1861 / 71 p. 3 (Königlich Preußischer Staats-Anzeiger) scan diff

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digt, die darin verschriebenen Kapitalbeträge pom 1. Oktober d. I. ab in den Vormittagsstunden entweder bei der S_taatsschztlden- Tilgungskasse hierselbst, Oranienstraße Nr. 94, o'der bet der nachsten Regierungs-Hauptkasse gegen Ouitxung und Ruckgabe der Schuld- verschreibungen mit den dazu gebörtgen, nach dem 1. Oktober 1). J. fälligen Zinscoupons baar in Empfang zu nehiyen. _ ,

Um etwaigen Wünschen der Inhaber dteyer Schuldverychret- bungen entgegenzukommen, sollen leßtere auf Verlangen schon vvm 1sten k. M. ab eingelöst werden. '

In diesem FaUe werden die vom 1. April 1). I. ab l'anfey- den Zinsen zu 4x Prozent bis zum'15ten und b.ez1ehung3we1se b1_s zum Schlusse desjenigen Monats_, m, welchem dte Schuldberschret- bungen bei den vorgedachten Kasjen 2mg_er_etcht xvexden, „gegkn Ab- lieferung der am 1. Oktober d.J. und xpater faÜrgeanscoupons baar vergütet. , ,

Wird eine Schuldverschretbung Ferst :n__dcm Zettrgum vom 16. September bis zum 1, Oktober d. J. prajenttrt, so rst Yer an “leyterem Tage fällige Zinscoupon davon zu trennen, und fur fich in gewöhnlicher Art zu realißxey. Der_Geldbetrag d'er etwa fehlenden, unentgeltlich mitabzultesernden ZmScoupons Wird von dem zu zahlenden Kapitale zurückbehalten.

Formulare zu den QuittunJen ryerde'n von den Voxgedachtßn Kassen unentgetlicb Verabreicht. Cs kontzcn fich _aber. dteselben tn einen Schriftwechsel über die Zahlungsletsstung n1cht emlassen, mxd es Werden dergleichen Eingaben unberückftchtiget Und portopfttchttg den Bittstellcrn zurückgesendet werden.

Auf der Anlage (b) find die Nummern der Schuldverschrei- bungen der oben bezeichneten Anleihen mitabgedruckt, Welche in den bisherigen Verloosungen (mitAu-Zschluß derjenige» tyelckpe am 151611 September v. J. stattgefunden hat) gezogen, bts „]xßt aber noch nicht realifirt find, und es Werden die Inhaber drejex nicht mehr Verzinslichen Schuldderschreibungen zur Vermeidung weiteren st- Verlustes an die Erhebung ihrer KapZtalien erinnert. ,

Jn Betreff der am 15. September v. J. ausgsloosten und zum 1. April d. J. gekündigten Schuldverschreibungen der in Rede stehenden Anleihen wird auf das an dem ersteren Tagexbekannt gemachteVerzeichniß Bezug genommen, welches bei den Regxerungs- Hauptkassen, den Kreis-, den Steuer- und den Forst-Kasskn, den Kämmerei- Und anderen Kommunal-Kassen, so wie auf denBÜreaus der Landräthe, Magistrate und Domainen-Rentämter zur Einficht offen liegt.

Berlin, den 15, März 1861.

Haupt-VertValtung der Staatsschulden. Garnet. Guenther. Löwe.

8. Verzeichniß der am 15. März 1861 gezogenen, durch die'Bekanntmachung der Königlichen Haupt- Verwaltung der Staatsschulden von demselben Tage zur baaren Einlösung am 1. Oktober 1861 gekündigten Schuldberschreibungen. und

b. Verzeichnis; der noch uicht zur Realisation prä- sentirten, bereits früher gekündigten und nicht mehr verzinslichen SchuldVerschreibungen der freiwilligen Staats-Anleihe VomJahre 1848 und der Anleihen von 1850, 1852, 1854 111113185511.

l_i_th der heutigen Nummer des Staats-Anzeigersbei-

Berlin, 18. März. Se. Majeßät der König haben AÜer- gnädigft geruht: Dem außerordentlichen Gesandten und bevoll- mächtigten Minister in Turin, Wirklichen Geheimen Rath Grafen von Vrassier de St. Simon, die Erlaubniß zur Anlegung des von des Königs Von Sardinien Majestät ihm Verliehenen Groß-Kreuzes des Mauritius: und Lazarus-Ordens, so wie dem Geheimen und Ober-Regierungs-Rath Luedemann zu Berlin zur Anlegung des von des Kaisers von Rußland Majestät ihm verliehenen St. Annen-Ordens zrveiter Klasse zu ertheilen.

Nichtamtltehes.

Preußen. Berlin, 17. März. Seine Majestät der König begaben Sich heute um 10 Uhr nach der St.Lucas-Kirche, deren EiUWeihung heute ßattfand, und kehrten um 1277 Uhr von boxt zurück. _

- 18. März. Jhre Majestäten der König und die Königin begaben Sich gesiern Abend zu Jhro Durchlaucht der Herzogin von Sagan und nahmen den Thee bei derselben ein.

-- Se. Majestät dex König nahmen heute die Vorträge des Staats-Minisiers von Auerswald, des Ministers der aus- rväkklgen„Angelegenheiten .und des Ministers der geistlichen 2c. An- gelegxnhmten, so wie des Geheimen Kabinets-Rathes Wirklichen Gehermen Mathes Illaire und des Geheimen Ober-Regierungs-

Rathes Coftenoble in Gegenwart Sr. Hoheit des Fürsten von“

Hohenzollern entgegen.

-- In der Sonnabend-Sißung des Herrenhauses wurde der Antrag des Grafen von '.)lrnim-Boyyenburg in der nachstehenden von der Kommisfion vorgeschlagenen Fassung: „die Königliche Staatsregierung zu ersuchen, dkm Landtage noch in dieser Sesfion ein, auf den näher dargelegten Grundsäßen beruh'enbes (Heseß, betreffend die Entrichtung einer außerordentlichen temporären Steuer von dem fundirtcn Einkommen,_behufs Deckung der Kosten der Reorganisation der Armee, vorzulegen,“ mit 96 gegen 83 Stimmen angenommen.

__ In der heutigen Sißung des Hauses derAbgeord- neten brachten die Abgeordneten Starke, Karsten und Genossen einen Antrag auf Befürwortung einer Zinsgarantie für die schlesische Gebirgsbahn von (Hörliß nach Waldenburg ein. Die auf der Tagesordnung stehenden Vudgetberichte wur- den ohne DiSkusston erledigt. Ueber den Geseßentwurf wegen Ermäßigung der rechtsrheinischen BergWerks - Ab- gaben entspann steh eine längere Debatte.

Königsberg, 14.März. Der gestrige Wind hat die mürbe Eisdecke des Haffes in Bewegung gksegt und wollends zertrümmert, so daß schon gestern Mittags der Dampfer „Mcrkur“ von PiÜau hier einlaufen konnte, auch gestern Abend hier angekommckne Fischer- kähne die Fahrt ziemlich frei Vom Eise gefunden haben.

Sachsen. Gotha, 15. März. Der hiesige Spezial-Land- tag hat heute die 14 Mitglieder zum gemeinschaftlichen Landtage gewählt und dann den yon der Staatsregierung proponirten (He- seZentjvurf angenommen, nach welchem die in der Finanzperiode Von 1858-61 bestehende V'eranlagung der Einkommen- und Klassen- steuer noch auf die Vorseiende Finanzperiode don 1861-65 aus- gedehnt werden soll. Dem derallstgen Beschlusse wurde die Be- merkung beigefügt, der Erwägung des Ministeriums anheimzugeben, ob nicht von dem dermalen 'der Stcuergeseßgebung zu Grunde liegenden Prinzip für dis Folge insoweit aszWeichen sei, daß eine Gleichstellung der Beüeuerung des Einkommens aus GrundbefiZ und des Einkommens aUs Kapitalwermögen angestrebt, das Ein- kommen aus der Arbeit Übék einer mäßigeren Besteuerungsskala unterworfen werde.

. Frankfurt, 16. März. In der heutigsn Bundestags-

Styung sollen mehrere Berichte von der in Nürnberg nieder- gesexzten Konnnission für AuZarbeitung Von Entwürfen für ein allgemetnes deutsches chndelsgeseßbuch, für ein deSgl. Sesrecht, so wie für Gerichtsstand und Vollziehbarkeit der Urtheile, Vorgelegt und die Entwürfe eingereicht worden sein, Wehe sicherem Vernehmen nach gleichzeitig duxch die Kom- mtjsxon von Nürnberg aus auch an dic einzelnen Bundes- Negzerungen direkt eingesandt worden, Dasselbe sol] bezüglich des Bertchts über verschiedene Kontroversen dcs gemeinen deutschen Wechselrechxs der Fall sein. Der dänische Bundesmgsgcsandte hat eme Mixtheilung Über die holstein-lauenburgische An- gelegenhUt gemacht und Über die Reclamationen der Freifrau v§n Laser tft Beschluß gefaßt worden. Der Königlich preußische B_u11des_xqgsZesandte war, da derselbe nach Berlin abgereist ist, um s-Zmen «ty m der Ersten Kammer einzunehmen, durch den Präfi- dralgesantzten dahier vertreten. (Fr. P. Z.) Wurttemberg. Stuttgart, 16. März. Heute warde m der Kammer der Abgeordneten die fünftägigc Konkordats- Debatte geschlossen. Der Antrag der Minderheit (Referent SarWLY) Mrd 7111163 gegen 27 Stimmen angenommen. Dieser Yntrag, nunmehr Beschluß der Kammer, lautet wörtlich also: „Die K_ammer der Abgeordneten wolle beschließen, daß ste die mit dem pqpstltxhen _Stuhl zur Negexlung der Angelegenheiten der katholischen erche mRWurtftemberg am 8. April 1857 abgeschlossene und zur aÜge- memen Jenntmß gebrachte Vereinbarung als unverbindlich betrachte, d'emgeZmß gegen deren Vollzug Verwahrung einlege und an die König- lthe Gtaa'tsregterung die ehrfurcthVoUe Bitte stelle, in dieser Er- Wagung dte Veroxdnung vom 21. Dezember 1857, betreffend die Bekanmmachunz ]ener auf die Verhältnisse der katholische11 Kirche b'ZzUJZlCYLU Vereinbarung, außer Wirkung zu seHen und diese Ver- haltmsse 1m Wege der Landesgeseßgebung zu ordnen.“

Bayern. München, 16. März. Die Verathung über die Stselljung BaYerns_zur kurhessischen Frage drehte sch schlZeßlrch um dre Anfrage des Professors Edel und des ersten Yißaßdlenttkn- Grafen HSZUenberg. Dar Antrag Edels lautete

o g : .

. n Erivägung, daß der Beschluß der deutschen Bundesversammlung vom 7. Mßrz 1852, die kurhesfische VerfassungSangelegenheit betreffend, auf Prmz1pten beruht, Welche mit dem Charakter und den Grund eseßen des Bundes, namentlich mit den Artikeln 1 und 2, dann 53, 5?» und 56 der Wiener Schlußakte vom ahre 1820 unvereinbar find; - daß dtese Prinzipien, Wie fie im Kur ürstenthum Hessen zu Rechtsverleßungen geführt haben, so in ihrer Anwendung deutschen, somit auch der bayerischen Verfassung gefährden; -* daß es

daherPflicht Her Kammer ist, nach diesen beiden Richtungen hin her öffentlxchen Memung des Landes AuSdruck zu “geben; - daß die Em-

legung einer VerWahrung gegen den BundeSbeschluß vom 27. März 1852

den RechtSbestand jeder.

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und dessen MotiVe als das rechtlich zulässige und geeignete Mittel er- scheint, nicht nur der Gefährdung der eigenen Verfassung entgegenzutreten,

ondern auch die bayerische StaatSregKerung auf die Rothwendigkeit hin:“

iuweisen, im allgemeinen deutschen Interesse Alles aufzubieten, damit recht- ?jch geordnete Zustände in Kurhessen wieder hergesteÜt Werden;

beschließt die Kammer der Abgeordneten: „gegen den Bunchbeschluß vom 27. März 1852 und die demselben zu Grunde liegenden, dem bayerischen Verfassungsrechte jvidcrsprechenden Grundsäße feierlichst Verwahrung einzulegen."

Dagegen hatte der Antrag des Grafen Hegnenberg folgenden Wortlaut:

„Zn Erwkxgung: daß der Bsschluß der deutschen Bundesversammlung vom 2 . März 1852, die kurhessische VerfasungSangelcgenheit betreffend, auf Prinzipien beruht, Welche mit dem Charakter und den Grundgeseyen des Bundes, namentlich mit den Art. 1 und 2, dann 53, 55 und 56 der Wiener Schlußakte von 1820 unvereinbar sind; daß diese Prinzipien, wie sie im Kurfürstentbum Hessen zu Rechtswerleyungen geführt haben, so in ihrer AnWendung den Rechtsbestand jeder deutschen, somit auch der bayerischen Verfassung gefährden; daß die Kammer verpflichtet ist, dieser Gefährdung entgegen zu treten -- beschließt die Kammer der Abgeord- neten: gegen den Bundesbeschluß vom 27. März 1852 und die demselben zu Grunde liegenden, dem bayerischen VerfassungSrechte widersprechenten Prinzipien feierlichst Verwahrung einzulegen. n fernerer Erivägung: daß durch die Verfassungswirren in KurhejHen das Staats- und Rechtsteben eines der besten deutschen Stämme untergraben, das Recht§gefühl des deutschen Volkes verlegt, den verderb- lichen Bestrebungen der Parteien im Innern, so wie dem äußern Feinde Vorschub geleistet wird; daß somit die Herbeiführung rechtlich geordneter VerfaffungSzustände in Kurhessen nicht blos ein Gebot des Rechtes, son- dern auch unverschiebliche Aufgabe der Politik ist, beschließt die Kammer, an Seine Majestät den König die allérehrfurchtsvoüfte Bitte zu stellen: „„Allerhöchstdiefelben möchten geruhen, das Königliche Staatsministerium anzutveisen, zur HersteÜung rechtlich geordneter Verfassung-Zzustände in Kurhessen nach Kräften mitzuwirken.“

Nach dem Schlußworte des Referenten Abgeordneten Pözl Wurde die Edelsche Motion mit 123 gegen 12 Stimmen abgelehnt, der Hegnenbergsche Antrag mit 132 gegen 8 angenommsn.

Oesterreich. Wien, 16. März. Die „Wiener Zeitung““ meldet amtlich: S?. K. K. Apostolische Majestät Haben Aljerböchst- ihrem Herrn Bruder, dem Generalmajor Erzherzogs Karl Ludwig, und AÜerhöchstihrem Herrn Vetter, dem Generalmajor Erzherzoge Rainer die Bewiklignng zur Annahme und zum Tragen der Höchstdenselben verliehenen Großkreuze des großberzog- lich toZkanischen St. Joseph-Ordens allergnädigft zu ertheilen ge- xxtht. - Die beiden genannten Erzherzöge smd zu Feldn1arschall- Lieutenants ernannt. _ Unter den Veröffentlichten Veränderungen in der K. K. Armee findet sich die Ernennung des Feldmarschaü- 'Lieutenants Alexander Grafen I.)?e11s130rff-Pouilly zum Statthalter in Galizien und zum kommandirenden General in Galizien und in der Bukotvéna, so wie des FeldmarschaU-Lioute- nants Andreas Melczer ,v. Kellemes zum Stadt- und FestungSkommandanten in Prag.

Man liest im „Wanderer“: Am 131en hat dem Vernehmen nach Se. Majestät der Kaiser als König von Croatien und Sla- vonien zum ersten Male sechs Vom provisorischen croatisch-slaVoni- schen Hofdikasterium vorgelegte, in croatischer Sprache verfaßte aUerhöchße Reskripte, wovon eines die Installation des Banus Freiherrn don Sokcevic betreffen sol], in derselben Sprache (mit kranM 305111) unterzeichnet. Uebrigens braucht es kaum erwähnt zu werden, daß bei dem Umstande, als S?. Majkstät unter den slawischen Jdiomcn nur des czocbischen vonojnmen, zum Theile auch des polnischen, mächtig ist, dem croatischen Texte auch amtliche deutsche Ukberseßungen desselben beigelegen find.

' Großbritannien und Irland. London, 16.März. Die Königin besuchte gestern mit dem Prinz-Gemahl die Anlagen des nsuen botanischen Garten?» in Kenfington, und soUte später Gäste zur Tafel empfangen, als Von Windsor die Nachricht ein- iraf, daß in dem Befinden ihrer erlauchten Mutter, der Herzogin von Kent, plößlich eine bedonklichc Vsrschlimmerung eingetreten sei. Darauf hin Wurde die Tafel abgesagt. Die Königin fuhr mit dem Prinz-Gemahl zur hohen Kranken hinaus nach Frogmore und blieb über Nacht in dem nahen Schlosse von Windsor.

Die Herzogin von Kent ist heute früh um 9“, Uhr gestorben. Marie Louise Victorie, geboren am 17. August 1786, war die Tochter des Herzogs Franz von Sachsen-Saalseld-Coburg und zum ersten Male mit dem Fürsten Emich von Leiningen vermählt. Ju ztveiter Ehe vermählte fie fich im Jahre 1818 mit dem Herzoge von Kent, dem vierten Sohne des Königs Georg lll. Seit Januar 1820 war fie verwittwet.

Parlamentsverhandlungen vom 14. März. Oberhaus. Lord Lyttelton beantragt die z'weite Lesung der Subdivifion of dioceses Bill. Dieselbe ertheilt den kirchlichen Kommissarien die dermalen dem Parlament zukommende Vefugniß, aus einem Sprengel zwei oder mehrere zu machen und so das EpiSkopat auSzudehnen. Lord Granville, der Bischof von London, Lord Derby u. a. Pairs Weisen auf verschie- Hene Mängel des Enttvurfs bin. Die Bil] gelangt mit einer nur ge- rmgen Majorität - 27 gegen 23 Stimmen » zur zWeiten Lesung.

Unterhaus.“ Th. Duncombe fragt„ ob der Staatsfecretair des Innern oder des Aeußern folgende Fragen beantworten ivokle: Welche

"VerhaltungSmaßregeln Sir Richard Mayne (der Polizeichef) in Bezug auf

die angebliche Anfertigung ungarischen a ier eldes c

befolgt habe? Auf “Welche ErmächtigungPhiY Siqr RicharIpHWZZ 1821? Mesrö. Day dre Emstellung des Rotendvucks verlangte? Und wer die Kosten des„V'erfah'rens bestre'iten solle? Der edle Lord Staatssecrctair des AuSWarttgen habe vor einiger Zejt erklärt, daß die Notenanfertiqung nach (Jem Gutachten der Kronxuristen geseywidrig sei. Diese Erklärung habe dre Tendenz, dem schWebendxn (Zivilprozeß Eintrag zu thun, und er eracht'e daher den'edlxn Lo'rd' verpflichtet, jenes Gutachten vorzulegen. Vor dem Kanzlexgmcht set eme der sogenannten Kossuthnoten vorgezeigtworden, und xs scheme, daß fie durch emen geheimen Polizei-Agenten, der fich als Arberter m Meffrs. Dav's Druckerei eingeschlichen, beschafft Worden jvar. Er „erkläre prese Sptonage für eine Schmach sonder Gleichen. Ob die engltsche0Poltzet stch von Oesterr-eich besolden lassen? Oder ob die ge- heimen zonds Englantxs zur Bedienung Oesterreichs ausge, eben wurden? Er glaube zwar, Haß d'er ed1e Lord starke Sympathien ?ür Oesterreich habe, doch hätte „er ck11 me fähtg geglaubt, Spione in der Werkstatt eines resp'ek.t_ablen engl1schen GeWerbsmannes zu senden. Sir J. C. Lewis (Minister des Innern), entgegnet: Anfangs Februar machte mich Sir Nrchard Mayne auf dte Existenz gewisser, in ungarischer Sprache ge- druckter NOHten „aufmerksam, und man wird mir erlauben, zu ver- fichexn, . daß Str R. Mayne, i_ch und das ganze Personal im mestertum des Jnnexn Her'ungariychen Sprache gleich unkundig waren (Ge1aéter). Es war zndeß em kleiner ettel, der die Unterschrift „Koffutb Louxs txug. Auf meinen Ra'tb sexzte ich Sir Richard mit Messrs. Day tn Korre1poqdenz. Er hattegn Folge davon eine Zusammenkunft mit Mr. Day, r1chtete aber, so vrel mir bekannt, keine Aufforderung der von Mr. Dyncomb'e erwähnten Art an ihn, sondern schrieb ihm am 13. Je- bruar em zrvettcs Mal und ersuchte ihn, alle bereits gedruckten Noten in VerWaxhrung zx; behczlten und keine derselben abzuliefern, da Mr. Dat) fich fruher berett erklart hatte, einer etwaigen solchen Forderunq nachza- kommen. Datzconxhe: (Haben Sie Sir R. Mayne keine WZisungen? S1k|J.C.LLWLST Str R. Mayne hat ganz und gar in Gemäßheit meiner Wetsungen gehqndelt. Nun hat zwischenihm und Mr. Day keine Weitere Be- sprechung odex K,!)rrespondenz stattgchabt. Was den Entdeckungsbeamten an- be,langt, w Werß 1ch nichts davon, daß Sir R. Mayne irgend Jemand in solcher „Elgen,1chaftverWendet hat. Die Regierung hat keine Aussagen gemacht und 1st [381 dem Vor dem Kanzletgericht schMbenden Prozesse nicht betbeiliqt. Brxght möchte wZsen, Wer Sir Rich. Mayne auf die Notenanfertigukq aufmerksam machte? Ob es der edle Lord Staatssecretair des AusWäé- tigen oder der sehr Ehrentvcrthe Baronet wgr? Jemand müsse in Mr. Day's lithographischer Anstalt di_e Note entWendet haben, um sie Sir Rich. Mayne zu liefern. Wenn dieveUnredlichkeit Von einem Polizei-Agenten begangen lvuryde, fo müsse er sagen, daß ein solches Verfahren allen eng- lischen Begriffen von den Befugniffen der Polizeibehörde widerspreché. Henley schließt fick) den Bemerkungen des Vorredners an. Das Haus habe ein Recht, zu erfahren, ob die Polizei einem Fa- brikanfen verbieten dürfe, die Waare, mit deren Anfertigung er beschäftigt ist, abzuliefern, Wenn keine Anklage gegen ihn erhoben Worden? Sir J. Cornetvall Lewis: Ich kann auf das Zuversichtlichße meinen Glauben auSsprecben -- ich denke, sagen zu dürfen, ich weiß; aber ganz gewiß glaube ich - daß die Polizei fich keines ge- heimen Agenten in dieser Sache bedient hat. Ich Weiß durchaus nichts davon, daß solche Mittcl gebraucht Worden Wären. Der Grund meines Einschreitens War anfängli_ch dieser, das Haus muß Wohl wissen, daß es gegen das Landeögeseß ist, das Geld fremder Staaten nachzumachen. Da ich, wie gesagt, der ungarischen Sprache nicht Meister bin, konnte ich den eigentlichen Charakter dieser Note nicht beurtheilen, ohne mich mit Mr. Day in Verbindung zu seßen. Sir Nich. Mayne nahm also über den Gegenstand Rücksprache mit Mr. Dai). Später, als wir uns eine Ueber- seßung der Note verschafft und gesehen hatten, daß fie fich nichtfür österrrkichisch Geld angab, sondern als das Geld einer neuen erst zu konstituirenden Regierung, sahen wir, daß die Sache, falls fie überhaupt verbrecherisch jvar, einen ganz anderen Charakter hatte. Wir ersuchten die Kronjuristen um ihre Meinung. Diese Meinung Wurde, wie sich versteht, in vertrau- lichem Wege abgegeben, und es steht mir nicht zu, sie mitzutheilen; aber in Folge des Gutachtens entschloß sich die Regierung, gegen Mr. Day nicht gerichtlich einzuschreiten. Es Wurde ihm zu wissen gethan, daß die Aufforderung, die Noten nicht abzuliefekn, nur für den Augenblick und bis auf Weiteres galt; und er konnte keine 24 Stunden des Glaubens sein, daß die Polizei über sein Eigenthum eine Be- schlagnahme verfügen Werde. Mr. V rig [) t: Der sehr ehren- Werthe Gentleman hat noch immer nicht erklärt, wie er zu der Note kam. Sir J. C. Lewis: Die Note wurde mir von Sir Rich. Mayne vorgelegt. - Jm Subsidien-Comité beantragt Unterstaats-Secretair Va- ring die VetviÜigung der Armee-Voranschläge. Die Gesammtzabl der zu bewikligenden Truppenmacht sei 212,773 Mann, oder um 24,816 Weniger als Anno 1859-60. Es Würden 93,936 davon im Vereinigten Königreich behalten Werden. Die Zahl der in Indien, China und andern Kolonien zu stationirenden Truppen sei ermäßigt; nur Neuseeland mache eine AuSnahme, indem sie daselbst etwas erhöht sei. Ungeachtet der vor- geschlagenen Reduction solle kein Offizier, der beim Regiment dient, den Abschied erhalten oder auf Halbsold geseßt iverden. In Bezug auf die WiederanWerbung von Soldaten, die auf fremden Stationen die- nen, stehe eine Aenderung bevor, und zwar Wolle die Re ierung ihnen geWiffe Vortheile bieten; das Handgeld für den Wiedereintmtt solle zwar um die Hälfte verringert Werden, dagegen Würden fie Heiser mit nothivendigen Artikeln (darunter Stiefeln) versehen tverden und lrberaleren Urlaub bei der, Heimkehr erhalten. Was die Heranbildung von Qfßzieren betrifft, so solle künftig jeder junge Gentleman, der, sich dem Milttatrstand widmen wil], ein Jahr 1n einer Militairschule zuyrmgen. so dßß er beim faktischen Eintritt den Offizierdienst zu versehen mx Stande set. In den Voranschlägen sei eine Summe von 38,000 Pfd. mttbegriffen zur Bestrei- tung der AuSgaben für das Yeomanry-Corps. das im Lauf des Jahres zum Dienst berufen Werden so e; ferner sei die Auögabe für die Freiwil- ligen, Vorzugsweise zur Besoldung der Adxutantxn, um 27,000 Pfd. erhöht.