den 29 Srbikmbcr 1884.

Königlißscs Amtsgericht. ]„ Abibciwng 9).

Kramer,

Bestbreibuxia: Wirk 14 Jahre, Größe 5 Fuß 2 Zoll, Statur nicbt bedeutend, Haare duiikslblond, Stirn breit, Bari unbcchicnd, Anßenbraucn dunkci. Spracbc dcuiscb, chidung dUiikclbraunrr Rock ind dunkelc Hose.

[44527] Steckbrief.

Gcaen den union b:]“cbrirbenrn Handrlsmann Isi- dor Simon Zamory, [12001611 (1111 5. Mai 1850 zu Berent, Welcher sicb verbdracn 1350, 1011 xine durck) vollstreckbarcs Uribeil des Könicilirbrn Landakrichiai 1. Strafkammer 111. zu Berlin vom 18. Oktober1882 erkannte Gcfängnißstrmf: WN neun Monats". WÜ- sirérkk'Weren. Es wird kr]11ch1, drniclbcn zu 13?!- baiten und in das Amtsgeriäzisgeiängniß des Er- gr-xiiunasdries abzuliefern.

Berlin, _den 27. Sebicmbkr 1884.

Kbiiigliiéie Staatsanwaiticbait bei dem Landxcri-Tbt 1.

Vcsibriibung: Micr 34 Jahr.“, Größe 1111 50 cm, Statur sibwäcbkicb, Haare dunkrlblond, Stirn frci, Bari: brduncr Backcnbari, Kinn frei, AUMT'. braun, Nase gcwöbn1irb, Mund aewbbnlick), Kinn rund, (Hesilbi länglich, Gcfic'oisfarbe bleich, SPTÜÖLT jüdischer Dialekt.

[44529] Steckbrief.

(Gesrn den unicn biicbriebcncn Arbeiisburscbrxi WiibclmMüller aus Greifswald, zulcixt im Dienst bei dem Kolonistkn Aucmst Srbmidt in SÖbnwaldk, welcber flücbtig isi, ist die UNikrYnsmnasbaft _WMW scbivrren Diebstahls in drn 21110111). 1874/84 bcrbängf.

Es wird ersucbi, d211s€1bcn xu derbaitrn nxid in das Unirrsucbungsgrfängmif; 51.2 Bkrlin, Alt-M.;'abit 11/12, abzuliefern.

Berlin, den 1. Okwbsr 1884.

Dcr 11nteriuch1ungsricbtcr bei dem Königiiiben Landgkriibie. 11.

VciÖreibUNg: Alter 18_19 Jabra GröiZ-Z 211668 Über 5 Fuß groß, Haare blond, bariids, rurich Gi:- sicbi. Kleidung: [rbwnrze 5.1.176132, schwarzer Sidi]- anzrig und diiriiWr Raiicrinaxitrl.

[44526] Steckbrief.

(Hearn dcn Lxdc-rzuricbter Abrabam Josrdb Abkli- mann, geboren zu Warschau, am 10. Mai "1853, 31116151 bier irobnbast, wrlrbcr fliicbtia ist, ist di-x, Y_niersucbungsbast wegen ichivcren Diebstahls der- angk Es wird crsucbi, dcnsribrn zu berbaiirn und in das Geriibtsgsfängniß zu Potsdam abzulikfcrn.

Potsdam, den 2. Oktober 1884.

Der Untersucbuugsricixicr bei dem Königliiben Landgcricbtc.

[44308] Steckbrief.

Dcr Bäckermriiier Friix» Starnpebl aus Guitstadi, cicdbren am 6. März 1843 zu Bubliß, Regierungs- bezirk Cöslin. siegen ivr1chcn die Untersuchungsbait ivrgrn Versiehcns gcgen §. 113 Si. (G. B. verhängt ist. ist nicht 111 crmiitclii. Es wird ersucht, dcn- ielben zu vrrbaftcn imd bicrbcr zu senden.

Guttstadt, den 29. Scbtc.111ber 1,884.

Königliibcs Amtsgerichi.

[44320] Steckbrief.

Auf Grund richterlichen antbciebis crgebi graen den Taglöbner Philipp Sauter von Zimmern u./_B. Wegkn Diebstahls zum Nacbibeil der Johanne Eckert bon Zimmern und das Ubrcnmacbers Joseph Gausrr von Schömberg.

Sauter ist 20 Jabre alt, 1,60 m groß, von unter- setßier Statur, obne Bart; bai hellblonde Haare, trägt braurxe Blouse, graue Beinklcider.

Dic Einlieicrimg bat zu grschcben in das Amis- gcricbisgefängniß zu Rottwril.

Rottwril, den 1. Oktober 1884.

K. Staat§anxvalischafk Grüber, .O-SQ-A. [44310] Steckbrief argen Gustav Adolph Hermann Große, geboren 7. April 1848 in Jüterbock, Musiker: und Klavier- stimmer, blaß, bei dicken Augenlidcrn sebr kurz- fichtig, VriUe iragend, niit _ungesundcn Zäbnen _ wegen Unzmbt. _ Große isi iriibcr als Adolpl)„Lau aus Tessin, Mecklcnburg. und Joseph KrUner von Dieterskircben. Bayern, aufga'ireten. Hanau, den 4. Oktober 1884. Der Uniersucbuniisrickoier bei drm Königlichen Landgeriibie.

[44528] Steckbriefs-Erledigung.

tember 1884 in 17211 Aitrn 111. .1. 1326/84 erlassene Stcckbricf wkrd zurückJcndmmen. Berlin, d'en 3. Oktober 1884. Königlichrs Landgericht 11. Der Untersuciyungsrichier. [44317] Strafvollstrcckungs Ersuchen. Das in “dcr BÖrsen-Bcilaae dicser Zcixung Nr. 256 _ Nr. 46 260 _ hinter Rudolf Wilke aus Bcr- lincbcn, zuleßt in Bcrxin wobnbnii, unterm 28_. Ok- toer 1882 erlaffcne Siraioollstrcckungs-E:]uchcn wird hiermit crneiiert. Berlinchen, den 3. Oktober 1884. Königlickocs Anitsgericbt. [44316] Offene Strafvollstreckungs - Requifitions- (Erneuerung. Die unicrm 11. Oktober 1882 biiiicr Hugo Robert Zander, geborcn am 17. Novcmber 1858 zu Lxmds- berg a. W. und GLUOffL-l erlassene Offene Sirasyoil- sirk(kunas-chaisitidn Wird hierdurch erneurrt. Landsberg a. W., dcn 1. Oktober 1884. Der Ersic Staatsanwalt. [44309] Aufforderung. Der Rekrut Paul Gustav Partbel (Fabrik- arbeiter), geboren am 25. Februar 1863 zn Neu- stadi a. O.. Kreis Neustadt a. O., Grdßberzogibum Sacbsrn - Weimar - Eiicnacb, zulegt auibälilikb in Pocszrikck, rvrlcber beirn dicsiäbrigeii Ausbcbiimis- geschäft drm Fe1d-2[riiiicric-chim.nt Nr. 27 31152- 15281 ivsrdrn ist und ror Auxbändigimg 18“?an (He- sirilnngsdrdre Poeßncck seii 14. Scpiemkcr cr. ver- lasicn bat, um sicb naibAmeriia 31-1 bcgkbsn, wird bier- mii aufziciordiri, ungesänmt “ins Jriland zUriick- znkcbrcn u11d iii) beim näibixcn Bezirfsiädnwbcl ari- znmcidcii, ['räici'i'cns jsddriy am 3. Nowcmbcr er., Vormiliags 6 Ubr, in '.inciniiiiicn i!!"k Ercrzirrbaus (Kaicrnc) zur Einstellung beim Triibdcritbkil sich cimufindsn. Meiningen, den 3. Okibbcr 1884. K'öiiigiiiHis Landwebr-Bcziris-Komrimiidd.

Snbhastationen, Aufgebotr, Vor: ladungen n. dergl. [443501 _

Ju Sach, bciriffcnd die Zwangsberiirigrrunß dcs drm Miiilcr F. Tirx-t birsrldst gcbörig grwcscncn, arif dkm Freianlande biri'clbst 5111) Nr. 37913 bc- lsgxncn Miiblcngrundstiieks 0. ]). ist zur Erklärung iibrr dcn Tbcilumisplan, sowie zur Vornubme der Vcribcilima cin T-Zrmin auf

Freitag, den 24. Oktober 1884, Nachmittags 2 Uhr, Wc dcm iiiiicrzcich:.cicn Gcricbic aiircrauixix, wozu di? €!*cii*ci1igtcii aclädrii ivcrch. Stargard i. Vieckl, don 2. Öktobcr 1884. Croßbcrzdgüci) Mccii. Aixiisgcricbl. F. Scbcrrcnb-xrg.

[439971 Aufgebot.

Jm Grundbuch VON Mooriiuien '1'011] 24 1701, 3 Nr. 232 pag. 1848 stebi cin Koirnar, Kariirn- blaii 117. Parz. 61, 62, 63 zu 2,4184 ba. iür drs Weiland Gch Tbmics Wilts in dcche mii Fennije Hinricixs erchgtc Kindcr, als: 3. Dedke, Zrbdren 31. Dczember 1798. b, Hinrich Tbscsirn, Zeboren 30. Adril 1799, (2. Wili Rcknts, geboren 18. Okto- ber 1801, (1. Freri-cb Jürgcn, gcbdrcn 7. Abri! 1804, S. Anke Frericbs, gebbrrn 1. März 1807, „i'. Jann Tiiacffcn, gcbdrcn 6.5.111ai 1810, Z'. led Tönjcs Wiiis, geboren 6. Februar 1813, eingetragen.

Auf Yniraa drr icizigcn Befitzrr, nämlich der Kinder der weiland Cbclcute Jann T1ckircffe_xi Gerdcs und Tiienije, geb. Hirpcn, in Moorbuxen, ais: &. Fenris, b. Greetie, 0. Elixia, ä. Jaima, &. Hin- rika, werden Alle, Welche an besagtes Kolonat Eigen- ibumsansprücbe 1116161611. geladen, ]patcsieW

am 3. Januar 1885,

Morgens 10 Uhr, _ solcbe Anibrücbe bier anzumcidan, widriginialis sie mit dciisclbcn andeiÖloffen Werden und Antrag- 1161]?! auf Grund des ZU erlaiiendcr. Aus.]chluß- urtbrils ais Eigentbiimec im Grundbuch einge- schrieben Werden.

Anriss), 18. Septembcr 1884.

Königliches Amtsgrricbt. 111". gez. Conting. Bcglaubigi: (11.8) Brycbbaus, Gcriibtsschreiber Königlichen Amtsgericbis.

[44380] Aufgebot. Die Hrrren Vorstandsbeamicn ch Königlichcn Oberlandcsgeriihts zu Breslau haben das Aufgebot der von dem vrrsiorbenen WericbtsWUzicber Robert Wciß bierscibst für [ein Amt bsiieÜtcn Kauiion von 600 944, bcstcl)end aus: _ a. der €chuldverschrcibung dcr 4%igen konsoli- dirtcn Staais-ancibe von 1879 [.itr. 13. Nr. 83736, _ 1). dem 340/0igcn Siaaisscbuldscbeiri Iiir. 15". Nr. 4785, ' _aän. und b. zuje300./M_ Bebufs dercn Freigabe beantragt. Die unbekannten Pcrsoncn, welcbe ads dcr Amis- führung des TC. Weiß in seiner Eigenichast als Ge- richtsvollziebcr an diese Kaution Aniprücbe oder

Der gegen den Arbeiter Carlsiibcrt Grüßmaäxer wegen vorsäylichcr Brandstiftung unter dem 20. Sep-

dieselben bei dem unterzeichneten Gericbie und zwar sbätcstens in dem vor demselben, Zimmer Nr. 6. auf den 5. Dezember 1884. Vormittags 10 Uhr, anberaumten Aufgebotstermine anzumelden, widrigen- falis sie durch Urjbcil ibrer Ansprüche an die ge- dachte Kaution Werden verlustig erklärt und nur an die Erben dcs xc. Wkif; vcrwieirn Wrrdcn.

Canth, ]. Oktober 1884.

Königliches AmisZcriÖT. Freund.

[44351]

(Hs Werdc'n hiermit aufarbotcn:

1. Die Hbrdib-kenurkunden 11er 2000 Tblr. : 6090 „zz Tbéilposien aus der SchU1durkundc_ vom 1. Juli 1859 zufolge Verfi'muna von drm1elben Tage für 0611 Restauraicur David Grunwald _za Misslowiy auf dem jcyt dem Kaufmaxm Loebel K'ockymarin daselbst gcbörigen Grundsiuck Blatt Nr. 83 Stadt Myslowixx Abtbrilung 111. Nr. 2 eingetragsnen Post von 3000 Thlr. :: 9600 „14 Darlehn.

Von diesen 9000 „44 sind 3000 344, Welche ZU 50/0 verzinst Werden, im che der Ccsfion (m den Ober- mcisicr Richard Unger zu erenbütte bci Zabrze gelaniit und auf drffen Namen am 17. Mai 1873 amgcsckoricbm ivordcn. Das Über dicie Post ge- bildcic Dokument ist das über dir zuerst eingxtrci- grnrn 3000 Thlr. gebildete Haudtdokamknt, gsbildet aus einer Ausfertigung der Schuldurkundc Wm 1. Juli 1859 und Hypotbrkcnbuckysauszug.

Von den 6000 „46, welcbe ziiiammcn niit diesin 3000 „xz. 011106 9000 «16. crgcben, find fcrnsr 30:00 «14, welcbe iirsbriinglick) mii 52/0, schicr “(]ka niit 6% zu drrxinscn warcn (dss Sie 0/0 iii Abibeiinng 111. Nr. 10 eiiigrtxagrn) ebyrifails an den Obermrisiec Richard Umgrr zu Rcdcnbiitie crdirt und auf deiien Namen am 17. Visi 1873 umgesckiriebcn wwrdexi.

Die zwei Dokumente iiber dicRi-«bard Ungcr'jiben ie 3000 „46. [imd angsblick) verloren geiian-gcn mid ]"d110n zwecks Neubildung anigcbotcn Wirdcn.

Antragsicibr ist der Gläubiaer.

11. (Fim? in Sachen brtrcffcud dir Subbdiimiion des Grundstücks Nr. 203 Schloß Mbslbwiß _ ](. 17/“83 _, damals der vcrcbciiédirii S1L111Ökkchkr Marianma Dziadck aus Zanon» geböiig, a.».bildete Sbczialmaffe über die Post Abib. 111. Nr. 6 von 236 „FC: 30 „„I recbiskräftiszc Wcrbsrlforderung nebst Zinsen, c-ixigctragen für den Glörkncr und Haus- OcfiiZLr Zosrbb Kasberkowiy aus Mbslowitz auf Grand dcs Erkennitiiffrs vom 12.T*ktZer)1_876 Ubud

. . * ovetn er chUifiiion dcs Prozeßrtcbtcrs vom “HDW

1876 am 21. Dezcmber 1876. Dirie Post ist ge- lcgcnilicb der Kanigcldrrbcleaung in bec vdn 141 .!é. 93 -_1 zur Hebuna aelanxii und binterlegk irdrdrn. da der Über dir Post gabildcic Hybdiisken- brixi nichr rorg21cat wurde.

Pflcgrr dcr Muffe und AniraaiirÜer ist der Re(bisar-„walt Schneider zu Mysiorriy. _

111. Eins in Sacbcn betreffend die Snbkwstation dcs Grundstücks 29 Czarnucbdwitz (11. 15/83), damals den Geschwistern Paul und Johann Palka von dort JLbÖkig, ;:cbildete Sprziabnaffe iibcr das 13011 16 CMXZLUÖOWÜZ bierber überiragcne und Ab- jbrilung 111. Nr. 1 für die nndcrrbclickoie Agnes Palka aus Ciarnucbowitz aus der Vkrfügunq vom 16. August 1863 eingetraacne mütterliche Crbtbeil von 22 T51r. 19 Sgr. 8 Pfa- : 67 “14 98 ,3 aus dcm Rezcsir vom 8. Juli 1883.

Dieser Post ist bci dcr Kaufgeldcrbylcgung ganz zur chung Islangi und ebeniaÜs binter1cßt worden, da auch hier der Hypothekcnbrief nicbt beschafft: Winde.

Piic'gcr der Masse und Aniragiirller ist der Rräpisanwzlt Schneider zu Myslowitz.

Dcr AUfslkbl'Wthmin wird auf

den 22. Ja::mar 1885, Vormittags 9 Uhr, issiaecht.

Der Inhaber der Hddoibckenurknndc zu 1. obigen Niiigebots wird aufgefordert, spätestens in dicsem Termine seine Rechte anzumelkcn und die Urknnde vorzuiegen, widrigenfaUs die Krafiloscrklärung durse1ben erfolgen wird, _

Ebenso irerdrn aÜe Diejenigc'n, _wclcbe an die Spezialmaffe zu 11. und 111. Anibrüchr erheben !volicn, aufgefordert, dieselben ipätestriis in jenem Termine bei Vérmeidung der Ausschließnng anzu- Melden.

MyIlowitz, den 27. September_ 1884.

Königliches Amtsgericht. Müller.

[40932] Aufgebot.

Der Häusling Heinrich Ruprecbi aus Wenncn- bostel hat das Aufgcboi des ibm abbanden ge- kommenen, auf seinen Namen laiiienden Sparkassen- quiiiumgsbucbrs dcr Rodcwaldcr Svarkaffe Nr. 3523 über 382 „46 25 „H beantragt. Der anabér der Urkunde wird auigcfordert, ivätestens in dem auf

den 80. April 1885, Vormittags 10 Uhr, vor dcm unterzeichneten Gericbie anberaumten Auf- geboisicrmine seine Rechts anzumelden und die Ur-

der Urkunde erfolaen wird. _ Neustadt a. Rbge., den 24. _Jnli 1884. KönigLicdes Amtsgericht 11". gez. Evans. AUSZefertigt : Neustadt a. Rbge., den 5. Sepimnbcr 1884. Der (Geriäztsscbreiber des Königlichen Amtsgerichts: (11. 8.) Baring.

Rechte gritend machen wollen, werden aufgefordert,

kunde vorzulegen, widrigenfaüs die Krafiioserilärung.

„m“. 5,9.“ :- „,-w „***-«n „*.*