Für Ordres zur sofortigen Lieferung mag es berechtigt erscheinen, bestimmte kurze Lieferungstermine nicbt festzulegen. Wenn die recht- Zeitige FertigsteUung der früher bestellten Bleche, für welche ein be- timmteyLieferungstermin ausbedungen war, nicht verzögert werden soll. Die Werke müßten dagegen recht gut in der LaZe sein, für Aufträge, die nicht abnorm groß sind, eine zuverlässige ieferunKSzeit von längstens 4-6 Wochen zu ewäbrleisten, um so mehr, als ja die m_eisten großen Ordres durcb S lüsfe erteilt werden, die sich auf einen langeren Zeitraum in regelmäßigen Teillieferungen auf Grund be- stimmter pezifikationen verlangter Stärken und Formate erstrecken, sydgß die Werke_meist auf Monate voraus wiffen können, welche Quan- titaten und „Starken fie zu fabrizieren haben, um die roduktion danach rechtzeitig zu bemessen. Da der Bedarf sub überdies mei tens in den Handelsformaten bewegt, so können die Werke recht wohl mehr _anfertigen, ,als jeweilig von der Kundschaft fest beordert ist, um auf dtese_ Weise etwas Lagerblecbe in ReserVe zu halten, damit aus diesen Vorraten die etwa unerwartet kommenden Ordres prompt edeckt werden können, ohne daß dadurch die Erledigung der auf _ cbluß f?rlbigen Lieferungen in irgend einer Weise gestört und bin- WWM w - ' Nach bLlnsicht des Vorstandes läßt sich demnach eine Maximal- lieferungsfnst gcznz gut festlegen, falls das Verkaufskontor den Willen dazu hat. Englische Bleche sind, z. B. in Sachsen schon 6-8 Wochen nach der Bestellung „troß des lan samen Waffertransports in großen
osten greifbar. Die deutschen erke mü ten in der Lage sein, das- e_lbe zu leisten," wenn ihre Von uns un ontrollierbare Produktions- fabtgkeit tntsachlicb so groß ist, wie das von Ihnen hervorgehoben wird. Ste mußten mn so leichter imstande sein, den berechtigten
Wunschen der Weißbleckpverbraucher nachzukommen. als ihnen nur eine Zusage bestim,mter Lieferungstermine von eWa nicht über 2 Monaten angesonnen Wird. .
Ibre Auslaffung: .die Frage nach festen Lieferungsterminen läßt sich daher nicht im (1'11gemeinen beantworten, sondern muß von Fall zu Fall nnr den einzelnen Interessenten unter bestimmten Voraus- fe ungen besprechen resp. Vereinbart werden', läßt unzweifelhaft e ennen, daß Vereinbarungen wegen fester Liefertermine mit ein- zelnen Interessenten bereits stattfinden. Ebenso ut kann das Ver- kaufskontor auch „rnit der Gesamtheit der Wei blechverbraucber, die sich in ihrer Vereinigung nunmehr als ein Hauptinteressent darstellen, laufend bestimznte Liefertermine vereinbaren. «xz»- ä»-
Der zweite Hauptpunkt unserer Wünsche könnte eine leichte Lösung finden, nachdem Sie sich bereit erklärt hätten, auf Verlangen den ?_lbnebmern auch die entfallenden N-Vleckw mitzuliefern. Die Erklarung dieser Bereitwilligkeit wird von Ihnen allerdings gleich wieder ins Ungewiffe binübergezogen, insofern Sie sich anscheinend an keinen festen „Prozentsaß binden wollen, weil die roduktion der U7- Bleche vom jeweiligen Ausfall der Fabrikation ab ängi sei.
Dieses leßtere ist nun allerdings unbestritten, inde en dürfte der rozentfay annahernd auf Grund Ihrer Erfahrungen zu ermitteln ein." Vet Extraformaten betragen 3. B. die W-Bleche erfahrungs- Jemaß etwa_ 18 bis 20 0/0 gegenüber perfekter Ware. Bei Handels- ormaten,wurde der Prozentsatz für W-Vlecbe etrvas geringer sein, zumal SieVerwertung für einigermaßen gute W-Blecbe ja schlank
finden. Dre englischen Werke sortieren in der Regel 8 bis 10 % Y-Blecbe 'von jedem Lieferquantum aus. Mit diesem Prozentsaß mußten die deutschen Werke unbedingt auch rechnen. Es würde enugen, wenn durchschnittlich 80/0 N-Bleibe als Minimum der
ieferung angenomznen wird. Ergibt sich ein größerer Prozentsa , so kann es im Belieben der Werke stehen, solche mitzuliefern oder (Le anderweitig zu plazieren. Für Händler würden sich ja die Werke immer etwas von W-Blechen reservieren Wollen und hiergegen würde kauxn etwas einznwenden sein, wenn nur die Konsumenten einen fest bestimmten Anteil an' den N-Blecben erhalten.
, In Erwagung diejer Sachlage beschloß der Vorstand einstimmig, Sie zu ersuchen. sick) ini LauFe des Monats Juli über die beiden «nannten Hauptpunkte m praanem Bescheide schlüssig zu werden.
nderenfalls aber soll Beschluß u er die weiteren, von der Vereini an zu treffenden Maßnahmen gefaßt werden. Der Vorstand besJlo fernerhin, den Mitgliedern der Vereinigung eine historische Dar- stellung von den bisherxTnVerbandlungen mit Ihnen zu geben und unseren Mitgliedern glei zeitig anzukündigen, MLS; eine neue General- versammlunJE einberufen werde, falls vom erkaufskontor keine genügenden rklarungen erfblgen.
Wir haben Ihnen hiermit unseren Standpunkt höflichst dar- gelegt und bemerken noeh, da auch den Direktionen der Weißblech- walzwerke ebenso Abschrift die es Briefes wie Kopien unserer früheren Korrespondenzen mit Ihnen gleichzeitig mit diesem Anschreiben über-
sandt wird. Hochachtungsvoll “Vereinigung der Weißblech verbrauchenden Industriellen Deutschlands.
Der Vorsi ende: Der Schriftführer:
(gez.) L. Go dstücker, ( gez.) Dr. W. Wendlandt, i. Fa. Berliner Blechemballage- (Generalsekretär.
Fabrik .Gerson'. Der Schatzmeister:
( ez? Ernst Paul Lehmann, "1. Fa. rnt Paul Lebmann-Brandenburg.
Cöln, den 25. Juli 1903.
An die VereiniJng der Deutschen Metall- und Blechwaren- fabrikanxen, pezialabteilung der Weißblech verarbeitenden Industriellen Berlin 07. Hiermit bekenne ich mich zum Empfang Jbres werten Schreibens "“Vom 1. d. M., und wird es mir leider nicht möglich sein, anen die ewünschte Antwort noch in diesem Monat zu geben. Von einigen erken sind die leitenden Herren auf ihrer Ferienreise, von welcher sie erst e en Anfang nachsten Monats zurückkommen. Ick;g ann daher mit den betreffenden Herren in der Angelegenbeit erst nach deren Ruckfunft Ruckspracbe nehmen und werde mir dann erlauben, Ihr Wertes vom 1. d. M. gleich zu beantworten.
Hochachtungsvoll WeißbleÖ-Verkaufskontor bei I. H. Stein (gez.) Unterschrift.
Cöln, den 30. Juli 1903.
An die Vereinigung der “Deutstxcn Metall. und Blech- warenfabrikanten, Speztalabtetlung der Weißblech ver- arbeitenden Industriellen Berlin 07.
An mein Ergebenes vom 25. cr.'nebme leb höflichst Bezug und erlaube mir heute nach Rücksprache Mit den Werken Ihre werte Zu- schrift vom 1. d. M. zu beantworten.,
In erster Linie möchte ich bö tcbst nochmals darauf hinweisen, daß die Produktion der deutschen eißblecbwerke so erheblich Ver-
rößert wurde, daß dieselbe hinreicht, den Inlandsverbraucb für ab- ?ebbare Zeit vollständig und rechtzeitig obne Mithilfe Englands zu decken. nfolgedeffen wird auch jene S wjerigkeit bezüglich pünkt- licher Einhaltung der Liefertermine ausge chlyffen sein, sobald unter Berücksichtigung der jeweiligen Bedarfsverhaltniffe zeitig eingekauft und e ifizicrt wird. ,
cs erkläre mich demnach, wie auch schon in m. Ergeb. vom 17. April erwähnt, bereit, auf Wunsch m. Herren Auftraggeber feste Liefertermine innerhalb der vereinbarten Lieferungszeit zu übernehmen, wobei allerdings der übliche Spielraum zu berücksichtigen wäre, sowie etwaiLF Betriebssiörungen, sowohl auf meinen Werken, als auch auf den erken, welche die nötigen Rohstoffe liefern.
Welche Lieferzeiten bei etwaigen Vereinbarungen zu Grunde e- legt würden, müßte natur emäß von den seitens der Werke schon 6? - ge angenen Lieferungsverp ichtunaen abhängig gemacht werden. Eine
einmal zu
von dem jeweili en VeschäftigungSgrade der Werke abhängig ist,
dieser wechselt 16 och naturgemäß je nach den Verbrauchszeiten und
den Konjunkturen.
Die Anfertigung von Weißblecben erfordert einen Zeitraum von 3 bis 4 Woéen, Find die Werke also beispielsweise schon auf 4 bis 6 Wochen be eßt, o könnte eine neue Bestellung erst nach dieser Zeit zur Erledigung kommen.
Sobald mir die Wahl des liefernden Werks überlassen bleibt, werden unter normalen Verhältnissen bei der heutigen auSaedehnten Produktion der Werke Aufträge in gangbaren Sorten spätestens mnerbalb circa 4 bis 8 Wochen zur Ausführung elangen können.
Was nun den von Ihnen geäußerten WunsT nacb Lagerblechen angeht, so habxn die Werke ch stets einen gewissen Vorrat in den Yngbarsten Starken, bei dem in den „Sorten indes sebr wechselnden
edarf wird es manchmal sebr schwierig oder ganz unmöglich sein,
Nachfragen sofort zu befriedigen, wenn auch alles aufgeboten wird, raschest zu helfen. ,
Ein Lager, Welches derartigen, unerwartet an die Werke heran- tretenden Ansyrüchen voll und sicher genYen sollte, würde schon bei rubtger Geschaftslage einen zu erheblichen mfang annehmen, und bei Ytarkkber Nachfrage ist ein Ansammeln größerer Vorräte ganz un-
en ar.
In Betreff der 177- und WW-Blecbe erklärte ick) mich schon bereit, auf Wunsch jeder Bestellung das Ergebnis in genannten Sorten beizufugen. Dabei aber mit einem bestimmten Prozentsatz zn rechnen, ist wirklich ganz unausfübrbar, letzterer ist schon bei den einzelnen Werken ,und ebenso in den Sorten durchaus verschieden.
AÉerdem bangt der Ausfall von 07- und WN-Bleeben in vieler eziebung von allerlei Zufällen in der Herstellung ab; während eine Partie in der Anfertigung verschwindend wenig Ausschuß ergibt, steÜt fich der Ausfall bei einer anderen Partie verbaltni9mäßig höher, aucb ergibt fich einmal viel 9797 und wenig 07 und ein anderes Mal ist das Verhältnis umgekehrt usw.
. cb bemerke dazu böfl., daß es ja auch in meinem Intereffe liegt, wenn die erren Besteller die bei ihren Aufträgen entfallenden 177 und 9797, mt übernehmen, denn es kann mir nur angenehm sein, solée aussortierten Bleche gleich zu räumen und nicht erst auf Lager zu e en.
jZins diesem Grunde werde ich auch in dieser Beziehung allen an mich berantretenden Wünschen meiner Herren Abnehmer in be- rechtigtster Weise ern gerecht werden, und bitte ich Sie, Ihren Herren Mitgliedern gütigt hiervon Kenntnis zu geben.
Hochachtungsv011 Weißblecb-Verkaufskontor bei Herrn I. H. Stein
(gez.) Unterschrift.
Berlin, den 1. September 1903. An das Weißblcäj-Verkaufskontor bei Herrn Stein " Cöln a. Rl).
Wir teilen Ihnen mit Bezugnahme auf Ihre gefälli e Zuschrift Vom 30. Juli d. I. ergebenst mit, dgß der Vorstand der Vereinigung der Weißblech verarbeitenden Industriellm-Deutschlands am 30. v. M. neuerdings zu einer Sißung zusammengetreten ist und für Ende Sep- tember d. I. eine Generalverfammlung der Mitglieder in Aussicht genommen hat. 'Ihre Antwort Wurde als wenig befriedigend be- fiznden. Na wie vor erscheint uns als die einzig mögliche Lösung eine gemeins aftliche Konferenz. Der Vorstand der Vereinignn hat sich s. Zt. Veranlaßt, gesehen, Ihnen zunächst nur die Hauptver and- lun Spunkte mitzuteilen, sodaß also in erster Linie über diese eine schriftliche Verhandlung mrt Ihnen stattfinden könnte, ohne daß damtt die Gesamtheit unserer Wünsche und Ansprüche erledigt oder
erschöpft ist. Hochachtungsvoll Vereinigung der Weißbleä) Verarbeitenden Industriellen Deutschlands.
Der VorsißeßdeZ Der Schriftführer: (gez.) Ludwig Goldstucker. (gez.) Dr. W. Wendlandt.
Anlage 2 zu 11. Bund der Industriellen.
Berlin ZW., Schützenstraße 46/47. Iourn.-Nr. 4037.
Betrifft : Weißblechzoll.
Ew. Exzellenz!
Die Weißblech verarbeitenden Industrien Deutschlands haben ßch genötigt eseben, zur Wahrung .ibrer berechtigten Interessen noch
?ammenzukommen, um emen letzten dringlichen Protest gegen die Erhöhung, des Weißblechzolles zu erheben.
_ Wenn wir recht unterrichtet sind, rubt diese Angelegenheit gegen- wartig wieder in den (Händen des Reichsschatzamts. Wir glauben deshalb an die richtige dreffe zu kommen, wenn wir Ew. Exzellenz ebrcrbietiast ersuchen, vor endgültiger Einseßung eines Weißblecbzolles beziehungsweise vor Festseßung einer Staffelung für Weißblech folg_ende allseitig eWogenen und schwerwiegenden Gründe bochgeneigtest berucksichtigen zu wollen.
Der vorliegende Fall ist ein eklatantes Beispiel von einer verhängnisvollen Vergewaltigung der Fabrikatindustrie durch die Großindustrie, von einem fundamentalen Interxffengegensaß zwischen einem Syndikat von 5 deutschen Robfabrifen und mindestens 500 industriellen Betrieben, welche das In- und Ausland mit dem Bedarf an Wei blecbemballage für die gesamte Nabrungs- und Genußmittelbran 6, insbesondere Konserdenfabrikation, für chemische, technische und pharmazeutische Praparate und außerdem im wesent- lichen Umfan e die Spielwaren-, Laternen- und Lampenfabrikation versorgen. nabbängig davon ist Weißblech zur Verrvendung für militärische Zwecke regelmäßi er Gegentand großen Bedarfs und findet auch für Zigaretten., auchtabaks- und andere Verpackungen, für Klempnereien, Stanzereien und Blecbformen Verwmdung. Veranla ung zu dem Zusammenschluß der Wei lech der. arbeitenden ndustrien bat einerseits die Befurcbtung gegeb n, daß der Antrag der Aktiengesellschaft der Dillinger Hütienwerke in Dill ngen an der Saar und Geno en zum Zolltarif,„eme Zollerböbung für Weißblech je nach der St rke von 7-9 .“ eintreten zu lassen, sodaß 0,5 mm und schwächere Ware dem Höchstsatz? unterliegen solle, auf die EntschließunZVder Regierung eingeWirkt bat; andererseits die Fassung der das eißblech bein enden Nummern in dem Entwurf einer neuen Anordnung des 0 tarifs Von 1900. Die Weißblech- fabrikanten streben unserer Me nung nach zu Unrecht die höheren Zou- sätze an, denn diese würden nicht nur keinen Nu en bringen. sondern dur die dann eintretende starke _Verbraucbsbes ränkung sogar direkt betrachtlicben Schaden zufügen, wahrend die Weißblech verbrauchenden JJZLtLstUen eine garnicht wieder gut zu machende Schädigung erleiden mu en.
' Die Wei blecbfrage ist von eminenter Wichtigkeit, weil sie eigentlich 0 e Spezialitäten der deutschen Industrie direkt oder indirekt berührt, insbesondere auch die Maschinenfabriken, die Fabriken für Spezialmaschinen und Werkzeuge, dann die Blechverarbeitungsindustrie, die Lack„ Glas- und Kisten- fabriken, die Lampenfabrikation u. 0. Um emen ziffermäßigen Ausdruck zu finden, führen wir eini e Daten aus der 1895er Berufsstatistik an. In der S warz- und eißblechfabrrkatiyn zu(sammen waren 1895 3127 ErWerbstätiae im Hauptbernf gezahlt 1882 2575), in der bKlsFiärJertei und Blechwarenfabrikatwn allem 83 558 gegen 51355
e g .
Wie namentlieh aus den Berichten, der Koblenzer Handelskammer zu entnehmen ist, be ründen die 5 Weißblechfabxtken, von denen die bedeutendste, das Na elsLeiner Eisenwerk, im Bezirk genannter Kammer
Berlin, den 29. Dezember 1900.
a gemeine Maximallieferungsfrist läßt fich nicht angeben, da dieselbe
produktion herstellt, da es fich fast ausschließlich mit de von Weißblechen befaßt, gegen 8000 Tonnen, WSU)? (1le HZZYIZ
und nur 6000 Tonnen, welche auf Dillingen entfallen, ibre rewchck7ang für WeißbreehFMrung
auf Zoflerhöbung mit dem P und der Konkurrenz seitens der englischen Indutrie, die nach der ei enen Dar- stellung der Antragsteller darniederliegen soll. Unserer Meßnung nach rechtfertigt sich ein Zollscbutz aber nur in den ällen, wo es sich um eine Industrie handelt, die noch jung ist und eh mühsam im Wett- bewerb mit einer übermächtigen ausländischen Produktion herauf. zuarbeiten sucht, oder wenn die inländische Industrie mit Ueber. produktion arbeitet. Beides liegt nicht vor, wie aus einer Betracht» der Preisbewegung und der Auslandskonkurrenz hervorgeht. Zunächß kann als ganz einwandsfreie Beurteilerin die Handelskammer zu Hannover gelten. In ihrem 1899er Bericht heißt es:
„Für Weißblech herrschte eine sehr starke Nachfrage sod ' deutschen Werke den Bedarf kaum zu decken vermochten.“ DeTßeka lische Wettbewerb war namentlich in der zweiten "lfte des Jahres nicht mehr zu befürchten, da die englischen Prei e in dieser Zeit in derselben Höhe wie die deutschen standen. tere Waren egfen Schluß des Jahres etwa 5 „M für die Kiste bö er, als zu 11 ang.
Was die reife im Laufe des Vor'abres anlan t, :) ve ' die Kammer dteYYlben folgendermaßen: 1 g s rzeichnet Sept.- Jahres.
DeutscheSUZ. eiß- „. . blech .].(J. in deutschen NJW Mai Juni Ick AUS“ Dez. durchschn. 26,75 24,13
Formaten hierher- _ gelegt für Kiste 21-50 22,50 23 25 26
EnglischeSU.Z.Weiß- blech .). 0. in eng- lischen Forchten ab 15
16 16,25 19 20 21,50 18,10
Eng an
hierher gelegt einschließlich Zyll 4,50 „44 für die Kiste mehr.
„Den Verein deut (ber tsen- und Stablindustrieller notierte als Preise im deutsches Weißblech:
Preise ab Werk für 1 Tonne in Mark Anfang Januar der Jahre: 1882 1886 1890 1892 1894 1897 1898 1899 1900 32 D Fb! 27.0 1,213 185 richt1418899 143611 14“? K M0
er 0 enzer an e ammer e ent um. 0 i
Weißblech den Satz: * W
Nachdem sich der Preis des Weißblecbes im Laufe des verfloffenen Iabres um etnm 4,50 „44 ro Kiste gehoben hat, beginnt das Jahr 1900 unter besseren Ausfi ten.
Nach dem Bericht über Handel und Industrie von Berlin 1899 1. Teil, S. 16, heißt es: Nach Wetßblecben war während des ganzen Jahres außerordentlich starke Nachfrage. Die deutschen Werke verlangten noch längere Liefer. zeiten als im'Vorjahre, da die VerMöhßerung der Fabrikation nicht annahernd gleichen Schritt rnit der e rverwendung von Kartonagen, Emballagen und dergl. gehalten hat. Im 11. Teil lautet es:
.Die Nachfrage war während des ganzen Jahres an erordentli
stark, der Verbrauch in Deutschland und befonders in ßden. großeéi Fabriken Berlins und seiner näheren Umgebung hat wesentlich zu- genbmmen und dürfte weiter zunehmen; dagegen ist die Herstellung von Wetßblecben tn Deutschland im Iabre1899 zurückgegangen (Gewinnung 1898 35 320 Togtnen, „1899 33 980 Tonnen) und die deutschen Werke können schon langst nicht mehr den gesteigerten Ansprüchen des Ver- brauchs, der immer grö ere Mengen für Fleisch- und Gemüsekonserven- buchsen und czndere inge verlangt, genügen. Erklärt wird die Minderfabrikatron dadurch, daß nur ein einziges Werk im Inlande auf Weißblech allein eingerichtet ist (Raffelsteiner Eisenwerk im Regierungsbezirk Koblenz, Gewinnung jährlich 12 000 bis 13 000Tonnen), wahrend die anderen wenigen Werke, die HLÖ mit der Herstellung des- selben befaffen, den_Artikel als Nebensache etracbten und die Fabrikation wesentlich eingeschrankt baben, Weil die Besserung der Preise für Weiß- blecbe infolge des Wettbewerbs der billiger arbeitenden englischen Werke nicht leichen“ Schritt gehalten hat mit den erheblichen Steige- rungen der reise fur Kyblen, Eisen, Zinn, sowie der Arbeitslöbne. Diese deutschen Werke ziehen es daher Vor, 11. a. S warzblecbe ber- zustellen, wobei sie befferen Gewinn erzielen. Die Fo ge hiervon war naturltch, _daß_ die Einfuhr, en lischer Bleche fich mehr als verdoppelt hat. Begunsttgt wurde die erwendung englischer Bleche durch die langen und unverbindlichen Lieferzeiten der deutschen Werke, während die englischen Lieferanten zwar verhältniSmäßig auch nur langsam, aber doch noch viel schnel16r und sicherer als erstere lieferten.“
b YU Jahresbericht der Handelskammer zu Bochum für 1899 emer : -
Auch in Fein- und Weißblecben war das Geschäft zufriedensiellend. Es fand eme wesentliche PreiSaufbefferung statt, die den Walzwerken wieder einmal einen angemessenen Verdienst geWäbrte.
'In Yubindung rnit diesen Ausführungen der Handelskammer-
bericbte durften die Yffem der Statistik viel zur Beurteilung der
Sachlage bettrqgen. ie deutsche Produktion von Weißblech betrug
nach dem Stati1ttschen Jahrbuch für das Deutsche Reich:
1890 1891 1892 1893 1894 1895 1896 1897 1898 1899
21,3 23,5 26,8 27,4 31,3 31,3 34,2 31,5 35,3 34,0 ' Tausend Tonnen (0 1000 FZ).
Die Zunahme der Erzeugung betrug 1899 gegen 1890 sonaxh fast „13 Tausend Tonnen. Während sich die Pro- duktton ungehindert vergrößerte, ist die Einfuhr, und zwar meist von England kommend, erst seit 1896, stärker an- ?ewachsen, sie betrug 1890 4296 Tonnen, 1895 nur 1440 Tonnen, 1896
0417, 1897 11 560, 1898 10 888 und 1899 23 835 Tonnen. Januar! September 1900 betrug die Einfuhr 14 877 Tonnen gegen 18 060 Tonnen in gleicher Zeit des Vorjahres; Die Erklärung für den starken Sprung der Einfuhr in 1896 liegt in dem gesteigerten Bedarf der demschen FertieTindnstrien, infolge des all emeinen industriellen Aufschwungs, den das nhetmtschx Wetßblerhf ndl at schlechterdings nicht zu decken ver- mochte. Denn es" hatte se ne Produktion von 1895 auf 96 nur um 3000 Tonne,!» 21.50.51, um sie 1897 wieder auf den Stand von 1895 zurucksinken zu lassen, obwohl der Verbrauch in 1897 um weitere 1000 Tonnen gestiegen war. Die Ausfuhr von deutschem Weißblech konzmr nicht in Betracht, da die heimischen Werke nicht einmal „den inlandischen Bedarf decken können. Uebekdies werden aus den Kreis?" der Weißblecbkonsumenten begründete Kla en über den außerordentlichen Man el an Ent egenkommen laut, wechen die deutschen Werke ihrs" Abne_mern in LFE anf Qualität, Format und reis zeigen. Die Enélander pa en mit rößere'r Ku anz den Wün chen der deutschen _Be teller bin cbtlich des ormats 2c. an. Bere ti te Beschwerden uber Qualitat der gelieferten Wei blecbe, wie sie si mmer aufs neue wiederlxolen, werden seitens des yndikats in einer stereotypen, UU“ zwegkmaßigen Weise erledigt, welche darauf schließen läßt, daß den Weißblecbwerken Weniger daran gelegen ist, ihre Kunden zufrieden zu stellen und bei uter Stitnmung zu erhalten, als fie in vollständige Ab- hangigkeit zn br Yen. Sie sind so auskeichend beschäftigt, daß fie selbst bei wesentlicher ergrößerun der Betriebe dem inländischen Bedarf nicht nachkommen können. nderenfalls hätte dies 1895/96 ges eben mnffen. Aber das Syndikat ließ die deutsche Industrie im tick)- Die Weißblechabnebmer ve (bern einmütig, daß troß der Versuch?- tbren Bedarf der vaterländi chen Erzeugung zugute kommen zu lassen, sie doch schließlich gezwungen waren, ihre Bestellungen dem Auslande zu geben, nm nicht bei den unregelmäßigen und langfristigen Lieferungs“ zeiten in die Verlegenheit zu geraten, den Betrieb wegen Mangels an Rohstoff still stehen zu lassen. „ _ 5 Aus dem beigebrachten Material gebt jedenfalls zur (Genus;e
er
vor, daß
ist 1?) Tießbeimisebe Produktion trotz starker Einfuhrerböbung gestisgkn un a
2) die deutschen Weißblechverarbeiter ihren Bedarf in inländiscbet
Ware gern decken wollen, daß aber ,
3) die Weißbleckpfabrikanten dem Mebryerbraucb gegenüber nicht
gelegen, allein über 13 000 Tonnen von über 30000 Tonnen Gesamt-
genügend ?roduzieren können und der Entwickelung der Fertigindustkie in geschaft icher Beziehung keineswegs förderlich sind,
4) daß die Preise für Weißblech erheblich angezogen sind und die inländische Erzen ung schon jetzt durchaus rentabel machen, wie aus den verteilten hoIen Dividenden des Syndikats hervorgeht,
5) daß die Weißblechverarbeiter auf den Bezug aus England noch auf Jahrzehnte hinaus angewiesen sein werden.
Bezüglich der Rentabilität der deutschen Weißblechwerke führen wir näher aus, daß nach unseren Informgtionen 1899 das Raffel- steiner Werk 15 0/0 (Gewinn abwarf, die DtlLinger Werke aber 1899 nicht weniger als 30 % Dividende zahlen konnten.
Nun wird aber bon diexr Seite bebauzotet, daß die englischen Weißblecbwerke zum größten eil darnieder lagen. '
Die englischen Werke befanden sich allerdingsMitte der neunziger Jahre in einer schlimmen Lage, weil die Vereinigten Staaten durch den hohen Schu zoll des Me. Kinley- nnd Dmgley-Tarifs eine eigene Weißblechindustr e im Lande unt bestem Erfrzlg groß exogen haben. Amerika deckte seinen Bedarf an Weißblech fruher weit in Englard, seine Einfuhr an Weißblechen betrug 1893 noch 253 155 Tonnen im Werte von 15,6 Mill. Dollars, 1899 nur noch 3,7 Mill. Dollars. England
' verschickte von seiner 1890-1899 er durchschnittlichen Gesamtproduktion
von einem Minimum von 8 Mill. bis zum Maximum von 11 Mill. Kisten*) nach der amerikanischen Union: 1893 noch 255 603 Tonnen, 1899 nur mehr 63 547 Tonnen. Dagegen bob sich die amerikanische Erzeugung ganz außerordentlich; fie betrug in 1001; 130113 (1016 JJ)
1892 1893 1894 1895 1896 1897 und 1898
18 803 55 182 74 260 113 666 160 362 256 598 326 915.
Englands Produktion aber stellt sich demgegenüber auf
1893 1894 1895 1896 1897 1898 und 1899 379162 354 081 365 982 266 963 271 909 250 950 256 629 Tonnen. Der Rückgang der englischen Weißblecbfabrikation isi sonach zeii- weilig ein sehr großer gewejen, aber langst ist ,die englische Industrie wieder in der Lage, den deutschen Bedarf, soweix als nötig, werter zu decken. Zu diesem für die englische Industrie gunstigen Ergebnis hat
allerdings zum Teil auch der starke und plötzlich auftretende Mel)r-*
Verbrauch Deutschlands beigetragen. Wie der Gesamtverbrauch in Deutschland, namentlich durch den schnellen AufschWUng der Konserden- industrie gestiegen ist, zeigt fich aus folgenden Daten, nach denen inländische Produktion und Verbrauch zusammen 1890 erst 25,6 Tonnen (€;. 1000 kJ) Weißblech, „1899 „aber 57,8 Tonnen (51000112) betrugen. Aber hierdurch „allein erklart sich die Erholung der englixchen Weißblechindustrie nicht; zum weitaus größten Teil ist fie auf den Zestiegenen Bedgrf der englischen Kolonien zurückzuführen. 6 waren frtiher 500 englische Werke in Betrieb, wovon etwa, 200 zeitweilig pausierten, 1eZt sind wiederum 450 gut beschaftigt, nicht zum wenigsten durcb größeren Absaß in Holland (1893 5312, 1899 14134, Tonnen), in Frankreich (1893 11297, 1899 14 380 Tonnen), in Brit. Indien (1893 6190, 1899 13 825 Tonnen), in Australien (1893 7694, 1899 12 225 Tonnen) und in Canada (1893 16 000, 1899 20.945 Tonnen). Von einer drohenden Notlage der deutschen Wetßblechtndustrxe oder von einer Ueberproduktion im Inlande kannvsona'ch gar nicht 'die Rede sein. Die Preise für Weißblech sind uberdtes auskommltche und die englische Konkurrenz keineswegs bedrohlickpen Charakters. Denn die englische Ware nimmt der deutschen Indnsxriekein 2151015- gebiet fort, das sie zu bedienen vermöchte, sondern Ut bisher immer nur der Lückenbüßer gewesen, wenn die deutschen Werke mehr aus- reichend liefern konnten. .
Somit entfällt jeder Grund zu einer Zoüerhöbung. Im Gegenteil spricht alles für eine Zollermäßtgung. ,
Die deutschen Weißblechfabrikanten erstreben durch ihren Antrag auf Zollerhöbung offenbar, das englische Weißblech, Vom deut1chen Markt fern zu halten. Dieser Zweck würde bei Nomtnierung denSaße in der vorgeschlagenen Höhe nicht einmal „erreicht, sondern lediglich die Preise für den inländischen Konsum gesteigert werden und die Folge wäre eine zweifaibe: Es darf nicht außer Acht gelaffen werden, daß die 5 deutschen Weißblechwerke fartelliert sind. Wird demnach die aus- ländische Konkurrenz vom deutschen Markt ferngebalien, schlagt das Kartell den höheren Zollfatz unfehlbar „auf den Preis der Ware auf und das erhöhte Abhängigkeitsverbältms der deutxchen Verbraucher von dem Weißblechsyndikal muß hemmend auf die „ganze Fertigfabri- kation wirken. Der Ring der Weißblechwerke ware dann, Jennifer- maßen im Besiß eines Produktionsmonopols. Wahrscheinlich Wurde ferner durch die sich einstellenden Preisaufschlage der Verbrauch an Weißblech im Inland eine Verringerung erfahren, weil die Art der Verwendung des Artikels v0n_ aÜgernezner Bedeutung ist. Es werden aus Weißblechen VerhältniSmaßig billige minderwertige Waren herge- stellt, welche im Verkehr allein Nebenzwecken, nne Verpackungen, Reklame 20, dienen, und der Artiiel mußte obne Frage emen großen Teil seiner 1eßigen Verwendungsfabigkeit verlieren, wenn sein Preis auf eine Höhe kommt, welche ihn ur seine bisherigen Zwecke unver- wendbar macht. , _ ,
Diese Folgeerscheinung wird den Weißblechwerken allerdings nicht erwünscht sein, aber sie wird 1ch unbedingt einstellen, Wetl bei Ver- teuerung der Blechdosen und mballagen 29. statt des „Verpackungs- materials aus Weißblech zu anderen Umhnllungen gegriffen werden wird. Und M56 Befürchtung wird auf Artikel des Maffenverbrguchs besonders zutre “en, wie Kakao, Bonbons, Cafes, Felke 2c.; sie wurden für die Blechrvarenfabrikation vielleicht ganz Verloren geben,_da in_an auf die früher benußten Umbüllungen, wie Pappe, olz, Ton, zuruckgretsen würde. Fergl. Referat des errn Senator F. ,Fwers-Lubeck, gehalten in der ersammlung der 5 eißblech verarbeitenden Industrie am 23. September 1899 im Hotel .Der Kaiserhof" zu Berlin, uber die Wirzkxxöngeézil Fnerl Durchführung des Dillinger Antrags auf Erhohung des ei e zo s.
Dasß Inlanngesc'häft müßte sich demnach_ eine bedeutende_Ein- schränkung gefakten lassen, aber weit seblrmmerwmde es noch beruhren, daß durch die Wirkung der Zollerbohnng die deutsche Blechwaren- industrie unfähig würde, mit den auslandiscben Erzengniffen den Wett- bewerb auSzubalien, daß demnach das Exportgeschgst an die Eng- länder, Holländer, Belgier und Schweizer Verloren ginge, _ein urn so schwererer Verlust, als zbis 6 der Fabrikaiion Exportware iß. Dieser wäre die Lebensfäbigkeit genommen, und die Zollerböbung" wurde somit zumeist dem Auslande zugute kommen. Zu befurchten ware besonders, daß die Engländer sich wieder des ihnen schwer abgernngenen Export- terrains im Orient, in China und Japan bemachttgten. Hiernach läßt sich ermesien, wie leicht es zu einer Abwanderung der Weißblech Verarbeitenden Industrie aus Deutschland im gro eren Maßstabe nach dem Auslande kommen kann, daß sonacb der orteil, den sich die Weibelechwßrkes 111710 deirchZolletrhrxhung Versprechen,
ür e e n t ein re en, _
L)) Lich zu einem Nachteil für die deut1che Volkswirtschaft der- kehren wird. „ „
Der Antrag der Dillinger Werke muß m seinen Wirkungen als direkt industriescbädigend bezeichnet werden. Er jtellt Lich nicht als ein Schuyzoll fur eine jun e oder nicht kapitalkraftige, Industrie, dar, Lindern als ein privajer inanzzoll des dentschen Wetßblechsyndtkats.
atsächlicl) würden im vorliegenden Falle unf Großbetriebe Deutsch- lands mit Hilfe der Gesetzgebung in den Stand gesept werden, _zum Schaden von nahezu 500 Betrieben aus der Ferttgindustrie emen PreiSaufs lag zu machen. Einigen Großmdustriellen wurde demnach Gelegenbet geboten werden, ihre Macht gegen,dt_e nnttleren und Kleinbetriebe der Industrie, ja ge en den ganzen mlandischen Konsum und ausländischen Export ju mi brauchen. Auch ware em solcher Zoll England gegenüber durchaus nnpoluiscb, da er die ohnehin schon genügend vorhandenen Schwierigkeiten_beim Abschluß eines Handels- vertrages ganz bedeutend vermehren wurde. . . _ » Weißblech ist für die ?ochentwickelte deutsche Fertigmdustrie em Rohstoff, wie das Leder ür Sattler und_ Schubmaxher. Rohstoffe aber müffen der deutschen Industrie grundsaßltcsl? so billig'als möglich zu eührt werden. Auch aus diesem Grunde nd derartige Antrgge au? xlxmeuerung des Rohmaterials im höchsten Grade bedenklich.
*) 1 Tonne == 22 Kisten, die Kiste „1.0. 20.14 :108 als Norm.
--29-"'
' Sie widersprechen allen volkswirtscbaftlichen Grundsätzen eines gesunden
Staatslebens. Wie sehr aber Weißlech den Charakter eines Rohstoffes hat, geht auch aus der Tatsache hervor, daß die Fabrrkgnten bereit find, weit eher einem ermäßigten Zoll für fertige Ware Juzustimmen, als einer neuen ZoUbelastung des Nobmaterialß. '
Die Kreise der WeißblechderarbeitunJS-Jnduftrte find aber ent- schlossen, kein Mittel unversucht zu laffen, Vm ihren berechtigten Inter- essen Beachtung zu Verschaffen, zumal die Zahl der, Von tbnen be- schäftigten Arbeiter nach Ausweis einer Enquete ber circg 200 Weiß- blech verarbeitenden Industriellen 24 000 Arbeiter ansichließlich der m der Hausindustrie beschäftigten Personen betragt, Hegenuber „einer Arbeiterzabl der fünf Weißbleckywerke von hochstens 3000 Arbeitern. Sie Verlangen deshalb ihrerseits, um diese große Arbeiterzahl ferner beschäftigen zu können, daß der Zoll auf Weißblech Vielmehr von 5 auf 3 «34 herabgesetzt Werde. Nur dadurch kann" der Absaß im Inland gefördert, der Export nach dem AHSlande gestarkt werden. '
Im Interesse der deutschen ' Volkswirtscbaxt ersuchen" _fie somjt nicbf nur um Ablehnung des Dillinger Antrages mrt Rucksicht 'auf die Lage der inländischen Robfqbrtkatton und der Fertrgfabrrkatton, sondern um Erleichterung der Einfuhr; „
Sie find endlich aus rein zolltechmscben Erwagungen der Anficht, daß in den geringen Stärken eine Staffelung uberhaupt nicbt Vorge- sehen werden dürfe, sondern daß entgegen der durch den Wirtschaft- lichen Ausschuß Vorgesehenen 3 Staselungen t_atsach11ch nur 2_Ab- stlufuhngen möglich find, nämlich starker als 0 111111 und februacher as mm. " '
Die Berechtigung dieser Anschauung laßt sich zolxrecbmsch beweisen. Denn die Cinzelstärken des Weißblecbes unter 5 WM YOUULU wst durch Wiegen nccb Messungen hinlänglich genau“ festgestellt werden. Es würde erforderlich sein, zum Zwecke der Dnnenswnsabßufnngen die Kisten sätntlich aufzureißen, wobei, abgesehen Von Zeitwexlust und sonstigen Störungen, die Verpackungen be1chadigt werden mußten und das bochglanzpolierte Blech leiden Wurde. „ , „
Von noch größerer Bedeutung ,wardexs 1201, wenn man fur" den Artikel Weißblech eine eigene Rubrik einrichten würde, da es uber- haupt eigentlich nicht als eine Unterabteilung der Eisenbleclye anzn- sehen ist, sondern sich als ein Rohmaterial in demselben Sinne wre schwarzes Eisenblech charakterisiert, aber unter den hier zusammen- gefaßten Waren den bedeutendsten Handelsartlkel darstellt.,
Aus allen diesen schwerwiegenden Grunden glauben, wir umsomehr darauf rechnen zu dürfen, daß unsere Vorstellungen 16116113, der boben Neicbßregiernng noch berücksichtigt werden, weil die Prodrrkiicxnsstatisiik nach einer Auskunft aus dem Reichsamt des Innern fur unsere Artikel noch garnicht fertiggestellt ist unnd die hierbei gefundenen Ziffern dock) eine wesentliche Grundlage "fur die Bemessung der Zoll- säße abzugeben haben.
Demnach beantragen wir:
1) den Dillinger Antrag ablehnen; ' f „ 2) eine eigene Position Weißblech zu bilden bezw. dieses au» der Nr. 1241 berauSnebmen; Z) nur zwei Staffelungen , über und unter 5 111111 emriäyten; „ 4) den Zollsaß von Weißblech über 5 111111 auf 2,50 214 fur den Doppelzentner, unter 5 111111 uns 3 „14 festsetzen zu
wolien. . Bund der Industriellen Bundesstelle „ zur Vorbereitung neuer Handelsvertrage. N. von Dreyse, Dr. W. Wendlandt, Vorfißender. Generalsekretar.
Vereinigung der Deurschen Metall- und Blecbwaren-Fabrikanten zur Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interenen, (Hrnppe7 Spezialabteilung der Weißblech Verarbeitenden Industrie.
Der Vorstand. . _
Berliner Blechemballagenfabrtk Gerwn,
Berlin.
Bremer u. Brückmann, Braunschmeig.
Gebr. Pfund, Dreöden. An
Se. Exzellenz den errn Staatssekretär, Wirkl. Geheimen Rat reiberrn bon Thielmann , Berlin W., Wilhelmstraße 61.
F. Ewers u. Co., Lübeck.
Anton Reiche, Ott!) Lutze, Dresden-Plauen. Berlin.
Ernst Paul Lehmann, Brandenburg.
Anlage 3 zu 11. Bund der Industriellen. Berlin ZW., Schüßenstr. 46/47. Ionrl.-Nr. 5083. Berlin, den 16. September 1901. Betrifft: Weißblechzoll.
Antrag zu Nr. 788 des Entnnirfs eines Zolltarif?) für das Deutsche Reich Vom 26. Juli 1901.
Die Weißblech verarbeitenden Indyftriellen Deutschlands erblicken in der Herabjeyung rer Fordernng eines Schußzbüs von «50414 seitens des Weißblechsyndikats an? 5,50 „M fnr Weißblech xn Stgrfe von mehr als 0,5-1 ww und auf 6 .,“ „fur Weißblech tn Starke Von 0,5 mm und darunter einen Korppromtßvbrfchlag der Regierung, welcher an sich die AnerkennunZ enthalt, daß die Forderung der Weiß- blech produzierenden Fabriken entschlands rnit den Vielseitigen, weit- verzweigten Interessen der Weißblech Verarbeitenden Industriellen nicht in Einklang zu bringen ist. „ ,
Bei dem vorgeschlagenen Kbmpromiß sind jedoch die ersteren noch immer bei Weitem im Vorteil gegenuber der großen Mehrzahl der gegnerischen Intereffenten, denn es wurde am„29. Dezember„19(.0 von der Spezialvereinigung der We1ßblech verarbeitenden Industriellen, Gruppe 711 der Vereinigung deutscher Metall- und Blecbwaren- abrikanten, in Gemeinschaft rnit dem Bund; der Industriellen,
undesstelle zur Vorbereitung neuerHandelsvertrage,_lant betfolgender ausführlicher Darlegung beanrragt, den 3011 fur Weißblech Von 5 111111 Stärke auf 2,50 „14, unter 5 111111 Starke aus 3 «10 festseßen zu wollen. ' '
Es war demnach eine Herabsetzung des bisherigen Einbettsz_0ll-
satzes von 5 .“ für alle Stärken beantragt und außerdem bmzugcsugi worden, daß nur zwei Staffelunßen, namlich uber'und unter 5 0011] eingesetzt werden möchten. Endlich war anßeregt, eine eigene Position Weißblech zu bilden. Abgesehen daVOn, da der letztere Wun1ch nicht erfüllt worden ist, hat die Regierung sich doch entschlossen, eine drei- fache Staffelung Vorzunebmen, und den Antrag auf Herabsetzung des Zolles nicht nur unberücksichtigt gelassen, sondern troß aUer Vor- stellungen eine Erhöhung von 10 bezw. 200/0 eingesetzt. Die Er- böbung des Einfuhrzolles ist uzn so weniger gerechxfertigt, gls gleich- zeitig eine wesentliche und einschneidende Heralneßung fur Fertige Ware (Dosen, Pos. 828 von 10 bezw. 24 auf durchweg 10 «M und SpielFtug aus Weißblech Pos. 946 von 24 «14 aus 10 W,) er- ol t . , f g Das Weißblechfyndikat ist daher, bei diesem, Kompromtßvorscblag weitaus im Vorteil. Nack) der Sachlage erscheint rein mathematisch genommen als der einzig richtig Vergleichsvor chlag, daß, abgesehen von den übrigen Anträgen der Weißblechintere 1enten, sowohl die eine Forderung wie die andere abgelehnt und „der bisherige Zollsaß Von 5 ck ohne jede Staffelung beibehalten wurde.
Wie sehr die in der an das Reichsschaßamt gerichteten Eingabe eingehend begründete Behauptung, daß die inländischen Wetßble - produzenten nicht in der Lage find, den Bedarf der deutschen, Wei - blech verarbeitenden Fabrikanten zu decken, den Tarsachen entspricht, haben die Vorgänge der leßten Monate vollauf bestatigt.
Zunächst hat die Produktion des deuts en Weißblechsyndikats nicht wesentlich zugenommen. Dann aber hat eh gleichzeitig die Einfuhr Englands troß des bestehenden alten Zollsaßes bedeutend verringert.
Die Weißblechausfuhr (Großbritanniens belief sich Ianuar/April1901 auf 82,590 6 gegen 94002 t; im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Hiervon gingen nach:
den Vereinigten Staaten v.N.-.A 13 897 i : 19 207 b im Jahre 1900 Rußland . . . . . . . . 13333 6 : 9 179 Q ,
Britisch Indien 8 640 b : 7 984 6
Frankreich . . . . . . . 6 445 6 : 9065 t;
Australien und Neuseeland . 5308 t; : 8761 r
den Niederlanden . . . 4453 b : 5 807 r
Canada . . . . . 3492 r : 6 395 6
Deutschland . . . 3 525 t: : 6 601 b „ .
Die englicbe Einfuhr nach Deutschland hat somit im genannten Zeitraum fich um die Hälfte Verringert. Seit dem April aber ist eine nocky größere Abnahme der Einfuhr eingetreten, und zwar be- sonders'in den 'leßten Wochen, weil der amerikanische Stablarbeiter- strélk'd10 amerikanische Weißbleobindustrie zeitweilig lahmgelegt bat und infolgedenen engliicbes Weißblech in größeren Massen als Ersatz nach Amerika gebt, wahrend es Deutsckolnnd und anderen europäischen Staatewentzonen wird. Die weitere Folge dieser Vorgänge ist ein emvfindlicher Mangel an Weißblech für die Verarbeitenden deutschen Fabriken, der mit, jedem Tage fühlbarer wird, weil die deutsche Pro- duktion absolut nicht in der Lage ijt, Ersatz für das englische Weiß- blech zn schaffen. *
„ Die so entstandene Konjunktur, welche bei dem bisherigen Zollsaß moglich war, gibt ein treffendes Bild der Lage, die entstehen würde, wenn_ durch emen erhöhten ZoÜscbuTZ das englische Weißblech mehr als bisher 0001 _dentxchen Import abgehalten würde. Wie groß der Ausfall„beretts xeßt ixt, 0651 aus folgenden Zahlen beryor. Deutsch- land fuhrte „im Zeitraum Ianuar-Iuli 1900 120 977 (12 ein, da- gegen im gleichen Zeitraum 1901 nur 63 522 112, WWW allein Eng- land 62 068 112 lieserre, während es 1900 118 185 (12 einführte.
Wenn auch ein Teil des Rückganges der Einfnbr auf den all- gemeinen Rückgang ,der industriellen Konjunktnr znrückznfübren ist, 10 isi„_d0ch die Herabmrndernng der engliwben Einfuhr um genau die Halfte ein Zeichen, daß die engl11che Einfuhr nicbt obendrein noch durcb. Scbuszölle abzuschrecken ist, und auch ein Zeichen dafür, daß die amerikanische Einfnbr für die nächsten Jahre gar nicht in Frage kommt, weil Amerika keineswegs an Ueberproduktion leidet und unter den obwaltenden Umständen sogar einen gwßen Teil seines Bedarfs aus England beziehen muß.
Der Zeitpunkt, für den englischen Ausfall einzutreten, War für die deutschen Weißblechwerke niemals günstiger als in den leßten Monaten. Es hat indes in Uebereinstimmnng mit seinem lang- jährigen Verhalten keinerlei Anstalken gemacht, den inländischen Be- darf mehr als bisher zu decken.
Wir fassen unsereAusfÜbrnngen in folgendem Antrage zusammen:
Der Hohe Bundesrar bezw. Reichstag one eine Erhöhung des Weißblechzolls ablehnen, _ _
1) weil die Interessen der Weißblech Verarbeitenden Industrien die Interessen der Weißblecbproduzenten der Zahl nach und Volks- wirtyckyaftlicl) bei weitem überragen,
2) weil eine Staffelung _Über 0,5 11110 und unter 0,5 11110 zu zoÜtecbnischen Schwierigkeiten sübren mZßte, deren Ansxübrung geradezu nnmöglich erscheint, ohne daß eine Sehädigung der Weißblech der- arbeitenden IndustrieÜen einträte.
Bund der Industriellen
, Bundesstelle „ zur Vorbereitung neuer Handelsvertrage.
N. 1). Dreyse, Dr. W. Wendlandt, Kommerzienrat, Vorsitzender. Generalxekretär.
Vereinigung der Deutschen Metall- und Blecbwaren-Fabrikanten zur Wahrung ihrer wirt1chastlichen Jnteremen, Grupve7. Spezialabteilung der Weißblech Verarbeitenden Industrie.
Der Vorstand , F . Ewers & Co., Berliner Blecbembaüagenfabrik Gerson, Anton Reiche, Lübeck. Berlin. Dresden-Plauen.
Otto Luße, Bremer & Brückmann, Ernst Paul Lehmann, Gebr. Pfund, Berlin. Braunschweig. Brandenburg. Dresden.
An den Hohen Bundesrat den Hohen Reichstag.
Anlage 11]. Betrifft:
Weißblechkartel]. (Amtlicher Fragebogen.) Berlin, den 8. Juni 1905.
In Sachen der für den 19. Juni cr. in Au§ficht_ genommenen Besprechung im Reichsmnt des Innern über die Verbaltmffe in der Weißblechindnstrie nnd die Wirksamkeit des „unter dem Namen .Weißbleckyverkaufs-Konwr bei Herrn I. H. Stein inColn“ bestehenden Kartells ist seitens des Reichsamts des Innern der_gedacbten Syndikats- leitung ein Fragebogen unterbreitet worden, auf welchen die letztere dem Reichsamt des Innern geantwortet hat.
Wir folgen in nacbstebendem dieser Beantwortung und_ges1atten uns, hierzu einschlägige Bemerkungen behufs weiterer Aufklarung der Sachlage anzujchließen. _ '
Zu Punkt 1 und 2 der Fragestellung errvabnen wir,'daß den innerhalb des Kartells arbeitenden 5 Weißblechwerken rnit einer Zahl don etwa 3000 Arbeitern die Weißblech Verarbeitenden Industrien unt annähernd 500 Betrieben und einer Mindestzabl Von 30 000 Arbeitern gegenüberstehen. , "
„46 3 der Beantwortung ist nichts zu erwabnen. „ ,
116 4: Die Weißblech Verarbeitende Industrie erfahrt dnrch die Beantwortung der bezüglichen Frage zum ersten Male authenmch den Umfang der Fabrikation der artellierten Weißblecbwerke durch die Karteüeitung selbst, während wir biSlang nuf Informationen Dritter angewiesen gewesen sind. Indessen erweisen die m unseren_Denk- schriften niedergelegten bezüglicben Zahlen, daß dieselben rnit den osfizieüen Beurkundungen der Kartelleitung__fast genau ubercinsnmmen. Unsere Informationen Waren aljo quekla111ge. '
Nicht recht klar ist, ob und welchen Unterschied dle Kartell- leitung zwischen „Versand“ und .Lieferungen'_ im Texte ihrer Antwort macht und weiterhin entzieht 1ich mangels naherer Angaben die Fest- stellung des Umfangs der Weißblechprodukan, welche außerhalb des Absayes des Syndikats liegt. Ist damtt die Ausfuhr gemeint“.ck
Wenn aber anläßlich der_Beantwbrtung der Frage 4 die Kartell- leitung besonders betont, daß fich_s€it dem Jahre 18,62 bis zum Jahre 1903 die Produktion _der de_utjchen Weißblechwerke in 41 Jahren mehr als Verzebnfacbt hat, so muß berucksichtigt werden, daß, in diesen 41 Jahren eine Industrie erstanden ist, deren Verbrauch in Weiß- blechen sich innerhalb dieses Zeitraums zum mindesten versecbszehn-
t at.
fach Kc] 5: Das Konsortium, welches 1862 errichtet wurde und naeh dem früher bestandenen Alaun-_Syndikat das alteste Syndikat in Deutschland ist, hat selbstberstandlicb den Zweck gehabt, die Be- seitigung der gegenseitigen Konkurrenz durch Zusqmmenschluß der Werke und die gemeinsame Bekampfung der außlandtschen Konkurrenz zu bewirken, denn das allein ist ja der Zweck und das Wesen der Syndikatsbildung, insoweit besagt die Beantwortung der Frage 5 nichts neues. „ „_,
Es würde aber fur die Beurteilung der Situation durchaus wichtig sein, offiziell alle die Bedingungen bekannt egeben zu sehen, unter denen die Kartelleitung den kartellterten erken gegenuber arbeitet bezw. die Geschäfte der kartellierten Werke führt. Was wir
darüber gehört, ist das Folgende: 8