Deutscher Reichstag,
24. Sißung vom 19. Januar 1906, Nachmittags 1 Uhr 20 Minuten.
(Bericht von Wolffs Telegrapbiscbem Bureau.)
Tagesordnung: Fortseßung der ersten Beratung der Geseßentwürfe, betreffend die Uebernahme cinrr Garantie des Reichs in bezug auf eine Eisenbahn von Duala nach den Manengubabergen, die Pensionierung der Offiziere einschließlich Sanitäthfiziere und die Ver- sorgung der Personen der Unterklassen des Reichs: heereö, der Kaiserlichen Marine und der Kaiserlichen Schuß- truppcn, ferner betreffend die Statistik des Waren- verkehrs des deutschen Zollgebicts mit dem Auslande und die Wertbestimmung cr Einfuhrscheine im Zoll:
v erke i) r. (Fortseßung des gestrigen Berichts.)
Abg. Semler (nl,): Dem ASI. Erzbcrger erwidere ich, daß es mir natürlich ferngelegen hat, der Prrffe ihr Recht zu beschränken, ewiffen Vorgängen ibre Spalten zu öffnen. Es ist aber ein Unter- ?cbicr, OZ Etwas in drr Preffr mitgeteilt wird, ob sie etwas wieder- gibt, waz ibr Von irgend einer Seite zugetragen wird, odrr ob man hier im Reichstage Tatsacbcn mittcilt, die alsbald die Auf- merksamk-it rr.“ Landes auf fich ziehen, deshalb, weil ein Abgeordnetkr sie mitgeteilt hat. Man solltrlieber für die Zukunft aUe drrartigen Mitteilungsn zunächst an das Kolonialamt gelangen und dort prüfen lassen, Und wenn man findet, daß sie dort nicht grprüft werden, oder das; nicht eine genügende Aufklärung erfolgt, dann sollte man, und dieses Recht werde ich nismand brichränkxn, auf derartige Mitteilungen im Reichstage zurückgreifsn. Wenn man aber hier ohne weiteres “solche Dinge mitteilt, dann läuft man Gefahr, das; Von Kamerun uns alles mögliche mitgetrilt wird, was dort nicht brbagt. Daraus muß das entstehen, was man Denunziantentum nennt. Das, was hier grip ochsn wird, farm rann nacbbrr im Lande viellricbt ganz andsrs [) standen werden. Was den Bézirkéamtmann in Egra betrifft, so ist :S mir nicht ringéfallrn, ein Lobliek aaf ihn zu fingcn, Ick rflegr Bxamte nicht zu kritifirren, ich habe dsshalb auch kein Loblied auf ibn gesuwgen.
Abg. L W € b o u r(Soz.): Der Mg, Storz hat gestern darüber ge- klagt, raf;tchibn(:O-401055115wmorangezarstbätte. Der Abg.Storz und dir anderen Herrkn, dir mit ihm nach Afrika gefahren smd in diesem Sommer, iéabxn fich mir gegenüber als baionrere Sachk€nner bingestrllt. Ob 'der Hafen von Duala mit dem Hafen von Lissabon Vergleichbar ist, darüber WÜTDL ich mir kein Urteil erlauben; aber Tatsache isr, rat"; dcm Hawn von Duaia DaF: Jintérland _feblt, der Vergleich also Cine Ungebsurs Usbkrtreibnng in :ck schlisßt. Auch wir babrn nixmals drm Wert von Kolvnisn an sich bestritten oder ge- leugnrt: wir wrndcn Uns gegkn das koloniale System, das unter dem karitalistiichcn Rxgime nicbt? als ein brutales Ausbeutungs- ivsirm sein kann. AÜW in 11:0"?an Kolonixn beruk't auf dsr AU:,- brutung dsr Cirrgskorcnrux Von Sikrlansékvlrnisn für Europäer ist fÜr Deutschland krirr Rck-Z. Ti? Akgg. Siorz und Genoffen fink ir. rinrri wabrxn Raasch D(kséöt worden, a]s-csis auf dem Worrmann-anricr in drm Kamerungcwäffsrn brrumschwammen; dicser Enrbuäxk-mu? ist offenbar nur durch die angenehme Seite, dic äiibxtiickx-xn Ernüffr Liner Trcrrniabrt, beworgkrafen Words", er brinaks 30 Jabrrn wurde yon Triord au-I ein ähnliches Unter- nebmrn zxmacbt: dir errsn iaßrn in Trnnrffre in den AUegbanv- Nérxsn und übsrsabén in ibrrr Bsgristeryng für die Srenerie total, da!"; dort ein landwirtscbaitlich-Fr Betrieb unmöglich war. Vor Nm Vrrkarkt. einc Péaffenbcrrschaft in 72211 deutsckykn Kolonien zu (rablirrrn, smd wir rolikommen geschüxzt. WEnn uns Beispiele 91152111ij irsrrexi ron Koloniglbeamten, rie ibre Woknung mit fwmmen Wkrl'rrückyen QUFJTÜRTLT 535811, so erinnert mich das an Den reriloffemn Krmmsrzixnrat Sanden, Der seine ganze Wobnung derart auxstakffert halts, was ihn aber nicht binderte, den Tummxn das FSU nach Notcn Übsr kik Ibrkn zu ziehen. Wirklickkr Krlr'nisairrsn waren Dr. Schuilecr, drr als Emin PFW rrxlkkrrükxnk z:“wrrksn iii, mxd jrricr Engländer, drr cmf BMM raZ VélkkaUCtl drr Eingrkorenrn grwann und im "Sultanat erawak srbr ersrrikizlish *,chirkt bat. Di:» frei- fimnißk Parrri hat ihre Haltung zur Kolonialr-olitik zu revi- dirren begrnnsn: drr AIZ Griicr, ibr Hofritani, tritt mit Eifer für die Kawrrunkabn 21:1: drr Abg. Eickhoff kat fick; in sriner Partei als Tbxrlébrkrircckiirn konüituisrt UNT macht in Flrttensckowännerei, KoiwniaiwliLik Und Staatssefrrtärzebzlisznlaxcn, unbekümmert um die Laltur-gwér übrigen Fraktionsmitxltrrkr. (Präfir-snt Graf Von
alle'rrrm kiitrt "Tsn Nernsr. fick) mxbr an die Sachs zu ixaltrn, mir drr ri-x'x [IZTS-"i AUZZÜIrungM TOH nnr noch in ärtßrrst losem Zw.:mmrnbangé stämrrn ) Trr Mz. GoÜxr iki grstern so writ gegangrn, i_ems ei rns Pakrsi rmx dis ganz? Linkr mitvrramwrrtliÖ zu machkn [är ris iZISrig-I ungün'tigs Gritaltung dcr V?xhältniffe in dsn deutscha Kolqnicn. Die Gsüciper dsr Hsrren ker Links."; Vékkiékkn bsi dieser Aryitrorkc Sime YSZTÜMÜL inmmmig, di:? nur rtwas aufgebritrrt wUrxen, le rrr Abg. Griisr ssime AxéwanrcrunZ in Aussicht stsllts. T_icw *.*77611531'? ZéksLZZLMJ ker freismnigen Parte'i i'": sekt ililék- smanr. Jr: TM krlrnixlsn Tirigen müffen wir ja übérbaupt Wur-ker- bares erlskrn. Wir baker. tryxz (LUST Frag-m nrcb iMMLk kéire Ant- wortérk:_1t-:n, was €.- mit M*- 50000 ;“; aaf fich battr, die der Direktor RME i:?kommen babrn srl]. Tie Kolomialvertreter büUten sich in ihr baliebtrs Zcbwsich, NMH aber, drr im Hauke an- weiend war, txiltk mir mit und bebxxtrtxte, riese 50000 seien ißm zu- zsficberr wrrren al:"- Enrickoärigyns iür icin: Direktwnsjätigkeit, ein Jabrxsgskait :*:n zrknt::r79x1d Mark: ra? (Hrir 5.752 ibm :.us Mangel
an Mittsln nicbt 52zablt :rxrdkn könnrn, abrr als RCH sin 5331117195: *
fäk'igrres Srvkikxt zkizty. rab? *ich Das Eritr vvn kissrm die Zahlung xxxficko-Zrn laü-xn, unk kirk? TITsIÖL ssi auch der Kolynialvsrwalmng kskznnt! Auch rarüker kätte also dis KrloniaWsrwaltung Aus- kaft gxken müsxn. Ick 55778, daß NZ n::nmrbr antwortsn wird. “F _trsxrn ei_n razr Beate mit Zlär-zrnrxm Namrn, Hsrzögs und FUNNY, zu1arnmsn uni? grünkkn TOF- Sv::ik sie bringen nicbt einmal so rielGrir zusammzi. Um ibrc 5 amten zu br- Zxkirn. Tie G25ckZcht€ rxu-Irt 55:17" ngre, ?I- wcrden Reisen untzrnommxn, an ken-kn_:1k*cr mkér drr Tirekwr René noch dis Hzrzöße rr."- SÖZLIrrix-Fxlkt-éin U25 chi! fich bétrkligt Haken. NUK; isi 5; Mr 75021537], wie rin Gökxlt VON 1000) „jk; für den Dir-„fxcr TirixZ riétx- T::Cxékxn Zrnrikats an;,rmxff-Im iéin sos]. Tas Gxir *":hxini ;“:rÜngZ “Kr FMM? JWT? auf r(r Skrzß? 521 liegen. Ick 535€ !“;JTH nir Za'rérr. TM“; LÖ "7; Teéchr wärr, im Jahre 10 003% ZU :?rrt-kxér-w. Wégrn TLZ *.mgr'rxrrr-én Ukkéiis in Kamrrun 5558 ich rem frÜk-srkn K015:i31rikchkx:r :*Or.]?w§rfen, daß cc fich bxgnügt bat, die
Besckyrrérrr “car Häurtlinzr :rm 'Gxecranr zrrr Bzrichlerstattung zu :
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: führungkcmmrnso „ „ „ _ _ , gsktellt sein. Im übrigen danke ich dem Ab.]. Lattmann dafür, daß er «uz lercht mozi7ch ,;kir-x-k-In wars (ZI war ja (11125 nick! kik erst? B?. J , Frirs in so Bsamtér :::“. Tr: UNT “Sirllr kik “Z:!ÄJL' Unicriricht, 59 wärs dax Unkrtl g;: ::i-Z'or [“x“-"MU, "Lxxkrrn die' Krlyxiiawérrraiwnx bärtr telkgrarbiiä) '
kgnn. Für die unglücklichen Neger ist die Haft qocb viel gefährlicher als fur einen Europäer, denn im Gefangnis sterben die Neger wie die Fliegen.
Wirklicber Legationöraj Dr. Helfferich: Der Abg. Ledebour bqt sicb soeben darüber beschwert, daß er gestern auf seine Anfrage, wie es mit dem Gehalt von 50000 „jk für den Direktor des Kameruner Ei enbabnsyndikats René stehe, keine Auskunft bekommen bat- Wenn i gestern dem Laufe der Verhandlungen richtig gefolgt bin, so haben eine ganze Reihe Von Abgeordneten den Wunsch aus- Zesprochen, daß die Details der Finanzierung in der Kommission er- _rtert werden folien. Infolgedessen haben wir uns vorbehalten, die; Antwort auf die Anfrage des Abg. Ledebour in der Kom- lesfion zu erteilen. Nachdem nun aber beute die Frage hier erneuert worden ist, wil] ich heute gleich die Auskunft geben. Bei diesen 50000 „kü handelt es _sich um einen Teil der Priwal- abmachungen, die zwischen der Firma Lenz beziehungsweise dem Bankenkonsortium als Enverber d_er Konzession und dem Kameruner Eisenbahnsyndikat als dem Vormhaber der Konzession getroffen wordexr sind, einen Teil derjenigen Abmachungen, die ohne unsere Mtwtrkunéenzustande gekommen sind, von denen wir keine Kenntnis gehabt ba , für die wir infolgedessen auch keine Verantwortung tragen. _Wir hatten _überhaupt keinen Anlaß, uns mit dieser Frage zu beschaftigen. Unsere Pflicht und Schuldigkeit in der ganzen Sache bestand -- das wiederhole ich hier _ darin, uns davon zu über- zeugen, ob das, was man "".9 an Anerbietunaen und Vorschlägen gemacht bat, ob insbesondere Dte_ Veranschlagtrn Baukosten angemessen waren oder nicht. Das ist mit aller Genauigksit geprüft worden. Weyn nun diejenige Gruppe, welche; die Konzession erwarb, fich bereit erklärte, gu? ihrem legitimen Gewinn der Vorinbaberin der Kon- zrsfion, die jahrelang in der Sczche gearbeitctbat, die zweivaeditionen bmauSgescbickt hat, einen Antktl abzugeben, so weiß ich nicht,. welche M_acht der Welt sie daran hindern könnte, und wie darin ein unrecht- maßiges Verhalten liegen soll. Bezüglich der 360 080 ckck, von denen der ng. Erzbergxr gestern gesprrxcben hat, habe ich nun schon wiederholt erklari, daß fie un KostenWranshlag nicht inbegriffen sind, daß sie nicht in den Baukosten enthaltcn find,_ daß fie vielmehr aus dem legitimen Gewinn des UnternrbmenI bestritten werden müßten. Sie werdsn sehen, daß keine_ Pofitirxy im KostenVoranscblag für diese 360000 „FC außaebracht ist. Es Ut im KostenVoranschlag auch der (Gewinn des Unternehmers nicbt csondert auögkbracbt. Ebenso- wknig stehen die 50 000 «14, na denen der Abg. erebour gefragt _bat, tm Kostenvoransckplag. Auch diese hat die Erwerberin der Konzession auf ibrra legitimen Gewinn ubrrriommen. EZ. handelt sich bei dieser Summe um eine Ent- scbadrgung _des Direktors des Syndikats für die langjährige Mühe- walxung _bet Leitung des ganzen Unternehmens. Die Pflicht zu dieser Entkcbadtgung ist von hem Sy11dikat mit der Eisenkabnkonzesfion auf di? _Ecwerberm der Konzrssion übrraegangen. So stelLe ich mir wemgstens den Sachverhalt nach dem Einblick, den ich genommen habe, m_)r. Also auch die 50000 „(ck für den Direktor René sind in dem Kostenvoranschlag nicht berücknchtigt, auch diese wird die Erwerkerin der Konzrssiorx, wre andxre Verwaltungskosten, z. B. die Drucklegung der Anteilscheine, aus ihrem Bruitogewinn zu bestreiten haben. Wir hgtten in der Sache_ nur die eme Verpflichtung, zu prüfen, ist der Kostenvvranscblag fur die Bahn angemeffen, und das ist er sowohl maxb deux Urteil unserer Jngrnieure als auch wenn wir die Bau- kozxen, dir hier berechnet wvrden fixid, vergleichen mit den Baukosten für Erienbabnen, die m andergn tropixckyen Kolonien gebaut worden find, dort. wo ach; nur gnnqhernd_ so große Niederschlagsmengen und schwierige Gelandeverhaltnn]e wre in Kamérun bestrben. Wenn ick; gxstern gxsa t habe, die Aussiekiung über die Zusammrnseßung des für di? hter_tn UZ; koznmende Ctsenbabngeseüschast angesetzten Kapitals, _wte fie rn d_er egrrzndung_der Vorlage gegeben wvrden isi, deckt sich im weskntltchen mlt der1knigen, die bei der Begründnnz der Mrogorqbabn aufge_macht Words:) ist, so muß ich hier, nachdém diese Frage wieder angerubtt worden rst, darauf aufmerkiam machen, daß rx) Llan Punkt cin Untrrscbrcd Vorliegt; bei der Mrogorobabn, bei der dir Berechmzng der Baukosten sich nicht auf so genaue Vorarbeiten siußte, wie im vorliegenden Falle, ist ein Zuschlag von etwa 10 0/0 der Veranschlagten Baukosten für das Risiko und den Gewinn des Unternehmens aussehracbt worden. Der für Risiko und Gewinn d&“: Unternehmers ausseießre Betrag hat damals, wenn ich mich r€cht entsinne, etwa 13, Millionen Mark auSgemacbt. Hirt, bei diesem Kosxenyoranscblag, _ haben wir in der Kolonialwerwaltung zunach1t_ die Akirrht gehabt, eine ähnliche Unterscheidung Von rxmen Baukoxxen einerseits Gewinn und Risiko drs Unternshmers_ anxeryrits gleicbkalls zu machenx aber die Firma Lexzz hat erklart, x_1_r habe den Kkstenvoranschlag von rornb-erin so aufgritellt, _da Nmko und Gewinn _bei den Einzelnen Poiiiionen de_retts beruckjchttgt und inbegriffen 1eicn. Wir Hättkn also, wenn Wlk_ genau nach_ dem Schema der früheren VoxMe hätten vxrrahrkn wollen,_eir_1e nachträgliche Ausscbkikung macbxn müffen, und eine iolche nachtraglccbe, mehr oder weniger künstliciye Ausscheidung hat U:.s allerdings widerstrebt; wir wollten in die 171 der Bearündunq gcgebrnr_Uebcrsicht kein Moment bineintragen, das nicht im Orizicab k01t§nan7chlag Von rornherein enibalten war. Wem absr diese Au“- scheid_urg erwlgt wäre, und wrnn hier ein Ansatz für Rifikv und Eewmn res Bauunternebmrxs in dkrselben prozéntualrn Höhi“ wie bei dsr ngorob-bn Und jüngst auch bei 'der Lürrrißbabn zu Grunde gclegt_ worden wäre, so wäre bsi einer Bausumme von mehr als 14 Miiiwnrn Mark ein Ansatz für wainn und Rißko von 1 400 000 „44 h_erausgekoxnmer), und dann würde ich Ihnen hier sagen könncn: aus diexcm AWM für Gewinn und Risiko von 1400000 „;ck, der fich durchaus innerhalb des vom Reichstag selbst bei früheren Gslegxnbkikcn geerWen Rahmens hält, werden die 360000 .“, A-rsilsckxrinr für da;? Cvndtkat und die 50000 .“ Gehaltsemscbädigung für den Direktor dos Syndikats von der Baufirma bestrittrn wkrdrn müffkn.
Abg._A_rendt (Nr.): Die Auskübrungen des Abg. Lattmann in bezug auf die Tracknfüdrung haben auf mich Linrn erbrblicben Ein- druck gemackzt. Wenn es richtig wäre, daß Lins brfferr, richtigere Trace verla_1_1en wäre, um ein_e anders im Jntrreffc drr Nordwest- kamerun-Gexrlischast zu bauen, 70 würde mich das in mrincr Stsllung- nahme ngenüber diesem ganzen Gesesentwnrf zu rinrr negativrn „_HaU-an Oktanlaffen. Ick) habe mich dsshalb 5er disse Frage in- 10rm1:rr_und bin allc'rkin s zu rxr Gewißöeit arkommrn, dax“; die Sache Usb gcrade umgekeßrt vrr'ralt, wie der Abg. Lattmann“ mit- geteilt bat. _ Dsn Anhalt dafür habe ich unwirsrlkqlick) aus den Akten ielbst ge unden. Die Nordwesikamxrun-Grselikchait war in dem alten Syndikat sehr stark Vertreten, fie battß
Imi! ihrem Kapital einen sehr crbxblickyxn Einflaß. Tem-
entsVrrch-an war zuerst eine Trgce Vorgeschlagen worden, 'die dM Jmersffsn dieser Geselliäoast entjvrach. Ws die erste Expxdirion unter dem Ingenieur Nsumann hinausgeschickt Wurde, um [“i-2:2 Trace zu rrfc-rschen, bzt diesrr die Uebrrxeugung gcwynnen, daß fie 7:ch_nicht ympfeble. Der Baumkistxr Nknmann Entschied fich kann für :ine andrre Trace. Die Ba!eler Misfion gab ihm drn sarbzzemäßen Rat, von der erstkn Trace, die (Zr uriprüngliä) inT- Auge gssaßt batte, rbzußehkn und die Trace zu wahlen, dis: jexzt zur Aus.
. Damit wird der Abg. Lattmann boffxntlich zafriedrn-
geitérn da? Andenken Unseres auf der Rrise vkrstorbenen KvUe-gsn liebénswüxriger Weiss verewigt hat. Dieser Cod ka: ja mit Unserer Reise in keinem Zusammen- baxw. Zriiankrn. Unser verehrter Kollege ist einem Schiwxfluß
_ _ _ _ _ _ _ __ _ _ _érirs-Zn, und 'das konnte ihm auch in der Hrimat be,]egnrn; iU_-ckixch-In Z'_i€,ZSTÖ_QUUT[1kZS in5__(H-.tanng ßsysßt x 1:1 „'.-ck 71121 xrrxnzl rkét-Zkrariiz W mit rrn '
pichisrxswwknißer hat dieser Tod auf UNS QUE _LZUM um 10 tteksren'kxindruck gemacht, als er SLUB! Mf dkk REUS LÜNEN-
__ _ _ _ _ _ __ ; Mit dem Abg. Friss ist cin vortrefflicber Mann und Kollyge radin- Oxcr [:?-,t xm ;[siryerrx'b TSX AmtIZ-xwalt rmx SM Rkcht§5ruch ;
g€5chi€TLU* und ich schließe mich daher den Worten de:“: Ah,]. tht-
, mann Vollkommen an. Es freut mich, daß drr Kolonialdirckwr seine
gestrizkn Auékübrur-gsn übst den Aufstand in Kamerun, di:- im Landr
. véylkaäo mißverstanden workzen find, Hsute richtig ZrstxUt bat. Tie Z erurtéilarrg der Duglg-Hauptlmge kann m;t ker eswatg-Zn AMtnnds-
gsfgbr garnickyt in Zusammenbaxrgebrach; werde;], dcnn untrr rrn Dualer?- bLUébs gar nicht die M0gltchkett €!an Aumtandrs, rmx wrnn
; einive Aliraieute unzufrieden skin sollten, so werxkn mit ierxrn die
*an der Westküsie yon Afrika ist auch yon
andern, die ihre Gegner find, fertig werden. D' äthiopische Gefahr darf allerdings nicht unterschäßt ZUKYWZY
Vergleich mit Südwestafrika ist auSgeschloffen, das nd "' andere Völkerschaften, die mit Kamerun nicht zusamuiinbärY-ÉYWY eA |ck
Aha. Ledebour hat uns heute nach einer Richtung eine freundli eroffiiet; er zeigte sich als einen Freund von Sirdlungskolonjt Ex biete uns nur die Hand, die Kolonien tüchtig zu fördern und ve“ warts zu bringen, dann werden sie fich ebenso entwickeln wir die „?b lischen, uni? dann werden aus ihnen auch Siedlungskolonien entfiel) ' Jn Ostafrika _ist schon der Anfang gkmacht. Dann hat derAY Ledebour gewtffermaßen den Vorwurf erhoben, daß man auf den Woerxnann-Dampfern fährt. Wir batten alle dort ej!“ stylzes Gefubl, daß die deutsche Reederei fich so großartig M wickelt, und_ daß Engländrr und Franzosen deutschen Schiff“; O_or den Scknffeq ihrer eigenen Nation den Vorzug geben, Eskit em gryßes Verdienst der Firma Woermann, daß die deutsche Jsage dort dre Vorherrschaft bat. Diese Vorherrschaft des __Woertnann-ijiie e eutendcm
teil für den deutschen Export und damit für die deutschen Arbeit?? Vo_n einer ,Vergnügungéfabrf' kann man bei unserer Reise, der' Amtrcrzgun en wir gern übernommen haben, wenn man objektiv sein wrll, mcht kiprecihen, In die Kamerungewäffer “sind Wir mit dem Worrmann-Tampfer gar nicht bineingefabrrn, sondern auf kleinen Regtsrimgsdgmpfern. Es ist auch nicht richtig_,_ daß wir uns nur dyrcb astbejixcbe Eindrücke haben beeinflussen lanrn. Wir haben uns dre wirtschaftliche Entwicklung des Handels und Vrrkrbrs und die Verwaltung angesehen, und wir glauben, daß die Frückhte unsere: Reise unseren Kolonien nacb mancher Richtung zu gute komm-n wkrden. Jedenfalls ist_es befser, dorthin zu reisen, als dies Uichkiu tun Und bloß auf die Kolonien_zu schimpfen.
__Abg. Lottmann (wirlich. Vgg.): Im Namen der M11- geltycben Vitssionen möchte ich zunächst die haltlosen Angriffe, dj; gestern der Abg. Goller gegen die angebliche .Piaffenwirtschaft“ g;, MX??? bat,_zurückweis_en. Jedermann muß winen, das; ohne die Mz71wne_n dte_wirtschast1ichs und kulturelie (Entwicklung drr Kolonien wezt zuruck sem würde._ Die Tracrnfrage wird ja die Kommission zu parsen haben, dte brcden Tracen, um die sich der Streit dreht, [auxsn v__0n Duala und geben bis Kilometer 60 paraliel, dann zwexgerx me yon einander_ab. Die eine, die der Gesctzentwuri Voxichiagt, fuhrt durch dre Gebiete, die bislang nur wenig Anbau aufweisen, die andere durch Grgenden, Vdie schon ießt den [Ebhastesten Handel haben. De-Zbalb_ gab ich diesrr Trace den _Vorzug. Der ganze Strcit winde wabrxcheinlich gar nicht entstanden iettx, wenn schon _tm O_orrgen Jahre die nötigen spezikllen Ausnabmen _ und dre; Kolienanschlage gemacht worden wären, Vkaw kann zu auch nicht mit vollem Vertrauen an akles berangsben, was m Rxgrerungßdorlagen steht. Die Regierung Hat fich mrbr als schmal g-Jtrrt,_und das Reich hat dabei blutrn müff7n. Hoffentlich bricht nian mrt der_alten Konzessionspolitik. Ich möchte frauen, r*: dix Regierung, wenn tm Reichstage fi!) eine Mehrheit fände, diebereit ware, _kteik Bahn als Kolonialbahn zu baurn, diesem Plan nicbt freundlicher gegenüberstehen würde.
_ Abg. Nxacken (Zentr): Die ganze Angklegenbeitbätte Vom kauf- xnanmschen S_tandpunkte aus ganz anders in Angriff genommen werden rollen. MZn gibt LtneEarantie, aber wofür ? Für L" nichts, im günstigster FY]: erhalt das Reich 39/0 Zinssn zurück. Statt eine Garantiezu letiterr, !olltr man_d::' Bahn bauen von Reichs wssen, dann bätkr mar: alirrdmgs 18 Miliiynen durch Anlkikye aufnehmen und dafürZW Zinikn bezahlsn maßen. Also um & 0/0 zu sparen, gibt man aii!
eventuellen Vorteile aus drr Hand, namentlich disjrnigen, dir mit Ter
Wertsteigerung ker _Länkrreien verbunden find. Der Ab.] Singsr bn gestern Vermbert, kein Kaufmann ski)? etWas in der Vsrteilung solchn Yroyefionen, wie fie bier gezebm worden sind. Dem muß ich ai; Kgrrsqrann ganz entschieden widersprechen. Vieine säUtlicben kauf- manntxcben Kollegen find derselben Ykeinung. S:: balken kiL Verfahrrn auch _vom kaufmänniscbkn Standpunkt aus für durchaus *.*-_:rwkcsltch, so leicht Verrient man sonst im deutschen Vaterlande nicbt Hte_Provtsion. Zn kaufmännischen Kreisen bat die Sache viel Kor?- 1_chutt_eln verursacht. Unter Zum 10 bis 15 Syndikatömiigliersrn be- nnkrt fich r_1_ur ein einziger Kaufmann. Daß dir Sache nicht unbrd-anlrch ttt, gebt daraus hervor, daß die Herrrn auf die Pwvifion vr:z1cht_5_t haben sollen. Im übrigen freue ich mich, daß der so schwkr angrgrtssene Abg; Erzbergsr aus der Debatte glänzcnd gerrcbtfsrxlgt [*rrvorgrgangrn Ut. Seine Angabsn babsn fich als durchaus zuvrrlä1fi5 und richtig erwiesen.
Abg. Dr. Goller _(xrs. Volk»): Es ist m):!) kein Ge- iehrter vom Himmel gxwllen, nnd auch noch krin Volksrertreter: ich wxrde daher das Priwatisfimum des Abg. Ledrbour ssb! bzbsrztgen. _D:e Herren Koüegen find mit mir jungen Pitla- rxientarier nicbt sebr_gl_impflich umgegangen; die christliche Nächirsn- llk_bk 1ch_emt Ihre siakkltk Seite nicht zu icin. Drr Abg. Erzbsrßkk wrrft_ _mxrpqr, 1ch hätte eine Wahlredr gehalten, weil ich von der Textilmdrznrte sprach. Diese Industrie ist nicht bloß in meinem Wahlkreiir yxrtrexen, sondern sie beschäftigt in Deutscblä",k Hunderttausende von Arbeitrrn. Wie ick) miri; »mit meinen Parter- fr€u_r=den_ _auseinandrrseße, das überlassen Sie mir BVÖ ailem: ubrigens weiß ich wirklich nicht, womit ich Einem derselben zu nahe qrtreten sem !oUte. Ich babe meinen Standvunkl Vertreien urid drc_Abg. Lenzmann den seinen, und meine Rede habe ich Eingeleitet tmr cinigen Wortsn, die nur ein gemütlicher Scherz sein soll!?“- U?l*_€r der_Begriff _Grmütlicbkeit kann man sehr vrrsÖÜTDLL'" Mermmz 1xm. _ Jch bm nicht drr einzige, der xxlaubt, daß risse 1chMk deutyckye Etgknichatt mehr und mehr in Berlin abhanden kommx Jch_ k_ann _übrigens verficbrrn, daß ich gestern abend II"] gerxxutltch unt dem Abg. Lenzmann zusammen gsseffen habe. Ick weiß überhaupt nicht, mit welchem R€cht der Abg. Erzbéxskk 11ch mxbr_ und mehr zum Zensor dLI Hausés aufsÖJVlngk Ick) kgnn 1er in skillkk fcbwäßivcbrn Weitschweifigfeit nicbt W[LM abrr ich meme; der Tenor scinsr Ausführungen steht im Um“ Zeishrten _erbaltnis zur Zahl seinsr Jahre und zur Sun"!" xxtner wirtschaftlichen Kenntnisse. Ick hatte meinen NYS“ suhrunIn ausdrücklich worausgrschickt, daß dir Missionen stetsemk erste «ts_Üe als Kulturfaktor in unserer Kolonialpolitik einnebmxn werrrr); ich bleibe dabei sieben und gebe sogar noch wcitrr._ DW kakbolnchen wir die eonngclifchxn Missionen haben als Kulturraktorkk- durrhaus m€i_ne_Bil1igung; ich onte das Wort, das ich_ßk' hraackoje, lediglich im politischen Sinne aufgefaßt haben. «oki :ck Sie etwa daran erinnern, Wodurch die Karokinen Spanisn verlokk" grgangen Und? Zu drm Beamtenwrchsel in den Kolonien, MW Krrh§1chaderx drr Kolonialverwalturg, haben die irrigen Angabrn M Mmronerx tbr gut Teil beigktragen. Das Arabertum in AO:!UZW haben wir __in unseren afrikanischen Kolonisn zunächst als un'?!eu Bundrsgenoncn zu _brtrachten. „W252, wknn die Missionen _3U_k“' rorgebrn. Es muß eine gxwine Grenzlinie wrnigstens Vorlaunszie“ zogen wexkxn, auch wenn (Vir das Cbtistlntum dabei ein wenig *Ukk'ck' steilen munen: es muß gekehrbrn, solange wir dort unskre Macht "il Voll amm Aquruck bringen können. In dem Sinne wollte ich me"" Auéfübrungen betrachtet _wiffen. .
Abg. Storz (D. BMW.): Dem Aba. Ledebour brmerkc 10 das; ich Schwabe und 40 Jahrs alt kin; es gibt aber “" Schwaben. rie Vor dem 40. Jahre schon geschrit find. Dkk Ab“ Lersbour 1vrtcht Von meinrr Kolonialschwärmetei; ihm sch€mt “b“ ganz unbekannt ßyblikben zu sein, was der Aba. Bebel in der "Westen. Anflag; eines yeiner Welk: für KolonialsÖwärmerei entw?“ er_s_ch1agt dort direkt dcn Erwrrb sines Landstricbcs im nörxlF, Asriisa vor, Vermutlich Denkt er an Marokko, wohin dir überslU'iise Bryolkrrimz äbjUsÖikbM wäre. Wenn man uns als Triluekdmk?r .“; dsr Atrikqxabrt gewissermaßkn dknunzieren will, so W,.l da:“- entfchxer€n zurückweisen; ick) babs Von meincr drmokrßtliäik“ Uéhkrzensnyg nicht:; aufge'gebrn. Was die' Kamerunbxhn betrtffk- o Heitkberi “Orr dry Parlrikn sebr VSUÖZCZTLUL Z.sirinungM- vor _a k-m UM U,? Proviansfrage; drr Abg. Semlsr ffndst gar nichts darm, [_ Vsrurtrtle _mit dcm Abg. Erzbkrgrr dieses Abkommen. Die Vekix'kgun“ ker Kolonien mit Branntwein Halte ich für Vcrwerflicb. Dkk, :- bUkekichaft von DsntsÖland iängt auch schon an, fich dcr AnsfMW
" zuzunekgsn- daß eine vernünftige Kolonialpolitik zu begrüßen sei; die
“ e Arbeiterschaft ist dieser Meinuxig schon_ lange, Und das be- Tegilsiséebr viel für ihren gesunden politrscbrn S1nn._ _
Abg. Eickb off (its. Volksp.):_Nach den heftigen Angrinen des
Abg- Ledebour auf meine erson bm. ich zu_ einer Erwiderung ge- nztht. Es war in diesem alle bisher nicht ublich, auf die„Priyat. vexhaltniffe eines Abgeordnexen Bezug zu nehmen; _wollte er damit sagen, ich sei nicht so unabhangig als andere, so wetse_ ich das mit Entschiedenheit zurück. Auch qndere meiner Parteifreunde, wie Müger-Meiningen u. a., haben _emen amtlichen Charakter und find Roßdem ebenso unabhängig_ wre irgend ein anderer Abgeordneter. Was die Staatssekretärgehalter betrifft, so sollte doch der Abg. Lerebour als mein Nebenmann in der Budgxikommisfion wiffen, da ich dort „ausführte, _daß wir zwar die Form der Re- praseniationSzulagen nicbt btlligten; aber die Zulagen an sich zumal naeh dem preußischen Vorgang ntch_t ablxbnen könnten. Auf die lottenVermebrung gebe ich heute nicht ein. Zu_ der „neuen Aera“ Z, unseren Reihen bezüglich der Kolonialpolitik be_t_ncrke ich, daß wir niemals Gegner einer vernünftigen Koionialpxlitik gewesen md. Vor 20 Jahren haben Bamberger und Richter Pcb gegen den Erwerb der afrikanischen Kolonien ausgesprochen, und die Erfahrungen haben uns recht gegeben. Von einer liberalenRegierung kann_auf ab- sehbare Zeit keine Rere sein. Vielleicht wird aber die eine oder die andere unserer Kolonien nach Jahrzehnten endlich dock) etwas bringerz; das kann aber nur geschehen, Wenn das _Vkrwaltungswstem m den Kolonien gründlich geändert wird, und 1ch_bm Oytimisi genug, zu glauben, daß das jeßt_ xescbeben wird. Tauf t diese Hoffnung nicht, dann müssen wir die Regierupg in allxxi Y aßnabznen unter- stüßen, die das Wohl der Kolomen zu_ iordern geeignet sind. Jedenfalls muß jedes neue Babuproxekt gewiffrnbaft ge- prüft und dre Zustimmung darf nicht _ _vxrsagt werdxn, wenn die Möglichkeit einer weiteren Rentabilttat gegeben ist. Nur so wird dem KolonialelenH ein Ende gemacht werden, wenn die Vorausseßungen der wirtschaftlichen Entwicklung gegeben sind. Ick; bleibe für meine Person dabei, Dcuiscbland ift_ ciize Kolonizrlmacbt geworden, mag auch vor 20 Jahren mehr vaterlandikche Begeisterung als nüchterner Verstand und klare Sgchiknntnis Gevatter gestanden haben. Wir können die Dinge nicht andern, soqdern höchstens aus der Not eine Tugend machen, aber yon Kolonialicbwärmerei bleiben wir nach wie vor fern. Von diesem Gefichtspunkt aus werde ich mit meinrn Freunden diese Vorlage_prüfen, und wenn die wirtschaftlichen und finanziellen Grundlagen, wie ich hoffe,_fich als gesund_heraus- stellen, die Zustimmung nicht Versagen. Wir glarrbrn, damtt einem nationalen Juteteffe zu dienen. _
Abg. Erzberg er (Zenn): Ich habe dem Ahg. Gollér ntcht_1)or-
eworfen, daß er eine Wablrede gehalten habe, jondern nur, weil er Haste, cr wolie die übliche Wablrede nicht halten, ihm nachgewiesen, daß er immerfort auf seinen Wabikceis Bezug geno_mmen bat. Der Aba. Golier hat mir eine Würde zugesprochen, die ich _rxicht besiße. Er beklagt sich über Töne, die ich angeschlagen habs, er 111 doch nicht der Konzertmeister dieses Hauses, der steht an anderer Stelle. Er stellt sich als ungemein freibeiisliebend hin, will aber der Misfionstätigkeit eine Grenze ziehen. Hübicbe Freibrit, die er den Misfionen gibt! Was in der internationalenKongo-Axtc und in dem deutschen Schußgebist als Grundrecht der Kolonien besteht, die Frei- heit der Missionstätigkeit, erfährt hier den erstsn Angriff yon cinem Vertreter des „entschiedenen Liberalismus“. Der Abq._(Hol18r_ hat sich ungkmein rasch bekehrt. (Grfierwsprach cr Über „Pkaffrnrvtrtschaft“ und b::ute Von den guten Mis1ion§etnrichtungem Dxr Abß. (Holler _sollte srine Krnntnis über den Erwerb der deutschen Kolonikn erwertern. An dem Verlust der Karoliren find die Mönche höchst unschuldig. Mrinte er aber die Philippinen, so möge er heute in der Weser- Zeitung lesen, wklch' eine ségLUZreiä-ée Tätigkeit die Mönche auf den Philippinen entfalten.
Damit schließt die Debatte.
Persönlich bemerkt
Abg. L e d e b o u r (Soz.): Mit dem Außdruck „Oberlehrerfraktion' babe ich nicht sagen Wollen, daß dir politische Tätigkeit _des Abg. Eickhoff durch irgendwelche?- Anstellungstxrbältnis breinfsußt werde, sondern nur, laß seine kolonialen21nfichten vorzugsweise in Ober- lxbrerkreisen kultiviert werden, u_nd er vielle'icbt auf ricies Miliru ab- farbt. In der Fra e ker Miniiteraebälter _bat der Abg. Eickhoff. als vom Zentrum aus Liveftimmten Gtüiiden dre Vkrtagung dieser Frgge Verlangt wurde, im Gegensatz zu seinem anwesenden Parteigenonen gegen die Vertagung und für die Gkbäiter grstimmt.
_Abg. Lenzmann (frs. Volksp.): Ick habe nicht für meine Prrwn, sondern als Frakjionsrcdnrr namens der Fraktion gesprochen. Dir Fraktion steht der Vorlage ablebnknd gkgenüber, will aber die- xentgen, die anderer Ansicht sind, ihren eigenen Weg gehen lasen. Es isi durchaus kein Zwiespalt in der Fraktion. Die Mebrbsit hat noch ket_n Vertrauen zu der Kolonialpolitik. Sie, Herr Eickhoff, find leicht- glaubigkr (Vizepräsident Graf zu Stolberg: Das ist keine prrsönliche Bsaxrrkung, sondern eine breite sachliche Ausführung), denn Sie nehmen Verjprechunqen Vom Regierungstisck) für Haare Münze. _ _
Abg. Eickb off (frs. VMM): Ste Werden es begreiflich finden, wenn ich dem Abg. Lenzmann nicbt antworte. Den Ausdruck dcs Abg. Ledebour konnte ich nicht anders auffaffen. Von Liner besonderen Schwärmerei meiner Kollegen auf diesem Gebiete war mir nichts bekannt.
__Darauf wird die Vorlage der Budgetkommission über: wreen.
_ Es folgt die erste Beratung des Geseßentwrxrfs, betreffend drr Prnsionierung der Offiziere, einschließlich Sanitäts- Usnzrere, des Reichsheeres, der Kaiserlichen Marine und der Kakskrlichen Schußtruppen in Verbindung mit der ersten Be- ratung des Geseßentwurfs, betreffend die Versorgung der PUsonen der Unterklassen drs Reichsbeeres, der Kaiser- 11ck)LU Marine und der. Kaiserlichen Schußtruppen.
Preußischer Staats: und KriegSministcr, Generalleutnant von Einem gen. von Rothmaler:
Meine Herren! Die verbündeten Regierungen [egen Ihnen den ENUM der Geseße für Versorgurg “der Offiziere! und der Unterklassen
der Armre, der Marine und der Schußtruppen in derselben Fassung.
yok wie im Vergangenen Jahre, nur Versehrn mit denjenigen Ab- anderungen, welche die Budgetkommission im vergangenen Jübre als Verbesserungen dem Grieß hinzugefügt bat.
, Meine Herren, die große Bedeutung disser Gesetze für die Armee, den Wert, welchen sie für die ganz: bewaffnete Macht haben Werden, brauche ich hier heute nicht mehr zu begründen. Ich glauke, darüber herrscht Einigkeit. " Ich darf mich infolgedessen an das hohe Haus mrt der herzlichen_Bitje wenden, die Geseßéntwürfe mit Wohlwollen zu Prüfen und alles zu tun, um sie so bald als möglich Grieß werden 3" lasen. (Bravo! rechts.)
, Abg-Graf om e ( Mtr.): Ich halte es nicht für angezeigt, bet der ersten Léung dßs sZrldenden (Hefe entwurfes uns an einer d_ebatte_materiellen Inhalts zu beteiligen. ie Grunde zg beurxetlen die zu piesem ungewöhnlichen Verfahren Anlaß gehen, uberlas1e_ick§ kx Retckyskegierung und Ihnen. Ich beantrage, beide _Gesrßentwurfe U"? im Vorigen Jahre der Budgetkornmission zu 17581717380an-
R' W _Graf Oriola (ul.): Die Mißstimmuxrg daruber, daß der v “ÖM"! lm vvrigen Sommer so plößlich geschlonen Mild?- anstatt
ertagf zu werden, ist auch yon Anbängrrn anderer Parteien aus L- Pk0„en worden, und diese Mißstimmung war ganz bZsondexs e- "ÖUQÉ, mtt Rückficht auf die Arbeiten der Budgetkomm11sion m_ der
:.wlekgen Materie der Revision unserer Militßrpensionßgewtze. _ckle Beratungen waren auf dem besten W896, zu MWP Mk?" A5- es "ß SU,J€langen, um so größer war natürltch_ dic Enttauschurzg, als
“Uf €"*mal hieß: Alle Arbeit ist vergeblich gervesen. Dre Re-
gierung ' batte die Bedeutung der Vorlagen _ eradeso betvorgeboben, wie es der Kriegßminister beute getan bat. Dir er hatte dargelegt; daß er sie für wichtiger halte wie selbst die Vermehrung der riedenspkasenz- stärke. Wenn die verbündeten Regierungen von dem eichsmg so oft Rücksichtnahme verlangen, dann ist aber doch auch der andere Gefes- gebungsfakwr berechtigt, von ihnen dieselbe Ruckfichtnabmezu verlazmen. Ich habe damals bedauert, daß diese Gesetze_ der Budgetkommtsfion überwiesen wurden. Die Yudgetkomxmssion, war danzals anz besonders mit Arbeiten überbattft- Wurden dw Vorlagen, elner Jesondern Kommission überwiesen worden sein, dann _ware_ wenigstens die Kommisfion zu einem Abschluß gelangt, und Wir hatten heizte eins fertige KommissionSarbeit vor uns. Ich steÜe drsbalb tm (Gegensatz zu dem Vorredner aucb die5mal_det_1 Antrag, dxe Vorlage einer besondern Kommission von _21 Mitgliedern zu_ uberwetsen. In einigen wenigen Punkten smd die Beschluffe 5er Vorigen Budget- kommisfion in der Vorlage berücksichti t wvrden; in anderen_ Punkten, wo die Kommission mit großer ebrbeit „ibre Beschluss? faßte, babrn die verbündeten Re ierungen fich mck_)_t yeranlaßt gesehen, Konzessionen zu machen. m übrigen verwrtxe ich auf _meinx yor- jährigen Detailausfübrungen, um auch meinerseits heute eme l_angere Debatte nicht zu entfeffeln. Manche grundsaßltche Aen_derung.__d_te dtrse Vorlage-“entbält, kann ich ja _auch nur begrußen. Wtr dermtnen Vor allem eine größere Berücksicbttgqng und gerechtere Behandlung drr schon jetzt pensionierten Offizwre; die Klagen dieser Kategorie waren es, die den Reichsrag zu seinen immer wiederkehrender Aufforderungen an die Verbündeten Regierungen yermocht haben. Dre Regierung erkennt an, daß die alten Geseße nicht nicht baitbar find, das; die Versorgung der alten Soldaten _nicht _mehr ausreicht; aber die Vorlage fiebt nur für die Zukunft, nicht fur die schon wsr- abschiedeten Soldaten, eine Besserung vor; die Yesteren folien nur bei äußerster Notlage auf dem Gnadxnrvege eme gerirxge Uyter- stützung erhalten. Man hat nicht emmal de_n Begrin_ „Kriegs- teilnehmer“ auf alle diejenigen qußgedebnt, dte am Kriege terl- gcnommen haben. Der Reichsta wrll, daß den alten Soldaten gegen- über Billigkeit waste. Große 5 iängel sind auch in uns_erm Re[_tkterx- wesen vorhanden. In der Budgetkommission wurde die Möglxchkrtt der Hineinarbeitung dieses Zweiges in die Vorlage bestritten), nian versprach ein besonderrs Reliktengese . Ich bit_te dringend, die Viel- fachen Härten und Mängel auf desem Gebiete anzurrkennen _und sobald al:“: möglich auch diese Revision in die Wrge zu leiten. Ich wünsche, daß wir in diesem Jahre anlich das Grieß zu statzde bringen; die kurze und etwas dunkle Erklarun des Vorrednxks wird hoffentlich nicht als eine E1schtverung dieses ieles aufzrzfa11en_ _s_em. EE bandklt fich um Geseße Von ganz bedeutender soztalpoltmcber Wichtigksit, um Gefasse, die für unsere Wrbrkrast wo_n größter Bedeutung sind; es muß Gerechtigkeit geübt werden unierer glor- reichen Vergangenheit gegenüber und für die Zukunft das Nötige hei- getragkn werden für die Freudigkeit von Heer und Flotte, wxxm es _Hetßt, den Feind von den Grenzen abzuwehrezi. Ick) nehme mit Stcherberr an, daß der Reichstag fich bewußt sein Wird der großen Aufgaben, die er hier zu löjen bat.
Staatssekretär des Reichsschaßamts Freiherr v o n S t c n g e [:
Meins Herren! Auch die verbündeten Regierungen sieben durchaus auf dem Standpunkt, daß sie es für einen Segen erachten würden, wenn über diese Vorlage in Bälde ein Einverständnis untkr dsn gesty- gebendsn Faktoren erzielt würde. Ich bin, meine Herren, gleichwohl nicht in der Lage, alles das, was der Herr Vorredner soeben Vor- gebracbtibat, Volikommen unwidersprochen dabingehen zu lassen. (Sehr richtig! in der Mitte.)
Es ist inkbesondere ein Punkt, den ich aus der Rede des Herrn Vorredners hervorheben möchte, und dieser Punkt beirifft dir rü ck - wirkende Kraft. Ich habe bereits im Dezember 1904, als zum ersten Male die Generaldebatte üker die MilitärpenfionSnov-élie hier auf der Tageßordnung stand, meinerseits Veranlassung gehabt, unter anderem auch üker die Frage der rückwirkenden Kraft mich eingrhcnd zu äußern. ch wikl heute nicht alies wiederholen, was ich damals zu dieser Frage hier erörtert habe; aber ich möchte wenigstens mit kurzen Worten auf den Inhalt meiner damaligen Rede beute zurückkommen.
Meine Herren, die Vorlage kommr in Ansehung der rück- wirkenden Kraft den Intentionen, die Sie aus dem Munde des Herrn Vorredners entnommen haben, unsercs Erachtens weit entgegen. Ich will hier davon ganz absehen, daß in ihr eine Bestimmung vorgesehen ist des Inhalts, daß dieses Gesetz in Wirk- samkeit treten _soll schon Von dem 1. April des abgelaufenen Jahres 1905 an, in der Absicht, daß unter den nachteiligen Folgen der Ver- zögerung der Verabschiedung der Vorlage doch jedenfalls die beteiligten Penfionäre nicbt sollen leiden müffen. Auch ist durch den Grießeanrf den Kriegsteilnehmern ganz all- gemein die rückwirkende Kraft des Geseßes zugestanden. (Widerspruch aus den Reiben der Nationalliberalen.) Ich glaube wenigstens im aÜgemeinen diese Auffassung bier festhalten zu können. (Widerspruch.) Und auch alis übrigen Altpenfionäre, die nicht unter die Kategorie der Kriegsteilnebmer gehören, sollen nach der Absicht der Verbündeten Regierungen gleichwohl ebenso behandelt werden, wie wenn sie seiner- zeit den Krieg mitgemacht hätten, aÜerdings aber unter vereinen Voraus- setzung, daß fie in der Tat auch einer solchen Gleichstellung bedürftig erscheinen.
Wie man in einem solchen Vorgehen der Verbündeten Rc- gierungen eine UnbiÜigkeit, eine Härte gegenüber den Alt- penfionären erblicken kann, ist mir, offrn gestanden, nicht Erfindlicb. Ick wiederhole: es Handelt fich also keineswegs bloß darum, für die Pensionäre zu sorgen, die in der Zukunft in Frage kommen, sondern in der Tat ist durch die Vorlage auch in weitestem Umfange Sorge getragen für das Wohl der bereijs in Pension Befindlichen, der sogenannten Altpensionäre.
Ueber den Rahmen der Vorlage aber hinaus, meine Herren, die rückwirkende Kraft veraUgemeinern zu wollen in dem Sinne, daß nun allen Altpenfionären ein geseßlichrr Anspruch auf die Pensionserböhung nach diesem Gesetze “eingeräumt werde, das scheint den verbündeten Regierungen allerdings zu weit zu gehen. Ich frage Vor allem, meine Herren: woher sollen die Mittel genommen werden', um die Mebrauégaben zu bestreiten, die die Folge einer solchen Erweiterung der Geseßesvivrlage sein würden? In der Finanzreform- vorlage sind zwar die Mittel vorgesehen, speziell auch für die rück- wirkende Kraft, die wir für das abgelaufene Jahr 1905 Vorgeschlagen haben; es sind auch sonst die Mittel vorgesehen, die sich als Kon- skquenz dieser Vorlage der Verbündeten Regierungen_ergeben. Aber darüber hinaus sind, wenigsjens in der FinanzrefonnVorlage, Mittel zu dem Von dem Herrn Vorredner beabsichtigten Zweck nicht Vor- gesehen. *
Meine Herren, man liebt es, den verbündeten Regierungen Mangel an Sparsamkeit vorzuwerfen. Ich glaube, meine Herren, mit Unrecht, und ich bin der Meinung, daß gerade der Reichstag al1e Verankaffung hätte, speziell auch bei dieser Vorlage dem sparsamen Vorgehen der v€rbündeten Regierungen seine Anerkennung zu“ onen.
Eine Verallgemeinetung in der Richtung auf die Versorgung aller
Altpenfionäre nach Maßgabe der Bestimmungen dieses Gesetzes würde - darauf habe ich schon in meiner Reds Vom De- zember 1904 hingewiesen „„ zu einxr bedknklichrn Klippe werden können, welche eine Gefahr in sich bergen würde für das Schicksal nicht allein dirfer Vorlage, sondern überhaupt aller Vorlagen, die Von den verbündeten Régierungen an den Reichstag, in Ansehung einer Verbesserung nicht bloß der Penfionsverbältniffe, sondern auch der Aktivitätsgebalte 'der Offiziere und Beamten gelangen möchten. Ich muß hierbei darauf aufmsrksam machen, daß nicht aliein die Erhöhung der Prusion selbst zu einer Mehrbelastung des Penfionsetats führt, sondern mittelbar auch jede Erhöhung der Aktivitätsgebalte der Beamten.
Nun Haben wir durch die gegenwärtig dem Reichstag unterbreitsten Vorlagen Ihnen schon Vorschläge in Ortschiedenkn Richtungcn zur Verbefferung der Lage aktivrr Bramten gemacht: ick) crinnrre an den Wohnungégrldzuscbuß, dcr für die Unicrkeamtcn in weitkm Um- fange mit recht erheblichen Kosten Erhöht werken sol]; ich erinnere Sie fernrr an die Vorschläge wegen Gehaitsaufbefferung dsr Zablmeister Und Verschiedener anderer Bratntenkaiegorien. Wix: wvllsn Sir es recht- fertigrn, 111€ineH5rren, wenn Sie [“ist bei den Militärprnsirnen grund- sätzlich die rückwirkende Kraft mit Rrcht-Zansprucb Einräumen -- wie wollm Sir es rechtfertigen, Bcrufungen, die dann von den Ait- !:ensionären aus jénen Katsgrrien erbobén werden, zurückzuweisen? (Srbr richtig! rxckyts.) Jn absekbarer Zeit, meine Herren, werden wir VorauT-sickxilicb drci) dazu gxlangcn müffen, auch für die Vrrbefferung drr Prrrsionen der Zivilbramten etwas zu tun. Wie wollten Sie Es rechtfertigkn, dort dir Kon- sequenzen abzuweisen, rvenn Sir hiék sich dazu cntsckyließxn, dcm Geseße rückwirkende Kraft einzuräumsn? Writsrer Konssquenzen für Preußrn und andere Einzelstaatkn Zar nicht zu gedrnken!
Meine Herren, ich möchte endlich anch noch rararxf binwsisen, daß bei den Alipensionärcn in eincr Reibe vvn Fällen in dcr Tat der Zusauxmenhang der brtreffsnden Persönlichkeiten mit dem frükeren Militärdisnst nachgerade Vollständig rerlorrn Jkgangrn ist. Ich er- innere Sie nur an die große Zak“! solchrr Altvrnfionärc, dir sub befinden in der SteUung VM Schriftstkkicrn, vrn Künstlern, von Jngcnieurcn, von Bankdirekwrcn, wn Auffichtßräten u.a.m. Was Hat es für einen Sinn, meine Hrrren, wcnn auch nicbt Einmal mehr die frühere Teilnahme am Feldzug dabsi mit in Brtracht kommt, solchrn Kategorien nachträglich noch eincn RcchtHanspruch auf dirErH-Zhrrng ihrer Militär- renfionen einzuräumen?
Meine Herren, ich möchte aus allen risssn Gründen, denen ich ja noch cinr Reihc weitrrsr binznfiigen könnts, dringsnd bittrn diesem Wunsche kes Hrrrn Abg. Grafrn Oriola nicht Folge zu geben.
Akg. Lasche (SN,): AUÖ mrinc Partsi muß fick; dagegen wenden, daß dir Arbcit drr vvriäfzri-gcn Kommiffirn Turch_drn Vor- zeitigrn Schluß des RrickystagÖ illuwriscb grmacht wordsn ist. Die Vorlag€n sinkt besondErrn Kommission zn überweisxn, baltsn wir nicht für richtig. Es banrrlt fich hier um “sink Bclajtung drs Etats um 18 MiÜionen, und wsnn die Fertigstkliung der Vorlagen durch die Beratung in der Budgetkommission etwas vrrzögerf wird, so trifft die Schuld dafür dir VZkbÜUdCsLU Rrgierurxgcn. Brrcnken babsn wir gegen die Fassung des § 4, Wodurch das dikkrrtionäre Crmeffrn der Vechxltung Vermrbrt wird. Die Pcnsiynierung_ dsr aktiVen Offiziere hat einen Umfang angenommrn, der iowobl für das Budgrf des Reichs. als anch im aklgemeixirn rccht bedenklich ist. Durci') § 4 wird dieser Mißsiand noch vrrsckyärit. Daß die Penfionisrnng der Offiziere nickpt immer einmandssrki iyi, zeigt der Fall des Gensrals v. Kretschmann, drn drr Kriegßminijier im Vorigcn Jahre in ein bcfferxs Licht zu setzen sich Vsrgeblich bemüht hat. Es cxxtspricbt nicbt drr außgleicbcnrxn Grrsckotigkeit, 'raß ric untersn Klamsn !chlsckztcr wxg- kommen al:"? die obersn des Heeres. Für die Prxriwnisrung dcr Oifi- ziere sind 8150 000 „16 in Ausfickyt genommcn, für_ die drr unferer- Klaffén des Haares 8715 000 «if: _Dixér“: entwricht nicht dem nmnkrischew Vkrkältnixs bridcr Katrgorirn. Die Frage der rückwirkrnden Kraft ließe fich virllxicht dadurch am briten lösen, wenn man dkn obrren Chargrn etwas abnäkms un_d “Dru niedrren zulegte. Vorläufig wolLen wir uns (1061! _noch nicht friileasn. Dcr bekannteObUstGäde Hat darauf hingewiNcn, daß ix_nr rin Bieri?! dsr Offiziere ihren Abschied nrbmen, wril fir tatkäcblich Invaliden smd. Bei den übrigen wird die Invalidität nur worg-éschüßt. Wir stimmen für Prüfung der Vorlagen in drr Budgeikommisfion.
Abg. Von Massow (d. kons.): Ick) haki: im [*.-origen Jabtr im Auftra 8 meiner Fraktion dcn brstitxrmten Antrag grsicüt, dies? Gsies- entwürie einer bksondercn Kommission zu übc'rweiven, wril ich xncbt glaubte, daß die mit schweren Arbritcn übrrbäufrc Budgctermmixsion diese Vorlagen rrlédigxn könnte. Es ist nicht cmxnal zu 61mm Be- gräbnis erster Klasse gekommen, wie ich dawals (nmakm._ Es be- schleicht mich cin gewisscs Gefübl drr Béscbamung, wenn ich daran denke, daß cm:?) in rirskm Jahre unssre Krirßer vieUriÖt mit cirixr Drehorgelkomr'xsion abgesreist werden. Ich Habe ein rvarmcs Herz auch nir die unteren CMrgrn. Ihre Versorgung muß dr" Veränderterxchens- bedingungen ?xisprcxbend rrrbcffert werden. Eine wobldiSzivlinierte Armee ist dir (“rike Gewähr für den Frirden nach außen und_nach inuen, und das lcxztcre möchte ich den __biirgerlicbsn Parteien bk1ondcrs_ans Herz [Mn, Unse'r Offizierkorys iir ja Gott sei Dank nicht 10, wre es Von Bilse und Bewerlrin Mr.“,ildert worden ist._ Unsrren jungen Osßzierrn kann man vislicicbt einig? ertraVasante Kikidermoörn Vor- werfen, abkr der KLM ist gut! und wenn es am 21. Janxtar darauf ankommt, dann wird jeksr Offizier, wie es unsere Väirr in km Ve- freiungskricgrn Und 1866 und 70 getan lmbrn, seine Pfiicht tun, dann hilft ksin Vizitiipisrn, dann mUß grpfiffsn Werdén, und sie wrrdrn pfeifen auf die großmäuligen Redcn der VolkHÖSglücker. Da im vorigen J15re alleI Nötig? gefaßt wordxn ist, so will ich brutek Fur kurz beworbeben, daß wir bczüglich der Anrechnmxg der Militärpennon bei den Kommunaibramten und binfichtlick) der rückwirkrnden Kraft Reformen wünschen. Wenn man den Volksschullshrrrn dis Pcnsion erhöhen will, warum nicht auch dyn Angcbörigrn des Rcichöbkeres? Mit der Verabschiedun'g dieser Vorlagen werden Sie sich den Dank der Armee und dss Vaterlandks erwerben.
Abg. Dr. M u a dan (rrs. V01k§p.)1»crlangt, daß alsbald auch das Penfionswesen für die Zivilbeamten geregelt wkrds, und erwariet, daß die Regierung das Vrrsäumte durch eine Vorlcme baxd t1_a_chk)olcn werde. Seine Freunde würden für den Antrag Homprsck) stimnicn, schon Weil ls bei den vielen Vorhandencn Komxniffionen gar_ntcht mö [ich sein würde, noch eine nette Kommijsion _zu hexrßen. Au erdem würden noch für andrre Vorlagen nem! Kommtsjwnen nötig werden. _ _
Abg.Liebermann VonSonnrnberg (wxr11ch.VW-)T_Dke Frage selbst ist gründlich durchgesprochen, csisiübrrfxusfig, offsanuren einzustvßen. Mit dem (GrafenOriola halte ich LZ fnr notwrndtrx, _agck) das eriftcngesrtz skbr bald einzubringen Zur Regrluwr kes Militar- Penxionchsens gehört aber auch die Nägeiung _drr Lsrteranknzuxage. Die er Ebrensolky wird jeßt nach ganz vgrsch1cßkn€w (Hrnndsayen gewährt, es solltkn aber rinbeitliche Grundsaßr fur __dte Vcrlelbung befolgt werden. Wenn die Regiernng itxi Wkge der Peroxdnung eine einbritlicbe Gewährung hsrbcifübrtc, wurdg nicbt mcor dre Erwerbs- unfäbigkeit Vérscbieden beurteilt Werden formen, und dann wurden auch nicht mehr die fortgesexzten berzzxrrxißendélx Klagen„kom1yen, aus denen immer [)eraustönt, daf; srlb!i im_ Rc'tch_stag 11ch kkmer mehr dieser Klagen annebme. Marz x_nöge meack) jedem _Vetrranen aus den großen Kriegen, drr bedurftts ist, dir Zulage zntytl werden
lassen. Wie notwendig die einheitliche Regelung der Militärpenfions-
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