1905 / 244 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 16 Oct 1905 18:00:01 GMT) scan diff

Yiehtamtsichez.

Deutsches Reich.

Preußen. Berlin, 16. Oktober.

Vom 14. bis 15. Oktober Mittags ist im preußischen Staat ein Cholera:Bazillenträger, vo_m 15. bis 16. Oktober sind vier weitere Baziüenträgery alie funf auf dem Rittergut Stolpe, Kreis Niederbarnim, amtlich neu_ gemeldet worden. Diese 5 Personen sind eine Frau_ und_ vier Kinder auß den beiden einheimischen Arbeiterfamiit-m, die rnit den unqarischen

eidarbeitern in einem Hause gewohnt hatten. Alle Funf Fakten bereits unter Beobachtung geijtanden. _Bon den_frul)cr gemeldeten Erkrankrmgen Haben sich eme nir Kreise Mqrienburg und eine tödlich verianfene in Schroedenhohx, Landkrris Brom- berg, nicht als Cholera herauSgeneUt. Die Gesamtzahl der Cholerafälie bkträgt daher bis ]th 278 Erkrankungen, von denen 90 tödlich verliefen.

Oer Regierungsaffcffor Osterroht in Posen _ist der Konig- iichen Regierung in Aachcn und _der Reg1criingsaffessor Dr. Kieckebusck) aus Posen dor Komgltckxcu Regierung in Trier zur weiteren dienstlichen Verwendung uberrmejen worden.

Laut Meldung des „W.T. B.“ 111 S_„M.S. „Bremen“ am 13. Oktober in (Halveston (Texas) emgetrxxffen und geht am 1. November von dort nach K91)_West in See.

S. M. S. „Vussard“ ist vorgestern von Bagamoyo nach Bares alam in Sce egcmgcn. _ "

Dser ausreisrndgc Fäl)nrick)s1r011§3p__ort fur das Kreuzrrgeschwadcr ist mit dem R21ch§0011dampfrr „Prinz Heinrich“ vorgestern in Antwcrpcn eingetroffen und scßt hcute die Reise nach Southampton fort.

Deutsche Kolonien.

Nach einer Meldung des „W._ T; B.“ _vom 14. d. M find die Unruhi-n im dcutsch-ostqmrkanxscben Bezirk Daressalam Nicht brdrnklici) und bleiben mxfdeffen sudltchen Teil beschränkt. Hauptmann von Klein ki'br12_1nit drr achxkn Kompagnie am 11. Oktober _nack) Daresjalam zuruck, nachdem er einige Haufen Aitfständiickxr zcrsprengt hgttc. Er fand den Küstenplay Kiiidxu zcrytort und den dortigen Akida vertrieben. Der BezirkSamtmaynBoeder blktbt vor- läufig noch mit der Voiizeitruppe sud'llck) von Darcssalam. Es scheint, das; rcligiöscr Fanattßmus die Ursache der Unruhen

er 0 iali i eDepuiierieMirznanist, „W.T;B.“ zufolY, zsu?n Difx eskckt)or dez Wdhltangkeits- und Zffentlichen Gesundheitswesens im Ministerium des Innern ernannt

worden. Rußland.

Der Prinz Friedrich Leopold von Preußen_1st aestcrn morgan in Petersburg qngekomrnen. Zu seiner Begrüßung waren auf dem NikolayB'ahnbof erschienen .die Großfürsten Wladimir, Boris, Konstantin, Peter und Sermus Michailowitsch sowie der Hérzog „Alexxmder von Qlden: burq, ferner der denische Ge) aftStrager von Miguel, die erren der deutschen Bon aft und, des derxtychen KonsKats, der bayerische Grfindte, zahlreiche Hofrburdéir- träqer, (Hrneralk, Admirale, dr: Stadihaupimann u. A. Dre Leibqardekosakcn stellten die Ehreneskadron mrt Standarte und Masikkorps. Vom Bahnhofe bxgai fichsdcr Prinz nach, _dem Winterpaiais, wo er als Gast des Kaisers ' vom'Hofmimster Baron Fredericksz und vom Oberercmomenmetstcr Baron Korff empfangen wurde. ,Um 11 U r fuhr _der Prinz nach Peterhof, um dem quser iinddec Kaiserin seinen Brsuch abzustatten und am Famrlienfrukytxck isilzunrhmen. _ ,

Der „chierimgsbote“ verofimtltcht em Kommuniqixiz, bstreffend die vollzogene Ratiikatton drs vom KaUer unterzeichneten Friedenswerirage's vonPortSMOUth. Der Vertrag ist mit dem 15. Okvber 11) H'rast getreten, die Veröffentlichung des Vertrages sol] demn11ch1t erfolgen.

Nach einer Meldung der „St.Petrrsbxirgcr Telcgrapben- Agentur“ hat der RcichSrat ar katßrltchrn Befehl eme'n großen T*il seiner geseßgeberikchenA'rbetten klnge)1€l]t_11_nd die ihm vorlicgendcn Gcseßentwiir 6 mins bentreffxnden Ministerien zur Einbringung in dcr Rsrchsdina_z11ruckg_ejandt. .

In dem Fabrikort Markt ber 213011615111 wurde, wre ,W. T. B.“ aus Warschau meldt, aus die thia'emes Herrn Poisel: eine Bombe geworfen. Zwei Hausbedteritc wurden

etötet. Auf der Flucht schaffs die Tuxer auf 1316 sie yer- Folgenden Polizisten und töteten .Der von ibnsn. Die Tater emkamen. ' , _

In der Zentralstraße m erbsk wurde eme_ gebeim'e Druckerei und Niederlage vr'botxner Schriften mit einem Stempel des sozialérethionaren Komrtees entdrckt. 30 Pcrsonen wurden verhaftet. _ .

Bei der gestern erfolgten .eberfuhrung der Lerckxe des Fürsten Trubeßkoi no) dem Moskauer Bahnhof 111 St. Petersburg fiel, wie „WH. B.“ msldci, aus der ange-

ammclten Menge ein Revokrschuß. Kosakixn und, Gen- Yarmen griffen darauf die M19? an und_ trieben ste„aus- einander. Nachdem der Zugmtt der Leiche des Furstcn abgefahren war, zo die Menge mrt roten Fahnen deü Newsky-Prospet entbg," fie wurde von der Polizei und von Militär .Wemander _qctxzrben, rottete sich aber wieder zusammen, sts, an der Umvertrtät angslangi, auf pairouillierende Gendar-m und Kavqllrrte „und warf Steine gegen diese. Es erschn darauf P011z61, 516 dyn _Teil der Men e, der sich nicht itte 111 das Universtiatsgebaude

' . Die Ein eborenen kämpfen unter schwarzen Flaggen m" ZßemNuf „WZffer! Wasser!“, „d-h- Zguberwafscr. Ik" Norden nliyix.„,ist _.gxles,_.r,xxh,!§1:.„.Fur-s d! NVSbke**""9“-a« Nixchrichten, wie derjenie Gru d die Verbr g)„....:„k.1....„ Ick chrphantafie nicht verÉF .-Mak)enga wurde durch den .H-:uptmann Nigmann von erga aus entseßt, wobei der (Hegner gründlich gc- schlagen wurde. Jin Hinterland von Kiltva ist drr Gegner sghwer zu _fai)e_n, da er im Busch Üb-rall ausmeirht. Das AufxiandWebirt iyt bsi großem Umfang völlig unwegsam, wodurch 11ch die Langsamkexit drr Niederwerfnng erklärt. Die Nord: und Westbozirke smd ruhig, jedoch empfisblt es sich nicht, sie von Truppeti zu cntblößcn. Aus Deutich-Südwestafrika miri) amtlich grmcldctx Am 12 Oktobcr wurde durch di? 30 Gswrhrc starke Patrouxlle des Obrrieutnants Hercs Line Hottentotten- bande am obere'q _Tsiib 1111161“ Elias Überrascht. An: schrmend „moUte 016191“ die dnrck) das Gefrcht bei Nubib am 13. «eptrmber völlig zersprkngten Bandrn von ncmm sa_m_meln, Tre .Hottentottcn rämnisn das Gricchtsfeld in volirger Panik unser Verlust von 50 Toten. Anf der Ver- folgung kgm cs 10.1921 weiter südlich am Nachmittage noch- ma1s zu„c*1ncm zwoistnndigen Grfecht, in drm noch 5 Hotten- totien mixen. Von der deutschen Patrouille ficl der Retter Jorgexi Clausrn, geboren am 7. Juli 1883 „u Schnabcck, fruher im Jnfaniericrkgimc'nt Nr. 85 (Kmpfschuf?) _ Fcrnerzbatte am „5. Oktobrr 61111? drutschc PatrouiUe unter Leutnant Gchuxz em srcgreiches kakchk am Kutip, wobei 6 Hottentotten nclcn, auf seiten drr deutschen Patrouiüe drei Retter verwunhet wurdcn.

_ Der Oberstleutnant van Semmern trat am 14. Oktober Mi _dcr 2. Kompagnie_ des Régimcnts Nr. 1, der 9. und 10. .Konxpagnie dcs chirnknts Nr. 2, der ErsaßkompagnieZa, 5 Geschußen der 9. Batterie und 2 Maschinengrw hren der Mgschmengrwebrabteilung Nr. 2 ans drr Lini? Springpiits- Heiracha bis Ufamas den weiteren Vormarsch gcgen M0: renga an, der in der (820011) von Ondermaitje stehensoll.

Der englische Koloniasekretär in Kapstadt hat dem deiitschsxi Generalkonsul mitgeteilt, „das; 150 unbewaffncte Witbms auf ezig_lisches Gebiet übergetreten find. Ste 1011211 auf zum i))tlick) von Upin_ ton gelegenen ngierungs- farmen interniert 11111) dort polixeiii scharf iiberwachtwerden. Marenga Ubkkflél bei Schuitdrift einen deutschen Posten und erbeutete 15 Provrantrvaaen. Hierbei fielen der Leutnant S urm ann und 4 Mann, 8 Mann wurdcn verwundet, und 8 Mann traten (mf englisches (Hebirt iiber. Lcßtere werden bei RamanSdrist wix-der auf deutsches (Gebiet zurückgebracht. Waffkn und Munition werdkn drm deutschen Gentralkonsul „ubergcben.“ Die Rigierung in Kapstadt bat den Polizsiofsizier m Peila, wohin Marenga Weiber und Kinder bringen wollte, angewasen, dqs beerireten der Werften Morengas auf englischks (beM zu verhindern. - Eine Bestätigung des Ueberfalls bet Schuitdrift liegt in Berlin noch nicht vor.

Frankreith.

Wie die „Agence Havas“ meldet, Hat der Kaiser von Rußland, nachdem er den_Friedensvertrag unterzeichnet hatte, den„_„russ1schcn Bot) chafter in Paris beauftragt, der frgnzons-chcxt Regierung davon Mitteilung zu machen mit dersEZttte, die ]apanischeRegierung davon in Kenntnis zu 8 en.

* - yer ekt.

en von; einer Zerstörung

flü ten önnen, auseinandétrieb; zwei Personen wurden

«» ien. ? , . en ö'ni 'szß-wie „W. T. B.“ meldet, auf seiner 'Neéiskxna'sckh BeanHeiten der Oberste Ciyef des Palastes etJZg de Sotomay'é“ der Oberststaiimeister Marquis de 0 ina, Generalad-zk nt de BaIcaran, Kapitän zur See Balseiro, Flügeladjutit Zordana und der Minister des Aus- wärtigen Sanchez Namn. Landarbeitexdrangen, wie „W. T. B.“ aus Sevilla emeld-et wird, vx Hunger getrieben, an dom gcstrigcn arkttage in Ecia ein. Sie bemächtigten sich aller rßbaren Vorräte und ÖSEGLWLÖ der Händler, zerstörten die Buden und verbreitsten 1. dcm Orte (Mik.

Türkei.

Nachdem ri'Jrade vom Sonnabend das Ma baia des Ministerrixts ausAbic-kixrung der mazedonischen Finanz: kommission estäkigt hat, hat die Pforte heute? eine neue Note an dieB011chafter gerichtet, in dcr sir unter W'ederholung ir friiher geltend q(niachtcn Griinds auf ihrem bisherigen Starpimkt bklelt. Die Antwort der Pfortk ver: weist, „W. T, 3.“ znfolgc, auf das, waS bisher in Maze: donien geleistet )orden sei, insbesondere auf die Durchführung der Finanzklaus- drs Februarprogramms und dss ertikils 8 ch Mürzitcger Zrogramms. Das Réglemknt der Finanzen sei in AnwendungNas Ergcmiis sri Püriktlichkcii und Zichkrung der Zahlungsn. Die? Einführung neuer Elemente wäre eine Abänderuna ererkes und ein Eingriff in die Souveränitäts: rechte dcs SUltnS. Die Pforte sehr mit Bedauern dir Er- write'rmiq dor ()rcnzen des ursprünglichen Programms, die das W-*rk schädixcn und zu Unzuträglichkcitcn fuhrcn würde; sie müsse daher anf ihrem Widsrstand brharren und hoffe, daß die Mächte die Anielrgenheit endgültig aufgcbcn würden.

Die nach Hrifa führende Zweiglinie dcr Hcdjas- babdn ist gesterx, am Gsvurtstage des Sultans, eröffnet wor en.

Serbien.

. Die Skupschtina ist, „W. TB.“ zufolge, am 14. d. M. mdBe1grad eröffne“. worden und hat den Advokaten Nikola Nikolitsck) zum Präsidenten gewählt.

Schvedeu und Nomegen.

Der König 1121, „W. T. B.“ zufolge, am 14. d. M. die Regierung wieder übernommen.

Beide Kammern des schwedischen Reichstages hielten am Sonnabend kurze Sißungen ab. Die (HMH- enimürfe der Regierun , betriffend die Aufhebung der Reichs- akte und die Flagge rage, wurden einem Sonderausschuß überwiesen.

Der Sonderausschuss des schwedischen Reichs- tags hat, nach einer Meldung desselben Bureaus, obne Be- gründqu vorgeschlagc11, daß die ReichSakte aufgehoben und die chierung ermächtigt werde, Norwegen als selbständigen “Staat anzuerkennen. Ferner hat der Sonderausschuß empfohlen, den Re*gierungSe'ntWUtf, be- treffend die Entfernung des Umonrzeichens in der Rcichsflagge anzunehmen und den Wunsch ausgesprochen, _ daß dem Reichstag bald ein Entwurf zu einem vollständigen Gesch über die schwedische lagge vorgelegt werde.

Der fruher? s wedisch-norwegische Gesandte in Rom Thor vnn Ditten hat von der norwegischen Regierung die

Ermächtigung erhalten, nach Stockholm abzureisen, um mit

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dem Minister des Aeußern zu konferieren. Er trifft beute

früh in Stockholm ein. Amerika.

In Washington sind am Sonnabend, „W. T. B.“. zu- folge,Telegramme eingegan en, die anzetaten, daß'de'rKatser von Rußland und der aiser von Japan dix ihnen zu- gestelltenFriedenSvertragSurkunden unte'rzeichtiet und damit den Krieg offiziell beendet haben. Die Nachricht von der Unterzeichnung der Friedensvertrag-ZUrkunden wurde dem Staatssekretariat durch den russischenVoischafterBaron Rosen und den japanischen Gesandten Takabira mitgeteilt. Unmrttelbar darauf beauftragte das Staatssekretartat telegraph1sch den amerikanischen Gsichäftsträger in St. etersburg, das russische Ministerium des Aeußern davon in 6111111116 zu seßen, daß der Kaiser von Japan den Vertrag unterzeichnet habe.

Der Präsident Roosevelt Hat die russische Einladung zu einer zweiten Friedenskonferenz nach dem Haag angenommen.

Asien.

ka „W. T. B.“ zufolge meldet die „Times“ aus Tokio vom 15. Oktober, daß der nach Wladiwostok bestimmte amerikanische Dampfer „Centennial“ am 12. d. M. m, der Soyastraße von den Japanern beschlagnahmt worden ist.

Statistik und Volkswirtschaft.

Die deut e überseeische AuSwanderung im September 1905 "13 in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Es wurden befördert deutsche Auöwanderer im Monat September über 1905 1904

Bremen . . . . . . . . . 1343 1614 Hamburg . . . . . . . . . . . 771 771 deutsche Häfen zusammen . . . . . 2114 2385 fremde Häfen (soweit ermittelt) . . . 769 610

überhaupt . . . . . . 288.3 2959

Aus deutschen Häfen wurden im September 1905 neben dy 2114 deutschen Austderern noch 13 543 Angehörige fremda Staaten befördert, davon gingen über Bremen 9890, Hamburg 3658.

Die Sterblichkeit der Gesamtbevölkerung des preußischen Staats1904.

Preußen hat im Jahre 1904 365 495 (1903 370 341) männliche und 336 652 (337 609) weibliche, zusammen mithin 702147 (707 950) Personen durch den Tod verlorrn. Außerdem " wurden den Stanreébramten 22 506 (22165) Totgeborene mannlichen und 17 657 -(17 388) wciblickx-en Ges lechts gemeldet. Die Zableu des voraufgegangenen Berichtsjahres zeigen„ daß die Summe der Totgeborenen 1904 eine Zößere, die der Gestorben“! eine aeringere gewvrden ist. hne erücksichtigung der Totgeborenen beträgt die Sterbeztffer, auf 1000 m 1. Januar 1904 Lebende berechnet, für die Bevölkerung des preußi- schen Staats überhaupt 19,5 (19,9), für ibrrn männlichen Teil 20,5 (21,1) und für ihren weibl en 18,4 (18,7). Vergleicht man dieses Ergebnis mit dem der fr" eren Jahre bis 1875 rückwärts, vön wo ab infolge der Standeöamtöeinri tung eine einheitliche Berichterstattung und Verarbeitung der Nacbti ten über die Gestorbenen durchgeführtwurde, so zeigt 1902 die niedrigsten Sterbeziffern, bierna die günstigsten das Jahr 1904. Zwischen 1875 und 1904 traten für diem nn- liche Bevölkerung Schwankungen von 28 1 bis 20,5 ein, für die weib- liche yon 24,6 bis 18,2 und für die gesamte Bevölkerung von 26,8 bis 19,3 auf 1000 Einwohner.

Von den einzelnen Regierungsbezirken batte Aurich iu dc-xn beiden [kisten Berichtsjabren die günstigste Sterbeziffsr: 15,0 (15 5) auf 1000 Einwohner; ibm folgten für 1904 (1903) der Bezirk SchleSwi? . . . . . . . , . . . . . „mit 16,0 (16,6), Landesvoizeibezirk Berlin [Stadtkreis 16,6

06,1)! und Bezirk Lüneburg ..... . 16,2 (15,7-17,4),

16,3 (17,4),

Wiexbaden ............... . Hannovsr, Stade ............ . 16,7 (17,0-17,6), 16,8 (17,7),

Cassel . Osnabrück ............... . 17,0 (16,9), Minden . . .' ............. 17,2 (16,5), Köslin 17,7 (18,8), Hildecbeim, Düsseldorf 17 8 (18,7-17,s), Koblenz ................ 17,9 (19,3), Arnsberg 18,4 (18,2), Erfurt, Trier 18,9 (19,4-19,0), 19,2 (20,0).

Aacbkn . Für den Staat bxtrug diese Zahl ..... 19,5 (19,9). ......... mit 19,9 (21,5-20,6)-,

Ueber dem Staatsdurcbschnitt sieben Marienwerder, Cöln Potsdam (0an Charlottenburg, Schöneberg

und Nixdorf), Frankfurt ._ ...... . 20,0 (196-201), Posen ................. . 20,2 (21.6)- Magdeburg . 20,3 (19,7), Königrbzrg, Bromberg, Merseburg . . . . . 20,6 (22,6-229204), Stettin ................ . 2071212)- Stralsund ............... . 21,6 (22,9), Gumbinnen, Münster .......... . 21,7 (24,8-21,1). Sigmaringen 21,9 (21,3), Danzig, Liegnitz 22,6 (231-283), Oppeln ................ . 24,0 (24,1), Breslau ................ . 25,4 (25,1);

18 (17) Bezirke haben sonach eine höhere Sterblichkeit als der Staat im ganzen.

Auch im Jahre 1904 bat eine Verschiebung dieser Gruppe gegen das Vorjahr insoweit stattgefunden, als Aachen angescbieden und dafür Mazdeburg und Po16dam hinzugekommen sind.

Ferner haben sich im Vergleich mit dem Vorjabre die Sterb- ziffern in 10 Bezirken vergrößert, und zwar vom Tausend der mx

1. Januar 1904 Lebenden

in Minden ...... um 0,7 in Botsdam ..... um 0,4

. Magdeburg, Münster, . reslau ...... . 0, Sigmaringen . . . , 0,6 . Arnsberg, Merseburg . 0,2

. Berlin, Landespolizei- . Osnabrück 0,1 bezirk (u. Stadtkreis) . 0,5

dagegen in 26 Bexixkxn vermindert, und zwar:

in Oppeln, Düsseldorf, in Wiesbaden, Köklin . um Trier, Frankfurt . . . Lüneburg ......

. Hannover 0 . Stralsund

. Danzig,Steitin,Aurich, . Koblenz, Posen . Erfurt . Marienwerder . . .

. SchleSwig . Königsberg .....

. Cö1n, Liegnitz . . . . . Bromberg

. Aachen . - 08 . Gumbinnen

., Hildesheim, Stade

Infolge der hierdurch bedingten Aenderungen sieben der Landes- polizeibkzixk (und Stadtkreis) Berlin hinsichtlich günstiger (niedriger Sterbeziffern nicht mehr wie 1903 an 2. (und 3.), sondern an » (und 6.) Stelle.

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un] wirkende Kraft dem Künstler innewohnt,

Fkk die männliche Bevölkerung stellt fi wiederum im Regierungsbezirk Aurich die Sterbeziffex am günstigien; sie betrug „zmsjch nur 15,6 (16,2) _auf'1000 mannliche Einwohner. Günstig «scheint sie ferner fur mannltche Personen in denjenigen Regierungs- bezirken, welcbe untkr der für den Staat ermittelten VerbältniSzabl eblieben sind- Dczju gehören die Regierungsbezirk Schleßwig, 'neburg- Stade, Minden, OSnabrück, Caffel, Wiesbaden, Hannover, der LandeSpolizeibezirk (und der Siadtkreis) Berlin, die Bezirke jwesbeim, Koblenz, KöSlin, Düffkldorf, Arnsberg und Trier. Die jr den Staat ermitielte Sterbeziffer beträgt 20,5 (21,1). Die gleiche Sterbeziffer haben die Bezirke Erfurt und Aachen Höbrre Ver- bältniözablen zeigen die Regierungsbezirk Marienwerder, Potsdam, Magdeburg, Cöln, Frankfurt, Stettin, Merseburg, Münster, Königs- berg, Posen, Bromberg, Gumbinnen, Stralsund, Sigmaringen, Ziegniß, Danzig, Oppeln und Breslau, wo von 1000 Männern bis 97,6 (27,4) Personen gestorben sind.

Bezüglich der weiblichen Bevölkerung ist es gleichfaas der Regierungsbezirk Aurich, der die günstigste Sterbeziffer bat; sie be- trägt 14,3 (14,7) auf 1000 weibliche (Einwohner. Hinter die Sterbe- iffer des Staats treten mit noch niedrigeren VerbältniSz-Iblen der kondeSpolizeibezirk (und der Stadtkreis) Berlin, die Bezirke Wiesbaden, Schleswig, Lüneburg, Hannover, Stade, Casei, OZriabrück, Köslin, Düsseldorf, Minden, Koblenz, Erfurt, Hildesheim, Arnsberg und sachen. Die Sterbeziffer des Staats beträgt 18,4 (18,7). Ueber

der für den Staat ermittelten stehen die Bezirke Ziosen, Cöln, Trier,

Marienwerder, Fran furt, Potsdam, Bromberg,

burg, Merseburg, e

önigsberg, Magde-

tettin, Stralsund, SYmaringen, (Gumbinnen, Oanzi Lik niy, Münster, Oppeln und reslau. Hier stieg die („9le Ziffger bis 23,4 (LTL. , _ Eine Vergleichung der terbeztffer der Gesamtbevölkerung des Berichtsjabres in den Bezirken mit der des Vorjahres daselbst zeigt bei 26 eme geringere, bei 10 Bezirken eine höhere Sterblichkeit. (Stat. Korr.)

Bekanntlich hat der Reichsta in seiner leßten Si ungsperiode einkm von den Ab 9. Dr. Spa n, (Stöber und Dr. «(bädler ge- xeüten Antrage zugt 11mmt, wonach der Retcbskanzler ersucht wurde, dem-Reichsmg eine Denks cbrift über die für die Produktion, den Preis und den Vertrieb von Waren gebildeten Kartelle, Syndikate und Jnteressengenxeinscbaften vorzulegen, der die Vertragsbesiim- munen der Gejeilschaften angefüzt seien. Dieser Anregung ent

re end, ist zunächst eine Umfrage bei den Reqierungcxn der Einzel- Xaaten über die in DeutsZZand bestebénden Verbände qebalten und das hierdurch gewonnene * aierial durcb Schriftweäpsel mit den einzelnen Vereinioungen und sonstigen Intereffentcn ergänzt worden. Auf Grund dieser Vorarbeiten sol] dem Reichstage tunlichst schon bei seinem Zusammentreten der erste Tsil der Denk- Fhrift mitgeteilt werden, in dem eine statistische Ueb:rsicht über den miang der Verbandsbildung innerhalb des Reich§gebiets Yegeben wird und die Verträge der Verbände, soweit möglich, abgedru 1 sind. - Die mündlichen Erxquetemrbandlungen soilen auf die in der tapetenindustrie bestehenden Vereinigungen ausgedebnt werden, über die am 30. Nobember d. I. eine Besprechung ßattfinden wird. ferner ist eine Erörterung der durch die Tätigkeit der Spiritus- zentrale geschacTenen Verhältniffe für den Anfang des nächsten Jahres in Außsi t genommen.

„___.__

Zur Arbeiterbewegung.

Der Ausstand in der Berliner Elektrizitätßindusirie (vgl. Nr. 243 d. B1.) ist beendet. Nachd7m sich ,die Arbeiter- versammlungen am Freitag und Sonnabend für die Wiederaufnabrrxe der Arbeit erklärten, fand, wie „W. T. B.“ meldet, am Sonnabend die

'Schlußbesvreckoung zwischen den Vertretern der Elektrizitätsfirmen (AÜ-

emeine ElektrizitaLSaeselisckyaft, Siemens 11. Halske, AktienZeselUcbaft, i_md Hiemens-Scbuckert-Werke) und den Obmännern d*r Ar eiterausscbuffe Fit. Die Obmänner teilten mit, daß die Schraubendreher und gerarbeiier bereit seien die Arbeit zu den vor dem Streik ange- botenen Bedingungen aukxunebmen. Darau_f wurde über die Wieder- aufnahme folgendes festgestellt: 1) die mannlichen Schraubendreher des Wernerwerkes erhalten die im Protokvll des Arbeiterrates niedergelegten Akkordsäße, '2) die Lagerarbeiter des Kabelwerks Oberspree und der Automobilfabrik erhalten vom Tag; bis Wieder- |ntritts gleichfalls die vor Ausbruch des Streiks bewilligten Lohn- !äye, 3) die drei Firmen beginnen am 16. Oktober Morgens mit

der Wiedereröffnung der Betriebe und Annahme der Arbeiter, 4) die ; werden von der heutigen W1ffcnscha1t nicbt mcbr ernst genommen,

BetrikaVLrbältniffe wieder angenommen, sodaß die Einsteiiung der ) wie z' B' die dahin *iklénde AUÉWUW (Mr Wandkriß-élei, in der

fremden Arbeiter tunlichst erst erfolgt, nachdem die bikher beschäftigten .

bisher beschäftigt geWesenen Arbeiter werden nach Maßxabe der

wieder untergebracht sind. Die Arbeitßniederlegung und Arbeitsvrr- weigerung folien der Wiederaufnahme nicht entgegenstehen., Eine Be- lästigung der während des Ausstandes in der Arbeit verbliebenen oder neu Zingxireienen Arbeiter ist unzulässig und gilt als Entlassungs- grun ,

daß die

wieder aufnehmen. - Der Verband Berliner Metall- industrieller ließ am Sonnabend in allen zum Verbande ge- erigen Fabriken und Werkstätten folgende Bekannjmachung an-

agen:

.Der Beschluß vom 5. d. M., die Fabriken beute zu schließen, -

Wird hierdurch aufgehoben. Berlin, den 14. Oktober 1905. ' Verband Berliner Metalltndusirieller.“

„W. T. B." zufolge, in einer am Freitag abgebqltenen Ver- iiuöimlung beschlossen, am heutigen Montag die Arbeit wieder aufzu- ue men

. Kunst und Wissenschaft.

Berlin kleine Böcklinausstellungen stattxZefunden, aber selten “"e von solcber Vielseitigkeit wie die gegenwärt e aus der Samm- ling des Freiherrn von Heyl in Darm tadt. Meist waren MWE grOße Haupttverke, die bier schon mehrfach zur Aus- WUUL gelangt und dem Berliner Publikum gut bekannt waren. „0 wertvoll es ist, auch solche Werke von Zeit zu Zeit l"edkkiuseben, vor ihrem Farbenzauber und ihrer Empfindungs- ? LU fühlen, welch unmittelbare, immer wieder neu auf die jedes nm!)

1! ireu festgehaltene Erinnerungsbild verdunkelt, noch wertvoller

isi es doch, ihn in noch unbekannteren Arbeiten „wieder neu kennen zu , ernen, ihn sich gleichsam in diesen Arbeiten wieder neu zu erobern. . enn das wird uns v„or solchen neuen Werkxn klar werden, da der L "gang zu Böcklin nicht so leicht und so emsacb ist, wie es cute ; Unchem dünkt, da er, wie jede große Persönlichkeit, in jeder Aeuße- ; "ung wieder überraßcbend wirkt und von dem Befchauer das lauterste ;

Entiikgenkommen, die vollsie Hingebung verlangt. Erst dann wird

der unermeßli e Reichtum der ihm tros aller Stimmen, die sich ;

beute dage en erbe en, innewo nt, voll offenbaren.

Der ert dieser Heylscben Sammlung besteht nun gerade darin, "*

daß sie uns eine ro e Reibe solcher Bilder, mit denen wir weniger

FUNK sind, vor übkt. Die SchaffenSzeit, in der „e entstanden sind, W111!) über 24 Jahre aus, sie reicht von 1864 19 1888, und um-

Fßt damit die Jahre vollster Kraft und reichsten Schaffens. die öck11n beschieden waren.

an ! das dUkch ., .

Über [“Mich zart schildert er ihn in dem „Liebesfrubling , der aus '" “bre 1868 stammt. Er ist in den etwas blassen, gedampften

FUN" gehalten, die dem Meister in jener frühen Zeit eigen waren.

Ü Anfsrs

Mit immer wiederholter Freude und un-

"“Il“ li ib d " lin ; es ist wie ein Grund- Ü votivch ck" Le e schiKeertMebkkahH-„ruéeinegr Bilder bindurchklingt. ;

Aber da! Sonni e, Blüteniker cbüikék? kommt wpndexbar Wk Gel- tung. Wie voüeßret in Auödrxxck und Bewegung ist die GZ'WÜ dk“ JüngianS, der, die Zweige außeinanrerbiegend- aus OLM Vlut'enbaum bekanSt itt! Von unzemeiner Zartheit ist es auch, Wi,? fich kl? hkk" rosigen Körperchen der Putten yon dem znathlauen Htmwel gbbeben. In dem kleinen Temperabildcben „Frubltxigsstimmung klingt das Jaucbzen der beiden Menschen wie ein' Naturlaut in den aligemeinen Jubel mit, bricht übermuttF ungebändigt" qu! voiler Brust. Die beiden luftwandeinren rauen im Frublmg sck)_Udern wieder mehr das webmutévoll Bsrbaltrne Links tiaumeriscben FcübiinZSab-ends. In dem Bilde ,Jkallenis?! Villa im Frühling“ ist der Gegensaß des Sirkngerz mit dern Lie - lichen Wunderbar betont: die strenge" architektonijchen Ltmen_de3 Gebäudes, das Düster der unbeweglichen 3122211911 zu dem uber- qusilxnden Reichtum an Blüten, den der Boden bersibt, und dsm (Glanz des Himmels. Zum Schluß aus der späten Zeit kommt 31051) das aligemem bekannteGemälde „Sieb, es lacht die Au',_etne Erinnerung an San Domenico, in der der alternde Meister 1316 Umgkbung der Blumenstadt im Frühling schildert. Es ist ihm em immer neues Wunder, das darzustellen er nicht müde werden kann, dessen unrukwolle Seli keit immer neuen SchaffenSdrang in ibm weckt.

. nter den Gemälden der Hevlscben Sammlung befinden fich TUch eme Anzahl der bekannteren Werke von Böckiin. Unter ihnen Und besonders ,PrometbeuS' und die „Villa am Meer" bervorzizbeben; bxides spätere Fassungen gleichnamigkr Bilder, von MM kk Skioddkks die „Villa am Meer" zu wiederhoiten Malkn behandelt hat. Das bier außgesicllte Werk ist vor aUem großartig in dsr düsterem, nächt- lichen Stimmung. Ein Zug von Raben umfiattert das Gebäude, die schwarzen Zypressen stehen regloS, wle vrrsteinerx, am dunklen Horizont blixzt ein leßter, Wk leuchtender Ytreifen auf, dessen Widerschein auf ein Stück des _iJ Dammern liegenden Gemäusrs fälit. Der Himmel ist von zerrtmenen Wolken bedeckt. Die ganze dichterische Kraft des Meisters offexibari sich in dieser Schilderung. Jm .PrometbeuS' fessslt die macbWoll b:banrelte Gebirgkiwelt. Eine der interessantesten Arbeiten ist vielleicht das „Selbstbildnis', das Ende der iebziger Jahre entstanden ist- Der Meister hat hier der Arber feiner; fixieren Sinn zu (Grunde gelegt, wie in seinem Sglbstbildms mit dem ßedelnd-cn Tod, das in der Nationalgalerie bangt; aber aus der ein- gehen Darnellyng, die er gibt, spricht für den Vesrbauer doch auch bier etwas Tiefes und Großes. Das energiebolle Gesicht scheint über das Treiben der Menschen fortzublicken in eine eigenx Welt, in den Augen likgt etwas wunderbar Seberiscbes. Enze Erlauterung iit bier zmnötig, diese Persönlichkeit „ist aus dem Alita lichen berauSgsboben; jeder muß empfinden, daß sie Dinge hört und 951, die'anderén v€r- borgen sind. So ist dies schlichte, kraftvolie Selbstbildnis Von einem ganz besonderen Zaubcr umwoben. ,

Zum Subluß sei noch kurz eine Bemerkung über,):ie langsame Asndkrung der Technik Böcklins in diesen 24Iabren seines Schaffens Zemacbt. In der ersten Zeit sind seine Farben_eigentümlich zart und

laß. Der „Lisbesfrübling' wurde schon erwahnt; ganz besonders charakteristisch. ist aber auch die „Geburt der Venuß', dies eigen- tümlich herbe Bild, das doch voll Lieblicbkeit isi. Vorbsrricbend sind bier zwei Töne, weiß und bkau, das Blau dreimal wiederbolt, im Meer, im Schleier, im Himmel, dagegen fast kalt abgeseßt das Weiß der Körper. Wenige ngrefpäter ist er zu derFarbenfreudigkeit clangt,dic in .Euterpe“ übcrrmcht, dem beherzten und sicbx'ren ZuixaMnensielien starker und leuchtender Töne, dem kräftigen Blau, Rot und Grün. „Sturm am Meer“, „Vilia am Meer“, .Flötende Nymphe?“ zrigen den ganzen Reichtum Weicher, tiefer Nuancen, die er beherrscht und denen bei aller Gedämpfkbeit nie die warme Leuchtkraft fsblt. Aus drr [eytsn int stammen „Sieb, es lacht dir- Au“ und ,DieEHeim- kebr'. Besonders in dem letzteren ist bei aller Schönheit der inzel- heiten der Eindruck des Ganzen nicht Von jener hoben Einheit wie bei der Werken aus früherer Zeit. Aber Kraft der Stimmung und tiefe Poesie offenbaren auch in diesem Werk den ganzen Reichtum Von Böcklins Natur.

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Christliche Altertümer aus Pompeji. Jn Archäologen- kreisen ist manchmal die Frage aufgeworfen worden, ob sich bei den ergiebigsn Außgrabungen in Pompeji und drm gleicbfalis von der Asche dss Vesuvausbrucbs (79 11. Chr.) bgdkckten Nachbargebiet keinerlei Zeugnisse für die Aukbreiturg des Christentums gefunden haben, da es doch als sicher gelten muß, daß auch 1'1 Campanien während der zweiten Hälfte des ersten Jabrbunderts dcr nrue Glaube Anhänger zu finden begann. Einzelne Versuche, chriitlich€'.1111eriüu1er dort nach- zuweisen, bei denen der Wunsch der Vawr des Gsdankens war,

man mit Hilfe einer lebhaften Einbildungskraft ein Kreuz erkennen odrr die Annahme, daß die Mosqikdarsteliung eines auf der Schweüe Lines pompxjanijcben Hauses auf einer) chrisilichen Besitzer hinweise, Mil der Anker bei den ersten Christen wohl auch als Ecsaßsymbol für das yerpönte Kreuz gedient

wvlltk,

die erschienenen Vertreter der Arbeiterausschüfie erklärten, habe. In den leyten Monaten ist jsdocb, wie die „Köln. Ztg.“ mitreiit,

rbeiter unter den vorkezkicbneten Bedingungen die Arbeit ; achtung schenken muß, und der wenigstens Von einem italienischen

ein Fund gemacht worden, dem man nacb dieser Richtung größere Be-

Archäologsn als ein unzweifekbaftes Denkmal christlichen Glaubens im

, pompejanischen Grbiet angesehen wird. Es ist der Professor Antonio

Sogliano, Direktor des Faliskermuseums zu Rom, ,der darüber in einem Brief an das „(Giornale d'Itaiia“ brricbtst. Die Fundstätte ist eine antike Villa am Abhang des Veiuvs bci Boscotrecase nordwestlich

; von Pomprji; dort isi zwischen der Aschen- mid Ravilienscbicbt über

dem Peristyl eines Hauses, d. 1). an der Steiic des ehemaligen Ober-

; gesckwsses, eine der kleinen Lampen aus rotem gebranntem To.: aus- Die Textilarbeiter von Reichenbach (Schlesien) haben, 5

gegraben worden, wie sie im pompejaniscben Hauskat so häufig vor. kommen. Sie unterscheidc't sich yon den zahlrei en übrigen Lämpchen

aber dadurch, daß fie keine von den _sonst ü lichen antiken Bild- * verzierungen zLigt, sondern ein kreuzsö miges Monogramm, von “' Efeu umgeben. x chr1stliche Symbol und Verseßt den Fund, 5 auch sicher mit

7.4. Zu wiederholten Malen haben in den leßten Jahren in -

erkennt darin mit Bestimmtheit das seiner Lage gemäß . _ Recht, in die Zeit . der Verschärfung Pompxjrs, wahrend er die Möglichkeit ausschließt, daß die Lampe in spaterer Zeit an den Fundplav gelangt sein könnte. So weit kann man dem Gelehrten wohl kaum wide.sprechen. Nicht unbedingt überzeugend ist aber seine weiters Folgerung, daß das mit dem Kreuz escbmückte Lämpchen Besiß eines ch1istlichen Sklaven des Villen- cfiyers gewesen sei, der an diesem [Licht zu verbergenden Gegenstand das Symbol der damals noch verfolgten neuen Religion verehrt babe. Wahrscheinlich ist dies wohl, aber als unwiderleglicher Beweis für die Anwesenheit von_Bekcnnern des Christentums in urid um Pompeji kagn das eine Lampiben mit dem Kreuz dock) noch nicht gelten. Es mußten noch andere Belege hinzukommen.

Sogliano

Gesicudheitsweseu, Tierkrankheiten jmd Absperrungs- maßregeln.

Türkei.

_ Der i_xiternaiionale GesundbrilSrat in Konstantinopel bat die fur Herkunfte von Port Said, Damiette und Aden an- geordneten Quarantänemaßregeln wieder auf eboben.

Ferner hat der GesundbritSrat die für Herkünfte von Ale andrien . an eordnete 48stündige Beobaehtun auf 2,4 tunden erm ßigt. Die sonstigen, früher für derart ge Her- kunfte verfugten Maßregeln bleiben in Kraft- (Vgl. .R.-Anz.' vom 12.d YYY“) 8. und 18. v. M. sowie 6. d. M. Nr. 162, 212, 220 un .

Verkehrsnustalten.

_ Näcbsie Postverbindung nacb Swakopmund und Luderißbucbt für Briefsendungen mit en lischem Dampfer über Kapstadt, ab Southampton am 21. Okto er, in Kapstadt

, währte.

am 7. November, von da weiter mit nächster Gelegenheit. Leske Beförderungen am 20. Oktober ab Cöln 6,1 Nachmittags, ab Ober- hausen 7.2.4 Rachmtitags, ab Berlin Schlesischer Bahnhof 11,24 Vormittags. Die nachste Post aus Swakopmund, Abganz am 26. September, tft zu erwarten am 22. Oktober.

Die eanadiscbePosivcrwaltung brfördert don Anfana Ok- tober bt? Ende Mai [den Jahres nach denjenigen Orten im Y.:kon Territorium, die über den Endpunkt der Eisrnbabn nach White Horse binaxis gelegen sind, wie Dawson, Cldoxado, Eureka, Klondike u. a. nur Briefe„Postkartxn, einzelne Nummern von Zeitungen und periodischen Zettschriften sowie Drucksachen aller Art mit Auönabme von Büchern, Katalogen und Zirkularen. Diebierizacb nicht zugrlaffenen Postsendungen nach dem worerwäbntm Gebiet durfen dabxr nur während der Sommermonate Juni bis Sep- tember abgeschickt werdrn.

Der Senat von Hamburg richtete an die Bürgerschaft erneut den Axitrag, betreffend den Bau und Betrieb bon elekrrischen Stadt- und Vorortbabnen. 'Nach dem nunmehr zur GéUkbmi- (111119 vorgklegten Vertrage sind. wre „W. T B.“ meldet, die Firmen Siemens 11. Halske nnd die Allgemsine Elektrizitäts eseiiscbaft bkreit, den Bau dsr Bahnen für 41143 600 „ji zu Überneren. Die nkue VerbixxdiinÉsirasze zwischen dem ?auptbabnbof und dem Rathause forms der Börse, die im Zusammen ang mit dem Bahnbau bergesirlii wrrdZn 1011, soll mit Rücksicht auf das Verkehrsintcresse und aus sanitaren Gründen 29 m breit wsrden.

Die Eisenbabniariikontrolle in den Vereinigten Staaten bon Amerika.

Mit der Botscbxft Vom 6. Dezrmber v. J. batte die Regierung der ersintgt-n Staaten Von Amerika den Kampf gkgkn die Miß- brauch: dsr Eisxnbabntarifvolitik eröff_net_. Die Regierung war der Absicht, daß bezusltch dEr Eisenbahngeieüicbaftrn Vor allem ein Geskx nottg )*.i, „welches d_e_r 11116er810 S0wwsr00 (1011101155101) dle Mcht erteilt,_Fracht1a_13e [Md Vorschriften zu revidieren Und den rxvidierten S«1Ze_n_sowrtige Gültigkeii beizulegen, unter der Be- dtrzzyng, das; sie wakrc Von de_n Errichten aufgehoben werden können. Dte1e Botscbaxt war der Anstoß zu der .Esch-Townßend Railroad NYS BtÜ', die in der [eßten Sesfion drs 58. Kongreffes vom Re- vrasentantenbruse angerymmrn, aber vom Senate abgclrbnt wurde. Der Srnat beanstrazte am 2. März d. I. das „(3011111311109 ok 111501-515310 00mm0r00“ mit der Prüfun einer ges? lichen Neu- regelunr dex Staatskontrokle über die Eisen abntariie. bezirk] war eiii Ge)eß ms Augßaefaßt, Welches die Tnbsrgrats 000103ng (2010- 10153101) 'zur Friisexzung von Tarifen bewokimäcbtigen solite. Das Komttee hat. Vom 17. April d. I. bis Ende Mai Sißungen abgehalten und die Ansichten vielrr Farbmänner entgrgengenommen. Das Protykol], welches auch für deutsche FachmännSr viel Inter- essantes _btoten _dürfte (bkmerkCUSwért isi besonders die Darst€11ung der deuticbcn Ct'enbabÜarifpoliTik in dym Vortrage dcs Profkffors Me'ykr Von der Univsrfität in Chicago) ist nunmehr in drr Regie- rungskruckrrct in Druck geiest und den MitgliSdern dss Senats zugesteUt worden. Das Refultat Der Untersuckpungsn ist anders aus- Ke'alien, als die Fördsrer des Gedankens wobl erwartet batten. Das

omttee hat sich gegen 1308 Projekt auSgeiprocben, der 1vrch2r312v0 (301111116106 0011100155100 die Befugnis zur Festseßung ker Fracht- usw. Says zu geben. Unter den Gründen, die es dagegen geltend macht, find„berdorzubeben: Gerinßfügigkeit der Klagkn; Ueberbürdung der KommUsion durch eine so ungeheure Auf abe; Einfluß einer s01chen YTßrergel auf den Marktwert der Eisenbaßnpapiere; konstitutionelle e en (sn.

Theater und Musik.

Theater des Westens.

Im Theater des Wésikns gab es am Sonnabend eine Neu- einstudierung dcr .Zanberflöte', die im großsn und ganzen den Eindruck bintsrltsß, daß _man mit Sorgfalt und künstlerischem Ernst an dte'Bewältt-JUJJ der 1117128an Auf,;abe berangrtreten war. Wenn die solntischen Krafie, 11er die das Theater in der Kantstraße ver- fügt, s1ch auch sicherer imd frsiec auf dem Boden der Oprretté u::d Syielvvér ÖSWSJSU, so muß es um „so mehr anerkannt werden, daß sich die Mehrzahl der Sänger trotzdem in drn scbwierigk-ren Aufgabrn, die xm Synnabend an sie? bsrantraten, be- Herr Stammrr _115111e dkn Sarasin» schlicht und würdig dar, während Hör; Hanika ais Tamino durch seine schönen Stimmittel uxid_ icin naiürlicbks Svixl sympathisch wirkte. Am glück1ichsten €k1ch1€11 die Vkrkörpekung des Papageno durch Herrn (Gaßler, der, obne inUcbcrtrxibung-Zn zu vsrfallen, dxn [uiii “,n Vogel- fänger mit trcuberzigem Humor darstellte. In kleineren oüen Vér- dienen Erwähnung die Herren Barak (Sprecher) und Pohl (Monosiaios). Lima Dwningrr erfreute ais P.!VIZSKJ, wie stets, durch die Frische ibrthemperamenWolirn Spiels und den Reiz ihrer Sximme. Jenny Ft'cber, die in der Opsrette so tüchtige Dar- stellerin, brmübte sich in' der Rolle drr Pamina, für die sie aber ganz und, gar ntcht geeignei erscheint, während ("115 Marv Ruzek m11 dsr Partie d-“r Königin der Nacht erfolg- reicher abmnd. Die eriie Arie glückte ihr so ar überraschend gut. Die dredDamen wurden von stimmbeaÖtrn Barsteilerinnm, Roxy King, Tyekla, Hantg und Florcncx Wickbam, recht anerkennenswert gesun “'".“ Die drei Knaben (Jojrfine Grünwald, Mini Haserkorn und izzi _Hasal) aenügten. Das Orchester spielte unter Kapell- meisi'er Sangers sicherxr Lciiung musikalisch frisch und mit der teßbnßschten Sauberkeit, dre der fein ziselierte Mozartscbe Orchestersay er or er.

Im Könialichen Overnbause wird morgen, Dienstag, „Marion“ von Masssnet mit Fräulein Farrar in der Titsirolle wieder- boit. An' Stelie des erkrankten Fräuleins Dietrich fingt Frau Lieban- Globig die Rolle der Pouffette. In den übrigen Hauptrollen sind die Damen Dees und Parbs, sowie die Herren Naval, Hoffmann, Bachmann, Ziebart und Krasa beschäftigt. Im Ballett des 3. Auf- zugs tanzt Fraulem Dell'Eca.

Jm Königlichen Schauspielhause wird morgen, Dienstag, „Wilhelm Tell“ mit Herrn Matkowkky als Teil aufgeführt. Im übrigen lautet die Beseßung: (Heßler: Hrrr Grube: Attin hausen: Herr Ludwig; Stauffacher: Herr Kraußneck; MelchtbaY: Herr Christians; Rudenz: Herr Staegkmann; Armgart: Frau Poppe; Hedwig: Frau Buße; Gertrud: Fräulein Lindner; Bertha: Frau Arndt.

Die (EröffnungSvorsieÜuné; des Deutséen Theaters findet am näxbsten DonnerstaÉ ?! ends 7 Uhr, tatt; mit Beginn der Ouderture werden die aaltüren geschlossen. Der Spikiplan ge- sialtétsich, wie fqlgt: am Freitag, Sonntag und am darauf folgenden Montag und Dienstag wird .Kätbchxn von Heilbronn" wiederholt, am Sonngbend wird .Elektra', mit Gertrud Eysoldt und Rosa Bertens in den Hauptrollen, gespielt. Die für die Eröffnungs- vorstellung,_die erste Wiederholung und -die Vorstellung am Sonntag bereits geiöjten Billette behalten ihre Gültigkeit.

Im Berliner Theater beginnen die Vorstellun en, vielfachen Wünschen des Publikums entsprechend, wieder wie frühe? um 7? Uhr statt um 8 Uhr. '

Im Theater des Westens wird morgen, Dienstag, „Dit Zauberftötx' zum ersien Male wiederholt. Fraulein Stöller ist von ihrer Unpaßliebkeit genesen und wird morgen zum ersten Male die Königin der Nacht singen.