Yiahtamtciehez. Deutsches Reick].
Preußen. Berlitz, 3. März. Se. Kaiserliche und Königliche Hobett der Kronprinz nahm gestern Vormittag 10 Uhr den Vortrag des Staatssekrktärs von Möller entgegen, empfing um 121/ Uhr den Legations-Rath von Bernhardi und um 12 Uhr miizitärische Meldungen.
Abends 71/2 Uhr begaben Sich Ihre Kaiserlichen und KöxtigltchenHoheiten der Kronprinz und die Kronprrnzessin zu dem Wohlthätigkeits-Concert für die Opfer der Erdbeben m Spanten nach der Philharmonie.
_ Das 10. Pxotokoll der Afrikanischen Kon- ferenz be'findet fich m der Ersten, der Schlußbericht über die gestrige Stßung des Hauses der Abgeordneten in der Zweiten Beilage.
_ In der heutigen (57.) Sitzung des Reichstages, welcher der Staats-Minifter von Boetticher sowie mehrere andere Bevollmächtigte zum Bundesrath und Kommissarien desselben beiwohnten, wurde zunächst der Entwurf eines Ge- feses, betreffend den Beitrag des Reichs zu den Kosten des Anschlusses der freien Hansestadt Bremen aTn das deutsche Zollgebiet, auf Grund der in weiter Be- rathung unverändert angenommenen Vorlage an in dritter Lesun definitiv genehmigt. ,
Zur dritten Berathung des Entwurfs eines Geseßes, be- treffend einen Zusaß zum §. 12 des Geseßes wegen Erhebung der Tabacksteuer vom 16. Juli 1879, lag ein Antrag des Abg. Müller (Marienwerder) vor. Der An: trag lautet:
Der Reichstag molle beschließen: 3. Die Ueberschrift zu dem vorgelsgten Geseyenttvurfe wie folgt anzunehmen:
_ G e s e 23, . betreffend Abanderung der §§. 12, 16 und 19 des cheyes, betreffend die Erbebung dcr Tabacksteuer (Reichs - GeseßNatt Seite 245).
1). dem Saße: „Dem §. 12 des GesLYKZ u. s. w," bis „ge- schehen' vorzufeyen: ]
§. . o. folgenden Paragraphen thzuzusügen:
In dem §. 16 deffelben Gesetzes Werden der elfte Satz des zWeiten Alinea und der zuweite Satz des dritten Alinea, ferner in dem §. 19 desselben Gefeßes der vorletzte Saß dahin abgeändert, daß überall an SteUe der Worte:
„15. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres" geseßt wird:
„30. Juni des zweiten auf die Ernte folgenden Jabreß“. eventuell:
ci. im FaUe der Ablehnung des Antrags aä (: folgende zrvei Paragraphen hinzuzufügen:
§. 2.
Hinter Absatz :2 des §. 16 desselben Gksexzes ift nachstebender Zusaß einzuschalten:
„den obersten Landes- inanzbebörden wird die Befugnis; er- tbeilt, im Falle des Bedür niffes die Frist zur Zahlung der Steuer über den 15. Juli des ersten auf das Erntejabr folgenden Jahres hinaus bis zur erstmaligen Veräußerung des Tabacks, längstens "edoch bis zum 30. Juni des zweiten auf das Erntejahr folgenden
bres zu verlängern.“ § 3
Der [este Sax; des §. 16 jbjä. und der vorlexzte Sax; des §. 19 jbjt]. werden dahin abgeändert, daß an beiden Stellen Katt der Worte:
„bis zum 15. Juli des auf die Ernte folgenden Jahres" gefaßt wird:
„bis zum Ablauf der für die Entrichtung der Steuer fest-
geseyten Frist“. ,
Der Abg. Frhr. Göler von Ravensburg bedauerte, daß die Regierung nicht eine weiter gehende Vorlage gemacht habe; er werde für den Antrag des Abg. Müller stimmen, wolle aber konstatiren, daß auch dieser noch nicht allen Wünschen der süddeutschen Tabackbauer entspreche.
Der Kommissar des BundeSraths, Geheime Ober-Finanz- Raxh 'von Pochhammer erklärte, daß die Regierung dem Prmztpalantra e nicht zustimmen könne, aÜenfalls sei zu erwarten, daß Je dem eventueUen Antrags beitreten werde.
Nachdem noch der Abg. MüÜer (Marienwerder) seinen Antrag vertheidigt Hatte, schloß die Diskusfion.
Der Eventual-Antrag wurde mit großer Mehrheit an- genommen.
Bei Schluß des Blattes begann die Berathung von Wahlprüfungen.
_ In der heutigen (32) Sißung des Hauses 021" Abgeordneten, welcher der Minister für Landwirthschaft, Domänen und Forsten, 1)r. Lucius, der Zustiz-Minister ])r. Friedberg, der Minister der geiülichen 2c. Angelegenheiten, ])1'. von Goßlex und der Kriegs'-Minifter Bronsart von Scheuendorfs Nebst Regieru11g§kom1niffarien bei- wohnten, stand auf der Tagesordnung die Fortseßung der zweiten Verathung des Entwurfs des Staats- baushalts-Etgts'für 1885/86, und zwa? für das Mini- üerium der gezftllche'n, Unterrichts- und Medizinal- Angelegenhetten, emmalige und außerordentliche AusZaben, Kap. 13.
Die Tit. 43 bis 45 wurden ohne Debatie festgestellt.
Tit. 46 enthält eine Forderung zur Beschaffung von Lehrmitteln, Utenfilien, Subsellien für das in Prüm zu er- richtende katholische Schullehrerseminar.
Der Abg. Berger erklärte, es sei besser, wenn ein Neubau für das Lehrerseminar ausseführt würde.
Der Regierungdkommiffar, Geheime Regierungs-Rath Polenz erwiderte, daß wegen des im Regierungsbezirk Aachen jeßt schon vorhandenen Lehrermangels die Fertig: stellung eines Neubaues nicht abgewartet werden könne. Auch von 'der Regierung werde übrigens die Unterbringung des Sunsttßars im alten Zeughause zu Prüm als ein Provisorium ange e en.
Bei Tit. 47 (zur Anwendung und Ausbildung des pho- togrammetrischen Aufnahmeverfabrens) wünschte der Aba. 1)» Neichenspekger' (Cöln), daß neben dem bautechnischen Hülss- arbetter'für d1ese Zwecke auch ein Geometer angestellt werde. Auch set es erforderlich, das; die Verwaltung nicht nur Mo- numenten von hoher_Bedeutung sondern auch solchen zweiten und dritten Ranges 1hreFürsorgezuwende. Namentlichsollten die alten Thürme in den Befestigungswauern der Städte besser denn bisher geschüßt werden.
Der Abg. Dr. Goldschmidt warnte davor, an die photo-
und bat den Minister 01". von Goßler, den Generalstab um
Auskunft über die Erfahrungen zu ersuchen, die von ihm mit
dym Aufnahmeverfahren gemacht wqrden seien. Das Resultat
dieser Informath könne alsdann m Form einer Denkschrift dem ause vorgelegt werden. „
er Staats-Minister Dr. von Goßler ermderte, daß in dem Stadium, in dem fich diese Erfindung befinde, auf die staatliche Beihülfe noch nicht verzichtet werden könne. Er habe das Verfahren auf seine Exaktheit prüfen lassen und gefunden, daß fich daßselbe im Großen und Ganzqn bewährt habe.
Namentlich abe fich dasselbe als vortreffl1ch zur Aufnahme größerer Baudenkmäler erwiesen.
Der Abg. Frhr.1)r. von Heereman wünschte, daß ein alxgexneines Geseß über die Erhaltung der Denkmäler mogltchft bczld vorgelegt werden möge.
Nach emer kurzen Bemerkung Seitens des Abg. Meßmer wurde der Titel bewiüigt, ebenso die Tit. 48 und 49.
Bet den Tit. 50 und 51 (KHnigliche Bibliothek) sprach der Abg. Dr. Kropatscheck die Ansrcht aus, daß bei der Ver- mehrung der Bibliothek wenige): auf den Erwerb alter Hand- schuften, als auf die Komplettrung der vorhandenen Werke Gewxcht gelxgt werde.
Dex Titel wurde hierauf bewilligt.
Bex Dr. 52 (zu baulichen Veränderungen an der „Zoch- schule,für Musk) erklärte der Referent der Budgetkommis ton, daß hter emx v_erfassungswidrige Etatsüberschreitung vorliege, deren nacbtragltche Genehmigung zu versagen fei.
Dxr Regwrungs-Kommissar, Ministerial-Direktor Vr. Greiff trat d1eser Behauptung entgegen. Es habe ursprünglich ein Fachwexkbgy hergesteüt werden sollen, indessen sei zu demselben dlz? polxzetkche Genehmigung nicht erfolgt. In Folge dessen se1en fur das bewiUigte Geld die Faxaden in Stand gefest worden. Ems Etatsüberschreitnng liege also nicht vor.
Der Abg. Mooren klagte wieder über die Bevorzugung Verlms vor den Provinzen.
Der Abg. Vüchtemann bestritt diese Bevorzugung. Man lx))erzeffe auch, was Berlin an Staatssteuern aufzubringen a e.
Der Titel wurde hierauf bewiÜigt, ebenso Tit. 53, sowie der Rest des Kapitels.
' (_Hs folgte die Berathung des Etats dcs Kriegs-Mi- mstermms, und zwar einmalige und außxxrordentlicbe Aus- gaben Kap. 14. Namens der Budgetkommiffion bsantragte der Abg. Frhr. von Huene:
Das Haus der Abgeordneten wolle beschließen:
Kap. 14 Tit. 1 und 2 der einmaligen und außsrordentlicben AuZaaben unverandert zu bewiÜigen.
Das Haus nahm diesen Beschluß ohne Debatte an. ' Es_ folgte dxr mündliche Bericht der Budgetkommission Über dte allgememen Bemerkungen zu den einmaligen und außerordentkchen Ausxxaben des StaatshauEhalts-Etats für das Jahr vom 1. April 1885/86. Der Berichterstatter Abg. von Benda beantragte Namens der Budgetkommisfion:
Das Haus der Abgeordneten Wolle kescbließen:
Die Bemexkungen underändert zu genehmigen.
Es wurde hxerauf in der Berathung zmückgegriffen auf den wegen Abwesenheit des Referenten vorlaufig von der Tagesordnung abgeseßten mündlichen Bericht der Budget: kommisston über den Avtragdes Abg. Dr. Bierling zu Tit. 3 Kap. 119 der dauernden Außgaben des Etats des Ministeriums der geistl1chen, Unterrickxts- und Medizinalangelegenheiten für das Jahr vom 1. April 1885/86. Der Berichterstatter Abg. Dr. EnnecceruH beantragte Namens der Budgetkommisfion:
Das Haus der Abgeordneten one besabließe:
Den Antrag des Abg. Dr. Bierling abzulehnen.
Der Abg. Dr. Bierling zog hierauf den von ihm ge- steÜten Antrag zurück. Das Haus hegann nunmehr die Berathung des Gesetz: entwurf?» über dte Absteüung von Berechtigungen zum Hauen oHder Stechen von Plaggen, Haide u. s. w., für die Provinz
annover. Bei Schluß des Blattes sprach der Abg. Bödiker.
_ Nach einer Bestimmung des Finanz-Mix'xisters ist quz, welches das Aussehen des gewöhnlichen Brennholzes destßt, nqck) Nr. 138 des Ta7ifs zollfrei einzulassen, auch wenn es demnächst zu einem gewerblichen Zwecke, 5. B. zur Cellulosefabrikation vexwendet werden mag.
_ Nach einem Speziaxerlaß des Ministers des Innern vom 16. Januar d. J. 1ft das Aufsuchen von Be-
stellfungen auf. Staats: und sonstige Werth- p a p 1 e r e , Lo'tterxeloose ', Bezugs: und Anthkilscbeine auf Werthpaptere und Lotterieloos e , in Gemäßheit
chr §§._ ' 44 und 44a der Reichs : Gewerbeordnung fü): ge1€ßl1ch unzulässig mcht anzusehen. Aus dem Ctrkularerlaß des Ministers des Innern vom 27. No: vxmber v. „J. könne die entgegenstehende Auffassung 111chthergele1tet werden. Der Hinweis am Schlusse dieses Erlasses, daß der Handel mit genannten Papieren nicht im Umherzcehen oder „im Wege der Kolportage getrieben werden dÜrfe, erhqlte seme Erläuterung durch die Bezugnahme auf dre Vorfchr1sten der §§. 42 a, 56 und 56a der ReichE-Gewerbe- ordnung. Jm, Umverziehen dürfen die genannten Pa: piere weder fetlgeboten, noch Besteüungen darauf gesucht werden (§. 56 Nr. 5, §. 56:3 Nr. 2). Das Feilbieten der- selbnen' set nach §, 423 auch 1m stehenden Gewerbebetriebe un- zulassrg, wenn es mnerhalb des Gemeindebezirkes des Wohn- ortes odex der gxwerdlichen Niederlassung von Haus zu Haus oderduf öffentlichen Wegen, Straßen, Pläßen oder an ande- ren öffentltchen Orten geschehe, und es erbelle klar, daß die letztere Art des Gewerbebetriebes in dem Erlasse vom 27. November v. I. der Kürze wegen mit dem Aus- drucke „Kolporxage“ bezeichnct sei. Im Gegensaße zu den §§. 423, 56 und 563, welche von den darin erwähnten Formen dxs Gewyrbebelrtebes gewjffe Gegenstände ausschließen, ent- htelten dre » 44, 44a eme solche ausschließende Vorschrift überhaupt mcht. Namentlich seien auch die vom Gewerbe- betrxebe im Umherziehen auSgescdlossenen Gegenstände von dem Aufsuchen_ von Waarenbesteüungen in Gemäßheit der §§. 44, 44a mcht aqueschloffen. Wenngleich nämlich die in dxn §§. 44, 443 bezetchnete Art des Gewerbebetriebes that- sachlich „1m Umherziehen“ ftattfinde, so werde sie doch _ wie aus der S_teUung des §. 44 in Tit. 11 des Geseßes fich ergebe _ als em Ausfluß des „stehenden Gewerbebetriebes“ an- gesehen, so Zange fie s1ch in den vorgeschriebenen Schranken halte, und die, für den Gewerbebetrieb im Umherziehen gege- ben_en Vorschnften fänden darauf keine Anwendung. Das Auxsuchen von Bestellungen auf Waaren auf Grund einer
grammetrische Aufnahme zu große Erwartungen zu knüpfen,
»
nicht allein durch das Erfordernis; einer gewerblichen Nieder: laffunq des Gewerbetreibenden an irgend einem Orte einge- schränkt sondem außerdem durch das Verbot, die Wanken, auf welche Bestellungen „gesucht werden (abgesehen von Proben und Mustern und von gewxffen von der Zulassung des Vundeßraths ahhängigen AUSnahmen) mitzuführen. Insofern bestehe noch em zweiter Unterschixd des Aufsuchens von Waaren- bestellungen gemäß 44 von dem “in §. 56a Nr. 2 vorgeskhenen Gewerbebetriebe. Allerdings sei es nicht unbedenklich, wenn die Eingangs erwähnten Papiere auf dem nach Zs?" 44, 443 vorgesehenen Wege vertrieben würden, und da elbe gelte von dem nach F. 423 nicht ver- botencxn Kolportageaeschäft am Orte der Nieder assung, wenn es steh mcht auf das Feilbieten erstrecke, sondern auf das Auf- suchen von Besteüungen beschränke. Es fehle aber an einer
den erwähnten Papieren zu verhindern. Die Polizeibehörden würden daher in diesen Beziehungen ihre Einwirkung darauf zu beschränken haben, mit Nachdruck zu verhindern, daß bei dym nach §. 44 zulässigen Gewerbebetriebe (von Ort zu Ort) dte Papiere, auf welcheBestel1ungen gesucht werden, nicht feil- geboten, noch mitgeführt werden, und daß dieselben von Haus zu Haus (§. 423) nicht feilgeboten werden.
_ Mx Chef der Admiralität, General-Lieutenant von Caprtvt, tst aus Wilhelmshaven hierher zurückgekehrt.
_- Dex Genexal-Lieutenant Graf von Kaniß, i')- 18 suite der Armee, rst zy em'em längeren Aufenthalte aus Schmuggerow m Pommern hter emgetroffen.
_ Der Königlich württembergische General-Lieutenant von,Brandenstetn, Commandeur der 9. Divifion, hat BSLlTllsksl nach Abstattung persönlicher Meldungen wieder vera en.
Mecklxnburg-SrhWerin. Schwerin, 2. März. Aus Cannes wxrd den „Meckl. Anz.“ unter dem 25. Februar ge:
schaften und der prinzlichen Kinder dauernd sehr gut ist. “._Dte Großherzoglickwn Herrschaften sahen mehrfach Gäste an 1hrer Tqsel nnd begaben Sich am 24. für einige Stunden nach" Ntzza zum Bevuck) der württentbergifchen Ma- ]ßstat en. Etwa am 7. März beabsichtigkn der Großherzog und dte GrqßhexzoginSick) nach V a le rmo zu begeben und dort einen drew bis vterwöchentlichen Aufenthalt in der Villa Belmonte zu nehmen, welche auch in diesem Jahre wieder der Principe Pandolfmaxdereitwiüigst zur DisPOsition gesteÜt hat. Ge en den' 8. Aprtl gedenken die Herrschaften alsvann nochmals ür e1n1ge Wochen nach Cannes zurückzukehren und auf diese Weise den Aeqninoctialstürmen aus dem Wege zu gehen, welche gerade 1m Monat März daS Klima von Cannes häufig rauh und unfre11z1dl1ch machen. Während der Abwesenheit der Großherzoabckzen Eltern werden die Kinder in der ViÜa Isola Bella verbleiben.
Anhalt. Dessau, 1. März. (St.:A.) Am 27. Je- bruar hatte der österreichische Gesandte in Dresden, Freiherr von, Herberk, die Ehre, von Sr. Hoheit dem Herzogs in Audtenz empfangen zu werden und seine Kreditive als außer- ordentltcher Gesandte am Herzoglichen Hofe zu Überreichen. _Derselbe wurde zur Tafel gezogen und hat unsere Refidenz mzwischen wieder verlassen.
Oefterreirh-ngarn.
lexxte' bei fortgeseßter Dxbatte 0er das Budget der Finanz: thster Yxxna1ewsk1 in eingehender Weise die gegen das Budget «Utens der oppositionsllen Redner vorgebrachten
Minisxer wies an der Hand der bereits genehmigten Rechnungs- abschluffe deH odkrstyn Rechnungshofes nach, daß im Jahre
sondern daß sich vielmehr ein Ueberschuß von 5 150 000 l. und 1m Jahre 1883 ein Gebahrunas-Ueberschuß von 2 148 000 [. erzziebt, einxm gleichen Ergebmiffe sehe er pro 1884 entgegen. 30th bewe1se die stufenweise Besserung der Finanzlage de?- Retckzßs.' „.Wir haben“, erklärt der Minister wciter, „nach sechszährtger Wirksamkeit bewiesen, daß in Oestekreick) die
Parlamentarische Regierung im eigentlichen Sinne des Wortes, berechtigte Wünsck)? mit gleichem Wohlwoüen entgegenkommt,
gegxntrilt. rdgt'éren, wohl ihr aber zeigen, daß man auch ohne ste re- meren und die Bedürfnisse des Staates befriedigen kann. Im Vefiße des Vertrauens des Kaisers und mit Unterstützung
entgegensetzen in der Hoffnung, daß die jeßige MajoriLät ver-
bjshep die Interessen des Staates ohne Rückficht auf die Na- ttopqlttät und die politischen Parteien zu fördern“. Mxmster sprachen noch Czerkawski und Eduard Sueß, worauf dle Debatte auf morgen vertagt wurde.
Dex Kronprinz und die Kronprinzessin von Oeßer- retch:Ungarn sind hier eingetroffen und gedenken morgen nach Damasku s weiterzureisen.
_ Pest, 2. März. (W. T. B.) TMZ.“ empfing anläßltck) séines 10jährigen Amtsjubiläums em m sehr warmen Worten abgefaßtes Glückwunsch- telegramm, in welchem der Kaiser den Minister seines umpandelbaren Vertrauens verfichert und die Hoffnung aus- sprtcht, daß derselbe noch lange für Thron und Vaterland
Minister die Begmten des Ministeriums des Innern unter Führyng des &IZaatsfekrctärs, sowie die Deputationen der ver1chuxdenen Behßrden. Zu Ehren des Minister-Präfidenten fand "em Galadtn_er statt, dem sämmtliche Minister, Staats- sekretare und zahlxetche Abgeordnete beiwohnten.
' Pest, 3. Marz. (W. T. B.) Das Unterhaus hat dre Vorlqge, betreffend die Reform des Oberhauses, in der Speztaldebalte a n gen 0 m m e n.
SchWeiz. Bern, 2. März. (W. T. B.) Hier find nock) we1tere 20Anarch1ften verhastet worden, darunter
Legitimationskarte nach Maßgabe der §§. 44, 443 seiübrigens
7 Schweizer. Die übrigen Verhafteten smd meist Deutsche.
aber weitgehenden Bexstrebungen mit gleicher Mäßigung ent: ; Dte Regterung will nicht gegen die Opposttion “
der Majorität, kann die Regierung getrost den Neuwahlen ..
stärkt zurückkommen und die Regierung untersti'tßen wird, sowie ;
Aus Beyrut wird unter dem 3. März- telegraphirt: '
Der Minister-Präfident *
elsprießlich wirken werde. _ Heute Mittag Empfing der *
g-sseßlichen Handhabe, diese Formen des Gewerbebetriebes mit '
schrieben, daß das Befinden der Großherzoglichen Herr:
_ , Wien, 2. März. (W. T. B.) In der heutxgenStßung des AbgeordnetEnyauses wider: ._;
Einwendungen in finanzieller und politischer Hinsicht. Der
1882 nicht nur kein Gebahrungsdefizit vorhanden gewesen war, '
Herrscha'ft fewer Partei'und keinem Volksstamme ausschließ- “- l1ch gebührt und daß wxx kem Monopol der Herrschaftdulden. * Dre Regierung sucht keme Mittelpartei, denn fie ist keine -
sie ist eine Regieryng, die alXen Parteien in Bezug auf deren "
Nack) dem
Genf, 2. März. (W.T.B.) Die hiesige anarchistische
Druckerei des Journals „La Révolte“ ist durch die Polizei
geöffnet und alle Papiere find mit Beschlag belegt worden.
Großbritannien und Irland. Lo nd on , 28. Februar. (Allg. Corr.) m Oberhause wurde gestern die Debatte über Lord alisbury's Tadelöantrag fortgesetzt. Lord Camperdown, ein liberaler Pair und ehemalrgxr Loxd der Admiralität, erklärte: w_enn die Regterung 1_hre tm Sudan zu befolgende Volttik nicht' klar xmd deutlth da_r- lege, würde ihm nichts Anderes übrtg blechen, als fur exn Tadelsvotum zu stimmen. Lord C?xnarvdn, „welcher 'm Disraeli's Kabinet eine Zeit lang, thster fdr, dte Kolomen gewesen, unterzog die egypttsch'e, Poltttk der Re: gierung einer sehr scharfen Krmk und tadelte ms- besondere sebr strenge ihr Verhalten gxgen Geyeral Gdrdqn. Die Prengebung dieses tapferen Offizle'rs allem rechtxxrttge ein TadelSvotum. In der ganzen Gesch1chte Englands 'könnxe er keine schmachvollere Handlung finden, als die Wexse, m welcher die Gladstone'sche Regierung (Gordon behandelt „habe. Die Jrrthümer der Regierung in der Vergangenhext dürften indeß verziehen werden, wenn Hoffnung auf _eme _beffere Politik in der Zukunft vorhanden _ xväre. AUcm d1e Ne- gierung scheine keine andere Polttck zu haben als dte,
die Macht des Mahdi zu zertxünxmexn. Der einzige; Zweck, den die Regierung augenxchemltch verfolge, se: der, im Amte zu bleiben. Unter den odwaltenden
trauxigen Verhältnissen brauchte es die Konservativep nicht zu gelüsten, die liberale Regierung zu verdrängen, aÜet_n troß der unglücklichen Erbschaft, welche die gegenwärtige Regterzmg hinterlaffen dürfte, werde es die Pflicht der konservatwen Partei sein, nöthigenfalls die Zügel der NMiLkURJ' zu er- greifen. Lord Kimberley, der Minister für Jnduxn, er- klärte: die Regierung lehne es ab, ihre Politik, dux daraztf l'inauelaufe, Egyvten zu verlassen, sobald dort eine stabtle Regierung gebildet worden, zu ändern. Er sei Üder- zeugt, daß es keine Regierung möglich ftnden würde, Angesichts Europas eine gegentheiligs Politik zu promul- giren. Die Macht des Mahdi würde gebrochen merdem, aUein die. Annexion eines großen Theiles des östlichen Sudans würde es nöthig machen, daß im Sudan eine große Armee unterhalten werds, deren Kosten zu dem erreichtxn ZWLÖin keinem Verhältnisse stehen würden. _ Nachdem stel) noch eme Reihe von Lords an der Debatte betheiligt halten, erhob fich Lord Granville zur Vertheidigung der Regisrung. Ec behauptete, daß,was di:: Politik der Regierung in Afghanistan, Afrika und Egypten anla11ge,viele der jeßigen Schwierigkeiten, mit denen die Regierung zu kämpfen habe, von ihren Amtes:- vorgängern auSgesäet worden seien. Das; die Kritik des Aus- landes den Fürsten Vi-Zmarck als einen (Hegner dex: egyptischen Politik bezeichne, habe ihn nicht überrascht. „Fürst Bismarck, fuhr der Minister fort, ist einer der merkwürdigsten Männer dieses Jahrhunderts. Er besißt große Fähigkeiten, große Wiuenskraft und großen Verstand. Jede Nation wünscht seine Freundschaft, und seine Feindschaft ist nicht l1eg€hr€nswerth. Trotz alledem sehe ich nicht ein, warum wir deswegen alle Frei- heit desHandelnS in kolonialen und auSwärtigen Angelegenheiten aufgeben solLen. Wynn unsere egyptische Politik nicht mit seinen Anschauungen übereinstimmt, so that es die dsr vorigen Regie- rung auch nicht, denn sein uns ertheilter Rath ging dahin: wir sollten Egypten annektiren. Lord Véaconsfield ant: wartete darauf: er wolle Egypten nicht als Gkschenk bin- nehmen.“ Nach dieser Abschweifnng wieder zur Sache Über- gebend, drückte Lord GranviUe tiefes Bedauern über den Tod Gordons aus, rt-kapitulirte die Umstände, unter denen General Gordon nac!) Khartum gesandt worden, und bekämpfte die gegen die Regierung erhobenen Anklagen in Bezug auf die Art und Weise, wie dieselbe gegen jenen tapferen Offizier gehandelt habe. Schließlich versicherte er dsm Hause, daß die Regierung von dem Wunsch beseelt sei, mit Energie in dem Unternehmen, welches sie b:»gonnen habe, vor- zugehen, daß sie in wirksamer Weise dxn Sklawenhandel unter- drücken und die Ehre Englands für die Vertheidigung deS eigentlichen Egyptens verpfändet habe. _ Zunächst wurde nun- mehr das von Lord Wentwortheingebrachte Amsn demsnt, welches Lord Salisbury's Antrag bekämpft, ohne Abstimmung abgelehnt. Sodann wurde zur Abstimmung über Lord Salisb ury's Antr ag geschritten ; dieselbe ergab dis Annahme mit 189 gegen 68 Stimmen, also mit eiuer Majorität von 121 Stimmen. _ Lord Salisbury frägt ferner Lord Gran- ville: ob seine Mittheilung über den angeblichen Rath des Fürsten ViSmarck auf einem amtlichen Dokument beruhe. Lord Granville gab zu, daß dies nicht der Fall sei, er habe aber die Mittheilung von der allerzuvérlässigsten Seite erhalten. Lord Salisbury erwiderte darauf, daß ihm von der ganzen Geschichte kein Wort bekannt sei.
_ 2. März. (W. T. B.) In der heutigen Unter: baussißung richtete Maxwell die Anfrage an die Re: gierung: ob dieselbe von der deutschen Regierung irgend cine Mittheilung bezüglich Kamerun seit dem Schrei- ben Granviue's vom 21. d. empfangen habe, und ob der Ka- pitän des Schiffes „Rapid“, Campbell, Jnstrnktionen be- treffs den der deutschen Flagge zu erweisenden Respekts: zeichen nachgesucht und erhalten habe. Der Unt er-Staats: sekre t är F i s m an ri c e erwiderte: bezüglich der erwähnten De: pesche fänden nochMittheilungen vertraulicher Art statt; die- selben könnten jeßt noch nicht veröffentlicht werden. Campbell habe keine Instruktionen nachgesucbt; die bereits publizirte Depefche vom 19. Dezember sei der einzige Bericht desselben und enthalte keinen Hinweis auf irgend eine Frage betreffs der Anerkennung der deutschen Flagge. Den englischen FlottemOffizieren an der Westküste Hlfrikas seien Weisungen zugegangen, die deutsche Flagge in den in der Note Plesscns vom 15. Oktober 1884 erwähnten Pläßen anzuerkennen. _ Ashmead Bartlett meldete für den 13. d. einen Antrag an, dasBedauern desHauses darüber auszusprechen, daß die Regierung das freund- liche Einvernehmen mit Deutschland, das unter dem Kabinet Lord Beaconsfields hergestellt worden sei, umgestoßen habe. Zugleich so!! erklärt werden, daß das Verhalten der Regierung bei den leßten Unterbandlungen mit Deutsch- land, namentlich bei denen betreffs Neu-Guineas und der Südsee-Jnseln der Regierung einer großen Nation un- würdig sei. _ Reed kündigte für die Berathung des Marinebudgets einen Antrag an, durch welchen der Zustand der Flotte als unbefriedigend be- zeichnet wird, was hauptsächlich der mangelhaften Verwaltung und ungehörigen extravaganten Veranßgabung der bewilligten Gelder zuzuschreiben sei. Der Kanzler derSchaßkammer, Cbilders, erklärte: er könne den Tag für die Vorlage der
finanziellen Abmachung bezüglich Egyptens noch mcbt fefiseßen, habe indessen von einem Votscbaftex erfahren, daß die Abmachung faktisch fertig sei._Der Prem1er Gladstqne wohnte der heutigen Sißung, eines leichten Unwohlsems halber, nicht bei. „ . ' '
Das Unterhaus hat in semer heutigen Stßung eme Adresse an die Königin angenommen, in welcher der Dank des Hauses für die Königlichsn'Botschgften betreffs der Reserve und Miliz aus;;esprochen wurd. Em_ Antrag La- bouchere's, dem BLUÜULTU über diesen Schutt Ausdruck zu geben, war mit 149 gegen 19 Stimmen adgelednt xvorden.
Vom Oberhause wurden hkute d1e Kön1gl_1chen Botschaften betreffs der Reserve und der MTU an- genommen. Lord Granville erklärte: er schenke den Ge- rüchten von GebietSabtretungßn Birmas an annk- reich Angefichts der positiven Versrcherungen der franzostschen Regierung keinen Glaubsn. .
Die der Theilnahme an den Dynamtx-Atten- taten angeklagten Cunningham zmd Burton smd hßute wiederum vor das Tribunal tn Bowstreet geführt worden. Der Königliche Staatsanwalt erklärte: er werde Zeugen beibringen, welcbe die Mitschuld BurtonJ an dem Dynamit=Attentat auf dem Bahnhof Chartag-Croß und an dem einige Tage später stattgehabten Attentat auf emem anderen Bahnhof Londons darthun würden. _
_ 3. März, früh. (W. T. B.) Das Ergebntß der ärzklichen Untersuchung, welcher ,die, m Dover, Shorncliffe und PortSmouth garmsomrenden Tryp.- pen gesiern unterzogen worden sind, war em fehr befrzedt- g€nde§; nur wenige Mannschaften wurden_ als zum Dunst außerhalb Englands ungeeignet bqunden. Dte ärztlxche Untex- suchung der in England stehenden Truppen wird dtelfach rmt einer angsblich beabsichtigten Verstärkung der englischen Trup- pen in Indien in Verbindung gebracht.
Frankreich. Paris, 27. Februar. (Köln. Ztg.) Die einfsußreichen Mitglieder der äußersten und, der radikalen Linken haben steh j-xßt geeinigt und für d1e be- Vorskshenden Wahlen ein gememschaftltcbes Pro- gramm aufgesteÜt. Die Hauptpunkxe dicses Prdgraxnms sind: Rsform der Grundsteuer, dreijähriger _ Müttärdtenst, Reform des Senatéwahlgeseßes und neue Rxmston der Vex: fassung. Der fortgeschrittene Theil der Unxon Rspublt- caiue (Gambeitiften) ist dem Progxamm gewonnen., Paul Bert, der an ihrer Spiße steht, will m Folgs'deffen em neues Blatt herausgeben, dessen Hauptanfgabe darm besteht,".Hrn. Inles Ferry und seine Politik zu bekämpfen), In der nachsxen Woche»: werden die Führer der Anti-Ferry'chen Grupch eme große Versammlung abhalten. _ Wie verlautkt, hat dte Re- gierung beschlossen, das Budget für 1886 erst nach den Osterferien vorzulegen. , , '
_ 27. Februar. (Fr. Corr.) DLL Armeekommrsston trat heute zusammen , um die Ansichten dW Krtegs- Ministers über die Kolonial=Armee anzuhören. General Lewal schlägt vor, die Zahl der Jäger-Vatatlxone von 30 auf 40 zu erhöhsn, und zwar soUsn diese 10 neuen Bataillone durch die Cadres der Marine-Jnfanterte gebildet werden. Von den 40 Vataiüonen wü'rden" 16 im Verein mit einer gswiffen Anzahl afrxkam1cher Truppen das Kolonialhee: bilden. Die übrtgen 24 Jäger -BataiUone würden den Armee=Corps zugethx11t oder dem Mobilisirungsdienft überwiéskn werden. Das xmm- fterieüe Projekt hätte dkn Vortheil, keine neuen AUSgaben zu erfordern, während dasjenige des A1:Sschuffe§, Über welches Baron de NSU]? Bexicht erstattet, eine MehrauSgabe von_ sechs MiÜionen jährlich benöthigen würde. Der KriegL-Mmffter erklärte der Kommission, daß er die Bildung des Kolonial-
esres, so wie er fie vorfcblage, bis zur DiLkusston des (He-
?eHe-Z Über die Cadres verlage. Inzwischen nehme_er als Uebkrgangsmaßregel die Vorlage dss Ausschusses mit emzelnen Veränderu-"xgen von Detaich an. _ Bei dem Etat der Marine und der Kolonien richtete Gene_ral Robert an den Marine=Minifter, Admiral Veyron, eme Frage Über den Zustand des SchiffSnxaterials in dsn chiyef1schep Ge- wäffern und knüpfte daran den Zwsifel, ob d1e berezt? be- willigten Summen aucb genügen würden, um die Expedtttons- flotte zu unterhalten und die nötdigen Reserven m- den französischen Arsenalen zu srchern. DLL“ M a turne- Minister entgegnete: das Geschwader tm außer- sten O | en befinde sich im erfreulicbsten Zustande; maß den Untsrhalt der Fahrzeuge: 5 _Panzer1chiffe, 14 Kreuzer, 2 Transport:, 5 Kanonenböte und 16 Aytsos, betreffe, so könne derselbe allerdings nicht (1115 den_196 Millwnen des Marinebudgets- bestritten werden. Schon m' den [Men 43 Millionen, die als Nachtragskredite für Tongkmg bewxlligt worden, wären Schiffsreparaturen mit eingerechnet, und 10 oft in der Folge Spszialkredite verlangt würden, müßte das- selbe geschehen. _ '
_ 2. März. (W. T. B.) Ver der heute m der Deputirtenkammer fortgeseßten Beratbung der Ge- treidezölle wurde ein Zoll von 1 Fr. 90 Cent._ für Saat- gerste, aus Europa oder direkt importirt, und em Zol] von 5 Fr. 50 Cent. für solche aus europäischen Entrepots, ange- nommen. Der ZolX auf Mais wurde abgelehnt, ebenso aUe
Amendements. Schließlich wurden die neuen Getreidetarife im Ganzen genehmigt. Italien. Rom, 2. März. (W. T. B.) Die. Nack)-
richt von einer bevorstevsnden Kred'itforderung für die Expedition nach Masfowah wxrd von 1tnterx1cht_eter Seite für unbegründet erklärt. Außer der Mtsston Ferrara's wird, gutem Vernehmen ,na'ch, eme wertere Mission an den König von Abesstnren abgesandt.
_ 3. März. (W. T. B.) Der Pap ft "empfing an seinem gestrigen (Hevnrtstage d1e Glückwunsxbe der Kardinäle und gab in seiner Antwort ssmem ttesen Be- dauern „über die dem Papstthum durch di? Revolutron be- reitete Lage“ AUSdruck. Es set dtes Folge des Einflusses der feindseligen Herrschaft, welche dre der- maligen Verhältnisse des päpstl_1chen Stuhles 'spater noch ernster gsstalten könnte, .me fich dtex: bet der Spoliation der Propaganda_ berezts gezeigt bade. „ Selbst wenn aber die Verhältniss 10 bleiben soüten, waste' gegen- wärtig seien, würden dieselben immer als unertxagltche'an- gesehen werden müssen, und weder xc noch emer semer Nachfolger würd: jemals im Stande sem, fich denselben zu fügen.
Mittel-Amerika. („W. T. B.) Eine (über New-York, u. d. 2. März eingegangene) Depesche asus Panama meldet: die revolutionäre Bewegung zu Columb'ta dehne sich weiter aus; in einem stecht m der Promnz
Barr an quil la seien die RegierungstrUppen geschlagen wor- den und hätten 60 Mann an Todten, 200 an Verwundeten und 300 Gefangene verloren. Die Stadt _Cartagena, welche die Bafis der Operationen der Regierungstruppen bilde, werde von 800 Aufständischen belagert.
Afrika. Egypten. Kairo, 2. März. (W. T. B_.) Wie ein Telegramm des „Reuterschen Bureaus“ meldet, L| die Ermächtigung des Khedive, die internattonale Finanzkonvention zu unterzeichnen, dem Unter-Staats- Sekretär im Finanz : Ministerium, Blum Pascha, zu- gegangen. _
Suakim, 27. Februar. (AUg. Corr) Während der leßten beiden Nächte hat der Feind drei der vorgeschodenen Redouten zerstört, ohne daß die gegen ihn vorberetteten Minen explodirt wären. Auch haben die Rebeaen nahezu 20001) Sandsäcke fortgeschleppt und anderen Schaden an-
eri tet.
g _ (W. T. B.) Nach einer in London am 3. März ein- gegangenen Meldung aus Korti ist die Truppenabtbei- lung des Generals Vrackenbury behufs einer allgemeinen Konzentrirung der englischen Truppen nach Korti zurück- berufen worden.
Zeitungsstiumen.
Die „National-Zeitung“ bemerkt zu der gestrigen Rede des Reichskanzlers: _
. . . Dec Künzler, Welcbsr die Bewilligung eines Pau1chquan- tums anstatt der fpezialifirtex: Etatsfordstung annahm, betonte wieder- holt, daß Kolonialpolitik nur gétrieben werden könne, tyenn eine eu:- schiedene Unterstützung derselbkn dnrch eine parlamentariwbe Majorität vorhanden sei. Wir Haben uns von Anfanqan bemüht, auf eine solche bin- zuwirken,und wirboffen namentlick) 'An-,“.Lficbts dcr beutigkn Rededes Abg. von Stauffenberg, daß auch die Link? es daran je länger, um so weniger wird feblkn [affsm Die fortsÖrittlicbxn Mitglieder der- selben erinnern wir an das Wort kiULZ ibrér bedkutendsten Führer, Zieglers: „Das Herz dxr Demokratie ist immer da, wo die Fahnen des Landes Wehen.“ Die Fabnkn des Landes weben jetzt in Westafrika und auf den Inseln dés Stiüen Occans. Und Nicht, olme daß_auch äußerlich fich bekundete, mit wie lebhaften: J.".tekeffe die Nation, ]?i es mit ibrkm Verstande, 17.-“( es mit ihrer Pbantafie, der dort eingeleiteten Aktion foLgt. Der KOlOUiälVérein hat binnen ganz kurzer Frist, ohne n-znnenIrvsrthe Agitation 10000 Mitßliedcr erhalten; sehr viel mehr besaß der Nationalverein zu seiner besten Zeit nicht, obgleich er einen so viel höheren Zweok verfolgte und obglsicb für ihn mächtig, u. A. durch Verbote mxd Vcrfolgurxgen Seitems dsr Régierungen, gekoorben
wurde. . . . ' ' _ Ueber „Netchstag sagt dte
„Hallifche Zeitung“:
Wenn dic Fraktionsintersffkn zweier der Regierung feindlichen Partkien so statk sein können, daß fie den Reichstag verhindern, die von der Begeisterung der Nation gekragene Politik dsr Regierung zu sanktioxxiren, wc'nn der Reikdstag keine int und keine Worxe findet, um dicser Politik den unentkchrlicben Rückhalt zu JebM, Wenn es möglich ist, daß zwei Fraktionen . darauf aus- gehen, die Dampfervorlage _ wie es in der Kommisfion geschehen ist _ so zu ändern und zu verderben, daß ihre Annahme dcn aufrich- tigsten Freunden derselben unmöglich wird, und Wenn diese beiden Parteien dkn Reichsjag beim AuZlande in den Geruch bringen, als stände die Volksvertretung nicbt Hinter dem großen StaalSmanne, so läuft die parlamentarische Institution selbst die größte Gefahr, fich in Mißkredit zu bringen. Man Täusche fick) doch über die gegen- wärtige anscheinende Ruhe und Gleichgültigkeit in der Nation nicbt: fie bucht genau die Sünden der Fraktionspolitik , welckoe auf kolonialpoiitiscbem Gebiefe bsgangen werden. Sie wird allerdings bereit sein, Ablaß zu gewähren, wenn die gegen- wärtige Ungewißheit Endlich in cinem günstigen Sinne zum Abschluß gebrakht ist. Nun und nimmermehr aber wird es der_Oppofition gelingeü, das kolonialvolitische Jntexeffe durch Aufwersen anderer Fragen erkalten zu [affen und in den Hintcrgrund zu drängen. Ab- lebnende Vola _ und wie die Dinge neuerdings wieder liegen, find dieselben nicht von vornherein auszusäylicßen _ werden für die Nation cin BLWCis sein, daß der gwß? Momsnt nur ein kleines Geschlecht von Parlamentariern findst. . ' _
_ Der „Ledermarkt“ sagt m seiner Wochenübersrcht:
Am nächsten Freitag treten die deutschen Leder-Jndustriellen in Berlin zusammen, um laut dkm Geseße vom 6. Juli v. I. eine Be- rufsgenoffenscbaft für ihren Industriezweig zu errichten. Der stlbft- bewußte nationale Zug, Welcher seit einem Decennium durch unsere Industrie geht und tbr neue Schaffenskraft verleiht, gelangt jetzt zu einer festen Verkörperung; ein fichtbares dauerndes Band der Einig- keit wird fie nunmehr umscblingkn und es ermöalichen mit vereinten Kräften zu voUbringen, Wofür das WoUen und Können des Einzelnen nicht auSrLickyte. Freudig haben die deutschen Lederindustriellen die ihnen durch das Gesetz gebotkns Möglichkeit Ergriffen, um den nationalen Einheitsaedanken auch in ihrem Geschäftszweig zur That Werden zu lassen; Nord und Süd, Ost und West unfercs Vater- landes reichen ficv brüderlich die Hand, um das geniale Werk unseres Reichskanzlers zum Wohle des Arbeiters, zur Ecstarkung des Ge- werbes zu unterstützén rmd auézubadcn. , _
Die Bcrqugcnoffcnschaflen smd zwar in erster Lime Mittel zu dem Zwecke der Aus- und Durchführung dcr Arbeiter-Unfallver- fieberuna, aber 718 eröffnen dem Sozialpolitiker noch eine wextere große Perspektive. Abgesehen davon, daß fie auch die naturgcmaßen Träger der Alters- und Invaliditätsverßckyerung, der wsiTercn Glieder der aUgemeinen ArbeitsrvsrfiÖerung sein wsrdcn, fie erscheinen zu- gleich für die Lösung der großen Frage einer zWeckmäßigen Organi- sation dsr Volkßwittdscbaft als vorzüglich geeignet. Als Hauptauf- gaben einer solchen tretcn bkrvor: die beffcrc Regelung der Pro- duktion und des Absaßes zur Bekämpfung der Uederproduktionen und Krisen, die Hebung des gewerblichen Kredits, dix größere (T_nt- wickelung des gewerblichen und ArbeiTer-Bildunaswewns, die Erxtcb- tung von Arbeiter-Nachweisebureaus, die Schaffung einer oxdkntltchen Produktions:, Konsumtwns- und Lohnstatistik.
Und Kolonéalpolitik“
LandtagÖ- Angelegenheiten.
Der Etat des Kriegs-Ministeriums 1885_86 ist in den Einnahmen (Kap. 35, 1910 ..ck) um 692 „46, in den dauernden Aus- gaben (Kap. 127, 114 862 „M) in Folge des Mehrbedarfs von 3 Zcugrvarten 11. Klaffc um 6565 „FC höher als der laufende Etat. Zu einmaligen und außerordentlicven Ausgaben sind Kap. 14 192 500 «Fü (_ 27 500 .“) außgeworfcn, davon _12500 „45 für die Heizungsanlagen im Zeughause und 180000 .“ fur die andertveite Einrichtung des Zeughauscs. Diese Pachfordcrung wird durch eine Denkschrift, wie folgt, begründet. '
Die anderWeite Einrtchtung des Zeughauses 111 Berlin _ Geseß vom 17. März 1877 _ ist bis auf einen Theil der künstlerischen Ausschmückung des Kuppelraums und dcr anstoßenden beiden Seiten- hallen vollendet Die Sammlungsräume find seit dem 8. November 1883 für den Besuab des Publikurys geöffpct.
Für die künstlerische Ausscdmuckuna smd, den AUerböckysien Orts getroffenen Bestimmungen gemaß, nachstehende Arbejten aUSgefübrt bezw. in Bestellung gegeben worden:
4. Skulpturen, 1) In den Kuppelraum (Herrscherballex die 7 Koloffalstatucn der preußischen Herfcber vom _Großen Kurfursten bis zu König Friedrich Wilhelm 17. in Bronce; dle Koloffalfigur dxr Victoria in der Mittelniscbe und 4 fißende aUegorische Figuren m
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