_ _ „.-.“-„»., „...*z..*-.,ch-r“»a+-;I«-x;-
Reichstage gebiUigten Grundsas ausgesteüt hat“ und schließend mit den Worten: „Das wird die beste Antwort sein auf alle polizeilichen Chikanen. Das sozialdemokratische Wahlcomité.“ _ wird auf den Grund der §§. 11 und 12 des Gesetzes gegen die Ymeingefäbrlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie vom 21. ktober 1878 verboten.
Mannheim, den 9. Oktober 1884.
Der Großherzoglich badische Laiides-Kommiffär für die Kreise Mannheim, Heidelberg und Mosbach.
Frech.
Perfonalveränderungen.
Königlitb Preußische Armee.
Ernennungen, Beförderungen und Verseyungen. Jm aktiven Heere. Vaden-Baden,30.Scptember. Hayduck, Sec. Lt. a. D., vormals im Feld-Art. Regt. Nr. 8, die vacante etatßmäß. Sec. Lis. SteUe bei dem Jnvalidenbaufc zn Stow drr- lieben. _ 2. Oktober. Schroendig, Hauptm. und (Comp. Chef vom Fuß-Art. Regt. Nr 8, in das Fu -Art. Regt.Nr. 11, v. Ubiscb, Kauptm. und Comp. Chef vom Fuß- rt. Regt. Nr, 8, in das us;-
rt. Regt. Nr. ?, Tie dke, Hauptm. u. Comp. Chef vom uf;- Art. Regt. Nr. 2, Stiedl, Hanptm. und Comp. (Chef dom Fuß- Ari. Regt. Nr. 11 in das Fuß-Ari. Regt. Nr. 8, versetzt. Schellong, Zrug-Pr. Li. von der Munitionéfabrik in Erfurt, zum Zeug-Haupim., Bettermann, Zrug-Lt. vom Art. Drpot in Erfurt, zum Zeug-Pr. Lt., befördert.
Abschiedsbewilligungen. Jm aktivrnHeere. Baden- Badexi, 2. Oktober. Filtnkcr, Zeua-Hauptm. rom Ari. Dedot in Torgau, mit Pension und skincr bisher. Unif. drr Absäoicd be- wilLigt. v. (Holdenbcrg, Pr. Zi, (1. D„ 3111;in im 3. Rhein. Jnf. Regt. Nr. 29, der Charakter als Haupim. vrrlixbcn.
Jm Beurlaubtcnstande. Baden-Baden, 4. Okiober. Bumkr. Major a. D., zuleßt von der“ Landw. Inf. des 1. _Bats. Landw. Regts. Nr. 79, die Erlaukiniß zum Tragen der Unix. der Landw. Jägeroffiz. des 711. Armcc-Corps, ». Blumenthal, Sec. Lt. a, D., zulcixxt von der Landw. Kad. dss ]. Bais. Landw. Regis. Nr. 49, die Erlanbnif; zum Tragen “drr Landw. Armce-Unif., criheilt.
Kaiserliche Marine.
Ernennungen, Beförderungen, Vcrsetxurigen :c. Baden-Baden, 30. Sepjcmber. Knorr, Conirc-A'dmiral, untcr Enjbin ung von der Stellung als Chef des Stabes drr Admiralität, zum C ef des Westafrikaniswen Geschwaders, Valois, Kapiiän zur See, zum Kommandanten S. M. Korvette .Gneisrnau“, Karcher, Kapitän zur Scr, untcr Entbindung von dem Kommando zur Dienst- lkistung in der Admiralität, zum Kommandantkn S. M. Korvette ,Bi3marck', Koester, Kapitän zur See, zum Chéf des Stabes der Admiralität, ernannt. Büchsel, Korv. Kapitän, unirr Entbindung von der Stellung als AusküstungS-Direktor der Werft in Kiel, ziir Dienstleistung in der Admiralität kommandiri.
Yiehtamtlicxxes. Deutsehes Reick].
Preußen. Berlin, 11. Oktober. Bei Ihren Ma- jeßäten dem Kaiser und der Kaiserin fand, wie „W. T. B.“ ans Vaden-Baden meldet, gcstern Nachmittag großer Empfang der anwesenden Fremden von Distinktion und der Behörden von Baden-Badrn statt.
Nach dem Diner, welches der Kaiser bei dem Fürsten von Fürstenberg einnahmen, besuchten Se. Majestät mit Ihren Königlichen und Kaiserlichen Hoheitcn den Großherzog: lichen Herrschaften von Baden und von Mecklenburg-Schwerin, dem Prinzen Hermann von Sachsen-Weimar und dem Fürsten von Fürstenberg das Salontheater im Kurhause.
_ Der Verleger eines Schriftwsrkes erlangt durch den B erlagsvertrag, soweit dieser Vrrtrag nicht Abweichungsn bestimmt, nach einem Urtheil des Reichsgerichts, 11. Civil- senats, vom 1. Juli d. Z., nur 'die Befugniß, das Schrifchrk in der Gestalt, wie es ihm vom Verfasser geboten worden ist, im Verlage zu verwerthen; jedewiklkürliche Aenderung, welche drr Verlegsr, sei es bei der ersten, sei es bei den folgenden Auf- lagen, an dem Schriftwerk vornimmt, ist ein widerrechtlicher Eingriff in das Urheberrecht des Verfassers bezw. seiner chbts- nachfolger. Ist in dem Verlagsvertrage über ein Schriftwrrk, dessen Natur bei Wer nenen Auflage Arnderungen und Nachträge nöthig macht, vereinbart, daß der Verfasser bei jederfolgenden Ansage die inzwischen nothwendig gewordenen Aenderungen und Verbesserungen vorzunehmen habe, so erlischt die Pflicht des Verfassers zur Bearbeitung neuer Auflagen mit seinem Tode, und darf der Vkrleger ohne Einwiliigung der Erben des Verfassers: eine neue veränderte Auflage dUrck) Neu- chrlktitung resp. Ergänzung der früheren Auflage nicht ver: an a en.
_ Nach der im Reichß-Eisenbadnamk aufgrstellten, in der Ersten Beilage veröffentlichten Nachweisung der aui deutschen Eisenbahnen _ außschließlicl) Bayerns _ im Monat August d. J. beim Eisenbahnbetriebe (mii Ausschluß der Werkstätten) vorgskonimenen Unf älle waren im GanÉen zu verzeichnen: 5 Entgleisungen auf freier Bahn, 15 ntgleisungen und 10 Zusammenstöße in Stationen und _139 lsonsirge Unfälle („Ueberfahren von Fahrwerken, Feuer tm Zuge, Kessel-Exploswnen und andere Betriebs-Ereigniffe, LLOYU ber leßierrn Personen g-stödtet oder verleßt worden n . Bei diesen, Unfäüen sind im Ganzrn, und zwar größten: theils durch rigeneß Verschulden, 147 Personen verrmgliickt, sowie 18, Eisenbahnfahrzeuge erheblich und 91 unerheb- lich beschäd1gt. _Es wurden von den 23 377 301 iiberhaupt beförderten Rersenden 3 getödtet, 5 verlth, und zwar ent- falTen 2 Tödtungeti auf den Verwaltungsbezirk der König- lichen Eisenbahn-Direknon Berlin und 1 Tödtung auf die Württembergischen Staats-Eisenbghnen, 2 Verleßungen auf den Verwaltungsbezirk der Königlichen Eisenbahn-Direktion Cöln (linkSrbeinische) und je 1 Verletzung auf den Ver- waltungsbezirk der Königlichen Eisenbahn-Direktion Cöln (rechtSrheinische), auf die Reichseisenbahnrn in Elsaß-Lothringen nnd die Hessische LudwigS-Eisenbahn, von Bahnbeamten und Arbeitern im Dienst beim eigentlichen Eisenbahnbetriebe 20 ge- tödtet und 59 verleßt und bei Nebenbeschästigungen 1 ge- tödtet, 18 verleßt; von Steuer- 2c. Beamten 2 verleßt; von fremden Personen (einschließlich der nicht im Dienst befind- lichen Bahnbeamten und Arbeiter) 12 getödtet und 16 ver- leßt, sowie bei Selbstmordversuchen 11 Personen getödtet.
Von den sämmtlichen Vcrunglückungen _ mit Ausschluß der Selbstmorde _ entfallen auf:
4. Staatsbahnen und unter Staatsverwal- tung stehende Bahnen (bei zusammen 27 566,29 [cm Be- triebslänge und 730 728 319 geförderten Ackskilometern) 131 “'SälTe, darunter die größte Anzahl auf die Bahnstrecken im Verwaltungsbezirke der Königlichen Eisenbahn = Direktionen Cöln [linksrheinische] (16), Breslau (16) und Hannover (15), ver ältnißmäßig, d. h. unter Berücksichtigung der geförder- ten chskilometer und der im Betriebe gewesenen Längen find jedoch auf den Württembergischen Staats-Eisenbahnen und in den Verwaltungsbezirken der Königlichen Eisenbahn-Direktion Cöln (linkSrheinische) und der Königlichen Direktion der Berlin- Hamburger Eisenbahn die meisten Verunglückungen vor- gekommen.
8. Größere Privatbahnen _ mit je über 150 ](m Betriebslängo _ (bei zusammen 1837,32 [(m Betriebslange und 31 743 380 geförderten Acbskilometern) 5 Fälle, und zwar auf die Hessische LudwigeZ-Eisenbahn 4 und die Werra- Eisenbahn 1.
Auf den kleineren Privatbahnrn _ mit je unter 150 km Betriebslänge _ (bei zusammen 1433,13 [(m Be- tnebslänge und 10 065 047 gefördertcn Achskilometern) sind Verungliickungen von Psrsonen nicht vorgekommen.
Hannover, 10.0kiober. (Hannoverscher CoUrier.) In der hrutigen (11.) Sißung des 18, hannoverschen Provinzial-Landtags wurde die Berathung drs (Hefeß: entwurss Über Ergänzung und Abänderung der Wrge- geseßgedung der Provinz Hannover fortgeseßt. §. 6wurde nach dem Kommissionsvorschlage genehmigt.
Dem §. 7 der Vorlage, [antend:
„Das im „S. 37 des Gcseizcs vom 28.Juli1851 zu eisier Umlagr für die Landstraßenuntcibaitung fcstgeseßte Geincindcvoraus kann vom Lcndiag? allgemein odcr für einzelne Grmcindcn bezw. Guidbczirke bis zu virr Umlagen Lkböbt Werds". Bcskblüffe, Wklck)? auf Erbödrmg drs Gemeindevoraus für einzelne Gemcindcn bezw. Gutsbezirke gcrirdtet find, bcdürfen nack) §. 103 Nr. 2 der Kreis- ordnung für die Provinz Hannovrr vom 6. Mai 1884 der Bestä- tigung drs Ministers des Innern.“
beantragt? drr Ausschuß, hinzuzufügen:
„Ein Gcmrixidrvoraus für die Unterha1tung dcr Landsiraßrn drs Krcises, und zwar in dem Bciragr, Welcher aÜgctiicin fiir die Grmcinden und Guisbrzirke des Kreisls brstimmt wird, ist auch von drnienigcn Grmeindrn und Guisdezirkrn zu entrichten, ivclckyc rixic Provinzialsiraße als (Hirnciridrnwg bcnulzrn.“
Der Abg. von Hammerstein-deten empfahl die Zustim- mrmg zu der Erhöhung des Grmeiridevoraus, die um!) schon in hannovrriscder Zeit geplant sri. Es hadr sick) lxerausgestrllt, daß die Abnutzung der Landstraßén durch den (Hrdrauck) als Gemeindc-wegr in dielrn Fiillen so erheblich sei, das; die Unter- baltungskosten, wenn die betreffende Gsmeinde :iur eine Um- lage als GkMLikdeVOkÜUS entrichtr, den Wegeverbaud, insbe- sondere also diejenigen Verdandßgemrinden, welche eine Land- straße ("ils (Hemcindeweg gar uicht odkr nur wenig dennßten, bedrückten. Da oft freiwiUige Beiträge geleistet seien, wünsche er, es möge zu Protokol] genommen werden, daß auch disse
, Leistungen bei der Bestimmung des Voraus in Anrechnung zu
bringen ssikn. . . Zunäéhst wurde die Berathung Über BLU ersteiiAbsaß des F. 7 eröffnct.
Während der Debatte wurden 3 Anträge gesieUt:
Der 21119. von Reden-Oldendorf stellte den Antrag, wo- nach Gemeinden, welche über mehrere extraorditräre Umlagen [)UMUE Beitriige geleistet hätten, bis zu 4 Umlagen vom Genieindrvoraris bsfreit bleiben sollten.
' Der Abg. Lütgen beantragte, die Erhöhung der Umlagen nicht bis zu 4, sondern nur bis zu 2 ziizulassen. , Der_Adg. Nrudourg stLthe den Anima, daß nur Umlagen [?bdéx Z hinaus drr (Henrhmigung des MinisterS des Innern e ur en.
Nach kurzer Debatte, in der die Antragstekler ihre Anträge brfiirworteien, wurde auf Antrag des Abg. Graf Knyphausen dre Diskussion über drn ersten Absatz geschlossen, und die Debatte über den zwritrn Absüß (Kommissionsantrag) eröffnet _ Der Réserent Abg. von Hammrrstein-Loxten liislt diesen Znsaß der Kommission für den interéffantesten Punkt der ggnzen Voriage. ES könne xäÜe ngcn, wo eine solche „Be: stmmnung ganz zweckmäßig ei, in andrren FäÜen könn? sie aber zu den Exorbitantesten Resultaten fiihren. Er habe in dsr Konnnission fiir den dort von eren-Franzdurg ge- stellten Antrag nicht stimmsn könnrn und bitte, ihn hisr ab- zulehnen; die nicht zu verkennenden Unzuträglichkeiisn müsse man bei der aUgemeinen Revision des Wrgegescßes abstellen.
Der Abg. von Reden-Franzburg führte zur Vrgriindung ach, ]rßt zahle dir Gemeinde, die an dcr Landstraße liege und diese als Gemeindeweg benuße, dafür ein Voraus, di»: Nachbargémeinde, welche an der Chaiiffee liege und diese als Grmeindswrg bMUßL, dafiir nicht, eine Ungleichhrit, dir zu beseitigen Zwrck des zwritrn Absaßes dcs §. 7 sei.
Der Abg. Struckmann Erklärtes, dieser Satz nwils nichts Anderes in das Gesetz hinrindringrn, ach was uran gestern herartEgrbracht, es fehle jrder logische Zusammenhang, daß der Wegeverband eine (Hemeindr, die Vortheil 0011 einer Provin- zialstraße habe, dafür 311 einer Besteuerung fiir dir Krsiskaffe heranzirdrn könne, die fiir die Provinzialstraßen gar nichts leiste. Nur ein gewisses dunkles Gefühl von Undilligkeit könne zu einem solchen Anfrage führen.
Der Adg. von Lenthe-Lenthe vermißts in dem zweiten Saß nicht die Logik; höchstens fönmten die Gegner die Systr- matik darin vermissen, die ihre Chauffern in eine Schachtel, die Landstraßen in die andere zu packen grwohnt wärsn und sorgfältig getrennt von einander hirltrn.
Der Abg. 1)r. MüUer bemcrktc, die log5schß Korisrquenz drs gestrigen Beschlusses zu §. 1 müsse dahin führen, den Absaß abzulehnen; gestern habe man sich dagrgen erklärt, Chauffcen ohne Weiteres den Verbänden aufzulsgen, deute könne man nicht diese Verbände autorisircu, dio Brnußung der Chauffeen für ihre Kassen zu besteuern.
Auch der Abg. von Rössing hirlt den Saß fiir unannehm- bar, da Chausseen und Landstraßen verschiedene Rechtsträger und verschirdene Kassen hätten, aus dLnen sie unterhalten würden. Wenn man Orte, die an Chaussern lägen, heran- zrehe, weShqlb mcht auch solchr, die an Eisenbahnstationen lagen? Dahm führe es, wenn man das Gebiet der Land- straßen verlasse. Keine Regierung würde eine Besteuerung der Fenußung ihrer Chauffeen durch die Wegeverbände jemals zuge en. '
Der Nbg. don Reden-Franzburg legte keinen Werth darquf, was logisch sei, sondern was der Anschauung der Bewitterung entspreche, und diese wünsche Besteuerung der Anlieger der Chausseen.
In der Abstimmung über den ersten Saß des §. 7 wur: den die Anträge von Reden-Oldendorf, Lütgen und Neubomg abgelehnt, der erste Satz gegen 32 Stimmen genehmigt, der zweite Absaß (Zusaß der Koirmisfion) dagegen mit großer Mehrheit abgelehnt.
§. 8 hebt den s?“ 38 des Geseßes vom 28. Juli 1851 auf, Dieser §. 38, beire end den Erlaß am höchsten Betrage der Umlagen für einzelne Gemeinden und Gutsbezirke, hat dmch Z'. 13 und F“. 103 Nr. 2 der KreiSordnung seine Vedeutun verloren, indem danach über die Mehr- und Minderbelastrm der einzrlnen Kreistdeile nicht die Wegepuiizeidehörde, sondern _ und zwar ohne die Beschränkung auf ein bestimmtes Maß _ der Kreistag unter Genehmigung des Ministers des Innern zu beschließen hat.
' Der Abg. von Linsingen bat dringrnd, diesen §. 8 abzu: lehnen und die Vorstehér darauf hinzuweisen, daß fie auch Entlastungen eintreten [affen könnten.
Die Abga. von Hammerstein-Loxten und Ludowieg führten aus, der „Z. 38 könne nicht aufrecht erhalten werden, weil nicht mehr die Landdrostei, sondern drr Kreis die Entscheidung über den Erlaß hade.
§. 8 wurde genehmigt.
Nack) §. 9 tritt daI Geseß am 1. April 1885 in Kraft, F". 9 wurde genrhmigt.
Ehe zu der Abstimmung über das Geseß als Ganzes ge: schritten wurde, steklte der Abg. Fürbringer von Neuem den gestern zurückgezogencn Antran, dic Reform drr Wegegeseß- gebung vorläufig, bis man mit der KreieZordnung praktische Erfahrungen gemacht habe, aiifzuschieben, dir ngirrung zu ersuchen, siatistischc Mittheilungen iiber die Verseßungen von Chausseen auf den LandstraßewEiat zu machen M.
Der Abg. von Hanmrersteiti-Loxtrn wiederholte nochmals, der Antrag sri 111er thm 1101481111111].
Der Abg. Ludowirg bestritt Fiirbringers Behauptung, daß die hier in drr Sachs gefaßtrn Beschlüsse radikale Arn: derungen enthielten. Nachdem noch der Abg. Dr. Miiller gegen Fürdriimrrs Antrag gesprochen, wurde der Schluß der Debatte drschloffrn.
Der Abg. Meyer-Riechloh motivirte sein Votum gegen das Gesetz, als GanzeeZ.
Zn drr namentlichen Abstimmung wurde das Geseß als Ganzrs mit 48 gegen 23 Stimmen abgelehnt.
Sqchsen." Dresden, 11. Oktober. (W. T. B.) Dsr König Ut heute früh im bestsn Wohksein von Wien zurückgekshrt und in Strrhlcn abgestiegen.
Sackfen-Weimar-Eisenach. Weimar, 10. Oktober.
(Th. C.) Der Landtag des Großhcrzoathums ist auf den 30, d. M. einberufen worden, um seine Thätigkeit wieder aufzunehmen. Derselbe wird sick) in srster Linie mit drn Er: gebnissen des neurn Einkommensteuergeseßcs zu brschiifiigen haben; doch diirften ihm auch einige andere Vo rlagen grmacht werden. soweit es sich um Angelegenheiten dringlicher Art hqndelt. Drnn eine längerr Session diirfte nicbt dradfichtigt sem,da iiach dem Landtage noch der RechnungSauZschuß dcsselben tagen wrrd. „ Die Kreisverbände grgen Bettelei brwähren sich 111 Thüringen recht gut, wie dies in auen Berichten bestätigt Wird. Das Vagabundrnunwesen hat erheblich nachgelaffen, und zwar wird dies Rrsultat mit verhältniszmäßig geringen Kosten erzielt. So hat z. B. die Verpflegungsstatwn Weimar im ver: flossenen Vierteljahr 2130 Prrsonen mit einem Kostenauf- wande von nur 587 „46 Unterftüßi.
BraunschWeig. Braunschwsig,10.0kiobsr. (W. TB.) Nach den mussten Nachrichten ist das Befinden des Herzogs etwas günstiger und scheint eim? mimittelbare Gefahr nicht vorhanden.
_ 11. Oktober. (W. T. B.) Die amtlichen „Braun- schwrigischen Anzeigen“ mrlden: Nach den über das Be- frtiden des Herzogs hier eingetroffensn telcgraphischen Nach- r1chte11von gestern, Freitag, ist Se. Hohsit fieberfrei und der Puls normal. Auch da?: ngemeindefinden girbt fiir jetzt keinen Anlaß zur Annahme besonderer Gefahr.
Oefircrciah-Ungarn. Wirn, 10.0kt0ber. (W. T. V.) Der Kaiser empfing hrute den König Milan von Serbien. Diessr siattetesodanndemKönig von Sachsen einen Besuch ab und empfing spätrr den Gegrnbrfuck) deH Kaisrrs und des Königs,; von Sachfrn sowie den Besuch des Prinzen Wilhelm von Preußen. _ An drm heutigen Galadiner in Schönbrunn nahmen der König von Sachsen, Prinz Wilhelm, Graf Kalnoky und Prinz Reuß mit drn Mitgliedern der dcutschrn Botschaft Theil. _
Pest, 10. Oktober. (W. T. B.) Im Obcrhame wurdc dritte von dem AdreßauSschuß der Entwurf der Adresse an den König vorgrlrgt. Der Entwurf äußert sick) zustimmend zu dLr in Aussicht gsnonimenrn Reorgani- sirnng des Oderhausrs auf grschicdtlichrr Basis und mit Be;- rücksichtigung drr nationalrn Entwickelung. Sodann wird auf die Wichtigkeit dsr Regulirung der obrrenDo nau und der Bessiiigung der Hindrrnisse fiir die Schiffahrt am Eisernen Thore hingewiesen, sowie die Bedeutnng dcr Hersicüung dees Gleich- gewichts im Siaatshaushalte, endlich auch die Nothwendig- keit der Erneuerung des AuSgleickzs mit Oesterreiä), unter Würdigung der Interessen deidsr Theile, hervorgrhoben. Ferner _ wird, unter besonderem Hinwrise alif das innige erUndschaftliche Verhältnis; 311 Deutschland, der Befriedi- ming Üdér dic ausxzezeicimeten Beziehungen zu allen Staaten Außdruck vrriiehcn und die Nothwendigkeii des inneren Frirdens betorrt. Dic Brrathung des Adreßcntwurfs wurde auf den 13. d. anberaumt.
_ 11. Oktober. (W. T. V.) In dem Adreßentwnrf dex; U1_1terhauses wird der hingebungsvoüen Treue fü? den Kaiser, wslch€ kein noch so stürmischer politischen Kamp,! zu erschüttern vermöge, Ausdruck gegeben und die Dringlichkeit einrr Reform drs Oberhauses auf historischer Grundlage sowre die Rothwendigkeit der anderen in der Tdronrede angekündigten Geseßentwürfe anerkannt. Das Haus spricht sich in dem Adreßeniwurf fiir Sparsamkeit unter Wahrung der Sicherheit des Staates aus und findet gestriZL-kte Beruhigung in sehr guten freundschaftlichen Beziehungen zu aUen Staaten, in dem möglichst innigen Ver- hältniß zu Deutschland, sowie darin, daß dieses dH" Charakter eines Bündnisses zu Zweien desißende Verhältnis, welches 6 Jahre hindurch sich als starke Garantie des euro- päischrn Friedens dewährk habe, wcdsr bezüglich seines äuße- ren Umfanges noch bezüglich seiner inneren Natur irgend;
Ein Antrag auf Schluß der Debatte wurde genehmigt.
welche Veränderung erfahren habe. Einer Verlängerung der
I'?“ ***. 4, “.*, , ,
' „T* . „**
«374,4 ,
)
Rejchßtagßperioden wird zugestimmt, der Hoffnung auf Er- neuerUM des Außgleichs mit Oesterreich auf der Basis der YjUingit Ausdruck gegeben und_ schließlich betont„ daß die Aufrechterhaltung des mneren Friedens und brüdrrlrcden Eiri- Vernehmencs der Grfeüschaftsklaffen und Konfessionen not!)-
wendig iet-
Schiveiz. Bern, 9. Oktober. (Bund.) Die vom Byn- desrath zur Berathung der Frag? der Münzkoriventron niedergeseßte Exprrtenkommrssidn hat am Dienßa und Mittwoch Sißungeri gehalten und ihre Arbeiten aus rund eines von drm Fmanzdepartement vorgelegteri Frageschemas yoÜendct. 'Die Haupttendenz dcs Schemqö ging dahm,„zu wissen, welche als im Interesse der Schweiz [regrndc Spezial: begehren fiir den Fal] der _Verembarung emer neuen Konven- tion von Seiten der Schweiz gesteÜt werdcn sol1en. Als solche wurden, dem Vernehmen nach, dezerchnrt: 1) Fdrtdauernde EinsteÜung der Prägung von Silbermunzen (Funffrxmken- thalern), 2) Rücknahme Zdrrunterwrckzirgsn oder _gvgeschliffenen Fünffrankenthaler durch, die detreffsnden Pragungsstaatrn, Z) Vermehrung des Silbrrscherdemunzen :Ko_r_1t111gentes der Schweiz. Im Weitem set in 'der Kommrfnon (111611011111 worden, daß alle anderen Konventionsstaatkn, welche emegrdße Sildermiinzenprägrmg besitzen, größeres Jntsresse an dem ;_1- standrkommen einer neiien _Versmbarung haben als 18 Schwär, welche nur wenige eigéiieSilermünzcn hai. Hdiipt- sächlich cms leßterem Grunde 191 innerhalb der Kommission guck) vielseitig dir Ansich't auedesprocbrri worden, das; sich der Schweiz wrnige Hindernisse LUTKMLUstSÜM, um soxort, wrnn eine Urne Vrreinvarung nicht zu Stande kommrir soÜte, zur reinen Goldwäwuna iibrrzugehen. , . _
_ 10. Oktober. (W. T. V.) Das Kdnrgrrrck) Serbirn [iat dem Bundechath den Beitritt zu'der insernationalen Phyloxrra-Conveniron noirfizirt.
Niederlande. Haag, 7. Oktober. (Köln. Ztg.) Die Genrralstaatrn werden am Sonnabrnd mit dem Schluß ihrer Srision aufgrlöst. Die Neuwahleii ffnden fur diE Iweitr Kammer am 28. Oktober und fiir die Erste am 5,7920- "vember statt; die Einberrtfung dss neurn ParlamentH Erfolgt dann ziim 17. November.
Belgien. Brüssel, 10. Oktober. (W. T. B.) 'Die klerikale Parisi und die Partei der Uriadhängigrii proklamirten deute Abend gemeinsamr Kandrdaien 1_i_ir die: Briisselcr Kommunalwahlen am 19. 17.2111. EZ ist dies das erstc Mal, das die klerikale Pariet dcr deu Kom: munalwahlen mit Liner voÜständig-m Kandidatenliste- an; tritt. _ Dix.“ liberale Vereinigung stelltr fiir die am 19. d. M. stattfindende" Kommurmlmahlexi 10 Konrmrinal- Räthe als Kandidaten, die ihr Amt iiiedergclegthatten,Wieder auf, sowie außerdem 6 nene: Kandidaten, darunter Janson, den Führer der Radikalen.
Großbritannien und Irland. London, 10. Ok- tober. (W. T. B.) An den Kommandanten“ der englischen Schiffsstation in drn austra111c13en Gewässern sind Telegraphische Befehle Orgaiigon, sich nach Neu-(Huinea zu begeben und das etrglrsche Protrk- torat iiber die Siidkiisten nebst den der_iachdarixen Inseln zu proklamirrn. Die Ansiedrlung an,! diesen (He: bieten ist fiir jsßt noch nicht gestattet, . 7
_ 11. Oktober. (W. T. 26.) Wie dw „T_rinexs“ er: fährt, beadsichiigt die englische Regierung die Bildung einer starken Polizeimachi in der Kapko'lonrr zu»; Schuße der Eingeborenen grgen fremde Invasion und zur Sicherheit des Handrlsweges ins Leben zu rufen. ,
_(AÜg.C0rr.)ZnChathamliefan18.daHPa,nzersc_l)1ff „Rodiiey“ vom Stapel, durch welckges die englrscds Kriegs- marine um ein neurs mächtiges Fahrzertg bereichert worden. Der „Rodncy“ ist 325 Fuß lang, 68 Fuß lwsrt, 26 Fuß 51/4 Zoll tief und hat einrn mittleren Tiefgcing von 26 Fuß 9Zoll. DieTragkraftdesSchiffes beläuftsick) auf 9740 t Lind die Maschinrnsind von 7500 Pfrrdefraft. Die Armatnr drs SchiffeI besteht aus vier 63 t wiegenden Hintrrladunnganonen, sechs 6zöÜigen Hinterladern, zwölf 6pfiindigen schriellfenernden (H9- schiißew acht Nordrnfeltschen und zwei Gardnsr-Kaiwgen forme zwölf Whixedeadschrn Torpedos. Es ist mit zwei (Zchrauden versehen und wird im Stande sein, 6111? durchschmiilichr Fahrg€schwimdigkrit von 14 Knoten in der Siunde aufweis- zuhalten. Dir Hrrstellung-Zkosten belaufen sick) auf circa 440 000 Pfd. Sterk. Drn Taufakt voklzog dre Herzogin von Edinburg in (Hegeriwart ihresxGemahls und emer ebenso zadlrricden wie glänzenden GeseUichaft. '
Capesown, 17. September. (Allg. Corr.) DLL anit- 1ich€ Zeitung in Pretoria veröffentlichte gesicrrr eme Proklamation des Inhalts, daß die' südafrikanische RepudUk ein Protektorat üdrr das Territorium Montsioa'cZ hsrgesteÜt hab? und die Jurrsdiktion Über dieses Gsdirt kraft Klausrl 4 der Londoner Konvrntion dean- sPUkckW- _ Mr. Joubert ist zuriickbérufen wordrn, 111117176111 Volksraad deizuwohnen,und der1111terricht6=Mrnisi€r wurdr abgeschickt, um seinen Plus rinzunehmen. _ Der VolkSraad des."; Orgnge Freisiaals wurde'amDon- nyrstag eröffiiet und hat die Annexion des Territoriums Barolong ratifizirt.
Durban, 10. Oktodrr. (W.T.B.) Das „Rrutersrdd
ureau“ mrldet: Die Exekutive dcr TranSvaal- Revudlik hat beschl0ffen, die Zurückziehung drr Prokia- mation dcs Protektorates Üdcr Montsioa zu «klären.
Frankreich. Paris, 10. Oktober. (253. T. _B.) Die Budgetkommission hat, um das Budget ins Gleichge'th ZU bringen, Reduktionen im Betrage von 52 Miilimien Francs vorgenommen. Ueber die Frage wegen der von den É1s2n'bahnkompagnien dranspruchtexx Zwschiissewon „ Mriiionen als ZmSgaraniie behielt 1ich die Kommission 1hre EUkschließung vor.
Heute fand zwischen Rochefort und demKommandanirn Fournier, dem Unterhändler des Vertrages von TketiLjii', in Folge der von Rochefort in seinem Vlatxe gegen Fournier 8SUcht€ten Angriffe ein Duetl statt. Beide wurdrn lctcht verwundct. '
In dem Departement Ostpyrenäen sind grstern zwci Ch VL 6 r a : Torrsfiilis vorgekommen.
Italien. Rom, 10.0kioder. (W. T. B.) Der Cl) 0- lsra-Bsricht vom 9. d. Mis. meldet: Es kurnen vdr:
MEssandria 2 Erkrankungen und ]. Tochfakl, m Aqmla 9 EkkkÜnkUUsxen und 2 Todechälle, in Bergamo 4 Er: krankungen und 4 Todrsfälle, in Bologna 3 Erkrankungen und 1.T0sta[1, in Brescia 1 Erkrankungs- und 1__ TodeZZ- fÜÜ- M Caserta 6 Erkrankungen und 3 Todesfalle, m
:; Jr.- -WZXÖÉZ*-k- » Z"!“ «55-
Chieti 3 Erkrankungen, in Cremxzna 15 Erkrankungen und 7 Todesfäüe, in Cuneo 21 Erkrankunaen und 8 Todesfälle, in Ferrara 4 Erkrankungen und 2 TodrSfälle, in Genua 31 Erkrankunaen und 18 Todrsfäüe, davon in der Stadt Genua 10 Erkrankungen und 13 TochfäUe, in Mailand 2 Erkrankungen, wovon einer in der Stadt Mailand und 1 Todesfal], in Modena 1 Erkrankung, in Neapel 54 Er- krankungen und 30 Todesfälle, davon in der Stadt Neapyl 41 Erkrankungen und 18 Todesfäüe, in Novara 1 Erkrankungs- und 1 TodeSfaU, in Porto Mauricio 1 Erkrankungs: Und 1 Todesfall, in Reggio neU' Emilia 7 Erkrankungcn und 3 Todessäks, in Rowgo 1 Erkrankung und 3 Todesfälje, in Salerno 4 Erkrankungen und 1 Todes: fal], in Turin 8 Erkrankungen und eben so viel Todesfälle und in der Stadt Venedig 1 Erkraxikang.
Türkei. Konstantinopel, 8. Okiodrr. (Allg. Corr.) Ein Telegramm aus Varna besagt: „Vor der Festung Zafeer. in Hedjaz, hat ein Kampf stattgefunden, in welchem 800 Mann theil-Z getödtet, theils vrrwundet sein soÜen. Nach Beendigung der Schlacht räumte drr Scherif von Edin das Fort und Hrdjaz, wo die Kaiserlichen Truppen cht stehen. Der Scherif hat gegenwärtig den Distrikt (Hebel Saras béséßt und versucht, die Verbinduiig mit Sanna, der Haupt- stadt von Yemen, abzuschneiden. Die chierang sammelt Trupprn fiir einen entscheidenden Angriff gegen ihn. Er giebt sich fiir einrn VrOpheth aus.“
Rußland und Polen. St. Pelsrs burg, 11. Oktodrr. (W. T. B.) Ein amtlichrs Communiqué, in welchem eine aWsiidrlichsDarsteüung über die Studsnth-Exzesse bri der Jubiläumsfeicsr der Universität in Kiew gegeben wird, stellt frst, das; dir)“? Exzesse krinecxwrgs durch dass Verhalten drr Universitäteödrhörde gegeniiber drn Studentrn hrrvorgerufsn worden seien. Die zur Judiläumé-"feier getroffenrn Vor: kedrungrn häiirn fiir dir Studenten nicht nur nicht?- Bsdriickrndes gehabt, sondern die UUWLTfitätSbéhöriW hätte bedanrrlicher Wrist», sogar iibrrfiiisfigs Versuche grmackxt, den Wünschen drr Student(xxi zu entspreäzcn und N0chs1cht geübt. AÜein jr mehr Konzessionen den Studenten gemacht worden seien, um so mehr hätten sie!) ihre Forde: rungrn vergrößrrt, und erst als 06 zweifellos qswesen wäre, das; unter den Studrnnn der Einfliis; vonLeuten, welche ein? Siöruna drr Jubiläumsfeirr bezwrckten, dir Obsrhand gc- warm, hätts der Kurator des Lehrbczirks defchlossen, die Stu: denten nicht zur Aula zuzrxlaffen. Das Commmiiqué schlioßt: Die Exzrffe bszrugrn, das; in Orr Uiiivrrsitéit Kirw leider nicht weiiige vrrderbte und döswiiligr Lrute vorhandeir sind, welche aUe Mittel zur Verfolgung ihrer Vrrdreckwriwhrn Zwecke aufdieten. Die Mehrzahl der Studentrn sah daS Uebel, besaß 0031 nicht genügende sitilickzs Kraft, um den Aufhcßern zu widerstehen, wrlche sich hinter der von ihnen dsthdrtcn [kick,itsinnigsn Menge 311 verstecken versiatidcn. Um die Uni- versitiit Kiaw von disscn schäd11chenElcmrnten sowie von den AUHführsrn der Befrhle verschiedsnxr Agitatoren und Aufwisglrr zu säubern, ist dssckxloffen wordrn, die Borke sun JLU und son: stigen wissenschaftlichrn Beschäftignngrn drr Studrnien dis zum 1. Januar 1885 zu sisiiren, alle Studenten drr Unr- versität zu entlassen und den andern Universiiätsn'zu verdieirn, dieselben aufzunehmen; zum 1. Dszrmder 1884 eme Univsrsitätskommission zu bildi-n zur Entgegennahme drr Bittgrsuche der Studrnien um Wirderaufnahme m die Universität; endlich drr Kommission zur Pflicht zu machrn, hinsichtlich jeden Vittsirllsrs dic: gsnaursirn Recherchen anzu- strUen Und nur solche Studentsn wirder aufzunrhmen, deren Ziwcrlässtgkrit durcharrs zweifellos ist.
Amerika. New:?)ork, 8. Oktober. (Al]g. Corr.) _Die Demokraten haben in allen Städten in Ohio, dre 111 dieser Wocho von Mr. Blains besucht werden, Meeiinch und Auf- ziige angeordnet, um drr Wirkimg ssines EksckJYUWUSULUtgLMn- Juardsiten. Srnaior Camsron ist von Ohio zuruckgrkehrt. Bride Parteien senden große Geldbeträge dahin.
Einer Meldung aus Buenos Ayres zufolge hat der Kongrsß von Bolivia den mit Chile geschlossenen Waffenstillstand ratifizirt. '
Afrika. Egypten. Alexandrien, 7. Oktobrr. (Al]g. Corr.) Die gcmieiheten TranSports ciziffe „Drccan“ und „Australia“ sind hier angekomnwn. Das Kainrelx Corps isi ausgefcdifft worden und wird sich drn Nil hinaus- degsdrn, sobald die nötmgcn TraiiSPcirtmrttsl bcschafft wor- den sind.
Kairo, 9. Oktober. (A. C.) Die schwere Division drs Kanrecl-Corps wird dri drn Pyramideii em Lager bi'zislwn, bis von Lord Wolsrlry drr Befehl emgrht, drn
iarsck) nilaufwärtH aiizuirrtrn.
Dongola, 7. Oktober. (A. C.) „Reutrrß Viircau“ meldrt: Vom Bahnhofs der SUdUWEiieridahii in S_arra'cZ kam hruir deitän Wals [) von der drrittexien 'Jmantrric hier in 131116111 „iiriggar“ an. Er [Egle die Distanz von 200 Meilsn in 10 Tirgrn zuriick. Der ZaiigringKatarakt, 50 M'eilen 0011 SarracZ grlrgrn, ist_d_er srywierigfts und ohrie Srizlrpptauc unpassirdar. V0n_Erryh dis, Dsddrl) smd dw Eingeborencn freuwdiich griiimt. Dongolg hat eme Garnison Wii 600 I.?iann drs Royazl-Suffex-chiments und 1000 Negersoldaien. Das Klima ist, gut und drr Erfund- heit-Zzustimd der Trupp-sn ein anégczeichnetcr. Der Einfluß drs Mahdi ist im Schwindxn. ,
General Gordon dat Kunde? iiber den Sirq des Mudirs von Dongola dei Korti erhalten. Dirselds [ratte die Wirkung, dsr Garnison von Khartnm neurn Muti) éinzuflößrn. Der Scheich Malwmed Keir Wii Sawad 11161081, daß der Mahdi dri seiner Ankiimt m Shadi am Nil erfuhr, das; die Bevölkerung von JSPdDair sick) gcgén 1811 empört habe, infolge drffen er unverzuerch' aufbrach, urn die Rebxüion zu unterdrücken. Etliche Scherckis der zwrscden Shendi) und Khartum ansässigrn' Stimimr Sawarab und Hawawoo haben den Vakil deS'MudirH m denkol drsucbt und sich mit ihren Stämmen, 1500 Mann an Zahl, untrr= worfen. Mahomed Keir empfiehlt El. Drbdeb als 010011 gerrg- rieten Ort fiir ein Depot. Der Miidir von Dogola leistet rer Expedition jeden Beistand. Er ichickt Kundschafter nach (18911 Richtungen aus. ,
Assuan, 8. Oktober. (21, C.) Die ersten 12 Ruder- boote aus England haben dsn Ersten Katarakt passtrt und gingen heute Nachmitiag 3 Uhr nach W ady-Halsa ab.
Suakim, 8. Oktober. (21. C.) Nachrichten vqn Massauah zufolge sindRuhcstiirungen an der abessi- nischen Grenze durch Raudanscxlle der Sdohos entstanden. Die RebeÜion greift um sich. DW Hodabw und Rasherda: Araber haben sich dem Mahdi angeschlossen. OSman Dtgma
hat es „aufgegeben, Suakim anzugreifen, und ist ,jeßt damit beschäftigt, Frauen und Kinder des mit den Enaländern be- freubixdeten Amararsiammes zu ermorden und dessen Viel) zu rau n.
Zeitungsstinnnen.
Die Münchener„Allgerneiue Zeitung“ sagt in einem Artikel über „Die neuen Nerchstagswahlen“:
.G-Zradr der alte „Fßortscbritt', die emeriiirte ,Drmokratie“, wäre brrufcn gewesen, die 1oziale Reformvartri zu gründen und in ihren Programmrcden der selbstverständliÖen bürgrrlichen und wiffen- swaftlichen Freiheit der distributiven (Herewtigkcit die erste Stelle einzuräumen. Sie hätte sich nur auf die vor 40 Jahren landläufigen: StiOwörter zu besinnen gebraucht: „Wohlfahrt und Bildung für Alle“; sie hätte aber, auf_ volkswittbsäpaftlickoe Studien acstüst, dsn ernstlicbsten Ton auf diele Beßriffe lcgen müffsn, damit fir nicht blos ein flunkernder Zicrratb bliehen. Sie härte wirf1ich mit der Zeit und ihrer sc'QMren Noth „fortiwreiten' sollen, statt sich in v::[cbte Schablonen einzuspinnen. Gcrade die Fortschrittspartei bringt dir Vrrfabrenheit unsercr Parteizustände_ zum siwtdarsten Aus- druck. Beständige Kliitcrung zwischen Foriywriit und National- iiberalen; Befcbdung des sogenannten StaaLSWzialismUs, dem fich die Naiionallideralen fiigén; Bemängrlang der Anfängr eincr Kolonial- politik, w§lchcjenen als ..MTÜOUÜl“ erscheint; gegenseitige)? Ranch um citiz-slne Wahlbezirke. . . . . . Dabei eden 117 noth- ßedrunxxenes wie widcrsirrdcnch Cingibrn aur srzialpolitiscbe Vorlagen und manchesterlikhe Phrasen und _Zadien kei den ijektirtrn Dampfcrlinien. Nichts wirkt abstoßenrer und beschämender, als Mnn die FreihandelSmatadorc der „Partei kon- sequent Privat- und VolkswirtbsÖth verwechseln und die ganze Ge- seUscbaft wir ein KaufmannMrscbäft brbandeln und behandrlt wi en onrn. Da fragt man fich verblüfft: Ist denn die ganze wi en- schaftliche Arbeit der Neuzeit spurlos an denen vorübergkgangm“ dic fick) als die ersten Vertreter des dcntschsn Volkrs geriren? Odrr ist ein Parlament nur dafür vorhanden, die im Schmelztiges der Kritik Vrrdliebcnsn Residua als böchftrs Produkt chemischer Wrisdeit außzuposaunen? , . . Indessen wir badkn gut reden; die Parteien, deren Thäkizikéik schon im Fluß ist, werden silb rvenig um unsere Außstelinngsn kümmern ..... DaF wird so seinen Weiteren Vsrlauf haben, und der [Mende Staat?;mann, dEr ?rixie höchst ke- stimmten Zdern und Plänr hat, wird auf die wirkiiihc, “0. k). fördernde Unterstüßung, ebenso wvbl wie auf die wirkliche, d. l). Ebenfalls för- dsrnde Opwfition Vergeblirb wartrw" . . .
_ Dir „Kölnisäze Zeitung“ schreibt: _
Wie sein politisckyer Freund Härle, so hat fick) auch dsr bisherige Nbßeordnete für Ulm. Hr. Hähnle,“ von der Volksxmriei, für eine Erbödung dcr (Hrirridezölle ausgesprochen. Der Kandidat der Deutsch- frris'mnigen i;“. Landau-Nrnftadt, Hr. Sartorius. dat sicb für höhere Weinzölle erklärt, „um der französischen Wcinfabrik entgegenzutreten'. Nun ist vom deutswxfreismnigen Programm nicht cirxmal mehr der Freihandel übrig.
_ Jm „Staats-Anzeiger fiir Württsmberg“ lesen wir:
Dem .Boriincr Tageblait“ wird aus; England gcschrirbeu: ,;Alie Bericht? zeiger, däß Handel und Industrie iiiwts Weniger als in einem blübrndcn Zustande sicb brsmden, daß „,das Geschäft“, wie man sicb ausdrückt nicht gut geht. Die Komsumiion von Luqugegen- ständen nimmt ad, ebrnso drr Genus; von Wein und anderen geistigen Ertränfen. England macht eben j-xtzt einc Krifis durch in politischer, wir in ökonomiscdsr Brzicdung. Die Konkurrenz anderer Staaten, zumal Deurscblands und der vrrrinigien Staaken von Amerika in dem Wclibandel ist dc-rmaleu eine (10113 andere und stäkki'kk, als in irgend einer frühsren Zcit. Und für England cxistirt im Grund: genommen doch nur die eine Gefahr, nämlich der Vrrlust dcs Uebcrgewicbtcs in dem Welthandel. Alle politiscren Fragc'n smd Taacé-fragen vorübergehender Natur, die fich in der kürzesten Zeit zum Guten wieder ändern können; allein wenn England feine berrsÖende Stcuung iii den Märktrn drr Welt ver- lieren sollte, darm wäre seine Großmachisteüung aufs Ernstliwftc er- schüttert.“ _ Eine Nut,;anwendung zu machen, untcrläßt das „Berl. TUJWL“, das sOUsk für “den engliscden Freihaxidcl schwärmt urid stets prophezeit, Drukscdlaäd ivcrdr durch ZöUe zu Grundr geben.
_ Dar „Wrimarischen Zeitung“ wird aus Apolda, 3. Oktokwr, berichtet:
Unsere WoÜwaarcnfubrikafion ist trotz vorgrrüsktcr Saison erfreulichrr Weise noch im floiten (Gange. Während andere Jabre um dicsr Zrit s(dc-m das „Mustern' angegangrn war, arbeiten heute die meisten dcr Werkstätten, namsnjlikd' in der Tücherbranche, bis spät in die Nacht now an Kommisfionen. Die durch die Cholera- epidemie eingetrsiene Siockrmg in den Vrrscndnngcn bai nicht lange angehalten und ist wvdl reichlich nachgeholt. Ankh für Axiferiigung von Hrrrrnirssien wchcn im Lokalblait stets Arbeiiar gemäht und daß die V:?sidäfiigung bis im Dezrmbrr zugefiÖZrt wird, ist ein Beweis, “0-27“? dic Artikel für den Export brstimmt Und.
Amisdlakr des RsiÖL-Pofiamts. Nr. 50. _ Jubalj: Verfiignrig Wm 4. Okwlwr 1884. Ermittelnng iibrr dic Postkarten mit bezahltrr Antwort, Sendungen mit Empfangsanzeißen, iibcr Eil- scndungen und Zriiungen.
Statistisäxe Nachrichtem
Dkk dom Zi'aiirrliik'cn Statistis-Fßcn ART Hrrausgcgcberte Wand 2 der neuen Folar dcr Siatistik drs Drittséloen Reichs isi iiach der Zciifolgr dcs ErsÖeincxis der [Wir dcr drei Bände dirsi-s Werks, ivclcde dic definitiven Ergebniffe der Verufr'istatistik naid drr al- gi'moincn Bsrufszäbluna Vom 5. Juni 1882 behandeln. Demselbrn wi'rdrn noch die landwirtbichaftlicbc BcirirbSstatistik und die Gswerbr= statistik folgrn, welchc aus dem Ykaterial Dicser Zähluna berzusteüen find. Die in drm cben erschiencnrn Bände cntbaltene Einleitung ziir Berufsstatistif Erklärt zu:“.äwst BSI Eilycbunzs- und Zusammen- steUunngcrfabrrn bei der Bcrufdzädiuna, sowie das_erRJLtm der chieren zu den VolkSzählumgen und dcsprichx hieraus die Etac nisse in folgrndrn 7 Abschniitcn: ]. Zugehörigkeit zum Beruf, 11. Berufs- art im Haudibcruf, 111. Bermsstcüung, 17. (HeiÖie-Frt, Alter und Famiiicnstand, T7. Ncbcdbcruf odcr NkbUikrwckb, 71. dw Invaliden nacb ibrrm vormaligen Brruf, 1711. die Witchnmnacb drm Beruf ihres ([ckth Verstorbencn Ehemannes, Die licbcrjtcbtc'n umfasen die Darstellung drr Bevölkrrung drs Reick»? ]) "Ick HWR“, und Nedcnbrruf, 2) nach Hauptbrruf, Gésrbirrbt, 211191“ und Familienstand. 3) Die chrn [when ALMS, in Folßc don Vcrlc'tzmza Vd?!" Krankheit dauernd erxvrrdrxuwfäbig gewordenen Prxkonen' nach ihrem vormaligen Beruf, 4) Die Wiiiwrn nach dem Brrnf tbrrr ([?Bk') vrrstorbrnen Ebemämicr. 5) Eine fernere Ucbcrsiwt bxtrifft dic Brrufsgrirppen der Bevölkerung drr kleineren Verwaltmigslwzirke. Daray schließen sich Tabellen mit Verlyältnißzablrn. Auf 18 kariogknpbtsckprn Dar- stellungen wird sodann die geographische Vertheilung der zu den Berufögruppcn gehörigen Perso'tten uber daß Reich gezeigt und in Nachweisungcn hierzu mit Beziehung auf die einzelnen Berufsatten erläutert.
_- Nach Mitihcilung des Statistischen Amis der Stadt Berlin smd bei den bicfigcn StandeSamtern m der Woche vom 28. Srptember bis inkl. 4, Oktober cr. Fix,! Amneldung grkommen: 509 Eheschließungen, 900 chendgeborcnc, 3- Todtgeborene, 645 Sterbefälle.