Königreich Preußen.
. Seine Majestät der König haben Allergnädigstgeruht':
dem Ersten ständigen Sekreiär der Königlichen Akademie der Künste in Berlin, Profeisor Dr. Wolfgang von Oettingen die 11achgesuchte Entlassung aus dem Staatsdienst untsr BoilegunF dss Charakters als Geheimer Regierungsrat zu. erteilen 1111 zu seinem Athachfolgcr den_Direkt01: am Städelscbcn Kunstinsiitui zu Frankfurt a. Mam, Professor
Dr. Ludwig 311111 zu ernennen. -
Seine Majestät der König haben Aüergnädigst gerubi:
dcm Siadikämmsrsr, Regißrungsrai a. D. Albrecht
Maaß in Bkriiii den Charakter als (Heheimer RegierungSrat zu verleihen.
Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenbeiten.
Am Schullebrcrscmirmr in Marienburg ist der kom- missarische Lebrcr Heinrich 1115 0rdcnilicher Seminarlehrer angesteiTt worden. _
An dsr katbolischen Präparandcnanstalt in OsUabrÜck smd angestelLt worden:
der bishcrige kommissarische Leiter der Anstalt Volksschul- [LHL'U' Korthaas als Anstaltsvorstcher und Erster Lehrer, '
die Volksschullehrer Kirchhof und Meyer als Zwette Präparandcnlehrer.
Die Kreisarztstelle des Kreises Tuche[, Regierungs- bezirk Miiricnwerder, ist neu zu beseßen.
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Dem 311111 Kreistierarzt Ernanntcn Tierarzt Dr. phil. Max Jerke ist die KreieZiierarztsteUe zu St. Goarshausen und
dem 311111 Kreistierarzt ErnanntM Tierarzt Alfred Feld: hans die Kreisrierarztstelle zu Burgsteinfurt verliehen worden.
Ministerium für Handel und Gewerbe.
Der (Geheime NcgierungSrat Klapp 111 rankfurt a. O. ist zum sicllvertrcicnden Vorfißénden des S iengcrichts für Arbeitervcrsicherung im Regierungsbezirk Frankfurt a. O. ernannt worden.
Bekanntmachung.
Tie Marksckzeidcrkonzession des konzessionicrten Mark- scheiders Hans Schulize zu Kottbus ist durch die von ihm
am 1. August 1905 an das Königliche Oberbergamt zu Clausthal gerichtete Verzichterklärung erloschen.
HalXe, den 18. September 1905.
Königliches Oberbergamt. Fürst. Angekommen:
der Dirigent im ReichSamt für die Verwaltung der
NeichSeisenbahnen, Wirkliche Geheime Oberregierungsrai
Eloeckner, vom Urlaub.
Yichtamtliohes.
Deutsches Reich.
Preu ß en. Berlin, 20. September.
Seine Majestät der Kaiser und König begaben Sich heute vormittag, wie „W. T. B.“ meldet, nach Belzig, um dem Sch1ußman över des 111. Armeekorps beizuwohnen.
Ihre Majestät die Kaiserin und Königin_ find gestern abend von Plön kommend auf der Wildparkiiation angelangt und haben Sich nach dem Neuen Palais begeben.
Vom 19. bis 20. September Mittags sind im preußischen Staat 6 choleraverdächtige Erkrankungen und 1 Todesfall an Cholera amtlich neu gemeldet worden, davon drei im Kreise Wirstß (ein Arbeiter und_ dessen Söhne), ]e eine in_ den Kreisen Mogilno (Arbetterfrau), Filehne (HofbeßYr), Landkreis Breslau (Dammarbeiter an der Oder). ion den früher gemeldeten choleraverdächtigen Erkrankungen ist eine in Stettin, die einen Arbeiter in einer Wurstfabrik betraf, nicht als Cholera festgestellt worden, Die (Gesamtzahl der CholerafäUe beträgt bis xeßt 213 Erkrankungen, von denen 75 tödlich endigten.
Der Kaiserliche Botschafter in St. Petersburg, Wirkliche Geheime Rat Graf von Alvensleben bat einen ihm Aller- höchst bewilligten Urlaub angetreten. _ Während seiner Ab: wesenheit werden die Geschäfte der Ka1serlichenBotschaft von dem Ersten Sekretär, Botschaftörat Dr. von Miquel geführt.
Laut Meldung des „W. T. B.“ ist S. M. S. „Falke“ am 18. September in Portland (OreYn) ein etroffen.
S. M. S. „Luchs“ ist am 18. eptem er in Tschenuckpo eingetroffen. .
S. M. Flußkanonenboot „Vaterland“ ist am 18. Sep- tember in Tschansha eingetroffen und geht heute von dort nach SianÉtan (Prov. Humm).
. M. Kanonenboot „Tiger“ geht heute von Hankau
nach Itschang (am Yangtse).
Hamburg.
Die abgelösten Offiziere und Mannschaften der ostasiatischen Besaßun sbrigade,'etwa 800 _Mann, TransPortfübrex Major Ni en-Meyer, smd heute 11111 dem Dampfer „Siima“ in Hamburg eingetroffen.
Deutsche Kolonien.
Nach einem 111 Berlin eingetroffxnen Telegramm des Kommandantey von S. M. S. „Buimrd“ aus Deutsch- Ostafrika itt am 16. September Mit dem Gouvernsmeuts- dampfer nach Tanga das Detachement Milc ewski (32 Mann), nach Lindi das Detachement Heydekamp _(84 Mann und“ 1 Maschinengewehr), nach Kilwathwindxe das Deiache- ment Stengel _(34 Mann und 1 Mc11ch1nengewehr) abgegangen; das alte Detachemcnt bleibt glcichfails dort.
Ueber die Fortschritte in der Paz1fizierung des Croß:(8ebtetcs in Kamerun berichtet das „Deutsche Kolonialblatt“:
Als im September vorigen Zabrcs nach der CtOß-Expedilisn dcr xiwss in dasöSwck-Zn geratene Wegebag im Bamendabkzirk 0011 der Kai]er[ichen_ Schutztruppe energiich auigenogimen „Wards, machte der Häuxtiing 0011 Babadju, der anfangs 1011111; beim Straßenbau mitgeholfen “batte, plötzlich obne ersichtlichsn Grund Schwierig- keiten bezüglich dsr Stallung von Arbeitérn und“ VLipsngung. Eine zur Untersuchung der Angelegenheit 0011 dem Stattonschef 111 Bamenda nach Babadju entsandte Patrouille 0011 zwölf Mann unter Leutnant 11011 Putiiiß wurde 111 ein Feuergefccht verwickelt, in welchem der unbotmäßige Häuptling fiel, währknddie Schnßiruppe keine Vériuiie batte. Dai, wie die PatrouiUe feststellte, ein Teil der Einwohner von Babadju den Ort verlassen batte und zu beiürcbtkn war, daß diese in den umlisgxnden Gebieten 13011 Baiscbindam, Vabeta, ,Bagam Unruhen 5210011111211 könnten, wurde zu Anfang des Monats November von serien des Führers der 2. Kompagnie in Bamenda, Oberleutnant v. Knobloch, im Zusammepwiikcn mit dcm Staiions- leiter in- Fonixmdorf, Leutnant Rausch, eine stärkere Expedition ükcr Vatsch1ndam, Babeta und Bagam nach ngadiu unisrnommen, um die Bevbikcrung durch den Anblick der miltiäri1chen Macht€nifaltung obne Blutbergieizen in Ruhe zu erhalten. Babadju wurde 0an nennens- Werien Zwischensali erreicht und in der Nahe des Oitcs ein befestigtks Lager bezogen. Von dort aus wurde Wähkénd Uveier Wochen die ganze Gegend durcb Patrouiüen begangen und auf die Nachricht, daß ein großer Teil der Babadjus fich nach den naheliegenden Bergen ge- wundt abe, Leutnant von Puttliß mit einer starken Streifpartie zum Absucbcn kks Gebirßcs entsandt. Ernfibafter Widezstand wurdé nirgends gefunden, Wohl aber stellte sich nach und nach eme große Zahl 0011 Gesandtschaften aus der näberen und ferneren Umgebung, einige» freiwillig, andere auf Aufforderung, im Lager zu Babadju ein, welche als Beweis ihrer Ergebenbeit teils Verpflegung brachten, teils Stellung von Trägern und Wegearbeitern bersvrackpen. Auch der neue Häupt- ling 0011 Babadju bot seine Unterweifung an.
Seitdem hat, wie wir aus einem Bericht_ des Stationscbefs von Bamenda, Hauptmanns Glauning, vom Maxx d.J. entnehmen, die Beruhigung der Bewölkerung in jenem BYttk sietige Fortschritte gemacht, und auch die noch unsicheren Stamme: zogen es infolge jener raschen und kräftigen-Machten1faltung Vor, ibre kriegerischen Nei ungen zu unterdrücken. Die iiidlich Bamenda gelegenen, an den Ba adju-Uaryben beteiligten Stämme haben die ihnen auf- eilcgien Straibedingungen bezahlt, und man kann wvbl aunehmen, daß fie sich von jest an ruhig verhalten werden. Der mehrere Tage- märyche weiter südlich gelegene, bisher als'unsicher geltende große Ort Bansoa bat kürzlich freiwillig Elfenbein gezahlt; Mit, „Bekom-
nd Verhandlungen angeknüpft, koch wtrd eme militärische
bteilung bis zur Erfüllung der Friedensbedip ungen verbleiben müssen. Mit Bafut besteht ein friedlt es Per hältnis, dagegen bat Vauffo bisher keine Neigung zu einer Annaherung ge- zeigt. Die Bestrafung“ von Bauffo wird daher wohl ebensowenig zu umgehen sein, wie ' diejenige des “von Wegelagerern schlimmster Sorte bewohnten Oris Bamum auf dem Wege Vali- Widekum. Einen Teil der nördlich von Bekom gelegensn, zu Bafum gehörigen Gebiete bat Hauptmann Glauning kürzlich von Bekom aus mit einer stärkeren Abteilung durchzogen, nachdem auch schon Leutnant Heigelin bis zur Bafumgrenze vorgedrungen war. Die Aufnabme und Veryflegung war überall gut. Die Eingeborenen waren scheu, aber völlig friedlich.
Nach einem Bericht des Oryzterpojtens in_ Vascho (Kamerun) 111 es gelungen, der) Morder des Staiionsletters Grafen von Pücklcr, den BlisYkMann Daboadx, dingfest T1 machen. Er wurde 0111 28. 13111 1905 111 Bascho zum
ode vxrurteilt. Das 1111211 wurde vor versammeltcr Mann: schaft 111 Gegenwart zahlreicher Bewohner von Bascho und
Blische vollstreckt.
Oesterreich-Ungarn.
Der Kaiser ist gestern abend mit Gefolge zur Eröffnung der Eisenbahnstrecke Schwur a_ch_Bad . Gastein naa) Schwarzach abgereist. Der tmsicrpräftdent Freiherr von Gautsck), sowie die Minister Dr. Kosel , und Graf von Buquoi haben stch gleichfalls nac!) Schwarzach be eben.
Wie das „Ungarische Telegrapben- orrespondenzbureau“ aus Budapest meldet, ist die Entsendung eines so: genannten 1101110 T'SZ'leZ m Aussicht genommen, der als VertrauenSmann der Krone mit den Führern der Koalition in Verhandlung treten _und die Lösung der Krise vorbereiten soll. L_lls Kandidaten fur diese Misfion werden der frühxre Finanzminister Dr. von Lukacs, der frühere Minister: präjtdent Weferle und der gemeinsame Finanzminister Baron von Burian genannt. Die Bestimmung des Vertrauens- mannes soll Ende dieser Woche erfolgen.
Rußland.
In Baku dauern die Mordtaten und Ueberfälle, der „St. Petersbg. Telegr.:Aqentur“ zufolge,_ an. Räuberei wird uberall in der Zirovinz Elisabethpol Letrreben, besonders auf dex Straße na Agdama, atz'f der. er General Takaischwilt mit Truppen angekommen 11; Eine Bande von Tataren wurde von. Kosaken bis in em axmemsches Kloster in der Provinz Enwan verfolgt und doxt umzingelt, bis Mohammedaner zum Emsaß herbeieilten und sie befreiten. . Die Stadtverwaltung von Odessa Hat beschlossen, die Re ierung u ersuchen, vor den Wahlen zur Reichsduma Feseßli die reßfreiheix und die Freiheit für Ver- ammlungen und Veretne zu gewähren, da sonst die Wahlen unmöglich seien,
verladen, um die Unruhen im „Kaukasus zu unterdrücken.
In Odeffa wurden gestern eine Division Infanterie ; und 18 Schnellfeuergeschüße zu Schiff nach Batum "
Pilgerfahrt des Köniqs durch Calabrien bei allen Italienern er- rsgt habe; der König Habe der Depiiiiertcnkammer undderNation den Weg gezeigt, auf dem fie_1k)m zix fo1gen haben. Der König beantworicic das Schr€1bm m11_ emer Depesche, in der er ausführt, seine durch den Anblick des Unglücks jn Calabrien tief bewegte Serie habe große Erleichterung empfunden, als er gesehen, 1012 das ganze Land der von der Katastrophe betroffenen Bevölkerung iialf 11110 wie fick) so die Brnderbande zwischen den verschiedenen Gebwien Italiens enger
schloss 011. Niederlande.
Die Generalstaaten „imd gejtxrzt 1m_Haa_g feierlich eröffnet worden. In der bet der EroffnungSseierltchksit ver: lesenen_T1)ronrede wurds „W. TB.“ zufolge u. a. folgendes ausgeführt: _ „
Die Lage des Landes und seiner Koionisn 121_befriedigend. Die wirt. schaftliche Lage auf Java babs fich gebsffert; a1tsB0rne0 sei der Widrr. stand ker Mitglieder der Dynaitic des Sultans «ebrochen, und die mili. tärische Aktiom im Süden 0011 Celebes sci 100-läufig 0011 Erfolg gekrönt ge- Wesen. Die Veziebangen zu den auswärtigm M*äcbien scizn nach wie vor freundschaftlich;_die Beendigung Ték Feindseligkeiten 111 Ostafien babe der Königin beyonrcre Freude bersitgt. Bezüglich der dem Parka. mente boxgxlegien Gesctzeniwürfe beißt es 111 der Rede, die 0011 dkm Vorigen Kabinett Vorßclsgtcn Eniwürsk, betreffend dkn ArbeÖtZVertrag und betreffend die Bkwsésfübrung im zivilrkchtlicben und im Ver. waltungsprczcßVerfahren, wüidcn beibehalten Werden. Ferncr würden E111wü1fe vorgklegt wxrdcn, betreffsnd eine Reviswn des Hondélsgeséßbucbks bezüglich dcr_ Schiffahrt; betreffend Einführung der bedinxxten V-zrurisilixng 11110 betreffend eine Abänderung des Gescßcs über den Verkauf geistiger Getränke. Die finanzikiie Lage mache eine borfickptige Finanzßebaryng zur gebieterifchen N01mendigkeit. Obßlcick) die Einnahmen beträÖiltci) steigen, werde dadurch doch das Anwacbssn ker AuSgaben nicbt aixsgeaiicbcn. D11rch_ den Fehlbetrag im Rechnungsjahr 1906 11110 die Ausgaben für joziaie Reformen
würde sowobl eine Vorübergebknde als Eine dauernde Ver- stärknng der Miiiel der Staatskame xrforderlich. Unter dxn an. gekündigten Vorlagen befindet sich ferner eine soichs, bktreffxnd
militäris-Öen Vorbkreitimgsdienst ker Jugend, sodann eins Vorlage, bétkéffMd zwangsmäßige Kranke», Alters- und Jnvaiidenbmsichsrung. Die Tbronrcde kündigt ferner an, daß die finanzielle Selbstävdigkeii der indischen Kolonien eriveitert werden soll. Schließlich wird eine Revision der Verfassung in der Richtung vorgeichiagen, daß der Geielizgebuzig die Möglichkeit zu einer Abänderung des Wahlrechts gege 1311 10110.
Aus dem den Generaisiaaten 001132119th Staatshaushalts- etat ergibi fich, daß das Budget für Niederländisch. Indien bei einem Gesamtbetra e 0011 160 Miuionen einen Fehlbetrag 0011 10 Millionen uiden aufweist, doch Wild ein großer Teii der Kredite zu AuSgaben produktiver Art dienen. Für die Marin_e sind infolge der' Streichung einiger Schiffe und ibrkr Er_jxßung durch Torpedoboote eine halbe Million Gulden weniger anzeieyt. Für den öffentlichen Unter- richt ist Eine Mebrauégabe nötig Wegsn der neuen Sabbentionierung 13011 Priyatsckpulcn. Bkabficbiigt ist die Einfübiung Liner Zucker- sieuer und eine Progressive Steigérung der Gewerbesteuer.
Türkei.
Nack) 211181 Meldung der „Frankfurter Zeitung“ aus Kon- stanimopcl uberr01chten 0121B011ch0fter der Großmächte der Pforte Montag eine gemeinsame Note, in der sie 1 rem Bedauern daruber Ausdruck geben, daß die Pforte von i rem gbiehnendey Standpiznkte in der Angelegenheit, betreffend eine tyternationale Finanzkommission für Mazedonien, nichi abgekommen__set; D1e_Großmächte _Hieljen diese Kom- miss1011 un Jnterene cmer fr1edlichen Entwrcklung Mazedoniens u11b§d1ngt fur eboten _und häitden beschlossen, daß die Kon;- m1fsion 0111 1. ktobex m _S'alomki usammentreten 10119. Die Pforte moge daher dle nottgen Jnitruktionen erlassen, damit die Arbeiten der Kommisfion sofort beginnen könnten.
Dänemark. Am 15. September ist, „W. T. B.“ zufolge, in Kopen- hagen ein Schtengerichtsvertrag zwischen Dänemark und Frankreich unterzeichnet worden.
Amerika.
Nach einer bisher noch unbestätigten Depesche des „Reuterschen Bureaus“ aus Panama hat sich am 8. d. M. in Bogota(C01umbia) der Präsident Reyes zum Diktator erklärt und die Mitglieder des Obersten Gerichtshofes ge- faygen geseßt. Der Pöbel habe dann den Palast des Diktators angegriffen, die Truppen hätten Feuer gegeben, und viele Leute keien getötet und verwundet. In Antioquia und Santander _eien Empörun en aUSgcbrochen.
Nach einer Meldung essc'lben Bureaus ist das Befinden des während der FriedenSverhandlungen erkrankten 'apanischen Uyterhändlers, Baron Komura zufriedenstellend. Hie Krank- hert, es [)midelt stck) an eblich um ein typhöses Fieber, nimmt einen günsngen Veriauß
Parlamentarische Nachrichten.
Bei der im Wahlkreise Essen (Stadt und Land) vor- genommenen Reichstagsersaswahl erhielt, „W. T. B.“ zufolFe, von 85984 mSgesamt abgegebenen Stimmen Gies erts ( tr.) 35500, Gewehr (Soz.) 28726 und Dr. N11- meyer (Nai b.) 17 866 Stimmen. Es ist mithin Stichwahl zw1schen Giesberts und Gewehr erforderlich.
Statistik und Volkswirtschaft.
Die Insassen der preuHßZscYen Arbeits- (Korrektionb) 11 er.
Nack; der Ab (baffung der Arbeitsbaussirafe, die bis 1871 in sabl- reicben deutschen trafgeseßbücbern (in denen Bayerns, SachYens usw) Och fand, bezeichnet man in Deutschland noch zwei Arten von nfialien-
ie dem_Zwecke dienen, ibre Insassen zur Arbeit anzuhalten as Arbeitsbauser: einmal Anstalten zur Beschäfti ung arbeitsfähig“ Armen (0708111011505 im Sinne des englischen Écseves von 1834)- also Anstalten , der öffentlichen Armenpfle 2, auf dem Ge“ danken des mittelbaren ArbeitSzwanges in ofern beruhend, als durch Weigerung der Apfpruch auf anderweitige Untersiü ung ver- wirkt wird;.fie_s1nd in einzelnen deutschen Ländern eingefü rt, bab?" sich namentlich im Königreich Sachsen erfolgreich entwickelt, nehmen aber teilweise auch arbeiiOunfäbige Arme auf (ArmenarbeitsbäUskk);
Italien.
Der Präsident der italienischen Deputierten- ammex rtchtete bei der Rückkehr des „Königs aus Calabrten nack) Racconigi ein Schreiben an ihn, in dem
er, „WT. V.““Zuxolge, ausfuhrte: im Namen aller seiner Kolle en gebe er der leb ,a ten Bewunderung Ausdruck, die die patrioti che
von diesen soli bier nicht gesprochen werden. Wichtiger ist unter sozial; und kriminalpolrtischem Geücbtsvunkte die zweite Art von Atbettsbäusern: die Anstalten zur Verbüßung der korrektionellen - Nachbaft, d..b. einer Freiheitsentziebung mit Arbeitszwang, die 6 an die Verbußung der eigentlichen Strafe anschließt und als ch die Erziehung zur Arbeit verfolgt. Arbeitsbäuser als Korrektions“
anstalten entstanden zuerst im 16. Jahrhundert in Holland und
Engiand. In Ftarkreicb wurden im '17. Jahrhundert gegen Bettler die 116111111111: 611113011165 und 1767 die 1118180118 116 001100131011 (5451161580 1116111110110) Lk_kichtei, “(*-ie, wie die früheren deutschen Arbeitsbauser, zW1schkn Gefangnis und Armenarbeitsbaus die Mitte hielten. In der Rebolgtionsxeit aufgehoben, wurden sie 0011 Napoleon ]. 1808 wigder eingefuhrt. Ami» im vreußisckoen Angemeinen Landrecht (Teil 11, Titel 19) findet sich bereits das Arbeitsbaus als KorrektionSansiqlt. Nach- dem deutschcn Reichsstrafgeießbuäy sieht es inengster Vexbmduntht der Uebcheisuna an die Landes- Polizeibehörde, 0111er Nebensttafe, auf die nach „5 362 akgen Personen erkannt werden kann, die auf Grund 0011 § 36! Nr. 3 bis 8 zu Hafi Verurteiit Werden. Nach § 361 Wird mit Haft be- sjraff:_1)2€.; 3) wer als Landstreicber umberziebt; 4) wsr betielt oder Kinder zum Betteln anlettet odér ausscbickt oder Personen, welche setner Gewalt und 211110th untekgkben find Und 111 seiner HausgenOffeniÖ-Lit geboren, vom Betteln 0133115011911 1111121111121; 5) wer, |ck dem Spiel, Trunk oder Müßiaaanßi dequiialt 111110151, daß er 111 einen Zustand gerat, in 1112057111 111 191117111 Ur'tcrbaite 0091 zum 1111121011118 derjknigen, zu deren Ernäbrung er 0910111111101 isi, durcb Vermtiteiung der Behörde fremde Hilfe in 211111111111) 111-110111111911 wsrdün muß; 6)'eine W-ibsverson, weleP-e wegen qewc'rbsmäßigsr 1111- 5111171 einer polizeilichen Aufmbt untersicllt ist, 11191111 fix den in dieser Hinficht zur S'Öerung der Gesundheit, der öffentlichen Ordmmg und
- des öffentlichen Ansiandes erlassenen polizeilichen Vor'scbriitxn zuwider-
handelt, 0er wslcbe, obne ciner solchen Auifixbt 1111111111111 111 16111, gewerbs1iiqßig Unzucht„1181b1; 7) 10er, Wenn er aus öffentlickysn Armen- mitteln Line Unte'iiuxzung emqunot, 11:11 aus Arbeitsscbeu 1110111211, die ihm 0011 der Beborde angewtesenk, seinen Kräften angemeffxne Arbkit zu 0errichtcn; 81 Wer nacb V:“riusi seines bisbe'xigen Unter- fommens 511111811 drr 101,11, 0011 der zuständiaen Behörde bestimmten Frist sicb k'1'_1n anderweittges Unterkommen verschafft hat und auch nicht nachwelikn kann, daß er solcbks dkr 0011 ibm an1e1r-andten B3. mübuxigen ungsaäyiei 111cht Vermocbt babe; 9) 10 Im Falle des §361Nr.4(Betieln) ist jedoch dikUébUWeiiunq an dieLandkszizeibLbörde nur dann zuiaifig, Wenn der Verurteilte in den letzten drei Jabiyn 11109111 dieser Ueberiretung mebrmaks rechtskräftig 112111118111 10111001 ist, oder 11121111 derselbe 1111161: Drobu110€11 oder mit Waffen gebetteit bai. C11dl1ch kann nach dem durch Gesetz 00111 25. Juni 1900 ein- geicbaiieien F 18111 des Strafgeseßbucbs gegen eine männsicbe Pkribn, welch€ “0011 etner rauensverson, die gewerbsmäßig [117101131 ir-ibt, unter Ausbeutungä „res unfittlicben Erwerbes ganz 0021 1211111211? "0211 Lebensimxerbaxt beztebt, oder, Mlcbe einer solchen Frauensrkrson gkwbbn'bettsmaßig oder aus („819211111113 in bezug auf diä 9111011511110 dps 1111111151th Gswerbes Schuß gswabri oder 101111 iörderlick) ist ['In- baltxr), die Uebernzeisuxig an die Landespolizeibkbörde neben der §Rer- urtetiung 113 foanng ausgesvroäpen karden. Durch die “Uebkr- méisung (111014 die Landespolizeibebörde die Befugnis, die verurteilte Persxn bis zu zwei Jahren entweder in 11111111 Arbeitsbaus unter- zubringen oder 111 gxmetnnußigen Arbeiten zu verwenden. Jm Falledes § 361 9106 (geyoerbsmaßige'Unzucbt) kann die Landespolizekbebörde die ver- urteilte rystblicbe Person statt in einem Arbeitsbaus 111 einer Vcffyrungs- 00er Erztehungsanstalt odér 111 121112111 Asyl untexbringkn; dis 'Unter- brtngung m einem Arbeitsbaiis ist unzulässig, wenn die Verurteilte zur Zeit der Verurteilung das 18. Lebensiabr n0ch n1cht 0011211de Hat.
211111211361 1903 waren 111 den 24 in Preußen voröondenen Korreitwnsanstalten- _ nach den in dxr „Statistik der zum Resort des 1111119115 preuß1schx11 Ministeriums des Innern gebörcnden Sikaf- gnsialten und Geiangntffe und der KorriaendM für das Reibnungs- 1abr1903“ geaxbenen tabellarischen Uebersicbten _ 8833 männliche Und 1131 weiblich, zusammen 9964 nach Verbüßung der Haubtsiraie dkr Landestwiizeibebörde übe_rwiescne Korrigendc'n detinisrt. Im Laufe des EiatSZabres 1903/4, 0110 bis 111111 31. März 1904, “kamen 9218 Männliche und 1145 weibliäxe, im gamen 10 363 Koriigenden 111 Z u aan 9, dagegen 9070 mannl1che und 1209 weibliche, zusammen 10279 in _Abgang. Der Bestand am Jahressckvlusse Weist somit 1121-den Mannern eme Zunahme 11111 148 auf 8981, bei den Frauen eine Abnahme um 64 auf 1067 auf; M (10sz11 bat er eine Steigerung um “84 auf 10 048 Korriqenden erfahren. Die Gesamtzabl der im Rechnung§1abre 190314 111 Preußen definiert gewesenen Korriaenden beirn? 18051 mannlicbe und 2276-weiblicbe, zusammen 20 327, der tlagl ebe DurÖ'sÜU-i-itsbestand8813 männliche und 1074 117815- ltche, zusammen 9887 Korrigenden. '
Eingehendere Auskunft über die persönlichen Verbältn1ffe geben '
dte Tabellen der amtlichen Statistik -nur bezüglich der im Etatsiabre 1903/„4 in 311911119 gekommenm 8803 männlichen und 1121 weiblichen Korrigenden, Z 361 des St.--G--B. andespolizeibebörde erkannt Norden war. Von diesen zählten dem angegebgnen Hauvtberuse nach als Selbständige, Gébi'lfen oder Angehörige von “solchen 1065 männliche und 26 weibliche zur BerusSgrupbe „Land- und Forstwirtscbaß. Gärtnerei, Jagd und Fischerei“,
4147 männliche und 68 weibliéoe zur Verufögruppe „Industrie, Berg-
bau und Bauwesen“, 1310 männliche und 42 weibliche zur Gruppe „Handke u_nd Verkehr"; 2080 männlitbe und 413 weißliche Korri,1enden "batten „bausltcbe Dienste »u11d WselndeLobnarbeit'beriicbiet, weiieke “38 männliche und 90 weibliche waren dcmernde Diensiboten für häus- Ukbe Arbeiten_ ewesen; ferner befanden s1ch unter den neu einge- lieferten männlt en Korrigenden 16 ehemalige Berufstätige im öffent- 11ch3n „Dienst bxzw. Angehörige von sochen, 96 männliche und
wetbltcbe waren „Selbstandig-x in sog. freien Berufsatten oder Famiiéenangebörtge von solchen; “2 weibliche Korrigenden
lebten 0011 einer Penfion oder Renée, 3 männliche und 4 Weibliche von Almosen; 8 männlicke und 467 weibliche batten gar .keine Berufsangabe gemaÖt. Ohne Eixkommen
Waren vor. „ihrer Verutteilung im ganzen 7464 männliche und 1653 1012151115: Korriaenden; 1327 männliche und 44 weibliche YYYebis 900 .“, 12 männliße und 114 weibliche über 900 „M Ein- d 11. Sikulbildung feblte bei 151u115nnlichen und 84 weiblichen
n den neu eingelieferten Korrig-nden vöüig, „722 männliche und 1111 weibliche hatten nur mangelhafte Schulbildung, 7869 auänn- Ye und 924 weibliche Volks-, 61 männliche und 2 Weibliche 1, bete Schulbtldun Der Religion nach waren 5758 minn- 1Zehe und 656 we bliebe Korriaeuden evangeliscb. 3018 männ- lZÖe und 161 weibliche katholisch, 23 männliche und 4 weib- 7“be waren Juden und weitere 4 männliche Andersgiäubige. 1066 klännlicke und 914 weibliche Korrigenden s v.ra eben deutsch. 5 männliche und 181 weibliche polnisch und deutsch, 41 männliche und 24 weibliöe nur polnisch, 31 männliche und 2 weibliche nur ""Je“ Sprachen. Nicht weniger als 2035 von den 8803 männlieben F1 267 von den 1121 weiblichen neu eingelieferten Korrigenden hatten 7? eimat in Schlesien, 612 männliche und 94 weibliche 111 er "MU! Posen, 596 männliche und 58 weibliche in Ost- YFUß'en“ 462 männliche und 76 weibliche in Westpreußen, 87 mannltche und 39 weibliche in Pommern, 829 männliche und u d wejblkcbe 111 BrandenbuY obne Berlin, 478 männliche und 50 weibltcbe, in der tadt Berlin, 697 männliche 7: 13? weibliche in der Rheinprovinz, 529 männliche und in Wibbeke in der Provinz Sachsen, 320 männliche und 45 weibliche and eskfalen usw.; 899 männliche und 76 weibliche waren aus 39 Skier! Staaten des Deutsehen NEWS, 356 männliche und atwsblkcbe aus dem Auslande gebürtig. Ihren leßien Wohnort von 5 von den männlichen Korrigenden 1850 in einer Kleinstadt wob *“20000Einwobnern, 1788 111 einer Gemeinde unter 2000 Ein- MUMM“ 1273 in einer solchen von 2_5000 Einwohnern, also 11 ioder 56 „0/9 des männlichen Zuganas im Jahr? 1903/4 odnencr Gemeinde von weniger als 20000 Einwohnern, 2547 .“ BZÖ nicht ganz 29 0/5 111 einer Großstadt mit mehr Oder 15200 Einwohnern, davon 1395 in Berlin, und 1345 von d /o in einer Mittelstadt von 20-109000 Einwohnern, in G en weiblichen_ Korrigenden dagegen weitaus die meisten Zu akoß- oder Mittelfiadten, nämlich 520 oder 46,4 ('/11 des weiblichen davcimngkx in einer Großstadt mit mehr als 100000 Einwohnern, *100 58 in Berlin, 279 oder 25 0/0 in einer Mittelstadt von 009 EinwOionern und 322 oder 28,6 0/9 in einrr Gemeinde
gegen die wegen Uebertretnng “des auf Haft und Ukberwcisung an die'
- interexsierter G' e in seine * auern führen werden.
von weniger „ck 20000 Einwohnern. davon 115 111 einer solchen unter 2000 Einwohnern.
Dem Lebensalter nach waren bei dkr (16131111) Einlieierung 111
das Korrektionsbaus , , . unter 18 Jabre 36 männliche, ? Wktbiicbe Korrigenden, 269 162
18 bis 21 .
21 „ 25 , 312 . 165 . : 25 , 30 , 712 . 184 - . 30 . 40 , 2187 . 27! . . 40 , 50 . 2723 . 222 . . 50 . 60 „ 1994 . 97 . . 60 . 70 . 533 . 15 . . 70 ZZab1e u. darüber 37 3 . .
Die _meii'ien männlichc'n K011xigenden siandsn 11110 1111 Alter 0011 30 bis 60 Jabrcn, die meistm Miblicben 1111 Aitxr 000 25 bis 50 IaHre-n.
Die Ursach dsr Verurteilung War 1111 061] Männern in dex Jroßen Mekriabl der “Fälle Beßeket, „bei 11:11 Weibeérn gewerbs- maßxgx Unzucht. Von den 38T3 neu kingeklßfk'kkkn 111511 711161)?" Korri- (emdkn war-n nämljch 5983 wkaen Bettelns (11711611161ng VOX! Nl". 4 111 S* 361 des S1.-G.-B.), miicre 1059 weaen Neiislns 1111d Landsircicbkns (Nr. 4 und 3), 326 100.161: Landstreicbens (Nr 3) (111411, 1151 WM" MÖL- beschaffung eines Unk-rfommens (Nr. 8), 179" 11.110011 Teiinzhink 1111 UebeZtreiungen dkr 1111211119111217161311 Vorscbrtfikn (Nr. 6), 93 1079211 Mußigganas (Nr. 5) und 12 11380811 Arbetis'kkxn (Nr. 71 VSkU'lké'kik wotdxn. V0n 13211 1121 neu eingeliefericn Wkidlichkk1 001117111de kamen 851,11?an 11€bcrireii1nq der fiitei'köiixéiiichkn V011ch111120, 82 wegen Ntcbibeickzaffimg cines Unterkommens- 791181911 V111?[11§,1111“ii_-1€ 51 Wegen Bxiielns und LandstreiÖens, 50 11321311 Landstrsickxns (1118111, 6 1020911 Müßtagangs und 2 10211011 Arbeitsicb-u 111dasKorrc-ktim1skzaxis._ Die Dguer der durch die "Landesvolizetbékörik 1211111;th Arbeits- bansetnsperrung betrug bsi 27 manniicbkn imd 2 weiblichn Korrmenden 3 McMaie und Weniger, 011 2857 Männern 111-d 457 W'eibsrn über 3 bis 6 Monate, 1121 3997 Männern 111-d 522 Werbern übcr 6 Movate bis unter 2 JaHre, bsi 1920 2111511118111 und 140 Weibern 2 Jahre.
Vox 111181 [kisten Ueberweisung waren [1911113 5144 Männer und 580 Wklbkr mit Korrektionsbaft vorbestraft, 1011111121 2430 Männer und 173 Weiber mehr als 311101; 2284 511711111111 Und 191 W-ibkr 11111071 11011111 scb011 MSK? 010 1011101, 2114 5171110021 11110 247 Wkiber mx'br 014 2011121 aesck7fi1fie Haft erlittkn; 11icht 1117011111" als 6484 0011 0-11 8803 nsu (1112911616021 männlichen und 772 11011 dkn 1121 111 3110531111 (3210011110011 Weiblichsn Korriqsndxn 111111311 bsreits mit Geiancnis, 994 Männer und 129 Weibsr mik Z11ch7ba1is bor- bkiirait; Innerhalb Jabresikisi nach 2191111801111 der [9131611 Koxréktwnsbait waren 1691 Männsr und 137 Wéibkr wiedsr ein- geliefert wvrden. 839 Männer 'u1'd 197 Wéibkk sind bereits Vor dem 18. stensjabre mit Freibkiisiiraicn bélegt gswesen. __ Die Personen mit Verminder'ter oder iébiender Arbeits- fabtakeit machten nur eine kleine Minderbeit aus: es waren 0011 den „8803, neu eingäiefertkn männlichen Korrigenden 943 vermindert arbeitssabtg, 42 dauernd und 47 'Vorüberaebend arbeiisunfäbig. 0011 den 1121 111 3111101111 gekommenen weiblickisn Korrigsnden 86 011- mindert arb€1ts_1abzg, 2 dauernd und 15 Vorüb-rqsbend arbeitSnnfä'big.
Von, den iibrigen persövlicben Verbältniffen der Korrigendsn sei noch erwabni, daß von den mär-nlicben 8116 2521115 und 687 unebklicb, 0011 den we1blichen 1010 13591111) und 111 unebelick) geboren waren. Nach dem Fixmilienitande unterschieden, waren 5831 männliche: 1111d 663 w::ibltcb: errigenden ledig, 1723 männliche und 263 10215- ltche Herbe'iratet, 861 mäxin'iicbe und 130 weibliche berWiiwet, 388 mazinltcbe und 155 weibliche geschieden. Bemerkenswert 111 1110111 das 1110132 Ueber_qew1cht der Lsdigen untkr den Korrigenksn. Dis neu emgxlreferien mannsickoetzInsaffen der Korrektionsbäuskr batten 3534 eheliche und 30 uneheliche, die weiblichen 476 eheliche und 137 1111- eheliche 'Kinder. “
2812 schon ober) bemerkt wurde, beziehen 1115 die vorste'sxcnken Zahlen nur _auf dmentgen wäbxend der Zeit vom 1. April 1903 bis zum 31. Marz 1904 1111 preußticben Staate in Zuganq gekommenen Korriqenden, qegsn die weaen Uebertretung “des § 361 des Sikaf- geseßbuchs auf Haft und “Uebsrweisung an die Landespolizeibebörde eikannt worden war. In wklcbem Umfange “0011 der im neu ein- geschalteten _§ 1813 des Strafcesctzbucbs erteilten Ermäcbiiguna, gegen Zubalter ' neben der Verurteilung zu Gefängxis die Ueberweisung an die Landespolizeibebörde auszusprecben, bisbkr Gebrauch gemacht worden 1si, „(affen die TabeUen der amtlichen Statistik nicht erkennen. Das Arbetis'baus, von den Verbrechern viel mehr aefürcbtyt als selbst dasZucbtbau-s, würde aucb bei diesen eine ausgedehnte An- wendung verdienen und fick) wie Zubältern aucb-rüdkfälligen Eigentums- *dexbreckpern usw. geaxnuber empfehlen. Dann wäre aUerdinas auch .11vischen befferungsfabigen und unberbefferlicben Personen anders als bisbkr zu unterscheiden und den leßteren gegenüber die Sicherung der Gxsellscbaft als Hauptzweck 111 'drn Vordergrund zu stellen.
Wicitschaftliche Bedeutung “Mannheims.
'Die Stadt Mannheiezt sieht in diesem erbst noch mehreren Kongressen eniae en, die eme un - öbnlicb gro e 3051 ÉÉialpoliiisch
en it der *Kongrxß für öffentliche Gesuydbeiisvfiege dort zu Ende ge asngen. Am 21. und 22. Sepieznber wird noob der Deutsche Verein für rmen- pflege-und Wobltatigkett, 00111 25. bis 27. September der Verein für Sozialpolitik seine-xyéauptversammlung dort abßalten. Da Verkehr und Industrie gerade * _annbeim im Laufe des lepten Menschenalkers wie wenige andere deut1che Städte so zur Blüte gebracht babkn, ist es zu begrußxn, da? die - delskammer für den Kreis Mannheim aUen dan Gast!:n e 11 (: kenbild gezeichnet hat von dem, was Mannheim war und was es cute Psi. Das kleine Sebriftcbm behandelt freilich nur die ,wiktscbaftliibe Bedeutung Mannheixks im Reich und in Baden *.*) Die sozialpolitische Entwicklung ist, da dtes_e sich nicht im Arbeithebiet der Handslüammer wiederspiegelt, unberührt geblieben. Es ist aber dem Verfasser geglückt, die absolute und relative Bedeutung der süd- westlichen HandelSempore Deutschlands heraus x_u modellieren. Mann- bxim 1148 (8111321880 erst 58 465 Einwohner zahlte und 1894 schon in die Reihe der Städte von mehr als 100 000 Seelen einrückte, beberber 1 heute eite Bevölkerung Von rund 160 000'Personen, darunter sind ni t Weniger als “25000 gro industrielie Arb€1ter“ der Hafen mit seinem Sch1ffsverkebr, *die Eisen ahnen, die in Mannizeim als Knotenpunkt zu- samuzenlaufen, 5eschafti en weitere Tausende. Die ZentralsieUe für ArbettSnacbweis vermitte ie 1904 über 16500 Stellen. Die Bedeutung Mannheims als Yinnenbafen er bt em Vergleich mit amburg amd Berlin. Baku empfing zu asser allerdings über 61 illionen Tonnen, _ amburg von der Landseite 31 Millionen, Mannheim 1) en 11 er _51 Millionen, wenn man Lndwigsbafen mit bin 11- ! Wk, sogar uber 7 Millionen Tonnen. Die Getreide- und Me [- zufubr betrug 1904 etwa 180 Millionen Mark und umfaßte ein Fünftel des 0111th Vivizenivports Deutsckylands; an Koblrn wurden für 50 illio_nen Mark, an Petroleum für 21 Millionen Mark zuaefübrt. Ein_untrualiches Barometer der Handeleedeutung find die ReichSbank. umsa e. Mannheim kam 1877 auf einen Umsa von 709 Millionen Ma , 1904 dagegen war dieser auf über 51Min arden Mark gestiegen, wahrend freilich amburg noch um das Dreifache Mannheim überragte. Jm Wechselverke 1: nimmt Mannheim bei der Reichsbank, mit Aus- schluß von Berlin' binter Hamburg und Frankart a. M. die dritte Steüe ein, „im Giroverkebr die fünfte. Während Mannheim 1886 erst 39 Millionen Mark steuerbarcs Einkommen aufWies, betrug dieses 1903 volle 110 Millionen Mark, d. s. 159/11 aller badischen steuer- pflichtigen Einkommen.
') Die wirtschaftliche Bedeutung Mannheims im Reich und in Baden. Dem Verein für Sozialpolitik zu seiner Generalversammlung in Mannheim, au_1 25. bis 27. September 1905, gewidmet von der Handelskammer fur den Kreis Mannheim.
7. internationaler Arbeitervcrsicberungskongreß.
In der gestrigen Sißung kes Arbeiiexvérfichsrungskongrkffxs zu W190, 111 dEr, wis „W. T- B.“ 111311117181, der früdere 1101101111208 Mipister Milisrand den Vorfixz fübite, referierten 11. a. O_zelt aus Finnl0nd übst dic in Finnland €111gefübrt€ Pknßvnsv7r11cher1111g, Magaldi aus Rom übkr das 1113112 italienische Uniallvkificbxrungs- gesetz 130111 Jahre 1903, PaulLi-Paris 111-“er 1:12 A1beitS10€1fichsru0gs- Sseßgxbung 111 Frankreich und 8101101101101 StkiZL-Bexn uber, dio H?crsucbe einer 011136111-inen V011001111ch€1UH0 in dcr (cxciyweiz. GCÖUMLV Rat Dr. Boedickcr- Bériin sprach dem VRÜLMDM MilLerac-d der: Dank des Koereffxs 1111 seine Miiaxbxii aus. Miiikrand wsrde» die Kenntnis, die er wäbrand seines Anisntbaiis 111 Dc11iich1and und Oesterrcicb 0011 sablréichkn soziaipolitischen «1111515111120 671011111 habe, nach seinlr Heimrcise verwkitsn, 101.11“; SZ ibm 1111d 18171811 Mit- arbeiiern gslingen weidé, ein L'irbsikerversiäocriin_22111615 1111111111811! bringen so schön, 1012 16111 schönes Vutsr1and._ 21111311111211111101] 1111111- nabmen die Kongreßmitzlkdcr eixsu Aasfluz zur B€11ch11gung 13011 Volkswobnunzen.
Zur Arbsiterbewequ. In Solingevn 11.111111, 0?! „Rb.-Weiif.Zt_,1.* 31110719, «111
Moniag dis Frkle ereinigung der YékiskkscbläQérSi- arbxiter ' (das sind 11.3 Mit,;iiedér dcs 1111061111 Särlägxrki- arb-ztikivewns, 1,10 sich nicht 06111 Métailarbxitchsin (111-
gesch10ff€n babe!) SteiliMß znr 531110112611ng dir im Metal]- arbétxsrdérkaxid 01151811111011611111 Scipiägkreiarbeiikr (0.91- Nr. 217
d. Bi.)- Dix “FTW: Vc1€1:11111111g_ 121681013, fili) nicbt mit de111 Mxtüliarbeiierbsrbakd solidariicö zu 61115an , vésimkbr rubig Mrtcr zu arbétien. Das 3170111111111 dss Métaliarbeith-
Verbandes ski ein Rücksrkriti, 111811 161116 F0:d€!1111,1911 UMTS! 111ng€i11111g der zwiichxn Arbeitxéker und Arkeitnkbmcr 0618111501180 VkrgchiÖS- kamrmr aufgciié'lit 10211611. T1? FWH 2221110191100, 1,30€ (11111) 1111011 d'."§k)0[b_k€111€ V€k001:ff111111, sick) 11111 75211 *Stkkik „511 kümmsrn, 10211 sie bei Aufstellung 105 00111 MetailxrbkitchUband 110g€r€ichtciiLbbUtakiis nickyt Hiiizußczogen 111000211 161.
In Rbeydt sind, 11311) demselben Blatie, dis Nollfubrlsute
in "eine (8011150001000 gkircien. Sic Verlangen __sine Lobu- erbobung_ 0011 1101171111113) 2,50 „41; 11110 Feiiieyuna der Arbeitszxti 0011 6 Uhr Mbrgens bis 8 1111 Abxnds.
Fizr_d1e Zsit nach 8 Uhr 1011111 40 „35 für die Stunk? 101411111 111210311. Dtejie „ForderUnqkn find am Mbntxg den R0011chr11111€rr€bmern schrtftl1ch zugestilit wordsn. Finden 11? ksine Annahme, 10 treten die Fubrleutx morgén 111111101) 111 1811 Aukiiand.
In Fürth haben, wie die „Köln. Zig.“ 211511111, 1500 aus- standige Holzarbeiter 110 Lines Ultimatnms dsr Arbeiigkkkr die 2115211 nicbt aufgsnommen. adurch find fie nach 12111 BsscblUß dsr Arbsttasbxr auf die Dauer 0011 vier W0ch€n ausgcidkrrt. (Vgl. Nr. 219 0. Bl.)
Land- und Forstwirtschaft.
Ueber die diesjährige Ernte wird den „Baseler Nach1ichien' Vom 17 Sexptxmber aus dem Kanton Zürich gcichricben: DSL“ Horbsi ist die Zrit, der die Wünsche des Landwirts eniweder 111 1811210111 Maße erfüÜt, seine Arbeit reich béiobnt, 011-10er ibn erttäuicbi. Der Herbstseaen fäilt aber zumeist nach der Qualität dcs Fiühlings und des Herbstes aus. Von dkm unbeständigxn und vielfach regneriicbsn Wstter des Monats Y_ugust spricht am besten die Tatsäcbß, daß 1ch0n Ende Juli am Zäricbiks und (1111121105115 der Emdet begann und daß jetzt Mitte Sevikmber in den 1116111811 Berggxmsinden des Zürcker Oberlandcs noch nicht alles Emd unter Tack) ist. Auf chtcn Wiesen im Tale wird jetzt 111m zweiten Maly 1162111121. Das Jabr 1905 ge- bßrt 111 den besten Futterjabren. Fast jeder Baue) hat seine Subennen bis unters Dacb_ mit Heu und (81110 iéeiüilt, 101013 cr für 1611 Winter Nabrung genug 111118111 Visb. bat. Auch 111 es 311111611911th, gsbaiireicbes Zuxier. Der Stand der Runkelrüben und der weißen Rüben Raben) ist gut. _ Nun dieObstbäume. Diese brachten vielerorts dem Landwirt eine große Enttäuschung. Der Blütenreichtum im FrühliW ließ einen reichen O_bstscgen erwarten. Nun bat es über noch selten zwxi reiche Obitjabre nacb einauder gsgeben. Dann kam Ende Mai und Anfang Juni dsr 1811 Apfelblüten so schädliche Föhn. Dm Sommer hindurch gab es wiederholt heftige Stürme mit Regsn, die viel Obst 0011 den Bäumen schüttelten. S0 bat vieles mitgewirkt, um den Obsisrtrag zu schmälern. Es gibt zwar auch jetzt Gegenden, wie die (Gemeinden am rechten Zürichseeufer, einig: Gemeinden des Oberlandes und des Weinlandes, 110 man mit Früchten schirer beladknen Obsi- bäumsn. begegnet, die man unterstüßen mußtk; aber an dkn meisten Orten 111 es so, das; der Bauer einiges Obst für den eißenen Haus- gebraucko erhält, auch eini,1_e Hektoliter Most machen, aber keln Obst verkaufen kann. Das Obit wird daher jedenfalls gesucht und begehrt und 11111 bezablt werden müffen. Windgefcbüßte Lagen überra'schn oft durch das viele Obst, das man da an den Bäumen erblickt. Wohlge- raten istdas Steinobst,Pfia11me11- und Zwrtsckogenbäume waren fast durch- weg szbwer beladen. Was die Reben bLtrifft, so brachten auch diese eine Cnttausckvunq. Anz Zürichsee Versprachen sie _so viel wie noch nie. Die Weinstöcke zeigten eme Menge großer [cböner Traubxn. Da fieüien fich der salsa"): Msltau und der Brknner mit unerbörtcr Heftigkeit ein. Ieyt siebt man Rebvarzellen am Zürichsee, 111 densn es aussieht, ais ware ein_ Feuer darüber wegaegangen. In solchen Reben _find die Trauhen !cbiecht, dünnbeerig. Und oft sieben nebenan Rebgelande, _wo 1312 Neben noch ein schönes grünes Kleid tragen; ch rst es eine Lust, die Menge dkr großsn und groß- beerigen reisenden Traubkn zu erbltcken. Sorgfältiges und frübzeiiiges Besprißen der Reben hat sich gelohnt. Der Weinbauer, der für ferne R_eben 111cht Sorge trug, wird empfindlich bestraft, indem ibm ein seor ?Zrmger Weinertrag in Aussicht siebt. Etwas besser isi die Aus- sicht ur den Weinbauer 1111 Weinland. Die Siurzregen im Auzust baben vielfach das Bespnyen der Reben unwirksam gemacht, be- sonders wenn es kurz vor dem Regen erfolgte, da alles wieder ab- gewaschen wurde.
Theater und Musik.
Lessingtbeater:
Das Lesfingibeater ließ gestern einer Neueinsiudierun von Ge:- bard Hauptmanns Traumdicbtung .Hanneies Himmklfabrt'g zwei Akte von Eduard von Keyserling. .Benignens ErlebniS', vor- aufgeben. th der Stimmung und der Bewegung der Figuren haben die beiden Stucke insofern etwas Verivandtes, als auch in dem Keyser- lxngschen Werk alles gedämpft und schemenbaft wie in einem Traum- btlde erscheint.. Leider ober ermangelt es 11013 manéer Fein- beiien des Dialogs und der Charakteristik einer ebbafteren Regung der Handlung. Im Mittelpunkt des Vorgangs steht auch bier ein Madchen, Benigne, die in der Eigsamkeit eines stiÜen Aristokraten- bauses das Verlan xn na dem kraftig pulsierenden Leben drau en empfindet dessen arm we von ferne an die vericbioffenxn Fen ter dringt. 00 ist das tolle Jahr 1848, und auf den Straßen tobt der Bar'rikadeztkamvf. Ihr Wunsch nach einem außergewöhnlichen Er- lebnis erfullt sich; ein zu Tode getroffener Student flüchtet in den Ggrten des Herrensißes und wird sierbend ins Haus getragen. Er bringt etwas mit von dem wilden Leben da draußen; aber zwischen ihr, der f_e1nen, äsibettsch und bphilosophisch Genießenden und der rohen Betati ung der Kraft besie 1, wie sie nun fühlt, eine unüber- bruckbare Klu t. Der Student stirbt, Benigne aber hat ihr Erlebnis gehabt, das in ihrem Herzen eine unveraäxnglicbe Spur zurücklafsen wird, auch wenn der Obeim fie damit tröstet, daß man im Grunde dock) nur sich xelbsi erlebt. Das Stücklein vermochte troß der erwähnten Mangel so_zu effeln, daß der Direktor Brabm im Namen des abwesenden Di ters fur den Beifaii danken konnte. Allerdin 0 hatten an diesem Bei al] die Darsteller emen redlicben Anteil, so be onders Herr Buffer- mann, der in dem alten Baron Krafft eine Figur von feinster, vornebmfier
Cbarakterisierun chuf. Frau Triesch fand den rübre de , w t- dbüen und da ei berbanklingenden Ton, der 071111 txGanzTrbiumdass