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fbeHnden, vor. Mit dieser Einschränkung haftet für nler e_ das ganze Vermögen der Gesellschaft insbesondere d_afür lhre sämtlichen Seedampfschiffe. Ein Pfandrecht für „... rrtte Anleihe _wird in das SchiffSregister nicht eingetragen, Fedor!) verpflichtet fick) die Gesellschaft, andere Pfandrechte als olche zu Gunsten der Inhaber von Schuldverschreibungen der ersten VrioritätSanleihe auf ihre Seedampfschiffe nicht ein: tragen zu lassen, auch fernere Anleihen nur unter der Be- dingung aufzunehmen, daß die Darleiher bei einer etwaigen Au lösung der Gesellschaft erstnack) den Inhabern der Schuld- ve chreibungen dieser dritten Anleihe Befriedigung ihrer For: derungen verlangen können. Gegeben in der Versammlung des Senats,
Hamburg, den 31. Januar 1906.
Königreich Preußen.
Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht:
dem vortragenden Rat bei der Oberrechnungskammer, bisherigen Geheimen OberregierungSrat Dr. Ko ck) den Charakter als Wirklicher Geheimer OberregierungSrat mit dem Range der Räte erster Klasse,
den Militärintendanturräten H c d e ri ck von der Jntendantur des 17. Armeekorps, Dr. Siemon von der Jntendantur des 1711. Armeekorps und Dr. Fuhrmann und Kohl von der: Jntendantur der militärischen Institute den Charakter als Geheimer KriegSrat, _ _
den Geheimen NeJiftratoren irn Kriegsministerrum, Kanzleiräten Schulz un Zitelmann den Charakter als Geheimer Kanzlcirat sowie _ _
den Geheimen Negistratoren im KriegSministerrum S ck m rß und Böhl den Charakter als Kanzleirat und
dem Oberzahlmeister Liebmann von) Husarenregiment Kaiser Nikolaus 11. von Rußland (1. Westfälischen) Nr. 8 her seinem Ausscheiden auI dem Dienst mit Pension den Charakter als Rechnungßrat zu verleihen.
Finanzministerium. Die Nentmeiftersrelle_bei der Königlichen Kreiskasse in Weilburg, Negierrrngsbezirk Wiesbaden, 111 zu bescßen.
Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten.
Der Oberförster Sander in Schulix'», Regierungsbezirk Bromberg, ist nach Grolmde, Regierungsbezirk Hannover, veréeßt, der Forstasseffor von (Hrirnhagen Ut zum Ober- förter in Schuliß und der Forstamcffor Bons e zum Ober- förster in Binnen, Regierungsbezirk“ Hannover, ernannt m_orden.
Der Förster Herrmann _in Taubenwaffer, Oberförsterei O_l_iva, Regierungsbezirk Danzig, hat den Titel Hegemeiiter er alten.
KriegSMinisterium.
Der Militärbaumeister Michaelsen in Frankfurt a._M. ist unter Ueberweisung als etatsmäßiger technischer Hilfs- arbeiter zur: Intendantur des )(17111. Armeekorps zum Militär- bauinspektor ernannt m(orden, „.
Bekanntmachung.
In Gemäßheit des § 46 des Kommunalabgabegeseßes vom 14. Juli 1893 ((H.-S. S. 152) wird zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß auf das Aktienkapital der Mödrath- Liblar:BrÜk)ler Eisenbal)n:Aktiengesellschaft für die Betriebszeit vom 19. Dezember 1904 “ dem Tage der Um- wandlung in eine Nebenbahn - bis zum 31. März 1905 ein Reinertrag nicht zur Verteilung gelangt ist und 1rch daher ein kommunalabgabepflick)tiges Neineinkommen fiir das Jahr 1905 nicht ergeben hat. _
Cölrr, den 28. Januar 1906.
Der KöniglicheIEisÖnbahniommissar.
Dorner“.
Yichtamtliihcs.
Deutsches Reich.
Preußen. Berlin, 1. Februar.
Seine Majestät der „Kaiser und König nahmen Heute vormittag die Vorträge des Chefs des Generalstabs der Armee, Generalleutnants von Moltke und des Chefs: des Militärkabinetts, Generalleutnants (Grafen von HÜlsen-Haeseler entgegen.
Der BundeSrat versammelte _sict) heute zr: einer Plenar- sißung; vorher Hielten der Ausschuß für Handel und Verkehr und die vereinigten Ausschüfie für Handel rind Verkehr und für Zustizwesen Srßrrngen.
Der Fürstlich bulgxrr'rsche diplomatische Agent, General: major: Nifyphoroff 111 nach Berlin zurückgekehrt und hat die Geschäfte der drplomatischen Vertretung wieder Übernommen.
Laut Meldung des „W. T. B. geht S. _M. S. „Y_rzssard“ übermorgen von Daressalam tract) KilwaKirvindxe rn See.
Baden.
Die zweite _Kammer genehmigte erne (“orderung fiir ein zweites Gleis der Linie Neckarelz-ererburken.
Diese Forderung beruht, „W. T. B." zufolge, auf einem Ueber- einkommen mit dem Reiche. Von den Gesamtkosten h_on 2460 000954 zahlt das Reich ohne Anspruch auserzrmung und Ruckzablung 85 0/0 mit 2091000 «FL, den Rest Baden.
Hamburg.
Im Zusammenhang mit, den Krawallen in der Nacht vom 17. zum 18. v.M. sind, wie „W. T. B.“ meldet, bisher “7 2 Personen verhaftet worden, gegen die Anklage wegen Aufruhrs, Raubes bezw. Diebstahls erhoben werden wird.
Die Bürgerschaft nahm gestern narh fünfstündiger Debatte in zweiter Lesung den Antrag des Senats auf Abänd erung der Verfassung, wonach die VerbältniSwabl eingeführt und den Be- amten das passive Wahlrecht verliehen wird, mit 120 gegen ?_ZZZStingend an. Von den 160 Mitgliedern der Bürgerschaft waren
anwe en .
Oefterreith-Ungaru.
In der estrigen Sißung des österreichifchen Ab- qeordneten auses beantwortete der_ HandelSMrnister Fürst uerspergverschiedeneInterpellattonen, den Handels- polrtrscherr Konflikt mit Serbien betreffend, worauf das Haus dre erste Lesung der Rekrutenvorlage fortseßte. Nach dem Bericht des „W. T. B.“ führte der HandelSminister in Beantwortung der Jnterpellationen aus, daß Oesterreich-Ungarn es bei der Regelung der Handelsbexiehungen mit Serbien und Bulgarien niemals und in keiner Richtung an dem nötigen Wohlwollen habe fehlen lassen. _Die Motive für den Abbruch der Verbandlrm en mit Serbien lagen in der durch die Bestimmungen des serbi ch- bul?arischen Sonderabkommens geschaffenen Lage, somit aus- schl eßliä) in wirtschaftlichen und nicht in politischen Rück- xrcbien. Die sogenannte Zollunion bedeute lediglich eine Fest- cßung des Differentialsystems zu Ungunsten fremder Produkte. Oesterreicb-Unqarn sowie jeder andere Staat. der Handelswerträge auf dem MeistbegünstigunJSPrin ip aufbaut, müsse um jo mebr egen eine derartige Verle ung d eses rundrecbts Stellung nehmen, a s Oester- reicb-Ungarn sel ft bekanntlich aus seinem alten Tarif und den ablaufenden Verträgen aUes außgescbieden hätte, was mit einer spißfindigen Aus- legung der Meistbegunsti ung nicht vereinbar sei. Die ndelsvertrags- verbarrdlurrgen mit Ser ien hätten sich troß der S wieri keiten in allerfceund1chaftlichster Weise abgespielt und die Hoffnung au ein beide Teile befriedißendes Ergebnis gerechtfertigt erscheinen lassen. Der Redner entkrä tete unter Hinweis auf die_Gebeimba1tung des serbisch- bulgarischen Sonderabkommens die von emzelncn Jnterpellanten gegen die diplomatische Vertretung erboben__en Angriffe und betonte, daß die beiden Regierungen nacb pftichtgemaßer Prüfung die es vorher von Serkicn und Bulgarien sorgfältig geheim gehaltenen ertrages zu der Ueberzeugupg gekommen wären, daß der sogenannte Unionsvertrag in einer Reihe wesentlicher Punkte mit dem Interesse Oesterreicb-Ungarns rricbt kereinbar erschiene. Entsprechend den spontanen Erklärungen der Delegierten, mrt denen die Angelegenheit durcbgesprocben wx-rden wäre, Verlangte der Minister des Aeußern in vollem Einvernehmen der beiden Reaierungen von der serbiseben Regierung die Abgabe beruhigender Mitteilungen, die leider nicht in ausreichendem Maße gegeben worden wären. Mit Rück'icbt auf diese Haltung der serbischen Regierung wäre man österreicbis -ungarischerseits genötigt gewesen, die Zollverbandlungen zu unterbrechen und die VertragSrechte zur volien Geltung zu bringen. Der Fürst Auersperg betonte weiter in seiner Rede, daß Oesterreicb-Ungarn Serbien aegewüber es niemals habe an Entgegenkommen fehlen lasen, daß aber dieser Staat in gänzlicher Verkennung der Absichten Oesterreich-Ungarrrs in den letzten Tagen durch seine vollkommen vertragswidrigen Handlungen die Lage wesentlich erschwert habe. Es sei daher auch Pflicht der ierbiscben RegierunS diejeni en Schritte zu unternehmen, die erforderlich seien, um mit esterrei Ungarn zu einer Verständigung zu gelangen. Es wurde („odarm die erste Lésung der„_ Rekrutenvorlage fortheseßt. * “ m Verlauf der Debatte widerlegte der Justizminister auf Grund sernes amtlichen Materials den in dcr vorgesirigen Sitzung von dem Abg. Grafen Sternberg gegen ihn erbodenen Vorwurf der Aktenfälscburrg. Nachkem sicb sodann die Sozialdemokraten aus prinzipieüen Gründen gegen die Rekrutenvorlage und die Polen für diese auSgesprochen hatten, wurde die Vorlagr an die Webr- kommisfion verwiesen.
Frankreich.
_ Dre Deprrtrertenkammer beriet in ihrer gestrigen Srßung den _Artikel 8 des Gesetzes uber die Arbeiter: alterspcrsrcherung, nach dem der Staat die Rente, wenn fie _rvenrger als 360 Fr. zu betragen hätte, auf diese Höhe erganzt.
_ Nach dem Bericht des „W. T . B “ beantragte einAbgeordneter, Fat; der Zuschuß nicht mehr alß 120 Fr. betragen dürfe. Der Aus- ]ch.rß_bekämpfte diesen Antrag, bingeßen unterstüste ihn der Finanz- miniiter Merlou, ker die Kammer bat, fich nicht von großberzigen Regungen zu weit fortrcißen zu laffen. Der Vorfißende des Aus- 1chuffe5 sprach sein Erstaunen über dieses unVcrmutete Dazwischen- treten des Finanzministers und die Hoffnung aus, daß die Kammer ihm nicht Folge leisten werde. Der HandelSminister Trouillot unterstützte die Darlegungen Merlous; denn die An- nahme des Auksäyrrßenlwurfs würde, sagte er, ein vergebliäées Ve- müben sein. Jarrr_e*-s erinnerte den Minister daran, daß Rouvier den Ausschußentwurs gebilligt babe. Darauf erwiderte Trouillot, Fieser Enrwuri würde dem Staate _Kosien auflegen, die über (eine Kräfte geben. Der Finanzminister Merlou (aste sodann: Schlagen Sie uns da-Z Deutsche System Vor, wir werden uns dem ÜUsÖliéßIU. Jaurés tadelte die Regierung, daß sie nach mehrmonatiger Beratung dem Kommisüonsentwurf das deutsckye System in die Luere werfe; dieses System !ei aber aufdem Grundsatz der Invalidität, nicbt des Alters aufgebaut. Es sei jetzt nicbt der geeignete Augenklick, der Arbeiterklasse eine Enttäuschung zu bereiten. Das Haus lehnte darauf den Abänderungßanlrag mit 443 gegen 56 Stimmen ab und nahm Artikel 8 an.
Die Regierung, die bereits bcr Begrrrn der“ Inventar- arr_fnal)me m_ den _Kirchen den_Präsekten sehr genaue Inxxruktionen uber dre bei Turchfuhrurrg des Geseßes zu trencnderr Maßnahmen hatte zugehen lauen, hat infolge der an verschiedenen Orten eingetretenen, Zwischenfälle die1c In: struktionen erneuert. In Paris konnte die Jnventaraufnahme gr 12 Kirchen nicht vorgenommen werizeir, da die Geistlichen nch weigerten, den Beamten _die Schqujel 511 geben._ Ueber den Verlauf der Aufnahmen in den übrigen Kir en srnd,_de_r „Aqence quas“ zufolge, nachstehende Berichte an der Polizei: präiektur eingegangen:
In La Madeleine erklärte sich der Geistliche bereit, der Inwentar- aufnahme als Privatmann beiwohnrn zu wollen. Diese wurde jedoch
durch die Menge verhindert, die den Beamten tros feiner Ermahnung .
zur Ruhe unter Geschrei und Absir gen von Kirchenliedcrn hinaustrieb. Jn Saint Augustin mußte der mit der Aufnahme des Inventars be- auftragte Beamte vor der joblenten Menge fich zurückziehen, ohne seine Aufgabe erfüllen zu können. Derselbe Fall trat auch in Samt Franeois de Salles ein. In Notre Trine rvurde die Anwesenheit des Be- amien weiter nicht bemerkt. Er wurxe von der Geistli-leit in höflichster Form empfangen und nahm in ibrchegenwart die JmVentaraufnabme Vor. _Jn Saint Germain l'Auxerr-yis verlief die Amtshandlung nacb Verleyuna einer Protesterklärung unter dem Joblen der Menge. In Notre Dame de Passy wurde ier Beamte durch die Menge leicht verletzt und zum Rückzug»: genötigt. In Notre _Dame des Champs am BouleVard _V„-“iorrrparna11e war die Tur ae- öffnet; aber eine nach Tame-den zählende Menge empfing den Beamten mit dem Rufe: Dieb! Geb nach dem Grand
Orient! imd hinderte ihn, sein Amt :rrrZzulrberr, In "Zain: Eustacbe .
konnte die Inventaraufnabme nach einer Protesterklärung des Geist- lichen vvr enommen werden. Als in Saint Roche die Menge die Anwesenhet des Beamten bemerkte, stürmte fie die Tür der Sakristei _ und zog ihn unter Gebeul und Schlägen in das Kirchenschiff. Auch der Polizeikommiffar_ und der Schu mann, die ihn zu schußen_suchten, wurden tätlich angegriffen. ndlich gelang_ es den Polizeibeamten, die Ordnung wiederberzustellen. Der Deputrerte Archdeacon und der Stadtrat Billard, die an der Spitze der Anfubrec gestanden hatten, wurden festgenommen. In Saint Vincent de Paul gelang es dem Geistlichen, die_ erregte Menge zu beruhigen, sodaß es dem Beamten möglich War, dreJnventaraufnabme vorzunehmen. _
Von den ber den Kundgebungen in den Kirchen vor- genommenen Verhaftungen wurden nur 6 aufrechterhalten.
Rußland.
Nach_ Meldungen der „St. Petersburger Telegraphen-
(: entur“ ist der Belaqerungözrrstand aus den Stationen * arnr), Kasatin, Bobrinskaw, Sme a und den be- nachbarten Orten aufgehoben worden.
In Warschau find gestern fünf Israeliten wegen terro- ristischer Gewalttaten und vorgestern _der Anarchist Nigel- sohxr, der an_der Beraubung der Kas1e in der Brauerei von Schrelle beteiligt war, kriegSgerichtlich erschoffen worden.
Italien.
Jn_der gestrigen Sißung der Deputrertenkammer wurde dre Diskussion über die Regierunggyorlage wieder aufgenommen.
Nachdem sich mehrere Abgeordnete der Opposition, .W. T, B.“ zufolge, gegen diese Erklärung der Regierung außgesprochen hatten, wurde em_ Antrag auf Schluß der Beratung angenommen. Der Mrnisteryrafident Fyrtis erklärte darauf, er hätte gewünscht, daß die Drskmfion noch rrrcht beendet worden wäre, und ersuchte das Haus, den verschiedenen Rednern heute antworten zu dürfen. Es wurde darauf der Beschluß gefaßt, die Diskussion auf heute zu Verschieben.
Spanien.
Der RedaktionZausfchyß der Marokko-K'onferenz bat deri Entwurf, [retresrend dre Herbeiführung besserer Er: tragnrsse der mgrokkanischen Steuern und die Schaffung neuer Einkünfte, vollendet. Nack) demBericht des „W. T. _B.“ umfaßt der Entwurf 8 Artikel, in denen folgende Bestimmungen getroffen werden:
Der erste Artikel bestimmt, das; die sogenannte Tertibstruer Von den Ausländern unter den im Tangerer Reglement von 1903 aui- gestellten Bedingungen und an den Orten zu entrichten ist, wo fie tatsächlich von den Marokkanern erhoben wird; einen bestimmten Teil sollen die Konsularbebörden zur Deckung der Kosten zurückbehalten.
Der zweite Artikel besagt: Gemäß Artikel 11 des Madrider Ver- trases sollen die Außländer Grundeigentum erwerben können. Die Ermächtigung zur Ausfertigung won Urkunden hierüber soll obne geses- licben Grund nicht Versagt werden können. Von jetzt ab soll der Erwerb Von Grundeigentum im Umkreis von 12 km um die offenen Handelsbäfen ohne die nach der Madrider Konvention erforderliche Erlaubnis gestattet "sein. Die Ausländer dürfen auch Bauten aus ihrem Grundeigentum errichten.
Nach Artikel 3 erkennt die Konferenz die Steuer auf Bauten in Städten im Prinzip an. Ein Teil der Einnahmen soll für dre Zwecke oon Wegebauten und Verbefferung der Unterhaltung der Städte verwendet werden. Diese Steuer ]oll von Marokkanern und Fremden obne Untersrhied erhoben werden; für ihre Entrichtung haftet der Meter oder der Inhaber _des Schlüssels zu dem Gebäude. _
Artikel 4 besagt: Dre marokkanischen Beamten dürfen künftig weder die Sokbra- noch die Muna-Abgabe erheben.
Nach Artikel 5 wird das diplomatische Korps in Tanger dazuit betraut, für dre Frage der Habon-Güter und die Frage der Domimgl- Züter, di_e Fremde obne regelrechten Befiytitel innehaben, eme
illige Lö1una zu finBen.
Artikel 6 sagt,__die Konferenz nehme von den marokkanischen Vor- schlägen Akt, gewine Handels- und Industriezweige und _Beruisarten zu besteuern; das diplomatische Korps in Tanger solle prüfen, ob diese Steuern auf die Ausländer aus,;edebnt Werden können; wenn jr, solle die Besteuerung auskcbließlicb eine Gemeindebesteuerung sein. _ __
Im Artikel 7 heißt es: Die Konferenz nimmt den marottanricben Vorschlag an, Stempelgebühren auf Verträge und authentische, vor einem Adul ausgefertigte Urkunden einzuführen, Ferner ei_ne Besitz- wechselabgabe yon höchstens 2 0/0 für GrundxrücksNrkaufe, eirze statistische und Wäaeqebübr yon höchstens ]0/9_Vom Werte_für d_te durch die_ Küstenscbiffabrt beförderten Güter, eine Paßgebuhr fur marokkani-che Uetertanen sowie Kai- und Leuchtfeuerabgabcn, deren Ertrag für die Verbesserung der Hatenanlagen zu verrvenden ist.
Artikel 8 sieht Vor, daß im FaÜe von Schwierigkeiten eine Ver- ständigung_zwischen dem Maghzen und dem dipxomatischen Korps in Tanger erfolgen wl]. _
Der Entwurf soll der Konferenz heute unterbreitet werden.
Die Deput ierterrkammer nahm gestern endgültig einen Gefes- entwrrrf air, drrrci) ken ncue_Grurrdlagen gssrxaffen wuden,_xrach denen die Regierung ermäcbiigt ist, die gezenwartigen Zolljaye und Oktroiabgaben abzuändern.
Türkei.
Die bulgarische Antwort auf den Protest der Pforte, daß der Berliner Vertrag Bu13aricn den Abschluß von Handelsverträgcn gestatte und diePforte auf den Berliner Vertrag nicht Hinweisen solLte, da sie selbst den Artikel 23 nicht erfüllt habe, Hut in Konstantinopel, wie das „Wiener Telegr- Korrespondenzburearr“ meldet, unangenehm berührt und Stim-
mung gegen Bulgarien erregt. Ja den leZten Beratungen .
der Minister im Yildiz und der obersten Militärinspektions: kommission über die gegenwärtige Lage und dieBefürchtungen für das Frühxabr wurden jedoch keine militärischen Maßnahmen beschlossen; diese werden, solan e sie nicht unbedingt nöri werden, verzögert, da man befiir tct, daß fre bulgarische Rütungen provozieren könnten.
Die englische Botschaft inKonstantinopelhat, derselben Quelle zrrfolqe, vorgestern der Pforte eine Note überreicht, die gewisse Vereinbarungen und Sicherheiten für die Be: stimmungen des neuen Minengeseßes sywie Ver: besserrrngen des Zollmesens verlangt, die fre schon an: läszlick) der Frage der Bewilligung einer dreiprozentigen Zoll: erhöhung aufstellte.
Rumänien.
Nach amtlicher Mitteilung werden Waren _in Rumänien nach dem ]eßt geltenden Tarif nur zugelaßen, wenn für die tatsäch1ich ein;.xeführte Ware die Zolldeklaration bis sp_äte- stens 28. Februar neuen Stils 6 Uhr Abends abgegeben rst.
Schweden.
FU beiden Kammern des Reichstags hielten gestern die 5 räsidenten, „W. T. B.“ zufolge, Gedächtanreden auf den König Christian, die von den Mitgliedern stehend angehört wurden.
Dänemark.
Gestern fand im Sterbegemack) des verewigten Königs ein Trauergottes“ dierrft statt, an dem sämtliche _in quenhagen anwesende Mitglieder der Königlichen Famrlie teilnahmen.
:achmiiiags wurde die Leiche König Christians in An:
vesenbeit der Leibärzte eingesar t.
Die deutsche Kolonie m Kopenhagen verqnstaltexe, „ie „W. T. B.“ ferner berichtet, eine Trauerfeier fur en Köni Christian, bei der der: _Zwerte Vorsrßende der ,“olonie, S neider, eine Rede hielt, rn der er des starken
chrißes und Schirmee; gedachte, den der verstorbene Monarch er deutschen Kolonie gewährt Habe. _ _
Der König rcderik befahl, Haß rhrrr aus Anlaßscmer Hronbestei urig orschläge, betreffend dre Begnadigung olcher Strä (inge, die rricht_als _gefahrlrche Verbrecher bezeichnet werden können, und z'rvar 1owert moglrck), fur zwolf von ]eder er drei Strafanstalten gemacl); werden; _ferner_ordncte_der *önig an, daß alle Personen, welche fruher nicht zu einer efängnisstrafe oder Strafarbert verurteilt gewesen waren, ber ur Zeit wegen Uebertretung der Kapitel 23 _er 27 des traégeseßbuchs (Eigentumsvergehen usw.) zu Gefangnis vcr- rteilt sind, teils völlig, teils bedingt begnadigt werhen sollen, nd daß bezüglich derjeni en Personen, die unter gleichen Ver- ältniffen unter Anklage Zehen oder in____Untersucl)ungsk)aft ge: alten werden und bei denen angeüvntmen Wird, daß die trafe Gefängnis nicht übersteigen wird, Vorschläge Über allenlassen der Anklage gemacht werden sollen.
Asien.
Nach eiiier Mitteilung des russischen GcschästSträgerS rn okio hat, rpie die „St. Petersburger T_elegraphenagentur“ reldet, die ]apanische Rearerung fur dreZulassung on Ausländern nach Port Arthur und anderen vrien, die dem Generalgouyerneur von K_wantung nterstellt sind, nachstehende Bestimmungen crlas1en:
Erlaubnisscheine Werken vom japanischen Kriegsminister ausgesteüt nd an Personen, die durch Vermittlung der betreffenden Missionen »Tokio darum nachsuchen, nach folgenden Grundi_aßen_ Verabwlzt: ) Es werden nur Leute zugelassen, die ihnen aebörrge Sachen boten olLen, um sie außer Landes zu_schaff"en. 2) Es sind grnaue Angaben zu achcn über Ort und Zeit der Abreise und deZ Ortes, wo sich die frag- chen3Sachen befinden, svwie über deren Art, Qlkenge und Wert. )Jeder Eigentümer darf nur einen Vertretsr sendrn: sind mehrere erneirrsrrme Eiaenrümer vorhanden, so wird in einer _zugelanen. ) Ein_ Reisender darf von nicht mehr als drei Dienern be- leixet ein.
Parlamentarisckxe Iiachrichten.
Der Schlußbericht Über die gestrige Sitzung des Reichs: ugs befindet sick) in der Ersten und Zweiten Beilage. Der .ericht tiber die gestrige Sißung des) .Zu uses der Abgeord: eren wird wegen verspäteten EingaNgs der Stcnogrammc st morgen veröffentlicht werden.
- Der heutigen (ZZ.) Sitzung d es Reichstags, dic om Präsidenten Grafen von Ballestrem um 1 Uhr -| Minuten eröffnet wurde, wohnte dcr Staatsminister, taatssekretär des Innern, Dr. Graf von Posadowsky:
liehner bei. Das Haus begann die zweite Beratung des Gefes-
rtchvrrrss, betreffend die Feststellung des Neichshatrsl)a1ts: rats für 1906. Zurrächst stand zur Beratung der Etat r'ir den Reichstag.
Abg. Erzberger (Zentra): Im Interesse der Vereinfachung der rbeiten dieses Hauses wäre es erwünscht, daß die einzelnen stegogra- [rischen Berichte bis 1867 durchgearbsitet und ein umfanendcs eneralsaclpregister angelegt würde. Dieser Wunsch wird nicht mir 011 Kollegen, sondern auch von eimer Anzahl Hon Gelehrten geteilt. iaiüriich müßte zUr Anlegung eines solchen Regiiters ein Hilfspersorial ,;ezogeri werden. Ein zweiter Wunsä) gebt dahin, ob nicht uniere ilfßkanzleidiener etwas besser gestellt werds" könnten, als.! biLHer. ie erhalten pro Tag 4 „ja, das ii't unter normalen Verhältnissen xt:ciehend, aber die betreffenden Personen rnüffen von 8 [Wk früh is_10 Uör Abends lxier bleiben und babcn arrßcrdem aus ei,;ener 01che für ihre Bcköstigung zu sorgen. Bei den gesteigerien Lebens- ittelpreisen wäre eine Erhöhung ibrcr Bezüge angezeigt, umsMrebr 5 den Sommer über die nicht etatsmäßig arrgesteUten Kanzlcidiener klassen werken. _
Abg. Singer (Soz): E:“ wäre angczcigt, chx'en Kamleidienern "cb während des Sommers eine Versértmrg zu Teil Werken zrr lassen. er den lapgrn Sessionen, die wir haben, m UF 1016 auch karanliegerr, nen gutenBeamtenstab “zu L*rrben. Ferner rrürrsckzte ich, das; dcn »eiäystagsabscordneterr k'QI „Reichsgesersblajt“ und dcr „Reichs- rzeiger' zugestellt wird, damit Die Abgeordneten aucb außer- clk) dcr Srsfion von den erlaffcn“*n Gesetzen beziehunUSweiie on “ren Publikationen drs „ReichsanzeigerS' Kenntnis erhalten. ie französichen Deputierten erhalten ja auch das „10017131 01110191“ ei zugestellt. Wir haben ein Interesse daran, im .Reichanzeiger' ck die Geseßentwürfe zu lesen, welche die Verbündeten Regierungen Vorbereitung liaben. Bisber wurden den Abgeordneten die Reichs- ,]?akren, die fie zu Hause angesammelt batten, Mä) SHluß Reiclrstogs durch das Bureau in ihre Heimat geschickt. ck begreife nicbt, rrarrrm das aufgebör? hat. Vielleicht hat derWrrnscb gewaltet, die Diener gleich (xm Schluß zu verabschieden. Jch greife auch nicht, weshalb zwiicben größeren und kleineren Sacherr der Portosreiroit ein Unterschied qemacht wird und weL-halb Von :! Abgeordnetrn bei Paketen _das Bestellgeld bezahlt werden muß. _Abg. Müller-Sagarr (fr. Volköp): Es ist mir „von rinem einer poliiischr-n Freunde gesagt w:;rden, daß ihm sogarder TranCport r Akten bier aus dem Hause nach seiner: Privatwobnnng in Berlin riveigert morden sei, daß er sie auf (Sine Kosten noch Hause Jffen [affen mußte. J neb_me an, daß hier ein rßverständnis bei der Zwrscbeninitanz vorliegt, derm sorrst öchte ich dem Reichstagsbrrreau die Auerkennung nicht ver- JM, daß es den Wünschen der VOTksvertreter, soweit sie r_ech1i,rt find, nach Möglichkeit entgegenkommt. Die (He- aftsfübrung des Bureaus ist im aUgemeinen eir-e musterbarie. mAnschluß an die Anregung des Abg. Srrrger bezüglich des „Reich- seßblattes' und "des „Reichsanzeigers“ möchte ich noch carauf bin- utcn, das; wir Abgeordnete erst durcb 52:1 „Neicbsarrzeiger' zu er- bten pflegen, Wann wir nach Berlin zu einer neuen Session mmen_ jollen. Wer den „Reichelanzeiger“ nicht hält muß _aus die Ver1äßlichkeit dec Pre organe Verlassen, eine Bureau- zeige J.Ht uns nicht zu. c“(„You deshalb iir rie Ueber- iirmnx des ,Reiäxsanzeigers" und auch kes „Eefeßblatts' geboten.
(Schluß des Blattes.)
_ -Das Haus der Abgeordneten nahm in der Heutigen 0.) Sitzung, welcher der Finanzminister Freiherr von Rhein: ben, der Minister fur Landwirtschaft, Domänen und rsten von Podbielski und der Justizminister Dr. Bescler wohnten, zunächst in erster und zweiter Beratung den (Heseß- (wurf, betreffend die Aenderung der Amtsgerichts- zrrke Bernau und Eberswalde, sowie derchscßent- rf, betreffend die Aenderung der Amtsgerrchtsbezirke hischin, Schubirr und nin, an und ging dann zur -erten Beratung des Geseßentwrrrfs zur: Abänderung S Geseßes, betreffend die Gewährung von Wob-
ngSgeldzrrschüssen an die unmittelbaren Staats- amten, über.
_ Nach dieser Vorlage soll der WUHUUUJZZZWZUWUZ für dre Unterbeamten betragen: in Berlin „Fk., in den Orten der Servisklaffe [ 270 „46, 11 216 (4-6, 111 1627/16, 17 108 „44 _ _ Die Budgetkomrnisiion, deren Berichterstatter Abg. Yirsch:E1sen ist, beantragt, die Vorlage unverändert an- zunehmen und eine Petition des Vereins der Kaiserlichen und der_ Königlichen Unterbeamten “rr Münster i. W. um Ver- bes1emrng der Verhältnisse der nterbeamten (Erhöhung des Gehalts und des W05nung§geldzuschrrffes, unkrindbare An: stellung) fÜr erledigt zu erklären, soweit sie die Erhöhung des Wohnungsgeldzuschuffes betrifft.
Das Haus beschließt ohne Debatte nach diesem Anfrage.
Darauf wird die zweite Beratung des Entwurfs des Staathaushaltsetats für 1906 ber dem Etat der Ge- stütverwaltung fortgefeßt. “
Ueber die Einnahmen berichtet
Abg. won Arnim: Er hebt berVOr, daß auch in diesem Etat eine erhebliche Mebreinstellung Von Beschälern erfolgt sei.
Bei den Einnahmen aus dem Erlös für verkaufte Pferde spricht
Abg. Löscher (freikons) den Wunsch aus, es möchten aus Mit- gliedern der Landwirtickoartskammern z.veiKörkommissionen für Warm- und für Kaltblutzucht gebildet werden.
Bei den Einnahmen aus dem Sprung: und Fiillengeld in der Dcchp:riode des Jahres 1906 trägt
Abg. yon Christen (freikons.) einige Wünsche namentlich bin- ficbtlicb der Fohlenzucht Vor. _
Die Erwiderung des Oberlandstallmeisters Grafen von Lekrn- dorff bleibt auf der Berichter1tattertribüne unVerständlicb.
_ Abg. Klose (Zenit) empfiehlt irn Jntereffe der kleineren Pserdezüchter eine Herabseßvng dez Deckgeldes. In Oesterreich sei das Decken fast kostenfrei. Hoffentlich werde der Finanzministerdiesem Wunsche Rechrrung tt_agen. _ _
Oberlandiiallmeißter Grar von Lebndorfr: Der Wunsck) einer Herabsetzung der Deckgrlder ist jx ganz natürlich, aber er wird si doch wohl nicht ausiülrren saßen. Außerdem bitte ich, zu bedenken, daß der Zusckouß des Staats für die Gesiütqerwalfung vor 3) Jahren nur eine Million betrug, jest dagegen 4Mrllionen beträgt.
Die Einnahmen wcrden bewilligt.
Zu den Ausg_aben und zwar zu dem Titel „Be: soldungen der Geitütsbcamten“ bemerkt
Berichterstatter Ab . von Arnim, daß infolge des Erwerbs des Gzstüts Römerhof bei 651 für Besoldungen eine Mebraußgabe von 14 920 «(€ entstehe, keren_BcwiUigunZdieBudgetkommission beantrage. In der Kommisfiorr sci Ferner eine * erbefferung der Lage der unteren Gestütsbeamten Durch Stellenzulagen _in Aussicht gesteÜt worden.
Abg. von Bieberitein (kon!) bittet, daß ebenso wie die Gestütswärter auch Die SUM, Sattel- und Futtermeister durch Stellenzulaaen aufgebeffert werden möchten. Er sei überzeugt, daß auch die Gestütverwalrrmg diesen Beamten wohlwollend gegenüber- stehe, und daß sie bestehende Härten beseitigen werde. _
Abg. Von Dirk sen (freifons.) gibt seiner Freude darüber Arrsdrrrck, daß fich im letzten Jahre durch stärkeren Ankauf von kaltblütigen Beschälern das VcrHälrnis zwischen dem Kaltblut und dem Halbblurzu Gunsten_ des ersteren wesentlich verbessert hab:, wiinscbt aber, daß die!? Vermehrung des Kaltbluts ständig fortgekeyt werden möge. Die für Den Erwerb aufgewendeten Durch7chnitt§prei1e des Zuchtmatxrials_seien auf 4200 744 gestiegen. Auffällig sei aber, daß der Durchichaitt§preis für den Halbblutbengst um 900 «Fü urid derjenige für den Krltblutbenqst nur um 200 .,“ erhöht rei. Die Zucht drr Kaltbtütcr solle noch intensiver gestaltet werden. Sehr bedauerlich sei das Ueberwiegen der Einfuhr von Pferden aus dem Außlande über unsere Ausfuhr. Es liege ihm ja fern, der Verwaltuxia rir-en Vorwurf zu machen, leider seien aber die Früchte ibrer Bemüöunger) nicht so erfreulich, wie man es wünschen könnte. Die Regierung rolle kurcb Prämien usw. namentlich die kleinen Landwirte in der Zucht der Kaltblüter unterstützen. Es komme doch auch nicht nur auf die Qualität, sondern auch auf die Quantität des Pferdematerials an. _
Aba. Freiherr won Dobeneck (koni): Das brandenburgilcbe Friedrick) Wilbelm-Gestür bei Neustadt a. D. hat sich Vortrefflia') be- währt, was firb namentlich aus der großen Zahl der aufgezogenerr Fohlen ergikt. Ick) bal»: 1chon Vor zwei Jahren den Wunsch außge- sprechen, däß man in dern Landßestüt aucb amerikanische Traher zur Zecht verwenden möchte. Der Yiiniiter hat mich damals er1ucht, rrreiwe Erfahrrmzen auf diesem Gebiete ibm mitzuteilen. Ich werde ihm in zwei bis drei Jahren recht gute Fohlen vorzuführen in der Lage sein. Ueber däö Urrrm-ien der Trinkgelder der Gestütswärter ist virlfarb geklagt word-rr; name-rtlicb dem kleinen Stutenbrsißer ist es uicht arrßzureden, daß seine Stuten bevzorzugt würden, wenn er Trinkgelder gebe. Wemx man die Gestütswarter möglichst grit steUt, dann werde:": auch diese Klagen fortfallen. __
An der weiteren Debatte beteiligt sich noch der Abg. (Fruit (fr. Vgg.). Einige kurze Bemerkungen des Oberlandxtallxneriters Grafen von Lebndorff bleiben auf der Tribüne rtherstarrdlrcl).
Abg. Marx (Zenn) tritt ebenfalls für Beffersteliung dcr Eestütéwärter durch Crböbrrng ihrer Bezüne sowie für (_.-Herva'brung Von Urlaubstc-gen und Verbesserung der Wohnungen em; Sechs- farnilierrlxäufcr teien nicht angemrssen. _ _
Cin chierurrgskommissar bemerkt, daß dre Urrterstuxzrrng der Gestütswärtcr am besten nach der Dien_stzeit geregelt un?) _dai; kabin gestrebt Werde, “daß nicht so große Haarer für dre Gesturß- eamten erriäxtet werden. _ _
Die Bcioldrrrrgcn werden bcwrlligt.
Für dcn Ankauf VonPferpen und an Kosten großerer Pferdetransporte find im Ordirrarrrmr 1750000 976, das smd 400 000 „44 mehr als im Vorjahre, eingestellt; arrßerdement- Hält dus Extraordinarium 400 000 „(€*. zur Verstarkung dieses Fonds.
Abg. Kreil) (sons) keurüßt es mit Freuden, daß der Durch- scbnirrspreis für den Ankauf yon Yengsten erhöht worden _iit. Dres sei ein guter Anfang; Besseres und Größeres werde hoffentlrch folgen.
Die Forderungen werden lrewrllrgt. Der Rest des EtatI der Gestiitverwaltung wrrd ohne Debatte bc: willigt.
Es folgt der Etat der Forstverwaltung. _
Berichterstatter ist der Abg. von Brandenstein.
Die Einnahme aus dem 13913 ist m Hohe von 98 Millionen Mark, das smd 5 Millionen Mark mehr als im Voriahrc, eingestellt, _ _ _
Abri. vvn Klitzing (kons): DieMebrernnahme yon OMiÜronen Mark ist erfreulich. Aber die Einnahme aus der Brennbolzrruizung ift zurückgeganrien, während die Einnahme _aus der Baubolznuyung gestiegen ist. Es ist für eine Verwaltung, die offen als eine (_iSkalrfcbe bezeichnet werden muß, schwierig, neben den Stgatömtercssen den allgemeinen Volksintercffen Rechnung zrz tragen. Dre Regierung muß aber dm Weg finden, diesen Zwiespalt rn einer der AÜgklUEMbOlk rrüylichen Weise auSzugleichen. Es werden Klagen gegen d_re Ver- waltung in bezug auf die Lieferungen erhoben, sowohl _in bezug auf solche, die auf Grund yon besonderen Verpflichtungen erfolßen, als auch in bezug auf solche, die von den Anliegern freibandig oder auf Auktionen erworben rxerden. Das zu ver- kaufende Holz wird häufig an ganz unzugan lichen Plä cn aufge- stapelt. Die (Empfänger müffen es sich ja a holen und aben drrnn oft die größten Unzuträqlickpkeiten. Es muß doch ein richtiges Abwägen zwischen den Jmter_e_ffen dec Forstverwaltrzng und dem Entgegenkommen gegen die Käufer i?axifinYen._ Die starke Ab- nahme der Vrerrnhr'lzmryur-g liegt barrvt'ächlrch in den beider: Um-
ständen, daß _die Entwaldung zugenommen hat und dar“; 'die Forst- Verwaltung 1th wrelfacb als Bauholz Verwerter, was früher als
Brenxrvolz angesehen wurde. Zum Teil liegt die Ursache in lokalen Verhaltnissen. Ich bitte die Forstwerwaltung, einen Auégleich zwischen den widerstreitenden lokalen Jnteresien herbeizufsxbren.
_ Abg. Dr. Dahlem (Zentr.) macht darauf aufmerksam, daß Leute, die _das Nationaldenkmal auf dem Niederwald vborograwkriert haben, deqr Strafrvandate erhalten hätten. Das Nationcrldsmkmal sei ein vollig freies Nationaleigenirzm, und der Minister (011€ deshalb nach dem Rechten sehen. Der Redner beschwert fich ferner darüber. daß in Nassau die Gemeinden wobl Verpflichtungen in bezrrg (ruf die _Forsten, aber keine Rechte hätten, und daß ihre Wünsche nicht nur rn keiner_ Weise berücksichtigt, sxndern schroff zurückgewiesen würden. Schließlich tritt er für eine Benerstellung der Forstbeamten ein,
Abg. Wolgast (fr. Volksp.)_ teilt zur Gesäoäitsorrmrng mit, daß seine Partei den „Antrag itellt, die Regierung z:.r ersacheru noch _in dieser Session einen Nach1ragsetat einzubringen, durch den dre Lage der unteren Forstbeamten, insonderheit der Förster, durch eine entsprechende Erböburg ihrer festen Gehaltsbezüge verbciierr werde.
_ Abg. Vo_n Pavpenbeinr (korrs) bemerkt, _daß der Aussabe- titel fur dre Gebézlter der Fiiriter an die Kommiisroxr zurück- gewiesen werden müne, Wenn diejer Antraa mirberaten werden solle. Anders verhalte es sich mit einem von den Naiionalliberaleri gestellterr Antrag, der iür kiirrfjige Jahre eine Erhöbrmg der Gehälter wünsche, Ex beantrage aber die Zurückverweisung des Titels mit den Arr- tragen an die Kommission. _
Nerchdem sich die Abgg. Dr. von WOUUÜ (srcikons.) und “Dr. Dittrich (Zentr.) diesern Anfrage angeschlossen haben, beichlreßt das Haus demgemäß Und setzt dann die unterbrochene Debatte fort.
(Schlaf; des Blattes.)
Statistik und Volkswirtschaft.
Erlrolungsurlaub der mittleren nnd der Unterbxaurten bei derr Reich§pcir-, :Telegraleen- und -FernsDrech- anstalten.
Die kürzlich erschienene „Statistik der dcrrtscben Reickysvost- und :Telegrapbenvcrwalturrg für 1904“ enthält auch ersammenftcllrrngcn jozialpolitisclxer Art. AUI diesen ersieht man n. a , in Welchem Urn- fcmge den mittleren Beamten und den Urrterbeamten der Betriebs- Verwaltung ErlwlungS- und Kururlarrb im I)iechmmaéjabre 1904 ge- währt Werder“: korinte. Von den 37 405 männlichen und den 1341 weiblichen am 1. Oktober 1904 etatsmäsxig an: gestellten mittleren Beamten erhielten 36460 (97,5 0-0) bezw. 1279 (95,4 0,5), Von den 4993 nxännlicbrn und den 7703 Weiblichen nicht etatsmäßi (; angestellten mittleren Bearrrien 4382 (87,8 ***,») bezw. 7444 (96,6 0,70) Urlaub. Am ErholungFurlaub im Sommer waren 31405 (84 0/0) männliclx-e und 1077 (80,309) weibliche etalsmäßige, sowie 2595 (52 0/0") männlich und. 6428 (83,4 %) weibliche nicbt cratsrnäße Beamte beteiligt, arri Erholungs- urlaub im Winter 3263 (8,7 %) männliche und 43 (3,2 0/0“) “weißliche etatSmäßige, 1779 (35,6 0,50) männliche Und 857 (11,106) rr*eibliche nicbt etatexrräszige, am Krrrrrrlaub 1792 (4,8010) männliche und 159 HU,?) 0/0) weibliche étaismir'ßige, sowie-Z (0,2 0/0) urärrnlickoe 1,1115 159 2,1 0,0) Weibliche nicht (tatsmäxßirre LMarnt-x Di: durckyscbnitrlickre UrlaubIdauer betrug 18 Tage für die männlichen und weiblichen etatsmäfzigen, 11 für die männlichen Ulid 12,7 T*:ge fiir Die weiblichen nicht etanäßigen Beamierr.
Vorz_ der_r 67 419 ctthmäßig a'ngeitellten Unterbeamten (Oberpoßickyaffrrer und P0s11chaffner, Oöerbxiefträger und Briefträger, Postpackmeister, Oberleitungsanfseber urid Leitungsxrrfsek-er) find 64 541 beurlaubt gewesen, und zwar 43 610 oder 98,20/0 ker Postscbaffner, in Städten angestellten Briefträger urid Postpackrneister Burchschnittlich 9,3 Tage, 18 726 odcr 90,4 0/9 der Landbriefiräger im Durckyschnitt 6,7 Tage rrnd_2205 oder 96,65 0/0 der LeitrrrrgÖarrfseixcr durchschnittlick7 83 Tage. Von den 26 999_nich1 etatFmäsÜg irrigrsteÜter» Unter- beamterr (Postboten und Poitillirme rer reichseigenen PostHaltereien), unter denen fill) 7921 oder 29,3 (')„ mit einer Postdienstzcit Von noch nicht 2 Jahren befanden, erhielten 18 459 (68,4 0/9) Urlarri', Der im Durchschnitt 53 Tage gedauert hat.
Bewegung der Bevölkerrrng in Frankreick; 1904.
Der arrrtTichen Statistik über die Bewegung der Bevölkerurg Jranfreiclxs im Jabre1904 errtrlebmen Die ,Veröffeirtlicbungen des Kaiserlichen Gesundheitöamiß', daß während des Berichtsjabres in Frankreich 818229 Kinder lebend geboren wurden, 1), s. 8483 weniger als wälrrend dcs Vorjahres 1903 und 28017 weniger als im Duräpsckonitt des letzten Jalrrzehnrö. Außerebelicher Abkunft waren “71735 Von “sen Lebendgeborenen i“. J. 1904, d. l). 8,77 Von je 100, wogegen im Deu t schen Reickyiväßrend der Jahre 1902 und 1903 nur 8,3 bis 8,5 0/0 aller (zeborenen Kinder außerehelickoer Abkunft ge- wesen Waren. Die Geburtsziifer, errechnet auf je 1000 der crm 24. März 1901 gezählten Bewohner Frankreichs, betrug im Jahre 1904 21,0 0,330, im Vorjrbre 21,2 0,00; im DerrtsckpenReicb wurden demgesenüber während des Jahres 1903 - wenn man der Rechnung ebenfalls die mitilere Bevölkerung des Jahres 1901 zu Grunde legt - 34,9 Kinder auf je 1000 Bewohner lebend geboren.
Auch die Zahl der Totgeborenen ist während des Jahres 1904 in Frankreich geringer als während des Vorjahres und erheblich ge- ringer (115 im Durchschnitt 'der letzten 10_Iat)re g-erefen: denn im le ten Berichtk-iabre wnrren r*.rrr 38 665 Kinder tot «reboren (4,7 : 100 Le endgeborenen), im Vorjahr: 39 074 und irerura'yichnitt res leyterr Jahrzehnts 40 744.
Es starben während des Jahres 1904 in Frankreich 761203 Personen, 1). s. 7597 Mehr als während des Jahres 1903, aber 35 798 weniger als im Durchschnitt dec leßten 10 Jahre. Der Ueber- schrrß der Geburten über die Sterbefälle betrug hiernach im Jahre 1904 57 026, d. (. etwa 1,5 0/„0 der Bewölkerung, im Jahre 1903 73106, 1). (. etwa 1,9%). Im Deutschen Reich batte demgegenüber der Geburtenüberschuß im Jahre 1903: 13,9 0 ».r und im Jabre 1902 sogar 15,6 “Joo der Bevölkerung betragen.
Zur Arbeiterbewegung.
Die Vereinigung der Maler- un_d Anstreichernreister des oberen Kreises Solingen lehnte, wie dre .Rb.-Wcsti.Ztg.“ mitteilt, eine erhöhte Lohnforderung der orgcrnifierrcn Gehilfen ab, erklärte fich aber bereit, den Lobn- und Arbeitstarif unter Beibehaltung des alten Lohnes wieder zu erneuern. Die Gehilfcn haben darauf beschlossen, Von der Forderung eines Zuschlageg Von_5 „z für Leiterarbeit an Fassaden abzuselren, im übrigen aber die gestellte Lohnforderung (48-3 ür Arbeiter über und 44 „Z für Arbeiter unter 19 Jahren) aufrecht zu erhalten. _ _
In Fiume ist, wie „W. T. B.“ meldet, der Betrieb rn der Whiteheadscben Torpedofabrik wegen des Ausstands der Arbeiter eingestellt. (Vgl. Nr. _26 7), Bl.)
In Indianapolis (Indiana) fordern, nach einem Telegramm des „W. T. B.“, die Grubenarbeiter eine Lohnerhöhung um 54 0/9, Die Lohnbeweguna droht zu_ einem Ausstand der Koblengruben- arbeiter in den Stäaten Illinois, Ohio, Indiana und in Welt- pennsvlvanicn zu führen.
Kunst und Wziffensehaft,
Die deutsche Jabrbundertausstellung in der National-Galerie. [. Die lokale Kunstiorscbung lxat in einzelnen Städter: Deutschlands innerhalb der letzten Jahrzehnte überraschende Resrritate erzielt. Ins. besor'dere traten in Hamburg, DreNrn, Weimar und an anderen