1885 / 28 p. 2 (Deutscher Reichsanzeiger, Mon, 02 Feb 1885 18:00:01 GMT) scan diff

- e eniwu über die Veräußerung und othekarisxhx Ve- ?sßußjg vonfförundftücken im Geltungsbexei des Rheinischen Rechts. _ Mündliche Veri te der Kommtsfion far die Ge- schäftsordnung 1) über die rage: ob das Mandat des A . Pr. von Cuny durch die Ernennung deffelben zum Mitglie der Hauptverwaltun der Staatsschulden erloschxn sei; 2) über die Frage: ob das andat des Abg.1)r. Delbrück durch dessen Ernennung zum außerordentlichen Professor ohne Gehalt er-

loschen sei.

Bekanntmachung,

Nach Vorschrift des Gesetzes vom 10. April 1872 (Ges.-Samml. S. 357) find bekannt gemacht:

1) die Allerböchste Konzesfions-Urkunde vom 25. Juli 1884, betreffend den Bau und Bctrieb einer Eis_enbabn von Königsberg nacb Cranz durch die Königsberg-Crayzer Eisenbahngeseüfchast, durch das Amtsblajt der Königlichen Regierung zu Königsberg Nr. 52 S. 331 bis 336, ausgegeben den 25. Dezember 1884;

2) der Allerhöchste Erlaß voni 18. Oktober 1884, betreffend die Eerbung 'der zur Einrichtung eines neuen Artillerie-Schießplaßes bei Gruppe erforderlicben Grundstücke im Wege der Enteignung, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Marienwerder, Jahrgang 1885 Nr. 2 S. 9, ausgeaeben den 15, Januar 1885;

3) der unterm_24. „November 1884 AUerhöchst voUzogene Nach- trag zum Staiut fur dix Txeuielde-Laskier Cnt- und Bewäfferungs- gmoffenscbaft m den Kreiien Mogilno und Sébubin vom 3. Mai 1880 durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Bromberg, Jahrgang 1885 Nr. ], Extrabeilage, ausgegeben den 2. Januar 1885;

4) der Allerhöchste (Erlaß vom 26. Nobembrr 1884, betreffend 'die Verleihung dxs Rechts zur Cbauffeegelderbebung an den Kreis Jerichow [ für die Chauffeen: 1) von Leißkau über Pröbel, Groß- Lübs, Klein-Lübs, Gehrden und Güterglück bis zur Kreisgrenze in der Richtung auf Zerbst, 2) von Görzke über Dahlen, Gräben und Wollin bis Grüningen, 3) von Calenberge über Louisentbal und Prester bis zum Cracauer Fort einschließlich der Strecke von der Randauer Fähre bis zum Calenberger Wege im Anschluß an die von Magdeburg bis zu dem genannten Fort führende gepflasterte Straße, durcb das Amtsblattder Königlichen Regierung zu Magdeburg Nr. 51 S. 455, ausgegeben

den 20. Dezember 1884;

5) der Allerhöchste Erlaß vom 1. Dezember 1884, betreffend die Verleihung des Reckots zur Cbauffeegelderbebung an din Kreis Oschersleben für die Cbauffxe von Aderstedt nacb Schlanstedt. durcb das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg Nr. 52 “S. 463, ausgegeben den 27. Dezember 1884;

6) der Allerhöchste Erlaß vom 3. Dezember 1884, betreffend die Herabsetzung des Zinsfußes . der von der, Stadtgemeinde Aachen auf Grund des Alierböcbsten Privilegiums vom 28. November 1877 aufgenommenen Anleihe von vier und einhalb auf vier Prozent, durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Aachen, Jahrgang 1885 Nr. 1 S. 1, ausgegeben den 8. Januar 1885;

7) das Allerhöchste Privilegium vom 10. Dezember 1884 wegen Ausfertigung auf den Inhaber lautender Anleihescbeine der Stadt Siegen im Betrage von 900 000 „46 durch das Amtsblait der Königlichen Reézierung zu Arnsberg, Jahrgang 1885 Nr. 3 S. 17 bis 19, ausgege en den 17. Zamzar 1885;

,8) das Allerböcbste Privilegtum Vom 15. Dezember 1884 wegen Emission vzon 8560000 «(» vierprozentiger Prioritäts-Obligationen dex Holsteimschey Marscbbabngeiellscbait durch das Amtsblatt der Koniglicben Reßterung zu Schleswig, Jahrgang 1885 Nr. 4 S. 79 bis 82, ausgege en den 17. Januar 1885;

9) der Allerböcbfte Erlaß vom 17.Dezember 1884, betreffend die Verlangerung der Vaufrist für die Zweigbahn von Kaltenkirchen nach dem .SHimmelmoor durch das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu chleswig, Jahrgang 1885 Nr. 4 S. 82, auSgegeben, den 17. Januar 1885 -

10) das Alleiböckofie Privilegium vom 17.*Dezember 1884 Wegen

eveniueller Ausfertigung auf den Inhaber lautender Anleihesibeine der Stadtgemeinde Reinerz bis zum Betrage von 530000 „44 Reichs- wäbrung durcb das Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Bresl1a81F5Jabrgang 1885 Nr. 2 S. 7 bis 9, ausgegeben den 9. Ja- nuar .

Bekanntmachung.

Bei dem, am 3. d. M. im Königlichen Opernbause stattfindenden

Subscriptionsball ist d 1) die Anfahrt dequgen nur von den Linden aus gestattet un zwar

am Haupteingange (Thür Nr. 1) der Universität gegenüber

und an der Thür Nr. 3 (am Opernplajz).

2) .Die Abfahrt findet statt:

3, vom Hau'pteingan'ge Nr.1 nach der Schlsßbrüeke und nach den Linden zu (dieWagcn haben fich vor dem Opern- bause, Front nack) demselben, aufzustellen),

b, von der Thür Nr. 3 nacb den Linden zu (die Wagen hgben sich auf dem gepflasterten Theile des Opernplaßes

, bts zur Behrenstraße bin aufzustellen.

Dtc Eröffnung des Hauses erfolgt um 73Ubr; ein frühe- res Anfahren der Wagen würde zvxccklos sein. Die Wageninbaber zverden zugleich etsucht„ dic Anibeiiung Wegen des Wiederabbolens 2c. ihren Kutschern schon vor der Anfahrt zu geben, damit die Vor- ;ahrtßer folgenden Wagen dadurch nicht behindert und aufgehal- en ww .

Berlin, den 2. Februar 1885.

öniglicbes Polizei-Präsidium.

von Madai.

Bekanntmachung

wegen AuSreichung der neuen Zinsicbeine zu derStaats- anleibe der vormals Freien Stadt Frankfurt am Main vom 30. November 1848.

Die Zinsscheirze zu den Schuldberscbreibungen der vorbezeichneten Staaisanleibe Reibe 11 Nr. 1_8. wovon Reihe 11 Nr. 1 am 1. Oktober 1885 fallig wird, nebstZinsscheinanweisungen Werden vom 15. März “*.*?“ an von. der Königlichen Kreiskasse in Frankfurt a. M. währenb der ublichezi Dienststunden ausgereicht.

Diese Zinssckxtne können auch durch die Königlichen Regierungs- Hauptkasien,„ sowie durch die Königlichen Bezirks-Hauptkaffen in Hannover, Luneburg und Osnabrück bezogen werden.

Beim Bezug der neuen Zinsscheine sind von dem Eigentbümer oder dessen Bea'uitr'agten die alten insicheinanweisungen mit einem doppelten Perzxichxtiffe an die betre rnde Kaffe einzureichen. _ Das eine Verzeichnis; wird, mit einer Empfangsbeicheinigung versehen, sogleich zuruckgegebenq und ist bei Aushändigung der neuen Zinsscbeine wieder abzuliefern; ubex die ne'uen Zinsscbeine und Zinsscheinanwei- sungen hat deren Cmpfanger Qaittung zu geben. Formulare zu diesen Verzeickoniffexx sind bei den genannten Kaffen unentgeltlich zu haben

Der Einreichung der Schuldverschreibungen bedarf es zur Er- langung der neuen Zinsscbeine nur dann, wenn die alten Zinsschein- anweisungen abhanden gekommen sind; in diesem Falle sind die be- treffenden Dbkumente an das Königliche Regierungs-Präsidium in Wiesbaden tmttelst besonderer Eingabe einzureichen.

Die entstehenden Portokosten haben die Empfänger der neuen ;,Zinsscbeine zu tragen.

Wiesbaden, den 23. Januar 1885.

Der Regierungs-Präfident. In Vertretung: de la Croix.

Bekanntmachungen auf Grund des Reichsgeseßes vom 21. Oktober 1878.

Au Grund des §. 12 des Reichs eseßes gegen die gemein- gesährli n Bestrebungen der Sozia demokratie vom 21. Ok- tyber 1878 wird hierdurch zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Nr. 238 der periodischen Druckschrift: „Münche- ner Extrablatt und Gerichtözeitung“, ferner die Nr.4 der periodischen Druckschrift „Harzer Post“, beide in Verlag und Redaktion von Dr. Bruno Schönlank, Druck von M._C'rn| in München, sowie das fernere Erscheinen diei er beiden Druckschri ten, gemäß §. 11 des gedachten Geseßes Seitens der unterzei neten Landes-Polizeibehörde verboten worden ist.

,München, den 29. Januar 1885.

Kömgliche Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern. Freiherr von Pfeufer.

Yiehtamtliches. Deutsches Reick).

„Preußen. Berlin, 2. Februar. Se. Majestät der thsxr und König empfingen gestern den Fürsten Hemm!) 117. Neuß-Köftriß, die Präsidien des Herren; und des Abgeqrdnetenhauses, sowie den Kammerherrn von Roeder, welcher die Orden des verstorbenen Generals der Infanterie und Gesandten a. D. von Roeder zurückreichen durfte.

Heute nghmen Se. Majestät militärische Meldungen ent- gegen imd hörten den Vortrag des Wirklichen Gehsimeu Raths von Wilmowski.

_ Ihre Majestät die Kaiserin und Königin wohrxte gestexn dem Gottesdienst in der Kapeüe des Augusta- Hospttals bei. ,

, DaHz Fam1liendiner fand bei den Kaiserlichen Majestäten im Palais statt.

, ?_Den Kawmexherrendienst bei Ihrer Majestät der Kaiserin imd Königin haben die Königlichen Kammerh-x-rren Graf Brühl und Graf Hobenthal übernommen.

_ JiweKaiserlichen und Königlichen Hoheiten der Kronprinz und bw Kronprinzessinfnhren gestern Voxmiitgg 11 _Uhr_ mn JÜL'LU Königlichen Hoheiten den Prmzeism nen Vtctoriß, Sophie und Margarethe nach Potsdam, grqtultrten dort zunachst Ihrer Königlichen Hoheit der Herzogin Wilhelm von Mecklenburg-Scbwerin zum Geburtstage, nahmen dann 111 Bornstedt das Frühstück ein und kehrten um 3 Uhr nach 1ZZerlZnUzlzxrübck. 5

m " x ega en «ich die Kronprinzlichen err aten zum Fam1l1endmer zu Ihren Majestäten. H W f

_ Am Sonnabend der verflossenen Woche hielt der Bundesrath unter dem: Vorsiß des Staats-Ministers, Staatssekretärs des Innern von Boetticher eine Plenarsitzung ab. Die Vorlage, betreffend den Abschluß eines Ausliefe- rungsvertrag'es zwxschen dem Reiche und Rußland, wurde dem Ausschuß für Justtzwesen überwiesen. Der Entwurf eine?, Geießes wegen Aba deryng des Zolltarifgeseßes vom 15. Juli 1879 gelangte zur urcbberathung und im Wesentlichen nach den von den Ausschüssen für ZolL- und Steuerwesen und für Handxl und Gewerbe gemachten Vorschlägen zur Annahme. Endltch_wurde über eine Vorlage, betreffend eine Ergänzung dess ßZiie1chshaushalis fü? das Etatsjahr 1885/86, Beschluß ge a . -

_ 'DerSchlußbericht über die vorgestrige Sißung des Reichstages befindet fich in der Ersten Bsilage.

_ Bei der El) eich'ei 13 un g s klag e des verleßten Ehegatten wegen, fortgeseßter Mr_ßhan 1) [U n g en können, nach einem Urthetl 59,3 R'e i ck €- J e rt ck t s, 111. (Zivilsenats, vom 2. Dezember U., I., d1e]emgen ersten Mißhanölungen, welchen eine Ver- zeihung des verletzten (Hatten gefolgt war, für die Klage mit- verwerthet werden.

_ Der, hexttigen Nummer des „Reichs- und Staats- anAngS'“ ist eme „Besondßre Beilage“ (Nr. 1), enthaltend Entscheidungen des Renhßgerichts, beigefügt.

, _ Der BevoUn1ächtigte zum Bundeßrath, Senator der freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Vsrßmann, ist hier angekommen.

_ Der General-Lieutenant von Oppeln - Vroni- koni'ski), Commandkur ,der 3. Division, ist zur Abstattung versonlxciger Meldungen hier angekommen.

_"Das „Marine-Ver.-Bl.“ veröffentlicht folgende NW- richten uberSch1ffsbewegungen (das Datum vor dem Orte bedeutet Ankunft daselbst, nach dem Orte Abgang von dort). S. M. Kreuzer „Albatroß“ 17./9. 84. Apia 22./11. 84. _ 30/11. 84. Auckland 13./12. 84. (Poststation: Sidney [Australien].) S. M. S. „Ariadne“ 9./12. 84. Monrovia 25/12. 84. _ 15./1. St. V1ncent.(Pqftstation: Porto Grande [St. Vincent, Kap Verds]). S.M.S.„Vtsmarck“, leßte „Nachrichten aus Kamerun vom 30/12. 84. (Poststaiion: Kamerun.) S. M. S. „Elisabeth“ 2./1. Yokohqma. (Poststation: Hongkong.) SM. S. „Gneisenau“ 27.'/ 1. Zanzibar. (Poststation : Zanzibar.) S. M. Kreuzer„Habicht“ W1lhelmshaven 27./_1. (Poststation: Plymouth.) S. M. S „Hazzsa“ 15./1. Kiel; (Poststation: Kiel.) S. M. Knbt. „Hyane“( 6/9. 84 Sidney 3./10. 84. (Poststation: Sidney [Australxen].) S. M. Knbt. „Iltts“ 8./11. 84 Canton 13./11. 84 _ 13./11. 84 Hongkong 15./11. 84 _ 16./11. 84 Namoa Island 17./11. 84 _ 18./11. 84 Amor) 13,/12. 84 _ 16./1_2. 84 Shangha119/12. 84_ nach Che1nulpochKorea). &Voststatxon: Hongkong.) S. M. Av. „Loreley“ 25./10. 84

onstanttnopel 15./1. _ 17./1. PyräuS 19./1. _ 24./1. Malta. (Poststation: Malta.) S. M. S. „Marie“ 30/10. 84. Apia 14.„/11.84. (Poststation: Sidney [Auftralien].) SM. Kreuzer „Mowe“ 30/1184 Moffamedes 3./12.84_ 4/12. 84 Bengyela ()./12.84 _ 7./12. 84 St. Paul de Loando. (Poststation : Madeira.) S. M. Kreuzer „Nautilus“ 19./8. 84 Tientsin. Foststation: Hongkong.) ' S. M. S. „Nymphe“ 19./12. 84

rince Ruperts-Bay Dominica). _ Letzte Nachricht von dort 6./1. “ZPoststation: ?. Thomas [Westindien].) S. M. S. „Ol a ., Leßte Nachrichten aus Kamerun vom 30/12. 84. (Po station: Kamerun.) S. M. S. „Prinz Adalbert“ 11./1. Callao. (Poststation: Panama.) S. .Brigg „Rover“ 20/1. St. Vmcent. (Poststation: Plymout ). S. M. S. „Stosch“ 11./8. 84 Shangha13./12.84. _ 6/12. 84 Amoy 15./12.

-84 _ 17./12. 84 Hongkong. (Poststation: Hongkong.)

Kiel, 2. c'Éebruar. (W. T. B.) Der Sta ber Korvette e(31 sol] am 7. d. M. stattfinden Pellauf

Baden. KarlSruhe, 31. .. nuar. Die „Karl Ztg.“me1det: Jhrgaönigliche HoYit die Großherzsxizlxx ck vor acht Tagen 111 Folge einer Erkältung genöthigt ge: wesen, das Zimmer zu hüten. Seit gestern ist weskntliche Beffxnxng emgxtrxten und Aussicht vorhanden, daß re Könsgliche Hoheit M1 Laufe der nächsten Woche völiig genesen wer e.

Elsaß = Lothringen. Straßburg, 30. Januar (Lds.-Ztg. f. E.=L.) Auf der TageSordnung der heutigen Sißm, ' des LandeSauss chuss es stand zunäch| die zweite Lesung de? Etats der Forstverwaltung. Nacb einer kurzen Bemerkung des Abg. Fuchs zu dem Kommissxonsbericht sprach der Abg Gxgd tm Namen der Bauern im Ried den Wunsch nach eineé scharferen Verfolgung der Wildschweine aus, worauf der Unter- Staatssekretär Dr. von Mayr erwiderte, daß der Modus einer intensiveren Verfblgung des Schwarzwildes bereits Gegenstand der Berathung sei. Nachdem darauf die Einnahmen und die foxtdauxrnden AUSgaben der Forstverwaltung ohne weitere Diskussion genehmigt worden waren, ging das Haus zum 31061th Gegenstand der Tagesordnung über: Etat der Verwaltung für Handkl und Gewsrbe, zweite Lesung Nach, Genchmmuyg des Kap. 26 der Einnahme,; (Gebührxn fiir ErftndungSpatente) eröffnete der Vorst ende- d1e Diskussion über den zu Kap. 27 (Aichgebüßren), gßftelXten Antrag der Kommission: die Regierung um die B“.- sttxnmung zu ersuchen, daß aile zum Messen des Weins, 5. k), 561 Handengßschästen_ zwinbcn Verkäufern und Käufern die- nende Hochbutten mrt einem deutlich sichtbaren Unterschei- dunxzszeichen versehen sein müssen, welches nur auf geaichten Geiaßen angebracht sein darf. _ Nack) Eingehender Dis- kuinon wurde Kap. 27 und der Antrag der Kommission angenommen. ' _ Der Rsst der Einnahmcn, Kap. 28 (Synstige Einnahmen) wurde obne Debatte votirt. Bei Berathtzng der fortdauernden AUSgaben dieseZ Etats erkundigte ftck) der Abgeordnete Grad nach dem Stande der Arbeiten der geologischen Landesuntersuchung mit Bezug auf die Lieferung von agronomiscbsn Karten. Der Unter:Staats- sekretar Ledderbose erwiderte, daß mit Anfertigung weiterer agronomxfcher Karten nach Maßgabe der vorhandenen Mittel fortgefahren werden würde. Im Uebrigen wurden die fort- dauernden Yukogaben ohne Diskussion votirt.

Ocsterxeich-Uztgarn. Wien, 30. Januar. (Wn. Abdp.) In W heutigen S1Hung des Abgeordnetenhauses bil- dete die Regierungsvorlage, betreffend die Dotation der „kaiholischen Seelsorge-Geistlichkeit aus dem Religionsionds, den' Hauptgegenstand der Diskussion. Es sprachen im Ganzen mer Redner und zwar durchweg zu Gunjiey der Vorlage. Der Minister für Kultus und Unterricht, Baron Conra d-E1)besfeld, präzifirte in [km- gerer wirkungsvolier Nsde den Standpunkt der Regisrung.

Pe1i,31.Januar. „(Wu, Abdp.) Jm Abgeordneten- hause wurde heute, die Debatte über dsn Voranschlag d'es Landyöverthetdigungs-Ministeriums und damit die D1skussron über das Gesammtbudget für 1885 zu Exide geführt, Sodann wurde der Geseßentwurf iiber vie Verxnslxung' des Personals bei dem Finanz-Verwaltungs- Gerichtshof m Berathung gezogen und nach kurzer Debatte zusUmmend erledigt.

Großbritannien und Irland. London, 31. Jannar. (Ang. Corr.) Die Ngchricbten aus dem Sudan haben dl? letzten „Dynamttattentate und deren Folgen beinahe vöütg in den Hintergrund gedrängt, und es geiangt darüber, kaum etwas Neues in die Oeffentlich- keit. Oberst Ma1etzdie und Mr. Ford haben die Stätten der Exploswnxn _1m Westm'insier-Palast und im Tower aufs Neue besichtigt, aber in keinem der beiden Orte etwaö entdeckt, wqraus gefolgert werden könnte, in welcher Wsise das Dynamit zur Explosion gebracht wurde. In den be- schadigten Gebäuden werden fortgeseßt die strengsten Vorsichts- nxaßregeln bsobachtet. Exner Bekanntmachung des Oberfl- kammererawtes zizfolge bleibt der Westminster-Palast heute Hsm Publikum ge1chloffen. Die verleßten Polizisten befinden sick) auf dem Wege der Besserung. Die Dynamitattentate bildeten ben Gegenstand'der Erörterung in der leßten Sißung dos Gememderaths dei; City. Der Deputirte Bedford beantragte, daß 018 von _der Cityverwaltung auf die Ermittelung der Urheber der ]üngsten Dynamitexplosion unter der Lonoon- Brücke aysgeseßte Belohnung von 5000 Pfd. Sterl. theilweise auch denxemgsn zu Gute kommsn sol1, welche die Vsrüber der Attentate im Westminster-Palast und im Tower entdecken. Der V9rschlag fand keinen Anklang, um so weniger als der Minister des; Innern jüngst ein Schreiben ein den Gemeinderatl) gerichtet hat, worin er die Meinung ausvrückte, daß die Aussetzung großer Belohnungen die Entdeckung der Urheber von Dynamttattentaten nicht im Mindesten erleichtere. Schließlich wurde dsr Antrag abgelehnt.

Frgnkreich. Paris, 31. Januar. (W. T. B.) Die Deputirtenkammer hat heute das außerordentliche Budget der Marine genehmigt. Der Antrag Sou- beyrans auf Verjkauf der Staatsbahnen wurde mit 339 gegen 118 Stnmnen abgelehnt.

_ _ 1. Februar. (W. T. B.) Der „Agence Havaß“ wird aus Chuadman, vom 30. Januar, Vormittach, ge- mxldet: General Briére de ['Jsie ist gestern Abend mit seinem Generalstabe_ hier angekommen. Die Concentration der bTrmzpetn, deren Geiundheitszustand ein aUSgezeichneter ist, ist een tg.

Marseille, 31. Januar. (W. T. V.) Die Regie- rung hat d19_Sch1ffe „Halabah“ und „Suez“ gemiethet, un) durch dte1elben_ 4500 t Kohlen nach Pondichery' brfmlgen zu lassen; 018 Abfahrt der Schiffe soll am 25. k. M- er 0 gen.

qutztgal. Liinsabon, 31. Januar. Der Minister der offentlichen Arbeiten d'Aguiar hat seine Entlassung gegeben.

Itglien. Rom, 1. Februar. (W. T. B.) Die Deputtxtenkammer lehnte heute in namentlicher Abstim- nzung m1t 164 gegenn117 Stimmen den Antrag Cairoli's- die Agrarfra'ge taglich in den Nachmittagsfißungen zu be- ratheix und 'die Verhandlung über die Eisenbahn-Kon- 081111011811 mzwxschL'n zu susPendiren, ab und nahm dagegen die von dem Minister - Präsidenten Depretis vor-

(W. T. B) '

eschlagene Tagesvrdnung, die Berathung der „Agrar- nterpellationen in den Vormittagssißungen des Dienstags und des Freitags sowie in den Nachmittagsfißungen des Sonntags fortzuseßen, an. Dem „Moniteur de Rome“ zufolge würden demnachst zwei italienische Erzbischöfe den Kardinalshut er- halten.

Rußland und Polen. St. Petersburg, 2.' ebrugr. (W. T. B.) Der „Regierungs-Anzeiger“ vero entlicht eine Geseßesnovelle, nach welcher folgende Zoll- erhöhungen eintreten sollen: bei gesalzenen Hertpgen, Stockfischen und anderen getrockneten oder gedörrten Fischen um 7 Gold-Kopeken; bei dem über die europäische Grenze zur Einfuhr kommenden Thee jeder Art um 400 Gold-Kopeien; bei Traubenwein in Fässern um 95 Gold-Kopeken; bei ge- drillter und gesponnener Seide, bei gehaöpeltem _Setden- garn und Nähgaxn, bei Garn aus bourrs (16 8018 oder Flockseide mit oder ohne Zusatz von Wolle oder Flachs, un- gefärbt, um 800, gefäxbt und gedrucktum 1600 Gold-Kopeken; bei Olivenöl, BaumölFowi: al1en vegetab111schen'Oelen um 20 Gold-Kopeken per Pud; bei Schaumwemen m Flgschen um 15 Gold=Kopeken per Flasche. Die Eixifuhr von Kormthexi bleibt zollfrei. Die genannten Zollerhöyungen werden mit der Veröffentlichung derselben im „(Heseßblat1“, also morgen, in Kraft treten.

Afrika. Egypten. (Mig. Corr.) Genera] Wolseley telegrapl)irt an den englischen Krtegs-Mtntster aus Korti, unterm 29. d.:

(General Stewart ist auf dem besten Wege der Beiierung be- griffen; seine Wunde ist erstauylicb freifvon Entzündungse'richcmuxi- gen, und er [71061 vcrbältnißmaßig Wenig Schmerzen. Bis jeßt rst natürlich nock) kein Versuch gemacht Wordcn, die Kugel herauszuzieben, Welche bock) in die Lenden eingedkungcn ist; aber es sind keine bösxn Symptome vorhanden, und man hegt bie beste Hoffnung fur seine schnelle Wiederherstellung. Das Hoipital ist am Ufer des

luffes aufgeicblacicn; alle Patienten scbiafcn unter Zelten und auf Letten dcr Eingeborenen. In Aribetracbt der vielew Transporte und der Entbehrungen, welche die Verwundeten zu erleiden batten, be- ßnden fitb dieselben erstaunlich wvbl. Zivei Drittel der V;“rwundcten find SchiververWUndete, und es wird eine große Anzahl von Opera- tionen vorgenommen Werden müssen.

Die nächsten Nachrichten von Metammek) werden durch Sir Charles Wilson in das» Hauptquartier gebracht werden, welcher von Khartum, nachdem er General Gyrdo'ns An- sichten über die Sachlage erfahren hat, nach Korn zuxitckkebren wird, um sich mit General Wolseley zu bgrathen. Da Str Charles Wilson von Gabat bereits (111124. d.M.nachKl)artum1_uhr, so dürfte er wohl jeßt in Gubat zurück sein. Man dgri daher Nachrichten über General Gordons Ansichten und SW Charles Wilsons Bericht Anfang nächster Woche ermartsn. General Gordous Tagebuch, welches Sir Charles Wilson von dem Be- fehlshaber der Dampfer am 21. d. M. übergeben wurde,. erd fich wahrscheinlich in Händen der TranSportkolonne befinden, die am 24. Gakdul verließ.

Dem „Daily Telegraph“ wird aus Hamdab, unter dem 28. d. M., telegraphirt:

Am Dienstag erreichte die „Schwarze Wache“ und das Staffordshire- Regiment 'das Fort cim Rabd-el-Abd- Katarakt. Die Kavaiierieplänkler, welche sicb zwei Meilen voraus befanden, Wechselten Schüsse mit dc-m Feinde. Hierguf machten die Araber einen Angriff , Wurden iedoci) zuruck- geworfen von der Kavallerie und dem Kameeicorps, welche dort Warag, das zuvor von den Truppen des Mahdi gehalten wor- den war, besexzt hielten. Eine Anzahl von Rindern ivurbe erbeutet. Der Feind zog s1ch nach Berti zurück. Bei Tagesanbruch soÜte un- sere Kolonne wieder Vorrücken. Dcr Gesundbeiiszustand der Truppcn ist sehr zufriedenstellend.

_ (W. T. B.) General Wolseley telegraphirt aus Korti, vom 1. Februar, daß die Avantgarde „des, Generals Earle am 30. Januar 7 Meilen von Virti eingetroffen sei, und daß die Concentrirung der Kolonne an diesem PUUkte morgen wsrde bewerkstelligt werden. Generai Earle hoffe, gkgen den Fsind, welcher eine starke SteUung bet Virti einnebme, am 3. Februar vorgehen zu können.

Zeitungsftimmen.

_ Auf eine Eingabe des Vereins dsr Haus; und Grund- besitzer von Aachen und Burtscheid l)at_der Reichskanzler, wie wir der „Norddeutschen Allgemsmen Zeitung““ ent- nehmen, folgsnde Antwort ertheilt:

„Berlin, den 25. Janumx 1885.

Ew. Hochwoblgeborcn erwidere ich auf die Eingabe vom No- vei-nber v. J., daß ich die in derselben zur Sprache gebrachten Kla- gen, bezügliä) der Grund- und Gebäudesikuer, für bkrecbtigt und das Bedürfniß nacb eincr Abbülfe für begründet balte. Eine solche läßt sicb absr, wie ich Ew. Hocbwoblgeboren bercits in meinem Schrei- ben vom 27. Januar 1882 dargelegt babe, nur dadurch Herbei- fübren,daß durcb Vermehrung der indirekien Einnahmen des Reiches die Möglichkeit gegeben wird, für die unabweislicben Bedürfnisse des Staates anderweije Deckung zu bcicimffen. Alle Bistrebungen der verbündeten Regierungen nach dieser Richtung hin find bisher an dem Widerspruch der Mehrheit der Parlamentariscben Körperschaften scheitert, und ich kann mir auch von einem erneuien Versuchesolange keinen Er- fylg versprechen, als es den an der gerechteren Verjheilung der öffent- itchen Lasten interesfirien Schichten der Bevölkerung nicht gelungen ist, die Majorität in der Volkchrtrctung für M) zu gcswinnen.

von Wißmarck. Herrn L. vom Hofe, Hochwoblgcboren Aachen.“

_ Die „Neue Zeitung““1chreibt:

Das neueste Heft der von Proieffor Conrad in Halle beraus- gZaebenen „Jahrbücher für National-Oekonomie und Statistik" ent- balt eine eingehende Abhandlung über das Unfallversicberunßsgesetz vom 6. Juli 1). J. aus der Feder dss früheren Reichstagsa geord- neten Profxsior Paascbc (Marburg). Der Verfasser, welcher selbst in den Kommtsfions- und Plenarberatlwngcn des Reichstages tbätigen Antbxil'arz der Hersteliung dcs Geseßcs genommen hat, gehörte der sezessiomsttscben Frakiion an, ohne indessen der Sozialreform gegenüber den negativen Standpunkt s einer politis chen Gefinnungsgenoffen zu tbeilen. Er trat denn auch, als die Fusion mit der Fortschrittspartei erfolgte, aus der Fraktion aus. Die treffliche und gründliche Beleuchtung des Yufallverfickxerungsgeseises in dem vorliegenden Aufsaße bekundet uberall_nebcr) einer hervorragenden Sachkunde eine warme Begeiste- rung, fur die edlejz pairiotischen und bumaniiären Absichten der Sozialreform und kme woblbegründete uverficbt in den Erfolg der- selben. Wczs insbesondere das Unfaüver cherungsgesetz anlangt, so ist Yer Aytor uberzeuat. daß dasselbe alie Schwierigkeiten der Einführung uberimrzden, zum Wohle des Volkes gereichen und dahin führen werde, den sozialen Frieden zu sichern.

Von ganz besonderem Interesse aber sind die Mahnungen- WSWS der Verfasser, em gngesehener liberaler Poliiiker, dessen ecbt liberale Gesinnung wvbl uber jede Unzweifelung erhaben sein dürfte, zum

S lu e an die liberalen Parteien richtet. Ngcbdem erayf die Ursatben deÉbeisißtrauens hingewiesen, mit welchem die „_mehr links stehenden Clemente“ anfänzlicb den sozialpolitiscbm Planen der Regierung gegenübertraten, fabrt Herr Paascbe fort:

„Dieses im Einzelnen oft berechtigte'Mißtrauen bat den Kampf erbitterter gemacht, als nötbig ist, ba_t dle liberalen Clementx ge „en diese ganze Gesekzgebung in einen Widerstand verfaßt, 8er inner lch ganz unberechtigt sein dürfte. Denn tziögen „auch, bei manchxm „Anhänger der Kaiserlichen Botschaft „wems ideale Motive im Hintergrunde gestanden haben, so tik doÖ anzuerkennen, daß die Bestrebungen, wie ße zum Scbluß hervorgetrxten find, den sozialistischen und agitatoriichen Beigeschmack, den bie ersten Ver- suche in dieser Richtung unleugbar _baiten, aamablich verioren haben, und Wenn man ehrlich das Fazit ziehen will, so m„uß jenes leidige, Anfangs wobl berechtigte Mißtrauen immex mxhr zurucktxeten. Dann müffen gerade die libera_len Vertretex, die m d2n_weiteren Schichten des unabhängigen Yurgertbums tbre' naturgemaße und dauernde Stüße finden, dann mussen„9*?k(1de fie Yi? ersixn SMW? auf diesem Wege mit aÜer Kraft untersiußen und duxfen mcht, WLildiese ersten Bewegungen schwankend und unbehqlsen sino, fich demganzen Versuch widersetzen. Die ganze sozialpolitische Geseßgebung ist eine im besten Sinne des Wortes liberalZ Bewesuna. Es gilt, den Ar- beiter frei zu machen von den unnaturltcben Fesseln, in die er durch die Geldwirthicbast und die Großindustrie geschlagen isi, ihn in die Lage zu verseßen , obne Furcht bor wrrtbschaitltchem Ruin durch Krankheit, Unfall und Iixvaltditat, obne Furcht por Al- mo'sen und Armenunterstüßung dcn Kanzvi ums" Dgsem _auf- zunehmen. Und Wenn das, wenn diese Fur1orge iar die arbeiten- den Klassen nicht Suche der liberalen Elemente des Volkes, nicht Sache derjeniaen Parteicn ist, deren erstes und oberstes Strebxn es ihrer ganzen Vergangenheit nacb sein soU und'muß, dthnterdruckten im politiicben und wirtbscbaftlicben Leben frei zu. machen von allen Fesseln, die eine Gleichbercchiiggng, eine ungehinderte Entfaltzmg ihrer Kräfte erickoweren, _ so mußte man an dem Beruf des Libe- ralismus verzweifeln. ,

Das Besiere ist der Fsind des Guten und die arbeitenden Klassen immer auf die Zukunft vertröstm, weibin ber Gegenwart noch nichts Vollkommenes erreicht werden kann, ' 1st em gefahrltches Spiel, das namentlich dem Liberalismus in weiten Schtckoten d'es Volies, ben Boden Unter den Füßen entziehen kann. Lieber kleine Prinzipien opfern, um Großes zu erreichen, als umgekehrt!"

Wir Haben diefen trefflicben Wbrien von u'nscrm Siandpunkte nichts hinzuzufügen. Daß fie in denxenigen Kreisen verjianben, und gewürdigt Werden, aus denen Hr. Pgasibe sicb als Ketzer_zu_ruckztek)en mußte, erWarten wir nicbt, aber nur smd uberzeuqt, dgß em solcher Mabnruf in der liberalen Bevölkerung Deutscblands „nicbt inzgebört verhaUen kann. Sie muß endlicb einsehen, welchen Dienst Drexexngen der Sache des Liberalismus leisten„ deren Trachten darauf gericht€t ist, den Liberalismns gegen die dringendste Aufgabe ,und, gegen die mächtig s1ch V;:bn brechenden Axscbauungen der Zstt m cinen grund- säZliÖen Gegensatz zu bringen.

Centralblati für das DeutiÖe Reick). Nr. 5. _ Ja- halt: Zoll- und Steuerwesen: Anschluß von bremischen Gebiexs- Theilen an das Zoiigebiet. _ FinanzWeen: Nacbweiiung dcr Em- nabmen des Reichs vom 1. April bis Ende Dezember 1884. _ Polizeiwesen: AuSWeiiUng von Ausländern aus dem Reichsgebiete._

Marineverordnungsblatt. Nr. 2. _ Inhalt: Gericht der OstafiatiiÖen Station. _ Aximut- und ? lgtdkompaffe. _ See- dienstzeit. _ Müßenbänder der Torpedoboots _e1aßunan. _ Werft- dienstordnung. _ Scioiffsbücberkistcn. _ Pcrjonalberanderangen. _ Benaébricbtigunaen.

Deutsches Handels-Arcbiv. 'Januarbefi. _ anali: Erster Theil. Geseizgcbung und Staiistik. Geseßgebung. Deutsches Reich: Ermächtigung einer Zolisteiie zur unbeschränkten Abfertigung von Baumwollen- und Leinengarn. __ Bekanntxnackyung, betreffend die Ausführung der Uebereinkunft zwiichen Deut1chland und Belgien über den Schu an Werken der Literatur und Kunst. _ Bekannt- machung, betreZend die Ausführung der Uebereinkunftzwisxben Deutsch- ]and und Italien über den Schutz an Werken der Literatur und Kunst. _ Zoüfreie Einfuhr von zu Strängen zus'ammengedxebten Kokosfasern zur weiteren Verarbeitung mit dem Bedmg ber Wieder- ausfubr. _ ZoUtariiirung ungarnirter Damenbüte aus Filz. _ZoÜ- jarifirung WM in Lockenform gelegten, gefärbten Mohmxhaaren zu Puppensrifuren. _ Inkrafttreten eines nsuen statistischen Wanten- verzeicbniiies. _ Deutsches Reick) und Korea: Handels-, Freund- icbaits- und SÖiffabrtsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreicb Korea. _ Großbritannien: Zollamtliche Behandlung von Eiienbeize bei dam Eingang in Canada. _ Großbritannien und Transvaal-Repubiik: Vertrag zwischen beiden Ländern. _ Spanien: Marken- und Musterschutz in den überseeischen Provinzen Spanisns. _ Abfcrtigungsbcfugnisie vent- scbiedener ZoUämter. _ ZoÜbebandlung von Steinautgefäßen fur WackybolderbranniMin und andere Getränke. _ Schiveiz: Zvi]- frsie Gégevständc. _ Zuschlagsabgaben für Waaren, welche in dem Freigebiet Von Genf ohne äußere Umschließung zur Verzollung gcste-Üt werden. _ Siatistik des Waarenvarührs mit dem Auslande. _ Dänemark: Tara für Zucker in Fäffern. _ Abgabenbefreiung der in dem Hafen von Kopenhagen mit Seescbaden einlaufenden Schiffe und der daselbst zum Zivccke der Wiederausfubr umgeladenen Waaren. _ Italien : Ausführungsbxstimmungen zu dxr Italienisch-Deutschen Litergr- ionvention. _ Berichtigung des Italienischen Zolltarifs. _ Em-

angszoll auf Flußeisen, welches Weder unter dem Hammer noch im Z.Zaleetk eine weitere Bearbeitung erfahren bat. _ Zollbehandlung von Kupferstcin. _ Zoliamilicbe Bebaudiutzg von Pavpe aus Holz- maffe. _ Einfuhr von Sodaiaiz, _ Argenitmscbe Republik: Zoligesetz für 1885. _ Columbien: Erricbiung von Zollämtern in verschiedenen Freibäfen, Eingangsabgaben für diese Plätze und Schiffahrtsabgaben für die Häfen von San Andris und San Luis de Providencia. _ Dominikaniscbe Republik: Aenderung des Zolitarifs. _ Guatemala: Ermäßiaung des Einfuhrzolls für verschiedene Gegenstände. _ Costa Rica: Wiebereinfübrung des Tabackmonopols. _ Vereinigte Staaten von Amerika: Zolltarifentscbeir-ungen des Schaßamts. _ Venezuela: Leuckotfeucrabgaben in Puerto Cabello. _ Bulgarien: Einfuhrzoll auf Pulver. _ Niederlande: Zolibebandlung von Zuckercouleur. _ Frankreich: Ausführungsbestimmungen zu der Uebereinkunit zwischen Dsui'scbland und Frankreich, betreffend den Schutz an Werken der Literatur und Kunst. _ Ectbeilung von „Certifikaten iür die Fahrt durch den Suezkanal. _ Ausfuhr von RUS gus Tongkmg. _ Zoll- bebandlung von Tramwayrädcrn. _ ZoÜiay fur Pantoffeln aus Leder mit Soble von Pappe. _ ZoUtarisirung von Schmuck oder Hausbaltungsgegenständen aus vernickeltem Metall. _ Aendermigen des Zolltarifs für Guadeloupe. _ Statist:k. Deutsches Reich: Uebersicht über die Steinkohlenförderuqa in Preußen in den ersten 3 Quartalen 1884, verglichen gegen die Förderung in den ersten 3 Quartalen1883. nach vorläufigen Ermittelungen. _ Uebersicht über die Braunkohlenförderung in Preußen in den ersten ZQuartalen 1884, verglichen gegen die Förderung in den ersteg 3Quartalen 1883, nach vorläufigen Ermittelungen. _ Uebersicht uber die Produktion an Roheisen, Scbweißeisen und Flußeisxn in Preußen in den eisten 3 Quartalen 1884, verglichen gegen die Produktion in den ersten 3 Quartalen 1883, nacb vorläufigen Ermittelungen und Schäßungen. _ Oesterreich-Ungarn: Ungarische Handelsbewegung für 1883. _ Schweden und Norwegen: Handel und Schiffahrt Schwedens im Jahre 1882. _ Dänemark: Zucker-Em- ,und Ausfuhr, Pro- duktion und Konsumtion in Dänemark im Jahre 1883. _ Literatur. Dr. R. Sonnendorfer, Usancen und Paritäten dcs Getreidebandels. _ Zweiter Theil. Berichte über das Ausland. Europa. Stockholm. Gothenburg. Wisby. Hernösand. Lands- krona. Malmö. Carlshamn. Norrköptna, Carlskrona. Jönköpin „Skel- leftea. Lüttich. Aarbuus. Jaffy. _Bilbao. Bridgewater. ivorno. Spezia. Bordeaux. Kiew. Helsin sors. Oesterreicb-Ungarn: Triest. Frankreich: Bologna. Calais. esfina. Catania. Pizzo. Terra-

nova. Licata. _ Asien. Jerusalem. Jloilo. Smyrna. _ Afrika. Tunis. Algier. Lourenexo-Marques. _ „Amerika. Philadelphia. uerto lata. Port au Prince. Kap Hayn. San José. Iqutque. etalbu eu. Rio Grande do Sul. Geyrgeiotvn (Britisch Guiana). _ Australien. Sydney. Adelaide. Brisbane. Dunedin. Justiz-Ministerial-Blatt. Nr. 5. _ Inhalt: Allge- meine Verfügung vom 27. Januar 1885, betreffend den Erlaß der Anweisung für die Gerichtskaffe 1 zu Berlin.

Neithötags-Angelegenheiteu.

Dem Reichstage ist folgender Entwurf eines Geseßes, betreffend den Beitrag des Reich zu den Kosten des Anschlusses der freien Hansestadt Bremen an das deutsche Zollgebiet, vorgelegt worden:

Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von 5Yreußen :c. verordnen im Namen des Reicbs, nacb erfolgter Zustimmung

des Bundesratbs und des Reichstagjes, wie folgt:

§. .

Der Reichskanzler wird ermächtigt, der freien Hansestadt Bremen zu den Kosten der Bauten, Anlagen, Einrichtungen und dcs Grund- erwkrbs, wclche durch den Zannicbluß Bremens und die mit dem- selben verbundene Umgestaltung der bestehenden Handels- und Ver- kebrsanlagen veranlaßt Werden, aus der Reichskaffe einen Béitrag in Höhe der Hälftx des bremiscberseits für die bezeichneten Zwecke fest- zustlelil'xtnden Koiienbedarfs, jedoch höchstens in Höhe von 12000000 «414 zu e en.

§. 2.

Der Reichskanzler ist befugt, die Mittel zur Deckung dieser Summe im Wege des Kredits flüifig zn macken_ und zu dxm chcke in demjenigen Nominalbetrage, welcher zur Beisbaffung des bezeicb- neten Betrags erforderlich sein wird, eine vérzinsiicbe, nack) den Be- stimmungen des Gcseßks vom 19. Juni 1868 (Bundes-Gsseßbiatt Seite 339) zu verwaltende Anleihe aufzunehmen und Schaizanrveisun- gen auszugeben. _

Die auf Grund disses GEW??- jabrlicky zu verrvendenden Beträge sind in den Reichsbaushalts-Etat des betrksienden Jahrcs aufzu- nehmen. § 3

Die Bestimmupgen in den §§. 2 bis 5 des Gesetzes vom 27. Januar 1875, betreffknd bie AUsnabme einer Anleihe für Zwecke der Marine- und Telegrapbenvc-rwaltung (Reickos-Geseizblatt Seite 18), finden auch auf die nach dem gegenwärtigen (Zech aufzunehmenbe Anleihe und auszugebenden Schaßanrveisungen Anivendung.

Statistische Nachrichten.

Sitatistiscbe Mittheilungen aus der Landeskirche für das Jahr 1883. _ 1. Pfarrbeseßungen. In den der Ausfuhr des evangelischen Ober-Kirchenratbs unterstellten älteren preußischen Provinzen und in Hohenzollern wurden nach dcn Angaben des „Kirchlichen Geseiz- und Verordnungsblajtes“ im Laufe des Jahres 1883 mit Einschluß von 75 nicbt fundirten Hilfspredigerstellen 616 geistliche Steklen beseßt, 68 mehr als im Vorjahre. Berufen wurden in diese Stellen 374 bereits früher in einem anderen geistlickpen Amte fest angestellte Geistliche, 86 bisherige Pfarrvikare, Hilfsprediger oder Pfarrgebilfen und 156 Prebigtamtskandidaten. Die Beseßung erfolgte bei 28,47 Proz. aller Fälle durcb geistliche und andere Königliche Be- hörden, bei 43,07 Proz.durck) das standesberrlicbe oder Privatpatronat, bei 28,46 Proz. durcb Gemeindewabl. Aus dem Amte sind geschieden im Betichtsjabre durch Tod 97, durch Emeritirung 116, durch Ver- fexzung 311, durch Amtsniederlcgnng 6 Geistliche; ein Geistlicber wurde seines Amtes entseßt. Das durchschnittlicbe Lebens- alter der im Amte verstorbenen Geistlichen betrug 62,75 Jahre, das- jenige der emeritirten Geistlichen zur Zeit ihrer Emeritirung 71,71 Jahre, zur Zeit ihres Ablebc'ns 76,06 Jahre; das durchschnittlicbe Lebensalter der Geistlichen überhaupt, obne Unterscbied, ob dieselben im Amte oder als Emeriten starben, betrug 69,51 Jahre chen 69,47 in 1882 und 70,04 in 1881. Die durcbfcbnittliche Dienstzeit aller Geistlichen (ob im Amte gestorben oder als Emeriten geschieden) belief sich auf 36,94 Jahre und die durchschnittliche Dauer des Emeritenstandes auf 5,59 Jahre,

11. Aeußerungen des kirchlichen Lebens. Es haben während dsr Jahre 1882 und 1883 in den älteren preußischen Provinzen und Hohenzollern stattgefunden: 1882 1883

492 861 486 229 . . . . 101240 103145 kirchliche Beerdigungen 223 426 233 321 Konfirmatiom'n . . . 266 877 282107 Die Zahl der Kommunikantsn betraa 5432 397 5655 337 Von den gstauftén Kindern stammten 18 235 aus Mischehen (gegen 17 989 im Vorjahre) und 42 484 Waren unehelich von evangelischen Müttern geboren (gegen 43 044 in 1882). Unter den Trauungen be- fanden sicb 6148 gemischte Paare und 853 Trauungen geschiedener Personen (gegen 5920 bezw. 782 im Jahre 1882).

Vergleicht man die Ergebnisse dLs Jahres 1883 mit de'nen, des Vorjahres, so zeigt sick), das; die Betheiligung an den kixckoltcben Handlungen hinsichtlich der Taufen eine Abnahme, im Uebrigen da- gegen eine Vermehrung erfahren bat. Der Rückgang bei den Taufen erklärt sicb aus der hohen Zahl der im Jahre 1882 vorgenommenen nachträglichen Taufen. Fälle diese!: Art sind namentlich in der Provinz Brandenburg in beträchtlicher Zahl Lingeireten.

Zur evangelischen Kirche sind übergetreten 2524 Persqnen, gegen 2104 im Vorjahre; ausgeschicden aus dkrseiben find, it) vxek bexansnt «worden, 1204 Personen gegen 904 im Vorjahre; es find mithin im Jahre 1883 mehr übergetreten ais ausgeschieden 1320 Personen. 'Die große Mehrzahl der Uebergetretenen gebörte der kaiholiscben Kirche an; Juden sind 157 übergetreten, wogegen 10 Uebertritte evangelijcher Christen zum Judentbum vorgekommen sind.

Kunst, Wissenschaft und Literatur.

,Die Territorialgeschicht_e des preußischen „Staa- tes)“ im Anschluß an zwölf historische Karten uberfichiliib dar- gestellt von W. Fix, Direktor des königl. Seminars , m Soest (Preis 6 „W), ist in 3. Auflage in der Simon Schroppschen HOF- Landkartenbandlung (J. H. Neumann). bierselbst ecscbiezien. „Dem Vorwort zufolge hat dieses Buch bei seinem ersten'ErsÖetnen'fur die ebenfalls in demselben Verlage herausgekommenen größeren Arbeitxn des- selben Verfassers insofern eine Ergänzung bilden sollen, als es die m den .Uebersichten zur äußeren Geschichte bes preußischen Staates“ lose neben- einander geftiklten Angaben in gedranßter Form zuiamuzenzufaffen, das Verständniß der „Wandkarte zur (Geschichte des preußischen Stagtes" aber durcb eine Reihe von Periodenbildcrn zu. vermitteln bestimmt tvar. Demgemäß war dc'r Verfasser schon bei jener ersten Abfassung bemüht. durch Beschränkung „des Textes auf das Wesentliche und Tbaisäcblicbe von dem CntwrckelungSgange Preußens ein möglichst einfacbcs, jedoéb immer noch _ getreues Bild zu ent- werfen. Auch für die §Yusfubrxzng der Karten war der Grundsatz maßgebend, Einfachheit „unh Demlicbkeit zu verbinden, die Mitte zu halten zwischen durfnger und ungenauer Skizzirung und jener VoUständigkeit, wie sie der rein wiffenschaftlicbe Zweck erfordert. Der Wunich des Verfassers, durch eine übersicht- liche Zusammenstellung der außeren Momente staatlicher Entwickelung nicht bloß dem aligemeineren Intexeffe, welches sicb in besonders hervorragendem Maße an dieKAusbtlbung des preußischen Staates knüpft, sondern auch dem Bedurfniß eines weitergehenden Unterrichtes in 'der vaterländischen Geschichte entgegen zu kommen, ist nach der Aufnahme, we1che das Buch gefunden, nicbt unerfüllt geblieben. Gesiüßt auf zahlreiche Zeugnisse uber die Tüchtigkeit der Arbeit hat

evangelische Taufen . Trauungcn

der Verfasser cht eine dritte Auflage des Werks veranstaltet, die wiederum im Text wie in den Karten Wesentlich verbessert, jedoch zugleich