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Düsseldorf, 23. Juni. Gestern Mittag 12 Uhr 30 Mi- nuken traf Ihre Majestät“ die Königin Augusta, von Koblenz kom; mmd, hier ein und seßxe ohne _Verwe1len auf der Vcrgxsch-Märkx- schen Bahn die Reise nach Wetmar fort. (D. J.)
Neuß, 21. Juni. Der vorgestern hjer-zusqnnyengetretcne Kreisrag hat beschlossen, im Einvernehmen mit der Kretsvertretung von Grevenbroich, Sn MajestÖt dcm Könige bci Allerhöchstdessen Besuch zur Zeit der großen Herbsimanöver, dercn Häuptsetvmxplatz die beidén Kreise Neuß und Grevenbroich bilden werden, eine Will- komm-Feier-in einer des aUgeliebten Herrschers würdigen Weise zu veranstalten. Die Kreisstände wollen“ die Weitere Anordnung und Leitung des Bankettes einem besonderen Aussthusse übertragen. Dieser soll nicht blos aus Mitgliedern des Kreistages, sondern auch aus Vertretern der übrigen Stände zusammengeseßt werdcn.
Sachsen. DreSden, 21. Juni. Die Erste Kammer vcr- handelte heute über das AusZabebudgetfür das Kult'usdxpartement. Der Bericht giebt in seinem allgemxinen Theile eme Zusamnzen- steÜung dcs Bedürfnisses für diesen Etat seit 20 Jahren Und fahrt dann fort: „Aus diescr Zusammenstellung ergiebt stcb, daß inner- halb der lcxzten wanzig Jahre die Bedürfnisse disses Departements um 196,776 Th1r., mithin um 198 Prozent gktvachsen ßnd, oder rechnet man die nur für vorübergshende Zwecke gesteljten Postulate ab, so steÜt fich die Steigerung seit den [?Hten zwanzig Jahrkn auf 163,50? Thlr. oder 181 Prozent heraus. Das gegenwärtig vorliegende Gesmmntpostulat von 396,833 Thlr. stbc'rsÖrcitct die BewiUigung für die eben abgelaufene Finanzperi'ode um 103,842Th1r.
Nach dem Schluß der allgemeinen Debatw wurdc folgc'ndcr Antrag einstimmig gngermmen: *
Da zu befürchten. steht, daß 1) der Beginn der Schulpflichtég- keit mit erfülltem sechSten Lebensjahre, so Wie 2) die großeMenge der Lehrgegenstände und Lehrstundcn, und 3) der ßanxit zusammen- hängenden Arbeiten außerhalb der Schulzeit aus M körperlrchc und geistige Entwiokelung und Littsbildung der Jugend nachtheiltg wirkt, so wolle die hohe Staatsrsgierung in Erwägung ziehen, auf Miche Weise, namentlick) ob auf dem Wege dlk Geseßgkbung odsr der Dispensation, diesen Ucbplständen am zwsckmäßigsen abzu- heleen sei.
In der Sißung der Ersten Kammer am 18tcn gs-langte der die V-Liträge zu den ansgaben des dcutschen Bundes betreffende Theil des Au-sg-abebudgets zur Berathung. Bei dem Postulate der Zwei- ien Kammer für die deutsche- Centralgewalt macht der Bericht fol- gende Bemerkungen: „Die unterzeichnete Deputation, welche die undexkürzte Genehmigung des Poff-ulctts anrathen wird, hat aus der bei dsr feierlichen Eröffnung des dermaligk-n Landtages am 6. November 1860 der Ständeversammlung gegebenen Überficktlichen Mittheilung mit Befriedigung zu entnehmen gehabt, das; die Kö- nigliche Staatsregierung auch während dkr lexzten Jahre allsn BC- ürebungen, die auf Erweitsrung und Bklebung dsr Thätigkeit dcs deutschen Bundes gerichtet waren, ihre cik'riZstc Mitwirkung hat angedeihen lassen; und wie die Vsreinbarung einss allgemeinsn deutschen Handelsgeschuchs in erfrenlicher Weise Zeugnis; dadon giebt,was patriotischerSinn und bereitwilligeUntUordnungpartikularer Wünsche unter die aslgcmeinen Interessen des gcnwinx'amen Vaterlandes vermag, so darf man s1ch auch zu der Erwartung berechtigt halten, daß die diesseitige Staatsregierung, wie die' Gesammjheit aklcr deutschen Regierungen, in richtiger Erfonntniß dessen, was“» dcm Vatorlande noth thut, nicht bloß im Gebiete der Gesekgchung und der gemein- nützigkn Anordnungkn dessen, Wohl fernerhin zu fördern. sondern auch die Ehre, Sclbstständigkeik und Sichechkit dcr dk111sch911 Nation nach außen hin mit. Einmüthigk'kit, besonncnkm Ernste, aber auch mit kräftiger Hand zu wahren bsdacht sein, und, getragen von dem Betvußtsein dcr Zusammengehörigkeit _al1er deutschen Volksstämme, fest zusammensjéhend auf der Bahn des Rechtes und, gekräftigt durch rückhaltlose aufricbtige Anerkennung und Würdigung der gegenseitigen Rechte, dieses Ziel auch bei Aufsuchung d?!" zu dessen Erreichung geeigneten Mittel fest und umwerrückt im Auge behal- ten werde.“
Aus dem don demselben Referenten erstatteten BkkickZt gebt hecrvor. daß die Deputation der Ablehnung von 2000 Thlr. für einen Geschäftsträger zu Hannover, welche die ZWeite Kat-Umer by- schlosftn hat, nicht, zustimmt. Der Bericht weist“ darauf hin, daß die sächsischen Gesandten denen anderm? deutschen Staaten„ von gleichem Range in ihren Gehalten größtentheils nachsehen Und der durch die diplomatisxt-e Vertretung Sachsens im Lluslandc cr- wachsende Aufwand als ein überaus. mäßéger anzunehmen sei. Auch im Aljgemeinen sei es notorisch, daß gerade im Departement des Aeußem, trotz der Verdreifachung der Geschäfte und ungeachtet hex gan. außerordentlickzen AuIdehnung, welchc namentlich die mduüric en und handelspolitischen Beziehungen Sachsens zum AUSlande im. Laufe der leßtvergangenen Jahrzebende gc- wonnyzx haben, wicht blos der ganze Voranschlag gegen früher 1th wxsßntlxch nikdrxger gestellt, sondern auch dankben noch, in den vx'r. wxütgten" SummZU „regelmäßige Ersparnisse gemacht worden seien.- “Eme moglnhft mmge und enge Verbindung nicht mit den beiden
deutschm Großstaatep akain, sondern aller deutschen Staaten unter einander und die Unterhaltung cines unu„nterbrochenen lebendigen Verkehrs unter derMelben sei- zu Wahrung deutscher Ehre und Sicherheit nach außen hin, wie zur Förderung. der gkmrinsamen Interessen nach innen vielleicht nie so wichtig gemesen, als in ge- genwärtiger Zeit, „wo Feinde rinxsum das dezttsche Vaterland um- stehen“ und im Innern die auf Erweiterung und Belebung der Tväxigkeit des verfassungsmäßigen Organs der Verbündeten deut- schkn Staatsn, so wie anf Heröeiführung einer aufrichtigen Ver- ständigung und Einigung aller deutschen Regierungen gerichteten Bestrebungen drs ge1)offten guten Erfolgrs noch harten und der Staatsregierung Verdoppcltk Anstrengung und Aufmerksamkeit auf- crlm 211.
3(€taathinister v. Beust spriébt der Deputation den wärmsien Dank der Regie'rnng für die Art ihrer Berichtcrstattung aus. Die Regierung Werde fich bcstrcbcn, allen Erwartungm zu entsprechen, die 111 dsm vorigen und diesem Bi'l'it'bté ausgedrückt seien. Jm Schlußjvortc hält der kaerent den prcußisMnWablsprucb „51mm cyjqncz“ mit dem dcs Kaisers Franz Joseph „'«jribUZ unjtjs“ zu- sammen, um daran zu zkigen, daß aus dsr Verbindung der gege'n- seitigen Achtung des Rechtes mit dem gcmeinsamcn Eintreten Aller für die' Ehre und Jntexcssen Deutschlands fich die beste deutsche Politik ergebe.
- 22. Juni. Die Abgeordnetenkammer hat heute in- ihrer Schlußabsjinnnung Über die Wahlreformgescye dieselben mit 54 gegen 13 Stimmen ('MJLUOMMM.
Koburg, 20. Juni. Henke ist der Zemci11sckaftléche Landtag, dcr Herzogthümec Krburg [md Gotha bier zusamnwngetreten. Aus der demselben zur Vorlage gsbrachten 911111tairconventron mit Preu- ßen ist Folgendes hervorzuhcbcn. Der Vertrag, Welcher prcnßifchcr- seits von drei Berkmächtigten Namens dcs Königs Von Preußen. und hicfigerseits Von einem Berlm-äxY-tig-en Namens urtfcrs Her- zogs abgeschossen worden ist, gilt Vorerst auf die Zeit vom 1. Juli 1862 di“; 1. Juli 1872 nnd kann ein Jahr vor dkm Ablauf? Von- beiden TlMilen gsfündigt we-rxxen, Prerxßen übernimmt hiernach- den Unterhalt des koburg-gotbaisckwn Militairkontingents und erhält; dafür (ms dit'Öscitigcr StaatIkasse jähr ici) 80,000T1mler :renßißh in Friedenszeiten nnd, faUs das Kontingcnt mobil gsmacht werdkn, müßtc; 148,000 Thaler jäbrlich. Dic die:?scitigcn zum Militair' ausgohobsncn Staatsangshörigcn„bilden das in den (Harnisonskädtew Kobnrg und Gotha wcrblcibende dicsseitige 1101101139111, Welches aber Von prenßischcn Offiziersn, Welche dem Horzogs einen besonders- normirtcn Eid zu leisten haben, kommandirt wird. Die hietgm Offizikrc trctkn in die Pr011ßischcA1*1nee und avancikcn dort Weitsr. Das diesseitigc Kontingxnt nimmt an den Usbungcn dsr _qxößern preußischen Truppcnkörpcr Theil“, Und es ist dyn diesseitigcn Staats- angehörigen, welcbe fich dcm Militairstande widmkn wollen, der Bcsuch der preußischen Kadettenhäusck 2c. gkstajtct. Die (Hül- tigksit des Vertrag?» ist Von der (chmhnsgung dsr dées- scisigcn und pkeußtschen LandeÉVertrctUng abhämgig. Außkr' diksem Vertrage wurde noch ein zweites mit Preußen ab- getroffencs UcbcroinanMn zur Kenntnis; des genwinscbaftlichen Landtages“ gebracht, nach welchem Vom konnncndanuli ab die dws- scitigcn Offiziere in die preußischeAran eintreten und dagogen das die-Zskixige hier umd in Gotha garnisonirsndcKonfingcnt vonpreuß-i- scOen Offizieren von dNUsclb-sn Zeitpunkte an kommandirt wird, bis (“ben die Militäir- Convention xn «111611 ihrs" Tdoilcn im nächsten Jahre selbst in das Lebsn tritt. Ja den seitens des Herzoglichen Staatsministeriums 511 der lsxxteren gegebenen Erläuterungen wurde
unter Llndc-rm anch Darauf hingewicsßn, das; durch dicse ComNation-
die diesskitige Staatskasss einc Ersvm'niß mache und das Kontin- gent dadurch auch in die bundesmäßigc Vcrfasung gsbracvt werde, in Welcher es sm; zur Zeit noch nicht befinde und in Welche cs nur“
durch besonderc finanzielle Verwiliigungen gebracht wsrden könne..
Zur Verathung diescr Vorlagen warde eine aus sieben Personen vestchcndc 1101111110110" vom Landtage gewählt. ' Hessen. Kassel, 21. Juni. Die Eröffnung der Zwetten
Kammer hat heute Morgen- um 11 Uhr in sehr Linfacher Weiss
stattgefunden. Der erste Landtags-Kommissar, (Hen'eral-Staats- Prokurator von Dehn-Rothfelser, gab fick) der Versammlung als
Von dem Landesherrn mit der Eidesabnahme beauftragt zu erkennen, ,
nahm dieselbe sofort vor. und erklärt? sodann den Landtog für „konstituirt.“ Nach Verlauf einer Pausc von zehn Minuten und- nachdem die Abgeordneten ihre Siße eingenotßmen hatten, drückte der Präßdent, Ober-Postmeisjer Nebelthau, seinen Dank für die landesherrlicherscits vollzogene Bestätigung seiner Wahl aus und seßte die Kammer davon in Kenntniss, daß unter den 48 Vollmach- ten nur die kinos einzigen Deputirt-cn “Beanstandung gefunden, worüber der Legitimations-Ausstbuß Bericht zu erstatten und die Kammer Beschluß zu fassen habe. Aus Rücksicht auf den betref- fenden Deputirten. müsse solches schon in einer nächsten Six:,ung geschehen, Wenn schon anzunehmen stände, daß die Kammer nur sehr kurze Zeit zusammxnbleiben nnd dxß dcr" Abgang d'iesox einen Stimme keinen Einfluß auf den Hauptgegenstand. ihrer Thätigkeit, auf die Beschlußfassung über die Verfassungsfragc, auSÜben werde.
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Möchte dex Himmel, so ungefähr schloß die Ansprache des Präs- denten, dn'se e"Frage zu einem für das Wohl des Landes und des .LaudeSbexrx g1xich gedeihlichen Ausgang führeU.
Der mzw:schen wi-kdcr eingetreteue erße LanZtags-kommissar machte so_dzmn MitXhei-luuzg über cine NDW? von Negicmmgsvor- lagen, fur Weloche die ständische Zustimmung bchhrt wird, und we1che uaaxentltch betreffen: ein neues Wahlgesey, die Lombard- angelegxnhect, die “EisMbahnanla-ge don Bebra Über Fulda nach „Hanau, „due Kreirung neuer KassenFrbeinr, eme anderweitige Bildung der BeztrkIrätbe und die gesammte Budgetvorlage. Auch wurde Ramxns dcr chäerung die Bereitwikiigfeit ausgesprochen, Anträge drr Kammer in Erwägung zu ziehen, die darauf gerichtet wären, diejenigen nicht bunde§widrigen Bcskimmungen der Verfassung von 1831, welche in der Verfässung Von 1860 vermißt werden sollten, *in dieke lexztkre aufzunehmen, wie sehr auch die Regierung die Ueber- zeugmjg hege, daß die neuere Verfassung fein wirklich „ge ründctes älteres Verfassungsreäyt u11bcrückfichtigt gelassen habe. „er Prä- sident behielt 1161) Vor, auf die Behandlung die'syr Mittheilungen später zurückzukommen; für jeyt habe er die Kammer Bayou in KeJntniß zu !cxzkn, daß Herr Viceprästdcnt Ziegler einen die Ver- fanungsfragc hetreffenden Antrag angekündigt habe, und "daß dessen Begxündung 111 einer sofort abzuhaltendcn ver'trau!iche11Six,ung geschehen werde.
Daxmftadt, 22, Juni, Dic Großherzogin bkfinde't s1ch den Umständen angemesskn wohl, so daß von morgen an kein ärzt- liches BüUetin veröffentlicht Werden wird. (D. Z.) -
Frankfurt a. Wk. Bundestagssiynng Vom 200811 Juni. Nachdc1n im Monax Dezember 18.39 die Befestigung der Nord- und Ostseeküstcn in der Bundes : Versammlung angeregt Worden War, hatten am 12. Juli V. Z. Preußen,_1§annchr, Oldenburg und Bremen unter Ueberreichung von Denkschrjften ge- mcinschaftlicbe Anträge gksteUt, tvclchc dahin gingen, hohe BUndks- Versammlung möge *
1) auf (qund der Dknfschriften diejenigkn auf außerpreußi- schem Gebiete zu gründenden VOrtheidigungsanstaltkn bezeichnsn, für welche behufs weiterer Entschließung besondere technische Vor- arbeiten, örtliche Erhebungen 2c, von Bands:? wegen einzulsiten sein würden;
2) eine aus Bevollmächtigten sämmtlicher Uferstaaten zu bil- dende Kommisston mit dem Auftrage cinsexzen, die Entwürfe dieser Vertheidigungsanüalten festzustellen. '
Diese Anträgx' Warcn der Militair-K'ommisswn zur Bkgutacy- chung zngewiesen worden.
Preußen machte nun heute die Mittheilung, daß inzwischen “seinerseits unter Mitwirkung der andern norddeutschen Uferstaaten technische Erhebungen vorgenommen und darauf Entwürfe nebst Kostenüberschlägen begründkt Worden seien. Was die außcrpreußischsn Küsten betrifft,
]. die OstsELkÜÜL auf nwcklenbuxgischm und lübeckischem (He- bikte, 11. die Nordseeküste, und zwar ElbcmündunZ, Wesermündung,
Zahdemündnng und EmZmiTndung.
Aus diesem Andeutungen ergab fick,), daß die nach dem Antrag vom 12, Juli », J. von der hohen Bundksversannnlung einzu- skaUdi' Spezial: Kommisüon, welche an:? BWOlDUäOtigten sämmt- liche!) Uferstaatc'n gsbildct Werden soll, Um die Entwürfe und Kostmmnsäxlägc derjenigxn Vertheidigungs:AnstalthU fcstzußellkn, Woch? Vom Bunde zu Übernshnwn wären, oincn errzen Tdcil ihrer Aufgabx bereits vorbercitct findcn wird, Indem der Königliche Gesandte dM Wunsch aussprach, daß die' Entscheidung [::be'r dix obgedachtcn zwei Anträge vom 12. JW V. “Z. nach Mogltchkett beschleunigt werde, theilte dersslbe gleichzeitig mit, das; er beauf- tragt sei, 'das vorerwähnte mit bedeutendsr 9.1111hcwaltung Vorberei- tete und sehr umfängliche technische Material dsr hohen Bunch- VLrsammltmg zu überreichkn, sobald die Einsexznng Hex beantragten Spezial = Kommission beschlossen sein Werde. Dteje Erklärung Preußens ward an den Militair-Ausschnß gewiesen. „_
Hierauf warde,_ nachdem Anzeigen einzelner Regicrkungcn'm laufenden Angelegenheiten entgegengenommen waren, die dtteährtge Dotation dcr Bundesfestung Rastatt, definitiv festgkstellt„ in Be- ziehung auf den Bau eines neuen Proviant-MagazinH m e_xncr anderkn Bnndosfcstung Vortrag erstattet, auch der „ijttwe cines Kanzlei-dieners nach Maßgabe des die PenfionI-Verhaltmsse regxln- den Bundesbeschlusses vom Jahre 1841 eine Penfion ausgecht, und endlich wegen Sicherstellung einer authentischen„Attsgabe der Protokolle der zu Nürnberg und Hamburg Versimgt geWesenen HandelsgeseßgsbungsWonnnission Anträgk geßeüt, über deren Er- folg Mittweilmtg vorbehalten wird. „ (F- V; Z.)
» 22. Jani. Das Amtsblatt verkündigt dle ,betren Gcseße, Welche den Voranschlag der frankfurter "Staats -Emnahn1en und Ausgabon für das Jahr 1861 betreffen. ZUÉfolge derselben b?- ßeht der Dienst der Rechneikasse in 1,550,284 Fl. 471 Kr., der Dienst der Schuldentilgungswsfe in 895.000 Fl., der Dienst dxr Pfandamtskasse in 8900 l.; die gesammte Einnahn1e„also m 2,45'4,184 Fl. 44 Kr. ie gesammte AuSgabe betragt nur
1 1800 Fl„ Über 1800 F1.
Dieselben umfaßten,
2132275 Fl. 10 Kr., von welcher Summe 579,592 Fl. 30 Kr. ' der Schuldentilgungsfaffe zugchörm.- .Fr, P. 5Fig.)
Baden. KarlSruhe, 21. ni. “er GMUalshnode wurde ein (Heseßentwukf, die Eintbe'i'kun-g det kbkflgékifih-Zp - nschen Pfarreikn nach Cinkouxmeusqusseu bene end, zur Bér-L'Eng zugestellx. Danaxb haben die evangeüsch-pxoke anCis-Lben Geißliken auf den Genuß des Einkommens einer zur Bewerbung ausgeféxüe- bkxxetx Pfarrstel]: nur “nach Maßgabe Ws Dieußaüers Anspruix, Exe nnd verpflichtek, bis ZM Erreichan des Hetxesfendm DW- alters den übst ihre Ansprüche_ hinan: gkbenden Theil des Ein- kommen?» der Pßrrstelie an die Centralpfarr-kaffe “abzugeben. Die Pfarrstellen zerfaUen nach 5 Waffen: bis 800 Zl., dsa 801 'Fl. bis 1050 Fl.. von 1051 F1. bis 1300F1.. von 130131. bis Zum Genuß des ganzen Einkommens be-rechtigt: Bki der 1. Klasse jedes Dienstalter, bei den andern esu Disnstaiter von 10, resp.. 18, 24, 30 Jahren. Das Dienstalt-er wird von der Zeit drr Aufnahme unter die Pfaukandidaten ge-
rechtwt.
-; 22. Juni. Der amtliche Theil der „Karin.„_ tg.“ meldét: „Se.,K'öniglichc-Hoheit der Großherzog haben mit öchßer Ent- schließung vom 19ten d. M. den Geheimen Hofrath und Professor Dr., Robe1*t_v. Mohl, unter Beförderung zum Geheimen Nathe zwener Klasye, zu Höchftihrem Gesandten am deutschen Bundestag zu ernennen gsruht.“
. Oesterreich. Wieu, 21. Juni.. Jhre Majestät die Kai- sorxq ist gestern, den 22. d. M., Nachmittags, von Laxenburg nach Corsa abgereist. Allerhöchstdicselbe Wurde von dem Kaiser dis Miranmr begleitet.
. Ja der Siyung des Herrenhauses am 22.Juni sprachFürst Wmdisäogräß mit bewegter Stimme: Es iü gemeldet worden, daß Ihre Majestät die Kaiserin durch ihren leidenden Zustand gezwun- gen sei, neuerdings ein besseres Klima, eine wärmere Gegend auf- zusuchen. Welchen ti-ef erschütternden Eindruck diese Nachricht in allen Klasen ausgeübt, brauche i_ch kaum dem hohen Hause anzu- douten. (Angemeine Zustimmung.) Ich stelle den Antrag, das hohe Haus möge sein tief gefühlte?) und eh'rfurchtsvoües Bedauern wie sein Flehen zu dem Allmächtigcn um eine baldige und gün'süge Wendung Ihren Majestätcn unterbreiten. (Lebhaft-ss Brawa, dre ganze Versammlung erhebt sich.) Jo?) Überlasse dem hohen Hause, zu bestimmsn, auf welche Weise dicse Kundgebung zu geschehen hab?.
Fürst Liechtenstein, welcher mit der Misfion Des Hauses für diesen Zweck betraut war, brachte später die Nachricht mit der Ant- wort Sr. Majestät zurück, Welche dahin lautet. daß Ihre Maje- stäten von dem theilnahmeoMn Besrhlusse des Hauses tief gerührt seien, den Empfang der Deputirten abex bkdauernd ablehnen mäß- ten. Sc". Majestät sei zu sehr ergriffen Vom Schmerze des Ab- schiedes; Jhre Majestät aber durch ihr Leiden verhindert, dem thnscye drs Hauses nachzükommen,
k ÜDas Herrenhans gab dkshalb folgende Ekklärung zu Pto- to o :
Vor kurzer Zeit ist Ihre Majestät die Kaiskrin aus dem fernen Süden zurückgskehrt, und schon wird Sie durch Ihre Gesundheits- verhältnisse gcnöthigt, wieder von Wien und Sr. Majestät zu scheiden.
Franz Joseph [. ist berufen, für Mxüionen zu [kben und zu wirken, allein eben desrvygen berührt Alles, was Zhu trifft, das Hkrz von Millionen, Den Schmerz des Abschiedes theilen mit an seine Völker, theilt mit an'gkeit dax? Herrenhaus des Reichs- ratbes. Gottes schir111cnde Gnade möge Jhre Majestät die Kaiserin gcleitsn und in 001161? Gesundheit zu Ihrem erlauchten G'emahle zurückführen. Die Liebe und Dankbarkeit Seiner Völker tröste Se. Majestät in jeder Sorge und Trübsal.
» 22.Juni. Zu der heutigen Six,:mg desUnterhauses hat der Justizminister einen (Heseßentwurf über die Grundzüge? der Gerichtswerfassung vorgelegt.. Die Frage wegen Schwurgericbte ist in demselben offen geblikben und sollen desxmlb die Einzesn- landtage gehört werden.
Pesth, 22. Juni. Das Unterhaus hat beschlossen, daß die Adresse durch seinen Präfidenten und ein Mitglied des Oberhauses dem Kaiser überreicht werde.
Nach Uebergabe der Adresse an das Unterhaus wurden die Sißungcn des Oberhauses vertagt, bis das UnterhauH seiner?! Be- schluß über die Modalität der Ukbergabe der Adresse an Se. Ma- jestät anzeigen wcrde. . ,
Die militairische Steuereintrsibun-g hat nun (zuck) m Peüb ihren Anfang, genommen. Seit dem 1811311 wexdkn dre Steuerzextel verthei'lt mit der AuffordertU, bci Vexmctdung der Executmn binnen 8 Tagcn zu zahlen. Zur DUkchfÜhrung dieser Maßkegtl rückten am 191911 ein Infankerie- 1md ein Zägexbataiklon mit füt- genden Fahnen in die Stadt. Man ist einstimmtg dcr Anfichx, es werde däe Zahlung der Steaerrückstände' erfezlgen, obne Harz" die Finanzbehörden nötbig haben würden, dxe HUTfe der SokdaXen in Anspruch zu nehmen. ' ck „
Großbritannien und Irland. Yondon„21. ** uni. Die Königin begab fich“ gestern Nachmittag nut der Prinzess [ice