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- Vo: Schluß der eßrigen Sißung des Abgeordneten- kaufxs kam noch der erße Bericht der Budget-Kommi-ssion über en Etat für 1861 im Allgemeinen und über die Wahl einer Besonderen Kommiißan zur Prüfung der Mehrausgaben für die Militairverwaltung und der besonderen, sich darauf beziehenden Vorlagen zum Vo'r'trag. ' Referenten Abg. Osterrath Wurde der Antrag der Kommtsßon ohne Diskussion angenommen.
. Danzig, 11. Februar. Auf der Königlicheanexft werden »- wie alljährlich bei zu erwartenden: Eisgange »- wiederum 8 Boote ausgerüstet, um im Falle eintretender Wassersgefahx als Rettungaodte bemannt und bedrohten Ortschaften zur Unterstußung zugesandt werden zu können.
Magdeburg, 11. Februar. Nachdem das Waser der Elbe xmter den Stand gefallen, den es beim Beginne des EiSJangs hatte, läßt fich der an der Brücke bei der Friedrichs'siadt durch [exz- teren angerichtete Schaden übersehen. Abgesehen von einer unbe- deutenden Beschädigung, Welche der nächste der Friedrichsstadt be- lxe-gene Pfeiler erlitten hat, sind drei Pfeiler -- die stadtwärts be- legenen - stark angegriffen worden. Alle drei haben die Stirn- hekleidung und eine Anzahl Pfähle- Verloren und bedürfen einer gründlichen Reparatur. An den Jochen ker Strombrücke smd nur einige Seitenplanken eingedrückt. Außerdem hat einer der vor der- selben befindlichen Eisbrecher nicht unerheblich gelitten.
Sachsen. Dresden, 11, Februar. Unter den "neuesten ixn Drucke erschienenen LandtagSakten. befindet fich. ein Allerhöchstes Dekret, die Aufhebung der Durchgangszölle betreffend.
Frankfurt a. NT., 10, Februar. Dio: „K'öln.Ztg.“ bringt Näheres Über die däiiische Erklärung in der Bundestags- Siyung vom 7. d. M. Dänemark hält die bereits durch die Note „vom 10. September v. J“. bekannte- UeberzeUgung fest„ daß die Von dem BundeZbescylu-sse vom 8; März v. J. aufgestellten Forderun- Yn (beschließende Befugnis; der holsteinischen und lauenburgifchen ' fände für die gemeinschaftlichen Angelegenheiten) durch die geschicht- lichen und recht1ichenVerhältnisse nicht begründet seien und sich als völlig unaquührbar heraussteücn mußten, Es bezieht sich sodann aufdie Note vom 10. September v. J., um darzuthun, daß das Finanz- Geseß vom 3. Juli v. J., welcheszu dcmucuen und, nach dänischer Auffassung, dem Beschlusse Vom 8. März eine neue und unerwartete Trag-rveite gebenden Vorgehkn des Bundes Anlaß gkboten, nur eine Wiederholung und Zusammenstellung früher nach der souverainen Entscheidung des Königs getroffener Finanzbestimmungcn sei, name-wt- lich des Patents vom 25. September 1859, das lange vor dem Beschlusse vom 8. März und mithin zu einer Zeit, wo die- Bundes- Versam-mlung noch keine Kompetenz in Vl'tkkff der gemeinschaftlichen inanzen beänspruchi habe, den Antheil Holsteins an denselben FÜr die- Periode 1860-1862 festgestellt habe. Es wird sodann Hie rückwirkende Kraft des Beschlusses Vom 8. März v.. I. auf das Patent vom 25. September 1859- bsstritten und eine solche Anwendung für undereinbar mit den landesherrlichen Rechten des Königs und für im Widerspruche mit dem Wortlaute ßes Beschlusses selbß erklärt, da derselbe nnr für- die Zukunft Eine Bedingung habe aufstellen wollen. Auch sei das Patent kom 25, September bereits in der Note vom 2. '“Nodember 1859, so wie in der am 8. März abgegebenen Erklärung des Gesandten erwähnt worden, also die Bundes-Versammlung keines- Wegs damit unbekannt- gelassen worden. In Bezug auf das eventuell „wieder aufzunehmendc Executions-Ve-rfahren wird bemerkt, daß. das durch, den Bundesbeschluß vom 12. August 1858“ eingelkite-te Execu- Iions-Verfahren schon in formeller Beziehung fcbWerlich durch die Geseßgebung des Bundes gerechtfertigt geWcsen sei. Materieli habe «.der. leZtgenannter B9schluß unter ganz anderen Vorausseßu-ng-e-n: und Meinem ganz Verschiedenen Ziele das Execu-üonk»:Verfahren in Aus- «,t genommen, als jeyt vorhanden sein würden, nämlich zur Auf- hebung yexsch-iedene-r;' beanstandeter- Verfassungsbestimmungsn der Herzogthume-r Holstein- und Lauenburg, Welcher Zweck ba-l-d nachher Yurch pas Patent vom 6. November 1858 erreicht worden sei. Würde ];exzt“ em Exxc-utions-Ve-rfahren- wieder eröffnet, so würde es beim «sien Stadiwm anfangen, aber auch nur- als seinen Gegenstand und «:s Inhalt des Definitiv-ums diejenige Forderung- auffielien müsstn, Mlche die Bundesdersammlung aus den Bundesgeseßen ableiten Holle: Daher -- heißt es Weiter - würde dieKöniglichc Regierung, sp wre dt,? Sachen, jth liegen, in“ einem Vundes-ExecutionsMrfah- «n nur xm Vorgehen, erblicken können, das in der Bundes-Ges'exz- bung nicht v.,leündet'fei“, daher außer der Kompetenz der Bundes- ,xrsizmmkun, , tr'egx, -- das: die normal? Lösung so, g;;t wie un- “yogxrch mache, über frühere 'Veschlüsje und * “ Knausgthk und die Rechte des Königs? kränkr. es'andte gegen die Anträge zu“ ßim-men und diz“ Ncchke des
Königs nochmals feierlichst * "rr von Bülow auch nach wodexholke.
zu verwahren, welche Verwahrung der Schlußziehung der Abstimmung
Nach wenigen einleitenden Worten des ,
die Bundes : Gefsße *' Daher ha.,tl'e der *
Großbritannien und, rlaud. London, 9. Februar. Mdem Parlamente voz“ legte B aubuch über die Angelegén- heite_n Jtaiienzs thkllx auch in Betreff eines ettvaigen Angriffs auf Venetien (Haxibaldis Aeußcrungen mit. Dieselben ßnd enthalten in einer ÉOsepZse et Fluxts an Russell, datirt aus Neapel vom 10. Dezember 1860.
Mn:
„ em Wunsche Ew. Lordschaft gemäß mußte ich darauf bedacht sein, den Geuerai Garibaldi zii sp_rechen, ohne zu Speculationen und Kommen-
* Urea Ansatz zu geben, die nicht aus*geblieben wären, hätte ich ihm offen „emen Bessu'ch abgestattet. Das Lcichteste schien mir, ihn an Bord des - Flaggeusehtffs zu treffen, wenn er Admiral Mundt) besuchte, mit dem er m Pakermo bekannt getyesezi War. -* Admiral Mandy tvar so freundlich, dM General, zu benachrichtigen, daß ick) gern bei seinem Besuch an Bord des“ „Hanmbal“ zugegen sein möchte, und so trafen wir uns port heute Vormittag ..... Er, der Admiral und ich blieben _ inoder Kabiye ohne Weit_ere Zeugen. Zeh benachrichtigte ihn, daß ich memen Wertungen gemäß ztvar nicht in offizieÜe Beziehungen zu ihm treten, konne, aber in Neapel zu bleiben gedenke, bis ich Weitere Zn: struxtionen erhielte; Er schien darob erfreut, Wohl einsehend, daß ein ofßzches Verhältniß unxthunlich sei. Ich sagte ihm hierauf, daß ich den Ew. Lyrdjchaff beauftragt sei, ihm gegenüber die Hoffnung auszusprechen, daß keiZiAngriff auf Venetien unternommen Werde, da daraus für Italien das großte Unglück entstehen, könnte. Darauf erwiederte der General, er wolle offen reden und seine Pläne nicht Verheimlichen, die gerade aufs Ziel lqssteuern.“'Er bxabs1chtige,sagtear, sofort gegen Rom vorzudringen,und Wenn die Stadt 'in seiner Gervalt sei, die Krone eines vereinigten Italien dem Könige Viktor Em9nuel anzubieten. Diesem werde dann die Aufgabe axihcimfallxn, Vci1eii“e-11 zu befreie-n, und er selbst werde unter Sr. Majestät dienen. Könnte diese Befreiung durch Kauf oder Unterhandlungen zu Stande „koinin-en, desto besser. Wollte aber Oesterreich das Königreich nicht freiimliig fahren lassen, dann miiffe es ihm durch das Schjveri ent- rtssen Werden, YUV Angesichts der gegenivärtigen Stimmung des italieni- schen Volkes sei er fest überzeugt, daß der König von dem Unternehmßn nicht zurucktreytcn kßnne", ohne s'xine ganze Stellung und Popularität zu o-pfexsn. Ey sci geivxß, fugte er hinzu, daß Ew. Lordschaft, als Sie Venc- tren -1m Stich zu [affen _rixtben, die sdolberzigen Gesinnungen, Welche die Untcxthanen Zhrcr- Ma1e11ät für die italienische Nation befeclen, nicht an* gxmeffxxz bortratcn, obi-vohl er anderseits die Verpflichtungen Italiens gegen die britische: Regierung für die Jencm bewiesenen Sympathien freudig an- erkemie “ Als ihm Elliot darauf erwiederte, daß durck) einen Angriff auf iniqtien aUes bereits (Hejvonnene wieder aufs Spiel geskyt Werden könne, wie 1111 Jéthre'1848, und dergleichen Gründe mehr, antwortéte Garibaldi: „.Er glaii € nicht„ daß ein Angriff auf Venetien so gar gefährliche Folgen haben _könne. DLL östreichische Monarchie sei zum Zerbröckcln kkif; er habe „viele Ungarn als Frsundc um sich; er wise durch sie, Ungarn sei auf ein Wort zu einer Erhebung bereit, und könne diesmal nicht einmal auf die Kroaten zählen ..... Oesterrcicy _ sagte er _ dieser alte Verbün- de-te_Etiglai1ds zerfäÜt; Italien dagegen entsteht aus den Ruinén, und Eroßbmtamen wird dann einen anderen sicheren LlUiirti-n finden, der 1hm durch Sympathiecn Und Jntcrkffen natürlich anhängen wird.“ Ick kam hieran wieder auf Rom zurück und fragte, ob er die Folgcii eines Angriffs auf dasselbe und cine Kollision mit der fran- zofischeti Besaxzmig Wohl bedacht habe, die eine Intervention Frankreichs in Italien herbeiführen wiirde. (General Garibaldi sprach. von Frankreich in Peniselbcn Sinne, wie von Oesterreich, und sagte hkftig- Nom sei eine italienische Stadt, und weder der Kaiser noch irgend ein Anderer [mbc das Recht, ihn Von ihr ferne zu baltsn.“ EUiot machte neue Vorstellun- 9911, die aber Garibaldi nicht erschüttc'rtcn. Er sprach mit Bitterkeit über die Abtretung Sawovens und Nizza's und schloß mit dankbaren Worten fiir England Elliot's Urthcil über den General lautete dahin, das; er em-Enthyfiast fiir die Einigung Italiens sei, der sich von 'dcn auqen: sch§inlichst611 Gefahren nicht abschrecken lass. - (Helcqentlick) schieibt CÜiot Von Garibaldi, daß derselbe sich (Held leihen mußté, um die Raise von Neapel nach Caprera antreten zu können. So Wenig habe er für slck) selher gesorgt. Die! Umgebung des Königs Victor Emanuel habe sich gegen den General Übrigens schr schlecht benommen und ihm die chten Tage seines Aufenthalts in Neapel verbittert. *
Lord Joh 1) Russells Dcpesche Vom 28, Dezembsr an den Grafen Cotvley spricht slck) gegen den in einer Flugschrift angcdsutéten Vorsiblaq ziir (Hründung Eines europäischcn Arcopags aus, „Wer Weiß“, sagt ck, _„ob dieser Yorschlag nicht früher odkr später allen Ernstes gimacht wird.“ Untermdxr Sache starke ein alter Feind dcr Selbststän'digkeit eines jeden eu-ropanchcn Senatas. Cm solcher Areovag Würde der Mittelpunkt aller Jutriguen [werden, das Organ der kühnsten unter den Mächten, das (Grab aller Gcscßlichkeit" uyd (Hedankenfrciheit. Die von England seit Jahr- hunderten grundsaleich unterstüyte Sclbstständigkeit der Einzelstaaten, der Europa seinen höheren Bildungögrad und Wohlsiand zu. danken habe, Würde zu meide gehen; und hcrrfchen Würden ausschließlich ein oder zivei große HMM» die am meisten Macht und die aßernwnigstcn Skrupkl besißcn. K'leinérs Staaten, wie die Schwéiz, Spanien, Vclgien-, Holl'and würden nur .mehr dem Namen nach bestehen 11. s. w.
Ein Theil der Depeschen bezichtsich auf die Belageruxng von- G-aeta. Jm'Oftober, als Hie Beiagerung in Aussicht stand, hatte“ die britische Regierinig das KrieJSschiff Renojvn nach Gaeta geschickt, um im Notbfall den Konig Franz 11. aufzunehmen. Am 13. Dezember schrieb. Russell an Cotvley: „Als de'r Kaiser der Franzosen seinem Admiral in Neapel den * Befehl ,ertheilte, ein Bombardement Ga-ctaB seitens der sardinischenFlotke -. zu verhindern"„ hat Ihrer Majestät Regierung; angefragt, ob. dicse Weisun- gen den Yersonlirben Schuß des" Königs beider Sizilien“ bechckea oder als , eine be„W9ffneie- Einmischung in den durch den König von Sardinien gegen ; den, König beider Sizikie-n gyfühyten Krieg! an-zusßha'n seien. Dio Antwort „ kam rasch und klang satschi'eden Die dem;- franzöfischen Admixal ertheil- ten Weisungen "- so lautete fie -- haben lediglich den per-
“€ sHQlichen Schuß. des Königs, und., der königlichen Familie von Neapel ziim
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m ck. - Aber der e enWärti in Gartz: ein eschloffene König hat in Zeh; denn Einem of zißllen Do-umente seinen . ntschluß qngekundigt, sich bis zum Aeußersten zu verthexdigen» Er will keine ftchxxe Ruckzugs- Gelegenheit benußen, sondern vertrqut der Stärke seiner Poßtiqm um den Bürgerkrieg im Königreich Neape! h_inauszuzrehen, und beruft fich auf den ihm quährten Schuß Jraner1chs als eine Aufmunterung zum Aus- halteti. .- Wollen Sie gefälligst 53711- Thouvenel 'darauf aufmerkjam machen, wie sehr die edelmüthigen Abs1chten de§_Kaisers verdreht'wurdkn, und sein Name zu nie genehmigtenjéZjveckcn mißbraucht Worden ist. Der König von Neapel kann sich zurückzicxn. Weshalb thut er es 'nicht? _ Nach der Anficht-Von Jbrer Maxestat Neg1erung sollte der Kaijxr der Franzosen dem Könige nicht allein raihen. Gaxta zu „Verlassen, zondern der französischen Jntérvention auch einexi Termin bestimmin: DW mix,- losen Anstrengungen in GNM iind das fruchtlose Blutvergießen daselbst, sollten nicht durch seine Autorität gsdeckt erden. . Ryssekl.“ _“ Am 17. Dezember schreibt Lord Cowley, daß er Obige Depß che 59r11.Thoudenel vorgelesen hat, und am LLsten“ schreibt Russell Wieper Folgendeß “an ihn: „Als Graf Ludolf (der neapolitanische ©esandte)m1rsq„gie, der Kaiser babe seinem Herrn die Verficherung gegeben, daß der franzosische Admiral angewiesen sei, seine Position in (Hasta zu beschüßen,. und daß er ihm gleichzeitig gerathen habe, (Haera zu räumen. hatte ich, 1hm folgende_A'nt- wort gegeben: „„Ich sagte, da Ihrer Ma]estät Regxxrung dem „Konige, seinem Herrn, keine Unterstüßung gewährt habe, stehe ihr “auc? nicht das Recht zu, ihm einen Rath zu geben. Jeder bewitnders drchnUchlossen- heit, mit Welcher derselbe in diesen [LHien Tagen die Ehr; seiner ererbten Krone und des vom ihm befehligtcn Heeres Vertheidigte. Zeitpunkt sci nahe, w:) allen Anforderungen dex Ehre Genüge g'e- leistet sein Würde, und ein Verlängerter Widerstand 'UUY em nuleoses und unmenschliches Blutvergießen bewirken könnte., Nicht “Unsere Sache sei es, darüber zu urthcilen, Wann dieser Moment eiiitreten inL'Öi',
- oder ob er nicht bereits eingetreten sei. Der König miiffe die'sen Umstgnd selber in Erwägung ziehen und die von [einer Steniing _unzxrtren11liche Verantlvortlichkeit Übernshmen.““ Dies, iehen Sie,. 1st die Sprache dir Nichteinmischung in die Angelegenheiten Jtalienß; ÖW“ Sprache der Poli- tik, die Ihrer Majestät Regiernng unverbrücylixl) festgehalten hat.“ »- Die [th6 Depesche dos VlaubUchs bshandelt dcn1elb2n Gegenstand. Lord John Russeis schreibta1n24. “Dezember an Lord Cowley: „Mylonrd, «- Zhrcr Majestät Regierung hofft bald Von idem Abzuge dex franzoßschén bon (Hasta zu hören. Nach der neuesten Proclamatiyn des-Kßmgs ;_ranz könnte die französische Flotte nur kraft _ch-JnteMnn-Znsprmzips zwi1chcn dem König Viktor Emanuel imd demuKömg Franz „langer dgselßst. Ver- weilen. Wenn sich jedoch mit der öffentlich angekandigten italieiiiscbZti Politik des Kaisers der Franzosen cine Jiiikvanttoii zu FMnsteii des Ko- nigs beider Sizilien in Einklang bringen 112139, dann hatte diese Jutek- v8ntion des Kaisers der Franzosendann stattfinden solleii, “als der, K*anipf ztvischcn den Vorkämpfern für Italiens Einheit und Freihsit und den Bc- hördcn und Truppen des Königs Franz begonnen [29110 Hätte 'der frau- zösischt: Kaiser seine Macht anfgevoten, „um den Konig Franz im voilen Befixze seiner Vom Vater ererbten Königlichsn GeWanlt zu erhalten, da_nn. hätte man eine derartige Politik Wohl bedauein kontnien, aber ß-e'ware verständlich geWSsc-n Und hätte ibranWeck erreichen konnen]: “Daß ]cdoch der Kaiser der Franzosen theilnahmslos zusah, währenß Slzll1€11 UYU“) bei- nahe sämmtkiche GebietStheile Neapels auf dem K*Yntiix-ejite de_n I)anxie11 des Königs Franz entrissen 1V11rdcn, daß er dgzin 1111_chten Augeyblickc einschritt und ihm zögernd cine noihivendigchcije fruchtlose Uiixerxtiixziiiig gewährte, um mit nUZloser Anfopsernng'von Biut iind (Geld eine kleine, auf einkm entlegenen Punkte seinés sintfrgen Reiches gelegene Stadt und das angrenzcnde Vorgebirge einige Wochen länger behau'pten zu können: das schéint ein Verfabrsn zu sein, das sich nicht mit dcnxmzigen (Gru'iidscißcn und MotiVLn in Einklang bringen läßt, Von den-zn, _emer Vernunfngen Vorausscyung zufolge, die Schritte des Souverains emer große„n Macht geleitet Werden. -- Zieht der Kaiser seine Flotte von'Gaeta-zurmkß dcinn würde er damit beweisen, daß, obtvohl er seine Politik, die Personlrche
Wiirdc cimss bedrängten Monarchsn zu Wahren, etwas zu sehr aus; die Spiße getricbkn hat, er dabei doch nicht die Absicht hatte, deni S'udxn Italiens jene Freiheit des Handclus zu verbietén, die er so kraftig M1 Norden gckvahrt hat. J. Russel'l.
Frankreich. Paris, 11. Februar, Dsr „ Mymtcur “ tvidnist dem am 30. Januar im 6Zste11Lobeiisjiihxe gestorbeneii Erzbischof Von Auch, Monstgnor de Salinis, emen_ Yiaxcyrus.
Herr Von Laguerroniére soil wieder Eine neue Broichure vor- bereiten, die unter de'mTitel „der Kaiser Napoleonjll. und Rom“, 7,1011; im Laufe diescr Woche erscheinen würde. Manxvermmmt, daß dieselbe einen bereits friiher angereßten Vorjchlag ' zur
Lösung der päpstlichen Frags in etwas modifizirter (Hisialt wrcdxr vorführmi soil, nämlich den, das ganze päpstliche (chic't als ern Groß - Vikariat gsgen bestimmte Entschädigung und Ucbcrnahme sonstiger Verpfltchtnngen an Sardinien zu geben. Der Papst würde den Titel und “die Ehren LiUi's SonyLrains behalten und Von den italienischen Staaken eine CiviUiste beziehen. Dagegen würde Viktor Emanuel als „König vothalikn“ das Recht habkn, in Rom zu rssidiren, seinen Hof dahin zu verlegen und das italienische Parlament dort zu Versammel-n.
Die Ankäufe von Pferden und Maulthieren ftir Rechnung d.“ Kri'egs-Verwaltung dauern noch immerfort. - MarschallPe- ltssier soll die Weisung erhalten haben, die Befestigung der Kasten
Algerienis mit allem. Nachdruck zu betreibsn. ** Das LLiQÜLU- begängn-iß des Marscyaüs Bosquet hat vorgestern in Pau ßatt- '-
Marschall Riel ist „dabei zugegen geWeseri. Gaeta, 1. Febriiar. Ein Koxrespondent der Das stärkste Feuer war am 28. Januar; an
gefunden, Italien. „ A. Z,“ berichtet:
diesem Tage warden von beiden Seiten mehr als. 11,000 Schüsse-
Aber der .
lotte “
abgefeuert. Die Piemontesen schießen gut, aber auch die Neapoli- taner. Der König und seine beiden Brüder Trani uud Caserta sind immer im Feuer. Der König ist leidend, und !die hiekher zurückgekommenen Diplomaten fandeii ihn blaß, fieberhaft, abet nn- beugsam. Die Königin dagegen ist vollkommen gesund, und wenn man ihrvon Gefahren oder von Abreise spricht, lächeltfie, ohne'zu antworten. Die Marchesa Renda War am Geburtsmqe des Königs mit den üblichen Geschenken von Rom dahier angekommen, und fand ähn- liche Gaben, welche der Adel don Neapel übersendet hatte, der größtentheils treu geblieben ist, -- Am Geburtstage des Königs schickte derselbe den Mitgliedern des diplomatischen Corps das I)a'ittagsessen, tveil dieselben i1_1 den engen Räumen, welche der König und die Königin beWohnen, nicht zur Hälfte Platz. gehabt hätten. Ein jeder speiste also in seiner engen Kasematte. Der König bewohnt mit der Königin drei niedere und feuchte Kammern in den Kasematten, zu Welchen eine enge Treppe in eine Art Vor- zimmer führt, das immerwährend durch eine Kamphinlampe be- leuchtet Werden muß. Aus diesem dunklen Raum kommi man in ein etwas geräumigeres Gemach, das durch ein gebrochenes Licht erhellt ist, während des Bombardements muß abér auch diese Oeff- nung geschlossen werden. _Von Möbeln sind nur ein Schreibtisch, zivei Betten und einige Stühle zu sehen. Die Straßen von Gaeta gleichcn frisch geackerten Féldern, vom Herumgehen in denselben ist keine Rede, Die Königin besucht wenigstens einmal des Tages die Spitäler; ste geht von Bett zu Bett, notirt die Bittcn der Ver- Wimdeten Und Sterbenden, hilft den Wundärztcn, legt Verbände «111, und wenn in der Nähe eine Bombe platzt, nimmt sie gar keine
Amerika. New-York, 26. JanUar. Jm Senate der Vereinigten Staaten wurde am LZstsn cin Antrag, die Berathung Übkl' die Crittendenschen Resolutionen wieder aufzunehmen, mit 27 gegen 24 Stimmen Verworfen. Gestern und vorgéstern kam im Senate nichts Von Belang vor.
Das Repräsentantenhaus seßte am LZsten und den bei- den folgenden Tagen die Bcrathung über die Anträge des Drei- unddreißiger-AuZsixusses fort, ohne daß sich in der DiZkusfion „he- sondersr Eifer fiir die Sachekundgab. Am LZsten zeigten die Re- präsentanten von Georgia durch ein Schreiben an den Sprecher ihren Austritt aus dim Hause an. Am 26sten Wurde-aus den Antrag des Herrn Grow von Philadklphiadie Einseßung sines Aussthusses won fiinf Mitgliedkrn beschlossen, weiche einkm angeblich bestehen- den Comptoire zur Wegnahme der Staatsgebäude in Washington nachforschen und ausfindig machen soll, ob Beamte der Stadt Washington oder der Federal-ngierung bei demselben betheiligt scii'n.-- Unter dyn Mitgliedern des Nepräsentantenhauses cirkulirte ein Schriftstück und hatte bereits Unterschriften"gesunden, in welchem der Vorschlag gemacht wird, daß ails Mitglieder des Kongresses zum 21. Februar rksigniren und daß am 22. Februar ein aus mittlerweile gewählten neuen VolksNrtrete-rn bestehender Kongreß znsammentrete, um als dirkkte Mandatare des Volkswillens über die Verschiedenkn bereits vorliegenden oder noch vorzulegenden Kompromiß-Anträge in Berathung zu treten. Der Vorschlag "wird dadiircf) m-oiivirt, daß nach Maßgabe der bisherigen Abßimmungen der gigenwärtige Kongreß nicht im Stande sein wird, ,mit Verfas- sungSmäßiger Majorität zu einem die bestehenden Differenzen aus- gleichendc'n Beschluss zu gelangen und daß die gegknwärtigcn Mit- gliedkr des Kongresses nicht mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Wirren gewählx“, Wordcn seien, während doch die Größe der vor- handenkn Gefahr eine direkte Einwirkung des Volkes. als gkeignet erscheinen lasse. „
Aus Charleston wird berichtet, „daß von Schildwachcn der Truppen des Staates Süd- Carolina auf ein aus _ dem Fort Sumtcr kommendes Boot gefeuert worden ist. -“ DeySenat “von Süd - Carolina hat einen Steuer-Aufschlag Von 20 Prozent über den Ansay des Jahres 1859 Votirt, um 1,500,000 Dol]. für Staats-
“ Notiz davon.
; zwiscke aufzubringen. Auch find für 700000 Doi], Schqßscheine und für 350000 Dol]. Wechsel ausgegeben worden, um Kriegsbedürf-
nisse anzuschaffen. Die Cai'awba-Jndianer habsn dem Staate Süd- Carolina ihre Dienste angeboten und dieselben- kind von dem Gou- verneur Pickens angenommen worden. An den Y'afenbefestigungen Von Charleston wird“ rührig gearbeitet. In dem onvent Von Süd- Carolina zeigt sich starke Opposition gegen den Antrag Wegean- schickung des» Montgomery-Konvents. Man ist in Charleston ktfrtg mit den Vorbereitungen zu einem Angriffe aufdas Fort Sumter_be- schäftigt, das man, wie „es scheint, zur Nacktzeit_und oh'ne spezteUe Ermächtigung des (HVWVUWEUTZ Pickens üh-ersallen wrl]. Mehr als 2000 Xndividuen arbeiten an den Va'tteörreen, Welche den An- griff untcrßüyen s-oUen. „ .
Jn Nord - Carolina ist der Antrag „Wegen Einberufung eines KonVenxts von beiden Häusern der LrgtSlatur angenommen worden. -
Der Konvent. don Louisiana ist am. 22, d. M zu Bäton Rouge zusammengetreten. Zn» seirier Botschaft erklczrt de'c Gou- verneur, daß jede Llusficht auf Be1legung des Streites zwifchkn dem Norden und dem Süden zu Ende sei und“ daß man daher