_ In der heutggen (77.)Sitzx1ng des Reichstages, welcher: der Stgats=Mm1fter von Boxtncher, der Staatssekretär des Retckxs-Jußtzamw, Dr. von Schelling, sowie mehrere andere vaonmachttgte zum Vundeßrath nebst Kommissarien desselben beuvohpten, ftrmd an erster SteUe auf der Tageöordnung: der mündltche Vrrtcht der 1'111.K0mmissi0n über die von den Abgg. Muncke1_und 1)r. Rerchensperger eingebrachten Geseßentwürfe, betr. dre Abänderung des GerichtSverfassungs- gese es und der Strafprozeßordnung.
amens der Kommisfion beantragte der Abg. Vfafferott:
Der Reichstag wolle beschließen:
Jn ErwägurF,
daß die usscbließung der Berufung in Strafkammersachen durch dteReich-Zustizgcse gebung in der Vorausseßung erfolgt ist, daß die durch eme zweite “ nstanz erstrcbte Garantie für eine gute Rechtspftege M). 016 entbehrlich erweisen werde; _ daß aber diese Erwartung in dem abgelaufenen Zeitraume von funf Jahren fich nicbt verwirklicht hat und dementsprechend die Wiedcrberstellung jener Berufung in immer weiteren Kreisen dringend gefordert wird; daß die Reichsregierung nach den in der Sitzung vom 10. De- zember "1884 ahgegebenen Erklärungen bereits Einleitungen zur Herberfubrung einer dem Bedürfniß entsprechenden Gesetzesvorlage ge1roffen hat, _ das Resultat dcr erforderlichen Arbeiten aber um so mehr abgewartet Werden muß, da ein aus der InitiatiVe drs Reichstages brrvorgegangener Gesryentwurf bei diesc'r Laße der Sache kaum Ausficbt auf Erfolg hat; _ „geht der Reichstag über die Anträge Munckel U11d Genoßen _
Nr, 13 der Druckiachen _ und 131". Reichensperger und Genossen Nr. 18 der Drucksachen _ zur Tagcsordnung über, spricht aber zugleich dre Erwartung aus, daß die verbündeten chieruvgen mit thunlicbster Beschleunigung einen die betreffende Rechsmatcrie ord- nenderx Gesa enjwurf dem Reichstage vorlegen werden." „ Bet Sch uß des Blattes sprach der Staatssekretär des Reichs-Justizamts, 01. von ScheÜing.
_ In der heutigen (52.) Sißung des Hauses der Abgeordneten, welcher der Vize-Präsident des Staats-MMfteriums, Minister des Innern, von Puttkamer, der Munster der geistlichen 2c. Angelegenheiten, 01“. von Goßler, sowie der Fi11anz:Minisier 01. von Scholz nebst Kdmmtssarien beiwohnten, tbeilte der Präsident dem Hause mit, daß dcr Abg. Fthr. von Dalwigk - Lichtenfels am 29. 0. M. verschieden sei. Das Haus ehrte das Andenken des Verstorbenen in der üblichen Weise und trat hisr: auf m die Tagesordnung ein, dersn alleiniger Gegenstand die Fortseßung der zweiten Berathung des Antrages der Abgeordneten Freiherr von Zedlitz und Neu- ktrck) (Mühlhausen) und Schmidt (Sagan) auf An- nahmx», eines Gesetzentwurfs, betreffend die Pensiozrirung der Volksschullehrer, war.
Zunachsx wurde §. 2 berathen, welcher nach den Beschlüssen der Kommtsston lautet:
Die Pension beträgt, wenn die Versetzung in den Rubkstand nacb vollendetem zehnten, j7d0ch vor voUendetem elften Dienstjahre erfolgt, 15/60 und steigt von da ab mit jedem Weiter zurückgciegten Dienstjahre um 1/60 des im §. 3 bestimmten Diensteinkommens. Ueber den Betrag von 45/60 dieses Einkommens hinaus findet eine Steigung nicht stalt.
In dem im §. 1 Absaß 2 erwähnten FaUe beträgt die Pensum 15/60, in _dem Falle des §. 1 Absatz 4 höchstens 15/60 des vorbezeich- neten, Dtensteimkommens.
Hierzu lag folgender Antrag der Abgg. Beisert und Gen'] vor: 9 " mr.- ), „..„U-uxumßcll zu |U||cu.
)IZT 2161111071 7011 jedoch mit AUSnahme des Falles im 4. Ab- saHe des §. 1 Mindestens 450 „44 und im Halle dieses 4. Absaxzes 5509116116 15/60 des vorbezeichneten Dienstein ommens betragen.
Der Abg. Dr. von Heydebrand hob hervor, daß der Antrag de? Abg. Betsert nach den gestrigen Erklärungen des Finanz: M1n1sters Aussicht auf Annahme nicht habe. Dagegen ont- spreche §. 2 m der 2Fczffung, welche die Kommission dem- selben gegeben, den Ünschen der Gemeinden. Wünsch-Ins- werih sei 66, daß von der Regierung Auskunft darüder ertherlt werde, ob die Bezüge, welche die Lehrer in einzelner) „Prompzen aus Kassen erhielten, zu denen fie, seidst Beitrage lersteten, bei der Berechnung der Pension mzt m Betracht gezogen werden sollten. Nach seiner Ansicht sex das absolut au996sch10ssem Auch darüber wünsch? er Auf- klarung, ob auch “fernerhin in dringenden Fäuen Beihülfen 137715er WLLLntxerstxßngsfqndsd für Lehrer Ügeleistst werden „ , 11 egee,m rtnenen äendie ' eines Lehrers sicher zu stellen. g F Extstenz
Der Regxerungskommissar, Geheime Oder-Regierung-Z- YathRaffel ertmderte, daß diE StaatSrsgierung auch fernerhin fur diskLehrer sorgen werde, deren Penfion unzureichend sei. Was dre Frageder Pensionskassen betreffe, so weise er darauf Ykßedchürndé 121116210le KZffe exißire. Die Bezüge aus dieser
11?th ere nun er n ' ' gezogZx WÄFM- g Pe fion nicht 111 Betracht te ' gg. Rickert, Knöicke, Pfaff (Ostsrbruck und r . 117371) Fxxllxesk'EdaYertetÉrklhgß eine L?Mithalp61111017)fiir LFHYerr imm en arun en er ' ' ' auf YUUUZUZL habe. (; egierung ksme Aussicht er, g. Wolff kam auf die gestrigen Ausla un on des Abg. Wmdthorst _ zurück, daß das vorliegende Gessseß ?nit der Verfassung in W1dersprnch stehe, und wies die von demselben vorgebrachten Brdenken als unbegründet zuriick.
' Nachdem s1ch auch der Abg. 131. Enneccerus in diesem Sinne aUngsprochep hatte, während der Abg. Dr. Windthorst nochmals s611ze A11s1chtvertheidigte, wurde §. 2 in der Fassung des Kommissionsbesch111ffes angenommen.
Der Abg. 1)r. Wmdthorst gab hierauf die Erklärung ab, daß der zu §. 2 gefaßte Beschluß, weil er in Widerspruch mit Zirt. 25 der Verfassung _stehe, eine Verfaffungsänderung tnvolmre. Nach ferner Ansrcht habe deshalb nach Verlauf von 21 Tagen ,eme erneute Abstimmung stattzuftndcn. unwxsOeletlJÜLZFLF wurden ohn?) erhebliche Debatte mit
. 1; an erun en na en ' : WMI." ganngommen. g ck Beschlüssen der Kom
. , outet nach den Beschlüssen der Kommi 10 :
Dte_Penfi0n,wird zu zwei Dritttheilen aus derssSZLaatskaffe und zu einem DritttH'etle von den bisher Verpflichteten gezahlt.
Hierzu lag vor em Antrag des Abg. Bohß:
Im ]. AbsaZe des §. 911 vor dem Worte „VerpfliÖteten' das
Wort „bisher' 11 Frei , d ' "" Unterhaltung derz (813qu7 agegen etnzujugen die Worte „zur DFS WRerenftYaxtrathlKer Abg. Beisert: n . an 0 es 1. saßes zu seßen: Die Pension wird zu zwei ritttheilen aus der Staatsk ' ' von den bisher Verpflichteten gezahlt.affe und zu einem Drtttthetle
beanxckxxjt: dem Abg. Graf Clairon d'HaussonviÜe war
Zu §. Jb.: An Stelle von „900 “Ft“ zu seßen: „750 „M'
Die Abgg. von Schenckendorff und Genossen beantragtetx: Den 1. Absaß des §. 911 folgendermaßen zu fassen: Die Pension wird zu rei Vieribeilen, jedoch nicht über den Betrag v0n900-„44 hinaus. aus der Staatskasse, bezüglich dcs Restes von den bisherigey Verpflichteten gezahlt. ' Endlich beantrcögte der Abg. ])r. Wmdthorsi: _ „1. Für den Ja der Annahme des §. 911, Absatz 1 der Be- ]chluffe, der Kommisston denselben zu fassen, wie folgt:
Dre Ymfion wird, soweit eine gutsberrlicbe oder patronats-
rechtliche erpflicbtung zur Zahlung derselben nicht besteht, bis zur Höhe von 600 «44 aus der Staatskasse, über diejen Betrag hinaus von den slZnstiJen bisher Verpflichteten gezahlt.
11. Fur den, Fall der Annahme des Antrages der Abgg. Beisert und Genossen, den §. 911 Abs. 1 zu fassen, wre folgt:
Die Penfion wird, soweit eine gutsberrlicbe oder patronats- rcch111che_ Verpflichtun zur Zahlung derselben nicht besteht, zu zwei Drttiibetlen (zus der btaatskaffe, im Uebrigen von den sonstigen btsbkr Verpfltcbteten gezahlt.
Der Abg,-W0lff zog den vom Abg. Bohß eingebrachten Antrag zurück.
Der 2159. Frhr. von Zedliß und Neukirch hat, unter Ab- lehnung sammtltcher Abänderungßanträge, von denen rns: besondere der Antrag Windthorst eine große Ungleichheit zwrscben demOsten und Westen der Monarchie schaffen würde, de;; §. 90 m der Fassung der Kommisfionsbeschlüffe anzu- ne Men.
Bet Schluß des Blattes sprach der Abg. Dr. Windthorst.
_ Werde?! von dem Vorstands einer Aktiengesell- schaft retchsstempelpflichtige Handelspapiere, ohne den Stempel zu entrichten, emittirt, so sind, 11011) emem Urtheil des Reichsxxerichts, 111. Strafsenats, vom 22. Januar 0. J., sämmtliche mit der ungestempelten AUEgabe exnversiandenen Mitglieder des Vorstandes wegen Stempel- hmterziehupg zu-bestrafen, selbst wsnn die emittirten Papiere nur vonjemem Theil der Mitglieder des Vorstandes unter- zeichnet smd. «.?-138143831 1 * ' _ Ermöglicht oder erleichtert eine Mutter die Unzucht ihrer Tochter durch vorsäßlichss Unterlassen der AUSÜbung _1hrer Pflicht znr Verhinderung der Unzncht, sei LS, daß sie threr Tochter den Verkehr an cinsm berüchtigten Orte ge- stattet, iet es, daß sie keinen Einspruch in solchen Fäüen 61.“- hebt, 100 nach Recht und guter Sitte der Einspruch geboten ck„ so 1st 'die Mutter (resp. die Eltsrn) nach Urtheilen des Reichsgertchts, 1. und 11. Strafscnats, vom 15. und 16. Januar 0. J., wegen qualifizirter Kuppelei 0116 §. ]ZL'ÖLZ ergfgeseßbuchs mit Zuchthaus zu bestrafen, auch wenn ste daher 1rgend eine positive, die Unzucht befördernde Handlung mcht gethan hat.
_ Zur Beseitigung von Zweifeln, welche beiAnwendung der durch Beschluß des Staats-Ministeriums vom 13. Mai 1884 zur Einführung gebrachten Grundsätze für die Berech- nung der Re1s_e-' und Umzugskosten hervorgstreten sind, hxmerxt der,M1mster der öffentlichen Arbeiten im Einver- ständmß mrt dem Finanz-Minifter in einer Cirkular- Verfügung vom 30„0. M. Folgendes:
Für 016 Entscheidung der Frage, ob der Anspruch eincs Beamten gUfGewährung von Reisekosten überhaupt begründet 1st, 1st ledtgltck) die Entfernung maßgebend, Miche der Beamte von dem, dem Reiseztelz'Z'Mächst belegenen Punkte der Grenze deSIdgangSortxYb1sDZx.8(();zak/21L11ttel1§unkt des Ynßunstsortes hat 0,“ „,... «" . a _ „ in enjenigen ä en, in welchen ?“ dsmerßtfpr end 5610 KW festgesteÜte ,d bescheinigte Ent- ernuxig en FindeßhewÜg kw" ame" Ki OULT rn nicht ergiebt auf die 61101: 6 tgegenstehende Anga e ' ur-Zbuches 116sz der am111che11 Postkarten, nach welcher diese Entfernung zwei Kilomexer' 0d6r mehr „beträgt, keine Rücksicht zu nehmen. lenderersettS 18 auch 111 dem umgekehrten FaÜe, wenn die Angabe'des Kursbuckzes bezw. der amtlichen Postkarten hinter dem Mindestbetrag 0011 zwe1 Kilometern zurückbleibt, die [16- 1onders er1mttelt6Entfernung zwischen der OrtsZrcnze des Ab- gangßpunktex und der Mitte des Endortes der Dienstreise aber 61116 Lange _von zwei Kilometern erwirbt, die Vergütung der RUsekos'ten mcht zu, versagen. Handelt es sich um eine Hin- und RÜckkUsé, so 111 016 fur den Anspruch auf Gewährung von Ne1sek0sten maßgebende Wegestrscke drr Hinreise auch der BEBLch= nrzng der Retsekosten fur die Rückreise zu Grunde zu legen. Die Ortßgrenze (gnstatt der Mitte) dLs Endortes einer Reise 1st n,ur m 0611 Failen zu 1) Nr. 1 der Grundsäße in Betracht zu ziehe'n, wénn zur Entschetdung kommt, ob bei einer zum Theck011fE1senbahnen odér Dampfschiffen zurückgelegten Reise eme für dLn Anspruch auf Gewährung von Reisekosten maß- FFZFnLdzeahErßtffernqu Ynl minldestens zwei Kilometer:: zwischen
noeoer neea und dem ' zurückgélegt ist. 13 p H Endorte der Reise
_ Die BevoUmächtigten zum Bundeswt ' ' '
h_ayerischer Ministerial-Rath Herrmann, KöFiglJmsgéZF s1sch6r ' Gehetmer Rsßzierungs-Rath Boettcher, Groß- herzogitck) mcxcklrnbuxgicher Ober-Zolldircktor Oldenburg Fürstltch schmarzbzfirg-Yondershausknscher Staats-Minister Re i n; ha_rdt urid Furstltch schwarzburg-rud01städtischer Staats- Mrmster Dr. 0011 Bertrab, smd hier ax1gek0mmen.
_ Der Königlich bayerische Gesandte am 161
FOerinvownLckerkchex1felF;Fixfxrirzg, ist 00n1hUsrllxcéZanochÖ * 311110061 1111 a ieG " ;
wieder Übernommen. eschafte der Gesandtschaft
„' Mecklenburg = Schwerin. Schwerin, 14 21 ri
W113 061“! „Meckl..2lnz.“ aus annes telegrapbisch gemepldelt w1rd,s1nd dte Großherzogltchen Herrschaften in der Nacht 00111 12. auf den 13. d. M. um 2 Uhr wohlbehalten da_selb[t61ngetr0ffen. _ Herzog Friedrich Wilhelm ist m1t seinem'Gouverneur, Hauptmann Schiller, gestern Mittag von hier wreder nach Dresden abgerei .
Oldenburg. Oldenburg, 13. April. Old t Der Erbgrqßyerzog hat heute die Führung de(r 4.“ (35260) dron des Mestgen Drag0ner=Regiments übernommen.
Sqchsen:Meiningen:Hildburghausen. M ei n i n
12. 210111. (Hann. C.) Dem Landtage sind noch Gegseefé; eytwurfe Über Besteuerung des Hausirhandels und über E1nfühxu_ng sm_er Erbschaftssteuer vorgelegt worden. Ferner fordert dre Regterung 20 0001/46 zur Hebung der Zündhölzchen- YZFFaZZn zanus 221111 Thti'zringer WJMD und ein Anlehen von
„ . e 0ra10nen un rainirun '
Schlesren gelegenen Domanialgüter. gen der m
Oesterreich=Ungarm Wien, 13. April. (Presse.) Das
Der Abg.1)1, Freiherr von S orlemer-Alt b an Stelle 750 «46 in diesem Antrags?h zu setzen: 600 Yntragte,
Aexerbau-Ministerium hat aus Anlaß der in der [ t Zett durch schlagende Wetter verursachten Katastrophe? 111;
den Bergwerken beschlossen, eine Enquete-Kommjs= sion einzuberufen, welche über die Ursachen dieser Un: glücksfälle sowie über die Wege und Mittel, diese zu verhüten, berathen sol]. Diese Kommisfion wird am 16. d. M. ihre Berathunaen beginnen und es find derselben außsr den betreffenden Vramten des Ackerbau- Ministeriums hervorragende Fachmänner_ eingeladen worden, Den Verathungen wird ein von 06111 Ackerbau:Mjnj= sterium ausaearbeitetes Quästionär zu Grunde liegen, in welchem Fragen in Betreff der Nothwendigkeit neuer geseß= licher Bestimmungen und einer Abänderung der bestehenden technischen Einrichtungen in den Bergwerken Lnthalten find,
Pest, 13. April. (Wien. Ztg.) Die laufende Sesßon des Reichstages wird, wie die „Ungarische Vos “ ver: nimmt, wahrscheinlich am 23. Mai mittelst Königlichen Reskripts geschlossen werden. Bis dahin wird das Ab- geordnetenhaus außer den bereits auf der Tagesordnung oder im Stadium der Vorberathung befindlichen (Heseß. entwürfen kaum noch einen anderen Gegenstand verhandeln und dürfte auch der Gesetzentwurf, betreffend das Wasserreché erst in der Herbstsesfion ur Berathung gelangen. “ , . _ Die liberale artei des Reichstages acceptirte 111 lhkér heutigem Klubkonferenz den Geseßcntwurs über 016 _Vostsparkassen in den Details, worauf der Justiz- Mmtster und der Minister=Präside11t ihre Antworten auf ver- schiedene JnterprÜationen skizzirten.
Niederlande. Haag, 13. April. (Köln. Ztg.) Der König und die Königin haben sich von Ymßerdam, wo sie sick) wie alljährlich um diese Zeit einige Tage aufgehalten, heuxe früh 'nack) Schloß Loo begeben. _ Die Prinzessin Hernrtch 111 heute von hier nach „Berlin abgsreist. _ Der Minister des Auswärtigen hat heute der Ersten Kammer das Protokoll und die Generalakte dkr Berliner Congo :Konferenz übsrgeben. _ Der General-Adjutant des Königs, van Panhuys, ist vorgestern gestorben.
Großbritannien und Irland. L011dot1, 14. April. (W. T. B.)_ Das Oberhaus hat Mute die Adresse an die Königmx, als Antwort auf die Botschaft, betreffend die Ernberufung der Reserven, ohne Abstimmung ange: nommen. Der Staatsfekretär der KoloniLn, Graf Derby, erklärte: ,die telegraphiscbe Verbindung mit H0ngk_0ng sei eme zweifarbs, nämlich über Rußland und iiber Smgapore und franzö1isches Gebiet. Das Projekt einer direkten V6rbindung zwischen Singapore und Hongkotzg „werde erwogen, Die Marinebehörden hätten die Nüßiichkett , 6111er solchen Verbindung wohl anerkannt, hieltendteselbe mdeffen nicht für durchaus erforderlich; eine E11tsch61d11ng sei r10ch _nicht getroffen. Lord Carnarvon betonts die Nojhwendigkeit des Schußes dsr fubmarinen Kabel und erklärte: er glaube, Rußland habe im Jahre 1878 die Zerstörung der Kabel vordsreitet. Der erste Lord dsr Admi- W[Uäf“ Nor'thbrook, bedauerte, daß eine 70 delikate Frage_'0ffer1tl1ch zur Spr0ch6 gebracht werde. Die Regierimg habe ihrzx Verantwortlichkeit fiir die Aufrechterhaitung der telsgraphischen VLrbindung im Ostrn nicht verakffen.
Jm Unterhause erwiderte auf Line Anfrage North: cote'S der Premier Gladstone: die Regierung habe von Lurnsden keine Bestätigung der Nachricht von einem weiteren V0r111arsch der Russen erhalten. Von St. Petersbixrg ser „1161116 eine Mittheilung eingegangen, in welcher beiläufig dte Versicherung erneuert wird, daß ein solcher Vorm'ars (1) 1100) den Intentionen und Befehlen der russischen Regierung n1cht stattfinden werde.
'Der „Pall-Mali-Gazette“ zufolge wäre seit dem gestrigen Kabmethrath 012 Hoffnung auf eine Lösung der bestehende!) Schwierigkeiten in der afghanischen Frage mcht gLstngLn, doch sei kein Grund, die Situation als eme hoffnungslose anzusehen.
_ „Das „Reutersche Bureau“ meldet: Die Admira- ltta't hat rm Laufe des Nachmittags beschlossen, 1100; vier Schszc der Han06161110xin6 als Kreuzcr au95urüst6n. Zwei derselden sollen für 016 australische Station verwenst werden. ' D16_Z011[ drr Kriegsschiffe, welche für dM aktiven Die-n'st in Dienst gestslit werden, ist so groß, daß, um alle Offtzi6rsjteüen zu bLsLJeU, die Reserve:Offiziere der Warme herangezogen 106120611 müffen. _ 15.-APM, früh. (W.T.V.) Die „Daily News“ erfahren: 016 der Regwriznggestern aus St.Peteerurg 3011692110611? Dspesche sex 016 cine Fortsetzung der durch den «»)rmschenfall von Pendjeh unterbrochenen Grenzver- h'andiungen anzusehen; dieselbe sei in sehr versöhn- lichen: Ton? gehalten und deutcx dis Lösung der Brenz- frage auf bre1terer Grundlage an.
Frankreich. Paris, 13. April. Köln. ")t . r. Jules Ferry tritt heute eine Reise naéh (8001501? )an.H- Der Botsch afxe ? 111 Wien, Foucher de Careil, hat die Weisung erhiilten, auf seinen Posten zurückzukehren; aÜe übrigsn diplo- matischen Vertretxr Frankreichs haben Befshi, wrgen der xrnsten Lage auf 1hren Posten zu bleiben. _ Der Aufstand 111 Kambodscha dauert fort, und es werden deshölb wcitere 1200 Mann Marme-Jnfanterie von Tongking nach C0chinchina verseßt. _ Dze Absendung der neuen Verstärkungen fUr Tongktna hat gestern Abend mit der Abfayrt von Truppen aus Oran 1161101111611. _ Gsstern wurden acbt Generairathswghlen m der Provinz gehaltM, wobei die Republikaner'vrer Siße verloren.
_ _ 14. April. (28. T. B.) Der „Temps“ meldet; 81112 De„pesche Pate11'0tres theile mit, daß die „Pekinger thtung heute. das _KatserlicheDekret betreffs der Aus- führung der FmedenSpräliminarien veröffentlichen sollte. Em Dekret, werfe ferner den Vize-König an, einen Doua,ne:K0mm1ssar ,und einen Mandarinen nach Hanoi zu senden, U_m m1t dem General Briére de l'ISlS der) Modus fur die Räumungen zu vereinbaren. Dem Fuhrer der Schwarzen Flaggen sei “der Titel Baron vsxlrehen wordrn, und 016 chinesische Regierung werde ihm, 1016 es l)e1ßt, eme bßdeutende Summe zahlen, damit er seine Truppen_entlaffen kön'ne; außerdem werde ihm die Verwal- tung ernxr Provtnz übertragen werden. _ General Courcy wxrd am 30. d. nach Tongking abgehen.
Spanien. Madrid, 14. April. (W. T. B.) In
der Depizttrtenkammer erklärte heute der Minister des Innern m Beantwortung verschiedener Jnterpellationen betreffs der C h o [ era: die Regierung werde die erforderlichen Maßr 6geln treffen, um etrter Verbreitung derselben vorzu- beugen, msbesondere werde ste die infizirten Ortschaften durch
Sanitätscordons absperren.
General-Gouverneur Hafi Pascha hat an die Be-
Türkei. Salonich, 13. April. (Presse.) Der neue " den ein Rundschreibxn mrichtef, in welchem diejplben a?:rfgefokdekt werde", für die Erhaltung der Ruhe und offent- [ichen Sicherheit durch die streygsten Maßregel_n Sorge zu tragen und dabei wsder rückfichtitch der Konfesston noch dEr
Nationalität einen Unterschied zu machen.
Amerika. Washington, 12. April. (Allg. Corr.) Admiral Jouett, welcher an Bord semxs Flaggeyfchkrffs, des „Tennessee“ weilt, hat an den Marme-Sekretar Fol- gendes telegraphisch berichtet: „Ich bin 111 ASanall an- ekommen. werde den Transitverkehr morgen eröffUL" und denselben offen halten.“ HWT“ herrscht Ruhe, aber in Panama werden Ruhestorungen besorgt. Ich sende morgen 100 Mann nach Panama.“
Mittel-Amerika. (A. C.) Ein T6legr_amm aus La Libertad meldet, das; der Frieden zwmchen S0_n Salvador und Honduras unterzetchnet" worden Ut. Leßtgenannter Staat „tritt dgnaxl) dem _Bundmß gegrn Guatemala bei. Eme Verständigung 1n1tGuat1-mala 1| noch nicht erzielt worden. DteStre1xkrafte von San Sqivador und deren BundeSgenossen marschtren' 0011 "verschiedenen Punkten auf die Stadt Guaten101a. Die vorryckende Armee wird von der Bevölkerlzng dcmtükommnex' Viele der auf- gelösten Armee von Gualewala angehorzge Mannschaften treten zu der Armee der allnrten Staaten 1111er. ,
_ (W. T. B.) Ein in New-York' am 14. Apr1l eingegangenes Telegramm aus La Libertad mrldct; die Grundlagen zur Herstellung des „FUL- dens seien heute von San Salvaddr, 101016 _von Guatemala accepiirt worden; d1e F61nds611gk6110n zwischen den :nittelamerikanischen Stauden 506611 qufgehort, und es sei eine aÜgemsine Amnesttx 116101110118 worden. Dic Bevolknächtigten der mittelamemkqnxschen R6pudltk2n wiirden demnächst zum Abschluß eines deftmtwc-n FULÖLUS- vertrages in Acajutla zusmnmentrsten.
Afrika. Egypten. Kairo, 11.210111. (211111. Corr.) Lord Wolseley ist, bLgleitet von Lord Charles Veres- ford, hier eingetroffen und wird sich 111 Kurzem nac!) Suakim bkgeden. Er sagte, er dxnks nicht daran, D.?" Hsrdsi-Feldzug im Sudan, fiir den er 16513 Vorbereitung 116116, auf,;ugeden. Schanfslmddampfer UZld a11dereB00tc,'die notig- wsüdig sind, um den Nil hinauszmahren, 10210611 111 Bereit: schaft geskßt, und Lord Wolseley hofft noch 111111167, Khartum einzunehmen. _ _
Suakim, 11.210711. (A. C.) Ems 591116 vorgenqm- mene Rekognoscirung ergab, daß das Dorf Haich7m verlassen sei. Ein am 20. März 0011 0608160611611 gqungen gsnommencr Kameeltreiber, der am 9. 211901 von Tama) Qnt- kam, msldet, daß der Feind dortssldst n1cht zqhirexch sLT und großen Mangel an LebenGmitteln 16106. Zwez Emgedorene, die géstern 0011 Tamai im Lager ankamen, crzahlten, daß, der Feind durch 006 GLschüsfeuer am dritten Tage stark 136110611 habe. Die Chefs der Amarars smd vdrdereitet, sick) zu rinter- werfen, faÜH die britischen Truppen 1119 Tambuk vorrucken. Ein Thsil drr Kolonne wird morgen nach dym auf dem nge nach Tambuk (361013611611. Dorfe Otao marschtren.
_ 14.210111. (W. T. B.) Italienische Truppen haben von Maffawal; aus."- Arafaii an der AnnesWy-Burht besrßt 11110 daselbst die italienische Flagge neben der egypnschen
aufgehißt.
Zeitungsftimmen.
Wie die „Norddeutsche 21111161116106 Zeitung“ mitldeiit, ist 06111 Reich9kanzier folgende (811111006 des Land: wirthsäxaftlirhen Hauptvereins der Kreise Kosten, Frmistadt und Kröbeu zugegangen: „ _ " '
„Durcd die vermebrjcn Ampruche fur V01k31c0ule11 WerDYn dre Schulakgaben Von den (Gemeinden in einer Höhe erhobrn, dle 2111- gesicdts dsr bedrängten Lage, namentlich der Landgdmrmden, 111cht Mkbr geleistct Werden können. Nur 0116111 die SÖuladgaden betrage!) in den meisten Fäilcn 150 bis 200 "0. der kmndinirten _Sxeuern, dabei Werdrn dei Bautcn rückficdtslos noch besondere Vaubeitrage v:"rlangt. Erwäat man fcr11cr die 11011611 Ausdrücke, Welche durcb Kirweyadgadcn und WrgelQst-en an die Gemeinden glserf Mrden, so [tcgt hier ein Nothstand vor, Welcbcr dringender Abbulfe bedarf. , _
Ew. Durchlaucht Werden ehrerbirtigst ersucht, dahin ,wrrkcn zu 111011111, daß die bedrängten Gemeinden 6111101161, Schulbettraae mir bis zur Höi): von 50 9/0 der kombinirten Steuern deanspruäzk. dte Mebrdcttäge von der StaatSkaffe übernommen und die rrforderlirhen Mittel aus den dem Staata zufließenden Getreidezöüen gedeckt wer- den; _ nur erst dadurch wird der eingcführte threidezoü den Land- gemeinden zum Nutzen gkreichen.'
sch _ Die „Norddeutsche Allgememe „Zeitung“ reibt: Die StaatÖsÖuldcn Preußens belaufen fich zur Zeit auf 5428 902 000 „M. rer Kopf auf 196,86 „FC, und erfordern cine Ver- zinsung von 225 054000 446, was auf den einzelnen Kopf 8,16 214 an jahrlichen Ziysen auImack-pt. _ , Diesen Schulden stehen Grsammteinnahmen (au§1ch1kkß[1ch der Einnadmrn aus direkten und indirekten Steurrn) im'Brutthbetrage 11011 918418600 214 gegenüber, wovon 669 260 800846 111 Erfragen der Ei1enbabnet1besteben. Dic Eimmbmen betragen demnach pro Kdvf 33,30 „46, darunter 24,27 aus den Eisenbahnen. Die Netto-Em- nahmen belaufen fich auf 407181600 «461. _darnnter 280 778 000 046. an Eisenbahncinnabmen oder auf 14,76 „FC psr Kopf, darunter 1018 aus Eisendabneinnahmcn. Die Brutw-Einnakmen Üderstcigen die zur Verzinsung der Staatsschulden erforderlichen Summen um 693 363 700 „46, d. l). 25,14 «M. auf den Kopf. Vergleicht man die Neito-Einnabmen mit der Zinsenlast, so steUt fick) der Ucderscbuß auf 182126 700 oder 6,60 „E per Kopf. Die direkten und indirekten Steuern einschließlich des preußischen Anibeils an den Erträgen der Zöiie, der Tabacksteurr und der Reichs- Stempelabxa-aben belaufen fich auf 294 910400 „114 odcr 10,69 „js Per Kopf, Wie günstig die wkrthscbaftlickxc Lame Preußens ist, ergiebt fich axn Besten aus einer Vergleichung derselben mit der der anderen europaischen Staaten. Die Staatsschulden Frankreichs belaufen fick) auf 27 504 223 600 Fr. (540,42 „46 per Kopf) und erfordern zur Ver- zinfung bezw. Tilgung 1094066700 Fr. (21,50 076 per Kopf). Großbritannien schuldet 746 424000 Pfd. Stekl. (423,54 „36 per Kopf) und hat an Zinsen 29436700 Pfd. Stekl. (1670.14. per Kopf) anfzubringen. Oesterreicbs Schuldenlast beläuft fich auf 3809 713700 Gulden (289,47 246 per Kopf), die Zinsenlast auf 121395100 Gulden (9,11 944 per Kopf). Italiens Schulden betragen 11 642 335 400 Lire (321.05 „46 per Kopf). Die Zinsenlast beläuft fich auf 551 051500 Lire (15,20 „14 per Kopf). _ Dresen Schulden stehen gegenüber an Einnahmen ausychließlich der dtrekten und indirekten Steuern: kn Frankreich 639 819 100 Fr. (Netto 455 016 500 Fr.), 111 Großbritannien 14 526 900 :S (Netto 7591 300 N), in Oesterreich 101538000 Fi. (Netto 49 222 100 Fl.),
Die insenlast ist hiernach größer als die Einnahmen , in L“)xzjraukrricb um 454 247600 Fr. (8,93 :“ per Kom), in Großbritannien um 14 909 800 L. (8,52 .“ per Kopf), in Oestcrreich um 19857 100 Fl. (1,49 „46 per K_ovf, und wenn nur die Netw-Einnabmen 111 21111013 kommen, um 60144500 Fl. [4,51 „24 per Kovf]), in Italjen um 302631100 Lire (8.35 per Kopf). Die dircktrn und indirekten Sjcuern stellen fich_m _ Frankreich auf 2643 773000 Fk.'(PLk Kopf 51,90 „M), Großbritannien auf 72 678 300 Lire (per Kopf 41,24 .,46), Oesterreich auf 370 826600 Fl. (der Kopf [27,82 „“ck, Italien auf 1101400600 Lire (per Kopf 30,37 „M). Rußlands Finanzen steilen fick) wie folgt: & Staatxscbulden: 4 332 000000 Rbl (per Kodf 97,40 „FC), Zinsenlast: 206 021 200 Ndl. (per Kopf 4,63 „FC)- Écsammtrinnabmen: Brutto 208 287 800 Ndl., Netto 180656400 Rbl. „ _ Die Bruttocinnabmcn find höher als die Zmsenlast: um 2266 600 Rdl. (per Kopf 0,05 „M), direkte und indirekte Steuern 578 022000 Rbl- (per Kopf
13,00 4461).
_ Die „Magdeburger Zextungé werft darauf hm, das; bei den Erörtßrungsn üder 016 Arbet_ter_schußgeseßgebung vielfach das Bei1pi11 der Schweiz"bezüg11ch 062 Normal: arbsitstages angefiihrt MMS, und knrtpft dgnn die m dern Bericht der Baseler Handelskammer Über dtese Angelegenheit gemachten Veme1k1111gen an: „ , _
„In dcmselbcn wird, bei allem Einverstandmßmrt der wohl- wollenden Abficht der Bestimmungen des sÖWLlJLUJÖM' Geseßks 00111 23. März 1877 Über dic Dauer der täglicher) Yrbeüßzetf m Fabriken doch Klage darüber gsfüdrt, daß der schtvetzertscben Industrie durch dieselben die Außnutzung dsr .KMjunktur" geradezu unmogltcb gewacbt werde. In der That ist dies der Hauptpunxt, aixf'den es der der Beurtbcilung dieskr Frage ankommt (Gegen eme thtrung 'drr Zag- lichen Arbeijsdauer in kW 0uf 3611101111 bafirendcn Industriezweigen auf 11 Stunden, 1016 es dic Schweiz gethan und daß Centrum_1m Reichstag vorstblägf, oder auch auf 10 Stuydén Wie die Sozxal- demokraten wollen, ließe fich kaum etwas emrvenden, wenn dtrse Zahlen D111chsckni11§zabie11 wären. Aus den' 2111005611 des ngrtk- inipektors für Berlin und Charlottenburg ergtrdt _sich, daß der etgent- 1ich normale Arbeitstag in *die-sem so mdustrtcretcben Bezxrke that- säckplicb 10 Stunden bcträ0t, und daß die Schwankungen, nder diese Grenze hinaus nach oben 1110) nicht halb so groß smd wn: drejemgen nach unten. Das Schlémme ist nur, daß 1n dem cwige_11 Werbsel der Bedüxfniffe “die A11f01d61111111611 an die Industrie bald stquer, bald schwächcrl1eraniretsn und demgcmäß aucb dre Krafte_zur BeHrisdtgung bald stärker, bald scbwäckrcr (1013711101110 wcrden mussen. Diese natirrltccheÖsel- wirkung unterbrirdt drr gesetzlich festgelegte Maxtmalarbeitstaa, und „er untsrbindet damit untor Umständen eine der Lrbenßadern daxr Jndustrte. Eine internationale Einigung über den MaximaiarbUtstag, von welcher die SOWeiizer Abbülse erwarten, würde in, dieser Richtgug nur wenka 111113611; dic schwankende .Konjunktur' wrrd dam1t mcht aus dcr Weit JSschafft'.
Statistische Nachrichten.
Nack den im „Crntraldlatf für das Unterricht6wesen"VLrHffent- [1712th Uedrrfickzten war (811061883 Untferrdcht in Weiblichen Handarbeitcn in 27 274 Land1chulcn eingefuhrt, 4024 mehr als (Ende 1877 und 1617 mehr als Ende 1880. Die Vertheilung des Unterrichs auf die einzelnen Provinzen und die Erwäterung des Unterrichts daselbst ergiebt nachstehende TabeUe:
Zahl der öffkntlicben Also 1883 Landschule11, in wel- „_„_, lben dex HandarbZits- " ““"“" : “ P rovinz. Unterrtchxvaerrngefuhrj gegen 1877 * gegen 1880 1 “ ““ “ “ “ 11911114“ “ “ “11111119“ 1817 „ 1880 1883 mehr, ger |mchr W Ostprcußrn .. 1672, 1784 1890 218, . i 106: Westprrußkn . 1491 1534 1736 245 . 202 Y . Brandcnburg. 23731 2449, 2393 20 . , . : 56 Pommern . .. 853§ 1779 2029 1176 . 2501 . Posen ..... 1670; 1892 1830 160 . * . 62 Schlesien 3311, 3517 3656 345; . ] 139 . Sachsen . . . . 1813; 2013, 2131 288: . , 118 _ Schleswig-HOT- x | | 1 ' 111111 ..... 1605Z 1600; 1647 421 | 47, Hannover 1484! 1821 2296 8121 [ 475; Westfalrn . . . 1581, 17005 1866 285? . . 166 ; Hessen-Naffan. 1913, 1887; 1919 6; . Z 32- Rheinprovinz . 3350, 3579, 3779 4291 . Z 200§ Hohenzollern . 1041 1021 102 . ] 2 1 . ; . Summe 23 250? 25657 27274 4026? 2] 1735; 118 ' 1 4024! 16171
Ende 1883 war der Unterricht in weiblichen Handarbeiten in 3026 öffcntlixben Landscdulen 11061) nicht eingeführt, und zwar in den Provinzen Ostpreußen 904, Wrstpreußcn 57, Brandenburg 194, Pommern 332, Posen 76, Schlesien 72. Sachsen 283, Schleswig- Holstein 30, Hannovrr 931, Hessen-Naffau 31, Rheinprovinz 97, in den Hohenzollernscben Landen 1. 2111 1959 Schulen ertheiltcn die ordentlichen Lehrerinnen auch den Handarbeits-Unterricht. Lediglich für [6151617811 waron 25 301 Lehrkräfte angenommen, von denen 13184 der Familie des Ortssckzullebrcrs angehörten. Von den Handarbeits- 1ek1rerin11en hatten 1234 die Prüfung abgelegt, 26 080 fungirten ohne
Prüfung. Kunst, Wissenschaft und Literatur.
Aus München kommt die Trausrkunde, daß der trefflich:- Diaiektdicbter und Schriftsteiler Karl Stieler, kaum 42 Jahre alt, durch eine Lungenentzündung Hinweggerafft Worden tft. Als Diasektdichter war Stieler dcr würdige Nachfolgc-r Kodells. Die prachtvolle Giückwu11sch-Adresie des Teizernseer Gaues an den Fürsten BiStnarck wird das letzte Werk des Dichters gewesen sein.
Gewerbe und Handel.
Nach dem Rechnungsabschluß der Berlinijcbeß Lebens- Versicherungs-Gcsellscbaft pr01884 gestalteten sich die (Ge- schäftsergebniffe wie folgt: Es gingen im Jahre 1884 ein 2987 An- träge über 13 677 000 „461 Kavital und 36 5,84 „M Rente, von denen 2246 VcrfiÖerungen mit 9477500 946 Kapttal und 36 584 „“ Rente zum Abschluß gelangten. Wegen Ablaufs der Verficherungszeit und aus anderen Gründen schieden aus 740 Vrrfickperungen mit 3 094 700 «46 Kapital und 623216 Rente. Als verstorben wurden angemeldet 424 Perwnen, Wklche zusammen mit 2033 618 344 Kapital und 3162 9“ Regte vex- ficbert waren. Die KapitalSeinlaaen betrugen 398 688 F,“, dre Pra- mieneinnabme belief M) auf 3892 017 «16, die Ztnsenemnabme auf 1411311 214, dkr Garantie- und Reservefonds wuchs um rund 1825 628 „44 und der Reingewinn stellt sich auf 824 734 „44 Von dem in diesem Jahre zur Vertheilung gelaygxtiden Gewinn pro_ 1880 erhalten die Versicherten 320/11 ihrer, Pram1e; ur die Akanare stellt fiel) der Gesammtertrag der Aktie einscblteßltcb der bereits am 1. Januar cr. gezahlten 30 „46 Zinszn auf 173 .“
- Dem (Geschäftsbericht der Lubecker Feuerversicherungs-
eigene Rechnung betrug: in 1884 891975316 _gegen 939 444 .“ m * 1883. Die baar rereinnadmte Pramie fur eigene Rxcbnung. ein- schließlich der Prämienreserve des Vorjahres belief si_ch_m 1884 auf 590637 «46 gegen 554509 „44 in 1883. Die Pramtenremve pro
1884 beträgt 215 780,26 oder 56,4 0/0 der Netto-Jabrrßprämie. An Rück-
verfickoerungsvrämie wurde veraußgdbt in 1884 301337346 gegen 384 935,“ in 1883. Die Brutto-Brandscbaden betrugen 111 1884 284152 „ck
gegsn 841870 «46 in 1883. Die RetrosÖäden brziffcrn sicb in 1884 auf 163 039 „44 gegen 296 785 „46 in 1883. Der Verwgltungsratb schlägt vor, den erzielten Reingewinn wie folgt zu vertdetlcn: Tan- tiéme des Verwaltungsratbs 4825 „16, zur Kapitalreyerve 8601 „Fi. 30 »“ Dividende pro Aktie 30000 „46, Tantiéme des Vorstandes 2412344, Tantiéme an Beamte 2412 «M Nürnberg,13.April.(Hopfenmarktbericbt von_ Leopold Held.) Tendenz und Preisstand des Hopfenmarktes firid fortgesevt fest. Für feine Waare ist gute Frage vorhanden und Mrd 51690.“- bezablt, grüne Mittelsorten kosten 70-75 916, nicbtscbönfarbige Mittel- waare erzielt 55_60 „44 _ Export kauft 0610107 Hopfen unjer50 ,“ Die UmsäYJe der letzten Zeit betkUJM rurcbscbnittliéb 250-300 Ballen pro Tag. ie ufubren blieben wesentiich hinter dkn Vkrkausziffern zurück und die agsrbestände reduzirten fick) desdaid mxrkiich; insbe- sondere ist unter den gkringen billigen Sorten stark ausgeräumt, eben so find Primaqualitäten sehr rar.
Leipzig, 13.210111. (DreÉdn.Jour11.) Dic: Ledermesfe, welcbe mit dem heutigen Tage begonnen hat, war nur schwach be- fahren, und die Vorrätbe wurden infolge deffen rasch und zu un- veränderten, festen Preisen urnmesetzt. Kipse in drn Verschiedenen Sorten waren derartig gsfragt, daß der Bedarf nicht gedeckt werden konnte, ruhiger war das Geschäft in Sohllcder, doch blieb Prima- waare gesucht.
Wien, 15. April. (W. T. B.) Wie die .Preffc" meldet, ist der Nordvoestbahn ein Erlaß des HaNdeLÖ-Ministeriums zuge- gangen, in welchem dieselbe aufgefordert wird, Drlegirte zu der am 20. d. stattfindenden Konferenz Mgerrolongirung dLI „Ueberein- koxymens übsr die Vermehrung des Kapitals um 11 Mtüionen zu en [endkw
Londdn,14.Apri1. (W. T. B'.) Wollauklion. Wolle fest. Ncw-York, 13.211.161. (W. T, B.) Weizenver1chif- fungen dsr [6131611 Woche von den atlantischen Häfen der Ver- einigten Staaxen nacb Großbritannien 81000, do. nacb Frank- reich _, do. nach anderen Häfen des' Kontinents 26 000, do. vou Kalifornikn und Oregon nach Großbritannien 50 000, do. nacb an- deren Häfen des Kontinents _ Orts,
_ 14.210611. (W. T. B.) Der Werts) der Produksen- außfubr in der letzten Woche betrug 5783 000 Danrs.
Submissionen im Auslande.
]. Belgien.
1) 1. Mai. Prdvinzial-Gdnvsrneme11ts.1ebäude zu Mons, Erd“, Maurer- 26. Arbeitrn 011 der Endsektion dcs (261161 ÜÜ'SLUNS, auf dem Gebiete der (Gemeinde H011d6110_-G06911118, namentlch) zur_Auf- stellung Links hydraulischsn AIccnxeurs 1111? Schiffe,. Abschatzung 796 000 Fr. Vorläuffge Kaution 40000 Fr. Preés alle_r Pläne 52 Fr. Das Hierzu gehörige Lastenhext Nr. 15 pro 1885 iyt bri der Zämiuigtrarwu (188 pontZ st. 011111188883 Sf- (16 11111168, 1'118 116 1100178111 110. 24 zu Brüssel, käußicb, . _
2) 27. Mai. Börse zu Vrüßci. Lieferung in 19 verschiedenen Loosen 0011 4970 611111 Tannenlwlz (Rotbtan11e) 111 Brettsrn, Blöcken, Pfählen :c. Das hierzu «ebörige Lastenheft Nr. 46 iirgt in der Expedition des ,Rcicbs-Anzeiacrs“ aus.
11. Niederlande.
29. April 1885, Mixtags. Ministerium von Watcrstaaf, Handel und vaerbeid im Haag. Lieferung von 7 Waffermafchinen zum Taxwertk) 11011 8500 F1. Bedingungen liegen unter Nr. 940 vom 15. April cr. ab im vorgenannten Ministerium, in den Büreaus der Staats-Eisenbabnen im Haag und in den Büreaus der Prodinziai- Verwaltungen zur Einsicht aus und find käuflich bei den Buckpbandlern Gebrüder van Cleef im Haag, Spuk Nr. 28 a. Auskunft wird er- theilt im Bürcau der SLaatE-Eiienbabnen im Haag.
Verkehrs-Anftalten.
Hamburg, 15. April. (W. T. B.) Di? Postdampfer „Gellert“1111d .dermia“ der Hamburg-Amerikani- schen Packetfabrt-Aktiengesellsrbaft“find, 0011 Hamburg kommend, grstern Abend 6 Uhr in Nkw-YorY erngetroffen; von den Postdampfcrn ,Wieland“ und ,Fri1ia' derselben Gesel!- scbaft, von New-York kommend, bat ersterer arstern“ Abend 8 Uhr Scylli Passirt und ist letztersr gestern Abend 11Uk1r aus der Elbe ein-
getroffen.
Berlin, 15. April 1885.
Amleche Berichte ausd611KönigiichenKunstsammlungen.
Aus dem „Jahrbuch der Königlich preußisÖxn Kunstsammlungen“ Sechster Band, 1. und 11. Heft (erscheint vierteijabrlicHin dcr G. Grote- schen Verlagk-handlung zu Bsrlin zum Preise von 301/HfM den Jahrgang).
], Hsft. 1. Königliche Museen in Berlin.
Juli bis September1884
Der Umstand, daf; die Königliche Getuäidcgallcric aus der „Ver- einigung einiger größeren, von König Friedrick; Wélbrlm 111. zu dtesxm Behnke ang1kaiiften Sammlungen mit einer Auswahl der bereits tm Königlichen Befiy befindlichen kaälde gebildet worden ist“!) hat von Anfang herein dazu acfüdrt, daß fich ein Bestand von, Bilderri an- sammelte, welche für die Königliche (Hal]erte eritbebrltcky erschienen. Die Zahl derselben mußte 1161) mit den f0111ch1cttenden emzZann Er- werbungrn und dem Ankauf der Sammlu11g Sueruxondt turZabre 1874 nothwendig strjig vermehren, 10 “0de 1in dze obnebn] un- zureichenden Nrbenräumlicdkeiten der GaÜertr m1t Bildern anfiillten, welcbe dort nicht nur drr öffentlichen B““.ÜÜÖÜUUI- sondern aus Mangel an Play 0uch dem Studium der Künxtlcr 1111d Forscher so gut wie ganz unzugänglich wurden. Der Wunsth, :klkse Gcmaide nznzbar zu machen und zugleich die schweren Unzuträgltrbkeitrn, wrlcbe tbre Auf- bäufung in unzureiche11dc11 Lokalitätcn fUr die H1cherbett der Samm- lung und die Erhaltung der einzelnen Wcrxe tm Gefolge hatte, zu [Men, bewirkte, daß bereits im Jghre_1831 mit Allerhöchster (Ge- nehmigung eine arößekc Zahl 0011 Gemalden nach _Breslau, Königs- berg 1. Pr. und Münster, im Jahre" 1842 nach Düswldorf überwiesen wurden. Eine ähnliche Maßregel kam nacko dem Ankauf der Samm- lung Suermondt zur Ausführung, indem von 1878 ab eine Reihe von Bildern nach denselben Städten sowie nacb Kiel, Wiesbaden, Hildes- heim und Kaffel abgegcben wurdc. ,
Weitere Maßregeln mußten ausgeseizk blctben bis der seit einer Reihe von Jahren in der Ausführung bkgriffene Umbau der König- lichen Gallerie hinreichend rveit gediebcn war, um ein zuverläss'rges Urtbcil darüber zu Jestgtten, wie weit mit der Ueberweisung von Gemälden an auswarirge Sammlungen gegangen werden konnte. Mit dem herannahenden Abschluß dieses Umbaues ist nunmehr von der Direktion der Gallerie unter_ Zuzicbung der für die Sammlung bestellten Sackoverständigcnkommiffion die Auswahl dessen, was bier entbehrlich crsckpeint, getroffen worden. Dabei ist der Gefichtspunkt maßgebend gewesen, diese Auswahl nicht auf untergeordnete Gemälde zu beschränken.. sondern im Interesse der Provinziaisammlungen auch solche emzufchlreßen, auf welche nur mit Rückficht auf das Vorhanden. sein verWandter Werke von ähnlichem Werthe für die Königliche Sammlung verzichtet werden konnte. Zur Aufstellung in den bei dem
1) Vgl. Zur Geschichte der Königlichen Museen. Festschrift zum
Ges ellschaft für das Jahr 1884 entnehmen wir Folgendes: Die
in Italien 248 420400 Lire (Netto 188 834900 Lire).
Bruttoprämie einschließlich der vorgetragenen Prämienreserve für
3. August 1880 S. 24 ff. 61 ff.
* -.-. „c' „..-„.“