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Magdebur , 5. Februar. Die Elbe ist i?ark im Faüen
begriffen. Das am neuen Pegel,
Wolniirstrdt, 4, Februar, Zwischen Sandfurth und Krk)- nert ist das Bett der Elbe durch Eis ganz Vexstdpft; der E11)- Üwm hat sich an beiden Seiten Bahn gebrochen; dre untern Hari“- ser in Kehncrt liegen ganz in Wasser. An den Treuyl-Derchen ist das Wasser bis 1th noch nicht schr bedeutend.
Neuwied, 2. Februar. Einer betrübendcri Na_chricht, [gut Welcher unsere aligrmein verehrte, hochbctagte Prinzeisin Lourse zn Wied „qrstcrn das Unglück gehabt hat, bei einem Julie im hie- sigen Schlosse rin Bein zu brechen, Wendet fich hrute die ailgemcme Theilnahme unserer Eir-twohnrrschaft zu. (Neuwreder Z.)
Naffau. WieSbaden, 4. Frbruar. Das mit den Stän- den vereinbarte Domänengeseß hat die Sanction des Herzogs Und sämmtlichkr Agnatcn drs Herzoglichen Hauscs erhalten. In einer so eben aiisgrgcbrnen Nummer des „Verordnungsblattes“ wird das Gesetz publiziri. Angefügt sind drm Geseye die zustim- menden Erklärungen der genannten Agnate'n. (Rh-J-Z.)
Bayern. München, 3. Februar. Der Finanzans- schuß der Kammer der Abgeordneten hat in seiner Sixzimg vom 24. Januar die Vorträge seines Referenten, Abgeordneten Neuffer, über die Nachtweisimgen bezüglich der Postanstalt, drr Donau :Dampfschifffahrt, des Ludwigskanals, drr Telcgraphcn- Anstalt und der Zolicinnahmcn in den Jahren 1855-59 berathcn und auf Antrag des Referenten beschlossen, es sei diesen Nach- tvrisungen dir Anerkennung zu ertheilen. Bsi der Besprechung der NachWeisungen der Telegraphcn-Ansiait wurde die Er- iveitcrung drs Telegraphen : Nexxes ais Unmngängiich nothwendig, und . die Benriyimg des Baimtrlegraphrn drr Ostbahn für das Publikum als in hohem Grade wünschen§werth bezeichnet, von der Forinulirung von Anträgen in dieser Richtung oder Umgang genommen, indem Von Seite des Königlichen Staats- Wiinisteriums des Handels und der öffentlichen Arbeiten die Erklä- rung erfolgte, daß bereits eine Vorlage an die Kammern auf Er- Weitcrung des Tclegraphenneizes vorbereitet und Voraussichtlich sehr bald eingebracht werde, daß aber die Venuxzung dcs Bahntelegraphen der Ostbahnen von Seite drs Publikums, obwohl angebahnt, wegen
der hiermit verbundenen unrerkennbaren Schivierigkeiten noch nicht erkLiÖÖ ““*"L---.k-„..4.. (W. (!!)-.““..Z. 43409
. Oesterreich. Wien, 5. Februar. Die heutige „Wiener “Zeitung“ bringt die Kaisrrlichcn Erlasse, durch welch? die bereits gesiern telegraphiscb gemeldeten Veränderungen in drn höch- “sten Verwaltungsstellen ang-rordnet wcrden.
Der „Siebenbürger Bote“ bringt aus der Nationalvrr- “sammlung der Romänen einen dem Protokolle der Versamm; lu'ng entnommenen Bericht. Die Romäncn sprechen ihre Unzu- friedenheit rnit den bisherigen Schritien des Freiherrn Franz Kr- meny, promsorischrn Präfidcntrn der siebenbürgischen Hofkanzlei, aus. und zwqr &) Bei der Organisirung der Hofkanzlei warde die „Ordnungswidrigkeit“ brgangcn, daß lediglich ein romänischer Rath und em romänischer Secretair ernannt wurde. [ck) Für die Karleurger Konferenz wurden aus der ungarischen Nation, die 500,000 Seelen zählt, 24, an;? der sächsischen Nation mit kaum 1754000 Seelen ZQUUs der 1,354,550 Seelen zählenden romänischen Nation aber nur 8 Mitglieder ernannt. Diese „Ordnungswidrig- kett“ brtrachtrt die Versammlung als ein nationelles und konfessio- “Uelies Gravimien, das Sr. Majestät zu dem Zwecke unterbreitet erde„ um bei dcm nächstem siebenbürgischen Landtage untrr den Koniglichen Propdfitionen an erßer Stelle aufgenommen zu werden, 'damrt die rermänische Nation in Hinkunft nicht nur bei den Er- nennungen fur dre Hofkanzlei, sondern auch bei dcn'übrigen Ver- waltU*11gsä1ntexn "berücksichtigt werdé. Ferner Wurde eine Adresse air „Sr. Maxestat heschlossrn, daß AllerhöÖstdi-rselbe in einer Komgltchen Proposition vvn dem nächsten siebenbürgischen Land- .tagdie-„Yufnahme der romänischen Nation als einer politischen Natio- -nalität in das fieibenbü-rgische Staatssystem verlangr.
asser stand heute Vormittag nur noch Nr. 10
. Niederlande. “berichtet die „Köln Ztgx“ ferner: „Das Wasser strömte bei dem quche mit einer so furchtbaren Gewalt nach innen, da-“ß fünf „Schiffe„ darunter ein mit Heu beladenes, aus dem Flusse mit *durch_*dre Qeffnuiig hindurch gerissen wiirdmr. Ein früherer _-Durchbruch inimbirre, wie békannt, den Bommelerwaard von . _oudrrchem bis zum Fort St. Andries, wo die Maas imd „, 71511 zusanzmentreffen, der jegige ü'berströmte aber die noch bei Weitem gro-ßere-Strecke vom Fort St.Andries bis Nymwegen, LI a “- er ganze, unter dem Namen Land von Maas und _ aal bekannte fruchtbare Strich inuudirt Worden isi. - Unsere lneuest? telegraphische Depesche aus Arnheim von gestern Arends _„autet, Das Fluthwasser in dem inundirten Lande zwischen Maas
Ueber den Deichbruch bci Leeuwen“
und Waal ist noch steigrnd, wodurch das Unglück immer mehr vergrößert wird. Der Rhein ist bei Arnheim eisfrei, und das Wasser fällt, niederwärts aber steigt es. Das Waal - Eis sieht unterhalb Tiel noch fest. Die Wasscraufstaunngen bedrohen jeyt auch die Landstriche zwischen der Waal und dem Rheine. Der König und die Prinzen suchen sich aÜerwärts mit eigenen Augen Über die Lage der Unglücklichcn zu unterrichten und leisten, troy, dcr ibnrn drohenden Gefahren, die! Hülfe.- Aus Rotterdam wird uns beriwtrt, daß man deirVersuch gemacht hat. mit einem starken Dampfbooir, untrr Aufficht eines Wasserbau-Jngenirurs, Von dort aus aufwärts zu fahren, um in der Richtung des Leis das Eis zu brechen. Sebon auf der Höhe von Ysselmonde begegnete man eincm starken Eisdamme, welcher quer im Flusse lag. Einundeanzig Mal dampfte man mit vollrr Kraft dagegen an und gewann jedesmal so viel, daß man den Damm bis auf fünf Clien durchbraiL), Troy der Schadhaftigkrit, Welche das Boot inzwischen rriitten hatte, arbeitete man tapfer weiter, als mit drm vierundzwanzigsirn Anprai] der Damm ganz durchbrochen war. Jetzt aber mußte man 11ach Roitrrdam zurück- kehren, um den Schaden auszubcssern. Man wiki den Versuch wiedrrhoien und den Lek zii erreichen finden.“
Großbritannien und Irland. London, 4. Februar. Heute Mittag wird der Hof von Windsor im Buckingham-Palasi eintreffen, wo eine Sißung des Geheimrach zur [ey,trn Beschluß- nahme Über die Tbronrcde statthabrn wird.. Zu Anfang des näch- sien Monats gedenkt Ihre Majestät auf 8 oder 10 Tage fich nach OZborne zu begeben mid Ende März aiif Ostern nach Windsor zurückzukehren. Früher als gewöhnlich soll dies Jahr die Fahrt nach Schottland angetrrirn Werden, so daß die Königin ihren Ge: burtstag (24. Mai) in Balmoral frirrn wird. (Ueber die Thron- rede zur Eröffnung des Pariamentrs liegt bersits eine trlegraphische Depcsche- vor. S. T'elegr. Dep.)
Die „Times“ bemerkt über die innere Situation: „Es wird allseitig zugcstandrn, daß dir politische anricdenhrit in Eiig- land beinahe an Apathir grenzt. Einige nennrn rs eins konserim- tiVL Reaction, Andere cin blos behutsamcrrs Fortschreiten aiif cinrr Bahn, von der die Nation tvrdrr nack) r'rcdts, noch nach links ab- Michen kann, JodenfaÜZ wird der Hauptwin'aktcrzug Von 1861 sein, daß die Regierung keine roliiischrn Maßregeln vorschlagen, und daß das Land die Uiitrrlassiing Vrrzeidcn wird. Die Lruti», denken mehr an das auswärtige Melodrama als an das Ballot. Weder das Kabinei noch das Unterhaus wird Lord John Russeil zur Vorlogung einm? Rpformbiil rrmnthigcii.“
Frankreich. Paris, 5. Frbriiar, Gestern um 11][)r fand dir Eröffnung der Kammer-Session statt. DirKaiscrin, der ganze Hof, das diplonmtischc Corps und viele andere hock)- gesiclite Persönlichkeiten wohnten dicser Feierlichkeit an. Zu dem Gefolge der Kaiserin befanden Hol) dir Prinzrsfinnrn Clothilde und Mathilde und die übrigen Prinzcssinnrn der Kaiserlichen Familie. Urn 1'ch„Uhr erschien der Kaiser. Drr erc des Kaisers folgte die EideZleistung der neuen Mitglieder. Unmittelbar darauf zogrn sich der Kaiser und die Kaiserin zurüik
Cin Kaiserlicher? Dekret Vom griirigrn Tage srizt die neue (53c- schäfts-Ordnung der gesrngebrnden StaatSkörper fest und hebt zuglcich die alte, untrrm 31. Dezember 1652 dckretirtc aus. Die ersten fünf Artikel betreffen den die Geseßrntwürfe Vor- bereitende" Stairtsrath, Ari. 6-46 den Senat, Art. 47-102 dcn geseygebenden Körper und ein Schlnß-Llriikrl die Militairwachr, welche der Krirch-Minisiér während der Session drn Gesrß- grberir zur DiSpofition stellt. Die Bcstiwmungrn Über die Adreß -- Debatte sind für Srnai (Art, 43) und Legislative (Art. 90) fast ganz gleichlautend: Der Entwurf der die Rede des Kaisers beantwortenden Adresse wird von cinchommisfion redigirt, welche aus dem Präsidenten und jecinem von ],edem. Büreau der Versammlung ernannten Mitglieds besteht. Er 1121130. in der allgemeinen Sißimg des Senates (im Comité dcr Legislative) verlesen, gedruckt und verthrilt. Dir DiZkusfiori findet tn der Plenar-Versammlung (öffentlichen Siyung) statt. DieAmen- drments werden schriftlich dem Präsidenten eingereicht und den Re- gieruvgs-Kdmmissarien mitgetheilt. Kein Amendement wird vorlesen und zur Dis,kusfion gestellt, wenn es iiicht von fünf Mitgliedern unterzeichnet ist. Die Verweisung an die Kommission ist immer ge- kichÜfkktlgk, wenn die Regierungs-Konmrissarien oder die Kommission es veriangen, Zuerß wird über den Adreß-Entwurf paragraphenweise, dann im Ganzen abgestimmt. Die Abstimmung findet nach dende- sonderen Bestimmungen dieses Dekrets statt. Die Adresse wird dem Kaiser durch eine Deputation von zwanzig in öffentlicher Sißung
?di-rchs Loos bestimmten Mitgliedern Überreicht. Präsident und Büreau
siiid immer dabei. Der Präsident führt das Wort. Ueber die Ab- stunmupg verfügt.diese'Gesch-äfksordnung Folgendes: Die Absim- inupZ U11 Serial ist laut Artikel 12 nicht geheim; absolute Ma- ]orit t entscheidet, doch muß mehr ,als em Drittel ,:aller “Mitglieder daran Theil genommen haben, In der Legislative wird über die Paragraphen durch.?lu'fstehen undSiyenbleiben, überdas Ganze laut
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Art. 67 durch öffentliches Scruiinium abgeßimmt; absolute Majo- ritäi entscheidet, doch muß mehr als die Hälfte aller Mitglieder anwesend sein. Nach Art. 84 stehen die Rcdaction der Sißungs- Protokolle, die ausführliche Wiedergabe der Debatten und die durch das Senatus-Konsult vom 2. Februar d.J. vorgeschriebenen kurzen Berichtr unter der Leitung des Präfidenten und sind be- sonderen, von ihm dazu ernannten und auch wieder abseßbaren Nedacteuren überwiesen. *Die kurzen Berichte geben, laut Art.87, die Namen der Redner und ein Resume; ihrer Mrinungs- Acuße- runden. Eine bcsonderr Verfügung des Präsidenten bestimmt, wie diel:l Sißungs-Verichtc den Zriiuxigen zur Verfügung gestellt werden 10 en.
Gestern besichtigte der Kaiser das kürzlich in Vincennes an- grkauftc Terrain, welches zu einer großartigen Erweiierung des dort befindlichen Artillerie-Parks bestimmt ist. Er machte Üllch einen Besuch in dem Vinccnner Walde, um sich Von dem Stande drr daselbst untrrnommenen Vrrsck)önernngs-Arbritrn zu überzeugen. - Man wird demnächst Versuche mit Zuaden zu Pferde an- stciien, Vorläufig nur mit einer Compagnie. Wenn die Sache sich aber bewährt, so folien mehrrre derartig kostümirte Kadaiicrir-Ne- gimenter gebildet werden.
Italien. Gacta. Das „ Giornale diVerozia“ ihciltdas nach- stehende, angebliihihm direkt aus (Harra zugekommene „Statut fxüjr, Sicilien 1861“ mit. Zu der einleitenden Ansprache an die Sicilianrr wird darauf hingewiesen, wie der König trois, des schäiid- itchrn an ihm begangenrn Verrathes heldenmüthig in Gaeta und Messina Widerstand leisie, wie man unter dem Trugbiid dcritalicni- srherr Einheit Sicilien um seine nationale Autonomie gebrachthabe. Sicilien möge fich ermannen und zu der rechtmäßigen Dynastie zu- rückkehrcn; der König wende sich mit väterlichenrHerzen an die Nation und Vrrieiiw das Statut don1812, das nile Interessen garantire. Die zehn Artikel des Statuts lauten: 1) Die Con- stitution von 1812 wird wiedrr in Kraft gesexzt, abgesehen Von den Modificatiomen, die im Eindernehmcn mit dem Parlament behufs drr Vrreinignng der beidrn Kroner. auf dem Haupte eines einzigen Fürsten, dcn Zeitumständrn angemessen, für nothwendig cr- aiixtet werden sollten. 2) Es wird vollständige Amnesiic und gänzliches Vcrgessrn allcr friiheren Ereignisse mit der auFdrÜcklirh-Zn Zusicherung Vrröffrxitlicixt werden, daß die Män- ner ailrr früheren Parteien zu den öffentlichen Aemtern zugrlassrn wrrden sollen, falls sie nur wahrhaft freimüthig und loyal znr erblichen Monarchie stehen und die nöihigen Erfordernisse drr Moralität und Befähigung dessen. 3) Dic,Vc-Ü77ä11dizo,ad- ministratide und finanzielle Unabhängigkeit 'der betdsir unter, emrm König mit getrcnntrn Parlamenten Verrimgien Sicilirn wird 1311 Prinzip angrnommrn. 4) Die Nepräsrnianz nach arißewist fur bridc Staaten gemeinsam; in Anbrtracyt, dasz iiur rm Komg rr- gisrt und das Interesse der Völker ein genieitisaiirrs_rst, kann auch nur eine Repräsentanz itari) außrn und nur 6111 Ministerinm ch Acußrrn bestehrn. 5) Da das Recht Über Frieden und Krirg dem König zusteht und die Vrrtheidigrmg der Gebiete beider Sicilien Einhrir der Leitung und der Volisireckung erhrisiht, so kann aurh im Hinblick auf die topographische Gestaltung beider Länder nur eiiie rinhritlicde Armer iind Flotte brßrhen, weShalb die Minister des Krieges und drr Marine gemeinsam für beide Sicilien sein müssen. 6) Dassrlbe gilt von aliem, was sich auf die Person des Königs und die Königliche Familie, auf die Rittsrorden und die Staat:“;kanzlei, aiif das Archiv und die VeröffentliiDUng der Geseße Mid andere zu drm uniheilbaren Prärogativen der Souberainctät gehörige Akte bezieht. 7) Sicilirn wird zu den Ausgaben, die zu den Rubriken unter 4, 5 und 6 gehören, im Ver- hältniß don "Ä: Z- britragen. Nichtsdesioweniger erheischt die Dringlichkeit des staatlichen Wiedrraufbaues und der Bildung einer Armee und der Hinblick auf die' gegenwärtige politische Lage Italiens, daß„Sici1ien fiir 1th ,und bis zum Zusammentritie des Parlament:? den Unterhalt fÜr 40,000 Mann zu bestreiten haben wird; dicse Armce soll aus Freiwilligen, angeWorbenen und frem- den Mirthtrnppen bestehen, damit der Insel, abgrsehrn von den Bestimmungen, Miche das Parlament künftig hinsichtlich der Re- krutirung treffi'n könnte, die Last drr Militairsteiiung erleichtert Werde, Die rrwähnte (Heldquote ist für dieses eine Mal und, wie wiederholt brmerkt wird, bis zum Zusammentritt des Parlaments und seiner Bestimmungen auf 600.000 Unzen, möglichenfaiis auch auf weniger festgescxzt. 8) Die ficilianiscben Miniüer, den Ministerpräfidentcn mit inbegriffen, werden Von denen des Kontinents gänzlich unabhängig sein. 9) Der König wird drei bis vier Mo- nate jährlick; auf der Insel refidiren; diese Zétbeßimmung sieht im Verhältniß zur Bevölkerung und Zahl der Provinzen beider Staaten. 10) Während der Zwischenzeit wird der König, xmen Prinzen aus seiner Familie oder einen ausgezeichneten Siciltmier als Vicekönig bestimmen, dessen Vollmachten der AmtSdauer ange- wessen sein werden. (Hasta, 15. Januar 1861. Franz 11. 111.9 Gesehen, der Ministerpräßdent Casella.
Eine Depeschc der „Patrie“ aus Turin Vom Zien * versichert, daß die sardinische Regierung ihrer FlottZFßbJé-I geychrteben hgbr, sich vor (Hasta auf Blokirung des Hafens zu be- schranken, Die italienische Flotte sei für die Zukunft Von zu großem Werthe und Nußen. als daß man sie in einem zwecklosen Unter- nehmen blosßellen soilte. Dieselbe Depesche meldet, daß die pie- mdntesischrn Trnppen eine große Energie in den Abruzzen ent- w:“cke'lten, „daß abrr dcnnocb die Jnsurrection noch nicht ganz be- waltigt si'i. da zahlreiche Banden von Parieigängern noch immer die Brrge beseßt haben.
Aus Pa [ ermo wird gemeldet, daß Amari zum Präsidenten des nruen Starthaitereirathes ernannt wurde, Torre-„rrsa aber die Fmanzabihetiung verwaltet, bis sein Nachfolger ernannt ist.
Rußland und Polen. St. Petersburg, 29; Januar. Der (Hencral-Gouderneur ron Westsibirien, General Hasfort, hat ans (Hesundhritsrürkfichtrn “seine Entlasjung nacbqrsucht und erhalten, (Hrnerai- Lieutenant Duhamel ist zu stimm“ Nachfolger als Generai-GouNrneur von Wrstßbirien und als Chef des abge- serrdeten sibirischen Corps ernannt worden. Gcneral-Lieutcnant Furst ngratidn:Muchransky, der bisherige Commandeur der 181en Jiifanterie-Dwiston, übergiebt das Kommando drr Division an seinen Adirmkien, den Gensral-Lieutrnant Linjewitsch, bleibt aber der kaukasiichcn Armee ohne Spkziai-Kommando attachiri.
Aus drr Provinz Terek in Kaukasirn liegt ein neuer Bericht vor, demzufolge wiedrr mehrere Scharmüirrl mit den Bergvölkern stattgefunden hatten. Die Unzurrrläsfigkeit derselben zwingt die kxjsfischi'ii Truppen, dkn Kampf forizusrxzen, die Linie zu zerstören, imd du? Bewohner zwangswäse in die Ebene Überzufübren, wo ihnen neue Dörfer zu Wohnungen angrwirsrn werden. “Dcr rus- sische Verlust bei diesen Kämpfen ist nicht ganz unbedeutend ge- weien. (H. C.)
Telcgraphische Depeschen. (Aus dem Wol ff'schen Telegraphen-Büreau.)
London, Dieniiag, 5, Februar, Nachmittags. Dir Königin hat das Parlamrni in Person rröffnei. In der Thronrede heißt es in Betreff der auswärtigen Politik unter Anderem: Meine Be- zirhungen zu den auswärtigen Mächten find fortdauernd freund- schaftlich und bkfriedigend. Ick hoffe, daß die Mäßigung der
europäischrn Mächte riirexUnierbrechung des Friedrns verhindern "Kerk", E;;lzaalss» .,.-.. V'*i)" Wl-ßtl0k-Ix k,-y...- (',-„x, ;„ ("„-„-
lien zugetragen. Da Ich glaubte, daß es den Italienern überlassen bleiben müsse, ihre rigcneu Angelegenheiten zu ord- nen, so erachtrie Jch es nicht für gererht, eine aktive Inter- vention in dieser Frage aiiszuüben. Die betreffrnden Papiere wer- drn Ihnen vorgelegt wrrdrn. Es wurde Ein Uebereinkommen ge- schlossen, um dem Sultan einrn zeitweiligen militairischcn Beistand znr Wicderhrrstciiung der Ordnung in Syrien zii leißen. Dieser Beistand ward durch ein franzöfisihes Trnppen-Corps geleistet, wrlchcs nach Syrien geschickt wurde als Repräsentant der Mäckytk.“ Auch der Sultan stellte in Syrien unter Einem geschickten Grneral beträchtliche Strritkräfte auf. Ich hoffe, daß die Ruhe in Syrien bald wieder hergestellt und daß die Zwecke der Conwention voll- ständig erreicht sein werdrn.
Die Operationen drr Streitkräfte der Ailiirten in China find Vom besten Erfolge gekrönt worden. Während aller dieser Ope- rationen und Unterhandlungen herrschte zwischen den Kommandi- rcnden und (Hrsandten Englands und Frankrrichs das freund- schaftlichste Einvernchmrn.
Der Zustand Indiens hat sich gebessert.
Es haben ernste Differenzen in den Vereinigten" Staaten Von Nordamerika statt. Ich kann unmöglich ohne Sympathie Ereig- nissen zuschauen, welche auf das Glück eines mit Meinen Unter- thanen so innig Verbundenrn Volkes inftiiiren könnten. Jah wünsche, daß diese empfindlichen Differenzen eine befriedigende Lösung finden mögen. Die Rede kündigt schließlich mehrere Geseßcntwürfs, aber kein Refornrpr-ojeft an.
London, Dienßag, 5. Februar, Nachts; In der heutigen Sißung dcs Unterhauses warde von Collebroo-ke und Pagent die Adresse auf die Thronrede Vorgeschlagen. In der Debatte über dieselbe brachteWhite ein Amendement des Inhalts ein: Das Haus bedauere, daß" die Thronrede die Reformfrage, mit StillschWeigen übergangen habe. Seymour unterfiüßie diefes