1885 / 9 p. 4 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 12 Jan 1885 18:00:01 GMT) scan diff

Yiehtamikiches.

Preußen. Berlin, 12. Januar. In der vor: gestrigen (A.) Sißang des Reichstages brggnn das Haus die erste Berathung des, Eritwuris eines Srrrßch, br: treffend die Feststeürmg einrs Nachtrages ziim Reichsyaiis: halts-Etat fiir das Etatsxahr 1884/85.

„rrr Nachtrag§-Etal fordert als einmalige Arrsgabe 180 000 (16. zum Bau eines Küstendampfers und cinrr Dampfbarkaffe fiir den Gouverneur in dem Gebiste von Kamerun.

Dsr Abg. Frhr. Langwerth von Simmrrn erklärte fiir seinc Person, der Koionialpolitik sympathisch aegsnübrr zu stehen. Es müsse? drr Uebérproduktion ein Abflriß cröffuet werden. Das deuxicix Eiemcnt jenseits des OzeancZ sei in sichtlichem Aufschwungs begriffen und die Möglichkeit sei geboten, das; in einer fernen Zeit das d2r1t1che E(emcnt jsnseitcs ch Ozeans die Herrschast haben wrrdi». [1111 wie vir! brffer werde 26 dann sein, wenn dieser Aufschwung auf dem Boden deutschcr Kolonien, statt innerhmld frcindläxr: dischcr Territorien sich voilziehrn könne. Um die DétarlS drr Vorlags jedoch gcnau prüfen zu können, beantrage rr Uebrr: weisrmg derselben an eine Kommission. _ _

Dsr Abg. Dr. Frhr. Schenk von Stauffenberg iprach_s1ch für die Vorlage cms und knüpfte an dir 92de VLB Reick)? kanzlers an, in welcher derselbe in dsr Sißrmg 09111 24. Jimi 1884 zrrm ersten Mals nähere Artischliiße Über scrxie Kolomalz poliiik grgrbcn hab?. Damals habe derselbe: griagt, rr fei grqrn dis Kolonien nach französischsm Systrm, nac!) wrichem erst Kolonien kiinstlich geschaffen würdsn und dann DTS'AYÖ: wanderang da[)in ZU lenken versucht werde. Drirckg die Er- werbungen der hanfeatisthen Kaufleute sei er zrirrst zn „drr Frage drs Reichsschnßes für die Kolonien gekommen. Wertsr habe der Reichskanzler damals . ausgeführt, daß_ er fiir die Auswandrrung nach französischem Systrm nicht sem könne, drtm ein Deutscher, der sein Vaterland wre einen alten Rock abstreife, sri krin Deutscher mehr für ihn. _ Jm gcgen- wärtigrn Augenblicke sei es ja UOch nicht möglich, grnarr zn iibcrsrhcii, ol) ach Dasjsnige, was sich in Airrka vollzrrhe, oder sich als voiizichend ankündige, sick) in dem Nadmrn bc- wegc, wslckxcn drr Reichskanzler so scharf ZLZLickMLt habe. Das werdr in Zukunft zn Erwägrn sein, wenn drm Haus? das rrötl)ige Material zngegangen sei. Abrr diefe aligrmxme Uebereinstimmung iiberdede WSDL]? seine Partei noch den RUTH?)- tag der Verpflichmng, in jedem einzelnen Falie ganz'genan zr: priifen, ob die Maßregeln, welchsn dns HaueZ zustimmsn 7002, und fiir w2lche Grld von drm Hause verlangt wurdo, sich innerhalb jenes damals gezeichneten Nahmriisz drwrgten. Rim sei Er von seinen politischrn Freirnden bsanftraat wor- den, zu erklären, daß sie nach asnauer Priifung dsr Vorlage der Ansicht seien, das; dirse Fragen für den grgenwiirngen Fal] absolut brjaht werdrn müßten, Und seine Partei werde drShalb der Forderung, wie sie [zerrte an das Haris gesteUt sei, nicht Sirtgegentreten. _

Der Abg. Dr. von BUUsLU erklärte, nicht Um der Aris- wanderung rinrn Abfiuß oder der deutschen Prdduktion neue Märkte zu schaffen, habe die deutschs Nation dre Kolo- riialpoiitik begeistert angefaßt, sondern in der instinktwen Erkenntniß, daß in hrmdrrt Jahren Deutschland, Frankreich, Oesterreich und Italien neben den Vereinigten Staaten, Nuß: land und England zu einer bescheidenen kontinentalen Stellung l)rrabg€driickt scitr wiirden. In den Eintritt Deutschlands in

drn „Kampf um den Asquator“ fänden fick,) die andrrrn Mächte schwrr, cinige machten dazu ein saurrecZ, bringt)? femd- lichrs Grsiän, Aber fishäitejt rasch die Nothwrndigkeit erkannt,

die Thatsache zu nehmen, wis sie'sei, Und sich an d'rrse zirue Macht anzuschließen, welche irrrdiichrre und freistiimgrre Kolonialpolitik trribsn wrrde, als die, rmt denen England bis jeZtPortUgal, Sparrien, Fraukreick), ]a selbst Hoiland zu hajxdrrii genöthigt genwsen sei. Zur Sachs bsnierke er, daß Kamrrun wrchtrg fiir Dsutfthland sei alc.?- die brste Emfaiipforte zn drm (Hebiew drr nördlichen Zuflüsse des Korigo. „Für Wiffciischaft und Handel brauche Drutschland mögl1chsrv18leWegemdaanxrere drs Kongobcckens, Und Kameruri ser durch des Gcneral-Kon- stich Nachtigal Autorität als sm guter'AuSgangMu'nkt de: zeichnrt. Die Beséßung von K_amrrun ser daher als em glück: liches Ereignis; zn begrüßen; hrer werde drr Reffrnde, der von der Küste in daS Jnncre dringen wolle, stqtt drr cmgeirorenen Häuptlinge einen deutschcn unverneur finden, der steh auf eiiie immer berrite Flottenabtherlung stütze, urid mehr mehr mit drr Schwirrxgksri der V8schaffung von Tragern kampfrn müsse.

Hierauf ergriff der Reichskanzler Fürst von BLSmarck das Wort:

WEnn ich zu dieser Frage das Work ergreife, so gcschirbt Ls Liiswt ohne ein gewiffcs Jagen und unter dem Eindruck, dem ick) grgcnübcr stehe, daß es den RaierungsvorlaaM im Ganzen nicht niirzlich ist, WENN 1ie von mir per?önlich lebhaft befiirwortrt wrrden. Ich habe das Gcfübl gehabt in der Abstimrnuna am 15. vorigrn Monats, daß die bikiigkn und unentbehrlichen Ansprüche des öffent- [Wen Dienstes viclLeickat [richter durchgegangen wären, Wenn ich nicht zu erkennen gegeben hätte, daß ich mich prrsönlick) dafür sehr _lebl)aft intrressirte. Ich bin gestern von gkcickren Betracbrungen impre1fi0nirt worden und habe bereut, daß ich überhaupt die gestrige Sache bc- iürnyortct habe. Ick muß fast befürchten, das; ck bei dem chigen Siande der ReichEtagSmchrbeit, wie ich fie mir gcgenüber kennen lerne, dcn Regierungsvorlagen vielleicht nüylicber ist, mrnn ich schweige und ungewiß laffe, ob ich mich überhaupt dafür inicressire.

Es ist ja Überhaupt ein Nachtkckeil für dcn Minister, wenn er an den Geschicken seines Vaterlandes einen zu lebhaften Anthril nimmt. Es leitet das ja sehr letckt zu der Berechnung, daß der Mann es in seinem Posten vor Sorge und Bekünzniern nicht aus- halten wird, wenn die vaterländischcn Interesjen ermgermaßen peri- kiitircn und fick) nicht einer besonderen Berücksickotigung erfreuen. Man brrrarbtet ibn gewissermaßen wie die rechte Mutter des salo- monischcn Kindes, die lieber ihre A11sprü__chc aufgtebt und lieber per- sönlich darunter duldet, als die Jnterenen dcs Vaterlandks benach- tkwiiigrn zu lassen. In diesem Sinne beabsichtige ich auch, mir in Zukunft mehr Schweigen und Zurückhaltung aufzuerlegen und die Frage, ob ich persönlich gekränkt werden kann durch eine Ablehnung, wrnigstens im Unklaren zu laffcn. _

Ich will zu dem, was einer der Herren Vorredner geiagi hat, indem er die Kolonialbildungen aus dem Geficbtspunkt der Auswan- derung besonders befürwortete, doch hinzufügen, daß mir por der Hand und nach der Genesis unserer Kolonien fast zwei) Wichtiger die Gewinnung neuer Absatzmärkte für unsere Jndrzstrte ist, auch selbst fiir die kleinsten Industrien, wie fie gestern an dieser Stelle _ein Ab- geordneter aus Sachsen geltend machte, die ja kleinlich in ihrer äußerlichen Bezeichnung erscheinen können, die aber doch zu Hause, wo fie etablirt sind, eine ganze Menge Deutsche ernahren und mit lohnender Arbeir versehen. _ ' '

Aus diesem Grunde bitte ich auch, die Kolonien nicht außer

bieten, sondcrn nur dafür, daß wir von den Küsicnvrxnk'cn aus, die nir okkuvirt haben, Wege nach Abfaßaebirtcn finden und Verbin- dungen für Absatz unserer dcuisrhen Jndustcic-Produkfe aiicr Art an- zuknüv-irn im Stande sind, Dazu miiffen wir Kanz nothwendig abcr vir Länder, mit dknen wir Verbindunaen anknüpfen Wollen, und die Stämme und Volker, Welche unsere Abnehmer tvkrden sollen, einiger- niakan kennen lcrnen. Das können wir nur durch Erforsciyunc; des Jr.:icrn von Afrika, indem wir kirjenigen Mittel grwäbrcn, über die wir gestern diskutirt baren. Ick MU in Dir Nkstkige DiÖkUifiM nichr zurückgreifen, sondern nur wicdcrbolen, dus; i(b nach genauer Priifur'g und Wiederleiung aliks dcffen, was vorziebracbt und an- gezweifelt wordcn ist, nicht die Mögliwkkit !i'bk, daß von Seiten der ReiÖIregirrong, sei (S in der Kommission, sci rs hier im Rcirhrxtagr, iMénD ein Novum iiber die arstrige Frage noch beigebracht wcrden könnje, und dar“; ici) bittc', in den Kommiisionsvcrbxndlungcn der- (ilrichkn neue, birdrr noch unbrkamxtkMijtbcilunsxcn 11th zu erwarten, Weil übcrdauvt kein Stoff und feine Yiöglicbkrit dazu rorlirxit. Was wir wiffen, ist scho:r erjckoöpit; es hat, aber nicht hingereicbt, Sie zu bcfrisdigeu. Wir müssen also den Erfolg abwarten. JCL) möciitc nur in Bettcff dcr Kvlonialfrage _ oder nal?) ihrer Entstehung wil] ici) fir lieber so bszrickynrn: des Schutzrs unierer überseriséen Anfirdclungen, wie fie der Handel mit 1ich gebrarbt cht _ ich 11113009 anrn also nocbmais ans Hz_r; icgrn,_ daß fur dre Kaiserliche Regierung eine wirksame Unterstützung dicser Unterneh- mrzrigrn, eine wirksame Fruktisizirung dcr Brwcgung, wxlcbe die deutsche Nation in drr Richtung erfaßt hat. ganz unmögliri) qt, wrnn sir nicht Wm Rcicbötaar eine freie, von ciner Frwimrn nationalen Begeistcrung getragene Unirrstüßung bat. _ ' " _ chn wir den Reichstaa bittrn, analen, dewktskraftig drmonstrirrn müssen, und doä) jede Mark, die wir r*:rlangrn, vom Plenum in die Kommission und von der Kommiiswxr ins, _Plerium grslbickt wird, wenn wir sebrn, daß drr ?,]iricbstag fiir dieie Dinge kcin Orr; bar üdrrbaapt in seiner Majoritäi, daß er drrZKegier-ung dir spontane, freiwillige Unicrstüymig nichrgcwährt, die US bedarf, daß rr die chirrung nicht trägt, sondern 1ic „Zurückhalt, wo er fie zurückhalten kann, _ dann müffrn wir das quigrbcn._

Wir [)aben 1]in einmal an dir äfkiküviXÖL'U Küste zur kiirb_ran-

denbnrgiscbrn Zrit Anfirdrlungen gehabt. JU dchrit der Gamaichn

imd Pcrrürkcn sind sie aufgrgcbcn urid vcrkauft wordrnc, und Wsrrn

Sic drr Régicrung nicht NCH): Unirrstüßung cUtge-genbrtnrien, „so ist

es bsffcr, wir schr2iirn zu dcmsribrn Léquidationéverfabren so irrik) wie

möglikb und machrn dem Lande keine rrnnüxxcnKostrn undHoffnrznsxcn, die wir obne Jbr freiwilliges Cnigsgcnkdmmcn U;.d Jbrcn Beistand

nicht rriiiilcn können. ,

Um dort eine koloniale AufsiÖK _ wii] ici) cs „einsiwriirn Ummon _ zn etabiircn, ist ein Gondernrrrr gar-z Uiikiijbkbrxlk-Ö. Dirwr Gouverncrir brdarf dcr CirkrrlationSmiitrl, cr bediirf cines klcmrn flarbgebcnden Dampfrrs, der aliein zu seincr Verfüsxung stsbt, und LilWS anderen Fahrzeugcs. DIS ist die Fragr, dic, UNI beurc de- skkäftigf; fie ist klein, abrr sie ist 1700) in Verbindung mid drr FMM, die uns gestern beschäftigte, entscheiderid Für das_ Prdßnostrkon, was man unserer Kolonialpolitik üdcrhaupt sicilcri dars. Wenn man die Koioniaipolitik" wil], io müssen dieir vorbrrrrtcnden und uncni- brbriirbcn AUSgabcn brwiÜigt wcrdrii. Wenn man diese AuEgabcn abs-Irvlägt, so soli man auch von drr chicrung nichr Verlangen, daß fir sich rincr unmöglichen Aufgabc weiter widme. Es ist rm Gyu- vernrur Ohne Fahrzeug zu seiner DiÖPOsiiion in jenen Gegcndsn nicbt dankbar. Es ist eine Ordnung in jenen Gegenden 11icht dcnkbrrr, „ohne daß ein Gorwrrneur da ist. Wir haben einen Gouverneur bisher nirvt crnannt, [sdialicb aus Achtung vor dem Reirhstagr, vdr drr parlamcntärisÖLn Mitwirkunxi, wril wir ihn nicht crnennen fymstk", bevor Sie das Grbait dazu nicht bewilligt haben. Für dir Damerhtffc, drrcn cr bcdarf, fiir die habcn wir die BrwiÜirxung vonJiyrrr-n m der Form cinrs Nachtragsetats von 1884 erbeten, Weil das drr Weg war, um am fcbnclistru eine Entschließung Von Jhnen zu crlanacn. Diese Dampfschiffe brdürfcn, sr) klrin wie fie smd, doch mindestens 21an Frist von 6 Monaicn, um Erbaut zu werdcn. Wenn _fi? ÖAk)?k,'" dicsem Sommer iungircn soilc'n, so muß der Anfang init der_Ktel- [Muna sofort gemacht werden, und er wird gemacht wrrdrn, johald wir Ihre Bewilligung] in Händen Haben. Wrnn Sie rms abrr Wirder damit in die Kommissiouébrratdungcn zurücksrbirkcn, so wciß irh MÖt, wann diese Dampfschiffe in Thätichir irctcn, mid Wann m Folge drffrn rin Gorwcrnerir dort seinrn Brzirk bcrriscn kann.

Wir noibwcndiß dorr cinr strcngk Aufs1cht und eine Ordnung der Dinge ist, werdrn Sie «US dcn Ercigniffrn drr neuesten Zrit und der jkyigcn Lage eninommén haben; ich glaube, Sie Wirdrn in den Zci- rungrn das Telegramm grlesen haben, das mir durch Vcrmrktelung dcr Admiralität zugegangen ist. Das gestern Abend vom CONM- Admiral Knorr cingegangcne Trlcgramm, Welches sagt;

„BiStnarci“ _

das Schiff nämlich _ und „Olga“ baden (1:11 20, 21. Und 22. Drzembrr aufrüix- rrrisrbc Msgrrpartsien in Kamerun mit Waffengewaltnirdrrgcsckylagrn. Mehrere Häuptlinge und größkre Zahl ihrer Kriegrr gefallen, bezw. Vertriebrn oder gkfaiigen. OrtsÖaft-xn dernichiet. Aufdrirät der Flagge und Ruhe am Ort wieder brrsxcsieili. Unsere fernere An- wesenhrii erforderlich. Proklanmrioncn cm Einwobnrr erlassen, darin Waffenkauf untersagt.

Es Wird anen vielleicht das Trlegramm schon vor Auch ge- kommen sein, was die „Kölnische Zcitrmg" iiber dirse Vorgänge hat, was sc'i3r viri ausführlicbrr ist, was ich birr abrr nichr Vdrlrse, weil ich nicht dir amtliche Bürgschaft für alia darin Vorkommendrn Einzel- heiten bcsiixzc', sondern abwarten werde, bis ich die amrlickye Nachricht babe, Von riesrm an fick) bcdaueriickzen Vorfall, drr eincm unskrcr Matrosen das Leben gekostet hat und bei dem andere und ein Offi- zirr vrrrmmdet sind, erlaube ich mir, anrn die Genesis einigermaßcn zu vrrgrgenwärtigen, Weil Sie daraus entnehmrn Wsrden, wic norb- Mndig es ist. daß wir entweder das (Hrschäst dort aufgeben oder unsere Auroriiät bald bcrstelien.

Ick habe am 24. Noriember folgenden Vortrag erbalicn:

Das Syndikat fiir Westafrika in Hamburg überrricbi eine Beschwcrde über das dcn Frieden in Kamsrun (iefäbrdrnde Ver- halten der Veriretcr der englischen Firma John Holt u. Co. und des rtiglischen Vizekonsuls Mr. Buchau.

Es wird darauf hingewiesen, daß drr Vertreter derselben eng- [isrhen Firma in Gabon neuerdings wegen Fricdcnrstöruxrg Von dort arisgxwiesen worden sri, _

_ Gabon ist französisch _ , und vorgesckplagen, eine ähriliche Maßrrgél auch unsererseits ins Auge zu faffen. .

Dic englischcn Behörden Pflegen in derselben Weiic gsgcn die den Frieden in ihren Kolonien gefährdenden Personen vorzu- gehen, wie die von dem Kaiserlichen Konsul in Lagos eingereichte Proklamation des dortigen äsputx Joyeruor ergiebt.

Es fragt sich, ob unser kommissarischer Vertreter in Kamerun, 1)r„ Buchner, oder ctwa der Geschwader-Chef ermächtigt werden soli, eine ähnliche Proklamation zu erlassen. Außerdem empfiehlt sich vieÜeicbt, in London darauf hinzuwirken, daß der englische Vize-Konsul Buchau auf die Verpflichtung hingewiesen werde, zur Aufrechterhaltung des öffenrlichen Friedens mir dem deutschen Vrr- treter zu kooperiren.

Darauf ist an, die Botschaft in London geschrieben worden:

Nach Mi1iheilungen aus Kamerun wird der öffentliche Friede daselbst durch das Verhalten einzelner Engländer bedroht, indem dieselben bei den Eingeborenen das Vertrauen an die Dauer der deutschen Schußherrscbaft zu erschüttern versuchen.

_ Das ist aus den Spezialbriefen gezogen, welche das Syndikat in

Hamburg als Beilage zu seiner Vorsteuung eingesandt hat. _

Es wird in dicser Beziehung besonders der Vrrtreter der eng- lischen Firma John Holt u. Co, genannt. Ein Vertreter dersekben Firrxa ist kürzlich wegen Friedensstörung aus Gabon angcwiesen wor en

_ ich bitte, die Stenographie nicht zu unterbreében; ich kann diese

liche Maßrrgrl unsererssiis ins Auge zu fassen. Die engiischen Be- hörden Mögen gegen die den Frieden in ihren Kolonien Lksäbtden. dcn Personen in glriäxer Weise vorzugehen, wie dies eine jüngst von dem Deputy Governor in ngo? erlaffsne Proklamation ergiebt . . . Auch der ?_ngliicbé Vize-Kvn1_ul, Mr. Buckoan, soll den Unitrieben" geaen die BLfLstlZMiJ des demicben Eirifluffeéx im K'amcrxxngebjet nichr fernstcdrn._ Wir werden chbalb die Fragr zu p[üfen haben in rvrlrdsr Wci1e drrsrlbe die Ancrkcnnumg zur Auxübung konsu; larisckxer Befugnis; in den unter dsutsrhem Scirutz stehenden Ge- bieten erbaltrn [Hat, Solite sein Verhalten gerccixten Anstoß geben so würdrn wrr_in Erwäriung nehmen müffkn, ob diesc Anerkennupx; zu Vcrsagen beziehungsweise zurückzuzi-brn sein würde. *

Ew. :c. beehre'icb mich zu ersuchen, Lord Granvilie dies mit der Bitte mitzutbeilen, daß dsr genannte britische Vertreter auf die Verpflichtung bingcwirsen Wrrde, zur Aufrccdterbaltuna dcs öffcntliéhen Friédens mit dem deutschen Vcrtrrtrr zu koovrriren,

Dem Bsrirht übcr dic Ericdizung kirscs Auftrach sehe jch cntacgrn.

Ick wiki glcicb, ebe icix ivrit-er gebe, befürrvorten, daß W die englijcbc Regierung bei drcjcm Vorgangr für voiiständia unbcthriligr und 9: nan halte. Dcr Bereich des englisiixen Kolonialnktzks rund um den Erddul] ist kaurxr zu iibersrben, gsscbwrige denn zu beherr- schen; ck ist mir die engliiche Regierung weniger möqlici) als für jede andere, sowwbl nach dcr Ausdehnung, wie naa) drr Organisation ihrer Kolonirn, einc straffe Beherrschung der Mrnsrben und Verbälrixiffe ja selbst der eigenen Beamtrn überall auszuüben. Dir Kommanik kationen sind auch nicht so raskb, das; die Mberen Autori- tätrn schnel1 genug i_nsormirt werdcn förrnrrn. Kurz, jch bin Überzeugt, daß die englijche Regirrmiz diesc Vorkommniffr, Wenn ste richtig gesrbildert find _ was ich ja einstweilen dahingestelii [affeg muß, aber giaube, _ ganz ebenso mißriliigcn und beurtbeilen wird wie das von unZ bier beurtbeilt wird. Durch die Unabhängigrejtdeé englischen Kolonialvcrwaltmig vom Mutterlande und wiodcrum der Oberarrifirix-t im Murterlande von dcn aquärrigen (Haicbäftcn Eng- laiids wird ja die Rchrion gegen drrglcicben von England ebrnso Wie von uns gcmißbilligie Vorkommnisse vrrzögrri urid erichwrrt,

Es ist darauf untcr dcm 3. Dezember ein Bericdt von London eingegangrn, der sagt:

Ich ÜÜbL der mir rridriltexi Instruktion grmäß Lord Gran. viÜe :nitgrtbeilt, daß der öffentlirbe Friede in Kamerun durch das Verhalten Einzelner Engländer, namcntlicl) u. s.w., bsdroht werde, und drr englische Vizr-Konjul, Mr. BLLÖJU, diesen Aufwicgelchn nicbt frrnzustcbrn scbcrne, und habs in_l Sinne des Hoden Erlaffes geiprockzrn. Lord Granviiie ver1prach, wfort dic nötbigen Erkundi- ciuan-n rinziebcn zu woiien; er babe 1chon früher die iiötbigsz Instruktionen crtdrilt, nach dknrn von crigliicber Seire Aich gr- schrk32n solle, um ein gutes Einvernehmen zwischn Druisrhcn und Engländern zu erhalten;

_ das ist rich1ig; es hat abrr nickxt gewirkt. _

Lord Granviüe hofft, daß dir Beiprccbung ddecutsÖcn Geschwader.

Kommandanten mit den cngiier: Bchöcdcn alle Différeiizcn für

die ZUkUnfr beseitigrn wird.

Dann ist ein weiterer Brrickyt thi 15. Drzcmbcr ringcgangrn:

(Fw. 2a. brcizre ich miri), im Anichluß (Ul mcincn Bericht vom 3. d. M., das Vrrhaltrii gewisser Engländer in Kamernn bctreffrnd, anliegend Abschrift einer Note Lord Granvillc's vom 11. d, M. cinzureirdrn, aus wclckyer siri) rrgirbt, daß drr zuständig?, englische Konsiil angcwicicn wordcn ist, umgcbend zu bericbtcn, ob die Ge- rüchte übrr das Traibcn dcs interimistiscdcn Vize-Konsals Burhan begründet sind. _ ,

Diese Note ist in englisrbrm Tsrt, uud dcr anaÜ lauch _ die Note ist gerichtet an dcn Grairri Münster _:

Mit Brzugnahme auf Ew. Ercellcrsz Besprechung vom 3. d. M. mit Sir Pauncrfote iibcr dcn Gcgrnstand des Ver- haltens britischer Unicrthanen am Kamerun babe ick) die Ehre, Ew. Ercrlienz mitzuthrilen, daß John Holt, der jetzt in London ist und kiirzlich von Berlin zurückgei'oxnmrn, ein britischer Kaufmann mit großer Géiäyäitsartsdehnung auf der Westküste von Afrika, aber ohne irgend welchen amtlichrn Charakter isi. Mr. Buchau ist lange Jahre Hindurck) Resident in Kamerun Zean und ist ein HandriÖnmnn von großerRespektabilität. Er handelt augenblick- lich als britischer Vizc-Konsrrl in Erwartunm der Ankunft drs rrgeimäßigen Konsularbeamten, imd sein ibn beaufsichtigrnder Konsul ist instrUirt worden, Bericdr zu crstattrn mit Nr erstrn Gelegenheit, ob er irgrnd cine Brstätigung drr Gerüchte, welche Ew. (Excel]cnz zu Ohren gckommrn smd, Irbcn kann.

So lautet der englische Text nach oberflächlichrr Ueberscvang.

Inzwischen find mir von Seiten dcs Hamburger Comijés ander- wcifr Mittheilungen zuIcgangcn vom 30. Drzrmbcr:

Ew. Ic. beehrr iich das untsrzcicbmete Syndikat unter Bezrig- nabme auf die Anlage Über die Vrrhäliniffc in Kamcrun zu berichten: „_

Seit der Vcsißrrsxrrifung hat der dortixxe engiiicthonsul aiif- gehört, irgend Welche Autorität über die Eingrborexch, wic sir bis- her grlegentlich zur Grltung gebracht wurdc, auIzuriben,'und haben die ierzteren, da der deutsche Vertrctrr 131". Buchner nicht die er- fordrrlirixcn Voiimacvien odcr aber nicht die erforderlichen MaM- mittel befißt,

_ wir babrn dort natürlich dcfinitivc AnsirUungrn no&) nicht machen können _ , um fie im Zaume zu halten, s1ch chdcrboit Uebrrgriffe gcaen die

Caropäer erlaubt und sogar einen anlisÖeU Kapiran gefangen

genommen, dabei einen seiner Lcute Vrrwrmder und einen anderen

getödtet. Es ist daher dringrnd zu wünschen, daß in kürzcsrer Frist

Seitens Deutschlands cnergisch eingeschritten und eine eremplarriche

Bestrafung der Schuldigen herbeigeführt Werde, wozu dar; in

nächster Zrit zu erwarrende drutscbe Geschirader besonders geeignet

sein dürfte. Während die englisrben Konsularbeamtrn sick) formell jeder Einwirkung in dem deutschen Gebiete Enthalten Haben, haben unter der Hand sowohl der englische Konsul Herveit wie mich der

Konsularagent Buchau, über den wir bereits in unserer Eingabe

vom 17. Novambcr d. J. Vrschtvcrde gefiihrt haben, drr'Be'

festigung und Ausdrbnung dcr drutscbcn Autorität SÖMLNJ' keiten bereitet, cincrseits durcb Aufheizung dcr Eingeborenen, andererseits durch Versuche, das die deutschen BrfiYrinJM umgebende Gebiet unrer englisibe Autorität zu bringen

_ fie sind also mit der Erforschung früher aufgestanden, al-Z wir _ und damit die erstcrcn zu isoliren und ihre weitere Entwickelung ZU unterbinden.

Ist dieser Besitzung die weitere Entwickelung unicrbundcn, so bat fie wenig Werth, nur den Werth, den ihr der Befißcr dcs Hinter- landes, der es Vorher dkkupirt hat, gestartcn wil], indem er uns Transit gewährt oder nicht. _

Hierüber geht aus den Anlagen über die auf Anstifxen des englischen Konsuls von Hrn. Rogozinski unternommenen SCHULTE das Nähere hervor. Das Syndikat erlaubt sick) daher, Ew, Durck)“ laucipt ergebenst zu ersuchen, veranlassen zu woklen, das; bald“ möglichst ein mit der nötbigcn Vollmacht versehener Gouverneur,

_ aber kein Gourerneur obne Barkasse _ " , _ , als Welcher sich in Rückficht auf die gesrbilderten Verbalimiie 111 erster Linie ein Marineoffizier empfehlen dürfte, nach Kamerun Ue' schickt werde, daß das in Kurzem in Kamerun zu erwartende deu1sche Geschwader zur Aufrechterhaltung der OrdnunÉ und der deutschen Autorität daselbst, sowie zur Bestrafuxig der chuldig_en die erf?" derlichen Maßregeln treffe, und daß “ferner in Zukunft regeluiaßks in kurzen Zwischenräumen deutsche Kriegsschiffe dort ericbcrnen. Das Syndikat für Westafrika,

Die Anlage davon ist ein AuIzug aus Briefen deutscher Firmen in Kamerun, welcher lautet:

Da Von Seiten deE englischen Konsuls vrrsucbt wird, den szcr- häuvtlingen Verträge abzulocken, so ist eine schleuniae Erklarung der Grenzen geboten. Es ist mir vertraulich mitgetheilt word?"- daß Hr. Rogozinöki vom engliicben Konsul ?rmäcbjigt wordrn ist- mit den Häuptiingen von Vacunde Verrräge abzuschließen, und

Arigen zu lassen, die für Ansiedlungen deutscher Ackerbauer _ ich meine also die tropischen Kolonien _ nicbt unmittelbare Aussicht

Aktcnstücke nachher nicht zur Abschriii geben. _ . Mit Rückficht hierauf ist uns vorgeschlagen wvrdcm eine ahn-

daß derselbe zu dem Zwecke von Victoria aus den LandMg na

drrt benutxen sollte; for::cr rickytctr iir k!?JiisÖ? Missivxrär in Ba [

(und? M den criglisÖM Kol9nial- in's *) *“ * Briefs, so daß wir befürchten, dak; Yklitcij)“ “W DW) WHM Te:-tschc_11mzinsie_lt werdcn folien.“

Daß i1t al*o die Srimmung in dcr Kolynie,

Drums ist in dissen Tagen ol. 971de ,., „- “MÜ"ÜLH?" London rrgangrxi: C f 3 (Erlaß an de“ GMX?"

(ls «**er-(1 au Uléiliiji Rriaß rom 27. NOVrm » BAUM Vom 3. und 15 Drzrmbsr r*.J, [*:-t:ssfe-dÖFZIUYcJéltL-TZ rmiiiiibcr Beamten und ].inirrxbanen im Kamcrumicbirir' beckrié ich mird, (Zw. :c. QULZUKSMUL eine (Eingabe ch Syndikair' fiir Wrst- afrika m Hamburcx vom 30 v. M. u::d drren Anlage“, sowie Urbrr- ssxzurxxi SUI Nr. 2-8 dcs „Kurvkr Poznanrxki“

_ m.; [leilrizt fick? aujf ,RWHÜWÜ _

2,11! gr a [geri '*.'_nn "[JW _me und gripräriéwriirn VUMri , ? inkialjré zn Ubirirndrn. (Fw. :c. wurdcn darin außreicbrniérleNÉX mini fllid-IU, um Lord (Granville davon ,:u iibcrzrug-n, das; die von uns angrbracbtr Vcirbwcrde iiber Versuche engiiscbrr Brawtrn und Unxcrtxnmcm, drr Außrriwunchr deu1schcriBrfimmakn vonKamrrun nachdchimcrlx 1"ka Die Bi'icitißmtgd»5 dSUTsÖZUAnsrbki-is dqsribst ?«U crirbivcren, aui de_itirnmic Tdatsarizen geirriirdrtwar. Wir hoffen Um so mcirr. Ms; «Wil,!ck'Lkskiis NULL Mickrcökn wird, um dcn r*oxié'ord (5er" isle aussirdruckten frcundlickcrn Abfikit-en durch die Tixat zu critsvi“rcl)eri,__ (K_w. Ir._wr[1rri zrtgleicb Lord (Hrdnriiir mitik'cilrii daf; Ökk KU'SÜWL GNMQUDU-Ciirf angewiescn worden ist, Wegkn, ein? __ mis aemeidcien nnd auch Won in dcr Preffe erwähnten M;]! H yon Eingeborcnrn gkgcn dcn K*äpiiän einer» englischen Haiidrlxtskbiffs nnd drffrn Lcnte 11achdriickiich cirizrischrcitsn und dir SÖULDZJM „51-1 iicstrarrn.

Dicirr in szug aeroxixmrncAUßzuZ ans cirirm polnischrn B(aiie Zinrr QMM,- die anf emrm aroßrn Umkre-z rms das untcr Auch Sriixsxt, ms in Frrnmido Pr) gespor-nrn Mid skbkicßlirb in K;“.mrrun zur Ariéfrikirrmß Jrkommrii ist _ also die Urbrrsrizurm (zu?; dem „K'Urrsr POZUQUÖÜ“ vom ?. Drxrnircr 1884 _ ist übsrscirrirbzxxz „YYÜONMÖ karrmcnt_Rr*aozin§-ki's Errrdition narb Afrika!“ Unter

dirscr UiÖkliÖkiit tiycrlt dcr „Kinder Poznmirki“ aus dcm „Kurvrr Wars,;airski“ Folgcnch mir:

„Die arstriJc Abendrost brardic un? _ so sibrcibr der „5111er Warzzawsiv' _ Lin SÖkribkn, weirirss wir in wörTliOer Urdcr- siZBUtizi (Urs drmFranzöfiicixrn mittlrriicn, und das unzirrifrlimft greignrt ist„ [cbkraitcs Jrrctrffe Ori urisrrrn Landxlxritcn zit erwickrn, und zwar mM blos irczxcn drr fiir mrs b0chintereffaritrn Erdcdirion umrrrd Landrimamich Rogoxinski nach Afrika, sondern auch WMW drr VcrbiridUKg dirsrsr (Frrcdirirn mit der afrikanisÖxn A:?gclegen- béikü wclche JK'NLUWQTÜJ Mf der TQÜTSOTÖULMJ dcr curopäiscbcn Politik sicht, d;)tirtr Santa Jswbrl de Frrrmndo-Poo, dir! "29. SW- tember 1884: Hcrr Redakteur! Da ich seit der Zeit mcirxrrAnkunfi in dsr irirsixzcn Grgciid, in dcr gcgenwärtia Zbr LandSmann Hr. S Roarizinski Weilt, drr Vrrmitrirr zwiiridcn drr eraktion dss „i'UrixrrWarrszwÖkw“ Mid der Errcdirir'r- din. “rind diebridcrsciiiakn CoricWOUdcnzrn CUTJLFLXMCÜML, so pflrgc ici) mit dem größicn Jtitrrcffc Alles zu verfolgen , was in Verbindung mit Zbrcn Forsrdcrn steht. *

_ Also auch die Polen haben, wie es scheint, Miitcl zur Erforschung deZ Innern von Afrika. _

AUF dirfcm (Hrnndr brriic ich mich, ancn dikse kurze (Corrriroxxdcnz 511 übermiitcln, weirrr, wis ick) Nlaube, Ihr Blatt im böchsirn Grado interissirrn wird, crsténs derbalb, wril die Hier stattgrbabtcn poiitisrdcn Ereignisie ein:: unacbcure Tragweite' [*ab-xn, und dann auch (1110 dem (HUNDE, WkilHr. Rvgozinski bei diesen Er- eignimrn dic Hauptroilc' spielt. SciteinigrnMomarrnbat die deutsche RchcrunadanesÖlaß «ciaßt, hirr in der Biafra-Bay cine Kolonie zu griinZM, und zu diesem Zjvcckr hat ein drutsrhrs Kanrsnrnrrwt, an d:]icn Bord M) Dr. Nackziigdl in der Eigenschaft als Kommissar des Drutsckzrn Reichs beiand, das Grbict Batavia, “den Fluß K*amrrun Uiid Bimbia minckjirt. EH War auch die Ab- sicht ])r. Nachtigals, die Gebirße von Kamrrun in Brsiß zu nei)- men, im drncii die jeist skbon xicmlici) ausgedehnten Besiyungrt; der Station des Hrn. Rogozirirki belcgcn smd; jcdori) die Abfirizrsn der Deutschen in Bezug auf die (Gebirge; das heißt in Bezug uuf dir- aax-zr Küstcnlinic bis Kalabar, sind durch Hrn. Rogozinski p.)- ralwsirt und vcrrire'ii worden. Narbdem er von Gabun, wohin rr sich mit JanikowWi nach dem Tode dcs Rrisrgrfäbrkrn chmcns Tomaczcck hcgrbrn mid wo er von dcn “(**-nischen Projekirn acdörk bQÜi', zuriirkickebrt War, beschloß Rogozinski, dcr mit dieser Marion nirvr iwnparbisirt,

_ ich glaube, das sind wir, diese Naiion _ LLM'M ganzrn Einiiusz unter den Häuptern drr einbcimisckrcn “Stämmr aufzubieten, um die dsuisrbe Herrschaft Von den Gebirgen fern zu haltrn. Da er aber vermuthste, das; Dr, Narbtigal srbneli h_andeln ivcrde, so sah er, daß er diesen Zireck nicht arif andere Wii]? crrricbcn könne, als dadurci), das; er cinc midcrc Naiioxi br- stimmté, drn Drutscbcn zuvorznkommcn. Die :iärbstcn waren die Engländer, deren Vrrrrcier in BVMW rcsidirt. Hr. Rriaozirirki sirüte dabcr demselben die Lage drr Ding? vor, iibrrzcuatc ihn, das; 723 srin und der cnglisci'en Regirrung grmciniamrs Interrffe sei, die (Mbirte untcr englisches Projektorai zu ncbmen, fordchc ihn auf, schneli zu Handeln, wenn er dirscs Gebirt nickt Verlieren WOUL urid bot ihm iibrrdies seine Mitwirkrmg urid scinrn (Einfluß auf die Händler dcr einheimischen Stämme cm, wem: das englische Krinoncnboot noch zur Zeit eintreffen wcrdc. _ Ick) bcmcrke dazu, dQß wir außerhalb drr amtlichen Corrcspon- denzwon englischer Seite die Zusicherung brkommrn [)ÜÖLU, daß die engirsWc chierung in keiner Weise die Absiriyr hrgr, unsere Koloxiicn auf Biafra durch Annektiruna des Hinterlandes zu umgehen und Vom Innern abzuscbneiden. Das widkripriciyt also il)an Abfisbtrn, dgs hindert aber nicht, das; englische Unicrtbanen und Organe unab- hangig von und im Widerspruch mit dieser Absicht, dieser uns kund- Jegebenrn Absickzt des Lord Granviüe, vorgchen.

Während Rogozinski und Ihr Korrespondcnr Janikowski an §Liniwort warteten, erlangten sie, die aus dem Vcrkcbre mit dcn xinheimiscben Siämmcn gewonnene (Erfahrung drm: „end, von dan- 1cl_ben die Abtretung cines Landestbeils als eigenes Figrntbum Und bestimmten die iibrigcn Stämme, einen unmittelbaren Vcrrraa mit (Englaiid zu schiirßcn. Inzwischen ging dic AntWort des cnglischcn Konsuls ein. Es Überbracbte fir das Kanorirnboot „Forward', deffrn Befehlshaber Hrn. Rogozinski benachrichtigte, daß Hr. Feivett seine Propofitionen annehme und um Ausführung derselben

rita". In Folge dcffen unterzeichnete Hr. Rogozinski drn Vertrag,

durch Welchen die von ihm rrworbcnen Läuder unter englisches Protektorat gestellt und deren Unantastbarkeit und eigene innere Vcrivaltung ihm garantirt wurde. Hierauf begab er fich (mf dcm Kandnenboot iiach der an der Küste belrgcncn GcbirgIketre, und die Häupter der cinhcimisckyen Stämme, die schon vorher gewonnen waren, unterzeichneten einen gleichen Vertrag in Bezng auf ihre Territorien. Auf diesc Weise sind die ganzen Berge

so sagt nämlich das polnische Blatt _

und die Küste zwischen Viktoria und Kaladar drm Wunsch? dcs Hrn. Rogozinsii gemäß von der deutschen Oberhoheit crimirr worden. Kaum war das vollbracht, so begegnete das bereits zuriick- kehrende engliscbeKanoncnboot den deutschen Kriegsschiffen „Leipzig“ und ,Mövc“, an deren Bord fich 1)r. Nachtigal brfand. Sie rich- teten ihren Lauf gerade auf diese Küste, aber fie trafen zur großen Befriedigung Ihres Landsmannes posr kasmm ein. Das Werk wgr zur rechten Zeit auSgefübrt worden, denn einen Tag später hatten die Deutschen das Vorrecht gehabt.

Ja, Hr. Rogozinski ist eben durch keine parlamentarijchen Noli)- Mndrgkcitcn und Rückficiztcn gebunden in seiner Politik. ;Hr. Ragozinski wird jeden Tag hier erWarjet; denn er soll die für ihn ricsendeten Gegeristände für die neue Erwedition in das Innere des Landes in (Empiang nehmen. Alsdann wird er Ihnen jeden- falls selbst 110ch vor seiner Abreise, die Wegen der nahen Regenzeit bald wird erfolgen müssen, Nachricht Von sich geben. Ich versichere

ka Obén im Lavrr wir

((HK-.Di; wir ai]? bia" mit Ungkduld und mit dcm höchsten Jnirr- ine [?_inc weiterrn SchriUe vrrfolgrn werdcn. Gcnrbmigrn Sie IC. Antonio Borgrs Silva, . W(“Zciouldircktor in Fernando PS:).

_ dermit dcn _pwlnixcben Emijmren dort rng Urrtraut und be“!- irenndcr 1617“! muß, _ wir haben in Madrid Über seine Bedeutung (ch1111digun9en eingezogkn; wcnn dirssr spanisÖc Lehrer odrr (Jeist- WDS, 10.) weiß nicht, was er ist, srri) (])-i ciäer Agitaiion gegen Dcriiscb- larid bkfhrlligt hat, so wird er schwerlich im Sinne der unö MJ keirkundetrn WaniWen Regierung gehandelt haben.

Ich hab?, ,meine Herren, dicscn Ykittbcilungrn weiter nichts [Ynzuzuiuch ich hoffe aber, Sie werden zur Beleuchtung der Siiiiatwn , und drr BckÜrfnißfrüM Dort an dsr Afrikamikrbrn Küste (xmmcs beitragen und Sie möaiiwerweisc auch! obne Kommissions- bcratburiarielicicist übrrzrugrn, daf; cs nüizlici) ist, hier bald Praklissb und (UsickJlskLn vorzrmciwn odcr die Hand davon zu (affen. Ick bin mi ntrquus paratUZ, wie Sie: darüker bcfeblen; aber die Vrrant- wortUnJ "fur den Fall, das; Sie uns writers Hindcrnisfr s(baffrn, lehne ir!) wrlistandia von uns ab, und ix!) Weise sir der Majoritäi, die uns EML]! .Hcmmichuk) anlegt, zu.

Der Nbg. WOOXMÜUU bemrrkte, die Vorgänqe, die hsrite a'UéIZLamerun gemeldrt seis", seien nicht eine Folge der Er- ergrimsc: der &"!th Monate. Seit Jahren beständen dort zwrichen den ,Ei71g9b0kLULU und ihren Härlptlingen Zwistig- keiten von immer wachssnder Hzftixzkeit; jrne wolxten sich von drn Hänptlingrn Emanzipiren und hätton eine grwiffe Macht libri: die Häuptlinge. Diesrr Streit sci geschiittworden durcl) dW Eifersncht zwischen drn englischen und drutschen Kariiirutxn in Kamerun. Es ssi ja natürlich, daß Kanflrute vsrirbxsdcnrr Nationalität in Ländsrn, wo keitie Arrtorität rxrst1r€,'1mt (LULU Mitteln sich zu behauptrn suchtrn. Der Etrxrt rn Kamerun wäre übrr krlrz oder lang unter (111211 Umstiznden zum Ausdruck) gekomnirn, und durch die jüngsten Vdrgange wcrde rs bewiesen, wrnn ee; Überhaupt nothwendig sri, dris;_d0rt eine Autorität gi'sckmffen mrrden müsse. Dicsrs BiWUßULU] _lyabo (mch dir Karrfleirte veranlaßt, sich an die dentsche Rrgrrrrmg um Schuß zn WLUVSU; imd mit dsm Vrdarisrrr 11er dir [)?th grmeldrtrn Ereignisse gebe er ziiglrtck) drm Stolze Ané-drnck, daß disser Schuß, der im Jntrreßs aller Kaufleute in Kamerun Licgr, jéßk von deutschér-Ssrte grgedcn werden folie, und daß es fiir die dcut: schsn Kauflrute nicht mehr nöthig sLin werde, sick) an Eine ariderc Macht zu wenden. Erst vor wriiigrn Tagén habe 21; mit emrm Herrn gesprochen, der längere Jahre an drr Spißr emrs großrn dsritschen (Hri'ckNstE in der englisckxkn Kolonie Lemos gestanden habs; dsrsclbe habr ihrn ri€rsich€rt, das; die Dritt: schen sridst m den englischen Kolorrien schon jrßt fühltsn, wie scdr daes Borgsixn Deutschlands ihnen zr: Niitze komme. Krimerun selbst sri mm krin Land, in wrlchss jrmach Wutsch? Einwanderer wiirden hineingebrackxt werdsn köimsn; aber drnnock) würde es fiir das deutsche Vaterland von ganz be: drritrndrm NUHM ssin könnrn, Man miisss untrrschridrn zwxschen _Handcch: nnd Ackerbauioloiiien, Schafften diese für die. iiber1chiissige Brriölkerung Raum, so hätten jene den Zwrck, fiir die __Erzcugniffe drs Mutterlandes Adsaß- grbirte _ zu schossen; YU) 51: dem léßtsren Zwscke eigiis srckx die Küste_WestasrikatZ ganz Orsondsrs. Der Hin- weis aur, drn WWU von Papier, der gestrrn gemacht worden sri, zeige uns von kleinen Anfängrn aus eine In- dristrie allmählich gehobén werden könne. Hsnte wo'a'e er ans sriiirr éigrnen Erfahrung vorführen, das; 300 Fabrikanten thatig seren, welch? die _vsrschiedrniisn Wanken fiir denExport nach der Westküste Afrikch [iLfSTtSUJ in allrn diesen Zweigsn habe Es klein angefangrn und grminne ailmiihiick) an Aus- dehnrmg.“ Es zrige sich, wie diss? Übsrsseischsn Verbindrmgen a11ch7iir 0111811 größrren Krris drs Mutterlandcs wirksam und von NUYLU-ÄLÜLU. Man wurde mm einwenden könnon:wr11n dirHailsL schon bi-Slzrr geschehen sri, wozU ssi es nothwrndig, daß das Drntsche Rrick) sick) unmittelbcrr in dirscr Sachs ciigagirr? Der NUIM drH thatkrästigchorgehrnE drr Regierung bestrhebeiKamrrrm darin, daß CMMI Schlimmrrcs dadurch abgewrndet worden sri. Nachtigal berichte und es ssi auch Thatsache, daß 1883 Ein frrmzösisches Kriegsschiff an der Küsts von Kamerun gewescn sei Und einen Vertrag habe abschließrn wollen, um das Land iraxizösrck) zu mackxn. Dir Folge davon wäre gewssrn, daß ein Zolltarif eingefiihrt wordrn wäre, mrlcher deutsche WUNDER mit LMM! 60 Proz. höheren Ein- gangszoii bclrcit hätte, als solche von Frankreich aus. Schon dirH allein, daß eine solche Maßnahme abgewendet worden sri, dürfts ein großer Nnßen für das deutsche Vater- land sein. Anderersrits soi aber anch nicht zn verkennen, daß eine Kolonie anch dadnrch dazu beitrage, das Absaßgebiet des Mutterlandrs zu erwritern, daf; dirjenigen, welche sick) dorthin zögert, zunächst von ihrem Vatrrlands die Waaren brzögen, welche sie brauchten. Das sri aber alleZ nur möglich, wenn eins gcordnete Rrgierung, eine gesittste Verwaltung brftehr. HLUW freilich liege der Handel noch ausschlicßlich in den Händru einiger großrn Kaufleute; diese machten ein Tausch: geschürt. Im Laufe der Zeit werde aber an die Stelle des Waaren- verkevrs Gcldverkehr treten, und dann werde sich allmählich diE Theilnirg der Arbeit mshr und mehr voUziehen, und es würden sich dort Kaufleute in größerer Zahl nieder- laffrn. Die1e Entwicklung hätten die englischen und hol- ländischen Kolonien genommen und seien auf solche Weise groß geworden. Wenn man nun sage, daß die einheimische Bevölkerung in Afrika keine Bedürfnisse habe, so sei das entschieden irrthr'imlicb. Gerade den Ne ern, welche ein großes Nachahmungstalent hätten, sei es Bedür?niß, srch 111111161? mehr zu bekleiden und auch sonst es deri Euro- päern gleichzuthun, wie er dies auch seit den Jahren, wo s91ne Firma fich dort niedergelassen habe, beobachtet habe. Vor 10 Jahren seien Zeugs von 60 0111 Breite in Kamerun eingeführt worden, heute müßtsn die Zeuge 110-120 cm bre'rt sein. S0 19002 auch jeder Häuptling jeßt nach dem Muster'der europäischen Häuser sein eigrnes Haus habem Westafrika sei aber ein Land, das mit dem Reichthum seiner Produkte die Erzeugnisse der Europäer zu bezahlen sehr wohl rm Stande sei, es würden auch im Laufe der Zoitimmer mehr Produkte aus dem Innern Afrikas herauskommen, Palmöl und Palmkerne würden jeßt in großenMaffen exportiri,während Palm- kexne vdr 30 Jahren noch gar ni t aUSJeführt worden seien. Em Reisender könne eine einzige ; rucht entdecken, eine einzige Entdeckung machen, welche für den Handek von der größten Bedeutung werden könne. Die Verhältniß? in Kamerun wür- den mzn aber eine gute Gestaltung ni finden, wenn nicht eme ständige Vertretung des Deutschen eiches dort her esteUt wsrde._ Das Dampfschiff des Gouverneurs, welches ni t ein Kriegsschiff sein solle, soÜe denselben in den Stand soßen, von emem Plaß der Küste zu anderen, welche zu demselben (He- iriete gehörten, zu fahren. Es sei nothwendig, daß dasselbe

»nicht zu groß sei, damit es möglichst nahe an die Küste

heranfahréri urid in die Flußmündungen hincinkommrn könne". Dre Barkasxe_ 100993 dem Gouverneur ermöglickzaä', den Flax“; writer hrirqrrizrisch1new Das persönlich? Erschrinrn dch§ (33021- verrreurs 191 bei der ddrtiaen stölferung von Nm xzröß: ton Werthe. Das; dieie Einrichtung weitere wrsentliche Kosten fur DLUNchi0n0 zur Folge habM würdk, glaiide er nrckrt. " Nach den blSerlgLn Erfahrungen an dsr afrifamif-Hen Writerste 1?! anzunehmen, daß, nachdem Einmal jeßt Ruhe aeschafsen ZW„ cs genügr, WEnn zritmsise ein Kricg§,chiff an- kdmmr, uiii dw Ruhe aufrecht zu Erhalten; denn die Hiupt- [range rn „Kamerun seirn ohnmächtig und schmack). Die Kosten korintsn iiberdies auch durch die Kosten, welch? dem Handel ausßrlßgi werdrn, gedeckt werden. Auf den englischen Kororiien WS_tiairrkrrs wurdrn srhr bedrutende ZöUe erhoben. Es wrrde rmmci) 1,0171 und wenig Kostén verursachen, wenn auch Nicht (YMMWSJOÜS, io d_0ch Exportzölle zu erheben; der Hxndsl konxie ne :rgxen. Dre Bsiürchrung, daß die erste Bemiuigimg zu 10lchrn ZÉrcksn den Anfang neuer Belastungen für da?- Budßrt ziir “zxolg? habrn wiirde, halte er nicht für bégriindrt. Man vrrsolge hirr nicht eine Kolonialpolitik, welche anf Er- oberungen artI-gehe, sondsrn eins praktische Politik, weiiL)? im Arigr hab?", Handel und Industrie der- gesammtrn Vaterland??- zu untérstiißst). Wrnn auf dirsem che fortgeschritten WLde, ZOT'ZVFT'W rs eme gesunde und fiir daS RM) förderliche Po- 11 em.

Drr Abg. Dr. Windtlwrst erklärte, das; hier zw-Zi That: sqch€n NLVQWMÜUDSL'JLUJUEU werdrn müßten,die aber absolut mcht 1:1 derselbrn Weires bedandrlt wsrden diirften. Man hahe Lbrn gohört, welchr chrdcndeiisn dort in Afrika ;"iatt- grinndrn hätrrn, und man könne unseren LandIlsutcn fiir LMS Haltung nur vollr: Sympakhis arissprrckwn. Es veréti'kie 1_rch auch grmz vonksribstL daß das Hau?» nicht glzsonnen “skin rdiints, ami) mtr emen Groschrn zuriickzuhaltrn, drr erfordrr: [ich 521, um die Ehre dre; druxsrhen NamcmZ aufrechi zn cr- l)alt8n._ Drr Raicthaiizler könne daher sichsr ermartcn, daf; alie Mrttsl zn 10183911 Zwrcken von dem R€ichstage bewiüizt wrrdcii würden. Er unterlasß es, writers Vemrrkurigrn an s91n€-,Mritk)€1[img€n zu krriipfsn, wsil rs schwrr sei, in solchen Vrrhalrmffen 'das rechte Wort zu finden für drn, der nur ein Mal dre_ Schrritstiickr veriesen géhört habe. Er: Ükierlaffe viel- mrhr' dre Angrlrgenhrit ganz drm wrisen Ermeffsn und Geschick drs Rrrcizékanzlers, wie derselize es in dissen Dingen den auswärtigen Mächirn argeniiber ja stets bewährt habe. Davon nder gaziz geschieden sei die Frage, ob die: Forde- rmig, wrich drs Regiernng an das Hau?- !)Sute strUe, zu ['LWLULJM ssi. Er könne nicht vcrkennen, daß disseibe dsn Aiifcmg mark)? von größeren Bewilligungen zu Kolonial- zweckrn. Es sei JU ermägsn, das; dazu noch die Position kompre, wrirhe zm AuHWärtigen Amt, und dis sehr viel größsre Positron, drs _m der Marine erfordsrlick) sei, und rr Wiffe 111cht,_ ob damit die Fdrderungen schon erschöpft seien. Fur den Gouvernenr finde: 1ich im Etat eine Forderung noch nicht, LÖ: Würdrdlso SM Nachtragsetat erforderlich sein, in weickxm m_rht (111211: fiir den Gouverneur, fondsrn aUch für dir ihm bemrordnstrn Sudaltrrnbeamten dis Mittel wiirden gefrxrdrrt werden müssen. Fiir ihn entsislx dann noch dis weitere Frage: kann man in einemLandL von solch wilder Bevölkerung einen Goriveriieur, Sekrrxär u. 1“. w. niedrrseßen, Ohne diesen Leuten glerch emrn bewaffnrteix Schuß beizugeben? Er für stine Person glaube nicht, daß das Haus nach dem Vorgange, der hertte gemeldrt ssi, eincn Gouverneur den Wechselsällen uiid „„den Errrgmigcn der einheimischen Bevölkerung, MW 118 spontans oder airderweitig angestiftete, Überlaffen könne. ES sei deshalb nothwendig, zu erwägen, ob man nicht für Aufr2chthaitung drr Autorität eine größere oder geringere bewaffnsw Macht habsn müsse. Er hätte erwartet und gehofft, daß der Nerchskanzler in der Lage sein werde,demHach heute oder 111 cinem weiteren Stadium der Verathrmq die ganzen Pläne sxiner Kolonisationsidee zu entwickeln. Das sei heute mehr geshrhen, und or sage das nicht, um einen Tadel zu erhrden, sondern er wolle nur die Thatsache konstatirsn, daß: rs nicht geschehen sLT. Als das Haus im vorigen Jahre zum erstrn Male dem_ KolonisationSgedanken näher qrtreten sei, habe er es auszgejprochrn, das; er das, was der Reichskanzler damalS als seine Kolonialpolitik hingestsÜt habe, durchaus biliige und dagegen keinen Einwand erheben wolle, aber [zin- zrrgeiügt, daß, wenn für diese Politik Geld verlangj: werde, dre Sache Line andsre sein würde, daß man sir dann würde prüfsn müssen, weil man an?: den Taschsn der Steuerzahler nicht Geld bemiljigen könne, ohne selbst die Uebsrzeagung von der Richtigkeit des Gedankens grwonnen zu haben. Ihm wollescheinen, daß Deutschland vor Einem der““ bédrutend- sten Schritte in seinem ganzen Leben strhe, es strhe vor dem Schritte, von einer Landmacht, die gebietend dastehe in E'chropa„ auch eine Seemacht zu werden, die nach der Lage der Ding? so mächtig sein müsss, daß sie den größten Seemächien ge- wachs€n sei. Das Haus müsse Umsomelxr die ersren AUEgaben. prüfen, weil es sich. zugleich damit verantworrkich mache für die Uebernahme alles dessen, was spätsr in Konssqaenz der:, selbcn nothwendig sein werde. Der heute gemeldexe Vorfall“. bestärke ihn in der Ueberzeugung, daß Deutsrhland durch diE Kolonialangelegenheiten in große an?:wärtige: Verwickelungem kommrn werde, einmal an dem Orte der KoWnialpolitikseibsÖ und dann mit anderen eifersürhtigen NÜÜOULU. Deutschland erlebe ja in dic-fem Augenblicke Aehnliches in seinem Nachbar- lande Frankreich. Die Verwickelungen in China hätten zr: er- Wägen vsranlrrßt, ob, wenn diese Politik fortgeseßt werde„ das Land dann aéuch stark und konzenirirt geparg auf dem Konti- nente sein werde. Der französisches KriegS-Minister habe diese, Frage nichr gemeint bejahen zu, können und habe deshalb seinen Abschied genommen, um einem anderen Plaß zu machen“. Deutschland miiffe sick) fragerx, ob- es, yon Feinden umgeben, es vermöge, feine Landposrtirm aufrecht zn erhalten und zugleich eine weitere Ausdehmrng des Reichs in den Kolonieen vorzunehmen. Er wünsche, daß dies geschehen könne. Es wäre sonderbar, wenn nichx jeder Deutsche gern sähe, daß auch auf diesem Wege die Gekmng des deutschen Vat-erlandes entstehe und machse_. Wenn aber der Feldmarschall von Moltke gesagt habe, Deutjchland werde seirie heutigeRüftung min- destens noch 50 Jahretragen müffen, dann frlxge er, habe das Deutsche Reich die Mittel und die Kräfte, die maritimen Lasten noch dazu auf sick) zu nehmen? Er werde Weshalb bei der Ab- stimmung beantragen, daß der Minister 'Der maritimen An:- gelegenheiten hier erscheine und Erklärungen darüber abgehe, ob rr nach dem Bestande der Flotte im Stande sei, so viele Schiffe auszurüsten, um Deutschlands Autorität auswärts unter alien Umständen aufrecht zu halten. Deffen müsse das Haus upbedingt sicher sein, d'énn es könne niemals zugehen„ da die Fahne Deutschland?- an Achturcg einbüße. Diese Dröge

eigneten fick) mehr zur Berathung "im engeren Kreise. Er wolle.