1905 / 130 p. 5 (Deutscher Reichsanzeiger, Sat, 03 Jun 1905 18:00:01 GMT) scan diff

anderem Standpunkt steht, Dieses Urteil lautet, daß die demokratie kapiruliert, Sijuation, die aus zurücklie

Teil der Arbeiterschgst gehört gar Organi10iion und Viele Tzusende fi Klagen und Wünjcbe der kon

berechtigten

darum ihre Berechtigung, weil Sozialdemokratie stehen“.) Die Erquete der

abschließendes Urteil. Wenn

beiter einander widersprachen, , behaupteten Mißstände seien nicht nicht bilden soÜen, stehen gebnisse der Enquete entkräftet der Umstand, daß

Urteil ükerbaupt Airsxogen sich gegenüber

die Zusage sagen ihnen beiter gemaßregclf wurden, gewisse Verscbücbterung 1?qu auch, die Enqrietekommisiw spricht gegen die abgejchldffen

gemacht war ,

Ruhrrevier'! Das

7000 Beamte Und 270000

2 Tage in 6 Gruppen Von war zeitliä) nicht einmal in zählen, geschweige sammeln. Nach Recht,

wok)! aber das

Vorbereitcte Arbeit in der

s ondern vor

Sticbhaijigkeit der Erquete, ist, sondern sich

Und nun die Parkamentaristhe Revier hat

denn über die Ver der belgijchen Geseßgehung' zwar nicht das Recht, obnebBegleitung m die 1 re den Arbeitern selbst, sprechen

in gleicher Weise d Regierung hier nicht der Wucht genden Zeiten stammt. nicht zur

sie auch auf erwiesen. Man lassen sollen.

es soUten wegen

keine Schäden erwachsen, daß aber tro“

fich der

wodurch Die Arbeiter

ächligle. n ni daß

noch bis in den I

1200 große

Arbeiter. . je 5 Herren die Verba der Lage,

bab Begleiter

zu kömien. Jeb „Urania“ in Berlin

bildern aus den Bergwerken bäite ebenso gute

als diese parlamentarische Untersackpung. . _ sind die Bergarbeiter im Rnbrreyiee in einer Wo in Industrie oder Landwtrtichait sind Zeit Zustände aufgedeckt worden, wie sie d

Prozeß sehen ließ? Kann scha1t fick) In unserer deutsäyen Arb die Sozialdemokratie als christliche Organisaiivnep, jener Herren, die wissen woÜen,

seligkeit. Edangelisckye Geisrliche nehmen 1

Opfern die Organisation vom katkolisckyen Klerus.

man sich wundern, w

eiiier unerhörten Pafchawirtschaft 0

sehen wir

eiterschaft wirken ;

Organisaior

und leider genießen diese in den sick) ganz besonders als staatse eine ausgesprvckoene (Gleichgültißkeit, eit Jahrzehnten mit großen Arbeiter in die Hand; dasselbe gilt Ich darf in diesem Zusammenhang an die

der

Zeitungsiekyden erinnern, welcbe Herr don Stumm

intendenten

zu machen.

Zikleffen ausgefochien dat. der Angehörigen der höheren _ Der Urgrund der Klas,

Schichten den Arbei

der Zeit, wo an die Stelle des alten Patriarcha

manchefterliche“ Berggeseiz 0 Arndt es nerinr.

des einzelxen ist, z_u scixwa bat fick) 010 wirkiamerrs erwiesen. nicht konzediert werden'.)

geschildert, wie Schon damals

Quaiiiät betrifft, weiche

kann es ja sdiein, wre Herr vnn keis; doch vielleickxt die Der eigentliche Bergarbeiter- das wird am besten diirch

läßt die Möglickykeit zu,

an der_ Degenerierrirrg ichi:[d . schuß iii außerordentltcky ziirückgeblieben;

die akute UnfaU- und Kranklvxithefahr, dokurnentiert. Bei den Unfällen kann 1100 Sixnulation „nicht die _Rede_ sern; die VsrbältniSzabl der enticbadigiirrgHPiiichtrgrn Unfgüe ist Von

63? aiif 15 Zesiießen.

durcb Simulation erklären.

46 Izdre herrirrtergeeangen

krankheit bat er_schreck[ick) nm s1ch79egriffew Schatten der Yozialen Frage hier hinein. Vorhanden Und darmi,

Mtßstimmung ist doch eine zureichenke_(§rfi Streiks. Daß der Zeitpuri

will ich keiireZwegs beiawvten:

Haupt nicht, deim es Jab Piement JLkOLUWCTi, Die Reriiermix. Hat darch verhindert; Sie werden wurde. Ueber ist gerichtet; ibm 11030 eir rückständiß, wie (*I zuruferr. Die Frage.

obligatorische Bcrzarbeiter Herr Stumm nicht zu sein. sei;,anxz der die Arbeiter zu positider die Arkeiter zn Praktischer gerade der Sozialdemokca

ausschüffe existieren auf den fiskaii _ bewährt. «i? rriitieren Für die Staatseisen- babnen in Prerßen, und neuerdings bat sie dcr Handelsminister aiich Auch in Prioatunternebmrrnsen be-

baben sie siä) rdYnfails

in anderen Beirirden eingxfüblt.

Nicht der Streik ar: die'er Umstaird ist die iiefere Wurzel des Streiks. _ kstHilfe darch Orgarriwtionen GegengeWikht gegen das Manckkesiertum Warum sol[ auch dieses _ (Graf Ranis hat WM 1891 in einer vorzüglichen Broéchüre iiber die Kobler-derkaufßdereine den Zustand ihn das Berggeseß im hat Graf Kanirz die ausgesagt, die wir 0.00!) 14 Jahren erlebt haben. _ die jangen Bergxeute auf

Ebensowenig [asien

wo es

das Wazennnilen überflüssig wäxe, Den Stein dcsAnswßes brauchen wir in der

Die Sozizlcewokrakie hat dre ArbeiteraUÖYckxüwe

on 1865 trat, wie der (H

ck; die Sel Gegengewicht

Nuhrkokienr

Bitrgßdorff meinte Arb

sind.

in 12 0001“ 13 N01

für den plößii

Krim,; die Vorlage der

kt für aber keine freie Wahl, cs

0a", fich

sick) doch erinnern, verliere :rrml den

ausschüffe eingetreten.

' (Zins Miiarbcix tie am

ck

stehen fie scit_langem, auch in Säolefien smd fie

zehnten einrwführt. In

Schrift emvsiebit Herr_Frees-e

nachdem er fie 16100 1e1t bat,

existieren nicht, nUr Weir

der geheimen Wai-[en scheinen mir haben mir dann Vertraaen, wenn

können,

bleibt eben richts anderes

Beschränkungen sie illusori

stitntionellea ' Die Unternehmer [*l-xiderr pädagogisckoen Wert, den 11

ich ihnen doch nicht vindizicren.

Erziek) Una znr Liebedienerei

Erbclunxr für die Reickosta

Mitglieder der Al_heiterauxsckoüsse habe" doch nur Sie mümen über

Stimme.

Sturm- und Drarizi'ertoke weit binaxrs, si:

der Bcrgfertigkeix. Außerdem kann fish der Arbei;-

bezablung des Lohnes des

entledigen. die Achtstundenschicht ei

Fxxwsiens dcrdieni ein

Was den seriitären

einer geistreichen 10:0

20

Bedenkliche Erfahrungen binsrektlicb der Die Befürchtangen binsicbxlicb Unbegründer 51: sein. Die Arbeiter fie unkeeinflnizt ihre Wik)! trrffen und da wir einstweilen nichts Bessereé- erfunden haben, so übrig alsdie xrcbeimeWabl. Uebrigens sind die Arbeiteranrscbüsie mit derartigen Kavtelen umriiberr, daß nsch weitere

i(ÖtLLliJsl'.

sch machen würden. De sdicher Ai ziemlich unbefchräir ran den Öffentlichen W

gswadlkn wieder sozia 30 Jahre 0lc sein,

Arbeiteraußsckzn

ganzen . . Moxirmiarbetis

ne bistorikche

Eine kleine Verkürzung der Arbéltskéik bringt

Arbeitsleistung mit sich.

str:n,rend dic Arwit der Verxxarb-xiier ist. zu (Hirnstejr einer Fürsorge des Staat

VCrbäitnisses. Wir mir

Es ist am!)

men danach streben,

stand als zilfriedenes Glied in das Staatsganze

Arbeiter müsisn diejenigen

Rechte bek0mmen, we

sozialdemokraiiscben nd unorganisrert. Verlieren die igstreuen Arbeiterschaft etwa dem Programm der Regierung bietet noch kein die Aussaßen der Beamten und der Ar- erklärte die Untersuchungßkommtssion, die

sondern die widersprechenden

zwar den' Arbeitern ungünstiger Aus-

cht mehr zu beschicken.

Rekognoszierung: die „Sprißfabrt ins Die Komrnisfion,

die Schornsteine im Revier zu bältnisie zuwerlajsige Daten zu

Bergwerke zn geben, fortzufcbicken,

In manchen Beziehungen

jewals in

Hier ist noch manches seitens

cn der Bergarbeiier stammt aus

i der Bruchstraße, sondern

Zweite AUflaee dcs „Streiks VOT- Was die körperlickoe

_ fick) aÜe _Krankheitsfäile Tie „Berarertigkcit' ist yon 50 auf Jahren!

Endlich fallen 0001) al1e

wenn auch keine doUe,

„gewählt war der Zeijpunkt über-

rasch zu ihr plösiicbes Eintreten Blutvergießen daß 1889 ick) kein (Harans zu machen, wäre ebenso es noch einmal ins Leben zUrück- Arbeiterndescküsie biiderr den Kernpunkt der ganzen biiderr hierbei die geheimen Wahlen. Kein geringerer wie Herr don Stumm ist 1899 im Reichstag für

Beirrteiluirg der Arbeitsrausscbüffe

einen Jddzsstrciä) berangezvgen werden, wenn Tätigkeii zrrrückgefübrt werden, dann wird rnsisteri Abdruck) getan. scioen («Hrnben Preußens, in Bayern

sie keinen ey,;ereriixrdristrielien Frrurrdrn, Jahren rnit beytem Erfolge eingeführt

E; ist zu befürchten, mr_k) Unebrlxchkeii stattfngdet. . würden in die Arbeiteraxréxiröne nationailiberal wahlen, und zu ihrer

sie sind also über die Hern sich dem Alter

Tradition

zu berücksichtigen. wie an- Die Statistik spricht sehr es binfichllicb des Arbeits-

arüber geurteilt. Vor der Sozial- der gefährlichen Ein bedeutender

hätte ein solches

Und die Er-

dem mehrere Ar- rbeiterscbaft eine

beschlossen denn Außerdem sie noch gar nicht uni erstrecken soll.

Betriebsstätten, die auf [tniffe unterjnchte,

en die Revisoren

um mit meine, eine gut- mit Projektions- Diensie geleistet

bedrückten Lage. letzter er leizte Trierer enn die Arbeiter- usgelieferi sieht? auch nicht nur wir haben auch Reiben rhaltend angesehen wenn nicht Feind-

mit einem Suder- tern gegenüber gut

[iGrmrs das „ganz ebeime Oberbergrat

Die Seibiibilie dem Berßarbeiier edier gestaltet Hat.

zrrweisen haben, _so ;„aber die Siatistik ertéderbalinime mit

Die Wurm-

stände, Grund zur aber chen Außbruch des bestgewäblte War,

war ein kritischer cntxcbeiden.

geschossen Wort, es

Vorsichtixer wie Übrung 0der Durch- ger-mmt. Wenn

Arbeiter-

teilweise seit Jahr- gar nicht utrpiychen

Arbeiterausschüffe

11 Namen eines kon- tssÖUß doch nichr. ite .Herren. Den alxlen beilegi, kann da?“; dabei eine Die Arbeiter

ikemokratiick). Die eine berate- de

.qcbex unter Voraus- ffes mit einem Ruck rag betrifft. so ist im Bergban. eine Erhöhung der

den Bergarbeiter- cinzuordnrn, Dre

Interesse notwendig sind. Es smd nun zwrl Bedenken aufgetaucht. Zunächst das Bedenken, daß auch andere Industriearbeiter, auch die andarbeiter Arbeitsrausschüffe haben wollen. _Vom Yechtßftgnd- punkte aus würde es schwer sein, solche, Anspruche zurucxzuweisen. Dage en scheinen mir die Aussichten füx_dteLandwirt'schaft einstweilen noch Lehr gering zu sein. Die Landwirtichast hat keinen (zescblossenen Betrieb, keine Arbeitöordnunq, sie hat Von, LLdkk Akbeltekkätegorke nur immer sehr Wenige. Auf einem Hwk Wirk? sich sehr selten die Zahl zusammenfinden, die für die Bildung eines Arbeiteraukschuffes notwendig ist. Wenn auf einem Hofe 12 Kubmagde und 12 Pferde- knechte vorhanden sind, wird man doch keinen Ausschuß verlangen können. Die Schattenseiten des Großbetriebes, Wie fie in 72,“ Jndusirie existieren, sind in der Landwirtschaft, auch nicht in der Weise zu Tage getreten. Es handelt sich bei der Landwirt- schaft weniger um einen Großbetrieb, als um einen Großbesiß. Eine ernstere Frage ist die: Werden die Arbeiterausschuffe der Sozialdemokratie dienen, werden sie die .ngamsaiion der RebeÜion

werden? Darauf erwidere ich: Stärken Sie ie christlicher) Arbeiter- vereine, interessieren Sie fich für sie, und un rscherden Sie zwischen ihnen und den anderen Arbeiterdercmexr. " Oberkergbauytmann von Velsen hat gesagt, daß die ArbeiterauSWuffe im Falle eines Streiks hinweggefegt würden, und man hat daran,? geschlossen, daß nian sie erst Jar nicht einführen solle. Wie konnen_ die Herren, dre dem Berg an nahestehen, nur so konkludxeren: fur die soziale Wetter- führung der Arbeiterschicht brauchen wrr Arbeiterausickpuffe, und wenn einmal ein großer Streik auch diese Ausschusse „Uher den Hausen fegt, so wird es unsere ersteHandlurig sein maßen, diese Au?- schüffe wieder einzuführen. Jm angrrnemen kann ich sagen: Wir haben Größeres geleistet als mit diei'en Bestimmungen der Novelie. Ich erinnere Sie an die Bauernkefrciung. Was ist dagegen dieses bißchen Grenzregulierung zwischen Arbegern und Arbeitgebern! Wurden wir es heute beklagen, was vor 100 Jahren geschehen ist? In den Februarerlaffen von 1890 ist in Unzwerdeutiger Weise außgesprockyen worden, daß die Arbeiterschaft eine Orggnriation erhalten solle, welche einem friedlichen Intereffenausgleich zwtichen Arbeitgebern und Arbeit- nehmern und der Vertretung ihrer Standesintereffen „dem Staate gegenüber dienen soll. Anderthalb Jahrzehnte hat die Erfuliung dieses feierlichen Programms auf sich wariex: lassen. Heute liegt ein wichtiger Teil jener Zusage Vor. 5210 dre1em „hohen Hause liegt die Prüfung und Entscheidung. Möge die CnUcheidung derart ausfaüen, daß wir den Dank der Schwachen wie der Starken unseres gesamten

Vaterlandes Verdienen. ' , Um den tiefen Eindruck, den

GrafVonTiele-Winckler: , ' Ausführungen des Herrn 0011 Burgßdorff augenscheinlich kann ich mich kurz faffrn.

aemacbt haben, nicht zu verwischcri„

Ich halte mich aber für verpflichtet, rneirzem' Standpunkt Außdruck zu geben, weil derselbe in der Fraktion ein rwlierier war. Der Schwer- Punkt der ganzen Vorlage liegt fiir mrck) einerseits'm der_n Zeit- punkt der Einbringung und anderjeiis m den Arbeiterausichußen. In bezug auf den Zeitpunkt bestebi, xilande ich, nur eine Ykeinung mit sehr geringen Abmeichungen. Tie_A_kt10n der chrerurzg rst als eine Prämie auf den Kontraktbrucb auizuiaffen. Daran wird darf die Darlegung der Regierung nichts _geaydert. Waren wrrkir Mängel Vorhanden, dann war es die Prlrcbt des Handelsministers, an die Beseitigung dieser Mängel beraiizwgeben, fie abzus1eÜen. Das konnten wir Verlangen, dazu haben wir daIGebalt dem Handel?- minisier und dem Oberbergbauptmann bewiÜigt. Werren aber die Mängel nicht sr) dringend, dann baiie der Handelsmmnier Zeit zu warten, bis nach dem Streik die Gemirier s1_ch beruhigt hatten. Es war aber eine undorteiihafie Roüe iür die SraatsregierUng, fich eiuzUmiscHSri in zwei streitende Parteien„ in emen Kampf, der sich auf wirtschaftlichem Geiiete 0hspielte. ___Wer das tirt, zieht dabei den kürzeren. Die Arbeiterausschrrme Halte ich für ei0e außerordentlich gefäbriiche Maßregel. Wenn man diescs Privileg 500 000 Bergarbciiern gibt, fo kann, man es 3000000 industrieUen Arbeitern Nicht Versagen; und die Staats- regierung würde einem so_läpen Anspruch'niebt wideriireberi können. Das würde ein schwerer politi1cher Fehler mir. Das Zechenstrülegung§0e1eß ist ein sehr köses Geseß. Sie wisen nicht, welcbe Beunruhigung es Herbeigefübrt hat. So viel Bosheit [:er Gaile ist kaum in einem Gesetz znsarnmengetragen. (Präfidxnt Fürst z_u Irin - rind Knyp- bau sen ersucht ken Redner, ans_die]es Grieß nicht exnzugebrrx, das nicht zur Debatte stehe.) Die (Hexeßgebung, die mis bier beschaftigt, kommt den Zielen entgegen, welche Naumann m sememintereffante'n Birckye „Demokratie und Kaisertum“ Vorgezeicbnet bat; Diejenigen, dre ein Jriterrffe an der Erhaltmiz der Staajs- und (HeieÜschaitsordnung haben, können es nicht annebmcrr. Für diejenigen, die die'Crrichtung dcr Volksherrscbast wünschen, isi die erste Etappe aui die1em Wege der Rain der Landwirtscxait, die zweite die Beieitigung des'agrartsch- konserdatiden Einflusses arif die Staatiregicrur-g, dre dritte der Ruin des Koblenbergbaues, die vierte _der St_aaiswzialisme. Herr Naumann wiil ja sriner Volksbcrrscbast die Kai'erkronemaus- scyén UUd wi[l ailes für *err und Flotte bewiÜigen. Aber zwijchen ker Volkehmscbast nnch Naumannjchcm Recht und der Krone, wie wir fre erhalten und derteidigen onen, liegt eine tiefe Kluft. Da gibt es keinen AU-errg. Ueber die Verantwcrtung meiner Stellangnabme bin ich mir durchaus klar. Ich habe in meiner Fraktion die Ablebnnng Vertreten, weil ich das GWH für ein gemein- schädliches halte. Ick Modifiziere aber meine Stellnngnahmedabin, daß ich bereit bin, in der Kommission mitzuarbeiten. Ick beialtemir vor, cinch Antrag einzubringen, worin die Staatßregiernng aufgefordert

die

wird, den Entwurf einer Kddifikatiori des gcrnzen'Bergrrchts uns Vor; zulegen. Mit die1em StÜTk- und Fltckwerk ist nichts getan. Es mur;

ganze Arieit getan werden. Präsideui dees Staatsministeriums, Reich§kanzler Dr. Graf von Bülow: Meine Herren, ich werde auf das Stillegungsgeseß nichi näher eingehen aus den (ben Von dem Herrn Präsidenten hervorgehobenen Griinden. Wenn aber ker err Graf Von Tiele-Wirrckler gesagt hat, er habe rriemais erlebt, das; im ein Gefeß so viel Gift und (Galle destiliiert worden sei wie in die erwähnte Vorlage, so muß ich darauf anf- merksam machen, daß der Königlichen Staatsregierang, als sie diesen Gesetzentwurf dem Landtaze unterbreitet hat, jede Animosität selbst- Nrständlich Vdükdmmen ferngelcgen bat- Jci) wende mich 111111 zu einigen anderen Ausführungen, die im Laufe der Debatte gemacht sind. Der Herr Freiherr vvn Manterrffel hat gemeint, die Königliche Staatsregierung hätte fich während des Streiks im Rubrgediete ganz auf die Seite der Bergarbeiter gestellt. Demgegenüber weise ick) bin auf die Artikel, welche damals in dcr soziaideriiokratifchen Preise erschienen sind, Und in denen der König- lichen Staatsregiernnz mid speziell mit im Gcgenieii Vorzeworfen wnrde, daß wir in der rücksrÖtsldsesten, herzlosesten Weise die Inter- effen der Arbeiter den Unternehmern gcwdfert hätten. Ich weise bin auf die Rede, die, als der Streik feinen H-chpunkt erreichk Hatte, der ReiÖHiagsabgeordnete Bebel im Reichstage hielt. Der Abg. Bebel ich bitte, diese kurzen SteUen Verlesen zu dürfen nahm Bezug “darauf, daß ich Vor dem Reichstage gesagt hatte, ick) woÜe keinen Zweifel darüber lassee, daß die preußische SiaatSregierung die 0011011 Z).)kacbtmittcl ds Staates einsetzen würde, wenn der im Ruhrgebiet entfesselte Lohnkampf in Exzeffe ausarten sollte. Dann fuhr Herr Bebel fort: „Ist das eine Sprache von einem StaatSmanne? In einem Augenblicke, wo die Arbeiter sich der größkkn Nuk)? bkilsißigen, eine derartige Drohung auSzuspreÖen! Gehen Sie alle Parlamente der

...-

_-

eine solche Prodokation Streikenden ins Gesicht zu fehlendem wagen. Das ist eine Provokation unerbörtesier Art."

Der Abg. Bebel sagte weiter: .Aebnliches wäre einem englischen Minister nicht passiert;

es wäre in England einfach unmöglich gewesen, daß ein Minister so zum Parlamente, zu den Vertretern der Arbeiter im Lande“ geredet hätte, wie der Reichskanzler es am 20. Januar im Reichs- tage getan hat. Was haben wir am 20. Januar zu hören be- kommen? Gegen die Arbeiter eine Drohung, gegen die Unter- nehmer einen leisen Tadel und am Schlusse der Rede die größten Komplimente für die Unternehmer. So stehen im Augenblick die Sachen. Der Herr Reichskanzler braucht sich nicht zu wundern, daß auch in der bürgerlichen Presse ein großes Mißbehagen über die Stelkung der Regierung zu der kleinen Kapitalisten- und Unter- nebmerklaffe der Zechenbefitzer sich entwickelt hat. Der Herr Reichskanzler braucht sich auch nicht zu wundern, wenn aÜe Welt rief: Hier kapituliert die Staathewalt Vor der KapitangewaliL'

Also, der eine wirft mir vor, ich kapitulierte Vor der Kapitals- gewalt, der andere, ich kapituliere Vor der Sozialdemokratie! Meine Herren, die Wahrheit liegt auch hier in der Mitte. Die Wahrheit ist, daß die Königliche Staatsregierung während dieses Streiks Unparteilichkeit und Sachlichkeit beobachtet, daß sie fich weder von der einen noch Von der anderen Seite hat ins Schlepptau nehmen lassen, daß sie fich über den Verschiedenen Jniereffengruppen gehalten hat, daß sie bemüht gewesen ist, und mit Erfolg bemüht geryeßen ist, im Interesse der Aligemeinbeit diesen Streik möglichst bald“ zu Ende zu „führen. Wie notwendig es war, dafür zu sorgen, daß dieser Streik nicht zu einer großen allgemeinen Kalamität aus- wuchs, babe ich seinerzeit eingehend im Abgeordnetenhause nach- gewiesen, das hat soeben der Herr Handelöminisier von neuem dar- gelegt und das bat zu meiner Befriedigung auch Herr Oberbürger- meister Becker zugegeken. Meine Herren, wenn eine Sache leidlich außgegangen ist, dann ist es leicht sagen, fie hätte unmöglich schief gehen können. Ich stehe aber doch lieber hier mit drm Bewußiseim daß wir diesen Streik friedlich und rasch zu Ende geführt haben, als wenn derselbe politisch oder wirtschaftlich unZ unheilbare Wunden geschlagen hätte. Nun hat Herr Von Burgßdorff sich in iemperamentdoller Weise mit der Entstehung des Streiks beschäftigt. Er hat gemeint, dieser Streik fei absichtlich, p[anmäßig und direkt herbeigeführt worden von der Sozialdemokratie. Ich gebe ibm zn, daß bei Streiks in der Regel meist soziaidemokratische Heßerei im Spiele ist. In diesem Falle ist aber der unmittelbare und direkte Anstoß nicht von der Sozialdemokratie gegeben worden, sondern die Ursache war kom- plizierter und tiefer liegender Natur. Herr von Burgsdorff hat weiter gemeint, die Bergarbeiier brauchten nur einen zweiten Streik in Szene zu setzen, um auch den Übrigen Teil ihrer Forderungen durchzuseßen, Ick) habe fch0n gesagt, daß die Königliche Staatsregierung den Arbeitern die Beseitignng derjenigen Beschwerden in Aussicht gestellt hat, Welche schon seit Jahren VW ihr als gerechtfcr1igt anerkannt waren, nicht aber die Crfüklung ungerechtfertigier und erst während des Streiks entstandener Wünsche und Forderungen.

Herr Von Burgsdorff hat weiter gemeint, die Maßnakmen,

wesckxe wir 1th für die Bergarbeiter berieien, würden naturgemäß

auch ans andere Gewerbe angedehni werden. Zei) habe im Abgeordnetenhause gesagt , daß das durch die Natur der Dinge außgeschleffen ist. Ich füße hinzu, daß eine Aus-

dehnung dieser auf die Eigenart der Bergarbeit berechneten Maß, nahmen nun gar auf die Landwirtschaft meinen politischen Ansichten" rind Ueberzeugungen widerspricht.

Nun, meine Herren, weiß ici) nicht, ok) das auf Herrn von Birrgsdorff einen besonderen Eindruck machen wirs." Jeb fürchte, daß er kein sehr großes Vertrauen zu mir hat. (Heiterkeit) Ich möchte wirklich nichts sagen, was unbescheiden klingt, aber Herr vrn Burgßdorff ba! seinerzeit aiich gemeint," es würde mir niemals gelingen, irgend etwas für die Landwirtschaft zu jun. Er kleidete dieses Mißtrayen, diesen geringen Grad don Vertrauen damals in die wißige und von mir sehr appreziierie Formel: ein Reichékanzler, der Von der Landwirtschaft nicht mehr Verstände, als daß man einen VUUM nicht melken könne (Große Heitxrkeit), der sei nicht imstamde, etwas für die Landwirtschaft zu tun. Nun hat Frei- berr Von Manteuffel - und dafür danke ich ihm - doch anerkannt, das; es mir gelungen ist, in den Handelswerjrägen cinißcs für die Landwiitsckkaft zu 1011. Ich sage .einich“, ici) härte gern noch viel mehr für die Landwirtschaft getan. Wer etwas ist doch schließlich- erreicht worden, und ici) [Hoffe, daß ich auch kei anderen Anläffen Herrn yon Burgédorff die Z).)köglichkeit geben werde, seine Anficbten über mich zu revidieren.

Ick wiki heute auf die viel erörterte Frage der Arbeitcrausschüffe nicht näher eingeben. Ich möchte mick) nur gegeii die Gegenüber- steUUng Von Arbeiierausscbüffen und Krankenkaffen wenden. Ich erkenne an, daß (0 der Sozialdemokratie leider Jelyngcn ist, sich der Krankenkassen zu bemächtigen; ick) erkenne Weiter an, daß dies zum großen Nachteil der sozialen Bcchirng der Krankenkaffen geschehen ist. Ich erkenne ebenso an , des; fick) bier Zustände entwickelt haben, die der Remedur dringend bedürfen. (Brawl) !) Aber, meine Herren, die Paraüeie, dic gezozxin wcrden ist zwiicken den Krankenkoffen und den Arbeiterausschüffcn, die karn ich1;icht zugeben. Hier, bei den Krankenkaffen, große Verwaltungskörper mit bezaklten Beamten, AUÖdebnung auf ganze Jndustricorte; dort ehrenamtliche Funktionen, gutacbtliche Tätigkxit unter Beschränkung auf die Verhältnisse des eigenen Werks, bleibende wirischaftlickye Abhängigkeit der Arbeiter von dem Unternehmer.

„Von aUen Herren Vorrednern ist das weite Gebiet der Sozial- politik erörtert, ist unser Verhältnis zur Sozialdemokratie berührt worden. Im Inland: und Auslande wird anerkannt, daß Deutsch- land in der Sozialpolitik cm ersicr Stelle steht. Wir foigen, ich habe eben daran erinnert - nur dem Beispiele unserer) alten Kaisers und seines Kanzlers, wenn wir in der Fürsorge für die Armen und Schwachen nicht erlabmen. Vieles ist schon auf diesem Gebiet er- reicht worden; manches und großes steht uns zu tun noch bedon

(Schluß in der Zweiten Beilage.)

iche im öffentlichen

Welt durch: nirgends wird in einem solchen Faile ein Staatsmann

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Veranlaffung zu dem Gesetz eine höchst beklagenßwerte war, so wird

Ziveite Beilage

Zum Deutsehen MeirhSanzeiger und Königlich Preußischen. Staatsanzeiger;

Berlin, Sonnabend, den 3. Juni

1905.

(Schluß aus der Ersten Beilage.)

Jebsecge offen, ich würde es für unverantwortliäy, ich würde es geradezu für emen Akt moralischer Mutlosigkeit der StaatSregierung und des Reichskanzlers halten, wenn fie sick) dureh die Furcht Vor der Sozial- demokratie abhalten ließen, eine weite und richtige Sozialpolitik weiter zu treiben. Ich sage: eine weite Sozialpolitik; denn ich glaube, daß unsere Sozialpolitik sich nicht aUein auf die Arbeiter zu beschränken hat, sondern daß wir zu sorgen haben für alle Schutzbedürftigen, so- weit das ohne Ueberspannung unserer Kräfte möglich ist. (Sehr richtig !)

Wir müssen Vorsichtig, vorsichtig! nach festgestecktem Ziele weiter- gehen. Jede Ueberbastung wäre vom Uebel. Vor allem müssen wir als Vorbedingung hierfür die dringend notwendige Ver- einigung der getrennten Organisationen der Arbeiterbersicberung durchführen. Meine Herren, Regierung und Volksvertretang haben die Pflicht, nach Möglichkeit die Klassengegensäye zu mildern und auf eine friedliche Lösung der großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme hinzuwirken. Je gewiffenbafter fie diese Pflicht erfüllen, um so mehr sind sie auch berechtigt und verpflichtet, den Kampf aufzunehmen gegen diejenigen Elemente, die nicht auf- bauen, sondern zerstören wollen und die die sozialen Gegensätze be- nrrßen znr Erreichung ihrer auf den Umsturz der bestehenden Verhält- mffe und arif den Umsturz der Verfaffung gerichteten politischen Zwecke. Dieser Kampf kann kommen, aber er muß im richtigen Augenblick, auf dem richtigen Felde und mit den richtigen Waffen geführt werden. Bis dahin halte ich es für meine Aufgabe, aber cinch zugleich für meine unabweisbare Pflicht, dafür zu sorgen, daß die bestehenden Geseße mit Festigkeit und ohne Zögern angewandt Werden, und keinen Zweifek darüber zu lassen, daß die Soziaidewwkratie nicht eine berechtigte Institution im politischen Kampxe ist, sondern eine unberechtigte, mit allen gesetzlichen Mitteln zu dekampfende. Auf sozialem Gebiete sehe ich ebensowohl in der ruhigen und planmäßigen Fortführung unserer Sozialpolitik wie in der entschlossenen Bekämpfung der Sozialdemokratie die Aufgabe der Köwglicben Staatßregierung, und ich hoffe, daß uns die Unterstüßung dieyes hohen Hauses in der einen wie in der anderen Richtung nicht fehlen wird.

Endlich, meine Herren, Hat Herr Freiberr wort Manteuffel aus dem reichen Schatz seiner Erinnerungen ein Wort seines werewigten Vaters zitiert, daß Rewolutionen oft, daß fie meist Von oben gemacht werden. Meine Herren, das Wort ist richtig, die Geschichte bestätigt es. Redolutionen können aber Von oben in zweifacher Weise gemacht werden: Sie können Von oben gemacht werden durch Schwäche gegenüber subversiven Bestrebungen, das ist leider schon dagewesen. Sie können aber aueh dadurch gemacht werden, daß notwendige Reformen nicht rechtzeitig vvrgenommen und daß die Zeichen der Zeit nicht erkannt und verstanden werden. Ick) bin über- zeugt, daß der verewigte Freiherr von Manteuffel, daß unser großer Fekdmarschal] vdn Moltke das von Herrn von Manteuffel eben zitierte Wort in dieser seiner doppelten Bedeutung Verstanden haben. Ich denke, meine Herren, daß die Dynastie, unter der wir [eben, immer mxi der entschlossenen und festen Verteidigung der Fundamente des preitßrycben Staates offenen Sinn für die Erfüliung berecbiigter Wunsche und gerechter Forderungen Verbinden, daß fie immer fest- halten wird an ihrem Wahrspracbe 500111 00iqrrS, Jedem der:? Seine, den Großen und den Kleinen. Ich schließe mit der Hoffnung, daß, wre_mrt dem Hause der Abgeordneten, so aach rnit diesern hohen Haute wir zu einer Verständigung kommen Werden, die im Interesse aUer Teile, die im Interesse des Landes liegt. (Lebhaftes Brady.)

Oberbürgermeister Zweigert-Cffen: Ich bin 20 “a e ' ??Uhrrevier und habe drei große Streiks durchgemachr: ich RaLLe, dri? Ierbglimffe etntgermaßew beurteilen zu können. Der dieejäbrige Streik kam 11an alien u'berrajcbend. Wir hatten wobl beobachtet das; rn letzter Zeit die s_oz1aldemokratischcn Heßereien mebr Boden iii der Arbeiterschaft als fruher gefunden hatten; aber so früh batte ibn doch niemand erwartet, man hatte ihm höchstens im Frühjahr Li1t- gegengeselyen. Wenn der, Kanzler und drr HandelSUrinisrer be- haupten, der UUPUMJ set in dem Vorgehen arif Zeche “Bruch- straße zu 1uchen, F0 stehe ich auf_ einem anderen Stand- Wnkdl Der Streik war keine wirtjcbaftliÖ-x, sondern eine Dolltlsch€ Bewegung. Jch_ habe das mit meinen eigenen Augen gesehen. Die ganze Streikbewegung wurde vom ersten Augenblick an geleitet von den politischen Agitatoren der Sozial- demokratie. Um 10 wunderbarer, war, daß die gesamte öffent- liche Meinung sich sofort auf" seiten der Arbeiter stellte. Wie das kommen konnte, dariiber laßt sich schwer ein Bild gewinnen. Der Kontraktbruch war 1a gewiß nicht schön. :Nan kann ja nun nicht Verxangen, dgß fich 200000 „Arbeiter unter Einhaltung aller Krmdigungsfrnten zum Streik einschicken; bei solchen Rie1enbeweYngen geht es ohne einen Rechtsbrnch nicht ab. Die ganze5 ewegrrng war aber eme politische, das hätte der öffent- lichen Meirnzn nicht „entgehen sollen. Sehr geschickt hat fixh eine andere politis „e Partei, d9€§_Zentrum, der Bewegung angenommen. Es wa_r also eine rein polit11cheBewegung. Geschab es gestern nicht am grunen Holze des Herrn Von Durant, daß er erklärte, für das ihm wenig sympajbtycbe Gej'etz zu stimmen, um seine Sympaibie nach außen zu bekunden? Dr_e Regierurxg hat Anspruch auf das Zeugnis, daß sie trdß des Drangens aus militärische Hilfe das Rubr- redrer freigehalten hat von Militär: aber es trifft fie dex „schwere Vorwurf , der Ankündigung dieses Geseßes zu moglichst ,ungelegcner Zeit. Dazu kam die fortwährende Prüfung des Remers durch hohe Staats: und Polizeibeamte. Das fdrmie nicht zur Beruhigung beitragen; die Leute warteten einfach darauf, daß noch" drei Minister kommen würden und der?; d'ann'etrvas geschehen Wurde. Damit verlängerte die Regierung kunstlick) immer wieder den Streik. Hätte fie fich darauf beschränkt,

Bube, und_ Ordnung gnvfrecht zu erhalten, so würde der Htreik Verkurzt worden 1em. Ich kann'dem Ministerpräfiden1en

nicbt zrrgeben, daß seine Depesche irgend etwas ewirkt ä! auf die Dauer des Streiks. Dieser ist zu EJde gegakirgetri an „dem vollstandigen zN;;ngel a_n Mitteln. Das nach meiner Menzung wenig zwcckmaßige „Verhalten des bergmänniscken Vereins, hat, das „Wort des Handelsministers hervorgerufen: Wenn ihr nicht mit den Arbeitern verbarrdeln wollt, werde

ich mir anders zu Helfen suchen. Dieses Wort bezeugt dock), daß das-

das mich doch nicht veranlassen, das Gese ab ule nen on ' werde es grrnebmen und ich bitte, auch das Jleicbze zr? iuris UHFNZYZ moglichst 7chnell. Ich tue das nicht„ Weil ich fürchte, die Regierung ITW? cm den Reichstag gehen und ihn zur Revifionsinsianz für die Onzellqndtage PWM; ich gebe darauf gar nicht weiter ein. Graf pperswrff will wohl bloß die Macht des landwirtschaftlichen Unternehmers nicht gebrochen haben, aber die Macht aller anderen. Die Vorlage ablehnen, hieße emen noch viei größeren Fehler seßen auf den Fehler, der_mit der Vorlage gemacht worden ist. Die Re- ierang har daI GMI vertproeben; bat sie nicht die Kraft, es im andtage durchzubrmgen, so ikstxthre Autoritätabsolut gefährdet, und eine Herunterseßung der Autoritat der_ StaatSregierung würde auch eine Herynterse_ßung_ der Autoritat des Staates sein. Wir haben keinen uberrnaszigen Ueberscbuß an Autorität zu Vergeben um_damit leichtsinnig'umspringen Zu können. Aber auch materielle Grunde hesttmmen nnch für das Geseß. Wäre es in ruhigen, fried- lichen Zeiten ge'konmzen, so wurde ick) mit Vergnügen daran mitgearbeitet babw, _und mern sozialpolitischer Standpunkt geht noch weiter, als die Be1chlusse des Abgeordnetenhauses. Er weicht aucb Wilkommen Von dem, St'andpunkt der Arbeitgeber ab. Tro dem erkenne ich an daß sie in diesem Streik im Rechte waren. er freie Arbeitswertréig ist bei den heutigen VerbaltuzssZen zwischen Arbeitgeber und Arbeiter nicht mehr moglich, wir mu en deshalb eine gesetzliche Organisation der Arbeiter schaffen. Andernfalls werden fick) die Arbeiter selbst eine freiwillige Organisation schaffen, die dann unzweifelhaft in dre Hande der extxerxrsten Yartei kommt. Die .Herren, die gegen diese „Atherterausicbuffe nd, stärken damit diese freiwillige Orgamsxckwn. " Auf dem Gewerk|chaftsk0ngreß in Cöln sagte ein Gewe1k1cha§tsfubrerz Gewerkschaft und Sozialdemokratie sind eins. Wir [gbwacben 0110 die So ialdemokratie durch die geseßliche ZOrgJLUatton der Arbeiter. onst wird schließlich iozUsagen der „lrbeziwdertrag im Bergbau zwischen der sozialdemokratischen Fraktion des „Keicb'stags und__dem,Syndikat abgeschlossen. AUerdm-gs werden die Arbeiterausscbume _bei wichtigen Fragen versagen, wie wir es bei den 3Gesellenauß]cbuffen gesxben haben. Ich habe mit dem ge- samten Baugewerbe Tarifvertrags vermittelk und zustande gebracht und Habe, dabei rmrrrer 'verbandelxmit der sozialdemokratischen Arbeiter- organisatwn, der „christlichen Arbeiteror anisation und dem Arbeitgeber- Verband; nur her den Malern batte i mit dem GeseÜenausscbuß zu Verhandeln,“ und da kam_ er:) Tarifvertrag nicht zustande. Die Ge- sellenausxcbuse verlieren namlich ihre Bedeutung in dem Augenblick, wo sie gewabxt smd; Die Eixiwirkung der Sozialdemokratie auf die Arbeiterausschusse wrrd'ÜUÖ nicht groß sein. Bei den Krankenkassen hat “dt? Sozialdemokratie tbr_e bezahlten Stellen für die Agitawren, das ist bet deri Arberteraußschussen unmöglicky. Und wenn wirklich ein sozialdemokrattscher Arbeiter, der den Tag über seine Kohlen gekldpft har imd nicht zu den systematischen He ern urid Verderbern ebortf, hineingewablt wrrd, so ist das ein großes Unglück. ck teile xncht die Auffassung„ daß, wenn die Arbeiteraueschüffe da ewesen Waren, der großeStretk vielleicht nicht entstanden wäre. Die rbeiter waren Vielmehr „uber die Ausscbüffe noch viel mehr zur Tages- ordnuyß Ubergegang'en, wte_uber ihre eißenen Führer. Die Arbeiter- ausssch 10 „werden nicht gefahrlicb sein, (1 er auch nicht die Hoffnungen erFyUen, die manche hegen. Darum werden sie aber doch nicht über- flujsig sein, sondern werden sich langsam zu wirklichen Ver- tretern der Arberterschaft entwickeln, zu denen Arbeiter und Arbeitgeber, Vertrauerx haben. Die Hauptsache bei der Wabl ist, daß _der Wille des Wahlers zum Außdruck kommt. Das wird bei dem geheimen Wahlrecht Viel mehr der Fall sein. Zwar kann Von einer pdlttiscben Beemfluffunrx der Arbeiter durch die Arbeitgeber heute nicht mehr dre Rede ]rinz aber es handelt bei der geheimen Wahl fich darudete Färberter der Kontrolle der Sozialdemokratie zu entziehen. ' . er nicht gehorcht, der fliegt“, und zWar nicht nur aus der Parieiorganisaiton, yondern auch aus der Arbeitsstelle, und ob der Arbeiter mit „seiner „Familie hungert, ist den Herren Sozial- demdkraten sebr gletchgrcktig.“ Zum Schuß der Arbeiter Vor der Sdzialdemokratie brauchen _wir die geheime Wahl. Ick warne Sie drrnxzend dchor, durch, die offentliche Wahl die Arbeiter massenhaft m„die Sozialdemoertie zii treiben. Mit dem öffentlichen Wahlrecht wurde das Geieß fur mrchxganz unannehmbar sein. Wir müssen xedey Gesetz; uns yon dem_ Gefickytsvimkt arts ansehen, wie es dem sozialen Frieden dient. Dre Autorität des Staats wird nnr durcb GeWe gewahrt, die all_err Bevölkerungsklaffen dienen. Diese Ueber- ÉLUJUUJ habe 1-1) Von dreiem Gesetze gewonnen. Die Bestimmungen uberldas „Wagenngüen, den_ianitären Arbeitstag usw. sind VOT- treffltch, die Umstrittenen Beitimmungen über die Arbeiterausscbüffe und vgs Wahlrecht sind mcbx zu beanstanden. Das geheime Wahl- recht ut notwendig als Kampimtttel gegen die Sozialdemokratie.

Minister für Handei Und Gewerbe Möller:

Meine Herren! So seit ich mit den AuÖführungcn des Herrn Ydrredners sympathifiere, sk Halte ich es doch für norwendig, auf einige abweichende Aeußerungen einzugehen. Zunächst bezüglich der Ausschiiffe stehe ich entschieden nicht auf dem Starrkdunkie des Herrn Vorredners, daß die Ausscbüffe so harmlos find, wie er glaubt. Meine Herren, die Ausschüffe müssen richtig konstruiert sein, und Vor alien Dingen ein Instrument, auf dem richtig gespielt wird. Geschieht dies, „so haben die Arisscbüffe einen großen Einfluß auch nach der Richtimg bin, mch der der Herr Vorredner eingewirkt haben will. Meine Herren, wenn die Ausschüsse lediglich die Aufgabe hätten, Beschwerden der Arbeiter zur Kenntnis der Arbeit- geber zu bringen, dann würden fie allerdings sehr wenig wirken. Ich babe aber im anderen Hause aiisgeiükyrt und wiederbole es Hier; man

muß den Aussehüffen eine ständige Beschäftigung geben; man ums; fie beteiligen an _ allen WohlfahrtSeinrichtungen, dann kommt man Von selbst in ein VertrauenLVerbältnis zu

den Mitgliedern des Ausschuffes, was jest gänzlich fehlt, und, meine Herren, ich babe schon bcrvwrgehoben, ich glaube, die Dinge sind konstruiert nicht Vom grünen TW), sondern aus eigenen Lebens- crfabrungen; ich batte allerdins-F 11icht mit tausenden, aber mit hundert Arbeikern zu operieren und habe gefunden, daß, wenn man sie nur in g-eignkter Weise an alledem, was man zu ihrem Besten tun wiÜ, be- teiligt, sie rnitratcn läßt, alsdann sich ein Vertrauenöderhältnis etabliert, weit hinaus über die politischen Zwistigkeiten zwischen Arbeiter und Arbeitgeber. Wir können heute auch, Wir alten Arbeitgeber, in vielen Gegenden nicht verhindern, daß die Arbeiter samt und sonders sozial- demokratiscb wählen. Darum kann nichtsdesioweniger ein Vertrauens- Verbältnis zwischen Arbeitgeber und -nebmer existieren. Das ist das, was wir zunääyst erstreben müssx'n. Wenn wir im gegenwärtiger: Streitfall an der Ruhr nicht in der Lage sind, diese Untersuchungen zu führen, die !?th den Arbeitgebern selbst gewünscht wurden, obne daß wir uns Von den vor. den Arbeitern gewählten sieben Männern, die im wesentlichen von der Sozialdemokratie beeinflußt wurden, die Arbeitervertreter nennen [affen mußten, so war das ein

Geseß etwas ab jruw gemacht worden ist. Wenn nun aber auch die

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daß wir einen großen Distrikt, wie den an der RU 1“ wo

300 000 Arbeiter beschäftigt find, nicht länger existiererkr) iaffen ZT??? ohne die geringste Fühlung zwischen Arbeitgeber 0110 Arbeiter. Meine Herren, in Konfliktsiäilen, darin stimme ich mit dem Herrn Vorredner ubereirr, werden die Au§schüffe anch Versagen. Das wird zuräcbst fincherlich der Falisein, ob anf die Dauer, das bezweii[eich,wenn das per- so'nlicbe VcrtraueUHVrrHältriZ zwischen Arbeitgeber und Aröriier eintritt wie es dei den Vernünftig geleiteten Ausschüssen zweifellos eintritt, ist dariri wvbl eme starke Waffe gegen die Politische Agitation zu finden. Wenn derf-Yerr Vorredner der Meinung gewesen ist, der Streik sei lediglich politijcb gemacht, so möge er mir Verzeihen, wenn ich ibm, troZdem er witten im Revier wobmt und sicherlich ein,;wtes Urteil Haben wird darm widerspreche. In dem einen gebe ich ihm Recht: vorbereitei war "der Streik durch politische Agitation, aber das waren weniqer poltiricbe Heßereien, als Heyereien, Welche die Arbeiter in die Gewerk- Vereine, hrneinpreffen soUten. Dies ist die eigentlicbe Ursache ier HeZereien _ gewesen. Diese Heßereien haben wir sehr wohl mrt ange1ehen und angehört und haben uns häuffg ge- frJgt, ob Und wo wir eingreifen können. Aber 0[1e fruher gemachten Erfahrungen sprechen dafür, da:“; 20 ver- geblich gewesen wäre, wenn wir Versucht hätten, don seiten der Re- gierung berichtigen?) gegen die kleinen Heßereien Vorzugehen. Ter Angelpunkt des Streiks _ und das bebarrpre ich nochmals _ auf der Zeche Bruchstraße ist die Verlängerung der Einfahrtszeit gewesen. Das ist die Ursache des Sirciks in der Bruchstraße gewesen, und nachber'wurde der Streik, wie ich im Abgeordnetenhause auSgeiÜbrt habe, ein Sympathiestreik der anderen Arbeiter, weil sie fich sagten: wenn uberkaupt gestreikt wird, müffen wir alle rnitstreiken, um unseren Genossen zU Helfen. Da half aUes Gerede der Arbeiterfübrer nichts, denn die woklten den Streik nicht, weil er iknen unendlich wiek'Geld kostete

was sie lieber sparen wollten. Also das sind keine politischen Grinde- gewesen, sondern es war ein längst aufgespeiÖerter scharfer Gegensaß

der riur durch das eine Moment der Verlängerring der Einfahrtszeii aui einer Zeche zur Explosion gebracht wurde. Das ist die wirkliche Ur1ache gewesen.

" Und nun, meine Herren, zu der Kritik, die der Herr Vorredner rÉer unser Eingreifen geäußert hat. Meine Herren, es ist die alte Hache; nachdem das Kind in den Brunnen gefaUen ist, ist es immer leiehter zu Urteilen als Vorher. Ich erinnere daran, daß nicht nur einzekne Gruppen wcitfichtiger Leute die damalige Streikbewegung günstig bertrteil.i haben, sondern ich erinnere daran, daß ich es im Reichstage leider aussprechen mußte, das; sich die Arbeitgeber in Westfalen einer geradezu gescbloffenen öffentlichen Meinnng im gdnzen Lande gegenüber befanden. Das mag bedauerlich sein, 'das mag eine mißleitete öffentliche Meinung gewesen sein. Tatsache ist daß diese öffentliche Meinung bestanden hat. ,

"Meine Herren, ich wiederhole nochmals: ich bitte Sie dringend erwagen Sie, daß das, was das Geseß bringt, in der Tat nichts iii yon dem, was die Arbeiter als Forderungen in dem Streik formuliert hatten, sondern daß es lediglich die Außräumung Von alten Agitations- stoffen ist, die schon vor 16 Jahren von alTen Seiten als solche an- erkannt wurden. Meine Herren, wenn man derartige alte Uebelstände ausräumt, sorgt man am besten dafür, die Wiederholung Von Streiks zu verhindern, Und dor aUen Dingen auch dafür, denjenigen, die die Autorität des Staats anfrecht erhalten müssen, das rUHige Gewissen zu geben, daß sie zur rechlen Zeit das Richtige getan Haben.

' Professor Dr. Sci) m 0 lier: Ick) mk) te der Staats e '“

nicht b'loßw'rneinerxi Namen, meinen Dénk ausspreäxeriigdérriliiéßxx uitd wie stsS eingegrixrcwbat in den Streik, wei[ ich der Uekerxeirgrmg hin, daL die mansck3e1terliche Lehre. die seit 30 Jabren gepredißt wird Miche StretlZ mume mansch ielber überlaffen, bis der wirtschaftlick; S_tarkere Zexiegt babe, eme der gefährlichsten ist, die es gibt. «(Ut nicht kPrairdent _Roojevelt dasselbe getan, wie unsere Fie- grerrmg.“ _ Yad wie hat die Regiernng eingegriffen? Nur da- durch, dar; 11e_den Arbertgeiern zur Verhandlung mir den Arbeitern riet. JnjdeipielhewAUgenblick kam die Broschüre deZ Berrrrneiiters Engel, die die [angst widerlegte Weisheit abermals dertrat, * das; der Zechenbefißer nur'direk'r mrs seinem Arbeirer Verhandeln könnte. Die Fuhrer der Arbeiter im PUbrrevier haben mir selbst gesagt: unsere 0103! e _Erwartmrg „i_m _nacbsten Sonntag sieht aiif dem Verhalten der 3 esgierrma'. T'axtiacbliä; ware die Sache Vie[ sablimmer gewesen ohne dieses Eingreifen der Regierung. Zu dieser Differenz mir Oerrn Zweigert kommt bei_m1r noch die fernere, dax“; ick) bestreite Js sei keine Ursache zum A0s1t0nd gewesen. Gewiß, der Rudrarbeiéer der- dient Viel, aber es bleibt doch wahr, daß er bis 1805 Vom Gsies

ganzqanders gescbüxzt war, weil er vom ergbeamtcn gegenucer dem Unternehmer ganz anders geschüyt wurde.

Die Arbeit ist viel schwerer, Viel gesundheits eäbrli er w *

namentlich ir) den [eyten 15 Jahren. Aber dZstichngchkisÖrdeH der Bersgarberterstand iert 1889 den Stacbek im Herzen behielt, daß er hier mmBerlm mit Hammacker derbandelte Und mit ihm zu einem Komprorniß kam, und daß Hammackyer von den Unternehmern des- addyierx wurde. Das war d.“,rs große Unglück. Hammacher, der durchaus zurtgndig war, hatte dre_k[eir_re Konzesfidngemacht, und man brachte ihn dahin, daßSer den 'VOUUZ niederlegen mußte und bis an sein Lebens- ende den «taäyel [m_Herzexr behalten hat, das; ihn seine KoUrgen Von'der Unternehmer,?"ckZait 10 haben fißen lasen. Jeb iabe immer Beziehungen zu den Jubrern im Ruhrgebiet gehabt; die LeUte sagten mir schon, vor einem, halben Jubre: der Streif wird kommen, wir kön_nen die Leute nicht mehr balken. Wie ist nun überhanvt zu helfen?. Unsere heutige Arbeiterschafi, einerlei, ob sozialdemokratisch oder nicht, Ui ubxrbarzpt nur noch g0u0ernabel und vernünftig zu _marbem' went]. 11: Fuhrer bekommt, denen fie gehorcht. Daskist ngturltch nicht leicht; die Gesabr besteht, daß dabei die Krakeeler an dieUSprße _kommen. Aber em altes Sprichwort sagt: Die Krakeeler geboren 0in Rathaus,. Man kann die Draufgänger, die Temperament- vyllen, ntcht_an§]chlreßen, das lehrt ein Blick auf aÜe Parteixn.

.deann dars man nicht daddr zurückfcbrecken, daß zuleßt durcb eine

striatlickpe oder selbständige Organisation der Arbeiter der i

wieder bergesteüt wird. Der Streik ist ein großes UJZ? und der große Sjyzraltft Rodbertus, der (ins Ver1eben auch aebi Teige lang. preußticber Mixnster wurde, hat airsgcivrocben, ein spateres “Zeitalter werde diexen Zastand gar nicht mekr begreifen. Dem, Arheit/Zr- das KdalitwnSrrcbt zu nehmen, ist eine Un- moqltchkeit; Ste konnen iiirn das Koalirwnsrecht Und das StreikreÖt nur nach und nach al'gewöbnen, wewn Sic ihrn b:ibringen, dabß mit

eklatantes Beispiel kaiür, daß so die Dinge nicht weiter gehen konnten,

seinen Vertretern und Bcrtraucrisleuten vrrbandelt wird. Da ei ist es gar nicht erforderlich, daß der Arb-xiter immer recht bekommt,